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- Picco in Costa Rica 2026
03 Apr 2026 10:10
#723326
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Mojn Picco,
na da bin ich doch mal auf jeden Fall dabei Übrigens bin ich auch ein guter Fahrer, also genauso wie Du Viele Grüße Cartsten |
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03 Apr 2026 14:30
#723344
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Tag 2: Brrrr...
So um 05:00 bin ich wach und hab warm, kein Wunder bei 5 Decken plus Leintuch sowie meine Freundin gleich neben mir. Aber ich muss raus, die Toilette ruft so laut dass ich Angst kriege sie würde das ganze Haus wecken...also geb ich nach und besetze sie trotz schlottriger Kälte! Es ist nicht nur sehr kühl sondern auch sehr feucht, Ersteres alleine wäre nicht wirklich ein Problem, zusammen mit seinem Freundchen 'Feuchtigkeit' ist die Kälte jedoch sehr unangenehm. Auch auf dem Klo...zumal ich mich auch noch umgewöhnen muss, denn in Costa Rica wirft man und frau das benutzte Papier nicht in die Schüssel sondern in einen separaten Behälter. Da es aber ein Bidet hat schau ich mal ob da nur kaltes oder auch warmes Wasser kommt. Etwas wundern tu ich mich darüber dass der Auslass nicht wie in bella Italia bei den Bediengriffen ist sondern in der Schüssel steckt und senkrecht nach oben zeigt...die spinnen doch, die Cost Ricanischen Sanitärler! Wie soll man denn da treffsicher drauf ohne alles nass zu machen??? Aber eben, erst mal schauen ob es warmes Wasser hat, also Hahn etwas öffnen und PLATSCH, schon spitzt es an die Decke! Wau, toll! Denn nun tropfts mir kalt aufs unterkühlte Hirn...zumindest fast, es hat ja noch eine Schädeldecke und einige Haare drüber. Aber darauf tropfs wirklich... Der Hahn war natürlich sofort wieder zu... Minim vorsichtiger öffne ich den Hahn wieder und schon bald darf ich bemerken dass es warmes Wasser hat! Haleluja, und diesmal ungeduscht! Die folgenden genauen Details erspare ich Euch, nur so viel: Ich gehe zwar duschen aber richte keine weiteren Katastrofen mehr an und verlasse das Bad nach dem Säubern lebend und wohl hygienisch rein. Also wieder unter die warme Decke, wo meine Freundin auch schon erwacht ist, und den baldigen Sonnenaufgang erwarten. Schon bald erhebt sich unser Sönnlein, dummerweise aber liegt Nebel...der sich nur langsam lichtet! Auch wir erheben uns irgendwann, ziehen uns an und räumen unser Gepäck von Flugpackung in Fahrpackung um. Heute um 15:00 holen wir unseren Kleinstwagen bei Europcar (10°00'17.0"N 84°10'54.7"W) in Alajuela ab und da brauch ich dann das Navi sowie einige andere Dinge. Ob wir dann den Koffer, die Rolltasche, den Handgepäckkoffer und den Rucksack alle in den Kofferraum bringen ist eine andere Frage... ...ist ja die kleinste Wagenklasse, die wir gebucht haben, mit Klima und als Handschalter! Denn ich hasse es Automaten zu fahren, erst recht wenn sie keine kräftigen Motoren haben. Wir gehen noch kurz raus auf den Balkon und bemerken dass es nieselt... ...Costa Rica ist wettertechnisch wirklich (noch) nicht nett zu uns! Also zum Frühstück, denn ab 07:00 Uhr wird das aufgetischt! Ein Paar sitzt schon da, an dem Tisch an dem wir gestern Abend noch etwas Wein getrunken haben. Ich grüsse mit einem 'Pura Vida' und einem Lächeln im Gesicht, werde aber nur blöd angeschaut, kein Gruss zurück, nichts... Unfreundliches Pack! Dann erscheinen schon die frühstückbringenden Damen und der Chef, alle sehr freundlich ohne übertrieben freundlich zu sein, angenehm! Den Kaffee würde ich, verglichen mit dem was ich sonst trinke, als gefärbtes Wasser mit etwas Kaffeegeschmack bezeichnen, aber das ist in Costa Rica nun mal so. Für die Verhältnisse hier ist er wirklich gut! Oben: Zuerst gibts die in diesen Breiten sensationell schmackhaften Früchte... Oben: ...dann das nach unseren Wünschen zubereitete Ei mit den üblichen Beilagen. Sehr gut! Während meine Freundin duscht geh ich trotz Nieselregen mal etwas ums Haus und bemerke dass der Garten schon sehr schön ist! Als ich zurück komme sitzt meine Freundin auf dem Bänkchen des Balkons und dort...nieselt es