THEMA: 2023 Fliegende Juwele in Ecuador
13 Mai 2024 22:13 #687196
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Aufgrund des schlechten Wetters konnten wir morgens an der Futterstelle keine scharfen Fotos machen, es war einfach zu Dunkel. Um trotzdem einen Eindruck zu vermitteln, wer da so alles ans bequeme Futter kam, hier einige Fotos.

Inca Jay


Turquoise + Inca Jay


Turquoise Jay


Pale-naped Brushfinch


Chestnut-capped Brushfinch


Russet-crowned Warbler


Spectacled Whitestart Warbler


Woodcreeper


Wren


Masked Flowerpiercer


Und ein Chestnut-crowned Antpitta wird mit Würmchen angelockt.


Im nächsten Kapitel besuchen wir die Napo Wildlife Lodge, ein Ort gefühlt irgendwo im Nirgendwo.
Letzte Änderung: 13 Mai 2024 22:19 von sphinx.
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15 Mai 2024 18:55 #687271
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Meinen Informationen nach, hat die Sacha und die Napo Lodge die besten Guides für diese Amazonas Region. Den Ausschlag für die Napo Wildlife Lodge gab, dass diese zu 100% der Kichwa Añangu Community gehört und eine zweite Lehmlecke für Papageien besucht wird. Allerdings hatte ich mir lange überlegt die Sacha Lodge zu buchen, da mir der Internetauftritt besser gefallen hatte. Aber spätestens am Flughafen in Quito, als wir am Gate saßen, waren wir sehr froh um unsere Entscheidung. Beim Einchecken hatten wir Aufkleber mit der jeweils gebuchten Lodge bekommen und es war frappierend, die „Normalos“ mit Jeans, Wanderschuhen und Rucksack hatten Napo-Aufkleber, die amerikanischen Gucci Handtaschenträger mit teuren Outfits Sacha-Aufkleber. Wer mich kennt, weiß in welcher Gruppe ich mich wohlfühle. :whistle:
Es ist eine lange Anreise bis man in diesen Teil von Ecuador gelangt. Am Anreisetag, der bei uns um 6 Uhr startete, kamen wir zum Mittagessen in der Lodge an und hatten nachmittags die erste Aktivität. Der Abreisetag startete noch früher und so war keine Zeit mehr für Landschaft und Tiere. Aufenthalte unter 4 Nächten würden sich deshalb für mich nicht lohnen.
Von Quito kommt man per Auto oder mit einem 30-minütigen Flug nach Coca. Von dort fährt man gute 2 Stunden mit einem Schnellboot den Napo Fluss hinunter, entlang eines immer dichter werdenden Waldes.





Die Ölindustrie ist dabei nicht zu übersehen.
Am Welcome Center wurden wir von einer großen Ansammlung von Schmetterlingen begrüßt.





Auch eine Gruppe von Tamarinäffchen lebt dort, es sind unglaublich hektische Gesellen.



Es gibt übrigens auch das am Napo Fluss gelegene und einfachere Napo Culturel Center. Zur Napo Wildlife Lodge geht es weitere 2 Stunden per Kanu den Añangu Fluss hinauf.



Während der Fahrt wird weiter nach Tieren Ausschau gehalten. Wir sehen unsere ersten Totenkopfäffchen



und Brüllaffen.



Das Faultier versteckt sich so sehr hinter Zweigen, dass man nur etwas Fell und die zwei Krallen sieht. Das Foto erspare ich Euch. Wir sehen Vögel
Capped Heron


Russet-backed Oropendola


Yellow Rumped Cacique


und plötzlich weitet sich die Vegetation und man erblickt den Añangu See und die Lodge auf der gegenüberliegenden Seite. Leider verpasste ich es ein Foto zu machen, viel zu begeistert war ich vom Anblick. Von der Napo Homepage habe ich dieses Foto geklaut, damit man sieht wie genial diese Unterkunft liegt.



Die einzelnen Cabanas mit Hängematte davor und Blick auf den See ließen bei mir keinen Wunsch offen. Die fast die gesamten Wände ausfüllenden Fenster waren nur mit feinem Maschendraht versehen. So drang nur die Geräuschkulisse des Dschungels und Luft, aber keine unliebsamen Tiere hinein.
Die Napo Wildlife Lodge und die Umgebung war für mich etwas ganz Besonderes. Gibt es magische Orte? Ich bin Naturwissenschaftler und nicht besonders romantisch veranlagt. Und eigentlich ist es einfach diesen Ort zu erreichen, aber gleichzeitig befindet sich dieser doch ferner der Zivilisation, als ich es gewohnt bin. Auf alle Fälle war es ein Ort, an dem ich eine unvergleichliche innere Ruhe verspürte und ich genoss jede Minute die ich dort sein konnte – gefühlt irgendwo im Nirgendwo.
Natürlich hatten wir auch großes Glück mit unserer Gruppe. 3 entspannte amerikanische Rentner aus SF, die wegen sozialen Projekten nach Ecuador gekommen waren und noch etwas Urlaub dranhängten und 2 Franzosen auf Hochzeitsreise, die allerdings nur 3 Nächte blieben. Dazu ein souveräner und engagierter Guide.
An einem Vormittag laufen wir nach kurzer Kanufahrt durch den Wald





Sehen einen Frosch, Pilze und kleine Drachen (Handyfotos :pinch:)







und erklimmen eine 36m hohe Turm. Von oben blickt man weit über das Kronendach des Regenwaldes.



