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15.03.2024 (Fahrt zur Ama Eco Lodge mit einigen Stopps)
Heute steht endlich wieder etwas Kultur auf dem Programm. Es geht ins sogenannte „Kulturelle Dreieck“ Sri Lankas im Zentrum der Insel, welches für die vielen historischen Stätten bekannt ist. Nach den eher gemächlichen und erholsamen letzten Tagen auf dem Tea Estate sind die Batterien wieder aufgeladen und ich bin gespannt auf neue Eindrücke. Mit Banda von der Ama Eco Lodge, bei dem ich den Transport gebucht habe, ist vereinbart, dass der Fahrer an den Felsentempeln von Dambulla hält. Auf dieses Highlight freue ich mich schon ganz besonders. Mein Fahrer überrascht mich aber damit, dass er mir vorher auf der Strecke noch etwas anderes zeigen möchte. Und zwar den „Central Point of Sri Lanka“ oder auch Nalanda Gedige. Davon habe ich noch nie gehört bzw. gelesen. Hmm, vielleicht einfach ein Gedenkstein mit Inschrift, dass dies die Mitte Sri Lankas ist?...rätsele ich, als wir am Parkplatz ankommen. Es handelt sich jedoch tatsächlich um eine bedeutende archäologische Stätte: eine uralte steinerne Tempelanlage mit sowohl hinduistischen als auch buddhistischen Elementen. Sie wurde zwischen dem 8. und 10. Jahrhundert n. Christus am zentralen Punkt Sri Lankas erbaut. Ein kurzer Weg, der mit alten Säulen gepflastert ist, führt zu den Bauwerken. Sie liegen herrlich ruhig und idyllisch mitten im Grünen an einem kleinen See. Ich bin begeistert von den gut erhaltenen, wunderschönen Bauten, die etwas Mystisches ausstrahlen. Und auch davon, dass heute am frühen Vormittag nur ganz wenige andere Touristen hier sind. Die Besichtigung ist kostenlos. Mir bietet sich ein Führer an, der mir die Anlage zeigen will. Eigentlich nicht nötig, aber ich willige ein und gebe ihm dafür später ein kleines Trinkgeld. Im Inneren des Tempels, der teils mit hinduistischen Verzierungen versehen ist, befindet sich eine Buddha-Figur. Und hier u.a.nochmal die komplette Anlage und die Vorderansicht des Tempels. Da macht der Guide auch netterweise ein Bild von mir. (Natürlich ohne Schuhe. Die mussten wie üblich aus religiösen Gründen am Eingang der Tempelanlage ausgezogen werden.) Ein lohnenswerter und wenig besuchter Stopp auf jeden Fall. |
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Nach kurzer Weiterfahrt erreichen wir den Ort Dambulla und steuern die berühmten Felsentempel an. Hier ist bereits einiges los und der Parkplatz gut gefüllt. Neugierig wirkende Hutmakaken schauen sich die Touristen an und hoffen dabei wohl, dass etwas für sie abfällt.