nicht! Eigenartig... Denn das Dach des Hauses reicht nicht über das Bänkchen... Schon beginnt die Sonne etwas durchzudrücken und wir werden wettertechnisch etwas zuversichtlicher! Beim Dasitzen fällt mir auf dass es auf der anderen Hausseite selbst im Garten nicht genieselt hat...seltsam! Offenbar befindet sich ein Teil unseres Balkons genau an der Nieselgrenze...und das nun schon den ganzen Morgen! Na ja, andere Länder, andere Sitten, offenbar auch beim Regen... Da sieht meine Freundin einen Kolibri am Busch nahe unseres Balkons und schwupp ist er auch schon wieder weg, ab in Richtung des Gartens! Also pack ich meine Kamera mit dem längsten Objektiv und den 2-fach-Konverter, den ich dazu habe. Also im KB-Vergleich 1600mm Maximalbrennweite. Aber auch eine minimale Blende von 13...also nicht wirklich lichtstark... Draussen finde ich Blumen, Kaninchen und Vögel...und ausser bei unserem Zimmer keinen Nieselregen! Seltsam... Oben: Wie geschrieben: Blumen! Oben: Wie geschrieben: Kaninchen! Oben: Wie geschrieben: Vogel! (Jaja, ich hab weiter oben in Mehrzahl geschrieben, darum folgen noch mehr...) Oben: Kolibri an der einzigen Kolibritränke im Garten! Oben: Und nun beginnt es zu regnen, so dass nebst dem vorherigen Vogel auch der Kolibri geduscht wird... Oben: Bald schon sind Wetter und (ein anderer) Kolibri wieder trocken... Oben: Ein weiteres Vögelchen will sich im Geäst verstecken, was natürlich misslingt... Oben: ...und der versucht sein trauriges Versteckspiel in einem schwarzen Anzug, trotzdem erwischt! |
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03 Apr 2026 14:32
#723345
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Hoi Carsten
Schön dass Du auch dabei bist! Und auch schön dass alle bisherigen dabei sind, da schreibt sichs leichter! casimodo schrieb: Übrigens bin ich auch ein guter Fahrer, also genauso wie Du |
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04 Apr 2026 07:56
#723357
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Oben: Das Hotel von der Einfahrt her betrachtet. Oben: Auf der Einfahrt steht ein Baum der mir wegen der weissen Gehängsel auffällt...offenbar herrscht hier noch im Februar Weihnachtsstimmung! Oben: Und nun hat sich der Nebel verzogen und das Nieseln hat auch aufgehört, selbst auf unserem Balkon. So sehen wir endlich mal unsere Aussicht! Man sieht Alajuela und die Anfänge der Cordillera de Talamanca, der höchsten Gebirgskette Mittelamerikas! Schon bald ists 14:00 Uhr und unser Fahrer kommt an, diesmal heisst er Luis und hat einen SUV und spricht einige Sprachen! Nur nicht deutsch und sehr wenig Englisch und sehr wenig Italienisch, dafür Spanisch, Portugiesisch und Mandarin! Tja, trotzdem schaffen wir es uns irgendwie miteinander zu unterhalten, netter Kerl! Wir düsen also wieder 45 Minuten nach Alajuela zu Europcar (10°00'17.0"N 84°10'54.9"W), wo wir ihm ein Trinkgeld geben und uns verabschieden. Rein in die gute Stube und uns anstellen bis ein freier Mitarbeiter sich genehmt, uns zu bedienen. Auch er spricht keine unserer Sprachen sondern nur Spanisch, und er ist wohl einzigartig in Costa Rica: Denn er ist der einzige eher unfreundliche Einheimische den wir in Costa Rica erlebt haben! Na ja, hauptsache er weiss was er tut und wir bekommen unser Auto. Noch kurz die Pässe und Führerscheine kopieren bzw. einlesen und schon steht das Autochen da! Klein, aber nicht klein genug um nicht Beulen, Risse und Kratzer wie ein Grosser zu haben! Es ist ein Hunday i10 Grande, also die Stufenheckversion des i10, den wir auch in der Schweiz kaufen können. Und er ist ein Automat! Geht ja gar nicht! 