THEMA: Island 2020: Als Corona ganz weit weg war
10 Jan 2021 12:17 #603299
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Hallo Betti

Kürzlich habe auch ich deinen Island-Bericht noch entdeckt und ihn heute gleich verschlungen :woohoo: . Du weckst viele schöne Erinnerungen, waren wir doch 2010 für 4 Wochen dort (als Studenten mit eigenem Auto und Zelt). Seither haben wir uns im 'Sommer' nicht mehr zurückgetraut, vor allem, weil man immer wieder von den grösser werdenden Touristenmassen hört.

Dieses Jahr wollten wir aber auch nochmals hin (da unsere Zimbabwe-Reise nicht stattfinden konnte), hatten aber erst im September Urlaub und dann war Island bereits wieder 'zu' für Touristen bzw. waren die Coronarichtlinien wieder so streng, dass eine Reise keinen Sinn machte... :(

Übrigens kann ich euch Island im Winter auch sehr empfehlen: Nordlichter, gefrorene Wasserfälle, Islandpferde im Schneegestöber und menschenleer :) Das würde euch Fotografen sicherlich auch sehr gefallen! Dazu günstigere Unterkunftspreise...





Ich freue mich auf die Fortsetzung! :) Und wünsche noch einen schönen Sonntag!

Stefanie
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11 Jan 2021 10:14 #603374
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Guten Morgen ihr Lieben,

und erst einmal vielen, vielen Dank, dass einige auch im neuen Jahr (noch) dabei sind!

Blende18.2 schrieb:
und das hier werden wir, wenn es irgendwann so weit ist beherzigen:
"Die beste Methode, um Puffins zu betrachten: einfach geduldig stehenbleiben oder ins Gras setzen, keinesfalls proaktiv und zu nah auf die Vögel zugehen. Sie kehren immer wieder zu ihren Bruthöhlen zurück und turnen dann angstfrei und ungestört direkt vor den Augen ihrer Beobachter herum."

Sehr gut! Hoffentlich klappt's dann auch ;) :laugh: Du weißt, der Vorführeffekt...

Blende18.2 schrieb:
Wenn ich die Handy-Fotografen sehe, kommt mir unweigerlich Fan-Randale in Stadien in den Kopf.
"Es sind nur ein paar Idioten, die hier für alle das Spiel kaputt machen."

Hammer, genau daran habe ich auch gedacht!!!

Blende18.2 schrieb:
lassen in manche Gegenden nur noch die Leute inkl. Begleitung durch einen Ranger rein. Das natürlich für teuer Geld, aber der Grund waren die Touris, die die unberührte Natur zugemüllt haben.

So ist es. Und dann sind die Touris sauer, reden von Abzocke und wollen da nicht mehr hin. But the damage is done. Das ist einfach nicht begreifbar für mich, dass die Menschen diese simplen Zusammenhänge nicht begreifen (wollen).

Blende18.2 schrieb:
Bei uns hier haben wir Eisvögel entdeckt. die Leute sind mit Handys die Böschung runter und haben in die Bruthöhle fotografiert... die Vögel können nicht weg und die Elterntiere haben irgendwann die Brut abgebrochen.

Au man :( Das ist wirklich nicht auszuhalten... und einfach nur schlimm.

TinuHH schrieb:
Ich bin auch noch kurzfristig dazu gestoßen.

Sehr schön! Moin Martin und viele Grüße zum Kiez :)

TinuHH schrieb:
Gewohnt tolle Bilder.

Danke! :blush:

TinuHH schrieb:
2009 waren wir auf Island, seit dem nicht mehr. Zwei Wochen rund um die Insel, das war ganz schön stressig, würde ich so nicht mehr machen. Aber es war großartig!

2009 dürfte es noch ruhiger gewesen sein als heute in einem normalen Sommer, denke ich. Das Reisetempo ist ja immer so ein Thema. Wir haben in den vergangenen Jahren zusehends entschleunigt und fühlen uns wohler damit.

TinuHH schrieb:
Irland, 1987! Damals gab es rund um die Cliffs of Moher keine Zäune, Schilder ee tc. Wenn man sich aktuelle Bilder ansieht, dann ist das offensichtlich alles strikt reglementiert. Warum wohl?

:( S.o. auch die Antwort an Robin. Der Mensch macht sich leider alles selbst kaputt. Es geht nur mit Gebühren, Zäunen, Verboten, Strafen, (kostspieligen) Guides. Davon bin ich überzeugt nach allem, was ich auf all unseren Reisen in den vergangenen Jahren so erlebt und beobachtet habe...

