THEMA: Ein Jahr danach – noch mal ans Nordkap
01 Mai 2021 09:11 #614502
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Tag 11

Bei schönstem Wetter trat ich vor die Hoteltür. Ganz früh morgens ging ich auf Waljagd. Ich habe ihn auch gefunden und einige Fotos gemacht. Die Bilder sind aber nicht so prickelnd.













Dann bin ich mutterseelenallein am Hafen rumgestiefelt. Da saßen 2 Jugendliche. Morgens um 6 Uhr. Einer kam auf mich zugesprungen. Ich habe meine Kamera noch fester umklammert und gedacht: ‚Was kommt jetzt?‘

Der nahm mich sofort in den Arm und fragte: „Tourist?“

Ja sicher, was sonst?

„Woher, wohin und alles und so? Brauchst keine Angst haben. Das ist kein Überfall.“

Da bin ich aber beruhigt.

Und dann haben wir uns nett eine Viertelstunde unterhalten.

Heute war Sonntag. Frühstück gab es ab 8 Uhr. Auch hier konnte man den Einfluss unseres Reiseveranstalters sehen. Da 8 Uhr für uns relativ spät war, hatten unser Reiseunternehmen gegen zusätzliche Bezahlung Frühstück ab 7 Uhr gebucht. Der Frühstücksraum war ausschließlich für unsere Gruppe hergerichtet. Andere Reisende, die auch schon auf den Beinen waren, schauten neidisch in den Speisesaal, wurden aber vom Personal nicht reingelassen.

Gut gestärkt fuhren wir zurück nach Alta. Hier stand die Besichtigung des Museums und der Felsenmalereien im Freilichtmuseum auf dem Programm. Bei der Führung begleitete uns eine deutschsprechende Mitarbeiterin des Museums.







Nachmittags ging es von Skjervøy mit dem Hurtigrutenschiff M/S Lofoten zurück nach Tromsø. Das Abendessen nahmen wir heute auf dem Schiff ein. Hier war ein Bereich für uns reserviert. Die Tische waren ansprechend gedeckt. Auch das Menu war reichhaltig und lecker.





Das Foto vom Sonnenuntergang ist nachts vom Schiff aus um 23.30 Uhr gemacht worden. Gegen 23.40 legte die Hurtigruten in Tromsø an. Wir gingen von Bord und legten die Strecke zum Hotel zu Fuß zurück. Das waren nur wenige Meter, die wir laufen mussten.



Kurz vor Mitternacht war die Sonne fast untergegangen. Kurz nach Mitternacht ging sie wieder auf. Das ist schon ein irres Naturschauspiel.

Trotzdem habe ich während der gesamten Rundreise auf eine Schlafmaske verzichtet. Auch die Verdunkelungsgardinen in den Hotels habe ich nie zugezogen. Ich habe mich einfach dem Licht hingegeben. Wenn hell – dann wach. Immer hell – immer wach!
Auf dem letzten Bild sieht man, wie hell es um 00.23 Uhr ist.



Wie übernachteten erneut in dem Hotel, wo wir vor 3 Tagen schon genächtigt hatten.
Letzte Änderung: 01 Mai 2021 09:14 von Papa Kenia.
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02 Mai 2021 08:28 #614578
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Tag 12
Da es gestern doch recht spät geworden war, durften wir es heute beim Frühstück ein wenig gemütlicher angehen lassen. Der heutige Tag bestand nur aus ‚Kilometer machen‘.

Für kurz vor 9 Uhr war Kofferladen angesagt. Danach fuhren wir nach Brensholmen und ab da mit einer Fähre rüber zur Insel Senja. Dort wurde um die Mittagszeit die Bordküche geöffnet und es gab erneut Brühwürsten mit Toast. Außerdem wurden Kaffee und Schokoplätzchen verteilt.













Nach ein paar Fotostopps kamen wir nachmittags in Narvik an.

Wir bezogen unser Hotel. Mein erster Weg führte mich auf die Dachterrasse. Der Ausblick war aber nicht so prickelnd. Also unternahm ich nur in der näheren Umgebung einen kleinen Spaziergang.





