THEMA: Badger's Birding-Tours II - Indien-Edition
06 Mai 2025 17:40 #706115
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Liebe Forumsgemeinde,

Indien stand schon lange auf unserer Bucket-List, rutschte aber aus verschiedensten Gründen – beispielsweise das noch zu zarte Alter unserer Kinder, die eher ungünstige Vereinbarkeit von deutschen Schulferien und guter Reisezeit vor Ort, diverse Befürchtungen bezüglich der großen Anzahl dort lebender Menschen und diesbezüglicher Begleiterscheinungen – immer wieder nach unten.

Im April 2025 sollte es dann aber endlich so weit sein. Mit gutem Vorlauf wurde der Entschluss gefasst und eine (osterferienbedingt leider nur) zweiwöchige Tour durch Nordindien geplant. Dabei haben wir uns mit gutem Gefühl in die Hände der Agentur „Comfort Bird Tours India“ begeben. Deren Inhaber – C.B. Singh – wurde uns auf Basis von zwei Reiseberichten wärmstens empfohlen und bereits der Erstkontakt verhieß Gutes. Recht schnell waren wir uns einig über unser Zwei-Wochen-rundum-sorglos-Paket.

Das erste Mal seit unserer Reise nach Sri Lanka 2018 würden wir nun wieder mit Fahrer und Guide unterwegs sein. Für uns rückblickend eine goldrichtige Entscheidung. Und das aus mehrerlei Gründen. Zuvorderst wollte ich in Indien unter keinen Umständen selbst hinter dem Steuer sitzen. Meine europäisch geprägten Fahrkünste haben mir zwar bereits an vielen Orten der Erde gute Dienste geleistet – in Indiens Städten wäre ich aber ganz sicher bereits nach wenigen hundert Metern (und das ist positiv geschätzt!) gescheitert. Und auch Überlandfahrten hätte mein Nervenkostüm wahrscheinlich nicht ganz unbeschadet überstanden. Mit unserem Fahrer war das Reisen dagegen durchweg entspannt und wir fühlten uns stets uneingeschränkt sicher: Ob scheinbar hoffnungslos im dicksten Verkehrsknäuel verstrickt oder beim (aus unserer Perspektive mutigen) Gegenverkehr-Überholmanöver auf dem Highway.

Außerdem war es eine sehr gute Sache, mit C.B. Singh einen wirklich fantastischen Guide mit an Bord zu haben, der die Reise sehr professionell organisiert und begleitet hat und der dazu noch ein überaus netter Mensch ist. Und als Wildlife-Guide ist C.B. als passionierter Birder wahrscheinlich schwer zu schlagen. Die für uns in weiten Teilen ganz neue Vogelwelt Indiens wurde uns mit scharfem Blick, Ohr und Sachverstand nahegebracht. Und so konnten wir am Ende über 70 Arten vorzeigbar ablichten und weitere ohne Belegfoto beobachten oder hören. Aber auch für Säugetiere hatte C.B. immer ein gutes Gespür.

Für unsere erste Indienreise hatten wir uns den Norden des riesigen Staats ausgesucht – und von diesem auch nur einen verschwindend kleinen Teil. Und trotzdem waren die Transferfahrten zwischen den einzelnen Etappenzielen nicht gerade kurz: Reisen auf dem Landweg durch Indien bedeutet immer wieder weite Wege und oft nur langsames Vorankommen durch eine immens hohe Verkehrsdichte in den Ballungsräumen, Baustellen und manchmal auch die ein oder andere Kuh auf der Fahrbahn.

Folgende Stationen haben wir in unseren zwei Wochen bereisen können:

Tag 1: Die Stadt Delhi mit ihren Sehenswürdigkeiten
Tag 2 bis 4: Der Corbett Nationalpark mit seinen Säugern und vor allem seiner Vogelwelt
Tag 5: Die Umgebung der Stadt Greater Noida mit dem Dhanauri Wetland
Tag 6 bis 7: Die Stadt Agra mit ihren Sehenswürdigkeiten
Tag 8 bis 10: Der Ranthambore Nationalpark mit seiner Vogelwelt und vor allem seinen Säugern
Tag 11 bis 12: Die Stadt Jaipur mit ihren Sehenswürdigkeiten
Tag 13: Das Jhalana Leopard Reserve mit anschließender Rückkehr nach Delhi

Die Reise bot uns also eine dichte und recht ausgewogene Mischung aus Kultur und Natur – und beides wusste uns zu begeistern. Neben dem Taj Mahal, dem Amber Fort und anderen ikonischen Höhepunkten der Architektur Nordindiens waren es natürlich in erster Linie die Safaris, die uns ins Land gelockt haben. Einen Tiger in freier Wildbahn wollten wir unbedingt einmal erleben. Daher haben wir uns vier private Ausfahrten im Corbett NP gegönnt und sechs weitere im Ranthambore Nationalpark. Zählt man einen Gamedrive im Jhalana Reserve hinzu, so kamen wir auf insgesamt elf Ausfahrten – die wahren Preistreiber einer Indienreise… :evil: Aber die recht hohe Anzahl hat sich am Ende tigerbezogen auch als durchaus notwendig herausgestellt… Zum Glück weiß die Fauna Indiens über den Tiger hinaus zu begeistern – und wir freuen uns eben auch sehr über ungestreifte Bewohner jeglicher Größenordnung – befiedert oder unbefiedert. Wobei wir den lästigen Tiger-Sichtungsdruck, der uns befallen hat, nicht leugnen wollen… :whistle:

Dass Safaris in Indien anders aussehen als im südlichen oder östlichen Afrika, brauche ich wahrscheinlich nicht mehr zu betonen. Ich werde in den diesbezüglichen Kapiteln genauer darauf eingehen. Nur so viel vorneweg: Durch die strengen Regulierungen und die damit zusammenhängende beschränkte Anzahl erlaubter Fahrzeuge in jeder „Safari-Zone“ kam es nie zu ungesteuerten Massenaufläufen – wie wir es im Vorhinein befürchtet hatten. Im Einzelfall haben wir uns eine Sichtung vielleicht mit maximal zehn anderen Fahrzeugen teilen müssen. Oft ging es aber bedeutend ruhiger zu. Und das fanden wir gut.

Der April hielt für uns erwartungsgemäß hohe Temperaturen bereit. Das Thermometer bewegte sich je nach Ort zwischen Mitte 30 (Corbett) und Anfang 40 Grad (Jaipur). Es galt also vor allem die Randstunden der Tage zu nutzen. Die trocken-heißen Anteile haben wir zumeist in den gut klimatisierten Hotels verbracht, die wunderbare lokale Küche genossen und uns von den wahnsinnig früh beginnenden Morgensafaris ausgeruht („Was sind denn das für Ferien!?“). Oder wir waren auf Transferfahrt im genauso gut klimatisierten Auto unterwegs. Einzig im Amber-Fort und im Observatorium Jaipurs wurde es uns tatsächlich einmal fast zu heiß. Ansonsten war es überraschend gut zu ertragen.

