THEMA: Betreutes Birden in Marokko - Dezember 2024
05 Jan 2025 09:02 #700002
  • Champagner
  • Champagners Avatar
  • Beiträge: 8609
  • Dank erhalten: 23103
  • Champagner am 05 Jan 2025 09:02
  • Champagners Avatar
+ + + Wie immer können die Kommentare durch Anklicken der Sonne oben rechts ausgeblendet werden! + + +






Die Alliteration „Betreutes Birden bei Berbern“ konnte ich mir gerade noch so verkneifen….. :whistle: B)

Und keine Angst – das wird kein langer Bericht, ich war nur eine Woche unterwegs ;) !

Bevor es lange Gesichter gibt: von Marokko, bzw. dem "typischen Marokko" wird recht wenig gezeigt (also nix mit Königsstädten usw. :whistle: ) – eher davon, wie so eine reine Vogelbeobachtungsreise abläuft... bzw. es werden eben Vögel gezeigt :P .

Wie kam es zu der Reise? Nach den vielen unschönen, traurigen und teils auch kostspieligen Vorfällen vor, während und nach meiner letzten Botswanareise in 2023 war mir die Lust auf und vor allem der Mut für eine neue Buchung, und schon gar nicht weit weg ins südliche Afrika, abhandengekommen :( .

Anfang 2024 wurde mir dann bewusst, dass ich ohne wenigstens ein bisschen Vorfreude auf eine Reise, und zwar am besten auf den afrikanischen Kontinent, das Jahr nur schwer durchhalten würde.

Im April hatte ich die Idee, endlich mal um meinen Geburtstag Ende November herum ins Warme zu fliehen, was bisher ja wegen der Schulferien, an die ich gebunden war, keine Option darstellte.

Marokko kam mir in den Sinn, aber die üblichen Gruppenreisen mit Studiosus oder ähnlichem waren mir viel zu lang und - ich gebe es zu und oute mich als Banausin – auch viel zu kulturlastig :blush: . Beim Durchlesen einer solchen Tour sah ich mich vor meinem inneren Auge den Kopf verdrehen :silly: und nach Vögeln suchen, während die anderen Mitreisenden begeistert Paläste bestaunten :blink: . Moment mal – gibt es denn überhaupt Vögel in Marokko und wenn ja, welche im Winter :unsure: ?

In die Suchmaschine meines Vertrauens gab ich ein: "Vögel in Marokko" – und als erstes Ergebnis wurde mir kein Tier, sondern genau diejenige Reise angezeigt, die ich dann tatsächlich gemacht habe: 7 Tage mit max. 7 Leuten (plus Reiseleiter) Birden in Marokko. Nachdem Matthias (fotomatte) meinte, er hätte schon Gutes von dem Veranstalter gehört, nahm ich meinen ganzen Mut und meine ganzen Euros zusammen (diese Reisen sind sehr teuer :pinch: !) und ergatterte einen der wenigen Plätze für diese Tour.

Dies war grob die Route (vermutlich werde ich dann beim Fotosichten feststellen, dass wir teilweise an anderen oder zusätzlichen Stellen waren):

- Tag 1: Anreise, nachmittags Birden am Oued Souss (Unterkunft Maison Marocaine in Agadir).
- Tag 2: Küste nach Norden, Tamri-Delta, Paradise Valley (Unterkunft Maison Marocaine in Agadir).
- Tag 3: Qued Massa, Sidi Quassay (Unterkunft Riad Janoub in Tiznit)
- Tag 4: Antiatlas um Tafraoute (Unterkunft Riad Janoub in Tiznit)
- Tag 5: Entlang der Küste nach Süden Richtung Guelmim/Asrir (Unterkunft Villa Boujouf in der Oase Tighmert).
- Tag 6: In der Geröll-Wüste (Unterkunft Villa Boujouf in der Oase Tighmert).
- Tag 7: Fahrt nach Assa (Unterkunft Villa Boujouf in der Oase Tighmert).
- Tag 8: Heimreise


Dies waren meine Erwartungen/Hoffnungen/Bedenken :dry: :

1. Wärme im Dezember erleben
2. Ein neues Land kennenlernen
3. Neue Vögel entdecken (ganz oben auf der Liste stand der Waldrapp!)
4. Verwöhnt werden (Einzelzimmer mit Halbpension)
5. Rumgefahren werden (der Reiseleiter ist gleichzeitig der Fahrer)
6. Die Möglichkeit haben, ein bisschen Französisch zu sprechen
7. Einigermaßen erträgliche Mitreisende haben, denn Matthias lästerte diesbezüglich schwer im Vorfeld und ich hatte ehrlich gesagt auf der einen Seite ein bisschen Bammel vor Hardcore-Birderinnen und Birder und auf der anderen davor, mich zum Deppen zu machen.
8. Testen, ob es mit meinen neuen Mietern in Sachen „Katzenbetreuung“ gut klappt.
9. Durch die relativ kurze Reise (die Wahrscheinlichkeitsrechnung lässt grüßen) Vertrauen gewinnen, dass ich endlich wieder in Urlaub fahren kann (und vielleicht dann sogar auch mal wieder länger), ohne dass daheim irgendwelche Katastrophen passieren.


