THEMA: Stippvisite im Iran
08 Apr 2021 14:40 #611947
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  • marianne2014 am 08 Apr 2021 14:40
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Hier möchte ich kurz die Eindrücke unserer selbstorganisierten Stippvisite im Iran schildern.
Einige Fomis hatten Interesse bekundet, vielleicht interessiert es ja andere auch.

Wir sind Mitte 60, organisieren unsere Reisen selbst und reisen in aussereuropäischen Ländern bevorzugt mit öffentlichen Verkehrsmitteln, um Land und Leute besser kennenzulernen. Wir übernachten in Budgethotels da wir unsere Reisekasse lieber an andere Dinge ausgeben, legen nicht viel Wert auf eigenes Bad, aber für Schlafsäle sind wir dann doch zu alt :) .

Route

Wir hatten uns für eine Schnupperreise Iran entschieden, mal in 10 Tagen Land und Leute erleben und schauen ohne nun alles gleich abzuklappern. Wie immer ist das schwierigste, Dinge wegzulassen (wenn wir dann doch schon mal dort sind, müssten wir doch auch….).
Wir wollten natürlich nach Isfahan, Kashan wählten wir wegen der schönen Kaufmannshäuser und Yasd wegen der schönen Lehmhäuser. 3 völlig verschiedene Städte mit Möglichkeiten in der Umgebung interessante Dinge zu sehen. Wir haben noch geliebäugelt mit Persepolis und Shiraz, aber dafür hätten wir mehrere Tage extra einplanen müssen.
Hier sieht man unser Reise rot=Bus, blau=Bahn.
2018 Erfahrungen unserer Reise nach Namibia
2017 Stippvisite im Iran
Letzte Änderung: 08 Apr 2021 14:40 von marianne2014.
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08 Apr 2021 14:42 #611948
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  • marianne2014 am 08 Apr 2021 14:40
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Geld

Wenn man in den Iran reisen will ergeben sich einige praktische Schwierigkeiten, die man sonst eher weniger hat. Man kann nämlich durch den Bankenboykott in Iran weder Geld abheben (Bank oder Automat) noch mit Kreditkarte bezahlen. Ebenso wenig kann man Hotels vorher bezahlen, sodass eine Reservierung zwar möglich, aber nicht bindend ist. Man muss dann jeweils am Vortag das Hotel anrufen, um die Reservierung zu bestätigen. Bei der Einreise muss man aber eine bindende Hotelreservierung vorlegen… Das letzte war dann doch relativ einfach, wir haben ein Hotel in Kashan reserviert und sie haben uns die Bestätigung geschickt. Die Zahlung kam dann vor Ort.

Schwieriger gestaltet sich dann schon die Einschätzung, wieviel Geld man in BAR mitnehmen muss. Man muss also ungefähr wissen, wieviel ein Essen, Eintrittsgelder, Hotels, Fahrkarten usw. kosten. Und die eiserne Reserve! Da haben mir Reiseberichte die ich im Internet fand sehr geholfen.
Ich glaube, dass man - wenn alle Stricke reissen - bei den Teppichhändlern oder in Luxushotels mit der Kreditkarte Geld bekommen könnte, aber das ist dann sicher mit einem sehr schlechten Kurs verbunden, wir haben es gottseidank nicht probieren müssen.

Kleidung

Die Kleidungsvorschriften für Frauen sind sehr deutlich: bedeckte Haare , Beine und Arme, keine körperbetonte Kleidung. Nun bin ich keine Modepuppe und fand dies sehr praktisch, da braucht man nicht so viel mitzunehmen! Ich legte mir 2 weite Baumwollblusen mit langen Ärmeln zu, Schals habe ich genug, lange Hosen auch. Des Weiteren feste Schuhe und Sandalen (sind gestattet!). Und für kühle Abende eine Fleecejacke.

Sonstiges

Ein Visum erhält man vor Ort, auf der Police der Krankenversicherung muss explizit Iran stehen.