Das sei nun aber genug der einführenden Worte.

Es gibt also noch immer nichts Neues von uns aus Afrika. Ich würde mich aber umso mehr freuen, wenn ihr uns stattdessen auf unserer ersten Indienreise begleiten würdet. Und ich richte vorab schonmal meinen Dank an Katrin (Sadie), Christa (botswanadreams) und Elisabeth (sphinx) für die reiseberichtinduzierte Inspiration und Ermutigung, diese wunderbare Tour in Angriff zu nehmen.

Zum Schluss als kleiner Vorgeschmack ein fotografischer Gruß aus der Küche:

























Herzlich
Sascha
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11 Mai 2025 11:32 #706337
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Kapitel 1: Delhi

Von Frankfurt aus starten wir auf einen etwa achtstündigen Nachtflug mit Air India nach Delhi. Ohne weitere Vorkommnisse landet der Flieger rund eine Stunde zu früh am Indira Gandhi International Airport. Das ist ein enorm großer Flughafen, von dessen Professionalität wir beeindruckt sind. Alles ist übersichtlich organisiert und der Weg zur Immigration und deren Durchführung gehen schnell über die Bühne.
Im Vorfeld der Reise mussten wir über eine Website der indischen Regierung eine Electronic Travel Authorization (eTA) beantragen und zahlen. Das war im Gegensatz zur eigentlichen Einreise, bei der man Fingerabdrücke abgeben und für diverse Fotos in eine Kamera schauen muss, tatsächlich etwas aufwändiger. Denn auf der (nicht immer stabil laufenden) Website erwartet den Indienreisenden in spe ein etwa sechsseitiger Fragebogen, der so ziemlich alles in den Blick nimmt, was man sich irgendwie vorstellen kann und der es trotzdem schafft, noch ein paar Überraschungen bereitzuhalten: Welchen Bildungsabschluss haben Sie? Wer ist Ihr Arbeitgeber? Wie lautet seine Adresse? Welche Länder haben Sie in den letzten zehn Jahren besucht? Wer sind Ihre Eltern? Haben Sie Wurzeln in Pakistan? Dazu muss noch das Ausweisdokument hochgeladen werden und ein Passfoto zur Verfügung gestellt werden.
Wie gesagt: Hat man das alles geschafft und steigt aus dem Flieger, geht die eigentliche Einreise sehr zügig und freundlich von statten. Das Gepäck ist ruckzuck auch wieder in unserem Besitz und so schieben wir uns zielstrebig zum Ausgang, wo bereits viele Menschen mit Pappschildern auf Neuankömmlinge warten. Unseren Namen können wir in all dem Trubel noch nicht entdecken – wir sind aber ja auch noch sehr früh dran. Vielleicht erwartet uns unser Guide CB aber auch vor dem Gebäude? Wir gehen also hinaus, nur um festzustellen, dass man, wenn man einmal draußen ist, nicht mehr hineingelassen wird. Nun warten wir also statt in der klimatisierten Halle in der Wärme des anbrechenden Tages. Aber zum Glück nicht lang: Bald treffen CB und unser Fahrer, Mr Satdev, ein. Es gibt ein kurzes und herzliches Hallo. Es ist immer spannend, wenn Menschen sich plötzlich in Fleisch und Blut gegenüberstehen, die bereits über digitale Wege intensiv in Kontakt gewesen sind. Aber die Chemie scheint auch abseits von Messengerdiensten zu stimmen und wir werden guten Mutes zu unserem fahrenden Zuhause für die nächsten zwei Wochen geleitet. Unser strahlend weißer Toyota Crysta bietet auf drei Sitzreihen für uns sechs Personen genug Raum und ist in einem top gepflegten Zustand. Es ist Ehrensache, dass Mr Satdev das Auto penibel sauber halten und stets frisches Wasser anbieten wird. Auch werden uns die Autotüren immer höflich aufgehalten, was dazu geführt hat, dass wir zuhause jetzt immer etwas ratlos vor unserem verschlossenen Wagen stehen. ;) Da nicht das gesamte Gepäck in den Kofferraum passt, werden unsere großen Trolleys kurzerhand auf das Dach geschnallt. Bald beginnt unsere etwa halbstündige Fahrt vom Flughafen ins Hotel Eros. Da heute Sonntag ist, hält sich der Verkehr in Delhi tatsächlich in Grenzen und wirkt auf uns ziemlich normal und gesittet. Das wird sich an anderen Wochentagen extrem ändern...
Bald erreichen wir das Hotel. Wir haben uns im Vorfeld der Reise kaum um die Auswahl der Unterkünfte gekümmert und CB hier gänzlich freie Hand gelassen und seinen Vorschlägen vertraut. Und er hat für uns tatsächlich eine sehr gute Auswahl getroffen und Häuser zusammengestellt, die oftmals etwas über dem liegen, was wir unterkunftstechnisch von unseren Reisen in anderen Teilen der Welt gewohnt sind. Als wir nach einem kurzen Sicherheitscheck die Lobby des Hotels Eros betreten, sind nicht nur die Kinder etwas baff: Was ist das für ein schicker Palast!?



Wir haben eine knappe Stunde, um anzukommen und uns ein wenig zu regenerieren. Zum Glück können wir nach kurzer Wartezeit in der prächtigen Marmorlobby, während der CB für uns die Eincheckformalitäten erledigt und meine Frau dabei unterstützt, an einem nahen ATM Rupien zu ziehen, auch schon unser Zimmer beziehen. Dieses bietet uns neben bequemen Betten einen schönen Ausblick auf den Lotustempel, ein Bauwerk, das wir später unbedingt aus der Nähe betrachten wollen.





Und so treffen wir an nach kurzer Pause auch bereits unseren Cultural Guide in der Lobby. Die Reise ist so organisiert, dass CB uns bei den naturbezogenen Aktivitäten betreuen wird. Wenn es um Baudenkmäler geht – also hier in Delhi und später in Agra und Jaipur – hat CB jeweils einen ortskundigen Führer organisiert. Unser Fahrer begleitet uns dabei jedoch durchgehend und wird uns mit aller Gemütsruhe von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit fahren.
Da der sonntägliche Verkehr nicht mit dem Alltagschaos auf den Straßen Delhis vergleichbar ist, schaffen wir es, am heutigen Tag eine beachtliche Zahl an Stationen zu besuchen. Laut Guide kommt es an Wochentagen vor, dass man sich staubedingt auf etwa zwei Sights beschränken muss…

Den Anfang machen wir am Red Fort. Zuerst halten wir auf dessen Rückseite, da man von hier einen Blick auf einige Gebäudeteile werfen kann, die sich sonst hinter der hohen Frontmauer verstecken. Steigt man aus dem klimatisierten Auto, empfängt einen eine veritable Backofenhitze – wir werden uns dran gewöhnen.



