THEMA: Stippvisite im Iran
18 Apr 2021 19:23 #613152
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Hallo Sabine und Schneewie :-)

Danke für Euer Interesse, morgen geht es weiter.

Heute haben wir das schöne Wetter in Amsterdam genossen.

Grts
Marianne
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2017 Stippvisite im Iran
Letzte Änderung: 18 Apr 2021 21:20 von marianne2014.
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19 Apr 2021 12:57 #613218
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Ausflug in die Umgebung von Yazd

Um 8 Uhr stehen wir auf, die Sonne scheint uns ins Gesicht. Wir haben sehr gut geschlafen. Früh hören wir von allen Seiten den Ruf zum Gebet aber auch die Vögel. Frühstück unten unter den Bäumen, kurz nach 9 kommt der Fahrer, der kein Wort Englisch spricht. Mit Mühe wir machen ihm klar, dass er zuerst zur Chaqmaq Moschee fahren muss, wo wir die 2 Schweizer aufgabeln.
Wir fahren in ca. 1 Stunde durch die Wüste nach Kharanaq. Unterwegs holt unser Fahrer Tee für uns bei einem Laden.







Rechts und links kommen Gebirgszüge in Sicht, ein 4000 m hoher Berg, den unsere Mitfahrer morgen besteigen wollen (Start ist auf 2600m). Nun, man ist Schweizer oder nicht! Wir Holländer bleiben im Flachland. Sie hoffen auf klares Wetter, jetzt ist es bewölkt.



Unterwegs sehen wir ab und zu Entlüftungstürme für die unterirdischen Kanäle die hier laufen. Diese alten Kanäle sind trotz moderner Formen der Irrigation noch immer wichtig auch für die Städte.

Kharanaq ist ein ziemlich verlassenes Dorf mit Lehmhäusern, einem restauriertes Minarett und dito Karawanserei. Es liegt an einem Hang, man schaut auf grüne Felder, eine Kuppel und einen alten Aquädukt.










Man kann hier herrlich durch die Gassen schlendern, an einigen Häusern kann man schöne Dekorationen sehen. Man macht hier gerade Filmaufnahmen, die Kulisse eignet sich gut dazu. Die Schweizer sind begeistert und freuen sich, dass sie mitgefahren sind.





Es wächst hier auch was, keine Ahnung was!





Dann weiter nach Chak Chak, dem wichtigsten Pilgerort für Zarathustrier, der oben an eine Bergwand geklebt ist (man sollte es Pilgern nicht zu leicht machen). Die Höhle (Ziel der Pilger) ist nichts Besonderes, der Blick auf das Tal mit den Bergen (trocken !!) ist schön.






Auf dem Rückweg von der Höhle treffe ich eine Gruppe modern gekleideter junger Frauen (natürlich mit Kopftuch), die oben ein Picknick machen wollen. Sie bieten mir sofort leckeres Gebäck an, wie nett!

Wir fahren weiter nach Meybod, wo wir uns eine wunderschöne Lehmburg - die ihren Ursprung im antiken Persien hat - ansehen. Schön die Türme und das Eingangstor.










Es gibt auch eine renovierte Karawanserei wo wir einem Weber bei der Arbeit sehen können.







Das Eishaus ist beeindruckend, es hat eine enorme 26 m tiefe Grube (13 m Durchmesser) mit großer Kuppel mit Lichtloch à la Pantheon.




Dann fahren wir zurück. Es hat uns gut gefallen, Chak Chak hätte nicht sein müssen, aber es lag am Weg.
Wir sehen unterwegs an der Strasse Bilder von im Krieg gegen Irak umgekommene Soldaten.





Die Schweizer erzählen, dass sie in der Wechselstube in Kashan im Basar ihre Brieftasche mit dem gesamten Geld für 3 Wochen Urlaub und die Pässe haben liegenlassen. Eine halbe Stunde später merkten sie es und gingen gleich zurück. Alles war noch da, der Mann hatte sogar bereits seine Leute losgeschickt, um nach ihnen zu suchen. Wie schön ist das! Abgesehen von dem finanziellen Verlust hätte es ziemliche Probleme gegeben.
In diesen 10 Tagen haben wir nur sehr ehrliche Leute getroffen, die einen nicht übers Ohr hauen wollen, immer haben wir das richtige Wechselgeld bekommen, wenn wir uns in einer Null geïrrt haben. So sollte es immer sein, aber ja ...