Die Flugtickets gestalteten sich einfach, es fliegen nicht so viele Maschinen nach Isfahan, eine Landung 4 Uhr früh mussten wir in Kauf nehmen. Da hatten wir nicht viel Auswahl.

Als Reiseführer legten wir uns das Kapitel „Central Iran“ von Lonely Planet und den Iran-Reiseführer vom Know-How-Reiseverlag zu. Mit den beiden kamen wir sehr gut zurecht.

In den 3 Städten reservierten wir Hotels und bekamen auch die Bestätigungen, was sie wert sind wird sich dann vor Ort zeigen. Ich hatte mich noch kundig gemacht über eine Tour (Auto mit Chauffeur) für die Umgebung van Kashan und eine nette kleine Agentur mit Englischsprachigem Führer gefunden. Die hatte ich auch reserviert.

Es kann losgehen!
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09 Apr 2021 09:24 #612037
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  • marianne2014 am 08 Apr 2021 14:40
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Der Anfang - Ankunft im Iran

Wir starten am 21. April 2017 früh von unserer Heimatstadt Amsterdam nach Wien, haben dort 8 Stunden Aufenthalt und fühlen uns in der schönen Stadt wieder sehr wohl, schlendern herum und trinken bei sonnigem, aber kaltem Wetter auf der Freyung vor der Schottenkirche auf einem Markt biologischen Wein. Es sollte für 10 Tage der letzte sein…

Dann geht es endlich weiter, ruhiger 4 stündiger Flug, die Maschine ist locker besetzt mit vor allem Iraniern und Reisegruppen. Kurz vor der Landung (4 Uhr morgens) werden die Frauen daran erinnert, dass sie beim Aussteigen ein Kopftuch tragen müssen. Der Kapitän verabschiedet sich mit: "Freuen Sie sich auf ein tolles Land!“ Na da wächst die Freude doch gleich noch mal, obwohl ich auch etwas aufgeregt bin übere unsere bevorstehende erste Begegnung mit den Vertretern des Staates Iran und über die Frage wie wir an Geld für Taxi und Bus kommen werden. Wir konnten ja im Vorfeld kein Geld wechseln und die Bank auf dem Flughafen ist noch geschlossen.

Die Zeitumstellung beträgt 2½ Std. Iran wollte nicht 2 Zeitzonen im Land und hat die Mitte gewählt. Auch das ist ein novum für uns.

Wir gehen zum Visumschalter, um unser "Visum on arrival“ zu erhalten. Die meisten Gruppenreisenden haben bereits ihre Visa. Wir werden zuerst genau begutachtet, die Krankenversicherungserklärung sehr gründlich studiert, es muss wirklich drin stehen, dass IRAN gedeckt wird ("all world“ reicht nicht!). Andernfalls muss man hier eine Versicherung für 15 € pro Person abschließen. Auch müssen wir 2 Passfotos abgeben und wird unsere Hotelreservierung angesehen. Ich habe gelesen dass die Beamten durchaus auch im Hotel anrufen um zu checken ob die Reservierung stimmt.

Der Beamte mit dem Visumstempel ist sehr freundlich er lädt uns gleich in sein Büro ein. Er spricht sehr gut Französisch und wir unterhalten uns eine Weile, aber wir bleiben (völlig zu Unrecht!!) auf dem Quivive.

Da die Bank auf dem Flughafen noch zu ist bietet er an, mit uns Geld zu tauschen und will uns beim Ausgang treffen. Der Passkontrolleur kommt dann, um zu sehen, ob das Visum nun endlich mal ausgestellt ist, denn wir sind die letzten und er will nach hause. Das entnehmen wir seiner Körpersprache, denn Farsi sprechen wir leider nicht… (Das Visum sollte uns übrigens 2019 einiges Kopfzerbrechen bereiten als wir von Jordanien nach Israel reisen wollten. Die Israelis sind nicht begeistert von Besuchern, die auch im Iran gewesen sind.)

