THEMA: Honduras und Tauchen Roatan 2026 – Eine Reise mit
25 Mär 2026 19:57 #722866
  • Bonebreaker
  • Bonebreakers Avatar
  • Beiträge: 238
  • Dank erhalten: 808
  • Bonebreaker am 25 Mär 2026 19:57
  • Bonebreakers Avatar
So 28.02

Unsere Überfahrt nach Roatan war für 16:30 gebucht und wir sollten um 14 Uhr abgeholt werden. Nach einem geruhsamen Frühstück machen wir nochmal eine Wanderung, diesmal die längste von den Drei und erleben Urwald-Feeling. Verschwitzt aber zufrieden kommen wir zurück.




















Nach Dusche und Mittagessen steht dann 5min vor 14Uhr ein Taxifahrer da. Er hat zwar andere Namen aber er soll zwei Personen zur Fähre nach Roatan bringen.
Als er unser Gepäck sieht, bekommt er die Krise und ich befürchte schon er verweigert die Fahrt. Ich hatte im Vorfeld dem Reiseveranstalter gesagt, dass wir mit insgesamt 4 großen Koffern kommen. Einfach weil wir zum Tauchen unser eigenes Equipment dabei haben und das füllt jeweils einen Koffer. Außerdem kommt man zur Lodge nur über unbefestigte Schlagloch versehene Gravelroads. Fahrzeuge mit mehr Bodenfreiheit sind kein Luxus, aber warum in diesem Land die Taxis alles nur normale PKW sind, wissen nur die Taxifahrer. Wir bekommen unter Zuhilfenahme des Beifahrersitzes alle Koffer unter. Seine Befürchtung deswegen aufzusitzen kann ich nicht nachvollziehen. Die zwei zusätzlichen Koffer machen gerade mal 40kg aus. Beim Losfahren rammt er eine Mauer, und seine Laune sinkt noch weiter. 15min kommuniziert er über Whatsapp mit jemanden und ich beobachten wir Fotos von unseren Koffern hin und hergeschickt werden. Nach 15min bin ich kurz davor zu explodieren, denn wegen den ganzen Whatsapps fährt er in Schrittgeschwindigkeit. Hallo, wir müssen noch eine Fähre erwischen. Außerdem sind 2 Koffer wirklich kein Anlass sich 15min so zu ärgern, zumal es offensichtlich ist, dass wir nicht aufsitzen. Subtil frage ich wie lange wir zu Fähre brauchen, und endlich legt das Smartphone weg und fährt schneller.
Als die Gravel-Road hinter uns liegen und wir wieder Asphalt haben, gibt er Gas und fährt wie der Henker. Danach wusste ich warum Rafael meinte seine langsame und defensive Fahrweise zu verteidigen.

Kurz nach drei erreichen wir das Fährterminal und wissen nicht so recht wie es weitergeht. Da winkt ein Mann uns zu sich. Es stellt sich heraus, dass wir hier unser Gepäck hier aufgeben sollen. Ich zeige unser Fährtickets und er zeigt zu einer Reihe von Schalter. Keine Ahnung was ich da machen soll. Also lauf ich hin, zeige die Tickets und die zeigen weiter nach links. Am letzten Schalter erfahre ich, dass ich noch ein Steuer (wofür, keine Ahnung) zahlen muss. Nachdem ich das gemacht habe, bekomme ich einen Zettel und wir dürfen dann durch eine Sicherheitsschleuse in Wartebereich der Fähre. Boarding für die Fähre war laut Ticket 16:00, Abfahrt 16:30. Eine Stunde vor Boarding sollen wir da sein. Jetzt ist es erst 15:20 und plötzlich geht das Boarding los. Um 15:30 legt die Fähre ab. Wir verstehen die Welt nicht mehr. Wieso fährt die Fähre eine Stunde früher los?



Lange Rede kurz Sinn. Es gab wohl eine Fähre um 15:00 auf die wir gestiegen sind. Problem an der Sache. In Roatan waren wir 1h früher und mussten so lange warten bis unser Transfer zum Hotel erschien. Nur war das wirklich merkwürdig, wie alle anderen Gäste nach und nach abgeholt wurden und nur noch wir übriggeblieben sind.