Am Ende der Reise werde ich diesbezüglich schlauer sein... :whistle: :unsure: :silly: :woohoo: !

Aber starten wir erstmal!
Letzte Änderung: 24 Mär 2025 19:40 von Champagner.
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.
Folgende Benutzer bedankten sich: Hanne, Tanja, tina76, tigris, casimodo, Fluchtmann, Kiboko, fotomatte, KTM, freshy und weitere 14
05 Jan 2025 09:17 #700005
  • Champagner
  • Champagners Avatar
  • Beiträge: 8609
  • Dank erhalten: 23103
  • Champagner am 05 Jan 2025 09:02
  • Champagners Avatar
29. November 2024

Der Condorflug nach Agadir startet am 30.11.2024 bereits um 8.40 Uhr, es besteht also keine Chance, mit der Deutschen Bahn am selben Tag anzureisen. Da es meine einzige Reise des Jahres ist, gönne ich mir ein Hotelzimmer direkt am Flughafen und fahre bereits am 29.11. abends nach Frankfurt. Das klappt alles wunderbar, ich fühle mich wie Queen Mom persönlich in meinem großen Einzelzimmer :) , verspeise abends gemütlich mein mitgebrachtes Vesper im Bett (da kommt dann doch die sparsame Schwäbin wieder durch B) ) und schlafe halbwegs gut.

30. November 2024 – Wer sind meine Mitreisenden?

Am nächsten Morgen bin ich schnell am Gate, welches einer besseren Baustelle gleicht. Es gibt nur ein paar wenige Sitzplätze, die nahezu vollständig belegt sind. Zwei nette Damen winken mich heran, als sie meine suchenden Blicke erkennen, und bieten mir den Platz neben ihnen an, den bisher ihr Handgepäck eingenommen hatte. Schnell kommen wir ins Gespräch: es sind Mutter (86) und Tochter (ca. 60), die Mutter hat mit ihrem verstorbenen Ehemann jahrzehntelang den Winter in Agadir verbracht. Nun machen sie eine Abschiedsreise dorthin. Ich erzähle auf ihre Frage hin von meiner Birdingtour und sie finden das sehr spannend. Wer sind wohl meine Mitreisenden? Vielleicht die drei, die uns gegenübersitzen (weit weg, sie können uns nicht hören)? Die beiden Damen entwickeln einen großen Eifer darin, zu beurteilen, wer wohl von den Anwesenden ein Birder/eine Birderin ist und wir haben viel Spaß miteinander :silly: .

Durch Informationen des Veranstalters kenne ich die Namen (aber mehr nicht) der teilnehmenden Personen und wer mit mir ab Frankfurt fliegt, nämlich alle außer einer. Ich bin mir ziemlich sicher, dass mir ein Gesicht gegenüber bekannt vorkommt, denn dessen Name hatte ich gegoogelt, da er nicht ganz alltäglich war und somit die Chance auf einen Treffer bestand. Ich zeige den Damen das Foto, das ich bzw. die Suchmaschine gefunden hatte und sie sind sich ebenfalls sicher: das muss Klaus sein :woohoo: ! Hmmm, ehrlich gesagt hatte ich vor ihm ein bisschen Angst, oder sagen wir lieber Respekt, denn was ich so gelesen hatte, war er studierter Geograph und ziemlich aktiv in Sachen Natur unterwegs. Der weiß bestimmt alles, und das auch noch besser :P und findet mich sicher nach zehn Minuten, in denen ich mindestens dreimal gefragt habe, wo der Vogel sitzt und wie er heißt, total anstrengend und nervig :S . Ich kann mir seine verbissenen Blicke jetzt schon vorstellen und lachen kann der bestimmt auch nicht…. :pinch:

Meine beiden Damen hat das Jagdfieber gepackt :woohoo: – sie sind sich sicher, dass die beiden anderen auch dazu gehören, denn – das haben sie genau gesehen – die haben sich mit Klaus unterhalten. Na super, die kennen sich alle, vermutlich ist die ganze Gruppe schon jahrelang mit dem Veranstalter gemeinsam auf Vogelsuche unterwegs und jetzt komme ich als Störenfried dazu :unsure: .

Ich werde aus meinen trüben Gedanken gerissen, denn meine Nachbarin stupst mich an und flüstert: da kommt einer mit einem Fernglas um den Hals, das ist doch bestimmt auch ein Birder! Sie hat recht, und den kenne ich sogar auch: es ist unser Reiseleiter Jürgen, von dem man auf der Website schon ein Foto hatte sehen können. Da Klaus kurz vorher das Gate nochmal verlassen hatte, stehen jetzt nur die beiden anderen von gegenüber und Jürgen zusammen da und begrüßen sich. Und schon wieder betreten zwei Personen mit Fernglas und Outdoor-Klamotten die Bühne – für meine Nachbarinnen ein klarer Fall: die gehören auch zu der Gruppe :woohoo: .

