Donnerstag, 27.03.2025 Saigon, Fusion Original Saigon Centre
Das Frühstück wurde heute mit Aussicht im 24. Stockwerk serviert.
Heute standen die Cu Chi Tunnel auf unserem Programm. Wir hatten extra eine Tour zu den weniger überlaufenen Tunneln in Ben Duoc gebucht. Die Tunnel wurden von den Partisanen (Vietcong) im Vietnamkrieg genutzt und auf 200 Km auf drei Ebenen mit Kommandozentralen, Küchen, Schlafräumen, Waffendepots und sogar Krankenhäuser erweitert.
Wir wurden von einem bequemen 7-Sitzer abgeholt – zwei Damen aus Österreich, eine englische Familie mit Sohn und wir Beide waren die Gäste, die Jo unser wirklich supergute Guide heute begleitete.
Die Tunnel waren ca. 55 Km von Ho-Chi-Minh entfernt – eigentlich nicht so weit, aber verkehrsbedingt benötigten wir dann doch fast zwei Stunden

Jo ging während der Fahrt auf die Geschichte des Krieges ein und erzählte uns einige nicht so schöne und auch sehr traurige und bewegende Geschichten. Da musste ich schon mal schlucken

Er selbst hatte als junger Mann sehr schwere Verletzungen bei der Explosion einer Mine davongetragen, die ein Freund von ihm gefunden hatte. Die Narben hat er uns gezeigt

Jo nahm seinen Job als Guide sehr ernst und erzählte uns viel Wissenswertes.
Ein kurzer Stopp bei einer Behindertenwerkstatt gehörte bei den meisten Fahrten dazu und natürlich sollte man dort etwas kaufen. Bedrängt wurde man aber nicht.
Kurz vor der Ankunft bei den Tunneln, statteten wir einem Schießstand einen Besuch ab. Dort war es möglich, mit einer AK47 zu schießen und im wahrsten Sinne Geld zu vernichten

Wir hätten gut und gerne auf den Besuch verzichten können, aber der englische Vater und sein Sohn wollten die Gelegenheit nutzen und schießen. Jo bescheinigte den beiden später, die schlechtesten Schützen „ever“ gewesen zu sein
Wir besichtigten dann die Tunnel, die für die heutigen Besucher etwas vergrößert wurden. Die meisten Tunnelsysteme sind heute aber verfallen. Wir sahen schreckliche Fallen

, geheime Eingänge, schmale Tunnel, neben Munition und diversen übrigen Hubschraubern, Fahrzeugen usw. und bekamen das System anhand einer Übersicht erklärt.
Zwischendurch machten wir mal Pause und versuchten Maniok, was gar nicht mal so schlecht schmeckte, wie gekochte Kartoffeln – roh sollte man die Wurzel nicht verzehren. Den ganz schmalen und sehr niedrigen Tunnel zu besichtigen, ersparten wir uns aber, wir warteten bis die anderen wieder auftauchten.
Insgesamt war die ganze Anlage beeindruckend und erschreckend zugleich
Später fuhren wir noch zum Mittagessen, welches bei unserer Buchung inkludiert war. Das Restaurant war zwar auf Besuchergruppen ausgerichtet, aber die servierten Speisen waren sehr lecker und wir unterhielten uns mit unseren Mitreisenden.
Bei der Fahrt zurück dösten wir ein bisschen vor uns hin. Im Hotel angekommen, legten wir uns an den Pool.
Zum Sonnenuntergang fuhren wir auf die 265,5 m hohe Aussichtsplattform des Bitexco Financial Tower. Die Sonne verschwand unspektakulär, dafür war die Aussicht auf die beleuchteten Hochhäuser und das nicht enden wollende Band der Fahrzeuglichter durchaus imposant.
Zum Abendessen suchten wir uns einen anderen Japaner aus, war ok aber nicht so gut wie der Gestrige. Zum Abschluss des Tages gingen wir nochmals in das Cafe von gestern und beobachteten den Trubel der Stadt.
So langsam neigt sich die Reise dem Ende zu. Es geht als nächstes ins Mekong Delta...nächste Woche
Ein schönes Wochenende wünschen
Ralf + Martina