Tag 1: Ein Tag macht sieben Überstunden...
Um 09:00 watscheln wir zum nahe gelegenen Bahnhof, wo wir um 09:05 in den Zug einsteigen und um 09:56 im Flughafenbahnhof ankommen.
Schnell mal zum Gepäckschalter und das Gepäck am automatischen Schalter abgeben, was bei mir etwas schneller geht als bei meine Freundin.
Und kaum ist meine Rolltasche weg zeigt der Automat bei meiner Freundin an dass das Gepäck zu schwer wäre und deshalb nicht befördert werden könne...
Na toll, dabei haben wir mit der Gepäckwaage extra noch nachgemessen und noch etwa ein halbes Kilo übrig gehabt!
Wie sich später herausstellt sind danach aber noch Bücher in den Koffer gewandert...die pösen Pücher, die!
Offenbar eher schwere als leichte Kost...
Also zum menschlich besetzten Schalter und dort das Problem geschildert und darauf verwiesen dass ich nur rund 19kg hatte...
...und nach kurzer Überprüfung durch die nette Dame wird der übergewichtige Koffer nach der untergewichtigen Tasche nun doch
mit uns nach Costa Rica reisen!
Aufgrund unserer Erfahrung gehen wir anschliessend direkt zur Sicherheitskontrolle und staunen da nicht schlecht dass man nun
nicht mehr das ganze Handgepäck ausräumen muss, sondern nur Laptops und Tablets rausgenommen werden müssen!
Dummerweise erfahre ich das nachdem ich schon alles wie bisher ausgebreitet habe...GRMPFL!!!
Anschliessend ab in italienische Restaurant im Duty-Free-Bereich und was Feines essen, denn nun haben wir noch viel Zeit.
Zum Beispiel um den lärmenden Baumaschinen direkt vor unserem Fenster im Restaurant zuzuschauen...hach, wie romantisch!

Anschliessend gehen wir zum Gate, wo wir mehr zufällig mitbekommen dass wir nur boarden dürfen wenn wir vorher bei einem Stand
neben dem Gate einen Fackel mit Stempel abgeholt haben, welchen wir nur bekommen wenn unser Pass online von Costa-Ricanischen Behörden gecheckt wurde...
...na da hoffe ich doch mal dass diese Behörden keine Probleme mit meinen diversen Forenbeiträgen und meinem Reisebericht haben...
Schon bald ist der Stempel auf dem Fackel und das Boarding beginnt!
Der Flieger ist rammelvoll, so rammelvoll, dass der Kapitän durchgibt dass wir 50kg zu viel Gewicht haben und dass so nicht geflogen
werden kann...
Na toll!
Also muss entweder jemand sofort 50kg abspecken, eine Stewardess hier bleiben oder das Reserverad ausgeladen werden, was weiss
ich wie so was gelöst wird...
Aber schon 10 Minuten später sind die 50kg irgendwie verschwunden und die Fahrt zur Startbahn beginnt endlich!
Auf dem Bildschirm meines Sitznachbarn Wolfgang aus der Nähe von Berlin sehe ich dass man auf Aussenkameras über und unter dem Flugzeug interessante Dinge sehen kann und so schalte ich die obere und er die untere Kamera ein, so dass wir den Start um 13:41 Uhr schön verfolgen können.
Wolfgang und ich kommen ins Gespräch und irgendwann kommt dieses auf das Thema 4x4-Notwendigkeit in Costa Rica...
Ein Thema, zu dem ich schon viel gelesen und auch so dies und das geschrieben habe...
Im Gespräch fällt dann irgendwann ein Satz wie '...ein guter Fahrer braucht auch in Costa Rica keinen 4x4...' aus meinem Mund und
sofort werde ich von beiden Seiten mit grossen Augen betrachtet...
Hmm...Wolfgang und meine Freundin sind offenbar nicht ganz meiner Meinung...
Aber egal, wir haben eh schon einen Kleinstwagen gebucht, ohne 4x4.
Und wie die Tatsache dass ich nun hier in der Schweiz den Reisebericht schreibe beweist, sind wir nirgends elendiglich stecken geblieben...
Nach langen zwölfeinviertel Stunden erreichen wir um 18:56 Uhr endlich Costa Rica, indem unser Flieger auf dem Flughafen in Alajuela nahe San Jose landet.
