THEMA: RB: Boliviens Altiplano & die Pampa Uruguays
21 Sep 2024 17:54 #694180
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Tag 5
Ein beschaulicher Ort


Nach einem gemütlichen Frühstück gehen wir ins Zentrum von Tilcara. Der Nordwesten Argentiniens gehört zu den ärmsten Regionen des Landes. Die Straßen sind blitzeblank sauber in diesem verschlafenen Ort. Einige Souvenirstände zeugen davon, dass die Ausflugsbusse von Salta auf ihrer Reise durch die Quebrada de Humahuaca in Tilcara einen Stopp einlegen.

Das Licht in dieser Höhe und dieser Trockenheit hat für mich einen ganz besonderen Zauber. Es ist nicht gleißend, aber alles ist regelrecht lichtdurchflutet in einer Art und Weise, die mir schwer fällt zu beschreiben; etwas, das mich immer wieder in dieser Ecke der Erde begeistert.

Während wir durch den etwas mehr als 5.000-Seelen-Ort schlendern, begegnen uns Schulkinder. Unter ihren Jacken ragen die weißen Schulkittel hervor.














Der kleine Ort kann sage und schreibe gleich mit vier Museen aufwarten.

Wir entscheiden uns, dem Museo Arqueológico Dr. Eduardo Casanova einen Besuch abzustatten. Im Innenhof des schönen historischen Gebäudes sind Menhire ausgestellt, während wir uns innen Exponate aus präkolumbianischer Zeit anschauen können. Die Ausstellungsstücke, Materialien und manchmal auch Repliken beziehen sich auf zahlreiche Kulturen dieser Gegend, wie aus dem Andenhochland von Jujuy, aber auch darüber hinaus bis hin nach Tiahuanaco in Bolivien, den Chimú in Peru und der Diaguita Kultur von der nördlichen Küste Chiles.





Alles in diesem kleinen Museum ist liebevoll aufbereitet. Da tragen wir mit unserem Eintritt gerne zum Unterhalt bei.

Mich überkommt eine starke Müdigkeit und im Laufe des Nachmittags meldet sich mein Magen. Ich muss etwas Falsches gegessen haben.



Tag 6
Ein unfreiwilliger Tag im Hotel


Leider geht es mir heute nicht gut, daher entfällt die für heute geplante Tour zur Pucará und der Garganta del Diablo, die unsere Freunde alleine unternehmen.

Wäre ich nicht schon einmal in dieser Gegend gewesen, würde ich mich sehr ärgern. Ich tröste mich damit, dass ich mich besser jetzt mit dieser Unannehmlichkeit befassen muss als später auf der Reise durch Bolivien und so genießen wir den Tag in unserem sehr schönen Hotel Boutique Las Marias, bevor wir morgen die Grenze nach Bolivien passieren werden.

Wir haben die Suite gebucht und fühlen uns in diesem Haus rundum wohl.














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21 Sep 2024 18:26 #694181
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Tag 7
¡Hasta la próxima vez, Argentina!


Pünktlich werden wir um 09:00 Uhr von unseren argentinischen Fahren abgeholt, die uns bis zur Grenze bringen werden.

Während der Fahrt sehen wir unzählige Lamas. Kann ich Guanakos und Vicuñas unterscheiden, fällt es mir bei Lamas und Alpakas regelmäßig schwer. Ich erfahre von unserem freundlichen Fahrer, dass es in dieser Region keine Alpakas gibt, so kann ich nun getrost von Lamas schreiben.

Vorbei an der ummauerten Kirche in Uquía mit dem separat stehenden Glockenturm fahren wir nordwärts. Nur etwas mehr als 500 Einwohner verzeichnet der kleine Ort, die Kirche wurde im Jahr 1691 erbaut und bekannt ist sie vor allem für die Darstellung der Engel, die eine Waffe in der Hand halten. Fotografieren im Innern ist nicht gestattet.

Hinter dem Ort Humahuaca beginnt Neuland für uns. Die nun folgenden Felsformationen und deren Farben, die sich wie eine Kette entlang der Strecke aneinanderreihen, sind sehenswert und als einer der Altiplano Friedhöfe ins Sichtfeld gelangt, bitte ich den Fahrer, einen weiteren Stopp einzulegen.

