Nachdem wir uns im Hostel etwas ausgeruht haben (hier ist jetzt sehr viel los), gehen wir zum großen Platz mit der Chaqmaq-Moschee und besuchen das Wassermuseum dort in der Nähe.



Es ist in einem schönen alten Haus, aber die Erklärung ist leider nur auf Farsi. Schöne Wasserkrüge, Zeichnungen und Fotos. Unter dem Haus gibt es 2 Qanats, die Bewohner mussten mehrere Treppen hinunter laufen, um die Lebensmittel zu kühlen oder die Wäsche zu waschen.


Wir kaufen Bustickets für übermorgen, beim ersten Reisebüro gelingt das nicht, weil das Internet nicht funktioniert.

Später essen wir um die Ecke im Orient Hotel auf der Dachterrasse mit einer schönen Aussicht zu Abend. Es ist ziemlich windig! Das Essen ist gut, aber es dauert ewig. Glücklicherweise kommt eine große Gruppe Italiener erst nach uns. Ich bestelle Dizi, das in einem Metalltopf serviert wird, man muss das Gemüse mit einem Stößel zerkleinern. Es schmeckt sehr gut!





Es ist jetzt viel los in unserem Hostel, das Dach ist auch gut belegt, aber wir haben ja unser Zimmer.
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Letzte Änderung: 30 Apr 2021 16:23 von marianne2014.
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21 Apr 2021 13:29 #613411
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In Yazd

Wir schlafen gut in unserem Zimmer. Nach dem Frühstück gehen wir wieder in das kleine Café Venezia in der Nähe der Freitagsmoschee wo man einen prima Kaffee serviert. Aanschliessend fahren wir mit dem Taxi zu den „Türmen des Schweigens“. Es sind die Begräbnistürme der Zarathustrier und liegen am Rande der Stadt.







Auf dem Berg legten sie nach einigen Zeremonien ihre Toten hinter einer Ringmauer für die Geier nieder. Die Menschen durften nicht mit der Erde in Kontakt kommen um sie nicht zu verunreinigen. Die abgeweideten Knochen wurden dann später in Särgen begraben. Niemand durfte das sehen, nur ein Geistlicher (wenn man den dann so nennt…)






Ab den 60er Jahren ist dies nicht mehr erlaubt und jetzt gibt es einen Friedhof am Fuße des Berges. Die Gräber werden aber zuerst mit Zement bekleidet, um einen Kontakt mit der Erde zu verhindern. Beeindruckend aber auch gruselig!

Leider etwas unscharf...



Dann laufen wir zu einer Wechselstube gegenüber dem zarathrustischen Feuertempel, der weiter nicht sehenswert ist.
In der Wechselstube ist viel los, der Kurs steht nur in Farsi an der Tafel, aber es stellt sich heraus, dass er sehr gut ist!



Wir gehen als Millionäre in Richtung Chaqmaq-Moschee. Es ist interessant, die Menschen und Geschäfte auf dem Weg zu sehen. Schuhmacher, eine Wand mit Zeitungen die vor allem von Männer gelesen werden, Plakate auf Farsi. Viele Leute sprechen uns an, begrüssen uns, "welcome to Iran" ist der meistgehörte Satz.


















Alles klar!




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22 Apr 2021 10:57 #613484
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Entlang der breiten Boulevards gibt es einige schöne Bäume. Wir werfen einen Blick in den Raum der "Workouts" (Zurkhaneh), heute Abend um 5 Uhr gibt es eine "Aufführung", mal sehen, ob sie in unser Programm passt (es passt nicht). Es ist ein traditioneller Sport, eine Art bodybuilding.
In einem kleinen Laden kaufen wir 2 kleine Keramikschalen. Wenn irgend möglich kaufen wir Gebrauchskeramik auf unseren Reisen. Wir verwenden diese häufig und erinnern uns dann immer gern an den Moment des Kaufes und die betreffende Reise. Unser Schrank ist ziemlich voll :-)








Auch hier in Yazd gibt es einen Paradiesgarten und den wollen wir uns nicht entgehen lassen. Weil wir unterwegs zweifeln ob wir in die richtige Richtung laufen fragen wir jemanden nach dem Weg. Dieser Mann bedeutet uns einen Moment zu warten, denn er will in einem Laden etwas abholen und uns danach mit den Auto hinbringen. Wir steigen ohne zu Zögern bei ihm ein und das zeigt auch, wie sicher wir uns hier im Iran fühlen. Er ist Amerikaner (!) und wohnt seit 2 Jahren hier. Im Auto sitzt auch ein Iraner, beide waren noch nie in diesem Doulat Abad Garten! Mit etwas Mühe finden wir den Eingang, sie steigen aus, um zu sehen, ob alles gut läuft und wollen unsere Eintrittskarten bezahlen. Das können wir erfolgreich ablehnen.

