Klöster - Khachkars - Kaukasus 2026

Reisebericht 26 Antworten · 686 Aufrufe · gestartet 04. Okt. 2026 von Elde
Themenstarter294 Beiträge · seit 201617. Okt. 2026 ·

27. 06. Fahrt nach Jerewan

Auf Empfehlung von Tatev sollten wir heute Morgen vor unserer Weiterfahrt noch unbedingt den Markt besuchen. Wir haben es gemacht, fanden den in Kutaissi wesentlich größer und vielfältiger, aber solche Lebensmittelmärkte kann man sich immer wieder ansehen und einkaufen wollten wir ohnehin. Es ging uns in erster Linie um Aprikosen. Armenien ist das Land der Aprikosen. Der botanische Name ist daher auch Prunus armeniaca. Da steckt das Wort Armenien bereits drin. Die sind unglaublich lecker und etwas größer als die die man bei uns zu kaufen bekommt. Wir entdeckten auch einen Fladenbecker, der den traditionellen Lavash herstellte und haben auch direkt zugeschlagen. Wie man sehen kann passierte das nicht mehr in einem herkömmlichen Backofen sondern mit einer modernen Fladenbackmaschine. Für den Fladen haben wir 120 Armenische Dram bezahlt, das sind 30 Cent und 8 Aprikosen haben 90 Cent gekostet. Unser Mittagessen war gesichert. Zusammen mit Schafskäse ist das für uns immer wieder ein Genuss.

Von Gjumri aus führte unser Weg nach Jerewan über das geistige Zentrum Armeniens Etschmiadsin, dem Vatikan der armenisch, apostolischen Kirche und Sitz des Katholikos, deren Papst. Auf unserer Fahrt sind uns immer wieder eine Menge Storchennester mit bis zu 4 Vögel darin aufgefallen.

Die Stadt Etschmiadsin, nur wenige Kilometer von Jerewan entfernt, ist eines der bedeutendsten historischen und geistigen Zentren Armeniens. Diese alte Stadt ist berühmt für ihre reiche Geschichte, die uns bis in ferne Zeiten zurückführt, als hier der erste christliche Tempel der Welt gegründet wurde - die Etschmiadsin-Kathedrale, die im 4. Jahrhundert erbaut wurde. Dieses architektonische Meisterwerk zieht auch heute noch viele Pilger und Touristen an, die das geistige Erbe Armeniens kennen lernen wollen. 
Das Gelände umfasst die Kathedrale, mehrere kleinere Kapellen, den Palast des Katholikos und ein Museum für religiöse Kunst mit geschnitzten Khachkaren (Kreuzsteine), illuminierten Manuskripten und Reliquien. Der Museumseintritt ist kostenpflichtig; Kathedrale und Gärten sind frei zugänglich. Dieser ganze Bereich gehört zum UNESCO - Weltkulturerbe. Es ist eine beeindruckende Anlage. Leider kann man auch hier von der Hauptkirche keine Innenaufnahmen machen.

Das Bild zeigt das Hauptportal zur großen Kathedrale oben.

Neu ist eine große unterirdische Kathedrale.

Etschmiadsin fanden wir sehr beeindruckend. Dann ging es weiter nach Jerewan.

Nach einem längeren Stau sind wir gegen 14:00 Uhr in unserem Hotel Silk Road eingetroffen. Wir haben eine kurze Mittagspause gemacht, denn gegen 17:00 Uhr wurden wir schon zur Stadtbesichtgung abgeholt. Jerewan hat uns nicht begeistert. Geschichte und Kultur sind sehr interessant und es gibt bestimmt auch tolle Museen, aber an Baudenkmälern gibt es nicht sehr viel. Toll sind natürlich die Kaskaden mit dem Denkmal "Mutter Armenien" als Abschluss. Die Kaskaden wurden von einem reichen amerikanischen Armenier finanziert, der auch für den Skulpturenpark drumherum verantwortlich ist. Verehrt wird auch sehr Charles Aznavour, der sehr viel, vor allen Dingen auch finanziell für das Land getan hat. Es sieht so aus das im Ausland lebende reiche Armenier ihre Heimat nicht vergessen.

