Eigentlich wollen wir en diesem Tag ja strecke machen, nach Rainbow Beach kommen.
Aaaber…..dann kommen wir in einen riesigen Stau (ja, das gibt’s auch in Australien!) um Brisbane, entscheiden uns stattdessen für Noosa Heads. Wir fahren weiter auf der A1 Richtung Norden, merken aber, dass irgendwas im Motorraum nicht zu stimmen scheint!
[Ich habe wenig Ahnung von Motoren, noch weniger von dem des LC HDJ 100!]
Das Geräusch kommt und geht, wird aber tendenziell lauter und häufiger, also entscheiden wir uns, mittlerweile auf Höhe von Caloundra angekommen, unseren Plan zu „modifizieren“ und nach Osten, nach Caloundra an die Küste zu fahren um Hilfe zu suchen.
Wir kommen zu einer Tankstelle an der Ortseinfahrt, halten auf dem Parkplatz….und….. schon kommt uns ein Australier entgegen, kurze Hose, Buschstiefel (
Blundstone natürlich!), von oben bis unten sonnenverbrannt und durch tätowiert!
[Wie wir bereits schon aus unseren früheren Reisen wissen, sind Australier extremst hilfsbereit! Dies geht so weit, dass man bereits angesprochen wird bevor man selbst gemerkt hat, dass man was sucht/wissen will!]
Der junge man stellt sich als Automechaniker vor und will helfen. Er fragt ob ich einen Schraubenschlüssel dabei hätte. Das geht mir aber ein wenig zu schnell, ich bin skeptisch, zaudere ein wenig….das scheint er zu merken, er lacht nur und sagt, typisch Australien…..
“No worries, mate!“
Ich gebe ihn also einen Schraubenschlüsse, den er mit der einen Seite an den Motorblock und mit der anderen an sein Ohr drückt?! Nach einigen Sekunden steht er auf, schaut uns an, schüttelt mit dem Kopf und meint, dass das Problem wahrscheinlich mit dem Taktriemen (Timing Belt) zusammen hängt und dass ein Weiterbetrieb den Totalschaden am Motor bedeuten könnte.
Es ist mittlerweile späterer Nachmittag, bewölkt und wird bereits „dämmerig“, also suchen wir uns erst einmal ein Quartier für die Nacht. Alle Campingplätze sind entweder geschlossen oder ausgebucht! Es wird immer später, langsam breitet sich so etwas wie leichte Panik aus, vor allem auch weil wir das ungute Gefühl haben, vielleicht jetzt gerade, bei den „Suchaktionen“, den Motor zu schrotten! Dann finden wir, rein zufällig, das Caloundra Suncourt Motel. Wir sind erst einmal erleichtert, dass wir den Motor ausstellen können, aber jetzt geht es erst richtig los! Wir rufen beim australischen ADAC an, der Mitarbeiter meint er könne um ca. 20:00 bei uns sein. Wir holen uns Fish & Chips von der kleinen Bude gegenüber und spülen mit einem großen (600 ml!) GaT nach!.....auch gut für die mittlerweile ziemlich angespannten Nerven!
Um 20:00 kommt der ADAC Man tatsächlich. Ich lassen den Motor an; er schaut sich alles an, schüttelt mit dem Kopf, meint;
„probably the timing belt“! Motor wieder aus. Er meint wir sollten das Auto auf keinen Fall bewegen und am nächsten Morgen das „Service Centre“ anrufen, sagt aber die seien meist für
2-3 Wochen ausgebucht!!!
Wir sind verzweifelt…..
2-3 Wochen Caloundra! Uns gehen alle Möglichkeiten durch den Kopf, wir schlafen nur sehr schlecht. Am nächsten Morgen bestätigt sich diese Aussage; die sind wirklich so lange ausgebucht…..
Wir rufen australische Freunde an. Die geben uns den Tipp…..ruft doch mal bei
„Luke Mobile“ an…..hilft vielleicht, kann nicht schaden…..
