THEMA: Mit den Adventurecars durch Boliviens Weiten 2019
18 Apr 2021 19:07 #613150
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Zu den Helechos Gigantes und über Desvios nach Toro Toro, 440 km

Seit wir gestern Abend noch ein bisschen mit Hilvert und Carina gequatscht haben, freue ich mich auf heute morgen! Ich werde doch noch die berühmten Baumfarne sehen! :woohoo:
Das war mein großer Wunsch, als wir zu dieser Reise aufgebrochen sind – bei unserem vorgestrigen Walk konnten wir ein einziges Exemplar entdecken… meine Hoffnung war schon auf Null, bis Hilvert meinte, da bräuchten wir keine Tour buchen, wir sollten einfach hinter seiner Quinta weiter den Berg hinauffahren, da würden sie wachsen und da würden auch die Guides mit ihren Touris hinfahren!
„Was tut man nicht alles, um ein paar Farne zu sehen?“, fragt sich wohl der Rest der Gruppe, trotzdem sind alle an Bord als wir um halb sieben Uhr morgens hinauf in die Ausläufer der Cordillera Oriental fahren.


Die Sonne schiebt sich gerade über die Wolken

Wir folgen Hilverts Beschreibung und finden sie. Wie aus der Zeit gefallene Urzeitrelikte stehen die bis zu 12 Meter hohen Helechos gigantes hier in rauen Mengen!

Vorsicht - Baumfarnfotoalarm! :whistle:







Na, schon genug Farne gesehen??? :whistle:

Von wegen... :laugh: ein paar gehen immer!









Geschafft!
Letzte Änderung: 18 Apr 2021 19:14 von Katma1722.
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18 Apr 2021 19:19 #613151
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Und nicht nur das.







Blumen und Sträucher blühen...


uralte, komplett mit Flechten und Tillandsien behangene Solitärbäume ragen weit über alle anderen hinaus.

Kolibris flitzen wie farbige Blitze durch den Wald – ich bin wie verzaubert.







Leider, leider haben wir wieder viel zu wenig Zeit und müssen uns gegen 8 Uhr auf den Rückweg machen. :(
Zum Glück ist es nicht weit und Hilvert und Carina erwarten uns mit einem tollen Frühstück mit selbst gebackenem Brot, frischem Fruchtsaft, Tomaten, Käse und hausgemachter Marmelade. :P :P Um kurz nach neun sind wir unterwegs. Vor uns liegen rund 440km. Wir ahnen noch nicht, was uns erwartet. :evil:
Letzte Änderung: 18 Apr 2021 19:36 von Katma1722.
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18 Apr 2021 19:45 #613156
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In Samaipata kaufen wir noch ein bisschen Obst und Gemüse bei einer Marktfrau, während die Männer die Autos betanken und auch die Kanister auf dem Dach befüllen.


Mit Tankstellen sieht es laut Karte auf dieser Strecke nicht so gut aus und wir wissen noch nicht genau, wie viel die Oldies saufen.
Die Landschaften, die wir durchfahren werden nicht langweilig, immer wieder wechselt die Szenerie.





Wir sehen Truthahngeier, Sittiche, dazu Esel, Rinder, Ziegen, Schafe und Schweine.


Zunächst kommen wir zügig vorwärts, es ist nicht viel Verkehr und die Straße ist gut.


Davon sehen wir leider nix...

Wir sind optimistisch, dass 7 Stunden für 440km eigentlich reichen müssten und hoffen, so gegen 18 Uhr Rumi Kipu, unsere nächste Unterkunft zu erreichen…. Von wegen… es sollte anders kommen….. :evil:
Mittags wird uns klar, dass wir nicht wirklich viel Strecke gemacht haben, obwohl die Straße eigentlich recht ordentlich ist. :unsure: Wir stoppen nur ganz kurz für ein paar Keks aus der Hand und eine Pinkelpause, dann geht es auch schon weiter.