Auch Jürgen und die beiden anderen sehen das wohl so, denn sie begrüßen sich fragend und stellen sich dann vor, als klar ist, dass sie Teilnehmer der Reise sind. Jetzt muss ich meinen Beobachterinnenposten wohl aufgeben, packe meinen Rucksack, in dem sich mein Fernglas befindet, statt um meinen Hals zu baumeln (was aber bei meinem Steiner-Kinderspielzeug im Vergleich zu den Swarovskis der anderen wohl auch die richtige Entscheidung war, um mich nicht sofort als Laie zu outen :blink: ) und geselle mich zu der Gruppe. Okeeee, ich muss sagen, der erste Eindruck ist positiv, mir fällt niemand spontan negativ auf, im Gegenteil, das sind alles sehr freundliche und fröhliche Leutchen :) . Nur Klaus lerne ich vor dem Flug nicht mehr kennen, denn er kommt erst wieder ans Gate zurück, als wir schon boarden.

Unser Start verzögert sich, denn unsere Tragflächen müssen enteist werden! Hehe, irgendwie gefällt mir das (auch wenn wir uns dadurch ziemlich verspäten) :cheer: - hier EIS, und in ein paar Stunden werde ich in der WÄRME sein (siehe Punkt 1 meiner Liste)!





Der Tagflug dauert ca. 4 Stunden, ein Klacks nach all den mindestens 10stündigen nächtlichen Quälereien ins südliche Afrika.

Schnee im Hohen Atlas



Anflug auf Agadir



Das sieht schon richtig warm aus irgendwie...




Angekommen!




Nach der Landung stehen wir 7 (die beiden Ehepaare, Jürgen, Klaus und ich) am Gepäckband an und tauschen nebenher Geld in der nahen Wechselstube. Jürgen warnt uns: „tauscht nicht zu viel, man lebt hier recht günstig!“. Schon klar, dass keine und keiner auf ihn hört…. Dabei kennt Jürgen sich bestens aus – er ist nämlich mit einer Marokkanerin verheiratet und entsprechend oft im Land.

An der Kontrolle müssen alle ihr Spektiv auspacken. Wie gut, dass ich – natürlich als einzige, wobei die zwei Paare auch jeweils "nur" eines haben – keines dabei habe B) . Draußen treffen wir dann endlich unsere letzte Mitreisende aus der Schweiz, ebenfalls eine höchst sympathische Person!

Während wir lange auf unseren Mietwagen warten, machen wir das, was Birder nun mal tun, auch wenn es sich um simple Spatzen im Dreck handelt!



Überhaupt ist es lustig zu beobachten, welchen Fokus alle Mitreisende haben :silly: – immer wieder wird in die Luft oder in die Hecken geschaut und das Fernglas in die Hand genommen, und das mitten auf dem trubeligen Parkplatz. Übrigens bekomme ich hier auch einen ersten Eindruck von Klaus: ich glaubs nicht - er kann lachen :laugh: – und ich bekomme jetzt schon das Gefühl, dass meine Vorurteile mal wieder ziemlich daneben lagen :whistle: .

Im nächsten Kapitel lernen wir unsere erste Unterkunft kennen und machen unsere ersten Birding-Erfahrungen der Reise, die für mich mit sehr gemischten Gefühlen verbunden sein werden.
Letzte Änderung: 05 Jan 2025 13:03 von Champagner.
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.
Folgende Benutzer bedankten sich: Hanne, Tanja, tina76, tigris, casimodo, Fluchtmann, Kiboko, fotomatte, freshy, speed66 und weitere 12
06 Jan 2025 16:24 #700107
  • Champagner
  • Champagners Avatar
  • Beiträge: 8609
  • Dank erhalten: 23103
  • Champagner am 05 Jan 2025 09:02
  • Champagners Avatar
30. November 2024 - Maison Marocaine und das erste Birden!

Nachdem wir unseren Neunsitzer-Ford endlich bekommen haben, fährt uns Jürgen routiniert zu unserer ersten Unterkunft. Durch ein großes Tor fährt man auf das mit einer Mauer umgebene Gelände, und schnell und ohne viel Gedöns haben wir auch unsere Zimmer verteilt. Daran merkt man auch immer gleich ein bisschen, ob man mit komplizierten Menschen unterwegs ist oder nicht (wie zum Glück in meinem Fall).

Ich bin sehr happy, meine Einheit liegt direkt an der Terrasse, auf der wir auch essen werden, und überall um mich herum blüht und zwitschert es. Und ich kann mit dem Besitzer schon die ersten Sätze auf Französisch wechseln, wie schön!






Hier links geht es zu meinem Zimmer, die meisten Fotos hab ich von deren Homepage geklaut, weil ich mal wieder vergessen habe, das zu dokumentieren:



Die sehr schöne Terrasse, von der aus man einige Vögel beoabchten kann:



Platz habe ich mehr als genug, und auch wenn die Einrichtung eher schlicht ist, die Dusche nur tröpfelt, das Wasser sehr zögerlich bis gar nicht abfließt, und die Toilette als Sichtschutz eine Mauer hat, an der man sich die Knie anstößt, erinnert es mich doch eher positiv an meine bisherigen Afrikaaufenthalte als dass es mich stört.



Wie versprochen können wir schon die ersten Hausammern beobachten.






Es ist sehr warm, eher heiß, und wir ziehen uns schnell sommerlich an, bevor es schon zum ersten Birden losgeht.

