UGuganda80Themenstarter200 Beiträge · seit 201123. Okt. 2011 ·
Hi Bloke,
vielen Dank für das Lob, ich werde mir Mühe geben, möchte ja auch was dem Forum zurückgeben !
Um ehrlich zu sein, habe früher viel im Automatik Modus geknipst weil ich von Blende, Zeit usw. gar keine Ahnung hatte. Habe paar Wochen vor dem Urlaub einen Fotokurs bei der Volkshochschule besucht und seitdem fotografiere ich wenn es die Zeit zulässt im Manuellen Modus mit Belichtungskorretur usw., wenn ich auf dem Boot usw. war oder bei den Schimpansen und es musste schnell gehen, dann im AV modus, da gibst Du nur die Blende vor, Zeit wird errechnet. Hast halt mit einer DSLR schon mehr Möglichkeiten, kannst tolle Farbfilter draufschrauben etc.! Also bislang kostet es 500 USD und sollte jetzt seit 1. Juli schon angehoben werden - war bei uns noch nicht und dann kommt glaube ich gar keiner mehr ! LG Axel
UGuganda80Themenstarter200 Beiträge · seit 201123. Okt. 2011 ·
Mittwoch, den 28.09.2011
In der Nacht hat es noch ordentlich gewittert, der Regen auf dem Dach des Zeltcamps machte ordentlichen Lärm. Aufgewacht früh morgens bei herrlichem Sonnenschein. Heute war endlich mal wieder Laufen angesagt. Mit dem Landcruiser gings zum Eingang der Kyambura Gorge im QENP.
Dort wurden wir von Stefanie auf die möglichen Gafahren der in der Schlucht beheimateten Wildtiere aufmerksam gemacht (dort soll es ziemlich aggressive Waldelefanten geben – keine gesehen 😗 ) und dann stiegen wir die Schlucht hinab. Die Kyambura Gorge hat durch den im inneren der Schlucht fließenden Kyambura Fluss ein eigenes Mikroklima: man steht am Rand der Schlucht und sieht die Savannenlandschaft des QENP, man steigt 20 m runter und befindet sich in einem dichten tropischen Regenwald. Sieht schon toll aus.
Auch hier kann man mit Glück Schimpansen antreffen, doch diese Gefährten hatte ich jetzt ehrlich gesagt auch zu genüge gesehen. Einige anderen Affenarten wie Meerkatzen oder Colobusaffen tollten in den Bäumen herum. Im Fluß viele Hippos die sich lautstark Luft machten. Ansonsten eine sehr matschige Angelegenheit, viele Tsetsefliegen (haben aber nicht gestochen) und viele Spinnennetze. War froh, als ich wieder oben war. Die Sonne brannte erbarmungslos, meine Güte das war anstrengend. Also ich kann eine Rangliste für Euch machen bzgl. Schimpansentrekking: Mein Favorit: Trekking im Murchison Falls NP, Budongo Forest (Privattrekking), dann den Kibale Forest (sieht die Schimpansen meistens aber Gruppengröße von 8 Leuten) und die Kyambura-Gorge im QENP sehe ich eher als schönen Tropenwaldspaziergang aber nicht als Trekking für Schimpansen. Zumindest habe ich ein total geniales Bild für Euch von Stefanie und mir – cool oder ?
Nach der anstrengenden Angelegenheit gings zur Lodge und ich erfreute mich an – man glaubt es nicht – Tomatencremesuppe, Spaghetti Bolognese (war wie vom Italiener) und Ananas. Kurze Zeit später krachte es schon wieder und es schüttete ohne Unterlass. Also relaxen angesagt, war mir aber auch recht. Mit Dani gings am Nachmittag auf Gamedrive, wieder ein paar Löwen gesehen – was soll ich sagen, ich glaube ich habe mit Löwen kein Glück, die sind stink langweilig die beiden !
Viel interessanter für mich war doch dann die Fahrt in eine Kraterregion, die mich total begeistert hat. Was für eine unberührte Natur, aber seht selbst:
Auf dem Rückweg erfuhren wir, dass die wichtige Verbindungsstrecke zum südlichen Ishasha-Sektor durch den Regen unpassierbar sei – also stand morgen ein mega Umweg an .