Jerewan, mit etwa 1,1 Millionen Einwohnern, ist eine der ältesten Städte der Welt. Die facettenreiche Millionenmetropole, die wegen der Farbe ihrer Häuser den Beinamen „Pink City“ trägt, liegt auf etwa 1.000 Meter Höhe im Kleinen Kaukasus. Im Stadtbild vermischen sich mittelalterliche Kirchen, Klöster, Museen und Bauwerke aus unterschiedlichen Epochen mit Gebäuden der Moderne. Europäische Einflüsse sind genauso wahrzunehmen wie der "Sowjet-Charme" vergangener Zeiten. Das Zentrum der Stadt rund um den Platz der Republik lässt sich wunderbar zu Fuß erkunden. Das linke Bild zeigt das Gebäude indem das armenische Parlament tagt, das Bild rechts zeigt eine Villa an der Straße an der auch das Parlament und der Präsidentenpalast liegt. Vor der Sowjetzeit wohnten in diesen Gebäuden viele Künstler und einflussreiche armenische Bürger und Geschäftsleute. Wenn man diese Straße entlangeht, kommt man automatisch zum Platz der Republik, dem Zentrum Jerewans.

Das Projekt des Kaskadenkomplexes war ursprünglich im Generalplan für das sowjetische Jerewan von 1924 enthalten. Der Architekt Alexander Tamanjan (Bild oben links), der viele stadtbildprägende Bauwerke entworfen hat, stellte sich die Kaskade als Verbindung zwischen den zentralen und nördlichen Bezirken Jerewans vor. Das Projekt wurde jedoch erst Jahrzehnte später, in den 1970er Jahren, unter dem Chefarchitekten Jerewans Jim Torosyan verwirklicht und später zwischen 2002 und 2009 von Gerard Cafesjian, einem armenisch-amerikanischen Geschäftsmann und Philanthropen, weiterentwickelt und finanziert. Er hat auch die Kunstwerke an, auf und in den Kaskaden gestiftet.

Das Bild oben zeigt das Opernhaus, links einen Brunnen mit Märchenfguren.


Unsere Stadtbesichtigung endete am Platz vor den Kaskaden. Unsere Guide hat uns eine Menge zur armenischen Geschichte und die Entwicklung Jerewans erzählt. Dann wurde es langsam dunkel, sodass wir zu unserem Hotel zurück mussten. Die Kaskaden konnten wir nur von außen begutachten. Falls wir morgen noch Zeit haben sollten, werden wir auch die Kaskaden besteigen und sie von innen besichtigen. Da wir keine Lust hatten den Weg zum Hotel im Dunkeln zu gehen, sind wir ein Stück mit der U-Bahn gefahren. Die hat nur 4 oder 5 Stationen. Da kann man sich nicht verfahren.

Im Hotel Silk Road konnte man auch kleinere Gerichte als Dinner bekommen. Nach der Lauferei bei der Stadtbesichtigung waren wir froh nicht noch in ein Restaurant zu müssen. Die Terrasse mit Innenhof war sehr gemütlich, sodass wir draußen sitzen konnten, denn es war auch abends noch ziemlich warm.








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Themenstarter294 Beiträge · seit 201618. Okt. 2026 ·

28. 06. Rund um Jerewan

Heute geht es aus der Stadt heraus. Es soll zu einigen der Hauptsehenswürdigkeiten Armeniens gehen. Als erstes hat uns der Stadtmarathon von Jerewan überrascht, sodass viele Straßen gesperrt waren und wir einen anderen Weg fahren mussten. Es sollte zum Garnitempel gehen, dem einzigen antiken Bauwerk Armeniens. Da der auch beim schweren Erdbeben zerstört wurde, ist es nur noch eine Rekonstruktion, allerdings originalgetreu. Er ist ein Publikumsmagnet und heute ist Sonntag, da scheinen besonders viele Touris unterwegs zu sein. An solchen Hotspots sind es auch Unmengen an Asiaten. Dazu kommt halt auch zu den Kreuzfahrschiffen die 2. Plage unserer Zeit Instagram. Wir hatten das Pech das ein Shooting gerade stattfand.