Zum besseren Verständnis: Nr.1 ist unsere Unterkunft, Nr.2 die Stelle am Qued Souss, an der wir dann nach Vögeln schauen, Nr. 3 der Königspalast, wegen dem man seit neuestem nicht mehr weiter Richtung Meer gehen oder fahren darf, und Nr.4 die Brücke, unter der am Ende auch nochmal angehalten wird.



Unterwegs hält Jürgen an und kauft noch schnell Wasser für uns alle, und das brauchen wir auch dringend bei der sehr trockenen Luft.

Am Qued Souss angekommen werden schnell die Spektive inkl. Stative aus dem Kofferraum geholt, Ferngläser und Kameras umgehängt und dann geht es los! Ruckzuck wird alles aufgebaut, sobald wir am Ufer sind, und wie aus der Pistole geschossen werden unzählige Limikolen & Co. bestimmt, die ich noch nicht mal sehe mit meinem Ferngläschen :woohoo: . Boah, die spielen echt in einer anderen Liga als ich :ohmy: .

Das sieht alles nicht soooo besonders lieblich, da sehr urban und dreckig aus hier und übrigens: meine Mitreisenden kümmern sich nicht etwa um die Flamingos im Vordergrund, sondern um das Kleinzeug in der 2. Reihe!





Das Birden der anderen läuft sehr engagiert, manchmal euphorisch, aber nie besserwisserisch oder von oben herab ab. Wobei…. Wenn ich "Von oben" schreibe fällt mir ein, dass Klaus nach kurzer Zeit in Lachen ausbricht und meint: "Bele, du musst dich nicht immer bücken, wenn du unter meinem Fernglas durchgehst…" :silly: Okay, wo er recht hat, hat er recht, uns trennen ca. 40cm Höhenunterschied und nun müssen wir beide lachen!

Die Profis weisen sich gegenseitig auf diverse Limikolen hin (die kann ich eh nicht, musste heute schon wieder Matthias bei zweien fragen, wie sie heißen :S :pinch: ), diskutieren über die richtige Bestimmung und ich versuche, mit Hilfe meiner Kamera auch ein bisschen was zu sehen. Was wir alle entdecken, und das ist wahrlich nicht schwer, ist der viele Müll, der überall herumliegt und wir schwanken zwischen Kopfschütteln und Entsetzen. Allerdings können es die Spektivkucker vermutlich viel besser ausblenden als ich, die mit der Kamera auch versucht, ein bisschen die ganze Umgebung einzufangen.
Kann man den ganzen Abfall erkennen?




Ein paar Vögele lichte ich aber auch genauer ab, wenngleich es die Entfernungen und das Licht nicht einfach machen:
Flamingos (ja ne iss klar ;) ) - leider auch wieder mit Müll-Deko:





Grünschenkel



Rotschenkel



Beide zusammen:



Die süßen, aber sehr flinken Samtkopf-Grasmücken:





Lachmöwe:



Maghreb-Elster:



Seidenreiher:



Und sogar einen Fischadler gibt es auf der anderen Uferseite zu sehen!



Mit all den anderen Sichtungen, von denen ich kein Foto habe und die ich großteils auch nur von den anderen gehört habe, werde ich euch aber nicht langweilen. Ganz am Ende des Berichts stelle ich unsere Sichtungsliste ein, für die, die es interessiert – das muss reichen!

Nachdem wir unsere erste Dromedar-Begegnung der besonderen Art haben,



fährt Jürgen uns noch zur Brücke. Es handelt sich dabei um ein ausgesprochen hässliches Exemplar (und ich bekomme Sehnsucht nach den Brücken im Moremi), viel Beton und umgeben von noch mehr Müll!



Auch hier erkenne ich, wie schmerzfrei echte Birder und Birderinnen sind :woohoo: : mitten im Abfall stehend freuen sich die Vier da unten über einen Löffler (nein, ich habe kein Foto von ihm, das müsst Ihr einfach glauben).



Hier entspinnt sich unsere erste (und ich glaube auch letzte) ernsthafte, aber immer freundlich geführte Diskussion: es besteht nämlich Uneinigkeit darüber, ob wir hier dieselbe Zeit wie in Deutschland/der Schweiz haben oder nicht. Entsprechend unsicher sind wir auch, ob wir wohl rechtzeitig oder zu früh oder gar zu spät zum Abendessen kommen. Ich bin mir zwar sehr sicher, dass wir keine Zeitverschiebung haben, aber wirklich geklärt wird es erst in der Unterkunft, als wir den Chef des Hauses fragen. Alles klar, wir haben hier MEZ, was für ein Glück!

Nachdem wir geduscht haben, gibt es in diesem schönen Ambiente mein erstes marokkanisches Abendessen.



Es fühlt sich so herrlich an, an einem Novemberabend draußen zu sitzen :) :kiss: ! Ich hatte vegetarisch bestellt und das klappt hier auch ausgezeichnet: alle bekommen einen leckeren Salat vorab, dann gibt es Tagine für jeden, meine ist nur mit Gemüse und schmeckt hervorragend. Der Nachtisch ebenso, man merkt, dass sie Chefin Französin ist. Die Stimmung ist bestens, Jürgen erzählt uns Anekdoten von seiner Hochzeit in Marokko, teilweise wird auch über unsere verschiedenen Berufe gesprochen, und es stellt sich heraus, dass ein Großteil als Gutachter arbeitet und viel Zeit mit Kartierungen im Freien verbringt, oder genau solche Gutachten dann prüft. Kein Wunder wissen die alle so gut Bescheid :woohoo: !