Auf der Fähre gab es links und rechts zwei Fernseher für die Überfahrt von 1,5h. Auf dem linken lief ein Film über einen selbstverliebten Amerikaner, der sich selbst dabei filmte wie er Fische und Langusten harpunierte. Vor dem anderen saß eine Familie mit zwei jungen Töchtern und ein Angestellter suchte nach einem Film für sie aus der Mediathek. Warum er ausgerechnet einen Film mit Predators zeigt, weiß ich nicht. Nach fünf Minuten verlässt die Familie die Sitzplätze fluchtartig mit einem weinenden und völlig verängstigten Mädchen. Das Schlimmste dabei war noch, der Angestellte hat überhaupt nicht kapiert was er da angerichtet hat. Er bricht den Film ab und wählt Jeremy Wade mit seine aufgeblähten dümmlichen Angler-Doku über „Monster“Fische aus. Ehrlich gesagt auch nicht viel besser.

Als wir endlich abgeholt werden, ist die Fahrt in unser Hotel ziemlich lustig. Unser Fahrer war in den ersten 10min auch gleichzeitig unser Tourguide. Kamen wir an einer Sehenswürdigkeit vorbei, Brüllte er laut: „Hey guys, this is ,…… von Roatan“, wahlweise Haus des Bürgermeisters, Amtssitz des Bürgermeisters ect. Zuletzt wurde die Mall mit Subway und Spielkasino angepriesen. Danach war sein touristisches Repertoire aufgebraucht und die restlichen 20min wurden wir mit Songs von Britney Spears beschallt. Hit me Baby, one more time.

Wir bekommen Bungalow 14, welches von der Tauchbasis weit entfernt ist und auch noch ein gutes Stück am Berg oben liegt. Als wir das Zimmer betreten ist klar, hier machen wirklich viele Amerikaner Urlaub. Queensize Bett, ordentliche Schränke, und Kommoden.
Wir gehen Abendessen und als wir wieder in unser Zimmer wollen, bekomme ich die Tür nicht auf. Unsere Tür hat zwei Schlösser: Eins im Griff und eins im Türblatt. Abgeschlossen hat ich das im Türblatt und beim öffnen, dreht es durch. Die Rezeption ruft den Hausmeister, doch der kann gegen ein durchdrehendes Schloss auch nichts machen. Sein Vorschlag ist über den Balkon (der so niedrig liegt, dass man drauf klettern kann) die Balkonschiebetür öffnen. Ich mache mir keine großen Hoffnungen, denn ich weiß, dass ich die Balkontür auch abgeschlossen habe. So ist es auch. Ich rüttle an der verschlossenen Tür, und plötzlich macht es „klack“ und die Schiebetür geht auf. Von innen kann ich dann die Zimmertür öffnen. Zukünftig haben wir dann nur noch das Schloss im Griff genutzt. Und unser Vertrauen in die Balkontür wurde auf Null gesetzt :)

Unser Hotel hieß Turquoise bay Dive & Beach resort. Und Nomen est omen. Die meisten der Hotelgäste waren Taucher, während die Tagesgäste sich am Strand erfreuten. Zwei bis dreimal die Woche wurden Gäste von Kreuzfahrschiffen hierher gekarrt und in der Zeit hatten die Kreuzfahrer auf dem Strand Vorrang. So hart das klingt, war das für uns völlig unproblematisch. Während die Kreuzfahrer sich ihren Sonnenbrand auf einem der tausenden Strandliegen holten, waren wir tauchen. Nach dem Tauchen gegen 16 Uhr waren die Tagesgäste weg und wir konnten einen menschenleeren Strand genießen. Es gab kleine Wasserbungalows, die wir Abends nutzen durften. Gemütliche Liegen mit Blick aufs Meer. Sehr nett gemacht.














Letzte Änderung: 25 Mär 2026 19:59 von Bonebreaker.
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.
Folgende Benutzer bedankten sich: fiedlix, Tini___
26 Mär 2026 17:42 #722917
  • Bonebreaker
  • Bonebreakers Avatar
  • Beiträge: 238
  • Dank erhalten: 808
  • Bonebreaker am 25 Mär 2026 19:57
  • Bonebreakers Avatar
Tauchtage von 01.3 bis 10.03

Die Tauchbasis und der Tauchbetrieb

Roatan ist fest in den Händen der amerikanischen Taucher und damit muss man sich vor Ort einfach abfinden. Als Deutsche sind wir dort wie bunte Hunde aufgefallen. DIN-Anschlüsse gibt es so gut wie nicht, wer also dort tauchen möchte muss einen INT-Adapter mitbringen, denn den gibt es vor Ort auch nicht.

Beim Einchecken wurde kein Brevet und kein Attest verlangt, Logbuch wurde nicht angeschaut. Man unterschrieb lediglich die übliche Verzichtserklärung und dass man die Unterwasserwelt achtet. Basisbriefing gab es keins, auf dem Boot hat sich dann irgendwann ein Divemaster unser erbarmt und hat uns die wichtigsten Sachen im Schnelldurchlauf erklärt.