Nun, endlich sind wir durch, unser Visumfreund steht tatsächlich vor dem Flughafengebäude und wir erhalten unsere ersten Tausende Rial zu einem prima Kurs.
Er begleitet uns zum Taxi, arrangiert die Fahrt zum Busbahnhof und entschuldigt sich, dass er uns nicht selbst hinbringen kann! Das haben wir wirklich noch nie erlebt. Sein Kollege im Visumkabuff fand es übrigens sehr schade, dass wir bereits ein Hotel in Kashan gebucht hatten (es ist nota bene obligatorisch, eine Hotelreservierung zu haben!), sonst hätten wir bei seiner Familie übernachten können.

2017 waren 100000 Rial (IRR) 2,50€. Preise werden oft in Toman angegeben, wobei 1 Toman 10 Rial sind. Man muss also laufend auf die Nullen aufpassen! Wir sprachen immer von KiloRial...

Ab dem nächsten Beitrag gibt’s dann auch Bilder, bisher durften wir noch nicht fotografieren :)
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2017 Stippvisite im Iran
Letzte Änderung: 09 Apr 2021 10:18 von marianne2014.
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09 Apr 2021 21:11 #612128
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  • marianne2014 am 08 Apr 2021 14:40
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Auf nach Kashan

Am Busbahnhof werden wir von einem Schalter zum anderen gelockt, aber alles geht sehr fröhlich zu. Wie in vielen Ländern gibt es hier mehrere Busgesellschaften mit eigenem Schalter, aber welcher ist richtig für uns? Wir sind hier Analphabeten!



Wir kaufen Tickets nach Kashan (die wir natürlich nicht lesen können …), die Busse sind voll, sodass wir 1½ Stunden warten müssen. Das ist nicht so schlimm, wir kaufen in einem kleinen Restaurant Tee und beobachten die Ankunft der gut aussehenden Busse und das Treiben hier.



Der Ticketverkäufer hat einen großen Verband um seine Nase und ich habe etwas Mitleid mit ihm. Später erfahren wir, dass viele Leute kosmetische Korrekturen vornehmen lassen und werden wir noch viele verbundene Nasen sehen! Ein Junge fragt, ob wir Hilfe brauchen, er spricht kein Wort Englisch und lässt sein Smartphone übersetzen. Nett!! Viele Frauen sind SEHR schwarz verhüllt.



Im Bus schlafen wir ein, aber ab und zu sehen wir die Landschaft: hauptsächlich Berge, braune Erde, wenig Vegetation, keine Tiere oder Menschen. Die Landschaft reißt uns nicht vom Hocker, trotzdem probiere ich wach zu bleiben.






Nach 2½ Stunden sind wir in Kashan und nehmen ein Taxi zum Hotel „Ehsan House”. Es befindet sich in einem historischen Haus unweit des Basars. Der Fahrer geht mit uns zur Rezeption, um zu sehen, ob wir tatsächlich richtig sind. Überraschenderweise müssen wir vom Straßenniveau einige Stufen hinuntergehen, und erreichen dann erst die Rezeption und nach weiteren Stufen den Innengarten. Diese Art Häuser sind um einen großen Innenhof gebaut. Wir erfahren, dass es hier im Sommer sehr heiß wird und man deshalb die Häuser „eingegraben” hat. Der 2. Stock ist dann in etwa auf Straßen Niveau.




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Letzte Änderung: 11 Apr 2021 12:41 von marianne2014.
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09 Apr 2021 23:20 #612136
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Unser Zimmer ist noch nicht fertig und wir ruhen uns erst etwas auf den breiten Bänken im Garten aus, später machen wir einen ersten kleinen Rundgang.
Die Leute sind sehr freundlich, Männer und Kinder rufen ”welkom” und ”hallo”. Wir kaufen ein paar süße und noch warme Brötchen und vertun uns natürlich mit den vielen Nullen. Außerdem haben wir keinen blassen Schimmer eines Preises. Der Verkäufer amüsiert sich und gibt mir das viele Wechselgeld.



