THEMA: Mein größtes Abenteuer - South Nahanni Expedition
29 Dez 2020 10:11 #602424
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  • Topobär am 29 Dez 2020 10:11
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Hallo Katrin,

unser Wunsch war solch eine Hungertour ganz sicher nicht, aber durch die Gewichtsbeschränkung beim Flug zu den Moose Ponds konnten wir nicht so viele Lebensmittel mitnehmen, wie wir es gerne gemacht hätten.

Selbstverständlich hatten wir auch sehr viele gefriergetrocknete Gerichte dabei, um Gewicht zu sparen. Vor der Reise haben wir uns mehr mit Kalorientabellen beschäftigt als ein Mitglied bei den Weight Watchern, allerdings mit dem Ziel einen möglichst kalorienreichen Speiseplan zusammenzustellen.

Aufgrund der vielen Gletscherzuflüsse hat der South Nahanni sehr viele Schwebstoffe im Wasser, was zur Folge hat, dass es kaum Fische gibt. Deshalb haben wir erst gar keine Angelausrüstung mitgenommen, sondern das dadurch eingesparte Gewicht gleich in Lebensmittel umgesetzt.

Ich wünsche Dir eine gute Besserung und viel Spaß mit meinen anderen Reiseberichten.

Alles Gute
Thomas
Letzte Änderung: 04 Jan 2021 09:38 von Topobär.
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29 Dez 2020 23:55 #602485
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Was für eine Tour.
Ich bin begeistert, lese super gern mit, aber für mich wäre das nichts.


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Gruß Gabriele
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04 Jan 2021 14:52 #602762
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Brintnell Creek




Heute schien zum Frühstück endlich mal wieder die Sonne. Da steigt die Laune und es wird einem nicht nur warm ums Herz.




Leider hielt das gute Wetter nicht an. Kaum waren wir wieder auf dem Fluss, zog es zu und fing wieder zu regnen an. Vom Prinzip das gleiche Spiel wie gestern. Wieder das zählen der Minuten bis zur nächsten Pause. Das Paddeln hatte auch etwas sehr Stupides. Wenn man es positiver ausdrücken will, könnte man auch sagen, etwas sehr Meditatives. In dem Moment fühlte es sich aber nicht positiv an.

Der South Nahanni bietet in diesem Abschnitt keinerlei Herausforderungen. Weder gibt es Stromschnellen, noch sind enge Biegungen zu befahren. So sitzt man mit tief ins Gesicht gezogener Kapuze im Boot, den Blick nur wenige Meter vor den Bug gerichtet. Das Paddel taucht mit der Gleichmäßigkeit eines Metronoms ins Wasser und alle viertel Stunde wird die Seite gewechselt.

Die Berge in der Umgehung wurden höher. Zum Teil waren Sie sogar leicht vergletschert.





Relativ frühzeitig erreichten wir die die Einmündung des Brintnell Creeks in den South Nahanni, wo wir unser nächstes Camp geplant hatten. Im Gegensatz zu unseren bisherigen Camps zelteten wir hier im dichten Wald, weshalb es bei dem schlechten Wetter sehr dunkel war.






Ein Vorteil hier im Wald war, dass wir nicht groß suchen mussten, um eine passende Stelle für unser Foodcache zu finden. Für ein bärensicheres Foodcache benötigt man zwei Bäume in ca. 5m Abstand, die jeweils in min. 5m Höhe eine stabile Astgabel haben. Über die Astgabeln wird jeweils eine Wurfleine geworfen. Die beiden Wurfleinen werden miteinander verbunden und an dieser Stelle werden auch die Packsäcke mit den Lebensmitteln, den Kosmetika und der beim Kochen getragenen Kleidung befestigt. Dann wird auf beiden Seiten kräftig gezogen, so dass die Packsäcke genau zwischen den Bäumen und in mindestens 4m Höhe hängen.