Während wir den Palast betrachten, flitzt auf der Straße ein Bollywood-Drehteam an uns vorbei. Auf einer Fahrzeugladefläche ist ein weiteres Fahrzeug montiert, in dem eine Autofahrszene gedreht wird. Das Ganze wird von weiteren Fahrzeugen mit Kameras umschwirrt. Ein toller Anblick. Bollywood soll anscheinend jede Woche einen neuen Film hervorbringen - eine Wahnsinnsquote!

Auf der Vorderseite des riesigen Gebäudekomplexes des Roten Forts steigen wir erneut aus und spazieren ein wenig an der Mauer entlang. Wir werden das Rote Fort nicht von Innen besichtigen – laut Guide sind die meisten Besucher von dem, was man dort sehen kann, enttäuscht und es sei nicht mit den Palästen in Agra oder Jaipur zu vergleichen, die wir später auf der Reise noch sehen werden. Und so bleibt es hier bei einer dezenten Außenbesichtigung.



Das Rote Fort ist eine Festungs- und Palastanlage aus der Epoche des Mogulreiches. Sie wurde zwischen 1639 und 1648 für den Mogulkaiser Shah Jahan erbaut und gehört seit 2007 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Ihren Namen erhielt sie von der charakteristischen roten Farbe des für die Festungsmauern verwendeten Sandsteins. Die Erklärungen unseres lokalen Führers sind knapp, aber informativ. Für ausschweifende Reden wären wir hier auch nicht am rechten Ort. Dass Mogul im Englischen wie Muggel gesprochen wird, sorgt aber bei unseren Potter-affinen Kindern für wiederkehrende Erheiterung.



Während wir das alte Gemäuer betrachten, werden auch wir von allen Seiten beäugt. Und wiederholt werden vor allem die blonden und hellhäutigen Familienmitglieder gebeten, für Familienfotos und Selfies mit einheimischen Touristen zu posieren. Das ist bei der Hitze zwar nicht unanstrengend, wird aber immer mit einem herzlichen Lächeln belohnt.

Nach diesem ersten Stopp fahren wir vom verwinkelten Alt Delhi ins am Reißbrett geplante Neu Delhi zum Connaught Place, einem riesigen Ringstraßen-Ensemble, das eines der Zentren der Stadt ist und von Kolonialarchitektur geprägt wird. Hier besuchen wir ein kleines Restaurant und haben in schöner und gepflegter Atmosphäre ein erstes Mittagessen in Indien. Die gesamte Verpflegung haben wir in unserem Reisepaket mitgebucht. Wir bestellen nach Herzenslust aus der Karte und genießen das superleckere indische Essen. Alles hier wird nach Wunsch für den europäischen Gaumen entschärft. Und auch der fantastische Lassi, den es überall gibt, sorgt für weitere Abmilderung. Die Befürchtung, dass wir am Ende nur von Brot und Reis leben müssen, wird an dieser ersten Station schonmal auf das beste widerlegt.



Nach dieser willkommenen Pause führt uns der Weg durch das überraschend grüne Delhi vorbei am Indian Gate, einem großen Triumphbogen im Regierungsviertel, zu dem unbestrittenen Höhepunkt unserer heutigen Tour: Wir besuchen das Humayun-Mausoleum.



Es handelt sich hier um den Grabbau von Nasiruddin Muhammad Humayun (1508–1556), dem zweiten Herrscher des Großmogulreiches von Indien. Seit dem Jahr 1993 ist der Baukomplex als Weltkulturerbestätte der UNESCO anerkannt. Seine Architektur weist auf das noch prächtigere Taj Mahal in Agra voraus.





Der geometrisch angelegte Park, in dem das Gebäude liegt, der Hauptbau und auch die Nebengebäude beeindrucken uns sehr. An diesem Ort zu sein, ist für uns ein ganz tolles Erlebnis, an das wir beste Erinnerungen haben. So schön, friedlich und in seiner Gestaltungsharmonie vor allem für meine Frau tief berührend.









Heute geht es Schlag auf Schlag: Nach einer eindrucksreichen Fahrt durch von zahlreichen Menschen und kleinen Verkaufsständen gesäumte Straßen legen wir den nächsten Stopp am Lotustempel ein. Dieser ist der zweitjüngste der weltweit acht Bahai-Tempel. Er wurde vom iranisch-kanadischen Architekten Fariborz Sahba entworfen und am 24. Dezember 1986 eröffnet.



Hier ist heute sehr viel los. Bereits vor dem Eingangstor hat sich eine lange Schlange gebildet, an der wir uns als ausländische Touristen jedoch nicht anstellen müssen – dafür bezahlen wir in allen kulturellen Stätten aber auch ein Vielfaches des Eintrittsgeldes. So gelangen wir schnell auf das riesige Areal des Tempels. Dort ist man auf den Wegen erwartungsgemäß in einer einzigen Prozession aus unzähligen Menschen unterwegs. Wer ein Problem mit großen Personenansammlungen hat, könnte hier an seine Grenzen kommen. Es ist zwar alles friedlich, aber eben auch ziemlich beengt und so achten wir genau darauf, dass wir uns nicht aus den Augen verlieren. Der Versuch wegen eines Fotos sich gegen den Strom zu bewegen, ist dann auch ein Erlebnis der besonderen Art. Der Blick auf die wunderschön schlichte Tempelarchitektur entschädigt aber unbedingt für diesen Trubel – der an sich natürlich auch ein prägendes Reiseerlebnis ist.



Immer wieder sind wir davon verblüfft, wie Mr Satdev uns nach unseren Besichtigungen zielsicher wiederfindet. Bei all dem Trubel, der außerhalb der Sehenswürdigkeiten herrscht – zahllose Straßenhändler, Tuktuks, Mofas, heilige Kühe – bleibt uns das ein immerwährendes Rätsel.



Die letzte Station des heutigen Tages erreichen wir nach einer weiteren Transferfahrt durch Delhi erst am späten Nachmittag. An den Ampelkreuzungen kommen wir immer wieder mit bettelnden Menschen – oft Frauen mit ganz kleinen Kindern – in Kontakt. Dem Rat unseres Guides folgend, ignorieren wir das Klopfen an die Fensterscheiben unseres Autos – auch wenn uns das nicht so leichtfallen will.