Im Hotel ist Tee frei und ständig erhältlich, die Frühstücksküche mit dem Samowar darf von den Gästen genutzt werden.
Jetzt am frühen Nachmittag ist alles geschlossen, es ist wirklich auch zu heiß, um viel zu unternehmen.
Kashan hatte im 11.-13. Jhd. eine große Bedeutung als Handelsstad und war wichtig für die Herstellung von Textilien, Keramik und glasierten Fliesen. Im Holländischen heißt Fliese ”kachel”, dieser Name ist tatsächlich von Kashan abgeleitet, auf Persisch heißen sie Kashi oder Kaschani.









Heute ist Kashan ein wichtiger Herstellungsort von Textil, Rosenwasser und Teppichen. Kenner erkennen an Motiv, Material und Weise des Knüpfens den Herstellungsort von Teppichen. Davon haben wir keine Ahnung, aber auch nicht vor, einen zu erwerben.

Um 5 Uhr ist die Wechselstube im Bazar offen, der Kurs ist viel besser als der mir bekannte!

Wir werfen einen Blick auf eine Koranschule und die Häuser wohlhabender Kaufleute aus dem 18./19. Jahrhundert. Morgen werden wir sie von innen betrachten.

Die historischen Häuser haben Windtürme (badgir) als Klimaanlage. In einem Windturm befinden sich mehrere senkechte Kanäle. Der Wind bläst in einen Kanal, diese Luft strömt in den Turmfuss. Durch einen anderen Kanal strömt die Luft dann wieder nach oben und nimmt die kühle Luft aus dem Keller mit in dem sich oft auch ein kühles Wasserbassin befindet. So wird bei Wind das Haus gekühlt. Es wirkt (wenn auch weniger gut) auch ohne Wind, da die erwärmte Luft durch den Turm nach oben strömt und dann ebenfalls die kühle Luft mitnimmt. Wenn man unten an einem Turm steht fühlt man die Zugluft.
Der Windturm des Tabatabi-Hauses steht auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes.





Wir trinken Kaffee und Tee bei einem netten Jungen an einem kleinen Stand auf der Straße und kaufen ein paar Pistazien und 2 schöne Fliesen in einem kleinen Laden.

Viele Türen der Häuser hier haben 2 Klopfer. Eine für weibliche und eine für männliche Besucher. So kann die Frau des Hauses am Klopfen hören ob sie sich schnell ein Kopftuch umbinden muss. Bei weiblichem Besuch ist das ja nicht nötig… Vielleicht darf sie einem männlichen Besucher ja auch nicht öffnen?






Auf dem Heimweg kaufen wir ein paar Säfte, sie nennen dies hier alkoholfreies Bier! Die Temperatur ist jetzt ganz angenehm.









Unser Zimmer ist jetzt fertig und sehr geräumig und birgt eine Überraschung: wir haben 2 ineinander übergehende Zimmer mit Sitzbänken und vielen Teppichen, aber dann muss man gebückt durch einen etwa 1,40 m hohen Tunnel laufen um ins Schlafzimmer zu gelangen. Das ist wie eine Katakombe, sehr hoch mit einem grossen Licht- und Luftloch oben. Es gibt natürlich auch Zimmer in den oberen Stockwerken, die im 2. Stock sind auf Straßen Niveau, dort hört man die Mopeds natürlich sehr laut.



Die Duschen sind vom Innenhof aus erreichbar, man muss sich also erst ein Kopftuch umbinden… Viele Gäste tun dies nicht, aber ich halte mich einfach an die Regeln des Landes.

Wir sehnen uns nach einem Drink, denn dieses „Bier” ist auch süß! Im Hotel kocht man auch, wir essen Fesenjan: ein Gericht mit Walnüssen und Granatapfelkernen. Lecker! Man sitzt zum Essen auf dem breiten Bänken im Garten, an das Sitzen darauf muss man sich gewöhnen, sie sind sehr tief und man muss dann die Beine irgendwie unterbringen. Am besten eignen sie sich zum Liegen… Die Iranier sitzen auf dem Boden oder auf den Bänken im Schneidersitz, aber das finden wir nun nicht so bequem. Glücklicherweise gibt es auch ein paar normale Tische und Stühle.
Wir schlafen sehr ruhig in unserer Katakombe.
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Letzte Änderung: 10 Apr 2021 13:35 von marianne2014.
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11 Apr 2021 13:17 #612247
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Ausflug nach Abyaneh und Natanz

9 Uhr frühstücken wir mit Fladenbrot, Ei, Frischkäse, Marmelade, Wassermelone und Tee.

Heute machen wir einen Ausflug zu einem Dorf und einer schönen Moschee.

