THEMA: Camperreise in die Tasmanische Wildnis
29 Mär 2026 08:30 #723053
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  • Nacho am 29 Mär 2026 08:30
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Hallo Fahr in Urlaub,
Diese Reise finde ich auch sehr interessant.
Ich habe mich mal an einer Reiseplanung für Australien versucht und bin immer wieder daran gescheitert, dass 4 Wochen Zeit irgendwie nicht reichen und meine Reisezeit November bis März einfach ungünstig ist. Tasmanien hatte ich dabei nicht auf dem Schirm.
Jetzt bin ich sehr gespannt. Schon allein deine Fotomotive und die Wahnsinns Qualität, lassen mich ein bisschen neidisch werden.

Liebe Grüße,
Silvia
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29 Mär 2026 11:59 #723061
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  • fahrinurlaub am 29 Mär 2026 11:59
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@ Silvia

Danke!
Der Süden Australiens ist im europ. Winter ideal, weil dort dann Sommer ist. Auf unserer ersten Reise in Tasmanien 2001 waren wir auch nur drei Wochen unterwegs und haben mindestens jeden 2 Tag das Zelt ab- und aufgebaut. Natürlich sieht man dann nicht alles aber für die Insel reicht es eigentlich. Da wir damals einiges auslassen mussten, sind wir wieder hin.
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29 Mär 2026 12:53 #723068
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  • Sabine26 am 29 Mär 2026 12:53
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Hallo Uli,

Yvy war so lieb und hat mich auf Deinen Bericht aufmerksam gemacht. Da lese ich sehr gerne mit. Es sind tolle Teaserfotos, die meine Vorfreude steigern, denn ich habe vor noch nicht langer Zeit unsere Tour auf Tasmanien durchgebucht. Wir nehmen uns vier Wochen Zeit für die Insel. Ich hatte zuvor gedacht, ach 2 Wochen reichen. Aber nachdem ich mich intensiv mit der Insel beschäftigt habe, hätte ich auch locker noch zusätzlich Zeit einplanen können.

Wir werden allerdings mit Auto und festen (hoffentlich schönen) Unterkünften reisen. Tasmanien ist für uns Neuland nach vier Reisen in Australien. Bis auf eine Woche Sydney vor zwei Jahren liegen alle anderen gefühlte Ewigkeiten zurück. Die Tour Darwin - Perth sind wir auch mal gefahren (mit Camper), das war aber im vergangenen Jahrhundert - dennoch habe ich immer noch tolle Erinnerungen daran, das war einfach wunderschön. Tasmanien wird wohl gänzlich anders, und ich freue mich sehr auf Deinen Bericht.

Also, hau‘ in die Tasten :laugh: .

Liebe Grüße

Sabine
Letzte Änderung: 29 Mär 2026 12:54 von Sabine26.
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29 Mär 2026 18:42 #723083
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  • fahrinurlaub am 29 Mär 2026 11:59
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@ Sabine

Wir sind leidenschaftliche Camper, aber eine Rundreise mit dem Auto und festen Unterkünften kann man prima unternehmen, vor allem habt Ihr dann nicht das Kälteproblem. Allerdings solltet Ihr die Unterkünfte vorab fest buchen.

Direkt im Cradle Mountain NP hatten wir am Waldheim Chalet Pause gemacht und die Lage war einfach traumhaft. Abends sind dort Massen an Wombats unterwegs. Die anderen Unterkünfte und auch der riesige Campingplatz sind weiter weg. Man fährt dort jetzt mit einem Bus-Shuttle zu den Ausgangspunkten der Wanderungen.

Das Corinna Wilderness Village ist die einzige feste Unterkunft im Tarkine, man kann dort Kanus ausleihen oder wandern. Wir standen einige KM entfernt direkt im Busch. Dazu dann später. Das Wilderness Village war ausgebucht, auch die Campsites
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Letzte Änderung: 29 Mär 2026 19:40 von fahrinurlaub.
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29 Mär 2026 19:05 #723085
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  • fahrinurlaub am 29 Mär 2026 11:59
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Innerhalb von ca. 15 Minuten saßen wir im Camper. Danach fuhren wir zur nahen Shopping Mall, um Lebensmittel und das übliche Camper-Kleinzeug einzukaufen. Auch hatte die Aktivierung der Telstra Pre-Paid Karte nicht funktioniert. Recht spät erreichten wir den Campingplatz im Lake St. Clair Nationalpark. In der Nacht sanken die Temperaturen auf 2 Grad. Unsere Daunenschlafsäcke aus D waren die Rettung. Nur mit den dicken Decken des Vermieters wären wir erfroren, da die Camper in Australien im allgemein nicht isoliert sind. In der Nacht schliefen wir aber nicht nur deshalb kaum. Die einzelnen Matratzenteile, die zum Bett zusammengelegt werden, waren so durchgesessen und durchgelegen, dass man eigentlich direkt auf den Brettern schlief. Nach dem Frühstück machten wir uns mit dem Camper vertraut und räumten einige Sachen um. Der angemietete Heizlüfter schaffte es kaum den Innenraum aufzuheizen und Bewegung tut ja bei Kälte bekanntlich gut. Wie sich dann herausstellte, konnte man mit der Klimaanlage auch heizen.