Da kann ich doch gleich noch etwas sagen zu Ta‘rof: Es gibt hier eine (Un)Sitte um eine Zahlung abzulehnen obwohl man sie doch akzeptieren will: ein Taxifahrer oder ein Ladenbesitzer lehnt die Zahlung ab, was allerdings nicht bedeutet, dass man dies als Käufer/Kunde akzeptieren sollte. Es gibt dann ein hin und her und beim dritten Mal wird die Zahlung akzeptiert. Pfff…. Es ist vorgekommen dass Touristen das falsch eingeschätzt haben und ihr Benzin nicht bezahlt haben. Da wird der Tankwart schon etwas bedeppert geschaut haben. Also bitte nicht zu früh aufgeben!

Es ist ein schön angelegter Garten aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts mit dem höchsten (33m) Windturm, Pavillon mit schöner Decke, Kuppel und farbigen Fenstern. Wir machen eine Pause auf den reichlich verteilten breiten Bänken, man kann sich hier schön ausruhen. Wasserspiele, Weinstöcke, Feigenbäume, blühende Granatapfelbäume. Mauer rund um den Garten mit vielen schönen Türmen. Es ist wirklich eine schöne grüne Oase in dieser Wüstenstadt.






















Wir gehen zurück in die Altstadt, entlang der alten Stadtmauer und wandern durch die schmale Gassen. Sie sind manchmal sehr eng und werden deshalb "Freundschaftsgassen" genannt, weil man beim passieren fast miteinander reden muss.









Noch einmal zur Freitagsmoschee, sie ist auch wirklich zu schön. Dieses Mal sehen wir uns in einem Nebengebäude im Keller den Qanat an, der wie schon gesagt von einer 90km entfernten Quelle Wasser bringt. Wir Holländer sind immer stolz auf unsere Wasserwerke, aber das hier ist auch sehr erstaunlich. Als diese Kanäle hier gegraben wurden sassen wir in Europa noch faul herum. Seit 2000 Jahren gräbt man hier schon herum, es gibt 50000 Qanats im Iran!

Der Basar ist heute Nachmittag geschlossen, aber das ist nicht so schlimm, denn wir haben den in Isfahan ja noch vor uns.



Wir bitten ein Reisebüro unsere Hostel in Isfahan anzurufen, man hatte mir per mail einen Code geschickt, den ich telefonisch bestätigen muss. Umständlich, aber es funktioniert dank hilfsbereiter Iraner.

Vor dem Abendessen wandere ich allein durch die Gassen, sehe eine Ikat-Weberei







und klettere auf das Dach der Touristenbibliothek.
Von dort aus hat man einen schönen Blick auf die Dächer von Yazd.








Leider ist der Himmel jetzt wirklich dunkel! Ich hoffe es bleibt trocken, denn wir wollen auf einer Dachterrasse mit schöner Aussicht essen, aber leider beginnt es zu tröpfeln und wir müssen drin essen. Übrigens gibt es hier viele Holländer! Es gibt hier Kamelfleisch an einem Spiess, lecker! Frischer Orangensaft rundet das Essen ab.

Auf dem Nachhauseweg sehen wir eine blau angestrahlte Freitagsmoschee. Mein Photoapparat ist auch sehr gerührt von diesem schönen Anblick und wackelt deshalb etwas :-)