Gesagt, getan! Wir erreichen sofort einen Mitarbeiter, der uns sagt, dass er um ca. 13:00 da sein könnte…..wir warten, nervlich angespannt. Er kommt, sogar 30 Minuten früher als versprochen, macht die Motorhaube auf und winkt, auf meine Frage; „Soll ich den Motor anlassen?“, sofort ab und sagt;“Nicht nötig, ich habe das Problem!“. Es stellt sich heraus, zu unserer
RIESIGEN Erleichterung, dass nicht der Taktriemen, sondern lediglich eine Rolle, die den Keilriemen zwischen Motor und „Airconditioning“ strafft, völlig verschlissen ist…..vom Kugellager der Rolle keine Spur mehr! Wir hatten riesig Glück, dass uns das Ganze nicht kreuz und quer durch den Motor geflogen ist.
Der Mechaniker meint, dass erstens, der ADAC Mann gefeuert gehört!, zweitens, er die Rolle und Riemen (in 10 Minuten!) ausbauen könnte und wir somit, zwar ohne Luftkühlung, aber ansonsten problemlos weiter fahren könnten. Alternativ könnte er eine neue Rolle und Riemen besorgen und diese einbauen. Wir entscheiden uns, erleichtert, für die letztere Alternative und in 2 weiteren Stunden läuft der Motor wieder rund und der Spuk ist vorbei! Wir bedanken uns profus bei dem Mechaniker, der auch bereits auf dem Sprung zum nächsten „Fall“ war.
[„Luke Mobile“ ist eine Art von „travelling“ Mechaniker Firma, die mit gut ausgerüsteten Werkstattwagen „in der Gegend herumfahren“ und kleinere-mittlere Schäden/Pannen beheben können. Wir können diese Firma nur aller wärmstens empfehlen. Die Hilfe kam schnell, der Mann war freundlich und sehr kompetent.]
Total erleichtert, ja fast euphorisch genießen wir den Nachmittag, Abend und den nächsten Morgen im schönen, (aber „deutlich“ touristisch erschlossenem), Caloundra.
(Nachmittagsstimmung im schönen Caloundra.)
(Frucht der vielleicht australischsten aller Pflanze, der Pandanus.)
("Street art" a la Caloundra!)
(Wunderschöner, warmer Sonnenuntergang an der Caloundra Promenade.....so kann´s weiter gehen!)
Am nächsten Vormittag geht es dann zu den sehr schönen „Noosa Heads“, wo wir einen langen Spaziergang im Küstenurwald machen, mit Sicht auf die Fraser Island (angeblich größte Sandinsel der Welt).
(Noosa Heads Halbinsel mit Fraser Island im fernen Hintergrund)
Wir fahren weiter, entscheiden uns spontan für den sehr abgelegenen Miara Caravan Park, idyllisch an einer breiten Flussmündung gelegen.
Diese Entscheidung werden wir nicht bereuen, denn es wimmelt nur so von Tieren und Pflanzen!
(GaT im Camping Platz von Miara.
Links auf dem Tisch unser für diese Reise erworbener Coleman Kocher, der sich sehr bewährt hat!)
(Rotes Riesenkänguru am Strand bei Miara)
(Letztes Tageslicht.....Seuftz.....)
Am nächsten Morgen streifen wir früh am Strand entlang und sehen ein Feuerwerk der Tiere, vor allem Vögel, die den neuen Tag begrüßen!
(Ein gegen die Morgenkälte "aufgeplüstertes Farbenknäuel")
(Fischadler späht in Richtung Wasser....)
(.....und stürzt sich in rasantem Flug vom Ast.....)
(Papagei-Vögel gibt´s in "sehr farbig".....aber auch.....)
(.....in eher "schlicht grün".....)
(.....oder auch in Weiß)
[Hatte ich das eigentlich schon erwähnt.....
Für "Birder" ist Australien, ohne Zweifel, das non plus ultra Land schlechthin.
Vor allem wer "bunt" und "Papagei" mag kommt hier voll auf seine Kosten!]