Das Qutb Minar ist ein Sieges- und Wachturm sowie ein Minarett. Es gilt als frühes Meisterwerk der indo-islamischen Architektur und zählt zu den höchsten Turmbauten der islamischen Welt. Die exakte Bauzeit des Qutb Minar ist nicht bekannt. Der Grundstein wurde wahrscheinlich Ende des 12. oder Anfang des 13. Jahrhunderts nach dem Sieg der Moslems über die Hindus gelegt. Seit 1993 ist es als Teil des Qutb-Komplexes als Weltkulturerbe der UNESCO anerkannt. Eine Besteigung ist für Besucher nicht mehr erlaubt, seitdem im Jahr 1981 bei einem Stromausfall und einer nachfolgenden Massenpanik 45 Menschen ums Leben kamen…







Wir schlendern gemeinsam mit vielen anderen Touristen über das weitläufige Areal und lassen uns von dem hohen Turmbau, seinen Inschriften und den umliegenden Gebäuden beeindrucken. Ein schöner Abschluss dieses so reichhaltigen Tages.



Auf einen angebotenen Besuch bei Teppichhändlern aus Kaschmir verzichten wir dankend und verabschieden uns alsbald von unseren City-Guide, der auf dem Rückweg zum Hotel an einer Bahnhaltestelle aussteigt.

Geplättet und über den Rand gefüllt mit neuen Eindrücken erreichen wir nach Einbruch der Dunkelheit unser Hotel und genießen ein Fünf-Sterne-Abendbuffet. Sowohl Auswahl, Anrichtung als auch Qualität der Speisen können hier auf ganzer Linie überzeugen. Die Kinder springen noch in den nächtlichen Pool und wir spazieren ein wenig durch die gepflegte Anlage.



Dann fallen wir endlich todmüde in die Betten. Was für ein erster Tag!
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2. Kapitel: Von Delhi zum Jim-Corbett-Nationalpark

Ähnlich gut wie das Abendessen ist auch das Frühstück im Eros Hotel. Mit gut gefüllten Bäuchen treffen wir CB und Mr. Satdev in der Lobby des Hotels. Schnell werden unsere Koffer wieder auf das Autodach gewuchtet und sicher vertäut. Und dann verlassen wir Delhi. Das ist ein sehr kurzer Satz für einen länger andauernden Prozess. Denn heute ist Montag und auch zu recht früher Stunde ist der Verkehr bereits um einiges lebendiger als am Vortag. Dazu kommt, dass sich Delhi natürlich extrem ausdehnt und so fahren wir noch eine ganze Weile vorbei an quirligem Leben und riesigen Hochhauskomplexen. So gibt es immer etwas zu sehen.

Die Fahrt von ca. 270 Kilometern Länge wird insgesamt etwa sechs Stunden dauern. Zuerst folgen wir einem gut ausgebauten Highway, später wird es über kleinere Straßen durch vielerlei Siedlungen gehen. Mittagsrast machen wir an einer Dharma. Das ist eine typische Raststätte, von denen sich zahlreiche an den großen Straßen Indiens finden. CB hat für uns heute die Shiva-Dharma ausgewählt. Das Lokal ist gut gepflegt, es gibt leckeres Essen und wir probieren zum ersten Mal den typischen würzig-süßen Chai. Und auch die Waschräume der Raststätte sind u.a. westlich ausgestattet und dazu noch blitzsauber – das wird übrigens bei allen Orten, an denen wir eine Pause einlegen, so sein. Eine schöne Unterbrechung des langen Wegs.

Durch landwirtschaftlich geprägte Gegend (mit der Vorbeifahr-Sichtung unserer ersten Nilgauantilopen auf den die Straße säumenden Feldern) legen wir den weiteren Weg bis zu unserem Ziel am Rand des Jim-Corbett-Nationalparks zurück. Die Fahrt zieht sich dabei durchaus.

Der Corbett-Nationalpark liegt im indischen Bundesstaat Uttarakhand am Fuß des Himalaya, dessen hohe Gebirgszüge man aber von dort nicht sehen kann. Er ist nach dem britischen Jäger und Naturschützer Jim Corbett benannt, der 1936 maßgeblich daran beteiligt war, dass dieser erste Nationalpark in Indien eingerichtet wurde.
Wir wohnen die nächsten drei Nächte im River Edge Resort, einer kleinen Hotelanlage direkt am Ufer des Kosi-Flusses.



Die Unterkunft umfasst etwa zehn Zimmer, die in fünf zweistöckigen Häusern über ein kleines Gartenareal verteilt sind. Dazu gibt es einen Pool (ganz wichtig für die Kids!) und ein wirklich exzellentes Restaurant, das optisch zwar eher schlicht daherkommt, kulinarisch aber mit zum Besten auf unserer Reise gehört. Wir haben hier Vollpension und können gar nicht so viel essen, wie uns hier zu drei Mahlzeiten am Tag angeboten wird… :P

Nachdem wir unser schlichtes Zimmer bezogen haben, möchten die Kinder unbedingt den Pool erkunden. Dieser ist jedoch aktuell fest im Besitz einer Rhesusaffenfamilie, die immer wieder auf einen etwa drei Meter hohen Baum am Rand des Schwimmbeckens klettert, um dann wie von einem Sprungbrett aus mit lautem Klatschen ins kühle Nass zu springen. Was sind die verspielten Makaken doch für überraschend geschickte Schwimmer! Wir beobachten höchst amüsiert. Als wir aber endlich die Kameras aus dem Zimmer geholt haben, ist der Affen-Badespaß leider beendet und wir können die Tiere nur im Ruhezustand ablichten.





Nachdem die Makaken von der Bildfläche verschwunden sind, machen schließlich unsere Kinder den Pool unsicher. Bei der herrschenden Hitze des Nachmittags ist das Wasser eine wirklich willkommene Abkühlung. Da kann man die Affen schon verstehen.

Nach dieser Pause unternehmen wir am fortgeschrittenen Tag noch einen lohnenswerten Ausflug zum nahen Garjia Tempel, der sich inmitten des Kosi-Flusses auf einem schroffen Felsen erhebt.



Der kleine Tempel liegt absolut malerisch. Um ihn herum ist eine Menge los. Es gibt bunte Stände, an denen die Pilger diverse Devotionalien kaufen können. Und Pilger gibt es hier zahlreich. Es wird im Fluss gebadet und geduldig angestanden, um die steilen Stufen zum Tempel hinaufzusteigen.





Mittendrin trotten heilige Kühe umher. Wir sind die einzigen Westler und werden entsprechend beäugt.



Das zu dieser Jahreszeit weitgehend trockene Flussbett nutzen wir zu einem kleinen Birding-Spaziergang. Wir hoffen auf Ibisbills, können die schönen Vögel aber leider nicht entdecken. Dafür zeigen sich Common und White-Breasted Kingfisher. Über unseren Köpfen fliegen Great Hornbills hinweg. Was sind das doch für riesige und schöne Tiere! Leider sind die genannten Vögel entweder weit weg oder sitzen im schlimmsten Gegenlicht. Die fotografische Ausbeute ist daher etwas schmaler. Immerhin ein paar andere Vögel können wir im Flussbett jedoch festhalten.