Morgen war Fahrerwechsel angesagt. Kurt stellte abends beim Abendessen unseren neuen Fahrer vor. Raimund war auch ein richtig netter und ruhiger Typ. Er war ein paar Jährchen jünger als Kurt. Machte aber einen total sympathischen Eindruck.













Kurt flog morgen früh nach Bergen. Unser Reiseveranstalter legt unheimlich Wert auf die Einhaltung der Lenk- und Ruhezeiten der Fahrer. Und wenn das Maximum an Fahrzeit ausgeschöpft ist, wird der Fahrer ausgetauscht. Unser neuer Fahrer hatte einen sicheren Fahrstil.

Heute zog es alle recht zeitig in die Zimmer.
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03 Mai 2021 07:57 #614674
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Tag 13
Heute fuhren wir durch das Hochgebirge. Die Landschaft war noch mit Schnee bedeckt. Die langen Tage zollten ihren Tribut. Man hörte im Bus das ein oder andere Schnarchgeräusch.

Sören war auch nicht so gesprächig wie die letzten Tage. Was allen zu Gute kam.

Viele dösten vor sich hin. Lasen ein Buch oder studierten den Reiseführer. Ich hatte mir die Ohrstöpsel aufgesetzt und hörte Musik. Endlich hatte ich auch mal Zeit, meine Bildausbeute am Tablet zu betrachten.

Von Skarberget fuhren wir erneut mit einer Fähre – diesmal ging es über den Tysfjord nach Bognes. Heute bekamen wir hautnah zu spüren, welche Vorteile ein einheimischer Reiseleiter bringen kann.

Während der Fahrt zum Bootanleger wurde es vorne zwischen Sören und Raimund ein wenig lauter und unruhiger. Sören spornte Raimund an, schneller zu fahren. Wir waren anscheinend ganz schön knapp in der Zeit. Als zwischen unserem Bus und dem Anleger nur noch zwei Kurven lagen, griff Jens zum Handy. Ich möchte nicht wissen, wieviel Nummern der so gespeichert hat.

Im Nachhinein haben wir erfahren, dass Sören mit dem Kapitän der Fähre telefoniert hatte. Diese lag am Anleger und war im Begriff abzulegen. Sören hatte es wirklich geschafft, dass die Fähre zwei Minuten später ablegt. Wir sind mit Vollgas auf die Fähre gedonnert. Ich glaube, die Hinterräder waren noch an Land, da legte die Fähre ab.

Bei der Weiterfahrt mit dem Bus folgte die Polarkreisüberquerung von Nord nach Süd und auf dem Parkplatz des Polarkreiszentrums gab es auch wieder Sekt. Hier machten wir einen längeren Stopp. Es lag noch so viel Schnee, dass man eine ausgiebige Schneeballschlacht hätte machen können. Die meisten Reisenden interessierten sich aber mehr für die Toiletten im Gebäude. Am Eingang grinsten uns zwei große Trolle an.

Im kuschelig warmen Gebäude fand man Touristenbedarf aller Art. In der kleinen Cafeteria gönnten sich einige Leutchen einen Snack oder einen Kaffee.









Nach dieser längeren Pause fuhren wir in südlicher Richtung weiter. Nach zwei erneuten Stopps kamen wir am Endziel in Mosjøen an. Wir gestalteten unseren Abend im Hotel. Vor die Tür zu gehen hatte niemand mehr Lust. Es regnete auch schon wieder. Oder immer noch?
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04 Mai 2021 09:34 #614784
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Tag 14
Es war ein klarer Morgen. Die Sonne schien. Endlich mal kein Regen. Wer weiß, wie lange noch? Ich war froh, vor dem Frühstück mal wieder vor die Tür zu kommen.









Mosjøen machte auf mich den Eindruck eines beschaulichen Örtchens. Sören hatte uns gestern empfohlen, die ‚Strandgata‘ mal zu abzulaufen. Hier gäbe es die meisten bunt angestrichenen Holzhäuschen. Einige von ihnen stehen angeblich sogar unter Denkmalschutz. Und die Häuserzeile gehört wohl zu den Touristenzielen schlechthin.

Nach dem Frühstück setzten wir unsere Reise fort. Den ersten Fotostopp des Tages legten wir am Wasserfall Laksfossen ein.