Donnerstag, den 29.09.2011
Erster Tag des Urlaubs und keine Sonne am Morgen. Was ist los ??? Nun gut, kein Thema - müssen eh stundenlang fahren wegen der Baumlöwen. Da die Sonne nicht scheint, ein eher unnützes Unterfangen, die Löwen sitzen dann bestimmt nicht im Baum und relaxen. Aber gut, Programm ist Programm und wir probieren es mal, nicht pessimistisch sein ! Die Fahrt wurde dann auch echt interessant. Kurzer Fotostop um mal anzuhalten und zu checken, was denn an dem Landcruiser so komische Geräusche macht. Anbei eine Impression der Landschaft.
Geräusch nicht lokalisieren können. Irgendwas hört sich aber ungesund an. Ich habe von Autos keine Ahnung, ich lasse mich mal überraschen was so passieren wird. In irgendeiner kleineren Stadt machen wir Halt und der Tankwart bemerkt bei der Tankfüllung einen fast platten Hinterreifen. Also an den Rand stellen, der Reifen wird geflickt. Mensch ist mir schwindlig heute, das Wetter ist aber auch kacke. Hole mir zwei kalte Cola und eine Packung Schoko-Kekse, vielleicht hilft das. Weiterfahrt durch kleine Dörfer.
Das Geräusch wird schlimmer – glaube Dani wurde leicht unruhig. Bin bei so was schmerzfrei(mein erstes Auto war ein Fiat Punto, da ist man so was gewohnt). Trotz allem, beim Anfahren am Berg hat es sich schließlich echt kriminell angehört, also im nächsten Dorf wurde geschweißt, da kann man mal fragen. „Gibt’s hier einen Mechaniker ?“ Ruck zuck versammeln sich geschätzte 40 Leute um das Auto. Absolutes Highlight für das ganze Dorf, Muzungu hat ne Panne ! Ja hier gibt’s einen – hmm der war nur besoffen. Gut, dann zeig mal was Du kannst. Zum „Chef“: „ Dürfen wir ihn dir mal ausleihen und er hört sich das Geräusch beim Fahren an ?“ „Ja aber nicht so lange“ – kein Thema, eingeladen puhhh, was eine Alkoholfahne, mein Gott und das mittags ! Ob er nun wirklich das Problem lokalisiert hat, ist mir bis heute schleierhaft, allerdings legte er sich kurz unter das Auto, wir wurden alle von den anderen Passanten gemustert, nach 1 Min. kam er wieder unter dem Auto hervor, hat irgendwas geschraubt und sagte, ihr könnt fahren. OK gemacht und was soll ich sagen, das Geräusch war weg und blieb weg bis zum letzten Tag. Dann knallte es aber, aber mehr dazu später.
Dann Weiterfahrt zum Ishasha Sektor über gar nicht so üble Straßen wie vermutet, aber so stundenlang über Schlaglöcher zu heizen ist schon anstrengend. Was soll ich sagen, es war schon zwei Uhr und eigentlich längst überfällig für ein … na ratet mal, … GEWITTER ! Ja und es regnete und donnerte vom allerfeinsten, ganze Sturzbäche ergossen sich die Straßen runter und nach einer kurzen Einfahrt in den Ishasha Sektors des QENP beschlossen wir allesamt, dass wir das mit den Baumlöwen für ein andermal in Uganda abhaken. Das macht keine Laune. Also weiter nach Buhoma, der Einstieg für eigentlich den interessantesten Teil des ganzen Urlaubs. Untergebracht im Buhoma Community Rest Camp (bei schönem Wetter sicherlich klasse), am Eingang des Bwindi Forest.
Es hatte sich so richtig eingeregnet, es war ungemütlich, es war kalt, meine Nase lief, ein Ekelwetter wie an einem verregneten Tag in Deutschland. Dazu klamme Klamotten und ein allgemeines Unwohlsein – nein, heute war nicht mein Tag, aber sowas muss es auch mal im Urlaub geben. Heute lernten wir dann Heidi und Heinz kennen, ein ganz liebes Pärchen die schon 70 sind und heute ein Gorillatrekking hinter sich hatten und sie haben tolle Bilder gemacht – sie hatten aber auch Glück, ab 12.00 Uhr hatte es angefangen zu schütten und sie brauchten nicht so lange zu den Gorillas zu laufen. Trotzdem waren die Armen beide völlig durchnässt zurückgekehrt und ob die Klamotten nochmal trocknen ? Haben die beiden dann nochmal Tage später getroffen und die Kleidung setzte schon Schimmel an, so feucht war es. Erste Ängste werden wach – was ist, wenn es jetzt nur noch so regnet ? Nein komm, alles wird gut, morgen scheint die Sonne. Und so wars dann auch.