Was am Ende des Tages natürlich nicht fehlen darf: das Bearbeiten der besagten Sichtungsliste! Egal wie müde man ist, das muss sein! Erst danach darf man ins Bettchen verschwinden! Gute Nacht!
Letzte Änderung: 06 Jan 2025 16:53 von Champagner.
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.
Folgende Benutzer bedankten sich: Hanne, Tanja, tina76, tigris, casimodo, Fluchtmann, maddy, fotomatte, speed66, tiggi und weitere 13
09 Jan 2025 17:50 #700272
  • Champagner
  • Champagners Avatar
  • Beiträge: 8609
  • Dank erhalten: 23103
  • Champagner am 05 Jan 2025 09:02
  • Champagners Avatar
1. Dezember 2024

Wir haben den 1. Dezember und ich werde gleich im Freien bei Vogelgezwitscher frühstücken :woohoo: – genau so hab ich mir das gewünscht :) !

Allerdings geht die Sonne hier erst um ca. 8.15 Uhr auf, war für mich als Lerche bedeutet, dass ich schon lange vor dem Frühstück wach bin. Es geht den anderen aber ähnlich, und so streifen wir mit Fernglas und Kamera bewaffnet schon in der Morgendämmerung durch die Anlage und freuen uns über die vielen Piepmätze hier (wobei man bei dem Licht noch nicht so richtig fotografieren konnte, wie man sieht).

Samtkopfgrasmücke - die sind so süß!



Schbätzle



Graubülbül



Das Frühstück ist sehr lecker und zieht sich auch ziemlich.



Es gibt guten Kaffee, so viel man will, Orangensaft, Brot, selber gemachtes Mandelmus, Marmelade, nur die angekündigte Portion Käse ist ein bisschen witzig, das ist einfach eine Ecke „La vache qui rit“ - Streichkäse B) . Nach einer Weile werden noch Msemmen, eine Mischung aus Fladenbrot und Pfannkuchen serviert, später dann noch Omelette!

Wir hatten die Frühstückszeit von 8.30 Uhr auf 8.15 Uhr vorverhandelt, trotzdem sitzen wir natürlich ewig lang am Tisch. Pappsatt geht es kurz darauf los zu unserem Tagesausflug in Richtung Norden. Heute besteht theoretisch die Möglichkeit, einen Waldrapp oder vielleicht sogar mehrere zu sehen :ohmy: :unsure: :woohoo: (der Plural von Waldrapp ist laut Duden Waldrappe, man liest aber auch oft Waldrappen – ich hab mich jetzt mal ganz elegant vorm Plural gedrückt :P ).

Kreuz = Waldrappgebiet, roter Kreis ganz oben = unser Mittagsstopp und roter Kreis rechts = Paradise Valley, wohin wir dann nach dem Essen gefahren sind.



Wir fahren direkt an der Küste entlang und machen einen ersten Stopp, um zu schauen, wer sich am und überm Wasser tummelt.



Das Wetter ist herrlich und die Aussicht traumhaft.



Für meine Mitreisenden gibt es Möwen im Überfluss, ich bin mir ziemlich sicher, dass sie jedes Exemplar einzeln bestimmt haben :whistle: B) . Ich denke jetzt mal, dass es vor allem Mittelmeermöwen waren, bin mir aber alles andere als sicher. Auf jeden Fall finde ich es ganz unwissenschaftlich hübsch, wie sie Schatten auf den Strand werfen!





Nebenher genieße ich weiter den Ausblick ;)



In der zweiten Reihe stehend (absichtlich, nicht weil ich aus der ersten wegen Unwissenheit oder schlechtem Benehmen verwiesen wurde :P ), muss ich über meine Mitreisende aus der Schweiz (links) schmunzeln :) , sie sagt nämlich lachend über sich selbst: „Ich bin behängt wie ein Weihnachtsbaum :laugh: !“. Orni-Christbaumschmuck sozusagen :whistle: : Kamera (übrigens auch die SonyRX10M4), Tasche, Trinkflasche, vorne das Fernglas (nicht sichtbar), Stativ und Spektiv (wenn sie damit unterwegs ist, schultert sie diese beiden Teile).



Wir stehen dort eine knappe Stunde – es gibt nämlich nicht nur auf der Seeseite, sondern auch auf der Landseite Vögel zu beobachten. In der Wand entdecken wir – was nicht ganz einfach ist auf Grund ihrer guten Tarnung – Felsenhühner (vier an der Zahl).



Wir fahren ein Stückchen weiter, und schon gibt es die nächsten Sichtungen.

Sperling



Trauersteinschmätzer (dekorativ auf Stromkabel)



und ein Exemplar des wunderschönen Diademrotschwanzes (Nationalvogel Marokkos). Die gibt es auch bei unserer Unterkunft im Garten, aber da habe ich keinen erwischt. Dieser hier lässt sich gleich von allen Seiten ablichten







und fliegt dann noch auf einen etwas dekorativeren Ansitz – wenn da nicht das Gestrüpp im Weg wäre :pinch: . Aber egal, er fliegt eh gleich ab.