River Lapwing (Flusskibitz)


White-browed Wagtail (Weißbrauenstelze)


Common Greenshank (Grünschenkel)

Bis zum Sonnenuntergang bleiben wir hier und genießen die Vogelwelt und das lebendige Treiben rund um den kleinen Tempel.





Gern würden die Kinder eines der Tücher als Souvenir erwerben, die von den Gläubigen als Opfergabe im Tempel dargebracht werden. Da aber keines der Stoffstücke im Rahmen der reichhaltigen Verzierung aus nachvollziehbaren Gründen auf die Swastika als religiöses Glücksymbol verzichtet, sehen wir aus ebenso nachvollziehbaren Gründen von einem Kauf ab.

Nach Einbruch der Dunkelheit erreichen wir das River Edge und genießen zum Tagesabschluss ein wunderbares Dinner. Hier wird ganz authentisch nordindisch gekocht. Masala Paneer und Co wissen auf ganzer Linie zu überzeugen und sind so gewürzt, dass auch der sensible Mitteleuropäer mit Genuss speisen kann.

Bald geht es dann in die bequemen Betten, denn um kurz vor fünf wird die Nacht bereits wieder vorbei sein. Wir werden zu unserer ersten indischen Safari in den Corbett-Nationalpark aufbrechen.
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3.Kapitel: Erste Morgensafari im Corbett-Nationalpark

Unbarmherzig schrillt der Handywecker durch das noch stockdunkle Zimmer. Okay – es ist kurz vor fünf und damit Zeit aufzustehen. Wir sind schließlich im Urlaub. Zuerst unterziehen sich die Erwachsenen einer Katzenwäsche, dann werden die Kinder geweckt. Das ist schon etwas brutal. Unsere Siebensachen haben wir zum Glück bereits am Vorabend gepackt: Fleecejacken für die ganz frühen Stunden liegen bereit, die Kameras sowieso und dazu noch eine Tasche mit Snacks und feuchten Outdoor-Handtüchern, die Wunder wirken, wenn man sie sich in der Tageshitze um die Handgelenke legt oder um den Nacken breitet.

Kurz vor halb sechs marschieren wir gut bepackt zum Rezeptionsgebäude. Dort wartet bereits unser Gypsi auf uns – das sind in Indien die Geländewagen-Modelle, mit denen die Privatsafaris durchgeführt werden. Hinter dem Fahrer- und Beifahrersitz befinden sich zwei Sitzbänke für jeweils drei eher schlanke Personen. Ein Dach gibt es nicht. Alles ist äußerst offen. Alternativ hätte man (etwas preiswerter) auch eine Canter-Safari buchen können. Diese findet dann gemeinsam mit rund zwanzig anderen Leuten auf der umgebauten Ladefläche eines LKW statt. Canter haben wir erst in Ranthambhore gesehen und sind rückblickend äußerst froh, nicht diese Art des Gamedrives gebucht zu haben… :whistle:

Wir werden heute und morgen auf unseren insgesamt vier Ausfahrten immer denselben Fahrer haben. Dazu kommt noch ein Forest-Guide, der bei jeder Safari wechseln wird. Fahrer und Guide sind motiviert bei der Sache, CB sowieso.
Im Zwielicht des anbrechenden Tages nehmen die Damen in der ersten Sitzreihe Platz, CB und ich besetzen die Rückbank. Diese Konstellation werden wir die ganze Zeit über beibehalten.

Einige Kilometer gilt es zurückzulegen, bis wir das Gate erreichen, das zu der uns für den heutigen Morgen zugewiesenen Zone des Nationalparks führen wird. Wir werden die nächsten Stunden in der Dhela-Zone verbringen, die eine Mischung aus dichtem Wald und offener Graslandschaft bereithält.



Am Tor ist bei unserer Ankunft noch nicht viel los. Insgesamt werden vielleicht zehn Autos mit uns gemeinsam zu früher Stunde einfahren. Das hatten wir uns viel rummeliger vorgestellt. Wir müssen unsere Pässe vorzeigen, alle Daten werden mit unserer Buchung abgeglichen, die schon einige Monate zurückliegt. In Indien ist Safari eine stark regulierte Angelegenheit. In jedem Zeitfenster – also morgens oder nachmittags – darf nur eine klar begrenzte Autoanzahl in den Park einfahren. Je Zone sind das vielleicht zwanzig Fahrzeuge. Es ist dabei streng untersagt, die zugewiesene Zone zu verlassen oder länger als erlaubt im Park zu bleiben. Die Autos im Corbett sind allesamt getrackt. Den Fahrern drohen bei Missachtung der Regeln empfindliche Strafen. Ein positiver Effekt dieser Strenge ist natürlich, dass die Tierwelt nicht über Gebühr belästigt wird. Wagenburgen von dreißig oder mehr Autos wird man hier zum Glück vergeblich suchen.

Als das Tor sich öffnet, steigt unser Forest-Guide hinzu und die Fahrt in den indischen Dschungel beginnt. Was sind wir gespannt!
Bereits auf der Zufahrtsstraße haben wir im noch schummerigen Licht unsere ersten Sichtungen.


Indian Grey Hornbill (Indienhornvogel)



Grey Francolin (Wachtelfrankolin)

Nach vielleicht zwei Kilometern Fahrt sind aus dem dichten Bewuchs, der sich rechts und links der Straße befindet, deutliche Warnrufe zu hören. Hier sind es wohl Axishirsche, die laut schnauben und damit auf die Präsenz eines Tigers hinweisen. Da der Dschungel äußerst dschungelig ist, sind diese akustischen Indikatoren beim Auffinden von Tigern elementar. Mehr als wenige Meter kann man selten ins Dickicht blicken. Solange ein Tiger in Bewegung ist, werden die Warnrufe anhalten und dabei – so die Hoffnung – die Richtung preisgeben, in die die Raubkatze zieht. Immer wenn solche Rufe erschallen – entweder aus den Kehlen der Axishirsche oder von Sambarhirschen oder Languren ausgestoßen – wird das Auto gestoppt und es wird gewartet und in die dichte Vegetation gestarrt. Das verlangt durchaus Geduld und diese wird auch längst nicht immer belohnt.
Heute früh ist es aber anders, denn bereits nach kurzer Zeit kreuzt tatsächlich ein Tiger in mittlerer Entfernung hinter unserem Auto den Weg. So schnell wie er kam, ist er jedoch auch wieder im Dickicht verschwunden. Leider hat die Katze es augenscheinlich richtig eilig. Und an ein Foto ist leider gar nicht zu denken. Wie schade!