UGuganda80Themenstarter200 Beiträge · seit 201123. Okt. 2011 ·
Freitag, den 30.09.2011
Die Nacht war eiskalt und klamm, aber endlich hörte es auf zu regnen. Zum Frühstück erschien unser Guide der Nkuringo Walking Safari, Evarist – so alt wie ich (31J.) und so verstanden wir uns auch auf Anhieb klasse. Ziel der heute 6 h Wanderung durch den Bwindi-Forest war das kleine Dörfchen Nkuringo, etwa 700 m höher gelegen als Buhoma. Die Wanderung führte uns durch diesen sagenhaften Regenwald und das ist wirklich noch ein Regenwald wie man ihn sonst nur aus Naturreportagen kennt. Riesenfarne, Moose die von den Bäumen und Ästen hängen, überall verschiedene Primatenarten und ein schöner Fluss, der sich durch den Wald windet. Mit Glück kann man schon hier auf die Berggorillas treffen, selbst wenn man kein Permit hat – dies war dann aber bei mir nicht der Fall. Trotzallem habe ich am laufenden Meter schöne Affenherden gesehen.
Nach ca. 4 h waren wir wieder aus dem Wald draußen, hier sieht man die ganz genau verlaufende Parkgrenze und die sich anschließenden bewirtschafteten Feldern der Einheimischen. Früher lebten noch die Pygmäen in dem Gebiet doch die wurden dann bei Errichtung des Parks vertrieben und man gab ihnen hier im umliegenden Gebiet Land (das klappte aber nicht überall so, in der Nähe von Kisoro sind Drogenprobleme und Alkoholsucht bei den Pygmäen keine Seltenheit).
Mit Evarist konnte man interessante Gespräche führen, der Koch des Nkuringo Camps Herbert war auch klasse und war als Träger dabei. Hinter uns dann noch zwei Parkranger mit schwerer Munition.
In der Zwischenzeit donnerte es schon wieder überall und im Bwindi zog eine Regenwand herein, doch wir hatten Glück und erreichten gegen 3.00 Uhr trockenen Fußes das Dorf Nkuringo und Dani stand gerade mit dem Auto da, als es anfing zu schütten.
Ich kann Euch nur diesen heißen Tipp geben, das Gorillatrekking hier starten zu lassen, wenn man halbwegs körperlich fit ist – mag sein, dass es in Ruanda wesentlich gemütlicher ist, aber alleine dieses Dorf ist für mich eine Reise wert. Das von Robert, einem englischen Schweizer hoch oben auf einem der schönsten Plätze dieser Welt geführte Camp ist tip top – saubere geräumige Zimmer, gute Betten und eine wahnsinnige Aussicht auf die Vulkankette und den Bwindi Forest. Zudem ist das Nkuringo Dorf spitze und man ist direkt im afrikanischen Alltag. Zwar haben die Zimmer kein privates Bad, aber für 3 Tage ist eine Gemeinschafts-dusche – und Toilette (blitz sauber) auch kein Thema.
Nachdem sich der Regen wieder beruhigt hatte, sind wir in ein Dorf heruntergefahren, der Name ist mir entfallen. Dort haben wir mit Evarist eine Schule besucht – das sind diese speziellen Momente auf Reisen, die man sein Leben lang nie mehr vergessen wird. Ich habe den Besuch gefilmt, aber leider kann ich Euch dazu nur ein paar Bilder anbieten die ich eben von dem Video gezogen habe (schlechte Qualität).
Weiter ging es auf einen bunten Kleider- und Gemüsemarkt.