1,2-Liter-Motörchen und Automat in einem gebirgigen Land, Hilfe!!! Doch sie haben keinen Handgeschalteten mehr...also beissen wir in den Wählhebel und übernehmen das Teilchen! Natürlich nicht ohne ein mehrminütiges Video rundrum und innendrin zu drehen...denn es hat sehr viele Beschädigungen, und für die möchten wir nicht bezahlen müssen! Wobei wir ja eh Vollkasko ohne Selbstbehalt haben, und zwar Vollkasko wo wirklich alles drin ist, nicht wie sonst in Costa Rica üblich! Oben und unten: Hier steht der Kleine schon vor dem Hotel, aber textlich passts hier halt rein, fotografiert am Folgetag morgens. Erst danach montiere ich mein Navi mit OpenStreetMap-Karte von Costa Rica, Stand ende Januar 2026, also absolut aktuell! Wir fahren dann wieder rauf in Richtung Hotel, aber daran vorbei in Richtung Vulkan Poas! Und wie erwartet ist das Wägelchen keine Rakete und auch das Schalten ist nicht sonderlich schnell...besonders beim Runterschalten! Aber positiv ist dass es eine eigene Schaltgasse hat, wo man die Gänge selbst anwählen kann, so kann ich Automat akzeptieren! Plötzlich sehen wir ein Schild zu einem 'Cascada', also einem Wasserfall! Also schnell das kleine Lenkrad rumgedreht und weitergehoppelt, immer schön den Schlaglöchern ausweichend. Doch anstatt eines schönen Wasserfalls sehen wir nur eine Nebelsuppe um uns herum...und Nieselregen! Doch nun weiss ich weshalb wir Nieselregen haben! Das ist die Gischt des Wasserfalls, der unweit unseres Hotels rumplätschert! Darum der Nebel, darum das Geniesel! Brauchen wir nicht, haben wir ja auch im Hotel, also weiter in Richtung Vulkan, für dessen Besteigung wir jedoch kein Permit haben. Und scheinbar oben auch nicht kaufen können, denn gemäss unserem Hoteldirektor kann man die Permits nur im Dorf Poasito kaufen. Trotzdem fahren wir einfach mal rauf, ist ja eh schon relativ spät. Auf dem Weg hinauf hoppeln wir auch an einer Wiese vorbei, die eine tolle Aussicht verspricht, und ich halte natürlich an! Oben: Aussicht von der Strasse am Vulkan Poas auf Alajuela, San Jose und die Talamanca-Berge, links 'unser' Niesel-Nebel. Nach dem Fotostop fahren wir noch weiter rauf, aber dort ist eine Schranke, also kehren wir um. Da in eine rhalben Stunde eh schon die Sonne untergeht beschliessen wir uns ein Restaurant fürs Abendessen zu suchen. Schnell haben wir eines gefunden, das im Gegensatz zu den anderen Restaurants hier offenbar über einen geschlossenen Raum verfügt. Denn es ist nur etwa 12°C 'warm', was in der Sonne schon reicht, nach Sonnenuntergang jedoch sehr kühl wird um am Tisch zu sitzen. Es ist das 'Restaurante El Sabor de la Montaña' in Poasito, also 'unserem' aktuellen Wohndorf. Schnell ist was bestellt, die Preise sind tief und es erinnert eher an einen Schnellimbis, jedoch mit vielen Tischen. Warm ists da jedoch nicht, trotzdem laufen die Bediensteten alle in T-Shirts und kurzen Hosen rum. Die haben wohl nichts Anderes, da es hier sonst nie so kalt wird, nicht mal im kältesten Monat Dezember! So erzählt es zumindest der Kellner. Oben: Um 18:14 steht das Essen auf dem Tisch und es schmeckt besser als wir erwartet haben! Doch wir müssen uns über andere Touris aufregen, die reinkommen, dabei die Türe offen lassen und sich schlotternd um einen Gasstrahler stellen! Toll, der kalte Wind weht nun quer durchs Restaurant, wo Leute sitzen und essen wollen ohne dabei steiffgefrohren zu werden! Was für Idioten! Ich steh auf und gehe die Türe schliessen, danach geht eine von denen raus um zu rauchen. Und was meint Ihr, hat sie die Türe hinter sich geschlossen? Nein, natürlich nicht! Was für eine Hohlbirne! Zum Glück sind wir fertig und können an die Kasse um Souveniers anzuschauen und um zu bezahlen. Ab ins Auto und die paar hundert Meter zum Hotel zurück. Dabei fahre ich erstmals die Strecke hoch, die andere als 'Truppenübungsplatz' und nur mit dem 4x4 zu bewältigen betiteln. Na ja, was soll ich sagen...ich weiche einigen Steinen und Hügeln aus, positioniere die Räder auf den höchsten Punkten statt in den tiefen Fahrrinnen und schwupps, sind wir ohne Probleme oben beim Hotel. Drinnen trinken wir am Kamin, den wir selbst befeuern dürfen ('Bedient Euch am Feuerholz, fühlt Euch wie zuhause, wollt Ihr etwas Wein?') noch je zwei Gläser des wirklich guten chilenischen Rotweines, überreden den Hausherrn das Frühstück morgen eine halbe Stunde früher geniessen zu können, bezahlen und gehen danach ins Zimmer und bald ins Bett, denn morgen fahren wir die längste Etappe der Reise, da will ich ausgeschlafen sein, buenas Noches! |
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Letzte Änderung: 04 Apr 2026 12:35 von picco.