PM kommt!

@Zugvogel schrieb:
Du weckst viele schöne Erinnerungen, waren wir doch 2010 für 4 Wochen dort (als Studenten mit eigenem Auto und Zelt). Seither haben wir uns im 'Sommer' nicht mehr zurückgetraut, vor allem, weil man immer wieder von den grösser werdenden Touristenmassen hört.

Hi Stefanie und danke! Wart ihr 4 Wochen im Winter dort mit Zelt? :ohmy: Oder damals im Sommer und dann nochmal im Winter? Das mit den Touristenmassen stimmt leider grundsätzlich. Ich bin dennoch der Meinung, dass man ihnen meistenteils ganz gut entgehen kann, wenn man sich an den Hot Spots in den Randzeiten aufhält (davon gibt es im isländischen Sommer mit den langen Tagen ja jede Menge) - oder vielleicht auch gar nicht. Ihr fahrt doch (anders als wir) über Stock und Stein und campt gerne. Für euch müsste das Hochland wie gemalt sein (und dort sind die Massen ja nicht so sehr).

@Zugvogel schrieb:
Dieses Jahr wollten wir aber auch nochmals hin (da unsere Zimbabwe-Reise nicht stattfinden konnte), hatten aber erst im September Urlaub und dann war Island bereits wieder 'zu' für Touristen bzw. waren die Coronarichtlinien wieder so streng, dass eine Reise keinen Sinn machte... :(

Ja, blöd :( Ziemliche Lotterie beim Reisen in Corona-Zeiten. Mit Island hatten wir echt Glück, aber zwei Reisen schieben wir nun auch schon vor uns her und eine ist komplett ausgefallen.

@Zugvogel schrieb:
Übrigens kann ich euch Island im Winter auch sehr empfehlen: Nordlichter, gefrorene Wasserfälle, Islandpferde im Schneegestöber und menschenleer

Vielen Dank für die sehr schönen Bilder! So ganz mit der Tiefkühlung hab ich's nicht ;) Aber September/Oktober wäre noch einmal eine Option. Vorher wäre ich aber gerne nochmal im Juni oder Juli dort. Nicht wegen der Puffins (davon hatten wir nun erst einmal reichlich ;) ), sondern wegen der Mitternachtssonne, die sich uns diesmal kaum gezeigt hat. Ich bin echt scharf auf die langen Nächte und ihr Licht.

Ich denke, später geht es noch weiter. Bis dahin liebe Grüße und einen schönen Tag,
Betti

Reisebericht Namibia 2019

Reisebericht Kenia (Masai Mara) 2018

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Reisebericht Namibia 2015

Unsere Afrika-Reisen: Tansania 2010, Namibia/Südafrika 2012, Madagaskar 2014, Botswana/Simbabwe 2014, Namibia 2015, Tansania 2016, Südafrika 2017, Kenia 2018, Namibia 2019
Letzte Änderung: 11 Jan 2021 10:17 von Beatnick.
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11 Jan 2021 10:50 #603381
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Beatnick schrieb:

Hi Stefanie und danke! Wart ihr 4 Wochen im Winter dort mit Zelt? :ohmy: Oder damals im Sommer und dann nochmal im Winter? Das mit den Touristenmassen stimmt leider grundsätzlich. Ich bin dennoch der Meinung, dass man ihnen meistenteils ganz gut entgehen kann, wenn man sich an den Hot Spots in den Randzeiten aufhält (davon gibt es im isländischen Sommer mit den langen Tagen ja jede Menge) - oder vielleicht auch gar nicht. Ihr fahrt doch (anders als wir) über Stock und Stein und campt gerne. Für euch müsste das Hochland wie gemalt sein (und dort sind die Massen ja nicht so sehr).

Hallo Betti

Die 4 Wochen 2010 waren im Spätsommer (Mitte August - Mitte September) in Island mit dem Zelt, danach waren wir im Winter 2014 nochmals 2 Wochen dort (in festen Unterkünften mit Hotpot :laugh: ).