Nun war einer der besten Momente gekommen, als kurzerhand beschlossen wurde, wir gehen von einem Kumpel Evarists, der auch im Nkuringo Camp Guide ist, zu seiner Hochzeit. Genauer gesagt wurde die Frau öffentlich an den Mann übergeben, die Hochzeit schloss sich zwei Tage später an. Zwar hat er schon drei Kinder mit ihr, aber nun war es an der Zeit, der Sache einen förmlichen Rahmen zu geben. Ja nun saßen wir da ruck zuck im Hochzeitszelt, laute Musik schallte aus den überdimensionalen Boxen die völlig überlastet waren, Berge von Reis und Matoke mit Hühnerschenkeln und Soße wurden gereicht – na da greif ich doch zu !! Ja alles nicht so steif und edel wie bei uns ! Geschätzte 500 Leute waren da locker, dazu ein leckeres Nile – klasse wars ! Allzu lang blieben wir aber nicht, wir mussten ja noch bei der Dunkelheit wieder nach Nkuringo zurück.
Dort wartete schon wieder ein leckeres Abendessen auf uns – ganz schön gefuttert heute, aber wir sind ja auch einige Stunden marschiert ! Robert erzählte uns, dass er gestern den aktiven Vulkan im Kongo vom Camp aus gesehen hätte – heute war er aber leider nicht zu sehen – vielleicht habe ich noch Glück ? Bitte klickt alle Bilder im Anhang durch, sind auch beschriftet !
Axel auch von mir Glückwunsch zu den klasse Fotos. Aus eigener Erfahrung weiß ich wie schwer es gerade im dunklen Regenwald ist gescheite Fotos zu machen! Bin daher schon echt auf die Gorilla-Bilder gespannt. 🙂
Uganda ist ein tolles Land und scheinbar finden immer mehr Leute hier gefallen daran....
@ Bloke- musst dich halt ein wenig beeilen- es wird immer voller dort...!😗
Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, war vor 20 Jahren; die zweitbeste Zeit ist: HEUTE
"Afrika hat seine Geheimnisse und selbst ein weisser Mensch wird diese nie verstehen. Er kann sie aber respektieren." Miriam Makeba
One elephant is killed every 15 minutes
www.iworry.org
UGuganda80Themenstarter200 Beiträge · seit 201123. Okt. 2011 ·
Hallo Jörg,
vielen Dank für Deine Nachricht. Dein Reisebericht hat mich damals vor Anmeldung hier im Forum schon begeistert, Du warst auch am Mt. Elgon und hast die Riesenlobelien gesehen - ein noch unerfüllter Traum.:( Grüße, Axel
Danke für diesen ausführlichen Reisebericht und die vielen Fotos. Da kommt echt Fernweh auf!!! In Uganda war ich noch nicht, aber da muss ich auch unbedingt einmal hin! Zu zweit mit Guide ist natürlich optimal.
VG Manuel
🤪
UGuganda80Themenstarter200 Beiträge · seit 201123. Okt. 2011 ·
Samstag, 01.10.2011
Ich bin früh aufgewacht, um den Sonnenaufgang vom Camp aus zu betrachten, mein Gott ist das ein schöner Ausblick von hier oben ! Auf den Fotos seht ihr die Vulkankette, bestehend aus dem Mt. Muhavura (4127m), Mt. Gahinga (3474m) und den Mt. Sabinyo (3645m). Letztgenannten wollten wir eigentlich morgen besteigen, mehr dazu aber später.
An diese Kette schließen sich weitere Vulkane u.a. der aktive Vulkan Mt. Nyiragono in der DRK an, das Bild zeigt, wenn man ganz genau hinschaut, eine Rauschwade – ist auch 60 Kilometer entfernt !
Anschließend gings zum Frühstück. Zwei Wochen Spanish Omelette und was soll ich sagen – mir bekommts 😕 ! Man braucht schließlich noch eine Stärkung für die bevorstehende Wanderung zum Lake Mutanda ! Sorry Leute aber die Gorillas müssen noch warten. Hab ich eigentlich schon geschrieben was da in dem Omelette drin ist ? Natürlich Eier, manchmal ein paar Zwiebeln, Tomaten, grüne Paprika und auch mal geschrotete Karotten. Lecker !!!