Der Fahrer wird hier auf mich warten und ich kann mir alle Zeit nehmen, die ich brauche, wie er meint. Das klingt schon mal gut. Bei der Hitze werde ich die vielen Stufen hinauf wohl auch nur im Schneckentempo unterwegs sein können...Genauso kommt es dann auch und ich muss zwischendurch immer mal wieder ein kurzes Päuschen zum Ausschnaufen einlegen. Dafür bieten sich schöne Ausblicke den Hügel hinab. Oben angekommen werden erstmal alle Touristen aufgefordert ihre Schuhe abzugeben. Da hoffe ich doch insgeheim, dass die brandneuen Sandalen am Ende auch noch da sind bei der sich nun ergebenden Auswahl. Hier der Eingang mit der Kasse, wo man auch den Felsen sehen kann. Schon die erste Höhle, die fast komplett von einem riesigen liegenden Buddha ausgefüllt ist, ist äußerst beeindruckend. Vor dem Buddha liegen bunte Tempelblumen, die die Besucher auch unterwegs an den Treppen noch kaufen können. Es gibt insgesamt 5 große Höhlen nebeneinander, die alle nicht minder sehenswert sind und von kleinen Grotten ergänzt werden. Hier braucht man wirklich etwas Zeit, um alles auf sich wirken zu lassen. Es ist eine ganz besondere Atmosphäre. Jede einzelne Höhle ist anders und man kommt aus dem Staunen nicht heraus. Viele kunstvolle Figuren, aber auch wunderbare Wandmalereien sind zu sehen. Wirklich sein Geld absolut wert. |
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Nach diesem Genuss für die Augen in Dambulla geht es weiter ins ca. 30 Minuten entfernte Sigiriya mit meinem Ziel, der Ama Eco Lodge. Hier erlebe ich erstmal eine Überraschung. Die Lodge besteht nur aus einem einzelnen Bungalow, meinem (!). Bei „Lodge“ im Namen, hatte ich - so wie z.B. in Afrika üblich - schon an mehrere Zimmer gedacht. Aber was soll´s, ich mag es ja gerne klein und persönlich und der Bungalow gefällt mir auch.
Besonders das großzügige Outdoor-Badezimmer finde ich genial. Außerdem gibt es eine schöne, kleine Terrasse mit Blick ins Grüne. Banda begrüßt mich dazu herzlich und bringt mir erstmal einen frischgepressten Fruchtsaft. Er wohnt mit seiner Familie im Haus direkt neben dem Bungalow. Als er hört, dass ich gerne Vögel und sonstige Tiere beobachte, meint er, dass seine Tochter mir heute Nachmittag den See zeigen kann, der nur wenige Minuten zu Fuß entfernt ist. Das nehme ich doch gerne an. Ich werde nach kurzem Ausruhen von gleich drei Kindern zum Spaziergang abgeholt. Neben Bandas zwölfjähriger Tochter, kommt auch noch sein Neffe und ein kleines Nachbarmädchen mit. Die Landschaft am See im späten Nachmittagslicht ist wunderschön. Ich finde es toll, mit welcher Freude und Unbefangenheit die Kleinen mir ihren See zeigen und alles erklären. Ich habe richtig viel Spaß mit Ihnen. Der höfliche kleine Junge läuft vor und hält mir jeden Dornenstrauch am Weg weg und warnt mich, wenn es irgendwo zu nass ist. Einfach nur goldig und süß die drei. Dazu gibt es auch noch einige Tiere zu sehen und sogar recht gut zu fotografieren. Vor allem endlich einmal Hanuman Languren, die ich im Udawalawe NP nicht so richtig aufs Bild bekommen hatte. Hier sind sie zwar auch scheu und springen schnell vom großen Baum, auf dem die ganze Familie saß. Aber einzelne Mutige bleiben zurück und so kann ich sie ablichten. Hier sogar noch zwei wenig zurückhaltende Exemplare, die gerade mit ganz anderen Dingen beschäftigt sind. Aber auch Vögel sind zu sehen. Und sogar erfreulicherweise eine Erstsichtung für mich. Ein Gray-headed Swamphen. Dazu jede Menge Reiher. Mit und ohne Kuhbegleitung Die Kids zeigen mir auch noch ihr Baumhaus und