Später am Abend haben wir in unserem Hostelgarten ein interessantes Gespräch mit einem französischen Spezialisten für islamische Architektur, der jetzt im Ruhestand ist und allein reist. Er war schon vor 40 Jahren im Iran, und kann Farsi lesen und auch ein wenig sprechen.
Morgen geht es weiter nach Isfahan.
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Letzte Änderung: 22 Apr 2021 11:28 von marianne2014.
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23 Apr 2021 16:28 #613666
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Auf nach Isfahan!
Nach dem Frühstück laufen wir zu unserem Café Venezia. Ein junger Mann aus dem Hotel rennt uns mit einem kleinen Geschenk hinterher. Wir hatten ihm ein kleines Mitbringsel aus Holland gegeben weil er sich sehr nett um uns gekümmert hatte und er will sich revanchieren. Nett!
Nach dem leckeren Kaffee nehmen wir Abschied von der Moschee und suchen uns ein Taxi zur neuen Bushaltestelle in Flughafennähe. Die Lage des neuen Busbahnhofes ist ziemlich unpraktisch, der befindet sich nicht in der Nähe der Ankunftshalle, sondern auf der anderen Seite des Flughafens!
Es dauert lange ehe wir wirklich abfahren, denn gleich nach Abreise halten wir an und werden ein Haufen Säcke erst ein- aber gleich wieder ausgeladen. Wurde man sich nicht einig über Preis für diesen Transport? In Indonesien hatten wir erlebt, dass der Mittelgang im Bus mit Säcken vollgestopft war sodass man über diese zum Sitzplatz laufen/kriechen musste. Bei unserer Länge mussten wir ganz schön die Köpfe einziehen. Dies hier war ganz harmlos.

Unser Fahrer hat keine Minute hintereinander zwei Hände am Lenkrad: oder er ruft an (manchmal mit zwei Telefonen, er lenkt mit seinen Unterarmen), oder er isst irgendwelche Nüsse und muss die Schalen kontinuierlich aus seinem Mund entfernen. Unterwegs halten wir kurz an mindestens 3 Polizeiposten. Bei einer Tankstelle halten wir, damit der Fahrer Tee und Kekse kaufen kann, die er an alle Fahrgäste verteilt. Die Strecke durch die Berge ist ganz schön, aber auch sonst hier viel Wüste.







Nach 4 Stunden sind wir in Isfahan und nehmen ein Taxi zum Hotel. Unsere Reservierung ist gelungen, wir können wählen zwischen einem Zimmer am Innenhof oder ein dunkles und billigeres Loch im 1. Stock. Ich wähle das größere Zimmer im Innenhof, aber zum niedrigeren Preis. Der Mann muss lachen, weil ich handle und stimmt zu.





Vor dem Hotel ist eine Bushaltestelle und wir fahren mit dem Bus zur Brücke. Im Bus werden wir plötzlich von einer jungen Frau begeistert begrüßt, als ob wir uns schon lange kennen! Männer müssen übrigens vorn einsteigen und vorne sitzen, Frauen hinten. Wir dürfen uns aber in der Mitte treffen, die junge Frau erzählt viel über Isfahan und freut sich, dass wir uns die Mühe gemacht haben, nach Iran zu kommen.
Wir steigen an der Brücke aus, es ist Wasser im Fluss!! Da haben wir Glück, denn das ist hier nicht oft der Fall, da das Wasser gestaut wird. Dieses Si-o-se-Pol (33-Bogenbrücke) ist eine doppelte 14 m breite (Fußgänger-) Brücke aus dem frühen 17. Jahrhundert mit an beiden Seiten 33 Bögen. Sehr schön!







Weil es Freitag ist, machen viele Leute ein Picknick am Ufer, die junge Frau will uns morgen durch die Stadt führen, aber wir haben nicht so viel Lust darauf. Gut gemeint! Wir laufen durch den Park am Fluss und betrachten das Treiben. Ein junger modern gekleideter Mann mit einer gut verhüllten Frau und Sohn spricht uns an. Er ist Englischlehrer und will wissen, wie wir den Iran sehen, ob wir Angst davor hatten. Wir halten den Ball flach, denn wir wollen weder uns noch ihn in Probleme bringen. Er sagt dann auf meine Frage ob seine Frau auch Englisch spricht, dass sie das nicht braucht, da sie nicht arbeitet und besser zu Hause bleiben kann um für ihn kochen und den Sohn zu erziehen. Sie steht auch nicht neben, sondern hinter ihm. So wird das hier auch nichts mit der Emanzipation! Es muss doch von den jungen Leuten ausgehen!











Wir essen einen leckeren Kebab, der in Brot gerollt ist, und gehen dann durch das wunderschöne Abasi Hotel und den Garten vom Behesjt Palast in dem viele Männer Schach und Domino spielen, zum grossen Platz. Schöner Park mit schönen Bäume!