Anbei ein paar Bilder des Camps:
Mit Evarist ging es heute auf eine ca. 3 stündige Wanderung zum Ufer des Sees, vorbei an den wunderschön bewirtschafteten Feldern der Dorfbewohner. Im Hintergrund stets die oben beschriebene Vulkankette.
Am Ufer des Sees war dann schon das für uns angemietete Einbaumboot zum Ablegen bereit – ich kann nur eins sagen, das Boot ist bei 2 ½ h Seeüberquerung schon eine unbequeme Angelegenheit und ich habe größten Respekt vor dem Paddeln des Bootsführers. Am Lake Bunyonyi selbst mal ausprobiert – es ist schweine anstrengend. Anbei ein paar Impressionen des Tages.
Angekommen, stand bereits Dani da und fuhr uns nach Kisoro. Hier verabschiedeten wir uns von Evarist und belegten ein schönes Zimmer im Travellers Rest (Diane Fosseys zweite Heimat). Am Nachmittag schlenderten wir ein bisschen durch Kisoro, einer ganz netten Stadt nahe der kongolesischen Grenze. Hier hat sich wohl in den letzten Jahren viel verändert, asphaltierte Straße zum Kongo, eine nun leere große Wiese auf der noch vor Jahren viele Flüchtlinge hausten. In einem Laden konnte man kongolesische Kunst erwerben (bieten tolle Masken an oder geschnitzte Puppen, sieht alles ein bisschen unheimlich aus, aber wie schon erwähnt, der Kongo zieht mich irgendwie magisch an).
Eigentlich stand für morgen die Besteigung des Mt. Sabinyos auf dem Programm. Doch durch die Regenfälle der letzten Tage war nicht sicher, ob wir am darauffolgenden Tag den schnellen Weg zurück nach Nkuringo nehmen konnten, um rechtzeitig für das Gorillatrekking da sein zu können. Denn bei diesem Regen lösen sich andauernd Schlammlawinen in diesem Gebiet, weil so viele Bäume abgeholzt wurden. Und noch war die Strecke passierbar, wenn auch mit Einschränkungen. Daher entschieden wir uns, den morgigen Tag mit einem Golden Monkey Trekking früher enden zu lassen und schon nachmittags nach Nkuringo aufzubrechen. Das war sicherer, denn die Gorillas wollten wir uns nicht entgehen lassen. Und da die Vulkane eh ab 11.00 Uhr in den Wolken verschwinden – was solls. Nächstes Mal. Es muss auch schönes für einen zweiten Besuch geben !
Wer mit Evarist eine Tour durch Uganda machen möchte oder einfach die Schönheiten in und um Nkuringo, dem empfehle ich eine Nachricht an seine Mailadresse: nkuringogorillasafaris@gmail.com Der Mann ist einfach nur spitze !
auch von mir ein riesiges Lob für deinen tollen und informativen Bericht. Auch mich würde interessieren bei welchem Veranstalter du die Tour gebucht hast. Vielen Dank!
Hallo uganda80, chapaeu. 😄 😄 😄 Da kann man wirklich nur den Hut ziehen. Ganz toller und informativer Bericht und noch viel schönere Bilder die große Lust auf Uganda machen. 🙂 🙂 Ich schließe mich viele Vorschreiber an: Bei wem gebucht und was koschdst??? Könnte mich beim Lesen ein Monogram in den Allerwertesten beißen; meine Freundin hat gefragt ob ich in Januar nach Uganda mitgehe auf eine geführte Kleingruppenreise. Da wir schon Namibia für August gebucht haben und ich in Nov. 2 Wochen nach Indonesien zum Tauchen gehe, hat ein Blich in die Monetäre Kiste und auf den vorhandenen Urlaubstage NEIN gesagt. 😈 😈 Es kommen aber hoffentlich noch Tage. 🙄 😵
UGuganda80Themenstarter200 Beiträge · seit 201124. Okt. 2011 ·
Hallo Leute,
da ich nicht weiß, ob ich hier im Forum öffentlich eine Empfehlung für einen Reiseveranstalter abgeben kann, würde ich Euch anbieten, dass Ihr mir eine Mail an meine Adresse sendet:
aaxel.koehler@gmx.de
Ich scanne dann den Reiseablauf ein, dann seht ihr das Programm, die Route, Preis und Veranstalter.