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05 Apr 2026 06:48
#723382
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Tag 3: Navi mit schwächelnder Karte...4x4 im 4x2...
Auch heute ist es warm unter den fünf Decken, draussen im Zimmer jedoch noch immer nicht. Wie sind beide vor 06:00 Uhr wach, noch vor den Weckern. Bald sind die wichtigen Sitzungen und Reinigungen gemacht und es geht ans packen für die lange, laange, laaange Etappe nach Drake Bay! OK, theoretisch sinds rund 380km, in Europa wäre das innnert einiger Stunden geschafft, aber wir sind hier in Costa Rica, wo selbst auf den wenigen Autobahnen manchmal nur 40km/h, meist aber 60 oder 80km/h, ganz selten auch 100km/h erlaubt sind! Und Autobahnen hats nur wenige, Berge und bergauf wie bergab sehr langsame Lastwagen hats jedoch viele. Dazu weis sich dass die letzten 30-40km schlechte Schotterpiste sind, denn wir werden mit dem Auto nach Drake Bay fahren, da wir nicht mit Sicherheit die letzte Bootsverbindung um 16:00 Uhr ab Sierpe erwischen! Um 06:30 setzen wir uns wie abgesprochen an den Frühstückstisch und mampfen drauf los, vorher habe ich schon die grossen Gepäckstücke ins kleine Auto geladen. Nach dem Frühstück zahl ich noch unsere Weine und Wasser und schon müssen wir uns aus dieser sympatischen Unterkunft verabschieden. Um etwa 07:30 Uhr gehen wir zum Auto und fahren los. Gestern haben wir das Auto ja mit vollem Tank übernommen und rund 45km gefahren, heute kommen rund 380 dazu, mal schauen wie viel der Kleine verbraucht! Mein Navi navigiert uns rum und schon bald müssen wir links auf eine kleine Nebenstrasse abbiegen, die immer wieder steil nach oben oder genauso steil nach unten führt, der Kleine muss immer wieder mal den ersten Gang bemühen und ich bemühe ebenso diesen Gang um abwärts nicht allzu schnell zu werden. Bald heisst es vom Navi dass wir rechts abbiegen sollen, und dort wo es den Befehl zum Abbiegen gibt sehe ich was ich bisher nur vom Lesen in Costa-Rica-Foren her kannte: Ein Schlagloch, in dem ganze Autos verschwinden könnten! Ist hier zwar nicht passiert, aber immerhin stehen da drei Männer und ein ausgewachsener Raupenbagger im Loch drin, komplett! Scheint fast so als hätten sie das rund 6m tiefe riesige Loch absichtlich gemacht....hmmm... Na ja, ohne Helikopter kann man dieses Loch aktuell nicht überwinden, darum drehen wir um. Macht natürlich Riesenspass so was am Anfang einer langen Fahrt zu haben...die Zeit fehlt uns dann eventuell am Abend! Also runter nach Alajuela und durch die Stadt mit ihren Staus... Auf dem Weg noch einen Bancomaten suchen, der uns Colones rauslässt. In San Pedro de Poás halte ich am Strassenrand an und gehe zu einem Bancomaten, der jedoch ausser Betrieb ist. Meine Freundin wartet derweil im Auto. Ich sag ihr kurz dass ich zu einer anderen Bank muss, die gleich etwas hinter dem Auto in einer Querstrasse ist und sie doch schnell warten soll. Macht sie auch brav und ich beeile mich! Jedoch beeilt sich der Bancomat ganz und gar nicht, nein, er spukt nichts raus! Also geh ich in die Filiale wo niemand etwas Anderes als Spanisch spricht und versuch mich zu verständigen. Am Schluss ergibt sich ein lautstarkes aber freundliches Gespräch zwischen den drei Damen, dem Sicherheitsmann und mir. Als Resultat versuch ichs mit Hilfe des Sicherheitsmannes nochmals, aber auf seinen Tipp hin mit nur 100'000 Colones, für die diese 'Banco Nacional' 5'500 Colones zusätzlich verrechnet. Und da ich das sieben mal mache um die gewünschten 700'000 Colones zu bekommen dauert und dauert und dauert es halt... Als ich endlich aus dem Kabäuschen raustrete steht schon meine Freundin mit unfreundlichem Gesicht da