Und wie er landet!
Bei starkem und böigem Wind, mal von vorne und mal von der Seite, wie man an Bäumen erkennen kann...
Der Flieger hopst hoch und runter, dreht sich nach links und rechts, so dass meine Freundin und einige andere die Kotztüte schon mal vorsorglich in die Hand nehmen.
Hätte ich auch machen sollen, denn auch mein Magen hüpfte hin und her und hoch und runter!
Und dann endlich der erste Aufsetzer!
Ich bin mir nicht mehr sicher, aber ich meine das Fliegerchen (Airbus A350-941, also nicht ganz soooo klein...) hatte mehr als nur einen
Aufsetzer mit dem hinteren Fahrwerk...das war eine der holprigsten Landungen, die ich je erlebt habe!
Nur die Landung in Kathmandu, wo wir fast über das Pistenende gerast sind, war schlimmer...
Doch wir habens überlebt!
Nach dem Aussteigen gehts durch die Passkontrolle und raus, wo uns ein Fahrer erwartet um uns zu unserer ersten Unterkunft zu fahren.
Denn nach schweizer Zeit ist es ja schon bei der Landung 01:56, wir wussten dass wir zu müde wären das Auto noch abzuholen und
selbst zur Unterkunft zu fahren.
Die Fahrt dauert rund 45 Minuten und lässt uns staunen wie lange es steil nach oben geht...wo haben wir denn unsere Unterkunft?
Wir dachten es wäre in einem Ausläufer von Alajuela, aber das 'Hotel Poas Paradise' liegt offenbar in den Bergen auf fast 2000müM!
Vielleicht hätte uns der Name des Hotels einen Hinweis geben können dass es nahe des Vulkans Poas liegt, also im Gebirge...vielleicht...
Und dort ists kalt, KALT, K A L T!!!
Dabei wollten wir doch in die Wärme!
Dazu schaffte es der freundliche Fahrer Kevin nur mit Mühe die steile, holprige, nasse und rutschige Zufahrt hoch.
Im Nachhinein lese in in den Rezessionen auf Google Sätze wie 'Für die knappen 100 Meter Auffahrt zum Hotel sollte man allerdings
einen 4x4 haben, da die Zufahrt eher einem Truppenübungsplatz gleicht.' und '...nur durch eine sehr schlechte Strasse zu erreichen ist.
Ohne Allrad keine Chance'…
Na ja, weder Kevins Auto noch unseres hat Allradantrieb...hmm...warum nur sind wir trotzdem da hoch gekommen???
Wir verabschieden uns von Kevin mit einem kleinen Trinkgeld und klingeln an der Tür, wo uns bald ein freundlicher Herr öffnet.
Er entpuppt sich als der Eigentümer, wenn ich mich recht erinnere heisst er Juan, Carlos oder beides...
Erst wird mal das Formelle erledigt und dann der Essraum gezeigt, anschliessend das riesige Zimmer mit dem riesigen Bad bezogen!
Wau!
Oben: Das etwas kitschige Cheminee im Essbereich wird uns unsere Frühstücke und Abende bei einem Glas Wein erwärmen...
was aber wegen der aktuellen Kältewelle auch nötig ist!
Oben: Das Zimmer, am folgenden Morgen vom Bett aus fotografiert...weil wir da unter den warmen 5 Decken liegen konnten!
Denn eine Heizung existiert nicht, da sie normalerweise nicht nötig ist.
Aber aktuell herscht eine Kältewelle wie es sie noch nie gegeben haben soll...
Oben: ...'gefühlt wie 8°C'....na danke Costa Rica!
Oben: Unser Balkon mit nebligem Ausblick, der sich noch als wunderschön erweisen sollte, ohne Nebel...
Oben: Das Bad, die Erste: Klo und Bidet, im Durchgang zum Restbad und von diesem per Schiebewände abteilbar.
Oben: Das Bad, die Zweite: Einsicht in die Dusche.
Oben: Das Bad, die Dritte: Aussicht auf die sehr spezielle Badewanne mit Kiesboden...
Zu Abend essen wir nichts, da wir schon im Flieger bespeisst (oder heissts 'verspeisst'?) wurden...
Aber ein Glas Wein liegt noch drin, danach gehts ab in die Heia unter total 5 Decken...!
Buenas Noches!