UGuganda80Themenstarter200 Beiträge · seit 201124. Okt. 2011 ·
Sonntag, den 02.10.2011
Der Morgen begann mit einer richtig schönen heißen Dusche im Travellers Rest. Hier kann man mal richtig ausspannen. Nach einem guten Frühstück ging es gegen 08:30 zum Startpunkt der heutigen Unternehmung – dem Golden Monkey Trekking.
Die Goldmeerkatzen sind als stark gefährdete Primatengattung einzustufen, da sich ihr Lebensraum lediglich im Umfeld der Virunga-Vulkane befindet. Da war es doch heute nochmal eine gute Gelegenheit, statt der gestrichenen Vulkanbesteigung diese bedrohte Gattung aufzuspüren.
Heute waren auch Heidi und Heinz dabei, die wir schon in Buhoma getroffen haben. Mit den beiden und zwei Guides ging der ca. 2 h Aufstieg zu den Golden Monkey los. Unterwegs ein paar schöne Blicke auf den Mount Sabinyo und den Lake Mutanda. Endlich waren wir in dem völlig dusteren und dichten Bambuswald angelangt und hier waren schon zwei andere Ranger, die die Meerkatzen zuvor aufgespürt hatten. Aber ehrlich Leute, halbwegs gescheite Bilder von diesen Tieren zu machen, die äußerst lebhaft durch diesen dunklen Wald hüpfen, war nicht ganz ohne. Zwischenzeitlich hatte ich echt eine Halsstarre – kaum fokussiert sind sie schon wieder abgerückt.
Ein Träger schnappte meinen Rucksack weil mich der andere gerade zu einem Punkt lotste, von dem ich die Äffchen besser sehen konnte. Genau in diesem Moment pieselte ein Äffchen den Träger voll auf die Schulter und meinen Rucksack. Na hoffentlich trocknet das bis ich wieder den Rucksack aufsetzen muss 😣. Wie auch bei einem Gorillatrekking darf man 1 h die Äffchen anschauen. Kurz vor Schluss verließ die Gruppe endlich nochmal den dunklen Bambuswald und sprang in ein lichteres Gebiet.
Am Nachmittag dann noch ein bisschen was im Travellers Rest gegessen und anschließend mit Dani wieder nach Nkuringo gefahren. Die abgegangenen Schlammlawinen waren aber nicht so schlimm. Am Abend ein tolles Essen in Roberts Camp mit einem schönen wärmenden Holzkohlenofen in der Mitte des Raums – hier ist es einfach spitze ! Langsam macht sich Spannung breit – morgen ist Gorilla-Trekking !
Klickt einfach auf den Bilderanhang dieser sympathischen Äffchen !
UGuganda80Themenstarter200 Beiträge · seit 201125. Okt. 2011 ·
Montag, den 03.10.2011
Der Tag auf den ich Monate hingefiebert hatte ist angebrochen ! Gorilla-Trekking bei der Nkuringo-Group. Ob ich die Tiere sehen werde ? Ist es vielleicht viel zu dunkel oder müssen wir stundenlang laufen bis wir die Tiere sehen ? Was, wenn wieder das Wetter verrücktspielt ? Kopfzerbrechen bringt nichts, aufstehen und den Sonnenschein genießen ! Fängt schon mal alles gut an. Robert rief aufgeregt und drückte mir sein Fernglas in die Hand. Schau da drüben, da kannst Du das Eis der Rowenzoris sehen – das sieht man von dort nicht alle Tage.
Mit Dani zur Rangerstation gelaufen und trafen dort auf Gudrun und Dirk, die mit uns das Trekking hatten. Ansonsten kommt heute keiner mit. Geile Geschichte! Dann wurden wir auf die üblichen Verhaltensregeln aufmerksam gemacht, Hose in die Socken, nicht länger als 1 Stunde Aufenthalt bei den Gorillas, nicht laut sprechen, nicht essen oder trinken, kein Geschäft in der Nähe verrichten, kein Blitzlicht und auf keinen Fall krank sein. OK roger, es kann losgehen. Bis wir alle versammelt waren (Träger und die üblichen bewaffneten Ranger für alle Fälle) und Dani noch das Auto holen sollte weil die Ranger keins hatten, fuhren wir gegen 9.00 Uhr zum Startpunkt des Trekkings los.