wollen, dass ich die halb kaputte Leiter mit rauf klettere. Ein Pfau brütet wohl da oben. Das reizt mich ja schon, aber ich traue der wackeligen Leiter nicht und breche nach kurzem Versuch ab. Ich glaube kaum, dass die mich noch hält und möchte mir hier nicht den Hals brechen. Dafür ist der Urlaub einfach zu schön. Wir ziehen weiter und es geht zurück quer über die matschige Kuhweide. Dabei müssen auch mal im Weg stehende Kühe weggezogen werden. Ich sinke stellenweise komplett mit meinen hellen Turnschuhen ein. Hätte ich die mal lieber ausgezogen. Ich darf in die Räumlichkeiten schauen und der Mönch begrüßt mich freundlich mit einem Lächeln, als er die Kinder sieht. Wie spannend diese fremde Kultur doch ist! Abends zurück im Bungalow bin ich völlig begeistert von diesem eindrücklichen Erlebnis. So dicht dran zu sein am Leben der Menschen, das kann man wohl nur in einem kleinen Homestay erleben. Das leckere Abendessen, dass Bandas Familie für mich kocht, nehme ich auf der kleinen Terrasse des Bungalows ein. Banda nimmt mich dann nochmal im Dunklen mit Taschenlampe ausgerüstet mit zum See. Hier gibt es oft hunderte Glühwürmchen am Ufer, die er mir noch zeigen möchte. Wir sehen aufgrund des hellen Mondlichts heute aber bei weitem nicht so viele. Trotzdem schön. Glühwürmchen liebe ich einfach. Wirklich ein perfekter Tag! |
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16.03.2024 (Zwei Felsen und ein Schreck in der Abendstunde)
Heute kann ich mich nicht so richtig aufraffen, schlafe lange und genieße in Ruhe das leckere Frühstück auf der Terrasse. Das war vielleicht nicht das Schlaueste, denn ich möchte noch den Sigiriya Rock besuchen. Eins der Hauptsehenswürdigkeiten von Sri Lanka und UNESCO Weltkulturerbe. Es handelt sich um einen ca. 200 Meter hoch hinaufragenden Monolithen mit den Überresten einer uralten königlichen Festung an der Spitze. Ich hatte gelesen, dass der Felsen morgens sehr früh noch nicht so überlaufen ist. Und außerdem wäre es dann morgens wohl auch noch nicht so heiß gewesen wie jetzt gegen 10 Uhr. (Es wurde gefühlt immer wärmer die letzten Tage und wir haben mittlerweile um die 35 Grad täglich). Naja, nicht zu ändern, da muss ich jetzt durch. Den berühmten Sigiriya Rock möchte ich mir auf keinen Fall entgehen lassen. Banda organisiert praktischerweise ein Tuk-Tuk für mich, das mich direkt am Eingang absetzt. Hier muss ich erstmal die richtige Kasse finden. Ich stelle mich versehentlich falsch am separaten Kassenhäuschen für Einheimische an. Diese müssen nur einen Bruchteil von den ausländischen Touristen bezahlen, was anhand der geringen Löhne hier auch verständlich ist. Trotzdem staune ich etwas über den doch recht hohen Preis von 36 USD pro Person. Aber die Anlage ist auch riesig. Es gibt kleine Tümpel, wo man sogar Vögel entdecken kann. Hier ein Stork-billed Kingfisher. Und wie so oft Hutmakaken, die sich scheinbar gerne an touristischen Plätzen mit vielen Menschen aufhalten. Vor dem hohen Felsen kann man diverse historische Wasserbecken bewundern. Von hier hat man einen schönen Ausblick auf den Sigirya Rock. Und dann geht es nur noch aufwärts. Ich habe die Stufen nicht gezählt, aber sind auf jeden Fall viele, sehr viele. Bei der extremen Hitze ist der Aufstieg nur äußerst langsam möglich und ich muss zwischendurch immer wieder Pausen im Schatten machen und trinken. Zum Glück bin ich allein unterwegs und niemand treibt mich an. Auf der Hälfte um den Felsen herum hat man schon eine tolle Aussicht in die Ferne. Man erreicht im Anschluss ein großes Plateau