Ende August bis Mitte September sind wir wieder einmal nach Namibia gereist. Es war unsere vierte Reise in dieses Land mit einem großen Abstand (13 Jahre) zur letzten Reise. In Namibia haben wir uns drei Wochen ganz auf Etosha und den Nordwesten konzentriert, das Kaokoveld war dabei ein für uns neuer Bereich. Ich möchte keinen richtigen Reisebericht schreiben, sondern nur die Reiseroute mit Unterkünften und einige Beobachtungen wiedergeben, die für die Erfahrenen unter Euch nichts Neues sein werden. Frage beantworte ich gerne.

Von Opuwo nach Etambura (D3707)
Reisezeitraum: 25.08. bis 15.09.2026
Flug mit Discover ab Frankfurt (wir waren ganz zufrieden: es ist zwar sehr eng in den Sitzen und das Essen ist auch nicht gut, aber die Flüge waren pünktlich und es herrschte eine unaufgeregte, freundliche Stimmung beim Personal, das fand ich gut)
Auto: Toyota Landcruiser von Bushlore mit Satellitentelefon und insgesamt 4 Reservekanistern (Etosha ohne Sprit und dazu noch das Kaokoveld!): es gab einen platten Reifen im Kaokoveld, sonst keine Vorfälle mit dem Wagen. Die Einweisung bei Bushlore war sehr gründlich, so ausführlich hatte ich das noch nie erlebt.
Unterkünfte (reine Lodgetour, kein Camping):
1. Windhuk: Hotel Thule (1) - sehr schöne Lage auf einem Hügel im Stadtteil Eros, sehr freundliches Personal
2. Etosha Ost außerhalb des Lindequist Gates: Mushara Lodge (2) - schöne Chalets nahe dem Gate
3. Etosha Okaukuejo (2) - die Unterkunft (Bush Chalet ) ist für den Preis nichts Besonderes, das Wasserloch aber unschlagbar
4. Etosha Dolomite Camp (1) - nicht billig, sehr schöne Lage, das Essen hat meines Erachtens nicht zum Preis gepasst
5. Epupa: Epupa Falls Lodge (2) - schöne Lage: anders als Gondwana nebenan, sehr leer
6. Opuwo: Kaoko Mopane Lodge (1): für einen Zwischenstopp gut, sehr leer, wir waren neben zwei Camperpärchen die einzigen Gäste
7. Kaokoveld - Etambura Lodge (2) - außergewöhnlich schöne Lage mit ebensolchen Chalets; die Auffahrt ist sehr steil und steinig
8. Kaokoveld Puros: Puros Bush Lodge (2) - sehr einfache, abgenutzte Hütten
9. Khowarib Lodge (1): preisgünstig im Zelt, gegessen haben wir in der gleichnamigen Lodge nebenan
10. Damaraland: Mowani Mountain Camp (2) sehr schön, sehr teuer
11. Spitzkoppenlodge (2): tolle Lage, man hat einen weiten Teil des Spitzkoppenarreals exklusiv
12. Windhuk: Hotel Thule (1)
Bis auf die billige, aber doch sehr renovierungsbedürftige Bush Lodge in Puros waren wir mit allen Unterkünften zufrieden; wahrscheinlich ist das schon die Altersmilde! Angesichts der großen Preisunterschiede waren die erheblichen Unterschiede in Lage, Komfort und Service ohnehin logisch.

Woran ich bei dieser Reise zurück denke:
1. Radfahren in Windhuk
Wir kamen am Feiertag ( Heldentag) an und mir sind auf dem Zubringer vom Flughafen nach Windhuk die vielen Rennradfahrer aufgefallen, das kannte ich nicht und ist wohl jetzt in Mode gekommen.
2. Strafzettel
1.500 N$ ( ca. 75 €) wegen eines überfahrenen Stoppschilds in Otjiwarongo - fand ich ziemlich teuer. Der Polizist war freundlich und ausgesprochen gut gelaunt. Die Bezahlung erfolgte ordnungsgemäß im dortigen Polizeirevier ( nur Cash). Trotz intensiver Bemühungen zwei Beamter haben diese eine halbe Stunde für die Quittung gebraucht, kommt anscheinend nicht so häufig vor.
3. Etosha
Wir waren vor dem Buschbrand dort und fanden Etosha sehr Tierreich. Vor allem im Westteil haben wir große Herden an Zebras und Elefanten beobachten können und hatten insgesamt 5 Löwensichtungen.
Eine Löwin konnten wir am ersten Etoshatag mit drei kleinen Jungen unweit des Zaunes von Namutoni beobachten, am nächsten Tag hatte sie nur zwei Junge dabei. Nach einem der wartenden Beobachter war ein Junges durch den Zaun in das Camp geraten und nicht mehr herausgekommen! Wir haben in Namutoni die Suchmannschaft gesehen. Wie es ausgegangen ist, wissen wir aber nicht.
Am Hide in Olifantsrus haben wir durch ein kleines Fenster im Untergeschoss die trinkenden Elefanten in kürzester Entfernung anschauen können - ein tolles Erlebnis. Das Camp sah auch nett aus.

Olifantsrus
In Dolomite haben wir früh morgens am Wasserloch das gesamte ortsansässige Löwenrudel entdecken können. Außer uns war gerade noch ein weiteres Fahrzeug da.
4. Himba
Anders als andere Reisende, die die Himba gerade in Opuwo als recht aufdringlich beschreiben, hatten wir positive Erlebnisse.
Opuwo ist von den Einwohnern her unglaublich gemischt. Es liefen z.B. in einer 3-er Frauengruppe eine Himba, eine Herero und eine Frau in einem schicken westlichen Kleid und unterhielten sich angeregt.
Bei unserer einzigen Reifenpanne im Kaokoveld kam ein Himba zufällig vorbei, legte Axt und Machete ab und half unaufgefordert beim Reifenwechsel mit.
5. Regen im September
Wir hatten zweimal Regen, in Khowarib und am Schluss in Windhuk (5 mm), das hat mich für September gewundert!
Viele Grüße
Klaus