THEMA: Drei Monate in den USA während COVID
10 Mär 2021 06:55 #609331
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Zion National Park (8.-10.1.2021) – Teil 2

Sagte ich gerade zum Glück ist Winter? Das sahen wir in der Nacht ganz anders. In der Nacht ist der Gasofen ausgegangen und ließ sich auch nicht mehr motivieren, wieder zu starten :angry: Gegen 2 Uhr entschieden wir uns, die elektrische Heizung einzuschalten. Das Gebläse ist in den paar Stunden nur leider nicht leiser geworden. Nach fünf Minuten geben wir wieder auf, da mit dem Lärm nicht ans Schlafen zu denken ist. Ich habe sogar Sorge, dass wir unsere Nachbarn aufwecken würden. Wir versuchen im Pullover noch etwas zu schlafen, wirklich warm ist uns jedoch nicht :S

Am nächsten Morgen reist uns der Wecker früh aus dem Schlaf. Der Sonnenaufgang wurde vom Ranger sehr empfohlen und das heißt früh raus aus dem Bett in die inzwischen eiskalte Cabin. Entsprechend frostig war unsere Stimmung. Als erstes versuchte ich den Gasofen einzuschalten. Natürlich sprang er direkt an, wie sollte es auch anders sein… :pinch: Die Empfehlung des Rangers war es, etwa 30 Minuten vor dem Sonnenaufgang dort zu sein. Wir stellten fest, es hätten auch 10 Minuten gereicht :huh: Aber so standen wir bei um die -10 Grad 30 Minuten in der Kälte. Und das ganze ohne Frühstück und Kaffee. Es ist kalt. Sehr kalt. Ich gebe zu, der Sonnenaufgang war meine Idee :whistle: Die letzten 10 Minuten entlohnten dann aber doch das Warten in der Eiseskälte.







Nach dem Sonnenaufgang ging es für uns wieder zurück zur Lodge, um etwas zu frühstücken. Unser Plan für heute sah vor, eine Wanderung zu den Emerald Pools (Wasserbecken oberhalb eines Wasserfalls) zu machen, dann mit dem Auto den gesamten Canyon abzufahren, zum Pine Creek Canyon Overlook zu fahren und zum Sonnenuntergang wieder zum Kolob View Point, der uns gestern so gut gefallen hatte. Ihr merkt schon, heute sind wir viel besser organisiert. Das dachten wir jedenfalls.

Die Wanderung zu den lower and upper Emerald Pools beginnt direkt bei der Lodge und somit machen wir uns nach dem Frühstück zu Fuß auf. Die Wanderung dauert etwa 1,5 Stunden, ist einfach zu machen und bietet einige tolle Aussichten. Obwohl es gerade erst 9 ist, sind schon einige unterwegs. Wenn wir auf andere Wanderer treffen, setzen wir unsere Masken auf. Gleiches gilt übrigens für fast alle die wir getroffen haben.





Als wir wieder zurück sind und mit dem Auto bis ans Ende des Canyons fahren wollten, mussten wir feststellen, dass die Straße wegen zu großen Andrangs hinter der Lodge gesperrt worden ist. Während im Sommer kostenfreie Shuttlebusse vom Park fahren, ist es im Winter gestattet, mit dem eigenen Auto den Canyon abzufahren. Im Sommer ist es nur Übernachtungsgästen der Lodge erlaubt in den Park zu fahren und auch nur bis zur Lodge. Offenbar war der Park von dem Besucherandrang überrascht und ein Verkehrschaos war die Folge :blink: Wir ärgerten uns, aber das half auch wenig. So viel zu unserer Organisation :pinch: Also ging es erst mal zum Pine Creek Overlook Trial, in der Hoffnung, dass die Straße später wieder offen ist. Am Beginn des Trails war es ebenfalls der Horror, einen Parkplatz zu finden. Der Weg dauert nur etwa 20 Minuten, ist aber schon etwas anspruchsvoller. Am Ende des Weges wartet ein toller Aussichtspunkt mit Blick auf das Tal. Wir genießen den Ausblick eine Weile, brechen dann aber wieder zurück zum Auto auf, da es bereits voller am Aussichtspunkt wird.