Damit Ihr nicht aus Langeweile von Bord geht, möchte ich darauf hinweisen, dass der Fluss auch wieder abwechslungsreicher, die Landschaft spektakulärer und das Wetter besser wird. Auch ein paar Tiere gibt es noch zu sehen.
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04 Jan 2021 15:02 #602764
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Hallo Thomas,
ein Dankeschön zwischendurch, verbunden mit einer vielleicht zu privaten Frage:
Wie war denn die Stimmung in der Gruppe? Mieses Wetter und ständig ein Hungergefühl - bei mir (wegen des Wetters) und bei Véro (wegen des Hungers) hätte das zu Gereiztheit geführt.
LG aus Puerto,
Karsten
RB Kenia 2020 www.namibia-forum.ch...pt-2020.html?start=0
Reisebericht Südtanzania 2013 www.namibia-forum.ch...lft-nicht-immer.html
Kurzbericht 7 Wochen Nam-Bots 2012 www.namibia-forum.ch...wochen-nam-bots.html
Bericht Zimbabwe 1995: ... 30 Tage Gefängnis www.namibia-forum.ch...tage-gefaengnis.html
Reisebericht 2008: 18 Nights in the Bush - ha-ha-ha www.namibia-forum.ch...e-bush-ha-ha-ha.html

Nordtansania Feb. 2015 - Kein RB www.namibia-forum.ch...imitstart=0&start=12]
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Hallo Karsten,

Kathrin wird bei Regen schon etwas grummelig, aber ich weiss damit umzugehen. Da uns aber allen klar war, dass wir an den Umständen sowieso nichts ändern können, hat sich jeder am Riemen gerissen. Ich bin immer noch mit Kathrin verheiratet und wir sind immer noch gut mit Joachim befreundet.

Alles Gute
Thomas
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07 Jan 2021 14:54 #603006
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Glacier Lake



Nachdem wir die letzten 10 Tage überwiegend sitzend verbracht hatten, freuten wir uns auf die heute anstehende Wanderung zum Glacier Lake. Dafür hatten wir den gesamten Tag eingeplant.

Zunächst gingen wir ca. 1km flussaufwärts entlang des South Nahanni um dann Richtung Westen in den nordischen Urwald abzubiegen. Hier gibt es nichts, was einem Weg auch nur ähnelt. Der Boden ist meist von einer dicken Moosschicht bedeckt, die Bäume stehen dicht bei dicht. Überall liegen Hindernisse in Form umgestürzter Bäume. Der Blick ist meist durch die Bäume versperrt. Um die Richtung zu halten ist ein Kompass unerlässlich. Erst recht bei bedecktem Himmel, wie heute, wo auch die Sonne zur Orientierung fehlt.

Da es in der Gegend auch reichlich Bären geben soll, machten wir ordentlich Lärm, um die Tiere nicht zu überraschen und ihnen die Möglichkeit zu geben, uns rechtzeitig aus dem Weg zu gehen.




Nach mehreren Stunden stießen wir auf den Brintnell Creek und folgten ihm die letzten paar hundert Meter bis zum Glacier Lake.




Den Glacier Lake hatten wir uns aus einem ganz bestimmten Grund ausgesucht. Oberhalb des Sees liegt der Cirque of Unclimbables. Dieser war schon mehrfach das Ziel extremer Kletterexpeditionen und da wir auch alle Kletterer sind, wollten wir diese berühmten Berge zumindest einmal aus der Ferne mit eigenen Augen sehen.





Schade, dass das Wetter nicht mitspielte. Bei blauem Himmel muss der Blick über den See zum Cirque noch beeindruckender sein. Wenigsten blieb es den ganzen Tag über trocken.

Für den Rückweg wählen wir grob die gleiche Strecke, wie für den Hinweg. Hin und wieder fanden wir Beeren, mit denen wir unseren kargen Speiseplan etwas erweitern konnten.



Am späten Nachmittag waren wir zurück bei den Zelten. Insgesamt sind wir fast 20km in weglosem Gelände unterwegs gewesen und haben dafür rund 8h benötigt.

Letzte Änderung: 07 Jan 2021 14:57 von Topobär.
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