Tauchtage von 01.3 bis 10.03
Die Tauchbasis und der Tauchbetrieb
Roatan ist fest in den Händen der amerikanischen Taucher und damit muss man sich vor Ort einfach abfinden. Als Deutsche sind wir dort wie bunte Hunde aufgefallen. DIN-Anschlüsse gibt es so gut wie nicht, wer also dort tauchen möchte muss einen INT-Adapter mitbringen, denn den gibt es vor Ort auch nicht.
Beim Einchecken wurde kein Brevet und kein Attest verlangt, Logbuch wurde nicht angeschaut. Man unterschrieb lediglich die übliche Verzichtserklärung und dass man die Unterwasserwelt achtet. Basisbriefing gab es keins, auf dem Boot hat sich dann irgendwann ein Divemaster unser erbarmt und hat uns die wichtigsten Sachen im Schnelldurchlauf erklärt.
Treffen vormittags war 8:30. Um 8:45 fuhr das Boot ab und um 12 war man zurück. Dazwischen gab es zwei Tauchgänge. Um das einzuhalten, waren die Tauchgänge meist nur 50min lang und die Pause zwischen den Tauchgängen mit Glück 1h, oft nur 40min. Meist sind die Tauchgänge 20 bis 25m tief, allerdings bleibt man lange im 20m Bereich. Von daher ist Nitrox hier ein Segen, was die Basis sich aber auch gut bezahlen lässt.
Nachmittags ging es schon um 1:30 wieder los, damit man ja wieder um 15 Uhr im Hotel war. Nachttauchgänge wurden nur jeden Dienstag angeboten, dafür entfiel der Nachmittagstauchgang.
Ich finde den Zeitplan etwas vollgepackt. Aber die Amerikaner möchten das so haben. Wir haben uns damit arrangiert. Es geht schon, aber in anderen Tauchgebieten wird das zeitlich entzerrt und empfinde ich als angenehmer.
Die Boote waren schnell so dass wir jeden Tag einen anderen Tauchplatz anfahren konnten. Von 24 TG waren gerade mal 2 Tauchplätze, die wir zweimal betaucht haben. Das habe ich auf Cozumel schon anders erlebt.
Allerdings werden die Boote mit so vielen Taucher wie möglich vollgepackt. Vormittags waren es um die 12 bis 14 Taucher, die alle in einer Gruppe tauchen mussten. Meist ein Guide vorne und ein Guide hinten. In den Riffen verteilt es sich halbwegs, aber es gibt spannende Tauchplätze mit Canyons und Höhlensystemen und da ist es eine Herausforderung eine solche große Gruppe ohne Verluste durchzuziehen. Nachmittags waren wir meist 5 oder 6 Taucher und das war deutlich entspannter.
Tauchguides haben wir von gut bis mittelprächtig gehabt, aber das ist in anderen Gebieten genauso.
Auf dem Boot herrscht eine nervige Hektik. Kaum ist das Tauchplatz-Briefing durch wollen sie alle ins Wasser. Buddy-Check habe ich nur bei sehr wenigen gesehen, und kaum im Wasser wird abgetaucht und unten gewartet. Vielleicht ist das auch bei solchen großen Gruppen ganz sinnvoll. Meine Frau und ich sind bei unserer Routine geblieben und waren meist die Letzten.
Kurz zum Thema Trinkgeld. Geplant hatte ich als Deutscher ein Trinkgeld für die 9Tage von 40-50Dollar pro Person. Unser Reiseveranstalter hatte uns dazu Zahlen mitgeteilt, da wären wir bei 400$ für uns beide rausgekommen. Ich dachte mir damals er hat da was durcheinandergebracht, zumal er es auch als absolut freiwillig beschrieb. Als nach 5 Tage einer der Guides verhältnismäßig penetrant das Thema Trinkgeld ansprach, unterhielt ich mich mit einem Taucherpaar, die wir in den Urlaub näher kennen gelernt haben. Und die bestätigten, dass es üblich ist hohe Trinkgelder zu geben. Offenbar ist es auch hier so, dass die Bezahlung der Guides nicht so üppig ist. Wir haben dann umgerechnet 5$ pro Tauchgang /Person an Trinkgeld gegeben.
Die Riffe und Unterwasserwelt.
Bevor ich mit den Bildern loslege, dazu ein paar Worte. Das große Barriere Riff vor Australien ist das längste Barriere-Riff der Welt und so ziemlich jeder hat davon gehört. Deutlich weniger wissen, dass das zweitlängste Barriere-Riff das Mesoamerikanische Riff ist. Es erstreckt sich mit 1000km von Yucatan, Mexiko bis nach Honduras und Roatan ist ein Teil davon.
Wir waren ausschließlich (bis auf den Shark-Dive) auf der Nordseite von Roatan tauchen. Wie in der ganzen Karibik werden die Riffe von Schwämmen in unterschiedlichsten Formen und Größen und Weichkorallen dominiert. Wir haben von Fischschwärmen gelesen, aber ehrlicherweise hatten wir nur bei zwei Tauchgängen solche Schwärme. Ansonsten war es nicht so Fischreich wie erwartet, wir haben aber dennoch viel gesehen und erlebt.
Vorweg ich entschuldige mich schon mal für die schlechte Bildqualität. Für Unterwasser habe ich mich bewusst für eine GoPro entschieden und mache ausschließlich Filme. Daher habe ich lediglich Screenshots von meinem Film gemacht um die Bilder hier reinstellen zu können.
(Krötenfisch, der quakende Geräusche erzeugen kann)
Wrack Odyssey
Dieses 100m lange Frachtschiff wurde 2002 bewusst als künstliches Riff versenkt.
Schildkröten waren ziemlich selten zu finden
Nachttauchgang
Immer wieder gab es Tauchplätze mit Canyons und kleineren Höhlensystemen
(Flamingozunge)
Eine der coolsten Unterwasserbegegnungen: Neugierige Tintenfische
(Barrakudas sind alles andere als scheu)