La Quiaca liegt auf etwa 3.500 Metern Höhe. Wäre hier nicht der Grenzübergang nach Bolivien, wüsste ich nicht, was einen in diesen Ort verschlagen könnte. Wir werden mit einem Schild begrüßt, das uns die Entfernungsangabe nach Ushuaia anzeigt. 5.121 Kilometer müssten wir nun zurücklegen, um das Schild „Ushuaia – Fin del Mundo“, das wir vor knapp vier Jahren auf Speicherkarte gebannt haben, zu erreichen.








Leider müssen wir ein wenig warten, die Grenze ist zur Mittagspause geschlossen. Neben den einheimischen Händlern sind wir dann die einzigen Gringos, die die Grenze passieren. Die Aus- und Einreise verläuft ein wenig chaotisch, es wird gedrängelt, wir werden „überholt“, aber dennoch alles in allem vollziehen wir den Länderwechsel problemlos und setzen um 14:00 Uhr unsere Füße auf bolivianischen Boden.





In Villazón, dem bolivianischen Gegenstück zu La Quiaca, suchen wir eine Weile, bis wir unsere Begleitung für die nächsten Tage finden. M. begrüßt uns herzlich und wir finden sie sofort sympathisch. Nicht ganz so sympathisch finden wir das Gefährt, das uns nach Tupiza bringen soll; wenigstens haben wir und unser Gepäck ausreichend Platz. Die Klimaanlage funktioniert nicht, der Tacho ebenso wenig. Dass sich die Bremsen nicht mehr im allerbesten Zustand befinden, können wir hautnah bei einem Stopp zur Kenntnis nehmen. Zur Sicherung des Vehikels reicht auch ein Stein, der kurzerhand vor den Reifen gelegt wird. ¡Bienvenidos a Bolivia!







In Suipacha halten wir für einen kurzen Rundgang. Die Kirche ist verschlossen und wir erfahren, dass dies bei fast allen Kirchen des Landes der Fall. Zu groß sei die Gefahr, dass etwas abhanden kommt.





Butch Cassidy und Sundance Kid sollen sich eine Weile in der Gegend rund um Tupiza versteckt haben. Ob sie diese Gegend wählten, weil sie einen gewissen Wild-West-Charme versprüht? Ich weiß es nicht, aber tatsächlich gefällt mir sehr gut, was ich hier sehe. Wir halten an einem Aussichtspunkt, von dem man auf eine Brücke der Zugstrecke schaut, die von Uyuni via Tupiza bis nach Villazón führt. Genau diesen Blick kenne ich von einer der Sendungen Eisenbahnromantik, die mehrere Bahnstrecken Boliviens vorstellt.















Kurz vor Tupiza sehen wir dann das erste Tuk Tuk. Diese Tuk Tuks verkehren seit vier Jahren in Tupiza und bisher (noch) in keinem anderen Ort des Landes.
Letzte Änderung: 21 Sep 2024 18:29 von Sabine26.
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21 Sep 2024 20:13 #694185
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Danke, Sabine, für die ersten Eindrücke! Wie verständigst du dich, sprichst du Spanisch?

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22 Sep 2024 16:40 #694210
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freshy schrieb:
Danke, Sabine, für die ersten Eindrücke! Wie verständigst du dich, sprichst du Spanisch?

neugierig
freshy

Huhu freshy,

ich würde sagen, in Spanglish. Leider wird in vielen Teilen Südamerikas kaum bis wenig Englisch gesprochen. Ich spreche ein wenig Spanisch, es hat auch schon ausgereicht, um mal ein Telefonat auf Spanisch bei Mietwagenproblemen zu führen und Touren auf Spanisch mitzumachen. Unterhaltungen gehen je nach Thema und Tagesform. Lesen fällt mir deutlich leichter. Es könnte wesentlich besser sein und ich benötige immer einige Tage, damit es besser ins Laufen kommt, da ich bis auf diese Reisen keinerlei Übung habe.