und erklärt mir dass sie nie mehr im Auto auf mich warten werde... Ui...aber ich muss gestehen, auch wenn ich mich wirklich beeilt habe, es hat lange gedauert! Also zurück zum unaufgebrochenen Auto und ab in Richtung Alajuela. So geschätzt gegen 09:30 erreichen wir endlich die Autobahn und ich fahr in die falsche Richtung ein...na toll! Wobei die falsche Fahrtrichtung gemeint ist, nicht dass ich als Geisterfahrer unterwegs gewesen wäre...nur ums klar zu stellen... Denn nun stehen wir in einem Stau und müssen zur nächsten Ausfahrt wieder raus. Bald ist das auch geschafft und wir sind endlich unterwegs in Richtung Meer! Dabei müssen wir an total 3 Zahlstellen bar bezahlen, immer kleine Colones-Beträge. Bei Pozón verlassen wir auf Anweisung des Navis die Autobahn und biegen nach Süden ab. Etwas südlich von Tárcoles erreichen wir erstmals das Meer und fahren dann leider nicht wirklich der Küste folgend an Jacó und Los Angeles (das LA ohne Hollywood) vorbei, Uvita hinter uns lassend nach Palma östlich von Rincon. Schon bei der Abzweigung auf die Osa-Halbinsel sagt meine Freundin dass ich tanken solle, da wir nicht wissen ob wir auf der Halbinsel tanken können und hier gerade eine grosse Tankstelle wäre. Ich schau auf die Uhr, auf den Tankanzeiger (noch 4 von 12 Striche) und auf die gefahrenen Kilometer seit dem Volltanken (über 400) und rechne mir somit noch 100km Restweite aus, während das Navi noch was von 30-40km erzählt... Also sag ich dass wir noch locker genügend Benzin haben um auch wieder zu der Tankstelle zurück zu kommen. meine Freundin akzeptiert es widerwillig... Im Nachhinein weiss ich dass das wohl Luftlinie gewesen sein muss odrr so...doch später mehr dazu... Kurz nach Rincon sehe ich ein Schild nach rechts auf dem der Weg zu einem Eingang zum Corcovado-Nationalpark angezeigt wird und Ich sage noch zu meine Freundin dass wir von der Logik her ja eigentlich da hätten abbiegen müssen, doch das Navi zeigt uns klar dass es weiterhin geradeaus geht. Also folgen wir dem Navi. In der Ortschaft Palma soll ich dann in eine ungeteerte Nebenstrasse einbiegen, und brav wie ich bin gehorche ich dem Navi natürlich... meine Freundin kommts merkwürdig vor und sie schaut auf Google Maps nach, das einen anderen Weg zeigt. Nämlich die gefahrene Strecke zurück... Da ich aber die wirklich neueste Karte von OpenStreetMaps drauf und mit dem in Ostafrika gute Erfahrungen habe, was ich von Google Maps nicht sagen kann, beharre ich darauf dass das schon die richtige Strecke ist. Zumal meine Freundin sich über die Zufahrt im Vorfeld ja nicht informiert hat und ich mich schon, denn gemäss mehreren Forenbeiträgen und auch gemäss dem Hotelmanager kann man seit Kurzem problemlos mit dem Auto nach Drake Bay fahren, zumindest seit über alle Flüsse über Brücken statt nur durch Furten gefahren werden kann. Also kanns ja nicht so wild sein. Die Piste verschlechtert sich aber je länger je mehr, es wird schon bald schwirig das Auto so zu fahren dass die rund 14cm Bodenfreiheit ausreichen um den Unterboden heil zu lassen. Trotzdem fliegen trotz geringer Geschwindigkeit (1. Gang knapp über Standgas, mehr liegt nicht drin) bald mal zwei Steine hoch und wohl an den Auspufftopf, denn danach scheppert dieser fröhlich vor sich hin. Und plötzlich sehe ich vor mir eine Auffahrt zu einer Brücke und innerlich sing ich ein kleines 'Halleluja'...doch hinter der Auffahrt hats keine Brücke! Haleluja! Nochmals! Unten hats eine Furt, ich fahr da mal in die Nähe und steige aus, während meine Freundin auf mich einredet nicht auf die Idee zu kommen da durch zu fahren. Ich zieh meine Schuhe aus, ziehe die Strandschuhe an und schau obs irgendwo in