Die beiden offiziellen Staatsflaggen Boliviens, die bunte ist die Indigene


Zahlstelle entlang der Strecke


Wir fahren und fahren und fahren… Wir lassen Mizque hinter uns. :unsure:


Die Straßen werden schlechter und zahlreiche teils abenteuerliche Baustellen mit noch zahlreicheren „Desvios“, den bolivianischen Umleitungen halten uns auf. :evil:
Spätnachmittags stoppen wir für eine schnelle Semmel, einen Kaffee und ein paar Chips. Wir fahren und fahren und fahren… Als es zu dämmern beginnt, haben wir Punata erreicht…. Endlich, jetzt ist es nicht mehr weit! :whistle:
Leider wird die Straße jetzt noch schlechter. :evil: Im Licht der Scheinwerfer huscht ein Andenfuchs vorbei. Bei einem kleinen Dorf steht ein junger Mann an der Straße und streckt den Arm aus. Stefan, der gerade voraus fährt hält an und der Bolivianer quetscht sich zu den vieren ins Auto. Hier ist es gang und gäbe, Leute mitzunehmen, wenn man in der privilegierten Lage ist, ein Auto zu haben… Viel Platz brauchen die Anhalter meistens auch nicht… :whistle: Der junge Mann entpuppt sich als große Hilfe. Er kennt sich hier gut aus und lotst Stefan schließlich aus dem Flussbett (ehrlich!!!) durch das wir in Schlangenlinien auf der Dauerumleitung unterwegs sind hinauf Richtung neue Straße – das Stück ist schon fertig, behauptet er. An der Straße angekommen, ist die Zufahrt durch ein paar wackelige Absperrpfosten versperrt. Stefan macht kurzen Prozess mit einer und fährt einfach drüber – O.K. so geht es auch…. Für uns ist der Weg frei und wir folgen. :whistle: :whistle:
Jetzt kommen wir tatsächlich ein bisschen flotter voran. Die neue Straße ist sehr breit und natürlich ist hier gar niemand unterwegs… Viel Verkehr ist zum Glück ohnehin nicht!
Heute lernen wir auch erstmals eine von Uralts Macken kennen. Der Boden unter Lenas Füßen mutiert zur Fußbodenheizung. Es wird so heiß, dass es manchmal richtig nach verschmurgeltem Gummi riecht!!! :evil: :sick:
Lena streckt ihre Füße zwischen Fahrer um Beifahrersitz!
Ich rufe zwischenzeitlich bei Annemarie in Rumi Kipu an um ihr zu sagen, dass es leider sehr spät werden wird. Sie bemitleidet uns ein bisschen und ermahnt uns vorsichtig zu fahren. Irgendwann haben wir es geschafft. Ich bewundere Stefan und M. Für ihre eisernen Nerven. Trotz mehrfacher Angebote haben sie sich geweigert, einem von uns anderen das Steuer für eine Weile zu überlassen. Um 21.30 Uhr erreichen wir Rumi Kipu, das außerhalb der Ortschaft Toro Toro im gleichnamigen Nationalpark, auf rund 2800 m Höhe liegt! Wir haben 12 Stunden gebraucht!!! Da haben wir uns bei der Planung grob verschätzt. Außerdem steht für mich fest – Desvio ist mein Unwort des Urlaubs! :evil:
Aber, es ist alles gut gegangen und wir werden von Annemarie und ihrem Mann Alfonso, den Besitzern von Rumi Kipu wunderbar herzlich empfangen. Jonas hat noch Hunger und bekommt ein Quesadilla, wir anderen einen leckeren heißen Tee. :kiss: Die Zimmer sind wunderschön eingerichtet und gemütlich warm! Wir sind hundemüde und fallen wie Steine ins Bett.
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20 Apr 2021 13:17 #613296
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Dinosaurierspuren, skurrile Berge und der König der Anden

Morgens um 6 werden wir davon geweckt, dass ein Sturm ums Haus fegt… da kuscheln wir uns lieber noch ein bisschen tiefer in die bisher besten Betten des Urlaubs. Als wir schließlich aufstehen beleuchtet die Morgensonne die faszinierende Bergkette des Toro Toro Nationalparks.


Die Zimmer auf Rumi Kipu sind äußerst gemütlich :)


Gestern war es ja schon dunkel, so sieht Rumi Kipu aus

Exkurs:
Viel zu finden ist nicht, wenn man sich über den Toto Toro Nationalpark informieren möchte. Mit nur 165 qkm Größe ist er der kleinste NP Boliviens. Der Park ist reich an Fossilien und Dinosaurierspuren, und damit für paläontologische Studien und Untersuchungen äußerst interessant. 138 km von der Stadt Cochabamba entfernt, ist der kleine Ort Toro Toro Ausgangspunkt für Touren in den Park. Eingerahmt von zwei sehr ungewöhnlich aufgefalteten und geformten Gebirgszügen, die mit ihren erodierten Gebirgszacken spitzt aufeinander zulaufen, ähnelt das Tal um Toro Toro einem geöffneten Krokodilmaul. Der Toro Toro Nationalpark beherbergt mehr als 1000 Planzenarten, und eine Vielfalt an Fauna. Ebenso biete der Park eine unerschöpflich reiche Palette an natürlichen Attraktionen, darunter spektakuläre Canyons, Felskathedralen, Wasserfälle, und diverse Höhlen.