Treffen vormittags war 8:30. Um 8:45 fuhr das Boot ab und um 12 war man zurück. Dazwischen gab es zwei Tauchgänge. Um das einzuhalten, waren die Tauchgänge meist nur 50min lang und die Pause zwischen den Tauchgängen mit Glück 1h, oft nur 40min. Meist sind die Tauchgänge 20 bis 25m tief, allerdings bleibt man lange im 20m Bereich. Von daher ist Nitrox hier ein Segen, was die Basis sich aber auch gut bezahlen lässt.
Nachmittags ging es schon um 1:30 wieder los, damit man ja wieder um 15 Uhr im Hotel war. Nachttauchgänge wurden nur jeden Dienstag angeboten, dafür entfiel der Nachmittagstauchgang.
Ich finde den Zeitplan etwas vollgepackt. Aber die Amerikaner möchten das so haben. Wir haben uns damit arrangiert. Es geht schon, aber in anderen Tauchgebieten wird das zeitlich entzerrt und empfinde ich als angenehmer.

Die Boote waren schnell so dass wir jeden Tag einen anderen Tauchplatz anfahren konnten. Von 24 TG waren gerade mal 2 Tauchplätze, die wir zweimal betaucht haben. Das habe ich auf Cozumel schon anders erlebt.

Allerdings werden die Boote mit so vielen Taucher wie möglich vollgepackt. Vormittags waren es um die 12 bis 14 Taucher, die alle in einer Gruppe tauchen mussten. Meist ein Guide vorne und ein Guide hinten. In den Riffen verteilt es sich halbwegs, aber es gibt spannende Tauchplätze mit Canyons und Höhlensystemen und da ist es eine Herausforderung eine solche große Gruppe ohne Verluste durchzuziehen. Nachmittags waren wir meist 5 oder 6 Taucher und das war deutlich entspannter.

Tauchguides haben wir von gut bis mittelprächtig gehabt, aber das ist in anderen Gebieten genauso.

Auf dem Boot herrscht eine nervige Hektik. Kaum ist das Tauchplatz-Briefing durch wollen sie alle ins Wasser. Buddy-Check habe ich nur bei sehr wenigen gesehen, und kaum im Wasser wird abgetaucht und unten gewartet. Vielleicht ist das auch bei solchen großen Gruppen ganz sinnvoll. Meine Frau und ich sind bei unserer Routine geblieben und waren meist die Letzten.

Kurz zum Thema Trinkgeld. Geplant hatte ich als Deutscher ein Trinkgeld für die 9Tage von 40-50Dollar pro Person. Unser Reiseveranstalter hatte uns dazu Zahlen mitgeteilt, da wären wir bei 400$ für uns beide rausgekommen. Ich dachte mir damals er hat da was durcheinandergebracht, zumal er es auch als absolut freiwillig beschrieb. Als nach 5 Tage einer der Guides verhältnismäßig penetrant das Thema Trinkgeld ansprach, unterhielt ich mich mit einem Taucherpaar, die wir in den Urlaub näher kennen gelernt haben. Und die bestätigten, dass es üblich ist hohe Trinkgelder zu geben. Offenbar ist es auch hier so, dass die Bezahlung der Guides nicht so üppig ist. Wir haben dann umgerechnet 5$ pro Tauchgang /Person an Trinkgeld gegeben.


Die Riffe und Unterwasserwelt.

Bevor ich mit den Bildern loslege, dazu ein paar Worte. Das große Barriere Riff vor Australien ist das längste Barriere-Riff der Welt und so ziemlich jeder hat davon gehört. Deutlich weniger wissen, dass das zweitlängste Barriere-Riff das Mesoamerikanische Riff ist. Es erstreckt sich mit 1000km von Yucatan, Mexiko bis nach Honduras und Roatan ist ein Teil davon.
Wir waren ausschließlich (bis auf den Shark-Dive) auf der Nordseite von Roatan tauchen. Wie in der ganzen Karibik werden die Riffe von Schwämmen in unterschiedlichsten Formen und Größen und Weichkorallen dominiert. Wir haben von Fischschwärmen gelesen, aber ehrlicherweise hatten wir nur bei zwei Tauchgängen solche Schwärme. Ansonsten war es nicht so Fischreich wie erwartet, wir haben aber dennoch viel gesehen und erlebt.













Vorweg ich entschuldige mich schon mal für die schlechte Bildqualität. Für Unterwasser habe ich mich bewusst für eine GoPro entschieden und mache ausschließlich Filme. Daher habe ich lediglich Screenshots von meinem Film gemacht um die Bilder hier reinstellen zu können.






