THEMA: Thailand - Reisebericht und "Workshop" ... ;-)
05 Mai 2021 18:52 #614994
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  • BikeAfrica am 05 Mai 2021 18:52
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fiedlix schrieb:
Ich verfolge begeistert deinen Bericht und denke mir immer wieder, mit dem Radl ist man irgendwie näher dran, sieht man häufig Details, die sonst eher vorbeifliegen. Aber man muss sich schon auch plagen wollen...

… vielleicht nicht unbedingt wollen, aber zumindest bewusst in Kauf nehmen. Natürlich ist unterwegs auch nicht jeder Tag angenehm, aber dann halt wenigstens besonders intensiv.
Und natürlich ist man mit dem Rad näher dran, da man selbst während der Fahrt meist so langsam ist, dass man ständig angesprochen wird und man muss halt oft dort das Etappenziel einlegen, wo man mit dem Auto nicht im Traum dran denken würde. Dadurch lernt man zwangsläufig das Leben der "normalen Bevölkerung" kennen.
Ich war zum Vergleich ja auch schon 11 Wochen mit dem Auto in Afrika unterwegs und ca. 6.000 km per Anhalter. Mit dem Rad ist es halt was anderes, was man natürlich nicht mögen muss. Ich zumindest bin froh, dass ich es irgendwann ausprobiert habe.

Als Faustformel kann man rechnen, dass man etwa einen Tag für die Strecke benötigt, die man mit dem Auto in einer Stunde zurücklegt.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
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05 Mai 2021 22:34 #615053
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  • BikeAfrica am 05 Mai 2021 18:52
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BikeAfrica schrieb:
Und natürlich ist man mit dem Rad näher dran, da man selbst während der Fahrt meist so langsam ist, dass man ständig angesprochen wird und man muss halt oft dort das Etappenziel einlegen, wo man mit dem Auto nicht im Traum dran denken würde. Dadurch lernt man zwangsläufig das Leben der "normalen Bevölkerung" kennen.

Aufgrund der reduzierten Kontaktmöglichkeiten aufgrund von Corona habe ich vor geraumer Zeit begonnen, Selbstgespräche zu führen, um überhaupt mal wieder mit vernünftigen Menschen ins Gespräch zu kommen. Das hat sich bewährt. Das mache ich jetzt im Forum auch und zitiere mich selbst … ;-)

Während meiner damaligen Radtour durch Sierra Leone in Form einer 8 kam ich nach drei Wochen wieder in die Millionenstadt Freetown. Innerhalb von nur einer Stunde wurde ich von sechs Leuten mit Namen begrüßt, obwohl ich dort zuvor nur zwei Tage war. Als Radler ist man schnell bekannt wie ein bunter Hund.

Gruß
Wolfgang
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  • BikeAfrica am 05 Mai 2021 18:52
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... Melli ist auch zuhause der Typ, der mit den Hühnern zu Bett geht und mit ihnen aufsteht Das liegt möglicherweise daran, dass sie selbst irgendwie ein verrücktes Huhn ist. Auch hat sie mal wochenlang mit einer Gruppe Emus bei Wind und Wetter zusammen im Freien übernachtet, aber das ist wieder eine andere Geschichte. ;-)
Ich Faulpelz hingegen stehe oft so spät auf, dass ich abends nicht ins Bett gehen kann, weil ich noch drinliege.

Ganz so schlimm ist es natürlich nicht. Ich will ja morgens auch los und was vom Tag haben. Ich bin allerdings morgens in wenigen Minuten startklar, während Melli da manchmal deutlich länger braucht, so dass es passt, dass sie meist früher aufsteht. Mir macht es auch nichts aus, das Frühstück auszulassen und dafür nicht zu Mittag zu essen. Melli muss -wie fast alle Menschen- spätestens zwei Stunden nach dem Start mal etwas essen.

Bei mir sind alle Sachen immer am gleichen Platz verstaut. Was ich abends nicht mehr brauche, verschwindet direkt in den Packtaschen und was ich morgens brauche, liegt parat. Melli stopft immer alles morgens wahllos irgendwohin und leert dann abends ihre Taschen komplett aus, damit sie überhaupt was findet. Braucht sie unterwegs mal was, findet sie es natürlich auch nicht ("hast du zufällig mal Sonnencreme griffbereit?" - "ja, aber nicht zufällig."), weil sich alles jedesmal anderswo befindet. In Thailand war das überschaubar, weil wir mit jeweils nur zwei Packtaschen unterwegs waren, aber in Tanzania waren es vier und das Chaos entsprechend wesentlich größer. Selbst zusammengehörende Dinge wie Zahnbürste, Zahnpasta und Duschgel konnten da auf drei Packtaschen verteilt sein. Im Alltag ist sie eigentlich ziemlich organisiert, aber auf Reisen bricht das totale Chaos durch. Bei mir ist es eher umgekehrt.