Also wieder alle ins Auto, was durchaus eine sportliche Übung ist, denn alle tragen wir ja bekannterweise diverses Zeug mit uns rum und wer in der hinteren Reihe sitzt, muss sich durch die Lücke zwischen Autowand und mittlerer Sitzreihe quetschen. Es gibt aber auf der ganzen Reise kein Gequengel, wer wo sitzt. Irgendwie fügt es sich immer….

Nach ca. einer halben Stunde fahren wir um die Kurve beim Cap Ghir und Jürgen erklärt uns, dass ab hier das Waldrapp-Land beginnt. Rechterhand ist der Parc National de Tamri, linkerhand der Altlantik. Die Waldrappe haben einen guten Geschmack, was Landschaft betrifft ;) .

Ab sofort schauen wir uns natürlich die Augen aus dem Kopf, wobei ich mir beim besten Willen nicht vorstellen kann, dass man die einfach so im Vorbeifahren sehen kann….. :dry: STOPPPPP, da - ein Waldrapp, direkt neben der Straße :woohoo: !



Nee oder? Wir halten an, Jürgen ist ein Meister darin, schnell aber kontrolliert zu bremsen und gleichzeitig eine Abstellmöglichkeit für unser Bussle zu finden.

Vorsichtig steigen wir aus und schauen uns um – tatsächlich, da sind sie!


Vier Stück "grasen" ein Stück weit neben der Straße, noch vor dem Zaun zum Naturschutzgebiet. Wir stehen am Straßenrand auf der anderen Seite und können sie super beobachten und fotografieren. Was für ein Glück :kiss: ! Es sind unterschiedlich alte Tiere, was man gut am Aussehen erkennen kann.
















Die Alten sind die mit der wilden Frisur und der roten Kehle! Wenn das Licht auf das Gefieder trifft, kann man eigentlich nicht mehr von Rappen sprechen!



Zu den vieren fliegt noch ein fünfter ein.



Nach ca. 20 Minuten verkrümeln sie sich langsam weiter nach oben und wir sehen sie in Richtung Meer abfliegen.





Der Tag ist dank der Waldrappe eigentlich schon gelaufen – der Rest ist Zugabe (und dann auch nicht mehr so spektakulär) ! Davon dann im nächsten Kapitel!
Letzte Änderung: 09 Jan 2025 18:28 von Champagner.
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.
Folgende Benutzer bedankten sich: Hanne, Tanja, tina76, tigris, Fluchtmann, maddy, Kiboko, fotomatte, freshy, speed66 und weitere 15
10 Jan 2025 19:12 #700320
  • Champagner
  • Champagners Avatar
  • Beiträge: 8609
  • Dank erhalten: 23103
  • Champagner am 05 Jan 2025 09:02
  • Champagners Avatar
1. Dezember - Fortsetzung

Weil es hier so schön ist, erkunden wir noch die Steilküste. Hier sitzt ein Raubwürger (algeriensis) weit entfernt auf einem Busch.



Wir pirschen uns vorsichtig heran und können ihn beobachten, wie er Samen zupft, die ihm aber teilweise davongeweht werden.



Ein hübscher Kerl!



Jürgen (unser Reiseleiter) ist auch mit der Kamera unterwegs, was mich etwas beruhigt, da ja auf der Website des Reiseunternehmens steht, man dürfe erst fotografieren, wenn alle beobachtet hätten.



Erstens ist mir nicht klar, wie man das feststellen soll (auch wenn mir klar ist, dass übereifrige Fotografen durchaus nerven können, vor allem wenn sie sofort versuchen, dem Objekt der Begierde möglichst nahe zu kommen) und zweitens stört meine Kamera ja genau so viel oder so wenig wie ein Spektiv, solange ich das (künstliche) Geräusch des Auslösers ausgeschaltet habe und auf Höhe der Beobachter bleibe. Allerdings hatte ich dieses Thema schon vorab in einer Mail mit Jürgen angesprochen und er hatte mich dort schon beruhigt. Dass er aber auch sehr gerne sein neues Objektiv testet (und sich wie ein kleines Kind über gute Fotos freut :silly: ), passt mir in den Kram. Zudem man sich oft ja auch großflächig übers Gelände verteilt.



Möwen gibt es natürlich auch hier :whistle:



und weit entfernt ziehen immer wieder Gruppen von Basstölpeln vorbei (ich weiß, für dieses Foto braucht man viel Fantasie und Glauben, aber die Spektivkucker haben sie zweifelsfrei identifiziert!).



Im Gebüsch sind auch Schwarzkehlchen unterwegs, hier ein Mädel.



Ein letzter Blick auf die wilde Brandung des Atlantiks



und dann klettern wir wieder in unseren Bus.

Nach kurzer Fahrt erreichen wir den Plage Tamri, und biegen rechts ab. Jürgen lässt uns die Wahl: wollt Ihr erst essen oder schauen?
Natürlich wollen wir erst schauen, auch wenn es schon Mittag ist.

Scharf links von der N1 biegen wir auf eine Sandpad und stellen dort das Auto ab.