Der heidnische Tempel von Garni wurde in der 2. Hälfte des 1. Jahrhunderts gebaut. Es ist ein einzigartiges architektonisches Denkmal aus der spätantiken (römischen) Zeit, nicht nur in Armenien, sondern auch im ganzen Kaukasus. Der Tempel wurde dem Sonnengott Mihr gewidmet. Der Tempel Garni wurde 1679 durch ein Erdbeben zerstört. 
Fragmente von Säulen und Mauersteinen waren rund um den Tempel zerstreut. Dieser Umstand ermöglichte die Restaurierung des Tempels, der in den 1930er Jahren erfolgte. 

Das Bild habe ich mit Teleobjektiv aus der Ferne aufgenommen damit man die Menschenmenge nicht erkennt. Wir sind ziemlich schnell weiter gefahren. Diesen Trubel halten wir nicht aus und wollen das auch bei unseren Reisen nicht erleben. 

Die Landschaft rund um den Tempel ist wunderschön.

Nach dem Garnitempel sind wir wenige Kilometer weiter zu der Felsformation mit dem Namen „Symphonie der Steine“ gefahren. Dort war es nicht ganz so voll. Es handelt sich dabei um sechseckige Basaltsäulen, die wie Pfeifen einer Kirchenorgel aussehen. Damit die Lava zu diesen sechseckigen Säulen erstarrt, müssen ganz bestimmte Bedingungen vorherrschen. Das Sechseck ist physikalisch die effizienteste Form um die Spannungen in der erstarrten Masse gleichmäßig zu verteilen. Eiskristalle und Bienenwaben bilden auch Sechsecke. Das ist schon toll anzusehen. 

Eine Kaffeepause haben wir auch gemacht und einen geeisten Cappuccino getrunken, denn mittlerweile wurde uns ganz schön warm.

Dann sollte es zum Highlight des Tages kommen, der Besichtigung des Klosters Geghard, einem der wichtigsten Klöster Armeniens. Wir haben es nicht einmal bis zum Parkplatz geschafft. So voll war es. Das Foto konnte ich nur mit dem Teleobjektiv machen. Auf eine Besichtigung haben wir daraufhin verzichtet.

Das Felsenkloster Geghard im Osten von Armenien wurde in einer Schlucht aus einer Felswand herausgeschlagen und ist mit einzigartigen Schnitz- und Steinmetzarbeiten verziert. Das Höhlenkloster ist einer der berühmtesten Wallfahrtsorte Armeniens. Bei der Reiseplanung sollte man generell darauf achten das man Besichtigungen an den Hotspots nicht auf ein Wochenende legt.

Etwas gefrustet sind wir dann wieder in unser Hotel nach Jerewan gefahren, haben eine Mittagspause gemacht und sind anschließend zu Fuß in die Innenstadt gegangen. Wir wollten zu den Kaskaden. Dort gibt es überall auf jeder Etage Kunstwerke zu bestaunen. Je höher man kommt, desto besser wird auch die Aussicht auf die Stadt.  Leider konnten wir nicht bis zur Skulptur " Mutter Armenia" aufsteigen, da diese wegen Restaurierung zur Zeit nicht zugänglich ist. 


Das folgende Bild zeigt ein Stadtpanorama mit großen und kleinen Ararat im Hintergrund aufgenommen von der obersten Plattform der Kaskade.


Auf dem Weg zum Vernissage-Markt sind wir an diesem Wohngebäude mit einer tollen Street-Art-Fassade.

Unser Rundgang ging weiter zum Vernissage einem Handwerks- und Kunstmarkt unweit des Platzes der Republik. Er ist einer der bekanntesten Freiluftmärkte der armenischen Hauptstadt und einer der besten Orte, um armenisches Kunsthandwerk, lokale Kunst und handgefertigte Souvenirs zu entdecken. In diesem lebendigen Markt spiegelt jedes Stück das Können, die Kreativität und das kulturelle Erbe armenischer Kunsthandwerker wider.
Beim Rundgang durch die Reihen des Vernissage sieht man handgefertigten Silberschmuck mit alten armenischen Ewigkeitssymbolen, kunstvoll bearbeiteten Obsidian, Holzschnitzereien, Keramik, handgewebte Teppiche und viele weitere Arbeiten, die von den Traditionen des Landes geprägt sind. 
Besonders beeindruckend waren die kunstvoll gearbeiteten Schachspiele. Für alle Grillfans gibt es da natürlich eine große Auswahl an Grillspießen und Messer.