Ja das isländische Hochland steht noch an. Wenn nur die 4x4-Mieten ins Island nicht so teuer wären... :whistle:

Ich freue mich auf die Fortsetzung!
Stefanie
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Zauberhaftes Snæfellsness, Teil II

Es genügt auf Snaefellsnes, einfach nur den Straßen Nummer 54 und 56 zu folgen. Die Eindrücke sind grandios. Im Snæfellsjökull-Nationalpark führt zudem eine Straße um den namensgebenden Vulkan und die Spitze der Halbinsel herum. Es gibt viel zu sehen - und viel zu tun. Wir klettern durch einen Bach in die Felsspalte Raudfeldsgja, erforschen bizarre Lavafelder, die Hänge des Snaefellsjökull und treffen haufenweise Trolle.



Kirkjufell:
2019 hatten wir eine Nacht im Hafenstädtchen Stykkisholmur und zwei Nächte in Hellnar auf der Südseite der Halbinsel verbracht. Stykkisholmur ist mit rund 1200 Einwohnern der größte Ort auf Snaefellsnes und liegt mit Blick auf die vorgelagerten Schären idyllisch. Hervorragende Fischrestaurants (für mich Vegetarierin egal) sind ein weiteres Plus, doch alles in allem zieht es uns auf Island eher in die Natur. Das Fosshotel Hellnar hat sich der ökologischen Nachhaltigkeit verschrieben und uns richtig gut gefallen. Skandinavisch cooles Styling, weiter Blick über die Klippen und den Nordatlantik, perfekte Lage direkt am Fuße des Snæfellsjökull und des Stapafell, eines markanten pyramidenförmigen Berges. Diesmal wollten wir dennoch auf die nördliche Seite. Der Grund hieß Kirkjufell.



Der symmetrische "Kirchberg" ist das Topmodel unter den isländischen Bergen und nicht erst seit "Game of Thrones" einer der wohl meist fotografierten Orte Islands. Entsprechend überlaufen ist es dort. Wir hoffen diesmal auf deutlich weniger Besucher als 2019, als es sehr viel Geduld und auch Glück brauchte, um ihn gemeinsam mit dem Kirkjufellsfoss, aber ohne die vielen Foto-Trolle auf ein Bild zu bannen.

Tatsächlich ist der zumindest in Corona-Zeiten überdimensioniert wirkende Parkplatz diesmal fast vollständig verwaist. Aus den erhofften Fotos zum Sonnenauf- oder -untergang wird allerdings trotz der Unterkunft im benachbarten Grundarfjordur nichts: Die Sonne zeigt sich kaum. Beim nächsten Mal dann B) .



Snaefellsjökull:
1.833 m hoch und bei klarer Sicht beinahe omnipräsent. So wie im Traumsommer 2019. Ein Jahr später ist er schüchtern und meist in Wolken gehüllt. Weshalb der Prophet (näher) zum Berg kommen muss. Unterhalb des Gletschers führt die steile F570 von Olafsvik im Norden nach Arnarstapi im Süden. 2019 durften wir die Straße mit dem PkW nicht befahren, diesmal holen wir das nach. Mit Schwung die Auffahrt hoch, dann jäh gestoppt. Die Frau vor uns auf dem Mountainbike taumelt, doch sie schafft es. Hut ab!

Eine tolle Strecke, einigermaßen einsam und wild, aber gut machbar. Die letzten Meter zum Gipfel sind abgesperrt und geführten Gletscherwanderungen vorbehalten. Aber man kommt schon ziemlich nah ran an die Schneekuppe.

Blick hinunter auf den Stapafell, links das Örtchen Arnarstapi




Svödufoss:
Es gibt spektakulärere Wasserfälle auf Island. Aber dieser - wenn auch mittlerweile zwischen Olafsvik und Rif ausgeschildert - ist (noch) nicht sehr bekannt und die Lage am Fuße des Snæfellsjökull herrlich. Ein Schotterweg führt an Pferdeweiden vorbei zu einem Parkplatz. Wer will, kann über einen ausgetretenen Pfad an der Seite nach oben. Bei schönem Wetter ein toller Platz mit Blick auf den Gletscher. Kaum Trolle weit und breit.



Skardsvik Beach:
Kleine, traumhafte Bucht mit goldenem Sand, eine Rarität auf der Insel. Weiter auf der zusehends ruppiger werdenden Schotterpiste geht's zum Öndverdarnes-Leuchtturm an den Steilklippen. Bis dahin haben wir es 2019 mit dem PkW - obwohl erlaubt - aber nicht geschafft (oder auch nicht mehr schaffen wollen).