Wir schlagen uns durch Gebüsch, wo u.a. wieder die netten Samtkopfgrasmücken unterwegs sind (auch hier ist ein Mädel am Start)



und erreichen dann die Stelle, wo der Asif N'Srou das Meer gerade nicht erreicht. Übrigens ist es hier - wie auch vorher an der Steilküste relativ sauber!





Natürlich gibt es hier wieder jede Menge Möwen :whistle:





und Jürgen weist uns auf eine Korallenmöwe direkt am Wassersaum hin (die linke).



Klaus und ich bewundern die Vögel, wie sie für die Landung schön in den Wind drehen, um sanft ins Wasser zu gleiten.



Das klappt allerdings nicht immer :woohoo: - siehe unten rechts.



Hier fliegen auch Waldrappe herum :woohoo: - dieses Exemplar ist beringt und besendert.





Nach etwa einer halben Stunde Möwen B) :P marschieren wir mit unserem ganzen Geraffel zurück zum Auto. Nach ein paar Minuten Fahrtzeit erreichen wir die Auberge Imazighen, wo wir uns zum ersten Mal mit einer marokkanischen Speisekarte auseinandersetzen müssen.



Zum Glück haben wir Jürgen dabei, er erklärt uns, was 1/4, 1/2 und 1/1 Spießchen sind. Laut seiner Aussage reicht eine 1/4 Portion locker, einer will es nicht glauben und schafft seine 1/2 Portion kaum. Ich bestelle mir einen gemischten Salat mit Pommes dazu, und auch ich habe zu kämpfen, denn in dem Salat befinden sich schon jede Menge Kartoffeln! Es schmeckt aber alles sehr lecker, teilweise trinken wir frisch gepressten Orangensaft dazu, teilweise Tee, der immer sehr stilvoll serviert wird.
Das Essen ist spottbillig - ich ahne jetzt schon, dass ich zu viele Dirham getauscht habe! :ohmy:

Der Rest des Tages ist eigentlich schnell erzählt. Nach dem Essen fahren wir wieder nach Süden, um dann nach Osten ins Gebirge abzubiegen (und halten auch für Vierbeiner ;) ).





An einer Oase machen wir einen kurzen Stopp –





nicht nur für Vögel, sondern auch für eine Gottesanbeterin und einen Frosch.





Dabei fällt auf, wie sehr sich alle auch an diesen kleinen Sichtungen erfreuen können - ich mag das sehr!

Am Ende falle ich etwas zurück



weil ich noch unbedingt diesen Turmfalken erwischen möchte.





Danach geht die Fahrt weiter ins Paradise Valley, wo wir wenig Vögel sehen, fast nur Zilpzalpe.



Die Landschaft ist aber toll und wir halten uns auch hier eine gute Weile auf, bis Jürgen zum Aufbruch bläst.





Er hat übrigens ein sehr gutes Zeitgefühl bzw. Timing – auf der ganzen Reise hat er es immer geschafft, uns pünktlich zum Abendessen zu unserer Unterkunft zurückzubringen!

Zurück geht es im schönen Abendlicht nach Agadir, wo uns wieder ein sehr gutes Abendessen erwartet.





Unterwegs, ziemlich am Schluss, entdecken wir noch diese Lerche, leider nur durch die getönte Autoscheibe geknipst. Eine Haubenlerche, aber ob es eine Thekla ist, lässt sich so nicht sagen....




Das war ein toller Tag :) mit bestem Wetter, dem Highlight Waldrapp und sehr unterschiedlichen Landschaften: Atlantikküste, Flussdelta, Oasen, Gebirge, Schluchten.
Letzte Änderung: 11 Jan 2025 08:23 von Champagner.
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.
Folgende Benutzer bedankten sich: Hanne, Tanja, tina76, tigris, Fluchtmann, maddy, Kiboko, fotomatte, freshy, speed66 und weitere 8
14 Jan 2025 16:33 #700576
  • Champagner
  • Champagners Avatar
  • Beiträge: 8609
  • Dank erhalten: 23103
  • Champagner am 05 Jan 2025 09:02
  • Champagners Avatar
2. Dezember 2024 : Von Agadir nach Tiznit (Teil 1)

Heute verlassen wir Agadir, unsere nächste Unterkunft ist in Tiznit. Beim Frühstück genießen wir noch einmal die Blütenpracht rund um die Terrasse.



Plötzlich brummt ein riesiger Schwärmer um uns herum. Das ist zwar kein Vogel, aber ich hoffe, dass es okay ist, wenn ich ihm ein bisschen hinterherjage. Er ist schwer zu erwischen, aber für eine ID reicht das Foto: ein Linienschwärmer.




Nun machen wir uns auf den Weg nach Süden. Plötzlich ruft Klaus ziemlich genau an dieser Stelle: „Wiedehopf!“ :woohoo:



Ähh, wo hat er den jetzt gesehen :dry: ? "Naja, da rechts ist er abgeflogen und zwar irgendwo nach da links. " Jügen lenkt sofort auf den Seitenstreifen, macht ein Wendemanöver und schon verfolgen wir das Phantom. Jürgen verlässt sich dabei auf die Angaben der anderen uns lässt sich lotsen, perfektes Teamwork :) !