Viele Grüße

Sabine
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22 Sep 2024 16:43 #694211
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Tag 8 – Tupiza
Tu(k) Tu(ks) in Tu(piza)


Ich kann nicht sagen, dass ich unser gestriges Vehikel, das in punkto Sicherheit besondere Maßstäbe setzte, vermisse. Es war ein einmaliges Gastspiel und diente lediglich dazu, uns von der Grenze nach Tupiza zu bringen.

Das Besondere an Tupiza ist seine Umgebung und möglicherweise auch, dass diese Ecke Boliviens alles andere als von Touristen überrannt ist. Bizarre Felslandschaften und Schluchten, nicht selten in Rot gehalten, prägen die Landschaft. Manche Felsformationen erinnern mich unwillkürlich an die beiden geologisch „verwandten“ Nationalparks Parque Nacional Talampaya und Parque Nacional Sierra de las Quijadas. Viele Felsformationen in dieser Gegend weisen von Farbe und Struktur für mich eine große Ähnlichkeit auf.

In dieser Felslandschaft findet man das Puerto del Diablo, gleich zwei eigentümlich in der Landschaft platzierte Felsen, tragen den Namen Teufelstor.

La Poronga mit seiner Felsnadel und dem daneben stehenden breiteren Felsen von 50 Metern Höhe und der Cañon Delinca sind ebensolche Anziehungspunkte für die spärlichen Touristen, die hier unterwegs sind.
























Tupiza hat ca. 27.000 Einwohner und liegt auf 2.964 Metern Höhe. Die Recherche nach einer Bleibe für zwei Nächte hat mich ziemlich schnell zum Hotel Mitru geführt. Wir buchten die beste Zimmerkategorie, die mit einem kleinen Vorraum aus Kaktusmöbeln aufwarten kann. Das Hotel ist sehr sauber, aber doch eher einfach. Die Familie, die das Hotel führt, und die Angestellten sind sehr freundlich.

Ungewöhnlich ist, dass wir mittags in ihrem privaten Bereich bekocht werden. Es gibt das gleiche Essen, wie die Familie zu sich nimmt, eine Suppe als Vorspeise, gefolgt von Hühnchen, Kartoffeln und Gemüse. Es klingt so einfach, aber es ist dermaßen köstlich, die Nahrungsmittel schmecken so rein, so gut. Ein Geschmackserlebnis, das mich an die Küche meiner Oma in meiner Kindheit denken lässt.

Am Nachmittag schauen wir uns Tupiza auf einem Spaziergang an. Die Stadt verfügt trotz der Höhe und der Trockenheit über ein angenehmes Klima. Die allgegenwärtigen Tuk Tuks tragen ihre Nummern in großen Lettern auf ihrer zumeist blauen Seite. Es hält sie und andere nicht davon ab, dort zu parken, wo es ausdrücklich nicht gestattet ist.

In einem kleinen Laden kaufen wir Malbücher und Buntstifte. Sicher werden wir auf der Reise Gelegenheit haben, dem einen oder anderen Kind damit eine Freude zu bereiten und auch der Verkäufer freut sich über den Umsatz. Bolivien gilt als das ärmste Land auf dem südamerikanischen Kontinent und obwohl wir noch nicht lange im Land sind, haben wir den Unterschied zu den beiden südlich gelegenen Nachbarn sehr schnell bemerkt.

















Letzte Änderung: 22 Sep 2024 16:51 von Sabine26.
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22 Sep 2024 20:51 #694217
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Hallo Sabine,
danke für die virtuelle Mitfarhgelegenheit in ein für mich unbekanntes Land.
Die ersten Etappen waren schon eindrucksvoll.
Ich hoffe, es gibt noch Platz für ein Nilpferd auf dem Dachgepäckträger.
Da kann Kiboko rechtzeitig runterspringen, wenn die Bremse nicht mehr geht.

Von einem Kurzbesuch aus Uruguay wurde der französische Blumenkübel wiedererkannt.
Ich bin schon gespannt, wie es weitergeht.

Viele Grüße
Bernd
Äthiopien, Benin, Botswana, Elfenbeinküste, Eritrea, Gabun, Gambia, Ghana, Guinea, Kenia (2x), Madagaskar, Malawi, Marokko, Mauretanien, Namibia, Niger, Ruanda, Sambia, Senegal, Simbabwe (2x), Sudan, Tansania (3x), Togo, Tschad, Uganda (2x)

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