Djupalonssandur:
Noch ein toller Strand, diesmal schwarz und umgeben von Lavaformationen. Bei einem Schiffsunglück kamen 1948 vor der Küste 14 Seeleute ums Leben, fünf überlebten. Die rostigen Überbleibsel liegen im Sand verstreut und stehen als Mahnmal unter Denkmalschutz. Wie an allen markanten, leicht erreichbaren Punkten stoppen hier viele Reisebusse. Wer aber hinter dem schwarzen Strand dem Küstenweg zu Fuß folgt, wird mit Einsamkeit, weiteren Stränden und weitem Blick belohnt. Wir haben von dort oben sogar Orcas beobachten können.



Londrangar-Basalt-Klippen:
In den bis zu 75 m hohen Küstenklippen nisten Tausende Vögel. Möwen, Kormorane, Trottellummen, volles Haus. Es gibt einen Parkplatz in der Nähe der Aussichtsplattform und einen am Besucherzentrum. Von dort führt ein Spaziergang über die Lavazunge mit ihrer Mooslandschaft und den Felsforma..., äh, Trollen. Allesamt versteinert und stumm. Anders als die Vögel. Die kreischen, was das Zeug hält. Und das Meer rauscht so schön.

Blick von der Aussichtsplattform. Ganz hinten im Bild das Besucherzentrum. Dazwischen liegt ein kleiner Küsten-Wanderweg.




Hellnar und Arnarstapi mit Küstenwanderweg:
Im winzigen Dörfchen Hellnar mit seiner schönen Küste haben wir 2019 übernachtet.

Hellnar, ganz links im Bild das Fosshotel


Direkt in den Klippen liegt das lässige Fjöruhusid. Kleines Cafe, große Terrasse, Daumen hoch! Kaffee, hausgemachte Suppe und ganz viel Atmosphäre. Die Klippen stehen unter Naturschutz, ein 2,5 Kilometer langer schmaler Küstenpfad führt zum benachbarten Arnarstapi. Lavafelder, Meerblick, Felsen in der Brandung und Seevögel - ein toller Weg!





Arnarstapi ("Adlerfelsen") mit seinem winzigen Hafen war einst ein wichtiger Handelsposten und ist heute vor allem eine Feriensiedlung. Hier ist der Küstenwanderweg nicht mehr einsam, in Hellnar schon eher. Auf dem Parkplatz ein Food-Truck mit Fish & Chips. Riesige Portionen, für isländische Verhältnisse günstig - und legendär. Der pfiffige Betreiber hatte vor einigen Jahren die Idee, da kannte die Fisch-Pommes-Kombi auf der Insel kein Schw..., äh, Troll. Touristen bissen an, Einheimische erst recht. Die Schlangen waren lang, die Kasse klingelte - und tut es noch. Das Geheimnis der grandiosen Pommes-Würzmischung habe ich leider trotz mehrfachen Besuchs nicht lüften können.

Berühmteste Felsformation in der Gegend von Arnarstapi: der Gatklettur ("Lochfelsen")


Kirche von Budir:
Die kleine Kirche von 1848 ist eine der ältesten Holzkirchen Islands, die umliegende Landschaft mit Bergen, Meer und einem alten Lavafeld tut ihr Übriges. Ein hübsches Ding und aus allen möglichen Perspektiven ziemlich fotogen.



Budirkirkja, im Hintergrund der Snæfellsjökull


Bjarnafoss:
Nicht weit von Budir stürzt der hübsche Bjarnafoss spektakulär den Berghang hinab, sein Dunst ist schon von Weitem zu sehen. Liegt am und auf dem Weg. Praktisch für eine Stippvisite. Wer - anders als wir - zu ihm hochsteigen will, muss ein wenig mehr Zeit einplanen.



Raudfeldsgja-Schlucht:
Die Zeiten, als diese verborgene Schlucht ein Geheimtipp war, sind lange vorbei. Vom auch in Corona-Zeiten gut gefüllten Parkplatz ist es nur ein kurzer Weg bis zum Eingang über einen Bach und durch eine schmale Felsspalte. Dahinter verbirgt sich ein Wunderland mit grün bemoosten Felswänden und einem kleinen Wasserfall.

Mystisch, mystisch: Der Eingang zur Schlucht


Die Brüder Raudfeldur und Sölvi sollen hier mit der Tochter des Halbtrolls Bardur gespielt haben. Der Sage nach verschwand sie dabei auf mysteriöse Weise. Aus lauter Wut hat Bardur die Brüder in die Schlucht gestürzt. Noch heute sollen ihre Geister hier ihr Unwesen treiben. Auf Island muss man auf alles gefasst sein.



