28.02. Tiermarkt in Bahla und Bienenkorbgräber von Al-Ayn
Heute habe wir um 7 Uhr bereits gefrühstückt. Wir wollten gegen 8 Uhr bereits auf dem Tiermarkt in Bahla sein. Der größere findet zwar freitags immer in Nizwa statt, der ist jedoch mittlerweile touristisch ziemlich überlaufen. Unsere Reiseagentur hat uns daher Bahla empfohlen. Der ist zwar kleiner aber es gibt kaum Touris. So war es auch. Das Spektakel sollte man sich schon ansehen. Die Tiere werden in einem Oval an Schnüren durch die Halle an den Kaufwilligen vorbei gezogen-. Wer von denen Interesse hat spricht den Tierhalter an und handelt den Preis aus. Das geht natürlich in einer guten Lautstärke ab. Es ist fast eine reine Männerveranstaltung.
Danach sind wir zum Fort in Bahla weitergegangen. Es ist das größte in ganz Oman und UNESCO Weltkulturerbe. Es liegt dem alten Souq in dem der Tiermarkt stattfindet direkt gegenüber. Mit der alten frühislamischen Moschee zusammen kostet es 5,50 OMR, zwar kein Schnäppchen, lohnt sich aber. Das Fort beeindruckt schon durch seine Größe. Die alte Stadt Bahla wird noch von einer 13 Kilometer langen Stadtmauer umgeben. Wir haben direkt vor dem Fort einen Parkplatz bekommen.
Vom Fort sind wir zur Moschee gegangen. Sie liegt vielleicht 200m davon entfernt. Es ist eine frühislamische Moschee, die allerdings nicht mehr für Gebete genutzt wird. Trotzdem muss man die Bekleidungsvorschriften wie für alle Moscheen beachten. Für Frauen gibt es die Möglichkeit einen Umhang mit Kopftuch auszuleihen. Das hat Friederike auch getan. Wir hatten nicht damit gerechnet das für Moschee-Museen ebenfalls die Bekleidungsvorschriften gelten. Die Moschee ist ein unspektakuläres Gebäude. Wenn man jedoch schon da ist, sollte man es auch besuchen.
Da es mittlerweile bald wieder Mittagszeit ist und wir auch nicht wussten ob wir noch durch Orte kommen in denen man etwas einkaufen kann, haben wir uns einen kleinen Snack in Bahla besorgt bevor die Fahrt weiterging zu den Bienenkorbgräbern von Al-Ayn. Sie stammen aus dem 3. Jahrtausend vor Christus. Knochenreste oder Grabbeigaben wurden nicht gefunden. Das hatten sicherlich schon Grabräuber an sich genommen aber anhand von Tonscherben, die sich noch in den Gräbern fanden, konnte das Alter ermittelt werden. Damit gehört der Oman zu einem der am frühesten von Menschen besiedelten Gegenden der Erde. Wir sind bis zu den Gräbern auf den Hügel gestiegen und fanden das sehr interessant.
Nun was fehlt für einen gelungenen Tag im Oman noch? Ihr könnt es euch schon denken, ein Wadi. Wir hatten uns gedacht eine Mittagspause im Wadi Dham zu machen. Obwohl man uns sagte das sich kein Wasser darin befindet, sind wir trotzdem hingefahren. Und wir fanden es auch mit wenig Wasser durchaus sehenswert. Und da sich in einem Wadi immer auch Bäume befinden, hatten wir auch einen schattigen Platz für die Mittagspause. Ein paar Overlander, auch aus Deutschland, hatten die gleiche Idee.
Die Rückfahrt zu unserer Unterkunft Basmat Al Misfah Guesthouse wurde dann noch einmal abenteuerlich da wir eine Alternativroute fahren wollten. Die ging vielfach über Schotterpiste in Serpentinen durch das Gebirge und Wadis, landschaftlich jedoch sehr schön, aber auch anstrengend. Friederike hatte das "Glück" die Rückfahrt zu machen. Von da ab durfte ich die restlichen Pisten im Gebirge und durch die Wadis fahren.
Nach dem heutigen Abendgebet beginnt der Ramadan. Unser Gastgeber hat uns nach dem Dinner unser Frühstück für den nächsten Morgen auf unser Zimmer gebracht. Da die Dachterrasse von der Straße aus nicht einsehbar ist, können wir dort aber weiterhin frühstücken. Da scheinen die Regeln, auch für Nichtmuslime, im Oman strenger zu sein als in Jordanien und Marokko die wir in den letzten Jahren bereist haben, ebenfalls teilweise während Ramadan. Wir sind zuversichtlich das wir irgendwo immer etwas zu essen finden, notfalls in Supermärkten und einen einsamen Platz andem wir etwas essen können werden wir sicherlich auch finden. Morgen heißt es Abschied nehmen von Misfah, dann geht es weiter zum Jebel Shams, dem höchsten Berg Omans mit 3009 Metern.