Wir bitten die netten und hilfsbereiten Damen an der Rezeption Zugtickets nach Yazd für uns zu kaufen (die Züge sind oft ausverkauft). Übermorgen wollen wir weiter. Man könnte auch mit dem Bus fahren, aber wir wollen auch die Bahnfahrt ausprobieren. Außerdem ist dies schneller und bequemer.

Um 10 Uhr fahren wir mit unserem Fahrer von “Free Irantours” los. Ich hatte dieses Reisebüro gewählt, weil alle gut Englisch sprechen, aber es wird ein Fahrer geschickt, der kein Wort “über die Grenze” spricht (wie wir Holländer sagen). Dann hätten wir auch einfach einen Taxifahrer von der Straße nehmen können! Er muss zuerst tanken, man kann an der ersten Tankstelle nur Gas tanken, später kauft er bei einer anderen Tankstelle auch noch Benzin.



Die Landschaft ist sehr steinig, nur ein paar harte Grasbüschel wachsen hier. Später schmale Flussbetten, Bäume und Dörfer. Wir fahren an einer verfallene Lehmburg auf einem felsigen Plateau vorbei.




Wir sehen einen hohen Berg mit Schneeresten im Hintergrund.






Wir passieren die Atomanlage in der Nähe von Natanz und der Fahrer erklärt uns dass fotografieren hier gefährlich ist: er macht die Handbewegung für Fotografieren und dann die Handbewegung für Kopfabschneiden, alles klar!! Es steht auch in jedem Reiseführer und entlang der Straße stehen viele Verbotsschilder. Das Gelände wird von Panzern und Flugabwehrgeschützen bewacht. Hiervon kann ich leider kein Foto bieten…

Unser erstes Ziel ist das Dorf Abyaneh, wir erreichen es nach etwa 1 Std. Es liegt in etwa 2200m Höhe und besteht schon seit reichlich 1500 Jahren. Wir müssen eine Eintrittsgebühr für das Dorf zahlen. Es ist ein altes Bergdorf, die roten Häuser aus Adobe (Mischung van roter Erde aus der Gegend hier und Stroh) ziehen sich am Hang hoch, um bei Flut sicher zu sein und um den kostbaren Boden des fruchtbaren Flusstales für Landbau nutzen zu können.



Die Einwohner hier hingen nach der Islamisierung noch lange der Lehre Zarathustras an und tragen keinen Tschador, sondern Kopftücher mit Blumenmotiven. Das sieht doch wesentlich freundlicher aus! Man spricht hier anscheinend einen alten Dialekt, aber für uns hört sich das ja alles gleich an…
Die Häuser stapeln sich versetzt den Hang hinauf sodass die Fusswege teilweise über das Dach des darunterliegenden Hauses gehen. Leider sind einige Dächer jetzt zum Schutz mit einer Art Silberfolie bedeckt, das stört den Blick des touristischen Auges etwas.
Die Imamzadeh-ye Yahya hat ein schönes blaugefliestes Kegeldach. Einige der Häuser haben schöne Balkone.
Viele alte (meist zahnlose) Frauen haben sich sehr pittoresk auf der Straße stationiert und verkaufen touristischen Schnickschnack und getrocknete Früchte.

















Auf der anderen Seite der Zufahrtsstraße laufen wir durch die weniger von Touristen frequentierte schmalen Straßen mit blühenden Bäumen, sehen einen Mann mit Esel und eine Frau mit dem für hier typischem Blumenkopftuch.











Der Fahrer hat Tee mit, dann fahren wir weiter nach Natanz.
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