Dann erreichen wir den großen Platz Meydam-e Imam und haben ein WOW-Moment: einfach phantastisch. Unbeschreiblich schön! Mit Palast und 2 Moscheen, komplett umgeben von 2-stöckigen Arkaden. Shah Abbas der Große ließ diesen Platz im frühen 17. Jahrhundert errichten, als Isfahan die Hauptstadt wurde.










Hier picknicken viele Leute im Gras. Kinder spielen in den Brunnen. Man bietet uns Schokoladenkuchen und Tee an. Ein Junge spricht uns an und lädt uns ein, heute Abend bei ihm zu Hause zu essen (was wir ablehnen). Man wird oft eingeladen zum Essen oder zur Übernachtung. Wenn man das annimmt bringt man unter Umständen den ganzen Haushalt durcheinander, denn die Menschen wohnen beengt und dann 2 Ausländer! Dann müssen die Frauen auch zu Hause verhüllt gekleidet sein wie macht man das mit der Sitzordnung und den Schlafplätzen? Als allein reisender Mann ist das vielleicht machbar, aber wir haben die vielen Einladungen abgelehnt. Ausserdem ist die Verständigung schwierig, aber gastfreundlich ist es schon!
Eine der Moscheen war die private Moschee des Schahs, für das Volk war die Moschee auf der anderen Seite. Morgen werden wir diese Pracht genauer ansehen.



Auf dem Rückweg zum Hotel machen wir ein paar Einkäufe und dann giesst es plötzlich! Wir sind gerade noch rechtzeitig im Hotel zurück. Es dauert auch nicht lange.



9 Uhr gehen wir ins Bett! Ich merke, dass ich das iPad-Ladegerät in Yazd vergessen habe und schickte schnell eine Mail an den Australier, der will morgen auch hier schlafen (wir haben eine Reservierung für ihn gemacht). Ein nachreisender Kurier ist doch sehr praktisch!
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Letzte Änderung: 28 Apr 2021 15:12 von marianne2014.
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25 Apr 2021 10:22 #613832
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  • Reisehummel am 25 Apr 2021 10:22
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Hallo Marianne,
ach, wie schön, was für eine Freude über den geliebten Iran von dir zu lesen. Ich war 2014 alleine dort und bin alleine mit öffentlichen Verkehrsmitteln gereist. Es war überhaupt kein Problem. Das Land war für mich eine riesengroße freudige Entdeckung. Besonders begeistert haben mich die Offenheit der Menschen, die fantastischen Bauten und die sagenhafte Pünktlichkeit der Busse. Seitdem habe ich einen jungen Freund, der mich immer wieder auf dem Laufenden hält. 2015 war ich wieder dort, aber in Begleitung mit meiner Mutter im Rollstuhl. Alles wurde von meinem Freund hierzu organisiert und vorab bezahlt. Hier haben wir uns nur in Isfahan aufgehalten, unglaublich der Basar und vor allem der Platz. Gleich ums Eck haben wir gewohnt. Wir wurden von seinen Eltern zu Hause zum Dinner eingeladen. Es sind vermögende Iraner mit eigenem großen Haus. Ich erinnere mich an das köstliche Safraneis, für mich das beste der Welt! Ich erinnere mich noch an eine weitere unvergessliche Episode. Nach einem letzten Restaurantbesuch hatte ich mich beim Bestellen des Essens und unserem restlichen Geld vertan. Als ich an der Theke dann bezahlen wollte, stellte sich heraus, dass das Geld nicht reichte. Lachend sagte man mir, das es in Ordnung ist und bedankte sich für den Besuch. Das hat mich fast umgehauen, denn ich hätte durchaus noch einmal tauschen können!
Schwierig war es, wenn ich alleine mit meinem Freund etwas unternommen habe. Wir kletterten heimlich auf eine Moschee und schauten in den Innenhof, wenn wir da erwischt worden wären! Wir fuhren abends mit dem Auto hoch auf den Berg und wir schlenderten abends an den beleuchteten Brücken, prompt gab es einen Spitzel, wo mein Freund Rede und Antwort stehen musste! Nicht ganz ohne, kurz beschlich mich die Angst.
Wie Toum Toum bereits schrieb, können Frauen mit dem Rad fahren, aber die Fanatiker sind nicht zu unterschätzen. In Quom würde ich es sicherlich unterlassen.
Viele Grüße
Marion
Alexander von Humboldt
"Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung der Leute, die die Welt nie angeschaut haben."
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