Aber wir geben die Hoffnung nicht auf, denn der Tiger scheint eine Richtung eingeschlagen zu haben, in der ein weiterer Waldweg liegt. Diesen steuern wir nun an und warten. Die warnenden Hirsche bleiben aktiv und tatsächlich zeigt sich der Tiger nach einigen Minuten erneut beim Queren des Wegs – nur leider taucht er weiter entfernt auf als gedacht und ist wieder mit enormer Geschwindigkeit unterwegs. So entsteht auch hier nur unscharfes Bildmaterial, das nicht mal als Sichtungsbeweis taugen will. Das Fotografenherz blutet etwas, während wir von der ersten Tigersichtung eigentlich euphorisiert sein sollten. Der Forest-Guide meint, dass es sich bei der Tigerin, die wir kurz gesehen haben, um eine der scheuen Katzen des Corbett handelt. Schon wenige Autos seien ihr nicht geheuer und so meide sie die Wege, die durch den Park führen. Aber immerhin: Noch keine Stunde auf Safari und eine erste Tiger-Sekunden-Sichtung.

Wir verlassen den dichten Wald und fahren durch offenes Grasland. Der Forest-Guide kennt einen Nistbaum von Brahma-Käuzen. Diesen steuern wir nun an – CB weiß schließlich, dass wir große Eulenfreunde sind. Auch das ist ein Vorteil von Privatausfahrten. Denn Canter-Safaris sind die ganze Zeit über eigentlich nur auf Tigersuche unterwegs und für anderes Wildlife – dabei gar Vögel – wird kaum gehalten.
Wir genießen im schönen Morgenlicht ausgiebig den Blick auf den kleinen Brahmakauz. Wieder eine neue Eulenart auf der Liste!



Nach langer Eulenbetrachtung umkreisen wir das Grasfeld und hören dabei erneut Warnrufe. Da diese grob aus der Laufrichtung unserer flotten Tigerin kommen, warten wir. Die Rufe sind dieses Mal richtig nah, aber leider will sich die Katze nicht zeigen. Wahrscheinlich sieht sie uns aus dem Dickicht heraus und zieht es vor, im Verborgenen zu bleiben. Irgendwann verstummen die Rufe und wir machen uns wieder auf den Weg. Schade.

Dafür kommt uns kurz nach der Weiterfahrt ein Goldschakal entgegen. Ein schönes Tier!



Und wenig später treffen wir auf unsere ersten asiatischen Elefanten seit 2018. Eine kleine Familiengruppe ist an einer Wasserstelle unterwegs. Einige Kühe und Jungtiere lassen sich beim Trinken und Herumstromern beobachten.







Als eine junge Kuh übermütig auf den Weg spaziert, genießen wir eine richtig schöne Beobachtung.



Im schönsten Sonnenlicht können wir alsbald einige Brahminy-Starlings (Pagodenstar) entdecken. Das Schöne am Birden in unbekannten Gefilden ist, dass sich Erstsichtung an Erstsichtung reiht.



Später zeigt sich uns noch ein riesiger Elefantenbulle. Leider ist das Licht hier nicht optimal. Und so langsam wird es auch richtig heiß.



Eine Rhesusmakake mit Jungtier kreuzt unseren Weg.



Und dann warten wir – zum Glück im Schatten der dichten Bäume – einmal mehr an einer Tiger-Verdachtsstelle, ohne dass sich der Tiger zeigen möchte. Dafür zeigt uns CB aber einen Asiatischen Paradiesschnäpper in seiner ganzen Pracht, der sich unweit von uns flink durch die Bäume bewegt, zu unserem Glück aber bald für lange Augenblicke malerisch verharrt. Eine so schöne Beobachtung war uns bezüglich seines afrikanischen Vetters trotz vieler Reisen noch nicht vergönnt. Entsprechend erfreut ist das Fotografenherz, auch wenn der Tiger noch auf der Speicherkarte fehlt.





Bald ist es an der Zeit, den Park zu verlassen – wie gesagt: Die Zeiten werden genau kontrolliert. Auf der Teerstraße, die hinausführt, begegnet uns noch ein Bankivahuhn als Abschiedssichtung. Erneut ein wirklich schöner Vogel.



Und das war sie auch schon: Unsere erste Safari in Indien. Ein Tiger, kein Foto. Aber es folgen ja noch einige Chancen. Dafür aber Elefanten, ein Goldschakal und jede Menge uns begeisternder Vögel. Kein schlechter Start.

Durch die Hitze des Vormittags fahren wir zurück ins Hotel. Der Fahrtwind ist bei diesen Temperaturen sehr willkommen.
Im River Edge Resort wartet ein gutes Frühstück auf uns, die Betten rufen nach dem frühen Aufstehen lautstark und laden zu einer Siesta ein. Und natürlich möchte auch der Pool ausgiebig genutzt werden.

Am Nachmittag geht es zurück in den Park. Wir werden die Jhirna-Zone erkunden.
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4. Kapitel: Ein Nachmittag in der Jhirna-Zone

Die Stunden zwischen den Gamedrives haben wir gut genutzt. Neben einem leichten Mittagessen (sehr lecker – aber: Wer soll so viel essen?) und Poolzeit kam auch das Birding auf dem Hotelgelände nicht zu kurz.


Gangesbrillenvogel (Oriental White-eye)

Gegen 14.30 Uhr ist unsere Pause aber vorbei. Der Gypsy wartet an der Einfahrt zum Hotel und voller freudiger Erwartungen nehmen wir die angestammten Plätze ein. Der Weg führt uns heute Nachmittag zum selben Eingangstor wie am frühen Morgen. Um die Jhirna-Zone zu erreichen, muss man die Hauptpiste der Dhela-Zone bis zu ihrem Ende fahren.
Am Gate ist wieder erstaunlich wenig los. Es sind mehr Graue Languren als Jeeps vor Ort.



Nach einem kurzen Stopp am Brahmakauz-Baum, dessen Bewohner sich aber nachvollziehbarerweise in den Schatten zurückgezogen hat, erreichen wir bald den Zugang zur Jhirna-Zone.



Heute Nachmittag werden wir oft ganz allein über die Pisten des Parks fahren. Die wenigen Autos, die mit uns in die Zone einfahren, verteilen sich nach kurzer Zeit. Das ist schonmal schön.
Weniger schön ist, dass sich die Sichtungen während der Ausfahrt in Grenzen halten werden. Wenn ich mich recht erinnere, gab es während der nun anbrechenden gut zweieinhalb Stunden nicht mal Alarm-Call-Stopps.

Die Jhirna-Zone besteht mehrheitlich aus schönem, aber eben auch sehr dichtem Dschungel. Da freut man sich, wenn mal ein Spotted Deer in einem lichteren Bereich unterwegs ist.