Die Gorillafamilie hielt sich nicht so weit entfernt im Bwindi Forest auf, sondern bahnte sich einen Weg durch den Dschungel Richtung Bananenhain. Der Weg war sau steil runter, zum Glück hatte jeder einen langen Wanderstock in die Hand gedrückt bekommen (mit geschnitztem Kopf eines Gorillas – wenn das nicht vielversprechend ist ) und dann machten wir uns auf den Weg durch die Bananenplantage. Anfangs auf einem normalen Weg, dann gings querfeldein aber einfach nur runter. Der untenliegende Fluss war das Ziel. Teilweise hat es mich manchmal einfach auf mein Hinterteil verfrachtet, aber so war man noch schneller unten. Von oben sah man schon ganz in der Ferne einen Gorilla auf einer Lichtung. Aber da mussten wir hinkommen. Übrigens was ich nicht wusste: Gorillas sind recht träge und ziehen ca. 1 km pro Tag – d.h. wenn jemand ruck zuck vom Gorillatrekking wieder zurück ist und ihr besucht am nächsten Tag die gleiche Familie, dürfte diese eigentlich nicht allzu weit entfernt sein.
Schließlich waren wir fast am Flussufer, als wir den ersten Berggorilla schon auf der gegenüberliegenden Seite sahen. Was er sich wohl gedacht hat ? Mein Gott, schon wieder diese Störenfriede ! Ich war zumindest so begeistert, dass ich es nicht hinbekam, ein gescheites Foto zu machen. Na ja, erst mal den Fluss überqueren, die Stunde „Besuchszeit“ hat noch nicht angefangen. Die Ranger legten ein paar Stämme im Fluss zurecht und so konnten wir halbwegs trockenen Fußes dieses Hindernis überqueren. Angekommen im wirklich undurchdringlichen Busch bahnten uns die Ranger einen Weg mit ihren Macheten. Kaum geschätzte 3 Meter entfernt dann der erste Berggorilla beim Futtern. Was ein toller, einmaliger Moment !
Doch die Ranger hatten ja den Besuch der kompletten Gorillafamilie im Sinn – noch ein paar Hiebe mit ihren Macheten durch das Gestrüpp hindurch (hatten keine Handschuhe dabei, ging aber trotz Dornen und Nesseln auch so), tummelte sich auf einer Lichtung die ganze Gorillafamilie samt Mutter, Kinder, Silberrücken. Alle friedlich beim Sonnen, Essen, Entlausen, Rumtollen und Zähnefletschen und natürlich - das darf nicht fehlen- Aufbäumen und auf die Brust trommeln ! Das war ein ganz besonderer Moment, nur wir vier vor den Gorillas, die Ranger hielten sich dezent im Hintergrund auf und ließen uns diesen Moment voll genießen. Eigentlich ist ein Abstand von 8 Metern vorgeschrieben, aber der vor uns liegende Gorilla war vielleicht 2 Meter entfernt.
Nun war es aber auch wieder Zeit, die Familie in Ruhe zu lassen. Wir spürten noch einen anderen Gorilla, der sich in der Zwischenzeit verflüchtigt hatte, beim Fressen auf und konnten ihn nochmal ausgiebig beobachten. Dann war der Rückweg angesagt, voller toller Erinnerungen und einem riesen Glücksgefühl.
Wieder überquerten wir den Fluss und dann braute die Hexenküche schon wieder ein Gewitter zusammen – es war ja auch 12.00 Uhr ! Wir liefen den steilen Hang hoch und es fing an, ordentlich über uns zu krachen. Plötzlich regnete es derart heftig, man kann sich das kaum vorstellen. Innerhalb von wenigen Minuten war man derart nass, dass es schon wieder sau lustig war. Die Kameraausrüstung zum Glück im Rucksack zwischen Regenjacken und Pulli eingehüllt, ging es im Eiltempo den Berg hinauf. Das Wasser lief den Weg runter als würde hier ein Bach fließen. Endlich im Auto angekommen, die Scheiben völlig beschlagen, Mensch war das ätzend nass alles. Wir fuhren zur Gorillatrekkingstation zurück und hofften auf ein Ende des Gewitters, denn wir wollten ja noch unsere „Urkundenüberreichung “ abwarten. Im Auto noch zogen wir uns die nassen Klamotten aus, denn langsam wurde es kalt. Als ich ausstieg, krachte praktisch in unmittelbarer Entfernung ein Blitz ein, scheiße schnell wieder ins Auto ! Dort haben wir fast eine Sunde zugebracht und das Lunchpaket geplündert, bis an ein Aussteigen aus dem Auto zu denken war.