Wir fahren zurück in den Canyon und hoffen, dass die Straße wieder frei ist. Wir haben Glück, die Ranger haben die Straße wieder aufgemacht, aber einige Elks haben wieder eine Sperre errichtet. Einer von ihnen scheint uns besonders interessant zu finden und schnuppert durch das geöffnete Fenster :woohoo: Einige andere Autofahrer schauen uns neidisch zu. Einer ruft uns zu, dass wir die Elks auch streicheln können, aber wir lassen es bleiben. Die „Wildtiere“ sollen nicht noch weiter an uns Menschen gewöhnt werden. Wir sind fasziniert und fühlen uns einen Augenblick wieder nach Südafrika zurückversetzt, auch wenn es „nur“ ein Huftier ist.







Am Ende des Canyons gehen Wanderwege in eine Schlucht hinein. Uns fehlt allerdings die Motivation, diese auszukundschaften. Trotzdem machen wir noch ein paar Bilder und nehmen uns die Tour für den nächsten Besuch vor.





Am späten Nachmittag machen wir uns auf den Weg zum Kolob View Point. Wir wissen vom Vortag, dass die von Google kalkulierte Fahrzeit von etwa einer Stunde zutreffend ist und brechen diesmal pünktlich auf. Doch am Eingang zum Viewpoint angekommen, steht dort ein Schild, dass es in der Nacht stark geschneit hat, die Straße noch nicht geräumt wurde und somit gesperrt ist :ohmy: Wir sind ein bisschen traurig, aber auch froh, dass wir es am Vorabend schon gemacht haben.

Stattdessen fahren wir ein Stück zurück und dann die Kolob Terrace Road, welche etwa 10 Meilen lang parallel zum Canyon verläuft. Auch hier bietet uns der Sonnenuntergang wieder ein Farbspektakel, was wir jedoch nicht richtig auf die Kamera bekommen. Wir halten immer wieder an, da sich dauerhaft neue Ausblicke ergeben. Allerdings halten wir es auch immer nur kurz draußen aus, da ein Sturm aufzieht und es mal wieder sehr kalt ist. Nach Sonnenuntergang wird es schnell dunkel und wir durften feststellen, dass die dort angebrachten Schilder, die vor Tieren auf der Fahrbahn warnen, nicht umsonst aufgestellt sind. Nach einer Kurve erfasst das Fernlicht eine Kuh, die direkt vor uns auf der Straße steht und uns anschaut. Wir wissen nicht, wer von uns beiden sich mehr erschreckt hat :huh:







Die zweite Nacht verlief etwas besser. Diesmal blieb der Ofen an. Am nächsten Morgen brechen wir schon wieder auf zurück nach Hause. Die über 7 Stunden nach San Diego verliefen wieder einmal ereignisarm. So haben wir Zeit darüber nachzudenken, ob uns Zion oder Death Valley besser gefallen haben. Wir sind uns beide einig, dass uns Death Valley besser gefallen hat. Dennoch wollen wir (im Sommer) den Zion NP erneut besuchen.
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31 Mär 2021 12:42 #611308
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Grand Canyon National Park – 15. bis 17.1.2021

Und schon sind wir wieder unterwegs. Nur eine Woche nach dem Zion National Park besuchen wir nun den Grand Canyon National Park. Dies soll unser längster Roadtrip werden mit 550 Meilen und einer Fahrtzeit von etwa 8:30 Stunden (an einem Tag aber trotzdem gut machbar). Das ist natürlich schon recht happig für ein verlängertes Wochenende, aber wann werden wir schon mal wieder die Chance haben den größten Canyon der Welt zu sehen :woohoo: Der Blyde River Canyon in Südafrika und der Fish-River-Canyon in Namibia reklamieren beide Platz 2 für sich :huh: aber der Grand Canyon ist immer unangefochten die Nummer 1. Wir können nur vom Blyde River Canyon berichten und müssen schon sagen, dass der Grand Canyon in einer ganz anderen Liga spielt.