mit vielen Bänken im Schatten. Dort pausiere ich erneut etwas länger. Bevor es für mich auf die letzte Etappe ganz hinauf und durchs spektakuläre Löwentor geht (bzw. dem was davon noch übrig ist). Erfreulicherweise ist es gar nicht überlaufen heute. Ich habe vorher Bilder gesehen, wo sich hunderte Leute hintereinander auf den Treppen drängeln. Davor hatte es mich schon etwas gegraust. Bei mir ist es aber recht leer verglichen damit. Ob die extreme Hitze möglicherweise der Grund ist? Auf den Treppen nach oben bietet sich eine wunderbare Sicht in die Ferne und auch der Anblick des hohen Felsen selbst fasziniert mich. Ich bleibe immer wieder stehen und beobachte Gruppen von bunten Schmetterlingen, die unablässig am Felsen entlang nach oben fliegen. Auch eine kleine Echse kann ich entdecken. Erstaunlicherweise kommt keine Höhenangst bei mir auf. (Wenn ich im Nachhinein die Fotos betrachte, wundert mich das etwas Oben angekommen erkunde ich die große Plattform mit den Ruinen der alten Festung. Die Panorama-Aussicht dazu ist mehr als beeindruckend. Wirklich zu Recht ein touristisches Highlight in Sri Lanka. Ich pausiere unter einem Baum im Schatten neben einer sri-lankischen Großfamilie. Wir kommen ins Gespräch und die Oma bietet mir Erdnüsse an, die ich gerne annehme. Da freut sie sich, wir knabbern gemeinsam und der Opa nimmt mir sogar die Schalen wieder ab. Ich bin wieder einmal begeistert von der Freundlichkeit der Menschen hier. Die Kinder fragen etwas später, ob sie ein Foto mit mir machen können. Selbstverständlich tue ich Ihnen den Gefallen und behalte auch noch eins für mich zur Erinnerung an die nette Familie und den schönen Moment. Wieder auf der hälftigen Plattform angekommen, fragt mich auch noch eine junge Frau schüchtern, ob sie ein Foto mit mir machen könnte. Ich hatte sie und ihren Freund schon beim Aufstieg ab und zu gesehen und wir hatten uns zugelächelt. Ich finde es lustig. Große, blonde Touristinnen sind anscheinend beliebte Fotomotive. Für den Rückweg informiere ich Banda, der wieder zuverlässig und schnell ein Tuk-Tuk sendet. |
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Zurück in der Ama Eco Lodge bin ich noch voller Tatendrang und beschließe heute auch noch den zweiten Felsen, den Pidurangala zu besteigen. Ich möchte den Sonnenuntergang dort erleben, wie es in diversen Berichten im Netz empfohlen wurde. Der gleiche Tuk-Tuk-Fahrer (Nachbar von Banda) zeigt mir auf dem Weg aber erstmal eine schöne Stelle am See, von wo aus man beide Felsen sehen kann.
Er hält außerdem für einen kurzen Fotostopp an einer buddhistischen Andachtsstätte mit großer Buddhafigur. Am Eingang zum Pidurangala Felsen befindet sich ebenfalls ein buddhistisches Kloster. Hier muss man kurz seine Schultern und Knie beim Vorbeigehen bedecken. Ich verzichte auf eine Besichtigung, um den Sonnenuntergang nicht zu verpassen. Dann beginnt der Aufstieg, den ich tatsächlich unterschätzt hatte. Dazu kommt, dass sehr viele Touristen mit dem Ziel den Sonnenuntergang hier zu sehen, unterwegs sind. Das heißt wir laufen quasi in Kolonne den engen Weg am Felsen hinauf und es entstehen oft Staus. Dies da manche Stellen so schmal sind, dass nur eine Person sich kletternd durchquetschen kann. Netterweise nimmt mir der Amerikaner vor mir an den engen Stelle die Kamera ab. Die Kletterei durch die Felsspalten auf die letzten Meter und bei der Hitze ist wirklich anstrengend. Wäre es nicht so voll, wäre ich vermutlich sogar umgedreht. Da ist aber bei den vielen Menschen hinter mir und der Enge gar nicht