Nach der Überreichung der Urkunde ging es ins Camp und nach einer heißen Dusche war ein erholsames Nachmittagsschläfchen angesagt. Erst mal alles Erlebte verarbeiten. Dann hörten wir im Dorf den Gesang einiger Kinder und das laute Trommeln. Dani sagte kurze Zeit später, ab wir gehen ins Dorf ! Gleich gemacht, dann erstummte aber das Trommeln. Schade, wohl schon vorbei. Dann kam uns die Kindergruppe (alles Waisenkinder) entgegen und Dani sprach sie an, ob sie denn nochmal für uns spielen würden. Gesagt, getan, auf dem schönsten Aussichtsplatz von Nkuringo gabs eine Privatvorstellung. Puh da laufen einem fast die Tränen, das ist so was wie man es nur aus dem Fernsehen kennt.
Mit Gudrun und Dirk am Abend noch zwei Bier in deren Lodge gezischt, auf den Tag muss man dann mal prosten ! Im Camp war der wärmende Holzofen wieder im Essensraum angemacht worden und so gab es wieder eine leckeres Abendessen mit netten Italienern am Nebentisch. Als wunderschöner Abschluss des Tages leuchtete dann aus der Ferne der Vulkan im Kongo im Nachthimmel.
Das war ein Tag dem lieben Gott einfach danke zu sagen !
Anbei die Bilder des schönsten Tages dieser Reise. P.S. Ich habe diverse Bilder der Gorillas eingestellt, um Euch erstens die meisten der Familienmitglieder vorstellen zu können und Euch ein paar schöne Posen der Gorillas zu zeigen.
Hi, super tolle Bilder und der Bericht ist wunderschön zu lesen - ich freue mich sehr auf diese Reise!! Ich würde mich freuen, wenn Du noch eine kleine Rangliste von den Unterkünften machen könntest. Wo hat es Euch super gefallen u. wo sucht man sich besser was anderes? Vielen Dank nochmal, lg Mari
UGuganda80Themenstarter200 Beiträge · seit 201125. Okt. 2011 ·
Hallo Mari,
alle ausgesuchten Unterkünfte waren toll. Es gab nicht eine, bei der ich sagen kann, dass es nicht gut war. Überall sauber, gutes Essen und freundliche Angstellte. Einzig die Birdnest Lodge am Lake Bunyonyi würde ich nicht empfehlen, da man diesen See entweder komplett aussparen kann, wenn man den Lake Mutanda auf seinem Programm hat (viel schöner) oder einfach anschauen, kurze Paddeltour auf dem Einbaumboot und weiter nach Kisoro oder zum Lake Mburo NP. Hier bleiben leider viele nur eine Nacht, damit tut man dem Park unrecht aber dazu komme ich später. Machs gut, Axel
Neid! 🤩 Was für Bilder! Die Reise muss der Hammer gewesen sein! Grüße, wiw
AfricaDirect1’271 Beiträge · seit 200725. Okt. 2011 ·
Hallo,
vielen Dank für den wunderschönen Bericht. Und vor allem für die superschönen Gorilla-Fotos. Da seid Ihr aber wirklich sehr nah dran gewesen und vor allem war das Licht auch recht gut. Oft sieht man sehr viel schlechtere Bilder aufgrund der schwierigen Lichtverhältnisse.
Und vor allem die Nahaufnahmen von Gesichtern und Händen sind unheimlich eindrucksvoll.
Ich glaube, mit Deinem Bericht macht Du vielen hier im Forum "Appetit" auf Uganda.
Danke, dass Du uns an Deiner Reise mit so wunderschönen Bildern teilhaben lässt - und natürlich dem super Bericht. Da fehlen einem glatt die Worte. 😄 😄😃 LG, BriZA