Ganz früh am Morgen geht es mal wieder los. Also wieder nichts mit einem entspannten Wochenende :pinch: Die Fahrt führt erneut durch die Wüste und ist – schon wieder - unspektakulär. Ähnlich wie im Zion National Park ist auch die Infrastruktur rund um den Grand Canyon sehr gut, sodass wir nur etwa 30 Minuten vor dem Ziel die Interstate verlassen. Die Landschaft ist komplett flach und voller Wälder. So richtig können wir uns noch gar nicht vorstellen, dass hier gleich irgendwo der Grand Canyon sein soll. Selbst als wir in das Parkgelände hereinfahren ist weit und breit noch gar nichts zu sehen. Wir kommen uns schon etwas dumm vor :blush:

Unser erster Stopp ist unser Hotel. Wir haben uns für die Bright Angel Lodge entschieden und können diese auch wirklich ohne Einschränkungen empfehlen. Obwohl wir während unseren Reisen in vielen tollen Unterkünften übernachtet haben, ist diese eine unserer Favoriten. Susann habe ich zu Weihnachten geschenkt, dass wir eine der beiden Nächte in einer Rim Cabin verbringen. Das ist eine Hütte direkt an der Abbruchkante :woohoo: Auch wenn der Preis alles andere als ein Schnäppchen war, war die Cabin unser absolutes Highlight. Von unserem Bett aus, konnten wir direkt den Sonnenaufgang und Untergang beobachten. Ein wirklich einmaliges Erlebnis. Ähnlich wie im Zion hatten wir einen Gaskamin, der das ganze noch gemütlicher gemacht hat. Glücklicher Weise verfügte das Zimmer jedoch auch zusätzlich noch über eine Zentralheizung. Nach unserer frostigen Nacht im Zion sind wir darüber mehr als glücklich. Denn auch hier gibt es nachts Temperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt.

Wer jetzt ebenfalls überlegt, sich diesen Traum einmal zu erfüllen, sollte unbedingt darauf achten, dass die Rim Cabin mit Feuerstelle gebucht wird, da nur bei dieser keine Bäume direkt vor dem Fenster stehen. Alternativ kann man aber auch die 10m von den normalen Cabins bis zur Kante laufen :whistle:

Kaum sind die Koffer ins Zimmer gehieft, laufen wir nochmal los, um die letzten Sonnenstrahlen am Canyon zu bestaunen. Von der Lodge aus gibt es direkt einen Weg, der an der Abbruchkante langgeht. Auch hier sind wir erstaunt, wie viele Bäume es gibt. Dadurch können wir den Canyon manchmal gar nicht sehen, obwohl er kaum mehr als 10 Meter von uns entfernt ist. Das hatten wir uns ganz anders vorgestellt. Wir dachten an eine Mondlandschaft, die dann in den Canyon übergeht :huh: Nun wissen wir, das ist weit verfehlt. Nach dem etwa 30 Minuten langen Spaziergang, geht es jedoch dann wieder zurück in die Lodge. Es wird uns einfach zu kalt. Und von drinnen mit dem Kamin im Rücken lässt sich der Sonnenuntergang ja auch ganz passabel genießen B)