Unterbrochen wird der dichte Bewuchs durch einige Flussbetten. Hier hat man naturgemäß einen weiteren Blick und es ergibt sich sogleich die schöne Sichtung eines stattlichen Elefantenbullens.





Lange halten wir oberhalb einer steilen Böschung und beobachten vielerlei Vögel. In einiger Entfernung sitzen Schneegeier (Himalayan Vulture) am gegenüberliegenden Felsen.



Viel näher sind wir aber einer Kolonie von Blauschwanzspinten (Blue-tailed Bee-eater), unter sie sich auch ein Bronzescheitel-Smaragdspint (Green Bee-eater) gemischt hat.











Hier gelingen schöne Beobachtungen.

Ein Haubenschlangenadler (Crested Serpent Eagle) lässt sich auch blicken.



Und es kommt zu einer gegenseitigen Beobachtung zwischen uns und Rhesusaffen. Hier pulsiert das Leben und die Landschaft ist absolut malerisch. Richtig schön.



In einem anderen Flussschleife steht ein weiterer Elefantenbulle. In Punkto Elefanten wird der Corbett NP seinem Ruf gerecht.



Weiter geht es durch dichte Vegetation mit wenig bis gar keinen Sichtungen. Wenn ein Tier nicht auf oder direkt neben dem Weg steht (und es keine Warnrufe gibt), würde man wahrscheinlich achtlos vorbeifahren. :S

Erst an einem kleinen Wasserloch sehen wir wieder tierisches Leben.


Ein Bronzescheitel-Smaragdspint (Green Bee-eater)


Eine Pfauendame


Und ein Weißhaubenhäherling (White-crested Laughingthrush), den ich mit seinem ausgeprägten weißen Schopf sehr sehenswert finde. Einer meiner Lieblingsvögel aus dem Corbett.

Nach einer längeren Weile treffen wir auch auf Säugetiere. Zwei Muntjaks sind im Gehölz neben der Piste unterwegs, dabei aber nur schwer zu fotografieren. Erst als sie den Weg queren, gelingt ein buschfreies Foto des Weibchens.



Der Rest der Fahrt in der Jhirna-Zone verläuft ereignislos und in mir beginnt es sich langsam einzudunkeln. Tiere sehen wir wenige – und wenn, dann sind sie hinter Ästen verborgen. Und auch die Vogelwelt fliegt gern schnell weiter, wenn wir unser Auto stoppen. :(
Ein kleiner Höhepunkt ist da die Sichtung von zwei Doppelhornvögeln (Great Hornbill), auch wenn sich die beeindruckend riesigen Vögel wenig fotogen präsentieren mögen. Aber hier ist zum Glück eine Wunschsichtung erfüllt, die sich auf Basis unseres eigens erstandenen Vogelbestimmungsbuchs ergeben hat.



Als letzter nennenswerter Vogel zeigt sich uns ein Schwarzstorch weit oben im Wipfel eines großen Baums.



Als wir den Rückweg über die Dhela-Zone antreten, kommt es unverhofft dann doch noch zu einigen schönen Sichtungen.
Auf der Piste sind ein paar Elefanten unterwegs. Da hier erstmal kein Weiterkommen ist, können wir ganz entspannt beobachten, wie eine große Kuh genüsslich einen Busch zerlegt.





Als es schließlich weitergeht, halten wir noch bei einigen kapitalen Axishirschen und können gegenüber in einer Senke den zweiten Goldschakal des heutigen Tages beobachten.







Ein schöner Sonnenuntergang beschließt unseren heutigen Safaritag.



Trotz dieser malerischen Szenerie kann ich nicht verhehlen, dass ich etwas enttäuscht bin. Und so hadere und grummele ich auf der Rückfahrt in mich hinein. :S Irgendwie hatte ich ziemlich falsche Erwartungen und auch darüber ärgere ich mich, denn ich bin ja kein Safari-Neuling mehr. :whistle: Aber der vermaledeite Tiger-Sichtungsdruck ist leider deutlich spürbar und konnte durch die Sekundensichtungen am Morgen nicht erkennbar gelindert werden. Das verleidet mir die Freude an den kleinen Dingen. Und ich ärgere mich schon wieder über mich. Denn auch nicht auf jeder Drei-Stunden-Runde durch Etosha, Kruger und Co würde ich davon ausgehen, dass sich Löwen oder gar Leoparden in fotogensten Posen zeigen. Aber hier in Indien erwarte ich irgendwie, dass die Tiger nur so auf der Straße oder an jeder Wasserstelle liegen. Und das ist in Anbetracht der überschaubaren Gesamtzahl dieser Tiere von weniger als 3700 Tieren im ganzen Land wahrlich wenig wahrscheinlich. Und wenn dazu noch der dichte Dschungel mit seiner begrenzten Sichtweite kommt… Ich weiß auch nicht: Jedenfalls grummele ich darüber nach, warum die Tigersuche bei anderen (oder in diversen Reiseberichten) so einfach aussieht und bei uns noch nicht richtig erfolgreich war. Was bleibt, ist erstmal ein schales Gefühl. Eigentlich blöd, wenn man bedenkt, dass wir erst einen Safaritag hinter uns haben. Aber in der Situation selbst erschien mir das alles jedenfalls höchst ungerecht zu sein und erst im Rückblick kann ich altersweise darüber schmunzeln.

Das Abendessen ist wie am Vortag fantastisch und bald geht es in Richtung Betten. Mitten in der Nacht werden wir von lautem Getöse aus dem Schlaf gerissen. Ein mächtiges Gewitter tobt direkt über unseren Köpfen. Es blitzt und donnert in schneller Taktung. Dazu fällt ein sintflutartiger Regen, dass es nur so rauscht. Damit hatten wir im trocken-heißen April Indiens überhaupt nicht gerechnet und so hoffen wir, als wir uns wieder in die Betten kuscheln, dass das Gewitter bis zum frühen Morgen weitergezogen sein wird – sonst wird die Ausfahrt so ganz ohne Dach eine ziemlich nasse Angelegenheit… :pinch:
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5. Kapitel: Die Bijrani-Zone

Vor Sonnenaufgang hat sich das Gewitter zum Glück verzogen. Was bleibt ist eine angenehme Kühle und ein vom feuchten Dunst verhangener Himmel. Im Zwielicht des frühen Morgens verlassen wir unser Zimmer und finden CB bereits auf der Aussichtsplattform am Flussufer. Dort sind wenige Meter entfernt einige Sambarhirsche in der Dunkelheit zu erahnen. Einer von ihnen stößt immer wieder deutliche Warnrufe aus. Wittert er ein Raubtier? Ist er nur durch die menschliche Präsenz schräg über ihm alarmiert? Wir warten kurz und müssen dann – etwas hin und hergerissen –zum Gypsy gehen, schließlich wollen wir pünktlich am Gate sein.