Gegen Mittag starteten wir dann doch noch eine Wanderung zum Shadow Lake, den Shadow Lake Circuit. Am Anfang wandert man durch von Eukalypten dominierten Wald, dann erreicht man den Shadow Lake, mit seinem über das Ufer gebeugten abgestorbenen Bäumen. Der Weiterweg führt durch eine offene, feuchte Moorlandschaft, um schließlich nach dem Eukalyptuswald wieder den Campingplatz zu erreichen. Wir laufen recht geruhsam und waren um 18 Uhr wieder am Camper.

Die nächste Nacht und auch der Morgen war dank der Klima-Heizanlage schon viel angenehmer auszuhalten. Auf den Weg Richtung Strahan machten wir zwei der '60 Great Short Walks' of Tasmania und kauften in einem kleinem Shop in Queenstown eine passende Luftmatratze. Was waren wir happy. So allmählich freundeten wir uns mit dem Camper an.


Eine Brücke auf dem Shadow Lake Circuit.


Aus der Südseemyrte wird Manukaöl und Manuka-Honig gewonnen


Der Shadow Lake, mit über das Ufer gebeugten Bäumen


Durch die Moorlandschaft führen tolle Boardwalks, damit die Füße trocken bleiben


Hochmoorlandschaft mit verschiedenen Myrtengewächsen


Der Pink Robin ist wirklich so pink


Frechen Gelbohr-Rabenkakadus sind wir auch begegnet


Die extrem giftige Tigersnake.


Bemooste Bäume






Eine der 60 Great Short Walks führte zu einem Wasserfall




Das urige Queenstown. Wir hatten nicht erwartet in dem kleinem Ort ein Shop zu finden, der die passende Luftmatratze für uns hatte
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Letzte Änderung: 29 Mär 2026 19:40 von fahrinurlaub.
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30 Mär 2026 09:55 #723104
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Im nächsten Ort, Strahan, wollten wir etwas länger bleiben. Strahan ist eine verschlafene 700 Seelen Gemeinde an Tasmaniens wilder Westküste. Der natürliche Hafen Macquarie Harbour und die Abgeschiedenheit war ideal für die Errichtung der Sträflingskolonie auf Sarah Island.

Den ersten Tag unternahmen wir morgens eine Wanderung im 10 km entfernten Dünenfeld ‘Henty Dunes‘. Der Aufstieg ist extrem steil und eigentlich wollten wir von dort direkt zum Strand, aber der Weg schien uns zu weit und es gab nur viele viele Tierpfade. Wir hätten uns mit Sicherheit verirrt. Nachmittags dann ein weiterer kleiner Spaziergang am 33 km langen einsamen Ocean Beach. Kein Mensch weit und breit.

Später zurück im Ort organisierten wir für den nächsten Tage eine Tageskreuzfahrt mit ‘The Red Boat‘ zum Gordon River. Das familiengeführte Unternehmen bietet Tagesexkursionen durch die gefürchtete Meerenge ‘Hells Gate‘, zur Gefängnisinsel ‘Sarah Island‘ und in die Tasaman Wilderness, dem Gordon River an.

Kurz nach dem Verlassen des Ortes passiert man die gefürchtete Meerenge ‘Hells Gate‘. So von den Sträflingen benannt, weil sie sich auf dem Weg zur Hölle auf Erden, nach ‘Sarah Island‘ befanden. Von hier gab es für sie kein Zurück mehr. Sarah Island war eine der schlimmsten Orte für Häftlinge in ganz Australien. Auf Sarah Island kann man entweder auf eigener Faust oder in Gruppen mit Guide die kleine Insel erkunden. Leider sind von den Unterkünften nur noch Ruinen erhalten. Ein weiteres Highlight ist die Fahrt vorbei am dichten Regenwald hinein in den Gordon River. Hier gibt es keine Straßen und Wege. Beim Landgang werden einem die verschieden Bäume, Pflanzen und die Bedeutung des UNESCO Weltnaturerbes ausführlich erklärt. Besonders die riesigen und uralten Huon Kiefern erregen unser Interesse. Die Urwaldriesen werden bis zu 2.000 Jahre alt und wurden bis in die 70er Jahre zur Holzgewinnung gefällt. Eignete sich deren hartes Holz doch ideal für den Schiffsbau. Obwohl wir eigentlich nicht so Cruise-Reisende sind, war die Tagestour sehr informativ und absolut empfehlenswert.


Die Henty Dunes, ca. 10 km von Strahan




Doch sehr weit entfernt, der Strand.


Kein Mensch am 33 km langen Ocean Beach


Mit 'The Red Boat' entspannt durch die Wildnis gleiten




Hells Gate, die gefürchtete Meerenge




Gefängnisinsel Sarah Island




Es stehen nur noch Ruinen


Hinein in den Gordon River, vorbei an dichtem Regenwald


Das verschlafene Strahan gefiel uns sehr

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