Da wir während COVID im GC waren, waren fast alle Restaurants im Park geschlossen. Zwar gibt es einen Imbiss, dieser hat jedoch nur bis 17 Uhr offen und in das teure Luxusrestaurant wollten wir nicht unbedingt gehen. Mit unserer Cabin an der Abbruchkante haben wir uns für heute schon genug gegönnt – wir sind schließlich Studenten :whistle: Wir machen uns daher auf ins nahegelegene Städtchen Tusayan. Dieses liegt etwa 5 Minuten außerhalb des Parks und bietet verschiedene Restaurants (sowie günstigere Hotels). Am ersten Tag entscheiden wir uns für ein Pizza-Lokal, in dem die Pizzen noch selbst hergestellt werden. Mhh… Lecker :) Natürlich auch nicht ganz soooo gesund, aber wir haben schon zeitig festgestellt, dass man darauf in den USA nicht achten darf, wenn man auf Roadtrip ist. Die Waage werden wir bis zu unserer Rückreise nach Deutschland also erstmal meiden :blush: Zufrieden fahren wir nach dem Essen wieder zurück ins Camp und erleben tatsächlich eine der wenigen warmen Nächte, die wir in einem National Park verbringen.

Am nächsten Morgen klingelt der Wecker zeitig – irgendwie etabliert sich das bei uns :dry: Wir wollen ja schließlich den Sonnenaufgang am Canyon genießen. Dieser ist vor allem spektakulär, da die Steine in leuchtenden Goldtönen angestrahlt werden. Wir sind fasziniert.




Die Auswahl für das Frühstück ist dank COVID mal wieder… sagen wir mal bescheiden :pinch: Wir holen uns ein paar kleine Snacks am Imbiss, sind uns aber beide direkt einig, dass wir am nächsten Morgen etwas anderes wollen. Direkt nach dem Frühstück geht es dann endlich los. Wir sind diesmal außerordentlich gut vorbereitet und erstaunlicher Weise wird der Grand Canyon auch der einzige Park bleiben, bei dem wir unsere Tagesplanung auch genau so in die Tat umsetzen können :cheer: Zuerst fahren wir die Hermit Road entlang. Diese ist im Sommer nur mit dem kostenfreien Shuttle befahrbar. Da im Winter jedoch deutlich weniger Touristen unterwegs sind, dürfen wir mit unserem eigenen Auto fahren. Wir halten an fast jedem Aussichtspunkt an und genießen die wunderbare Aussicht auf den Canyon. Immer wieder treffen wir dabei auch Amerikaner, mit denen wir ein kurzes Pläuschen halten. Uns fasziniert, von welchen Ecken des Landes überall Besucher zum Grand Canyon fahren. Wir treffen ein Pärchen aus Texas und eins, das von der Ostküste bis zum Grand Canyon gefahren ist. Das sind über 2000 Meilen. Mit dem Auto. Susann und ich sind baff, aber uns gleichzeitig einig, dass wir da nicht so viel Lust darauf hätten. Da hätten wir dann wohl doch eher zum Flugzeug gegriffen.






Nachdem wir an allen Aussichtspunkten die Natur bestaunt haben, wollen wir auch mal ein Stück in den Canyon hinein wandern. Wir haben uns eine kurze Tour ausgesucht, über den South Kaibab Trail bis zum Ooh Aah Point. Die Wanderung stellt sich als nicht besonders lang, aber recht steil heraus. Immer wieder wird davor gewarnt, dem Weg nicht bis ganz ins Tal zu folgen, da die Strecke zu weit für eine Tages-Tour ist und schon mehrere Menschen dabei gestorben sind :ohmy: Trotzdem treffen wir ein Pärchen unterwegs, die gerade auf dem Rückweg waren und tatsächlich in der Früh bis in den Canyon abgestiegen waren. Wir sind beeindruckt aber empfinden das Vorhaben doch als etwas leichtsinnig. Die Aussicht am Ooh Aah Point (etwa 30 Minuten in den Canyon hinein) ist aber atemberaubend und wir verweilen ein bisschen, bevor wir wieder zurückgehen. Für diejenigen, die den Abstieg mit etwas Hilfe machen wollen, gibt es Maultiertouren ;) Aber ihr ahnt es bestimmt schon, die hätte man im Voraus reservieren müssen.