mehr dran zu denken. Völlig durchgeschwitzt und mit rotem Kopf erreiche ich schließlich die Felskuppe. Immerhin der Ausblick auf den Sigiriya Rock lohnt sich wirklich. und den Sonnenuntergang von hier oben zu sehen, ist auch schön. Zurück sehe ich zu, dass ich noch vor der großen Mengenmenge abwärts gelange. Dies geht dann zum Glück auch schneller als gedacht. Unten am Kloster findet gerade eine buddhistische Zeremonie statt. Ein Mönch singt und die Gläubigen beten dazu. Interessant für mich, da es das erste Mal ist, dass ich so etwas überhaupt erlebe. Ich bleibe einige Zeit stehen und schaue und höre fasziniert zu. Ein rundum gelungener und abwechslungsreicher Tag bisher (wenn auch mit der doppelten Felsbesteigung bei 35 Grad schon etwas kräftezehrend). Leider folgt jedoch noch ein weniger schönes Ende. Ich bekomme meine engen Wandersocken kaum mehr von den verschwitzen Beinen gezogen. Ich ziehe und zerre und plötzlich schießt mir ein heftiger Schmerz durch den Finger, den ich dabei versehentlich umgebogen habe. Mit dem tollen Ergebnis, dass das vordere Gelenk des Fingers runterhängt und sich nicht mehr normal strecken lässt. Ein Strecksehnenabriss googele ich dazu. Na toll, das kann ich gerade gar nicht gebrauchen. Zum Glück ist es die linke Hand und der Finger tut nicht mehr allzu weh, sondern ist nur wie taub. Ich werde es auf jeden Fall nicht schaffen, hier zum Arzt zu gehen, da es ab morgen auf Safari gehen soll. Ich futtere noch das leckere Essen, gekocht von Bandas Familie auf meiner Terrasse. Nach einem Anruf beim meinem Freund zum Bemitleidet-werden, schlafe ich völlig erledigt vom Tag schnell ein. |
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17.03.2024 (Über Anuradhapura zum Ceylon Resort Wilpattu)
Mein Fahrer für heute wurde vom Ceylon Resort Wilpattu organisiert, meinem heutigen Tagesziel. Er trifft pünktlich gegen 10 Uhr bei Banda ein. Heute gestaltet sich die Tagesplanung dank meines Finger etwas anders als gedacht. Könnte ich doch jedenfalls eine abenteuerliche Story erzählen, wie es dazu kam. " Ist mir beim Klettern am Felsen passiert", zum Beispiel. Aber beim Sockenausziehen...Das ist überall für einen Lacher gut. Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen oder wie war das? Ausgemacht war mit dem Fahrer, dass er durch die Stadt Anuradhapura fährt, damit ich dort einige Tempel besichtigen kann. Jetzt bitte ich ihn erstmal eine Apotheke anzusteuern, damit ich dort evtl. eine Finger-Schiene bekomme. Das gestaltet sich jedoch schwieriger als gedacht. Wir werden von Apotheke zu Apotheke geschickt. Keine hat eine Fingerschiene, aber immer einen guten Tipp, wo es die evtl. geben könnte. Die Schnitzeljagd nach dem Gesuchten endet bei der mittlerweile sechsten riesigen Apotheke im Zentrum. Halleluja, endlich kann ich das selbstgebaute, unbequeme Konstrukt austauschen und noch ein bisschen Sightseeing machen. Wir steuern den Isurumuniya Tempel an, den ich Honeybadgers Bericht entnommen hatte. Auch, da es dort eine kleine Kolonie Flughunde geben soll. Erstmal sehen wir an dem kleinen See davor eine nur im Süßwasser lebende Klappen-Weichschildkröte. Das ebenfalls hier vorkommende Krokodil lässt sich hingegen nicht blicken. Ich engagiere einen der sich am Parkplatz anbietenden Guides für die Besichtigung des Tempelgeländes. Er hat zum Glück neue, noch verpackte Socken für mich. Denn der Boden/ Sand ist heute so heiß, dass man beim besten Willen nicht barfuß laufen kann. Hier einige Bilder vom sehenswerten Tempelgelände. Auch hier gibt es wieder