Ich sitze staunend im Auto und kann nichts Hilfreiches zu der Aktion beitragen :whistle: . Wir biegen auf eine Spur in einen riesigen Acker ab oder was immer das ist, denn da ist der Wiedehopf angeblich reingeflogen. Keine Spur von ihm! Spätestens jetzt hätte ich aufgegeben, aber das gibt es bei den Profis natürlich nicht. Wieder raus aus dem Acker und langsam zurück Richtung Straße, da muss er doch irgendwo sein. Leute, so ein Vogel kann schnell und weit fliegen, warum soll der noch irgendwo hier sein :unsure: ?

Weil….. B)

Da sitzt er doch tatsächlich an einem Totholz und schaut in die Gegend!



Allerdings lässt er uns wenig Zeit für ein Beweisfoto – dann ist er tatsächlich verschwunden. Aber die Hartnäckigkeit wurde belohnt und für mich ist das mal wieder ein bisschen Magie: da fliegt ein kleiner brauner Punkt von uns weg, er kann ÜBERALL sein, und meine Birderprofis finden ihn! :woohoo:

Unsere erste Station auf der Strecke ist der Qued Massa Nationalpark.

Auf der Anfahrt machen wir erst einen Stopp, dessen Grund ich nicht mehr weiß,





und dann einen an einer sehr schönen Stelle, wo man einen tollen Blick über den Qued Massa hat.





Meine Spezialisten sehen natürlich unendlich viel in weiter Ferne,



ich begnüge mich mit den Vögeln, die in der Nähe sind, wobei das leider immer noch weit genug weg ist, um nur schlechte Fotos zu machen :pinch: .

Kampfläufer (nur für die Statistik und weil Matte ihn mir extra noch bestimmen musste – ich kann Limis einfach nicht! Laut seiner Aussage gibt es ja nur 3 mit roten Beinen, wobei er da wohl die meint, die sich sehr ähneln – für mich sind das genau 2 zu viel :blink: :blush: ).



Den hier (ich denke, den zählt er nicht zu den dreien dazu) kenn ich wenigstens aus dem südlichen Afrika – ein Stelzenläufer!



Am Fluss entlang fahren wir weiter Richtung Mündung und kommen durch ein Dorf, in dem es die Chance auf Steinkäuze gibt. Die sehen wir nicht, aber ein Schwarzkehlchen,



einen Senegal-Tschagra (auch wenn ich leider eine schlechte Position habe, und ihn nur mit Gebüsch oder Mauer erwische)





und den bereits bekannten Diadem-Rotschwanz.



Wir erreichen den Parkplatz und sind hier ganz alleine, ich meine mich daran zu erinnern, dass nur ein anderes Auto hier stand.








Als wir mit unserem ganzen Equipement aufbrechen und uns damit als Birder outen, sprechen uns zwei junge Männer an. Jügen fragt, ob Hussein hier sei, der hätte ihm schon öfters als Quasi-Guide gedient. Nein, den kennen sie nicht, aber ob wir Interessen an einem Nightjar haben. Was für eine Frage, wer hätte daran kein Interesse? Nur: ist das jetzt ein Witz oder eine ernstgemeinte Frage :unsure: ?

Jürgen, der grundsätzlich immer offen und optimistisch und mit einer Art kindlicher Neugier gesegnet ist, meint: "Kommt, lasst uns das versuchen, mehr als verlieren können wir nicht. Seid Ihr einverstanden?" Na klar, no risk no fun. Auf die Frage, wie weit es dahin sei, bekommen wir keine schlüssige Antwort, aber da geht es auch schon los. Durch ein Tor und nur ein paar Minuten lang durch ein bisschen Busch und stehen wir angeblich vor ihm! Aha – ich sehe erstmal wieder gar nichts :blink: , aber nachdem man mir (und auch anderen, ich bin zum Glück nicht allein mit meiner Blindheit) geduldig erklärt hat, wo ich hinschauen muss, entdecke ich die wunderschöne Rothals-Nachtschwalbe .





Erst machen wir ein paar Witzchen, dass sie wohl ausgestopft sei, aber dann können wir ein Augenblinzeln erkennen. Die zwei jungen Männer achten sehr darauf, dass wir dem Vogel nicht zu nahekommen, und als alle genug Fotos gemacht haben, treten wir den Rückweg an. Na, da hat sich unsere Neugier aber gelohnt – auch für die Guides, denn wir legen für ein großzügiges Trinkgeld zusammen.

Nun geht es an einer weiteren Schautafel vorbei



in der prallen Sonne am Fluss entlang



Richtung Mündung (man kann im Hintergrund den Sandstrand erkennen).



Sehen tun wir ingesamt nicht viel und wir drehen deshalb an dieser Stelle auch wieder um, zumal die Sonne unbarmherzig auf uns niederbrennt, aber es ist ein sehr schöner Spaziergang.

Letzte Änderung: 24 Mär 2025 20:00 von Champagner.
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.
Folgende Benutzer bedankten sich: Tanja, tina76, tigris, Fluchtmann, maddy, Kiboko, fotomatte, freshy, speed66, urolly und weitere 7
Powered by Kunena Forum