Als letztes haben wir uns noch vorgenommen, die Desert View Road zu fahren. Die Aussichtspunkte sind auch hier schön. Während man auf der Straße ist, kann man aber mal wieder vom Canyon nichts sehen. Die Bäume versperren wieder jegliche Sicht. Vom Desert View Point kann man den Grand Canyon nochmal aus einer anderen Sicht sehen. Im Großen und Ganzen sind wir uns aber einig, dass ein Tag Sightseeing am Grand Canyon reicht. Irgendwie sieht man am 15 Aussichtspunkt dann eben doch nichts wirklich neues mehr.




Für das Abendessen fahren wir wieder nach Tusayan. Diesmal entscheiden wir uns für ein familiengeführtes Fast Food Restaurant. Normaler Weise ist Susann nicht so der große Fast Food Fan, aber diesmal sind wir beide begeistert. Die Sandwiches sind mit frischen Zutaten zubereitet und alles schmeckt sehr lecker. Noch beim Essen beschließen wir, dass wir hier wohl auch zum Frühstück herkommen werden, was sich am nächsten Morgen ebenfalls als eine gute Entscheidung herausstellen sollte. Die zweite Nacht verbringen wir in einer „normalen“ Cabin der Lodge. Auch diese können wir uneingeschränkt empfehlen – auch hier ist es nachts warm :laugh:

Und dann geht es auch schon wieder zurück nach San Diego. Unser Fazit: Der Grand Canyon National Park ist auf jeden Fall sehenswert und sollte auf einer größeren US-Rundreise nicht fehlen. Der größte Canyon der Welt ist eben schon sehr sehr sehr beeindruckend. Gleichzeitig ist der Park aber auch deutlich weniger abwechslungsreich als die beiden NPs davor. Man kann eben auch „nur“ den Canyon sehen und nicht noch andere spannende Sachen. Auch unsere Erwartungen waren deshalb etwas zu hoch. Im Sommer sollte man auch die heißen Temperaturen im Hinterkopf behalten.
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31 Mär 2021 13:31 #611312
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Der ZION ist immer wieder toll. Dort haben wir schon so einige Wanderungen gemacht. Allerdings haben wir noch nie im Park direkt übernachtet, sollte man vielleicht mal machen.

Und der GC, den muss man einfach gesehen haben. Wir haben damals einen Hubschrauberflug gemacht und sind auch erst minutenlang über Wald geflogen, ehe die Abbruchkante kam.

Da bin ich jetzt gespannt, wie das beim Fish River Canyon sein wird.
Gruß Gabriele
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02 Apr 2021 18:11 #611437
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Joshua Tree National Park - 13.02.2021

Diesmal sind einige Wochen vergangen, bevor wir den nächsten National Park besuchen. Die Uni hatte uns in den letzten Wochen stark eingebunden und zudem wollten wir auch die San Diego Region mal ein bisschen näher erkunden. Dazu aber in einem späteren Bericht noch mehr :) Da der Joshua Tree mit 2:30 Stunden Fahrtzeit verhältnismäßig nah an San Diego liegt entscheiden wir uns dazu, diesen als Tagestour zu machen, um Unterkunftskosten zu sparen. Im Nachhinein war der Tag dadurch sehr anstrengend und wir würden das eher nicht empfehlen.

Ganz ungewöhnlich für uns – dieses Mal geht es nicht ganz so zeitig los :cheer: Wir wollen am Abend bleiben, bis es dunkel ist. Wir haben uns diesmal im Vorfeld erkundigt und festgestellt, dass Joshua Tree ein Ort sein soll, an dem man die Milchstraße mit bloßem Auge erkennen kann. Dies ist besonders gut bei Neumond möglich und deshalb geht es auch genau heute zum Joshua Tree NP. Da wir dort nicht übernachten, geht es diesmal erst gegen 10 Uhr aus San Diego los, damit der Tag nicht noch länger wird.

