3. Dezember 2026 - Tiznit / Fahrt in den Antiatlas (Teil1)
Nach einer erholsamen Nacht in dem tollen Zimmer erwartet uns ein opulentes Frühstück. Es zieht sich allerdings sehr, da der Kellner die einzelnen Komponenten in aller Seelenruhe mit kleinen Pausen dazwischen serviert

. Im Übermut nehme ich auch eine Suppe, die wohl von Berbern gerne morgens in der kalten Wüste genossen wird. Okay, sie macht definitiv warm und satt, es ist eine Art Graupensuppe. Das Problem: man hat danach nur noch wenig Platz für all die anderen Köstlichkeiten! Memo an mich: morgen keine Suppe nehmen!
Entsprechend spät starten wir auf unsere Tour in den Antiatlas. Unser Ziel sind die Wadis rund um die Oase Ait Mansour.
Gleich vorab: die Vogelausbeute wird heute recht gering sein, zumindest was fotografierbares Material betrifft, aber auch sonst gab es meines Wissens nicht sooo viel zu sehen. Sehr beeindruckend ist aber die Landschaft

, durch die uns Jürgen sicher wie immer kutschiert.
Leider kann ich die genaue Strecke nicht mehr nachvollziehen, wir sind auf jeden Fall sehr viel gefahren, was aber gar nicht negativ gemeint sein soll. Bisschen schwierig war es, die Landschaft aus dem Auto heraus zu fotografieren, denn man konnte ja nicht ständig anhalten deshalb und manchmal ging es auch gar nicht, weil die Straße eng war und man nicht wusste, ob hinter uns etwas kommt. Daher haben manche Landschaftfotos etwas komische Farben wegen der getönten Fensterscheiben.
Da ich wie gesagt nicht genau weiß, wo wir lang gefahren sind, zeige ich jetzt einfach nur die Bilder und benamse die Tiere (wie haben nämlich nicht nur wegen Vögeln angehalten

). Viel passiert ist ansonsten auch nicht, wir haben nicht mal zu Mittag gegessen, sondern uns nur von Keksen und Nüssen ernährt, was aber auf Grund des Frühstücks völlig ausreichend war.
Unser erster Stopp - typische Birderposen:
Wen hat Jürgen da im Visier?
Einen Trauersteinschmätzer!
Hier können wir auch sehr schön die Haubenlerchen beobachten - ob es nun Theklas sind, mag ich nicht zu sagen, die Bestimmung ist schwierig (vielleicht weiß das ja jemand besser als ich). Nett sind sie allemal mit ihren kecken Frisuren, auch wenn ich ja nicht sooo sehr auf Lerchen stehen, haben sie mir doch schon viele plötzliche Stopps und lange Wartezeiten auf meinen Touren mit Matthias im südlichen Afrika beschert

).
Was nun folgt ist eine wunderschöne Fahrt hoch ins Gebirge mit toller Fernsicht.
Wir schrauben uns immer weiter hoch, bis wir kurz vor der Passhöhe einen Stopp machen und den Ausblick genießen.
Oben angekommen entdeckt zunächst Kerstin und mit etwas Verzögerung wir alle etwas, was uns sehr erstaunt und auch für Jügen in seinen 20 Jahren als Reiseleiter in Marokko eine Erstsichtung bedeutet:
Na, was seht Ihr?
Es sind drei der gefährdeten und in Marokko wohl stark gefährdeten (laut IUCN Red List) Curvier-Gazellen, die auf dem Bergrücken ihr Frühstück zu sich nehmen, Natürlich sehr weit weg - aber egal!
Bei unserem nächsten Stopp gibt es eine Blaumerle, die gar nicht blau, da das Weibchen ist

. Das Setting ist auch wieder sehr idyllisch (und auch sehr weit entfernt wie das meiste hier in Marokko

), meine Kamera macht gefühlt 100 Bilder, auf denen die Stahlstange rechts vorne knackscharf ist, der Rest entsprechend nicht

).
Sie schnappt sich - mal wieder nur ein Beweisfoto

- einen Linienschwämer, also so einen Brummer, den wir neulich morgens beim Frühstück gesehen haben.
Eine Dreiviertelstunde später dann unsere ersten Steinlerchen:
und die entsprechenden steinige Landschaft dazu
Weiter geht die Fahrt durch die ständig wechselnde Landschaft:
Beim nächsten Stopp
fotografiere ich überhaupt keinen Vogel, sondern einen hübschen Schmetterling, der die einzige kleine gelbe Blüte weit und breit gefunden hat
und daran herumnuckelt
sowie wieder einen Linienschwärmer