Und wenn man bei plötzlichem Wolkenbruch erst einmal in allen vier Taschen kramen muss und die Regenjacke dann in der vierten ganz unten zu fassen bekommt, braucht man sie eigentlich auch schon nicht mehr. Bei mir liegt die ganz oben und ich weiß genau, in welcher Tasche. So hat halt jeder seine eigene Strategie und muss selbst damit zurecht kommen. Überhaupt sind wir sehr verschieden, aber beide anspruchslos und wenn es drauf ankommt, können wir uns aufeinander verlassen.

Mir ist unterwegs auch wichtig, die "Kneipenszene" der jeweiligen Länder und Regionen kennenzulernen und ich bin sozusagen auch sehr wissensdurstig. Wie schmeckt Bananenbier, Palmwein oder Chibuku?
Auch missachte ich die bekannte Essensregel für die Tropen "peel it, boil/cook it or forget it" nach besten Kräften. Manchmal geht es in abgelegenen Regionen auch nicht anders. Das kann durchaus auch mal zu einem unvorhergesehenen nächtlichen Download führen.
Mit der Zeit gewöhnt sich die Darmflora aber dran.

Downloading (Foto in Chiang Mai aufgenommen).



Sehr gerne gehe ich in irgendwelche Kaschemmen am Straßenrand wie kleine fensterlose Hütten aus Holz, Wellblech oder Lehm (z.B. Ovamboland, Kaokoveld, Damaraland, Katutura), aber natürlich auch mal in solche Lokale mit interessanten Dekos wie Joe's Beerhouse oder die "Rockerkneipe" Riders Rest aus einem der letzten Rätsel. An diesem Abend breche ich auf ins Ching Ching Café, das wir beim Tagesspaziergang gesehen hatten. Tagsüber war es geschlossen und jetzt, als es geöffnet ist, hat Melli keine Lust mehr. Ich gehe also alleine hin.
Das Ching Ching Café in Mae Sariang würde ich von der Aufmachung her spontan als Touristenkneipe bezeichnen. Seltsamerweise waren dennoch nur Einheimische und zwei offenbar ausgewanderte Europäer dort. Das Lokal liegt direkt an der Uferstraße, aber halt ziemlich am Ende. Die wenigen Touristen kehren irgendwo vorher ein.

Möglicherweise war der Laden früher ein Friseursalon oder die Einrichtung eines solchen wurde aufgekauft. Statt Barhocker stehen alte Friseurstühle an der Bar und auch im Lokal steht noch einer anstelle eines Stuhls. Die Tische bestehen teilweise aus den Untergestellen alter Nähmaschinen.









In einer Ecke stehen noch alte Trockenhauben aus einem Friseursalon.



Eine von ihnen wurde zur Stehlampe umgebaut und bei Einbruch der Dämmerung eingeschaltet.





Die Nahaufnahme ist der "Startschuss" zu einer weiteren Fotoserie "Lampen" neben den Serien zu Geisterhäusern, Verkehrsschildern und Sonnenschirmen. ;-)



Auch ansonsten ist die Kneipe interessant dekoriert. Die Überreste einer alten Schreibmaschine, alte Nähmaschinen, Kinder-Tretautos und eine alte Musikbox stehen herum.









Das Waschbecken vor der Toilette ist ein alter Mörteleimer.



Hier die recht junge und sympathische Besitzerin der Kneipe.
Und gut aussehen tut sie auch nicht so schlecht ...



Der alte Kühlschrank ist Dekoration, aber gleichzeitig sogar noch in Betrieb. Rechts daneben ist die Tür zu ihrer Wohnung.
Und da man in Thailand in Privaträumen und Unterkünften (z.T. sogar in Geschäften) die Schuhe auszieht, steht ihr Schuhregal vor ihrem Privatbereich mitten in der Kneipe.



Irgendwie ist das Lokal ziemlich urig. Mir gefällt so etwas. Für Leute mit einer Stauballergie ist es evtl. nicht der richtige Platz. ;-)






Gruß
Wolfgang
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