Im Park angekommen wissen wir mal wieder noch nicht so richtig, was wir eigentlich alles sehen wollen. Zwar hatte Susann sich eine Wanderung ausgesucht, die sie gern machen wollte, aber auf Grund des sehr starken Windes sind wir uns im Park dann plötzlich unsicher, ob das eine gute Idee ist. Natürlich wurde gerade an diesem Tag eine Sturmwarnung für das Gebiet herausgegeben :angry: Unsere erste Anlaufstelle ist daher mal wieder das Visitor Center. Schon in anderen NPs haben wir herausgefunden, dass die Ranger vor Ort meist sehr hilfreiche Tipps geben und sich viel Zeit für einen nehmen. Es ist daher für uns zum Muss geworden, diese vor Einfahrt in den Park zu befragen. Und auch diesmal ist der Ranger wieder sehr hilfreich. Er rät uns tatsächlich von der ursprünglichen geplanten Wanderung wegen des Sturms ab und empfiehlt uns stattdessen einen kürzeren anderen Trail. Zudem zeigt er uns auf einer Karte die wichtigsten Punkte im Park, die wir zusätzlich unbedingt besuchen sollten. Auch fürs Sterne schauen nennt uns der Ranger einen geeigneten Platz. Er gibt uns den Tipp auf eine Schotterpiste zu fahren, die eigentlich nur von Forschern genutzt wird, da dort nicht so viele Autos vorbeikommen und daher die Lichtverschmutzung relativ gering ist. Wir versuchen uns alles zu merken und brechen direkt auf.

Wie vom Ranger empfohlen, machen wir zuerst den Fortynine Palms Oasis Trail. Dieser führt - wie der Name schon sagt - zu einer Oase. Eigentlich hatte er uns den Trail nahegelegt, da es hier etwas windgeschützter sein soll. Doch auch hier bläst uns der Wind heftig um die Nase. Nach etwa 45 Minuten Gehzeit vom Parkplatz können wir die Oase dann endlich sehen. Plötzlich ist mitten in der Wüste eine Ansammlung von Palmen. Das sieht schon wirklich faszinierend aus. Da uns jedoch etwas die Zeit drängt und wir noch andere Punkte bei Tageslicht besuchen wollen, entschließen wir den Ausblick nur aus der Ferne zu genießen und nicht noch bis zur Oase abzusteigen. Das hätte vermutlich nochmal 20 Minuten pro Richtung mehr gedauert. Auf dem Rückweg werden wir wieder heftig durchgepustet und haben auf dem Grat schon etwas Probleme geradeaus zu laufen :S Immer wenn uns andere Wanderer entgegenkamen, setzen sie die Maske auf – genau wie wir. Wir sind echt erstaunt, wie sehr die Leute sich in Kalifornien an Empfehlungen halten. Zurück im Auto sind wir froh, dass wir nicht bis zum Ende des Weges gelaufen sind. Es wurde mit der Zeit durch den Wind dann doch etwas kalt. Wir lernen daraus, dass Wüste eben nicht automatisch heiß bedeuten muss :huh:







Unsere nächste Anlaufstelle ist der Cholla Cactus Garden. Vom Trail brauchen wir etwa 45 Minuten Fahrtzeit bis dahin. Auch daran merkt ihr schon, dass auch dieser Park sehr weitläufig ist. Schon auf dem Weg dahin (über den Utah Trail) sehen wir zahlreiche Joshua Trees. Irgendwie putzig diese Bäume. Für uns sehen sie aus wie sehr, sehr haarige Palmen B)







Doch auch der Cholla Cactus Garden hat einiges zu bieten. Aus welchem unerfindlichen Grund auch immer (auch Forscher sind ratlos), finden die Kakteen genau diese Stelle im Park unheimlich attraktiv. Auf etwa 100x100 m sammeln sich mitten in der Einöde hunderte kleine flauschige Kakteen :woohoo: Auch wenn man denken könnte, dass diese bestimmt ganz weich sind, wird vor dem Eingang davor gewarnt, die Kakteen anzufassen :( Wir wandern ein bisschen durch den Garten und sind überrascht wie viele Amerikaner ebenfalls hier sind und die Natur bewundern. Das öffentliche Bild der umweltverschmutzenden Amerikaner, die keinen Wert auf Natur legen, bekommt hier Risse. Es gibt scheinbar doch genügend, die genau das wertschätzen wie wir auch.