Wir sehen zwar viele Vögel und auch Kapuziner- und Klammeraffen turnen in den Bäumen herum, aber für Fotos sind diese Tiere fast alle zu weit entfernt.
Beweisfoto Blue-and-yellow Macaw



Squirrel Cuckoo + Crimson-crested Woodpecker


Echsen an der Plattform werden dankbare Fotoobjekte,



ebenso ein Many-banded Aracari.



Auf einer nächtlichen Runde um die Lodge sahen wir leider kaum Frösche, dafür unter anderem einen Nachtaffen, ein Anoli? und Spinnen.











Letzte Änderung: 22 Mai 2024 19:38 von sphinx.
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19 Mai 2024 13:51 #687389
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Vor Sonnenaufgang starten wir zu den Lehmlecken. Die Steilwand, die auch von anderen Lodges in der Gegend besucht wird, liegt direkt am Napo-Fluss. Der Anker wird geworfen und man hofft das die Aras und Papageien kommen. Da wir das größte Boot hatten, haben wir einen noch größeren Abstand zur Steilwand, als die 3 Boote der anderen Lodges, dazu kam, dass das Boot nicht ruhig lag. Keine guten Bedingungen für gute Fotos. Ich muss gestehen dies ist eine Situation, zum Glück die einzige und nur kurz dauernde, in der mir meine verflixte Erwartungshaltung die Stimmung trübt. Irgendwie hatte ich mir eine Lehmlecke in herrlichem Morgenlicht mit einem Hide an Land ganz in der Nähe vorgestellt. Okay, das warme Licht wäre da gewesen, aber das übrige……So war ich sehr froh, als unser Guide relativ schnell beschloss die 2. Lehmlecke aufzusuchen. Diese liegt auf dem Gebiet der Kichwa-Community und steht, laut Guide, nur den Besuchern der Napo Wildlife und dem Napo Cultural Center zur Verfügung. Eine Schutzhütte bietet Sitzgelegenheiten und beste Aussicht auf die Lehmlecke – nur die Sonne fehlt, denn die Lehmlecke liegt im Wald. Erst am frühen Nachmittag kommt das Licht dorthin und dann natürlich gleißend. Mir machte das nicht mehr aus, ich saß glücklich im Hide und wartete was da so kommt. Wer allerdings schöne Fotos von Papageien an Lehmlecken machen möchte, für den kann ich weder die erste noch die zweite empfehlen.

Am Morgen sahen wir Brüllaffen,









ein paar Orange-cheeked Parrots und in den Bäumen ließen sich drei Scarlet Macaws nieder. An die Lehmlecke kamen sie nicht.





Während die anderen unserer Gruppe zur Kichwa Community aufbrechen, um sich deren Bräuche und Traditionen zeigen zu lassen, bleiben Christian und ich im Hide sitzen und das Warten lohnt sich, die Sittiche kamen zu hunderten zur Tränke.









An diesen Tag wird das Mittagessen im Welcome Center eingenommen. Die Fahrt zurück zur Lodge wird zur Tierbeobachtung genutzt. Neben den üblichen Totenkopfäffchen, Kapuzineraffen, Vögeln und Fledermäusen









entdeckten wir einen Miller´s? Saki. Von so einem Tier hatte ich noch nie gehört und ich finde das dicke Fell hier bei diesen Temperaturen erstaunlich.



Angekommen am See suchen wir nach den Riesenottern und finden einen



der kleinen Familie, die dort lebt.
Mir gefällt allerdings auch die Vegetation sehr gut.





An diesem Nachmittag schlägt das Wetter plötzlich um, eine Gewitterwand baut sich auf



und gerade noch erreichen wir die Unterkunft bevor der Himmel die Schleusen öffnet.
Letzte Änderung: 28 Mai 2024 13:58 von sphinx.
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22 Mai 2024 20:03 #687558
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Ein weiterer herrlicher Morgen.







Am meisten machten mir die Kanufahrten Spaß. (Das Laufen war ziemlich schweißtreibend.) Fast geräuschlos durch das Wasser zu gleiten, den Dschungelgeräuschen zu lauschen und dabei nach Tieren Ausschau zu halten war einfach Klasse.





