Tag 7
¡Hasta la próxima vez, Argentina!
Pünktlich werden wir um 09:00 Uhr von unseren argentinischen Fahren abgeholt, die uns bis zur Grenze bringen werden.
Während der Fahrt sehen wir unzählige Lamas. Kann ich Guanakos und Vicuñas unterscheiden, fällt es mir bei Lamas und Alpakas regelmäßig schwer. Ich erfahre von unserem freundlichen Fahrer, dass es in dieser Region keine Alpakas gibt, so kann ich nun getrost von Lamas schreiben.
Vorbei an der ummauerten Kirche in Uquía mit dem separat stehenden Glockenturm fahren wir nordwärts. Nur etwas mehr als 500 Einwohner verzeichnet der kleine Ort, die Kirche wurde im Jahr 1691 erbaut und bekannt ist sie vor allem für die Darstellung der Engel, die eine Waffe in der Hand halten. Fotografieren im Innern ist nicht gestattet.
Hinter dem Ort Humahuaca beginnt Neuland für uns. Die nun folgenden Felsformationen und deren Farben, die sich wie eine Kette entlang der Strecke aneinanderreihen, sind sehenswert und als einer der Altiplano Friedhöfe ins Sichtfeld gelangt, bitte ich den Fahrer, einen weiteren Stopp einzulegen.
La Quiaca liegt auf etwa 3.500 Metern Höhe. Wäre hier nicht der Grenzübergang nach Bolivien, wüsste ich nicht, was einen in diesen Ort verschlagen könnte. Wir werden mit einem Schild begrüßt, das uns die Entfernungsangabe nach Ushuaia anzeigt. 5.121 Kilometer müssten wir nun zurücklegen, um das Schild „Ushuaia – Fin del Mundo“, das wir vor knapp vier Jahren auf Speicherkarte gebannt haben, zu erreichen.
Leider müssen wir ein wenig warten, die Grenze ist zur Mittagspause geschlossen. Neben den einheimischen Händlern sind wir dann die einzigen Gringos, die die Grenze passieren. Die Aus- und Einreise verläuft ein wenig chaotisch, es wird gedrängelt, wir werden „überholt“, aber dennoch alles in allem vollziehen wir den Länderwechsel problemlos und setzen um 14:00 Uhr unsere Füße auf bolivianischen Boden.
In Villazón, dem bolivianischen Gegenstück zu La Quiaca, suchen wir eine Weile, bis wir unsere Begleitung für die nächsten Tage finden. M. begrüßt uns herzlich und wir finden sie sofort sympathisch. Nicht ganz so sympathisch finden wir das Gefährt, das uns nach Tupiza bringen soll; wenigstens haben wir und unser Gepäck ausreichend Platz. Die Klimaanlage funktioniert nicht, der Tacho ebenso wenig. Dass sich die Bremsen nicht mehr im allerbesten Zustand befinden, können wir hautnah bei einem Stopp zur Kenntnis nehmen. Zur Sicherung des Vehikels reicht auch ein Stein, der kurzerhand vor den Reifen gelegt wird. ¡Bienvenidos a Bolivia!
In Suipacha halten wir für einen kurzen Rundgang. Die Kirche ist verschlossen und wir erfahren, dass dies bei fast allen Kirchen des Landes der Fall. Zu groß sei die Gefahr, dass etwas abhanden kommt.
Butch Cassidy und Sundance Kid sollen sich eine Weile in der Gegend rund um Tupiza versteckt haben. Ob sie diese Gegend wählten, weil sie einen gewissen Wild-West-Charme versprüht? Ich weiß es nicht, aber tatsächlich gefällt mir sehr gut, was ich hier sehe. Wir halten an einem Aussichtspunkt, von dem man auf eine Brücke der Zugstrecke schaut, die von Uyuni via Tupiza bis nach Villazón führt. Genau diesen Blick kenne ich von einer der Sendungen Eisenbahnromantik, die mehrere Bahnstrecken Boliviens vorstellt.
Kurz vor Tupiza sehen wir dann das erste Tuk Tuk. Diese Tuk Tuks verkehren seit vier Jahren in Tupiza und bisher (noch) in keinem anderen Ort des Landes.