Zum Eingang der Bijrani-Zone, die wir heute erkunden dürfen, ist es nicht weit. Nach wenigen Fahrminuten sind wir bereits da. Auch hier ist überraschend wenig los und so fahren wir nach kurzem Einreiseprozedere mit nur wenigen anderen Autos in den Nationalpark ein. Bijrani ist eine der beliebten Zonen im Corbett-NP. Sie ist geprägt von malerischem Wald, steilen Berghängen und breiten Flussbetten. Landschaftlich ist das die schönste Zone, die wir hier besuchen werden.

Von den Sichtungen her ist der Vormittag aber leider wenig ergiebig… :S

Nicht lange nach der Einfahrt kreuzen wir ein erstes Flussbett. Hier und in dessen Umgebung haben wir schöne Vogelbeobachtungen im schummrigen Morgenlicht.


Eisvogel (Common Kingfisher)


Rosen-Mennigvogel (Rosy Minivet)


Rotlappenkiebitz (Red Wattled Lapwing)

Letzterer brütet auf der Piste und muss sorgsam umfahren werden.

Bald darauf führt die Fahrt durch dichten Wald. Ein Stork-billed Kingfisher fliegt vorbei und wir sind verblüfft von der Größe dieses Eisvogels.
Bald können wir ein Muntjak-Pärchen entdecken, das sich ganz entspannt auf und neben der Straße bewegt. Eine längere Zeit können wir es beim Äsen beobachten. Das wird unsere schönste Muntjak-Beobachtung werden.









Pfauen sind im Wald omnipräsent.



Der Weg führt entlang eines weitestgehend ausgetrockneten Flussbetts. Plötzlich sind Warnrufe deutlich zu vernehmen. Also halten wir an. Nun heißt es: warten, spähen und hoffen. Zuerst bewegt sich nichts, aber die Warnrufe ertönen regelmäßig. Bald zeigen sich die Verursacher: Zwei Sambarhirsche betreten zögerlich das Flussbett und queren es in unsere Richtung.



Vorsichtig laufen die beiden hinter unserem Wagen über die Piste und verschwinden schnell wieder im Dickicht.



Vom Auslöser der Warnrufe findet sich auch nach weiterer Wartezeit leider keine Spur und so fahren wir irgendwann unverrichteter Dinge weiter. :(

Auch wir queren das Flussbett und rumpeln über Geröll. Ohne 4x4 ginge es spätestens hier nicht weiter.
Am gegenüberliegenden Ufer windet sich der Weg an einem Berghang entlang. Hier haben wir das Glück ein Bankivahuhn (Red Jungle Fowl) sehr fotogen anzutreffen. Was für ein farbenprächtiger kleiner Geselle!



Wenig später lässt sich als Neuzugang für die Vogelliste ein Mohrenschwarzkehlchen (Pied Bush Chat) ablichten.



Dann gibt es an einer steilen Böschung wieder Warning-Calls. Hier sind schon einige Jeeps anwesend und man wartet geduldig oder fährt ein wenig hin und her, um im dichten Wald den Auslöser der Schreie auszumachen. Als diese nach einiger Zeit verhallen, können wir tief im Gebüsch ruhende Sambarhirsche entdecken. Das ist kein gutes Zeichen bezüglich der Anwesenheit eines Prädatoren. Und so haben wir auch hier Pech – denn einige Zeit vorher hat sich der hier nur akustisch angekündigte Tiger Erzählungen gemäß in dem offenen Flussbett gezeigt, das wir nun durchrumpeln. So schade!

Immer wieder kommt es zu Sichtungen der „üblichen Verdächtigen“. Axishirsche lassen sich in allen Zonen des Parks regelmäßig beobachten.



Und auch einen weiteren Muntjak können wir entdecken. Dieses Mal gut versteckt in einer kleinen Höhlung des Berghangs.



Und so bleibt auch diese Rundfahrt durch den Park tigerlos – aber einen Abschlusshöhepunkt hält sie doch noch für uns bereit.
Neben einem Flussarm, in einem satt begrünten Baum sitzend, präsentiert sich uns ein Fischuhu (Brown fish owl). Den Anblick dieser großen Eule hatte ich mir im Vorfeld der Reise unbedingt gewünscht. Und so kommt am Ende der Ausfahrt dann doch eine kleine Euphorie auf. Der Fischuhu sitzt recht frei im Geäst des Baums und wirft uns immer wieder müde Blicke zu. Was will man mehr? :)





Und so endet der landschaftlich wirklich schöne Drive mit einer versöhnlichen Sichtung. Das ist gut fürs Gemüt.

Als wir zurück im Hotel sind, erzählt uns einer der Angestellten, dass, nachdem wir zur Safari aufgebrochen sind, tatsächlich ein Tiger zum Trinken ins Flussbett kam. Die Warnrufe galten also tatsächlich nicht uns. :pinch: Das ist nun aber wirklich gemein! :evil: Wir versuchen uns zu trösten, indem wir uns sagen, dass das vorhandene Restwasser in weiter Entfernung von unserem Ufer fließt und das Licht beim Auftritt des Tigers bestimmt auch noch gaaaanz schlecht war. Wir fragen aber lieber nicht weiter nach… :side:

Nach einem guten Frühstück genießen wir die Annehmlichkeiten der kleinen Hotelanlage. Die Kinder spielen Fotoshooting im Garten, die Erwachsenen spazieren bei großer Hitze durch das nun tiger- und schattenlose Flussbett und beobachten einige Vögel, die sich am Restfluss aufhalten. Neben Kormoranen und Flusskiebitzen, die sich aber nicht anständig fotografieren lassen, können wir diese zwei Arten ablichten.


Rotlappenkiebitz (Red Wattled Lapwing)


Flussregenpfeifer (Little ringed plover)

Dann ruft der erfrischende Pool und lockt mit unserem mitgebrachten Ball und dem als Wurfziel gebrauchten Rettungsring mit Spiel und Spaß. Dank Vollpension wartet auch ein leckeres Mittagessen auf uns, für das aber kaum Platz in unseren Bäuchen ist – man will sich vor einem Nachmittagsgamedrive mit eingeschränktem Washroom-Angebot ja auch nicht über Gebühr den Bauch vollschlagen.

Um 14.30 Uhr werden wir ein letztes Mal in Richtung Corbett-Nationalpark aufbrechen. Es wird erneut in die Dhela-Zone gehen, also den Bereich, den wir auf unserem ersten Gamedrive bereits befahren durften. Ob es am Ende doch noch für ein Tigerfoto im Corbett reichen wird? Ich habe da so meine Zweifel… :dry:
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