eine große liegende Buddha-Figur im Inneren. Die kleine Grotte mit den Flughunden liegt direkt neben dem Tempel. Interessant, dass die Tiere sich, trotz des nicht allzu goßen Abstands der vielen Tempelbesucher davor, kein anderes Quartier suchen. Sie scheinen sich in ihrer Nische sicher zu fühlen. Es gibt außerdem ein kleines Museum und der nette, ältere Guide erzählt mit Leidenschaft über die Geschichte des Tempels. Am Ende steigen wir noch aufs Dach des Tempels, wo man einen schönen Ausblick auf eine große, weiße Stupa in näherer Umgebung hat. Danach bin ich so erledigt von der Mittagshitze, dass ich beschließe die Stadt nicht weiter zu besichtigen und direkt zur Unterkunft zu fahren. Der erträglichste Platz ist gerade das klimatisierte Auto. Zumal ich seit heute früh leider auch Durchfälle habe und mich dadurch schlapp fühle. Irgendwie ist gerade der Wurm drin, nach den ersten beiden Wochen voller Energie. Die doppelte Felsenkletterei gestern in der Hitze war wohl leider etwas zu viel des Guten. Die Fahrt ist durch den netten Fahrer und die interessante Umgebung mit vielen Seen kurzweilig und bald erreichen wir das Ceylon Resort Wilpattu. Es ist eine kleine Anlage mit ein paar Gästebungalows, die nett im Grünen liegt. Der Nationalpark ist nicht weit entfernt von hier. Der sympathische Chef, mit dem ich geschrieben hatte, ist einige Tage nicht da und ich werde von einem jungen Mitarbeiter in Empfang genommen. Er kann nur sehr wenig Englisch und wir verständigen uns etwas mühsam. Süß ist auf jeden Fall das Empfangskomitee bestehend aus einem turtelnden Gänsepärchen und zwei lieben Hunden, die alle vier neugierig ankommen. Hier der Bungalow mit zwei Wohneinheiten und die ländliche, ruhige Anlage. Das saubere Zimmer hat Klimaanlage und Moskitonetz, was will man mehr. Nur der strenge, muffelige Geruch im Bad gefällt mir nicht und ich sehe in den nächsten Tagen immer zu, dass ich schnell wieder raus bin und die Tür gut schließe. Um noch ein bisschen was von der grünen Umgebung zu sehen, leihe ich mir eins der Fahrräder aus, die an der Einfahrt liegen. Eins ist klappriger als das andere, für den kurzen Weg zum 10 Minuten entfernten See jeoch völlig ausreichend. Die Abendstimmung ist schön, allerdings ist am See schon eine Gruppe einheimischer Männer, die dort baden. Bevor sie mich sehen, drehe ich lieber schnell wieder um. Einzige nennenswerte Tiersichtungen sind heute Abend eine einsame, angebundene Kuh und eine auf dem Weg kriechende Schildkröte. Vögel hört man überall, aber sie wollen leider nicht Fotomodell für mich spielen. Was soll´s. Es war ein netter kleiner Ausflug und der Fahrtwind auf dem Fahrrad tat auch gut. Das Abendessen wird heute wie erwartet ein Krampf. Ich versuche etwas nicht Scharfes und nicht Gewürztes zu finden, dass mein in Mitleidenschaft gezogener Magen vertragen kann. Da ist die Auswahl jedoch wie erwartet überschaubar. Es gibt nur trocken Reis, Kokosbrot und Bananen, die in Frage kommen. Appetit habe ich irgendwie auch keinen. Ich würge ein bisschen was herunter und flüchte schnell wieder in den Bungalow, da mein Bauch rumort. Ich hoffe einfach mal, dass sich die Lage bis morgen beruhigt hat. Jetzt wo ich doch endlich die heißersehnte Ganztags-Safari im Wilpattu Park machen kann. Darauf freue ich mich, trotz allem schon sehr und bin gespannt, was mich erwartet. Hier soll es eine ähnliche Bandbreite von Tieren wie im Yala Park geben, allerdings mit deutlich weniger Besuchern. Da klingt doch perfekt! |
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