(Krötenfisch, der quakende Geräusche erzeugen kann)







Wrack Odyssey
Dieses 100m lange Frachtschiff wurde 2002 bewusst als künstliches Riff versenkt.
















Schildkröten waren ziemlich selten zu finden







Nachttauchgang








Immer wieder gab es Tauchplätze mit Canyons und kleineren Höhlensystemen





(Flamingozunge)



Eine der coolsten Unterwasserbegegnungen: Neugierige Tintenfische










(Barrakudas sind alles andere als scheu)







Letzte Änderung: 27 Mär 2026 07:31 von Bonebreaker.
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.
Folgende Benutzer bedankten sich: Barth_Wolfgang, yp-travel-photography, fiedlix
26 Mär 2026 19:10 #722925
  • fahrinurlaub
  • fahrinurlaubs Avatar
  • Beiträge: 390
  • Dank erhalten: 1016
  • fahrinurlaub am 26 Mär 2026 19:10
  • fahrinurlaubs Avatar
Vielen Dank für diesen Reisebericht und die schönen Fotos, auch die Unterwasser-Fotos sind doch okay. Ich kenne in Mittelamerika nur die Länder Mexiko, Belize, Guatemala und Costa Rica (2x). Honduras und auch noch Panama finde ich interessant und steht auf meiner Liste.
In Copan waren ja sehr wenig Menschen unterwegs, lohnt sich Roatan auch für Schnorchler?
Camperreise in die tasmanische Wildnis www.namibia-forum.ch...wildnis.html?start=0
Mora, Mora unterwegs auf Madagaskar www.namibia-forum.ch...nord-madagaskar.html
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.
Folgende Benutzer bedankten sich: Bonebreaker
26 Mär 2026 20:08 #722929
  • BMW
  • BMWs Avatar
  • Beiträge: 1519
  • Dank erhalten: 942
  • BMW am 26 Mär 2026 20:08
  • BMWs Avatar
Guten Abend Bonebreaker.......

so genial beschrieben.............Dein Humor ist genau meine Wellenlänge....... :laugh: :laugh: :laugh:

LG..........BMW
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.
Folgende Benutzer bedankten sich: Bonebreaker
27 Mär 2026 07:19 #722941
  • Bonebreaker
  • Bonebreakers Avatar
  • Beiträge: 238
  • Dank erhalten: 808
  • Bonebreaker am 25 Mär 2026 19:57
  • Bonebreakers Avatar
@Fahrinurlaub
Copan ist an Wochenenden und in den Ferien deutlich besser besucht. Wir hatten daher Glück. Allerdings hatte ich unseren Guide gefragt, wie sich der Tourismus sich entwickelt hat und er meinte, dass es nachgelassen hat.
Ich denke, dass Roatan sich auch für Schnorchler eignet. Es hatte keine Strömung, war aber etwas wellig. Viele Riffe fangen im 3m Bereich an und dort sind sie meistens sehr schön bewachsen und man hat auch viele Fische. Allerdings liegen die Riffe etwas vom Strand weg, so dass man wohl nicht so einfach vom Strand schnorcheln kann, sondern mit dem Boot rausfahren muss. Das ohne Gewähr, da ich nicht schnorcheln war. Wir hatten nur einmal eine Schnorchlerin auf dem Boot, aber es gab extra Bootsausfahrten für Schnorchler.

@BMW
Dass meine Reiseberichte so begeistern, finde ich super. Vielen Dank dafür. :) :)
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.
27 Mär 2026 17:32 #722971
  • BMW
  • BMWs Avatar
  • Beiträge: 1519
  • Dank erhalten: 942
  • BMW am 26 Mär 2026 20:08
  • BMWs Avatar
Guten Abend Bonebreaker,

Barrakudas als "Einzelmaske" (siehe Dein Screenshot).. .....bin eigentlich eher der Meinung dass bei einzelnen

Barrakudas besondere Vorsicht geboten Ist......im Schwarm dagegen nicht...... besonders bei reflektierenden Gegenständen

(von wegen scheuer Barrakuda !!!) so wurde uns das auf den Malediven jedenfalls eingetrichtert... :laugh: :laugh: :laugh: :laugh:

oder sind dort " angenehmere " Verwandte ? :laugh: :laugh: :laugh: :laugh:

LG.........................BMW
Letzte Änderung: 27 Mär 2026 17:33 von BMW.
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.
Folgende Benutzer bedankten sich: Bonebreaker