der Nähe tief genug ist dass sich ein Krokodil verstecken könnte, was es aber zum Glück nicht ist. Also wate ich durch und achte nicht nur auf die Bodenbeschaffenheit sondern auch auf die Wasserhöhe und wie wir ins und aus dem Wasser fahren könnten... Anschliessend vergleiche ich die Wasserhöhe mit dem Auto, dem ich zum Glück schon mal in den Motorraum geschaut habe und weiss wo die elektrischen Anlagen wie Alternator und Anlasser sind, und entscheide dass die Durchfahrt weniger schlimm ist als die Rückfahrt. Rein und ab ins Wasser mit dem Kleinen, ganz langsam, so dass möglichst keine Bugwelle entsteht. Genau nach Erinnerung die Bogen fahren und zum Schluss scharf rechts den flachsten Abhang hoch und... GESCHAFFT!!! Unterboden- und Schwellerwäsche inklusive... Noch schnell ein Bildchen von der Furt und der zerstörten Brücke und weiter gehts! Oben: Der eben durchquerte Rio Rincon...rechts die Überreste einer Brücke...es ist 16:11 Uhr und um etwa 17:50 geht die Sonne unter... Auf dieser Seite des Flusses ist die Piste wieder etwas besser und ich freu mich schon dass wir offenbar nun das Schlimmste hinter uns haben, und nach einiger Zeit und knapp 3km holpern wir um eine Kurve und stehen vor der nächsten Furt bei 8°39'42.4"N 83°30'26.5"W! Na toll! Und die Furt ist tiefer, breiter und an unserer Seite des Flusses hats einen rund 20cm hohen senkrechten Absatz! Die Stimmung war schon mal besser... Also wieder aussteigen, wieder nach Krokodilen Ausschau halten, wieder die Wassertiefe prüfen, alles wie gehabt! Nur dass ich mir diesmal noch Gedanken machen muss wie ich ohne Beschädigung in den Fluss rein komme! Das Rauskommen ist hier hingegen einfach. Aber es hat neben einem Stacheldraht, der auch über den Fluss gespannt ist, nur auf rund 1,8m relativ flaches Wasser, weiter vom Stacheldraht entfernt fällt der Flussboden schnell ab... Wird also eng...und wenn das Auto die originalen Verschlussstopfen nicht mehr im Boden hat wird Wasser in den Innenraum gelangen... Unerfreulich! Dazu kommt die Problematik mit der Einfahrt... Die geht nur wenn ich diagonal über den Absatz fahre, dann steh ich aber um fast 90° falsch im Wasser... Also so weit wie nur irgend möglich nach links, das Auto diagonal zum Absatz stellen, mit dem vorderen linken Rad über den Absatz fahren, dann gleichzeitig mit dem vorderen rechten und dem hinteren linken Rad über den Absatz, dann volleinschlag nach links und... ...es klappt! Ich komm genau auf die schmale, weniger tiefe Stelle und kann durchfahren! Lustigerweise hatten meine Freundin und ich unabhängig voneinander dieselbe Idee wie es klappen müsste...denn sie wollte auf keinen Fall mehr umkehren! Ich war diesmal derjenige der ans Umkehren gedacht hat. Oben: Hier hab ich die Durchfahrt mal versucht aufzuzeichnen... Nachdem wir auch das überstanden haben holpern wir weiter und kommen schon bald an eine Abzweigung, nämlich an die Piste die die schon mehrfach angesprochenen drei Brücken hat und die scheinbar problemlos zu befahren sei. Zumindest ist die Piste besser als die Bisherige, obwohl sie in der Trockenzeit (also jetzt) als Schwirigkeitsgrad SG3 oder sogar SG3-4 bezeichnet wird! Zumindest findet man dies so im Internet, gemäss folgender Einteilung wars meiner Meinung nach eine SG2-3. Die bisher gefahrene Piste war wohl eine klare SG3...schätze ich. Es geht auf und ab, man muss konzentriert sein um den Schlaglöchern, den Spurrinnen, den spitzen Steinen und den Kiesnestern auszuweichen. Das Lenkrad dreht sich hier wohl mehr als die vier Räder zusammen... Irgendwann erreichen wir eine sehr steile Steigung, schon von unten sehe ich dass rechts schon viele mit den Antriebsrädern gescharrt