Die Kaimane waren ziemlich schüchtern und versteckten sich tagsüber in den Pflanzen im Uferbereich, wenig war von ihnen zu sehen. Nachts, wenn man mit der Taschenlampe leuchtete, sah man jede Menge Augen leuchten. Die armen Riesenotter haben es da schwer. Es lebt hier eine kleine Familie. Sie haben zu unserer Zeit Nachwuchs. Vom Jungtier gibt es leider nur eine scharfe Aufnahme, die bereits auf der 1. Seite zu sehen ist, aber ich stelle es hier einfach noch einmal rein.







Und natürlich sahen wir auch viele Vögel. Hier eine kleine Auswahl
Hoatzin





Amazon Kingfisher (links) + Green-and-rufous Kingfisher (rechts)



Red-bellied Macaws



Wir hörten die Trompetervögel bevor wir sie sahen. Ihre beeindruckenden Rufe schallten durch den Wald. Leider nahm das Handy das nicht auf, deshalb der Link zu einer Seite, auf der man sich die Rufe anhören kann. www.deutsche-digital...ZETOE5MP2LWI52I6ID74



Black-capped donacobius



Und wir entdeckten eine kleine Schlange



den blauen Morpho erwischten wir leider nie mit geöffneten Flügeln.



Bei einem kurzen und schweißtreibenden Spaziergang



sahen wir Wollaffen (zu weit entfernt für Fotos), Totenkopfäffchen und Klammeraffen.





Am letzten Morgen mussten wir wirklich sehr früh war. Wir starteten gegen halb vier. Wir erfreuen uns a einem Sternenmeer während wir über den See gepaddelt werden. So lohnte sich das frühe Aufstehen. Als es heller wurde genoß ich es noch einmal in diesem Dschungel unterwegs zu sein. Ich wollte gar nicht mehr weg.

Fazit Amazonas: Wir hatten sicher keine super spektakulären Sichtungen im Yasuni NP, damit hatte ich nicht gerechnet und das war auch nicht der Grund für uns dorthin zu reisen. Der Amazonas-Regenwald hat seine eigene wunderbare Faszination, die wir schon im Manú NP/ Peru großartig fanden. Und die Napo Wildlife Lodge bietet eine luxuriöse Möglichkeit dort einzutauchen, es ist ein geniales Bauprojekt. Ja es ist keine Natur, aber für mich schmiegt sich der Turm und die Cabanas in die Natur ein. Der Blick vom Lodge-Tower, weit über den See und den Regenwald ist alleine schon unwahrscheinlich schön.
Letzte Änderung: 28 Mai 2024 13:52 von sphinx.
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26 Mai 2024 20:48 #687698
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Kondore in der Natur kann man gut im Antisana NPentdecken. Auf dem Weg zur Lagune La Mica kommt man am Tambo Condor vorbei, ein Restaurant und zumindest war es auch mal eine einfache Übernachtungsmöglichkeit. Das Cliff in denen die Kondore brüten und schlafen ist relativ weit entfernt, aber man muss sowieso den Zeitpunkt abpassen, wenn sich diese in die Lüfte emporschrauben. Wir konnten sie mit dem Fernglas gut beobachten, mit einem langen Tele hätte man vermutlich brauchbare Aufnahmen machen können, aber wir waren einfach etwas zu spät dran.
Wir wollten natürlich auch den Antisana sehen, an diesem Tag hatte er leider ein Häubchen auf,



von Papallacta aus sehen wir die Bergspitzen.



Die Lagune La Mica



hat uns nicht so begeistert. Zur Höhenadaptation war der Ausflug auf 3950m aber ganz gut geeignet und Blumen sind immer gut.








Cotopaxi und Chimborazo standen natürlich auch bei uns auf dem Programm. Bei beiden Parks hat mir auch die Landschaft jenseits der Vulkane sehr gut gefallen.
Am Anreisetag im Cotopaxi-Park sahen wir eine Wetterfront auf uns zukommen



und fuhren dann eine Stunde durch Schnee und Hagel. Danach klarte es auf und wir sahen den Cotopaxi in seiner vollen Schönheit.



Am nächsten Tag, als wir zur Schutzhütte liefen, hüllte er sich wieder in Wolken.









Wenn man nicht innerhalb des Parks übernachtet, muss man an die Öffnungszeiten denken. Wir sind in den letzten Minuten rausgefahren. Einlass war bei uns zwischen 8 und 15 Uhr und Ausfahrt bis 17 Uhr.

Beim Chimborazo lohnt es sich einmal rundherum zu fahren.











und der rauchende Sangay vom Eingang des Chimborazo Parks.

Letzte Änderung: 26 Mai 2024 20:56 von sphinx.
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