Auf dem Weg nach draußen halten wir kurz an der Abzweigung, die der Ranger uns fürs Sterne schauen empfohlen hat. Er hat nicht gelogen, es ist eine der wenigen nicht asphaltierten Straßen im Park. Wir bleiben kurz stehen und gehen ein paar Schritte zu Fuß die Schotterpiste entlang. Dabei überlegen wir, ob unser VW Jetta (ein normales limousinenförmiges Auto) die Piste ohne Stecken zu bleiben für ein paar Meilen mitmachen wird :dry: Ich bin zuversichtlich und wir wagen es etwa 100m rein zu fahren. Der Wagen schaukelt ordentlich in den Schlaglöchern, die sich nicht vermeiden lassen, aber mehr auch nicht. Entsprechend planen wir nach dem Abendessen wieder hierhin zu fahren. Wir sind aber definitiv froh, dass wir die Strecke noch bei Tageslicht begutachtet haben. Bei Nacht hätten uns die Schlaglöcher wohl direkt umkehren lassen :whistle: Auf dem Weg raus aus dem Park zum Abendessen, der noch einmal über eine halbe Stunde dauert, halten wir kurz an, um Fotos von dem roten Sonnenuntergang zu machen. Es sieht einmalig aus.







Nachdem wir in einem kleinen mexikanischen Restaurant sehr lecker gegessen haben (draußen bei Sturm – es ist ja immer noch COVID), halten wir noch mit unseren Nachbarn am Tisch neben uns ein kurzes Pläuschchen. Die beiden Einheimischen sind begeistert, dass wir aus Deutschland kommen und uns den Park anschauen. Wir sind jedes Mal positiv überrascht, wie offen und kontaktfreudig die Amerikaner sind. Das werden wir in Deutschland definitiv vermissen. Da es bereits stockdunkel ist, ging es auch direkt wieder los, zurück zu der Schotterpiste. Dort angekommen, sind wir sehr froh, dass wir sie bereits erkundet haben. Es ist so dunkel, dass wir uns ohne nicht getraut hätten, mit dem VW Jetta weiterzufahren. Obwohl die Straße auf der Karte als 4x4 eingezeichnet ist, sind zumindest die ersten Meilen kein größeres Problem. Und der Ranger hatte auch nicht untertrieben mit dem Platz. Wir verbringen etwa eine Stunde dort, um unsere Augen an die Dunkelheit zu gewöhnen und sehen kein anderes Auto.
Leider sind am Abend Wolken über der nahegelegenen Stadt aufgezogen, wodurch die Lichter der Stadt reflektiert werden :pinch: Der Himmel ist deshalb nicht ganz so dunkel wie wir uns das gewünscht hatten. Die Milchstraße können wir daher eher erahnen als tatsächlich sehen. Das wird hoffentlich nächstes Jahr in Namibia besser werden.
Wir haben uns zuvor angeschaut, mit welchen Modi wir am besten den Sternenhimmeln fotografieren können. Wirklich Erfahrung und das dafür notwendige Equipment haben wir jedoch nicht. Dennoch nehmen wir ein paar Bilder auf und sind erstaunt, wie gut sie geworden sind. Trotzdem sind wir uns einig, dass wir vor Namibia einen Fotokurs belegen werden :whistle:




Gegen 22 Uhr machen wir uns wieder auf die Heimreise nach San Diego. Die Fahrt zieht sich am Ende sehr lange und ich werde müde. Gegen 1 Uhr in der Früh kamen wir wieder an. Das nächste Mal werden wir uns wohl doch eine Übernacht gönnen.
Wieder einmal ist es ein eher unbekannter Park, der bei uns einen nachdrücklich positiven Eindruck hinterlassen hat. Es gibt unzählige Wanderwege, verschiedenes zu bestaunen und sogar einen Abschnitt für 4x4 Offroad Fahrer (den wir natürlich nicht gemacht haben). Daher würden wir für den Park beim nächsten Mal auch durchaus zwei Tage einplanen. Der Ausblick auf die Milchstraße (zumindest bei besseren Bedingungen) ist ein weiteres Highlight.
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02 Apr 2021 18:16 #611438
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lottinchen schrieb:
Sehr spannend! Das habe ich auch so erlebt, dass man zum reisen während Arbeit/Studium im Ausland eher weniger Zeit hat, dafür kann man sehr viel mehr das Leben der "Locals" lernen und für sein Leben mitnehmen. Ich hoffe ihr habt trotz Corona die Chance dazu und wünsche euch noch eine wunderbare Zeit!
Und wenn ihr noch ein bisschen davon erzählt lese ich auch gerne mit ;)

Wir sind gerade wieder zurück und hatten echt teilweise viel Stress, uns die Roadtrips zu "erarbeiten". Und genau wie du sagst, konnten wir (trotz COVID verhältnismäßig) viel mit Locals machen, da die Zahlen in Kalifornien stark gesunken sind (dazu aber mehr in einem späteren Post) :)
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02 Apr 2021 18:25 #611442
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Katma1722 schrieb:
Hi ihr beiden!
Ich freu mich total über euren Bericht. Die USA und Kanada haben unendlich viel zu bieten!!!
War nach dem Abitur in Alaska und Kanada(West), unsere Hochzeitsreise war 5 Wochen USA Roundtrip von Seattle an der 101 runter bis kurz vor San Francisco und via Craters of the moon, Yellowstone und Glacier nach Vancouver Island, wo ein sehr guter Freund von uns wohnt... Da müssen wir dann immer hin. Sind dann eine Woche auf dem West Coast Trail gewandert was wirklich großartig war!
2011 war bisher unsere letzte 4wöchige Reise in die USA (hoffentlich nicht die letzte). Sind im August von L.A. via Las Vegas - Valley of Fire - Zion NP - Grand Canyon (North Rim) - Lake Powell - Canyonlands (Needles) - Arches - Death Horse Point - Goblin Valley - Capitol Reef - Grand Staircase Escalante - Bryce Canyon - Antelope Island (Great Salt Lake) - Grand Teton/Yellowstone und dann rauf nach Vancouver (um unseren Freund auf Vancouver Island zu besuchen)! Das Auto konnten wir in Seattle am Flughafen abgeben. Wir haben 4 Wochen gezeltet, was erstens wunderschön und zweitens echt günstig ist! Es war ziemlich heiß aber wenn man mittags Siesta macht geht es. Alle Ziele waren auf ihre Art grandios - schwer zu sagen, was am schönsten ist. Death Valley mussten wir leider auslassen - das wäre dann im August doch ziemlich dämlich gewesen. Am heißesten war es in Las Vegas und im nahe gelegenen Death Valley - die Landschaft dort fanden wir aber grandios!
Wenn ihr zu irgendeinem Ziel Infos braucht - schreibt einfach.
Viele Grüße in die Ferne!
Kathrin

Hallo Kathrin,

wow, dann könntest du Reisen dorthin ja quasi beruflich organisieren :blink: :)
Alaska stelle ich mir auch sehr spannend, aber auch sehr einsam vor. Steht aber auch noch auf der Liste, genau wie Yellowstone und Glacier. Wobei die beiden Parks zugegeben etwas weiter oben stehen :laugh:

Für das Death Valley können wir nur sagen, dass es im Winter sehr angenehme Temperaturen hat, aber wie du schon sagst, ist es im Sommer im besten Fall nur dämlich. Schlimmstenfalls sogar gefährlich. Wir können rückblickend echt sagen, dass uns Death Valley am besten von den NPs gefallen hat, wobei jeder Park seine Besonderheiten bietet.
Letzte Änderung: 02 Apr 2021 18:26 von DankeJack.
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