und damit die Piste zerstört haben, links hingegen ist die Piste akzeptabel. Also spiel ich 'Fahren in England' und brause im ersten Gang rauf. Wir sind schon über der Hälfte der Steigung, da kommt oben aus der Kurve ein Auto entgegen und ich muss auf die schlechte Seite ausweichen...und schon merk ich wie die Räder im dort lockeren Schotter-Dreck-Gemisch durchdrehen! Interessanterweise beide Räder gleichzeitig, also hat das kleine Autöchen entweder ein limitiertes Sperrdifferential, was ich eher nicht glaube, oder ASR! Letzteres würde mittels Bremseingriff beim durchdrehenden Rad helfen da raufzukommen, da somit die Motorkraft (hahaha, 'Kraft'!) aufs andere Rad übertragen wird! So versuch ich mich nachdem uns das entgegenkommende Auto gekreuzt hat, wieder nach links zu kommen, aber... ...es klappt nichjt, wir bleiben stecken! Von unten kommt ein weiteres Auto, ein Vorderradgetriebener SUV, links hoch und fährt an uns vorbei, dann lass ich uns nach hinten runter und versuch dabei etwas nach links zu kommen, was leider nicht so ganz klappt. Aber ich kann wenigstens wieder nach oben anfahren! Mit Müh, Not und ASR beginnt sich das Auto in Bewegung zu setzen, als plötzlich einer daherzurennen kommt, sich an die Beifahrerseite stellt und schiebt! Haleluya! So schaffen wirs auch da rauf! Oben halt ich an, steig aus, geh auf den Typen zu (er wars der uns überholt hat), breite meine Arme aus und rufe ihm 'my Hero' zu, was ihn wohl etwas verwirrt! Egal, meine Freundin und ich sind froh um seinen Wunsch uns zu helfen, auch wenn ich im Gegensatz zu meine Freundin der Meinung bin dass wir zum Zeitpunkt seines Eingreifens schon aus dem Gröbsten raus waren. Er und seine Partnerin sind auch Touris und wollen auch nach Drake Bay, also fahren wir im kleinen zweier-Konvoi weiter. Auch wenn er unnötig langsam fährt ist das besser als alleine in einer eventuell noch folgenden Steigung stecken zu bleiben... ...man weiss ja nie! Aber es gibt keine solchen Situationen mehr bis er von der Strecke abzweigen muss. Wir fahren neben ihn und durch die geöffneten Fenster bedanken wir uns nochmals und verabschieden uns, in der Hoffnung uns in den nächsten Tagen wieder zu sehen. Was aber leider nicht geschehen wird. Schade! Während wir uns verabschieden macht die Sonne nichts Anderes, denn auch sie verabschiedet sich von uns und geht dabei völlig unter. Schon im Dunkeln erreichen wir Drake Bay, parkieren am Strand und suchen das Hotel. Das Navi hat uns erst in einen kleinen Seitenweg gelotst, da haben wir das Hotel aber nicht gefunden. Später hat sich gezeigt dass wir schon direkt neben dem Hotelparkplatz gestanden sind, da aber nichts angeschrieben war haben wir es nicht bemerkt. Wir steigen also am Strand aus und schauen mal auf das Dorf...das von hier einen recht abgefuckten Eindruck hinterlässt... Ich staune da mir Drake Bay als ein Traum empfohlen wurde...von jemandem, auf dessen Aussage ich bisher immer setzen konnte! Na ja...aktuell mehr Alp- als Traum. Nirgends ist unser Hotel angeschrieben, so gehen wir in eine Bar und fragen mal nach. Die Antwort erfreut uns weil das Hotel offenbar wirklich existiert, erschreckt uns aber auch weil uns gezeigt wird welche Treppe wir hinaufgehen müssen...phu!!! Es hat mindestens 30°C, eine hohe Luftfeuchtigkeit, wir sind fix und foxy, unsere Blasen haben ihre Dehnbarkeit erreicht und nun sollen wir geschätzt einen rund 30-40m hohen Hügel hoch zum Hotel, ohne Lift! Also reissen wir uns zusammen und stampfen da hoch... Vorbei an einem Souvenierladen, an Gärten und einem Restaurant erreichen wir endlich schnaubend und mit weit herum spritzenden Schweissdrüsen die Rezeption. Müssten wir nicht