Den Markt fanden wir durchaus sehenswert. Wenn man in Jerewan ist, sollte man einen Besuch einplanen. Wir sind dann am Platz der Republik in die U-Bahn gestiegen und zurück in unser Hotel Silk Road gefahren. Vom U-Bahnhof zum Hotel war es nicht sehr weit. Dort haben wir den Abend bei einem leckeren Snack mit georgischen Wein verbracht. Nach einem ereignisreichen Tag ein gutes Essen mit Wein ist ganz unser Ding.

Morgen werden wir Jerewan verlassen und als Erstes nach südosten zum Kloster Khor Virap fahren.













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zuletzt bearbeitet 18. Okt. 2026
85 Beiträge · seit 202618. Okt. 2026 ·
Was für ein tolles Land das ist, ich habe das immer nicht so am Schirm, aber eure Reise sieht ja vor allem kulturell sehr spannend aus! Vielen Dank für den Bericht!
Themenstarter294 Beiträge · seit 201619. Okt. 2026 ·

Danke Caroline das du dich für den Reisebericht interessierst. Wir hatten diese beiden Länder ebenfalls lange nicht auf unserem Schirm bis wir eine Reportage gesehen haben. Von da an war für uns klar das wir die Länder besuchen wollen. Es sind wirklich 2 Länder die einiges gemeinsam haben, zB ähnelt sich das Essen, die aber auch durchaus verschieden sind. Das ist in erster Linie die Religion. Die Armenier gehören überwiegend der armenisch-apostolischen Kirche an mit dem Katholikos als religiöses Oberhaupt.  Die Georgier gehören überwiegend der georgisch-orthodoxen Kirche an mit ihrem Patriarchen als Kirchenoberhaupt. 

Du hast recht, kulturell haben wir sehr viel gelernt auf dieser Reise, denn Kultur und Religion gehören zusammen seit dem 4.Jahrhundert. Die Menschen in beiden Ländern sind sehr religiös. Das sieht man auch an den vielen Menschen die Klöster und Kirchen besuchen und das nicht nur touristisch. Wenn wir in ein Land reisen ist es uns auch immer wichtig die Menschen des Landes mit ihrer Kultur und Gebräuchen kennenzulernen. Nur die touristischen Highlights abzufahren ist uns zu wenig. Daher lassen wir uns auch viel Zeit bei unseren Reisen und meistens ist es dann immer noch zu wenig. Die Kultur ist die eine Sache, uns hat auch die grandiose Landschaft begeistert. Viel Spaß beim weiterlesen.

LG Elde

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Themenstarter294 Beiträge · seit 201619. Okt. 2026 ·

29. 06. Fahrt von Jerewan nach Goris

Heute liegt wieder ein langer Fahrtag mit einigen Besichtigungen vor uns, 240 Kilometer bis zur kleinen Stadt Goris. Unsere Rundreise führte uns von Jerewan als erstes zum Kloster Khor Virap, eines der wichtigsten Klöster Armeniens. Wir haben gehofft das es dort heute leerer ist als am Kloster Geghard gestern. Das war es auch, obwohl eine Menge Touris da waren. Man konnte sich auf jeden Fall das Kloster ansehen, bis auf die Kapelle mit der Grube in der der heilige Gregor der Erleuchter 12 Jahre lang wegen seines Glaubens gefangen war. Man kann dort in die Gefängnisgrube hinabsteigen. Das geht jedoch nur einzeln und daher staute es sich. Da wir ohnehin nicht in die Grube steigen wollten und ansonsten diesen Heiligengeschichten sehr skeptisch gegenüberstehen, machte uns das auch nichts aus. Das Kloster liegt natürlich fantastisch vor dem großen und kleinen Ararat. Ansehen sollte man sich das Kloster auf jeden Fall.

Khor Virap bedeutet  „tiefes Verlies“  und ist ein berühmter Wallfahrtsort an der Westgrenze, nahe der Türkei, des Landes in der Provinz Ararat. 

Zum Glück ist heute Montag, gestern wäre das hier sicherlich genau so eine Katastrophe gewesen wie am Kloster Geghard.