Bevor wir uns aufmachen, um den Park zu erkunden, verwöhnen uns Annemarie und Alfonso mit einem ausgesprochen leckeren Frühstück! Es gibt Obstsalat, hausgemachten Joghurt, selbstgebackenes Brot, Rührei und vieles mehr. :P :P Annemarie ist Schweizerin, Alfonso Bolivianer. Die beiden haben sich über ihren Job bei der UNO kennen gelernt und sich nach der Rente ihren Traum erfüllt und dieses wunderschöne Ecohotel errichtet. Es sollte die beste Unterkunft unserer Reise werden! :) :kiss:
Sehr praktisch, dass Annemarie Deutsch kann, so erfahren wir einiges über Toro Toro und sie empfiehlt uns den Besuch der Felsenstadt „Ciudad de Itas“. Ein Führer ist Pflicht, wenn man den Park besuchen will und so machen wir uns gut gestärkt auf ins gleichnamige Dorf um einen solchen zu buchen und den Parkeintritt zu bezahlen.


Am Nationalparkbüro zahlen wir die Gebühr und begeben uns dann ins benachbarte Büro für die Vermittlung von Guides. Englischsprachige sind nicht verfügbar, wir bekommen Abraham und Gabriel zugeteilt (2 Autos, 2 Guides).
Während Stefan und M. Versuchen Benzin zu organisieren, welches es hier nur auf dem Schwarzmarkt gibt, sitzen wir auf einer Mauer vor dem Büro und genießen das Treiben auf der Dorfstraße.


















Esel, Ziegen, Frauen mit Tragetüchern, knatternde Mopeds und die unvermeidlichen Straßenhunde, von denen es in Bolivien zahlreiche gibt.


Bisher waren alle sehr freundlich, einer kommt zu uns und legt sich direkt neben uns… treuherzig schaut er uns an, aber wir haben leider nichts für ihn da. An einem Stand kaufen wir noch ein paar Schokoriegel. Es ist unglaublich authentisch und wir sind (leider für die vielen Guides die auf Arbeit hoffen) mal wieder die einzigen Touris. O.K. Toro Toro ist wirklich sehr schlecht erreichbar, Annemarie meint aber, das es besser wird, wenn die Straße erst fertig ist.
Letzte Änderung: 20 Apr 2021 13:19 von Katma1722.
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20 Apr 2021 13:28 #613299
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Die Männer kehren mit Benzin zurück und wir machen uns auf den Weg hinauf in die Berge.


Straßensperre in Toro Toro :whistle:



Abraham fährt bei uns mit und erweist sich als sehr gesprächig. Wir tun unser bestes, alles zu verstehen, Abraham hilft mit beredten Gesten nach. Das Spanisch in Bolivien ist deutlich leichter zu verstehen als in Spanien selbst, da die Bolivianer langsamer und vor allem viel deutlicher sprechen.
Die Bergwelt des Toro Toro gefällt uns sehr gut! Die aufgefalteten Ketten sind faszinierend, hier und da ducken sich kleine grasgedeckte Hütten an die Hänge, in den Bäumen trocknet Mais als Viehfutter, Kühe und Schafe grasen in der Nähe.













Schließlich erreichen wir auf 3600m Höhe den Parkplatz, wo unsere Tour in die Felsenstadt beginnt. Abraham ist sehr rücksichtsvoll und geht sehr langsam, wir sind auf dieser ungewöhnten Höhe schon etwas kurzatmig.


Immer wieder zeigt uns Abraham bizzare Felsen - hier der Elefant ...


... steinernes Untier...

Letzte Änderung: 20 Apr 2021 13:31 von Katma1722.
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20 Apr 2021 13:37 #613300
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Es gibt auch interessante Pflanzen:


Enzian







Die Aussicht von hier oben ist wunderschön:





Der Weg durch die Felsenstadt ein wahres Labyrinth, der zum Teil durch große Höhlen, enge Durchlässe und unter Bögen hindurch führt.









Anhang:
Letzte Änderung: 20 Apr 2021 13:38 von Katma1722.
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