so keuchen und beide dringendst mal zur Toilette wäre das Einchecken schnell gegangen... So dauerts halt etwas... Der Mann hinter dem Tresen ist derjenige, welcher mir geschrieben hat dass man nun problemlos mit dem Auto nach Drake Bay fahren kann. Während meine Freundin kurz muss erzähle ich ihm von unserer Fahrt mit den zwei Flussdurchfahrten und er kann kaum glauben was er da hört! Er sagt mehrmals dass es keine Flussdurchfahrten gibt bis wir beide langsam checken dass wir eine falsche Route genommen haben! Dann schaut er mich mit grossen Augen an und staunt eine Weile. Offenbar hat er nun begriffen wo wir durchgefahren sind. Nun wird das Gepäck zum Thema und er fragt wo wir das haben, ich antworte dass es noch im Auto am Strand steht. Darauf sagt er dass er mit uns runterkommt und uns den Weg zum Parkplatz zeigt. Also wieder die Treppen runter...wir werden noch fit vor lauter Treppentraining! Unten angekommen sage ich zu ihm dass er und meine Freundin doch bitte hier kurz warten sollen, ich gehe das Auto alleine holen. Er machts, ich hols und fahre das kurze Stück zu ihm hoch, das von der Strassenbeschaffenheit auch als Offroad bezeichnet werden könnte. Im Ernst, ich hab an den folgenden Tagen 4x4 gesehen die da durchdrehende Räder hatten... Als er 'mein' Auto erblickt bekomm ich Angst dass seine Augen rauskullern und das Hallszäpfchen sich erkältet... ...so mit offenen Augen und offenem Mund steht er etwa eine Minute da und schaut das Auto von vorne bis hinten und zurück mehrmals an, dann sagt er dass hierher normalerweise nur Leute mit einem 4x4 kommen... Aha, das hat er mir aber nicht geschrieben als er geschrieben hat dass man mit dem Auto nach Drake Bay fahren kann... Na ja... Beide steigen ein und wir fahren zum Parkplatz, wo wir ja schon mal standen. Endlich können wir die schweren Taschen und Koffer aus dem Auto holen...aber erstaunlicherweise freue ich mich nicht darauf damit zum Hotel hoch zu gehen, denn meine Freundin als Frau möchte ich die beiden 20-23kg schwerden Gepäckstücke nicht rauftragen lassen und der Hotelangestellte reicht mir bis zur Brust, dem will ich das auch nicht antun. Doch während ich noch überlege hat er sich schon den schwersten Koffer auf die Schulter gehieft und ist losgelatscht! Also pack ich den Rucksack, mein Handgepäck und meine Rolltasche (die ich tragen statt rollen muss) und verfolge ihn! Doch er geht nicht zur Treppe sondern nach hinten, wo es eine steile Rampe mit Serpentinen hat, was wesentlich angenehmer ist als jede Treppe! Bei der Rezeption angekommen muss ich ihn als 'very strong man' loben, was er mir angesichts des von mir getragenen Gepäcks auch zurückgibt. Doch wir sind noch nicht oben, denn unser Zimmer ist das oberste, also noch ein hohes Stockwerk höher als die Rezeption, und nur eine Aussentreppe führt da hoch! Aber auch das überleb ich noch knapp. Fix und Foxy hauen sich meine Freundin und ich erstmal für einige Minuten aufs Bett bevor wir das Zimmer mal richtig anschauen. Oben und unten: Das Zimmer Oben und unten: das dazugehörende Bad Nachdem wir wieder unter Puls 120 gekommen und etwas zu Menschen hergerichtet sind gehen wir runter und ins Restaurant, wo uns schnell mal je ein Mojito und bald darauf das bestellte Essen geliefert wird! Oben: Mein Essen Oben: Ihr Essen...und beide schmecken wesentlich besser als sie aussehen! Bald nach dem Essen gehen wir aufs Zimmer und sagen buenas Noches, was für ein Tag!!! |
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Letzte Änderung: 06 Apr 2026 09:28 von picco.
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05 Apr 2026 10:06
#723385
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