Die Weiterfahrt führte uns durch die Pampa und über eine Hochebene erneut Richtung Trondheim.

Um die Lenkzeiten einzuhalten, musste unser Fahrer mittags einen Stopp einlegen. Wir hielten an einem kleinen Bistro. Hier gab es was zu Futtern. Anschließend hatten wir noch Zeit, uns die Beine zu vertreten.

Gegen 15 Uhr kamen wir in Trondheim an. Hier nutzten wir die Möglichkeit, auf den 124 Meter hohen Fernsehturm zu fahren. Angeblich ist der Turm eine der bestbesuchten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Kein Wunder, bei dem Ausblick von der Plattform.











Nachmittags kaperten wir noch eine Fähre. Nach der Ankunft am Anleger nahmen wir Kurs Kristiansund, wo wir auch übernachteten.

Nieselregen hielt alle davon ab, die nähere Umgebung zu erkunden. So saßen wir in geselliger Runde noch bis kurz vor Mitternacht zusammen.
Letzte Änderung: 04 Mai 2021 09:36 von Papa Kenia.
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05 Mai 2021 08:53 #614912
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Tag 15











Wir machten einen kurzen Stopp im Fischerort Bud





und fuhren anschließend zur Rosenstadt Molde. Dort steuerte Raimund unseren Bus auf die Fähre nach Vestnes und nach einer weiteren Stunde Fahrt trafen wir in Ålesund ein.

Natürlich hatte ich mich vor der Buchung der Reise im Internet mit der Reiseroute, den Hotels und den Sehenswürdigkeiten auseinandergesetzt. Für mich schien Ålesund ein richtig farbenprächtiges Städtchen zu sein. Ich hatte im www jede Menge tolle Fotos gesehen.

Daher hatte ich mich richtig auf Ålesund gefreut. Raimund kutschierte uns zunächst auf den Aksla. Von diesem Berg aus hat man einen schönen Blick auf Ålesund und die Nachbarinseln. Aber nicht heute. Wir waren noch nicht ganz ausgestiegen, da begann zu schütten.





Was machen wir denn falsch?

Anschließend fuhren wir zur Stadt runter und Sören unternahm mit uns einen einstündigen Stadtrundgang. Gott sei Dank tröpfelte es nur noch ein wenig. Hin und wieder kam sogar die Sonne zum Vorschein. Es gibt in Ålesund viele im Jugendstil gebaute Häuser. Besonders die Gebäude in der Fußgängerzone sind wirklich sehenswert. Mein Eindruck bestätigte sich. Ålesund ist ein wunderschönes Städtchen. Aber nicht bei Regen. Da muss ich also noch mal hin.















Dann ging es den Trollstigen hoch. Diese Passstraße ist nur ein paar Monate im Jahr geöffnet und zwei Tage vor unserem Eintreffen erst freigegeben worden. Als wir auf dem Parkplatz am Trollstigen Cafe ankamen war es zwar trocken. Aber schweinekalt. Das Café hatte noch geschlossen. Es bestand keine Chance sich aufzuwärmen. Nur im Tourishop. Und auf den öffentlichen Toiletten. Aber da gibt es angenehmere Orte!

Hier oben war nix los. Letztes Jahr war es hier im Hochsommer so nieselig und diesig, dass ich nur ein paar Fotos gemacht habe. Trotz des miesen Wetters parkten hier damals -zig Reisebusse und Hunderte von PKW und Motorräder. Heute konnte man die Autos oder Busse an zwei Händen abzählen.

Irgendwie war das heute Nachmittag ein eigenartiges Licht. Fast schon gespenstisch.

Ich bin den Laufsteg bis zum Aussichtspunkt gelaufen. Der Blick in die Tiefe prallte aber an Nebelwänden und tiefhängenden Wolken ab. Normalerweise hätte man hier ins Tal und die Haarnadelkurven des Trollstigen sehen können.









Lange hielt ich es dort aber nicht aus. Ich habe wirklich gedacht, ich erfriere. Konnte kaum noch den Auslöser der Kamera betätigen. Der reine Selbsterhaltungstrieb. Aber ich habe zwei oder drei nette Fotos machen können. Glaube ich jedenfalls. Was macht man nicht alles dafür?