Anschließend sind wir weiter zum Kloster Norawank gefahren. Die Landschaft ist großartig. Man fährt durch eine Schlucht und sieht dann das Kloster auf einem Berg vor einer Felswand liegen.
Die Klippen der Schlucht des Amaghu im Sonnenlicht gestalten eine einzigartige Kulisse in den Bergen von Armenien. Am Ende der wunderschönen Schlucht behauptet sich schon seit dem 13. Jahrhundert das malerisch gelegene Kloster Norawank mit dem herrlichen Ausblick auf die Umgebung. Skulpturen und Reliefs verfeinern den eindrucksvollen sakralen Bau des Klosters Norawank und zeugen von der Kunstfertigkeit des Architekten Momik, welcher sich im Bauwerk verewigt hat. 
Dort kann man auch sehr schöne Kreuzsteine (Khachkars) ansehen. Das sind traditionelle Grabsteine auf denen häufig etwas über die verstorbene Person geschrieben steht. Diese Kreuzsteine gehören zum UNESCO Weltkulturerbe und sind sehr kunstvoll gearbeitet.

Anschließend sind wir weiter zum Kloster Norawank gefahren. Die Landschaft ist großartig. Man fährt durch eine Schlucht und sieht dann das Kloster auf einem Berg vor einer Felswand liegen.
Die Klippen der Schlucht des Amaghu im Sonnenlicht gestalten eine einzigartige Kulisse in den Bergen von Armenien. Am Ende der wunderschönen Schlucht behauptet sich schon seit dem 13. Jahrhundert das malerisch gelegene Kloster Norawank mit dem herrlichen Ausblick auf die Umgebung. Skulpturen und Reliefs verfeinern den eindrucksvollen sakralen Bau des Klosters Norawank und zeugen von der Kunstfertigkeit des Architekten Momik, welcher sich im Bauwerk verewigt hat. 
Dort kann man auch sehr schöne Kreuzsteine ansehen. Das sind traditionelle Grabsteine auf denen häufig etwas über die verstorbene Person geschrieben steht. Diese Kreuzsteine gehören zum UNESCO Weltkulturerbe und sind sehr kunstvoll gearbeitet.

Leider gibt es heute kaum noch Steinmetze die in der Lage sind diese kunstvollen Khachkars (Kreuzsteine) anzufertigen. Der Besuch dieses Klosters war unser heutiges Highlight. So kann es weitergehen. Vom Kloster aus mussten wir durch die Schlucht wieder zur Hauptstraße zurückfahren. Am Anfang der Schlucht gibt es ein nettes Cafe´. Dort haben wir eine kleine Mittagspause gemacht und sind anschließend Richtung Goris weitergefahren. Unser nächstes Ziel war ein steinzeitlicher Steinkreis bei Sissian, den Zorats Karer.

Er ist zwar nicht so gewaltig wie Stonehenge, dafür aber älter. Vermutlich hat er auch religiösen oder kalendarischen Zwecken gedient, denn viele dieser Steine haben gemeißelte Löcher durch die an bestimmten Tagen zu bestimmten Zeiten die Sonne hindurch scheint. Den genauen Zweck weiß man bis jetzt nicht. Eine andere Bedeutung könnte auch ein prähistorisches Gräberfeld aus dem 3. Jahrtausend v. Chr. sein. 

Schön war es auf jeden Fall zwischen den Steinen herumzulaufen. Die Fahrt ging dann weiter durch herrliche Blumenwiesen mit den Bergen im Hintergrund nach Goris in unsere nächste Unterkunft, dem Gasthaus Mirhav.









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Themenstarter294 Beiträge · seit 201621. Okt. 2026 ·

30. 06. Besuch im Kloster Tatev

Direkt neben unserem Hotel gibt es eine Bäckerei. Dort haben wir uns nach unserem Frühstück für unseren kleinen Mittagssnack eingedeckt. Dann haben wir uns auf den Weg Richtung Tatev gemacht. Wir sind jetzt ganz im Südosten Armeniens, nicht weit von der Grenze nach Aserbaidschan. Im Reiseführer wurde noch vor eventuellen Straßenschäden aus dem Krieg mit Aserbaidschan von 2020 gewarnt. Wir haben nichts bemerkt. Die Straßen sind hier völlig in Ordnung.

Je näher wir Tatev kamen, desto schöner wurde die Landschaft. Kurz vor Tatev erreicht man eine Schlucht wo der Fluss Vorotan in einer ganz engen Klamm verschwindet. bis dahin sind wir gelaufen.

