Nach unserem Aufenthalt in Strahan ging es für uns weiter Richtung Corinna… ein Ort, den wir bei unserer ersten Tasmanienreise 2001 ausgelassen hatten. Diesmal wollten wir unbedingt die wilde Tarkine entdecken. Da die Heizung in unserem Camper nur mit Stromanschluss funktionierte, planten wir, auf dem Campingplatz im Corinna Wilderness Village zu übernachten. Doch schon Tage im Voraus war alles ausgebucht. Trotzdem machten wir uns auf den Weg… in der Hoffnung, irgendwo in der Natur einen freies Plätzchen zu finden.
Die Strecke von Strahan nach Corinna führt über etwa 4 km Sandpiste. Kurz vor dem Ort muss man den Pieman River mit einer Barke überqueren. Die Fatman Barge ist dabei die einzige einspurige Autofähre Australiens. Als wir ankamen, wartete nur ein weiterer Camper vor uns. Währenddessen nutzte ich die Zeit, um die zwei nahegelegenen Gräber zu besichtigen.
Direkt hinter der Fähre liegt die ehemalige Goldgräberstadt Corinna. Im Wilderness Village erkundigten wir uns nach möglichen Stornierungen… leider ohne Erfolg. Also setzten wir unsere Fahrt auf der Sandpiste fort… 12 km waren ja erlaubt. Kurz nach einer Holzbrücke entdeckten wir auf einer kleinen Anhöhe direkt am Savage River– umgeben von hohen Huon Pines – tatsächlich einen freien Stellplatz. Was für ein Glück! Wir richteten uns sofort gemütlich ein und genossen den Blick auf die alte Brücke und den Fluss.
Ein weiterer Glücksfall: Direkt von unserem Stellplatz aus starteten zwei Wanderwege. Wir entschieden uns, das Auto nicht mehr zu bewegen… der Platz wäre vermutlich sofort neu besetzt worden. Gegen Mittag machten wir uns auf den Weg zum Mount Donaldson: rund acht Kilometer mit etwa 460 Höhenmetern. Unterwegs zogen dunkle Regenwolken auf, und oben empfing uns ein eisiger Wind… dafür hatten wir überraschend guten Handyempfang.
In der Nähe der Brücke befand sich noch ein weiterer freier Platz. Beim Vorbeifahren hatten wir dort vier Biwakzelte gesehen, ansonsten war weit und breit niemand zu sehen. Doch gegen 22 Uhr wurde es plötzlich unruhig: Junge Männer suchten mit starken Scheinwerfern das Ufer ab. Wahrscheinlich auf der Suche nach dem Platypus? Kurz darauf, gegen 22:30 Uhr, starteten sie eine laute Motorsäge. Wir saßen sofort kerzengerade auf unserer wackeligen Luftmatratze und spähten vorsichtig aus dem Fenster. Schnell beruhigten wir uns wieder… vermutlich sammelten die Jungs einfach nur Brennholz.
Am nächsten Morgen stand eine weitere Wanderung an: zum Wrack der S.S. Croyden. Der Weg führte zunächst an den jungen Aussies – die waren noch am Ausnüchtern – in den Biwakzelten vorbei und dann entlang des Savage River. Der Pfad war kaum zu erkennen, die Bäume dicht mit Moos bewachsen, und immer wieder musste man unter riesigen Baumfarnen hindurchgehen. Am Wrack angekommen, fanden wir eine schöne Holzplattform, die zum Verweilen einlud. Eigentlich hatten wir geplant, anschließend noch nach Corinna weiterzuwandern und im Wilderness Village Kaffee und Kuchen zu genießen. Doch das erschien uns dann doch zu weit.
Trotz Kälte und gelegentlicher Regenschauer waren die zwei Nächte im Busch einfach wundervoll. Einen Platypus haben wir allerdings nicht gesehen.
Die Sandpiste im Tarkine
Zwei Gräber in der Nähe der Anlegestelle
Die Fatman Barge über den Pieman River
Unser schöner Stellplatz an der alten Holzbrücke an der Norfolk Road
Die Wanderung zum Mount Donaldson
Schlechtes Wetter zieht auf
Die Aussicht vom Mount Donaldson
Auf dem Weg zum Wrack der S.S. Croyden
Der dunke Savage River
Das alte Wrack der S.S. Croyden
Baumfarne und bemooste Bäume auf dem Weg. Wir waren die einzigen Wanderer.
Die alte Holzbrücke an der Norfolk Road
Abendessen mit Ausblick
Tarkine im Nebel