Irgendwann mache ich wieder Urlaub in Griechenland oder Afrika.

Anschließend fuhren wir über die Adlerstraße zum Geirangerfjord. Die Übernachtung erfolgte in Geiranger.

Auch hier Regen, Regen und kein Ende. Das gute Essen, eine nette Gesprächsrunde und zwei Mack verdrängten die Gedanken an schlechtes Wetter aber schnell. Eigentlich waren wir eine pflegeleichte Truppe. Vor allen Dingen stets pünktlich.
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Tag 16
Eigentlich war für heute ein Abstecher auf den Dalsnibba geplant. Das ist ein Berg mit 1500 m Höhe und wunderbarem Blick auf den Fjord. Die Straße war allerdings wegen Neuschnee gesperrt. Deshalb war nichts mit Blick!

Also fuhren wir nach einem guten Frühstück als Ausgleich zum Norsk Fjordsenter. Das kleine Museum war für diesen Regentag genau das Richtige! Es war meiner Meinung nach wirklich interessant und sehenswert. Leckere Waffeln gab es hier auch zu kaufen.











Sören hatte uns eine beklemmende Geschichte über die Traumkulisse Geiranger erzählt.

Einer dieser Berge, die aus relativ losem Gestein bestehen, bedroht Geiranger. Im Laufe von etlichen hundert oder tausend Jahren hat sich ein senkrechter Riss ins Felsmassiv gefressen. Wissenschaftler wissen, dass sich irgendwann ein riesiger Teil des größten Berges lösen und in den Fjord fallen wird. Daher ist auch die Spalte komplett mit Sensoren bestückt, die jede Bewegung messen und an Messstationen weitergeben.

Jeder weiß, dass das Unglück passieren wird. Aber keiner weiß wann.

Man spricht hier von 50 Millionen Kubikmeter Gestein, die dann in den Fjord fallen würden. Es würde sich eine Flutwelle von 60 bis 80 Metern Höhe aufbauen und natürlich alles mitreißen.

Geiranger sei mit einem Frühwarnsystem und -zig Sirenen ausgestattet. Und alle Einwohner Geirangers hätten eine Warn-App auf ihrem Handy.

Nach Alarm hat man angeblich noch 10 Minuten Zeit, sich in Sicherheit zu bringen.

Die Schilderung war beeindruckend und beklemmend. Diese Situation wurde in „The Wave“ verfilmt. Wenn man mal hier im Ort war, kann man die Filmhandlung sehr gut nachvollziehen. Und auch die Fluchtwege – die steilen Straßen nach oben ins Gebirge!

Doch diese Gedanken verdrängten wir. Wir hatten eine Stunde Freizeit und konnten Geiranger auf eigene Faust erkunden. Bei Regen und Kälte machte es natürlich keinen Spaß. Schirm halten war wegen des Sturms unmöglich. Eine Regenjacke total hinderlich. Also habe ich mir kurzerhand noch eine Schirmmütze gekauft. Im Sommer wird hier wohl Jubel, Trubel, Heiterkeit herrschen. Ich möchte nicht wissen was hier los ist, wenn hier noch zwei oder drei Kreuzfahrtschiffe ankern.





Wir waren froh, als wir für die einstündige Kreuzfahrt über den Geirangerfjord einschiffen konnten.



Aber auch hier: Orkanartiger, eiskalter Fahrtwind. Und eigentlich nur unter Deck auszuhalten. Die Wasserfälle gaben gar nichts her. Alles grau in grau.





Dann ging es zum Briksdal-Gletscher. Die Wolken produzierten wieder nur Nieselregen. Wer nicht laufen wollte, konnte sich mit Wägelchen, ähnlich Golfwagen, nach oben fahren lassen. Das war kostenpflichtig. Es war für mich gut angelegtes Geld. Ansonsten waren alle Eintrittsgelder etc. im Reisepreis enthalten. Wir fuhren im Nieselregen nach oben. Als wir am Ziel ausstiegen, schien die Sonne. Unglaublich. Es wurde sogar richtig warm. Ich bin dieses Jahr bis zum Gletschersee durchgelaufen. Letztes Jahr hatte ich es lungentechnisch nicht ganz geschafft.







Die Übernachtung erfolgte in Jølster.
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