Dann führt die Straße über viele, enge Serpentinen den Berg hinauf bis zum Kloster Tatev. Wir hätten auch mit der längsten Seilbahn der Welt fahren können. Diese hat eine Länge von 5,7 km und führt über die Vorotanschlucht. Da wir aber vom Kloster aus der Straße weiter folgen wollten, hätte eine Seilbahnfahrt wenig Sinn gemacht. Das Kloster liegt wieder wunderschön und der Besucherandrang hielt sich auch in Grenzen, sodass wir uns alles in Ruhe ansehen konnten.

Das mittelalterliche Kloster Tatev, das bereits im 9. Jahrhundert an der Stelle eines heidnischen Heiligtums errichtet wurde, war lange Zeit eine wichtige religiöse, wirtschaftliche und akademische Größe in Armenien. Im 14. und 15. Jahrhundert wurde in Tatev nicht nur gebetet, sondern auch gelehrt und studiert.

Die Bilder zeigen das Portal zur Hauptkirche und den Glockenturm.
Foto unten links: Altarbereich der Hauptkirche
Foto unten rechts: Sarkophag vom Heiligen Gregor dem Erleuchter, dem Nationalheiligen Armeniens. Er brachte das Christentum nach Armenien und es wurde Staatsreligion.

Die Steinsäule Gavazan („Hirtenstab“, zum Antreiben der Rinder) wurde 904 im Süden des Klosterhofs aufgestellt. Das der Dreifaltigkeit geweihte Denkmal in der Nähe der Wohnanlagen ist eine einzigartige Arbeit armenischer Architektur und armenischen Kunsthandwerks. Die achteckige Säule aus sorgfältig behauenen Quadern ist acht Meter hoch und wird von einem Gesims mit einem kleinen Khachkar darauf bekrönt. Durch Erschütterungen der Erde, sogar durch bloße Berührung einer Hand, gerät die Säule ins Wanken, so die Legende? Wir haben es sicherheitshalber nicht ausprobiert.😉

Die beiden folgenden Bilder zeigen noch 2 Khachkars und einen Stein mit zusätzlicher armeinscher Schrift. Die Sprache und Schrift der Armenier hat keine Gemeinsamkeiten mit der der Georgier obwohl die Völker direkt nebeneinander leben sind die Alphabete völlig unterschiedlich.

Auf unserer heutigen kleinen Rundtour wollten wir jetzt auch noch das Kloster Vorotnavank besuchen. Also ging es weiter über eine enge Serpentinenstraße durch den kleinen Kaukasus. Das Problem bei diesen Straßen bilden die großen LKW die es kaum und nur sehr langsam den Berg hinauf schaffen. Wenn man da weiterkommen will, muss man sich der Fahrweise der Armenier anpassen und waghalsige Überholmanöver durchführen. Wir versuchen immer einen Armenier als erstes fahren zu lassen und uns an ihn zu hängen. Wenn dann plötzlicher Gegenverkehr auftaucht, erwischt es wenigstens den. 

Das Kloster Vorotnavank ist nicht so berühmt wie das Kloster Tatev, daher gibt es dort noch weniger Touristen. Was uns nur gewundert hat, ist das es dort auf dem Friedhof nicht die bekannten Kreuzsteine gibt.

Das Kloster liegt vier Kilometer  östlich von Sissian an der rechten Seite der Vorotanschlucht. Das Kloster Vorotnavank stammt aus dem Mittelalter und ist eines der unbekannten religiösen und kulturellen Zentren während der Zeit des 10. Bis 15.Jahrhunderts. Vorotnavank war von einer hohen Mauer umgeben. Es gab hier Werkstätten, Läden, einen Schulungsraum, ein Reservat und Armenhaus.

Das Bild folgende zeigt unser Hotel Mirhav. Es war ein sehr schönes Hotel und das Abendessen war ausgezeichnet. Ich habe noch den Maulbeerbaum vor dem Hotel fotografiert. Die Früchte waren noch nicht reif. Maulbeerbäume gibt es häufig, sowohl mit weißen als auch mit brombeerfarbenen Früchten. Wir haben die brombeerfarbenen Früchte anfangs für eine Brombeerart gehalten, dazu passten jedoch die Bäume nicht. Zum Glück gibt es für solche Fälle die App Flora incognita.

Morgen geht es wieder langsam nach Westen und Norden des Landes Richtung Sevansee.







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zuletzt bearbeitet 21. Okt. 2026
Themenstarter294 Beiträge · seit 2016gestern 15:14 ·

01. 07. Fahrt nach Yeghegnadzor

Heute Morgen sah es in Goris wettermäßig sehr bescheiden aus. Es war dichter Nebel, sodass man keine 50 Meter weit sehen konnte. Da die Tour über Jermuk, einem Kurort mit warmen Quellen und einem schönen Wasserfall, führen sollte, hatten wir schon Bedenken, denn zu einem Wasserfall in dichtem Nebel gehen und den kaum sehen können, macht wenig Sinn. So sind wir doch etwas skeptisch aus Goris weg gefahren. Aber kaum 10 Kilometer weiter heiterte es immer mehr auf, bis schließlich die Sonne schien. Wir waren happy und der Tag konnte wie geplant ablaufen.

Als erstes nun ein Bild von einem Imkerwagen mit den Bienenvölkern. Wir hatten den Eindruck das die Imker in Armenien, ähnlich unseren Schäfern, mit ihren Völkern immer weiterziehen. So viele dieser Wagen haben wir vom Straßenrand aus sehen können.

Die Landschaft bis Jermuk ist traumhaft schön, aber das wisst ihr ja bereits. Ich kann es nur immer wiederholen. Wir müssen häufig stehen bleiben damit ich Bilder machen kann.  Schließlich erreichen wir das Arpatal, das ist  der Fluss der durch Jermuk fließt und in den auch der Wasserfall mündet. Der Fluss bildet auch eine tolle Schlucht.

Wir sind anschließend nach Jermuk hineingefahren und haben uns den Kurort angesehen. Er ist berühmt für seine warmen Mineralquellen. Mittlerweile gibt es auch einige mondäne Hotels.

Die Jermuk-Mineralwasser-Galerie, eine Arkade mit einzelnen Zapfhähnen für verschiedene Quellen, ist die meistbesuchte Sehenswürdigkeit der Stadt. Besucher füllen direkt an der Quelle kleine Becher und trinken vor Ort. Jeder Zapfhahn ist mit der chemischen Zusammensetzung und den angeblich zu behandelnden Beschwerden beschriftet. 

Die Kolonaden mit den unterschiedlichen Quellen zum Kuren haben wir auch gefunden und das Wasser probiert. Das Wasser hat eine Temperatur von etwa 40 Grad. Wir waren vom Geschmack nicht so angetan.

Bevor wir unsere nächste Unterkunft anfahren wollten, haben wir uns nach unserer Mittagspause überlegt noch etwas durch die kleineren Orte in den Seitentäler zu fahren und uns die schöne Landschaft und die tollen Blumenwiesen anzusehen. Den Duft und die Farben könnt ihr euch nicht vorstellen. Zu den Blumen gibt es auch reichlich Kräuter wie Thymian und Basilikum. Die Armenier pflücken die und trocknen sie. Daraus wird dann Tee und auch Gewürzmischungen hergestellt.

Leider ist es mit Wandern in Armenien etwas schwierig. Es gibt nur an wenigen Stellen ausgewiesene Wege. Da ist Georgien wesentlich weiter. Das hat uns Tatev bereits beim gemeinsamen Abendessen mit ihrer Familie in Gjumri erzählt.  Da wir gerne kleine Nebenstraßen fahren, bei denen man nicht so genau weiß wie und ob sie mit einem Geländewagen befahren werden können, sind wir häufiger Streckenabschnitte vor dem Befahren abgelaufen. Wir hatten keine Lust uns mitten in einer gottverlassenen Gegend festzufahren. Die gemütliche Tour durch abgelegene kleine Orte haben wir sehr genossen.

Unsere nächste Unterkunft ist das Green Stone B&B in Yeghegnadzor. Wir waren die einzigen Gäste. Das Essen war wieder ausgezeichnet und einen vom Hausherrn selbst gemachten Chacha gab es zusätzlich nach dem Abendessen. 


Das ist der Ausblick von unserem Zimmer Green Stone B&B. Hier haben wir bei einem Kaffee nach unserer Ankunft tatenlos und entspannt in die Gegend geschaut.

Morgen geht es über den Selimpass an den Sevansee.









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