Klettermaxe können hinter dem Wasserfall noch tiefer in die Schlucht vordringen. Wir waren nicht entsprechend ausgerüstet (nass!) und zudem defensiv (glitschig!). So oder so am besten früh da sein.

Ytri Tunga Strand:
Weißer Strand, dessen Beliebtheit - obwohl nicht ausgeschildert - zusehends wächst. Das dürfte nicht nur an der schönen Kulisse, sondern vor allem an den Robben liegen, die hier bräsig herumliegen. Die besten Monate sind Juni und Juli.

Sie ist ein Model und sie sieht gut aus...


Ohnehin ist der Ytri Tunga tierreich. Eiderenten, Austernfischer, ein ferner Orca und die allgegenwärtigen Krias.







Auf dem Golfplatz in der Nähe sind Sportler in Not. Vogelplage statt Putten. Ganze Schwärme attackieren sie auf dem gepflegten Grün, das die Vögel für sich beanspruchen. Da hilft nur eins: den Schläger hoch genommen und die Beine in die Hand! Ganz schön t(d)rollig, diese Krias!

Küstenseeschwalben stürzen sich während der Brutzeit auf alles, was sich bewegt - sogar auf Autos. Diese Exemplare sind glücklicherweise auf Fisch und nicht auf unseren Skalp aus.


Berserkjahraun:
Das Beste kommt zum Schluss. Berserkjahraun. Der Name sagt alles. Ein von Kraterreihen durchsetztes Lavafeld, wild und ungezähmt, das wir 2019 nicht auf dem Zettel und eher zufällig bei unserer Fahrt über die Straße 56 entdeckt hatten. Spontan stoppten wir an einem Parkplatz und machten einen kleinen Spaziergang durch diese raue und dabei so zauberhafte Landschaft, ohne genau zu wissen, wie sie eigentlich heißt und woher sie rührt.



Ein Jahr später hatten wir uns etwas schlau gemacht. Vor 4000 Jahren brachen vier benachbarte Schlackenkrater in kurzen Intervallen aus. Die Lava ergoss sich teilweise direkt bis ins Meer und staute Flüsse zu zwei märchenhaften Seen auf: den Selvallavatn und den Kothraunsvatn.



Diese Mondlandschaft kann auf einer wenige Kilometer langen Piste durchfahren werden. Auf der Straße 558 ("Berserkjahraunsvegur") rumpeln wir entlang der Kraterreihe, die dieser faszinierenden Umgebung ihr Gesicht gegeben hat. Nur wenige Meter vom makellosen Asphalt entfernt fühlen wir uns abgeschieden wie im Hochland.





Wundersame Lavatürme und butterweiche Moospolster, eine bizarre Landschaft in gedeckten Tönen.



Dazwischen die roten Krater, die sich über Pfade ersteigen lassen. Der Blick von oben reicht bis zum Meer. Es ist atemberaubend - und für mich eine der schönsten Entdeckungen auf Island.

Aufstieg zum Krater,...


...den wir 2019 nur von unten bewundert haben (hinten rechts).


Und der Blick von oben


Zurück auf der Straße 56 und auf Asphalt, machen wir beim Parkplatz einen letzten Halt. Ganz in der Nähe - wenn auch von der Straße aus nicht zu sehen - liegt links der Sheep's Waterfall, der so heißt, weil sich häufig Schafe in die dahinterliegende kleine Höhle zurückziehen.



An diesem Tag ist das nicht der Fall, und so haben wir den Blick durch den Wasservorhang ganz für uns.



Danach heißt es Abschied nehmen von Snaefellsness, wenn auch noch nicht von Island. Doch das letzte Kapitel und damit das Ende dieser Reise rückt unweigerlich näher...


Reisebericht Namibia 2019

Reisebericht Kenia (Masai Mara) 2018

Reisebericht Südafrika (Krüger) 2017

Reisebericht Tansania Februar 2016

Reisebericht Namibia 2015

Unsere Afrika-Reisen: Tansania 2010, Namibia/Südafrika 2012, Madagaskar 2014, Botswana/Simbabwe 2014, Namibia 2015, Tansania 2016, Südafrika 2017, Kenia 2018, Namibia 2019
Letzte Änderung: 15 Jan 2021 20:59 von Beatnick.
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Beatnick schrieb:
Zauberhaftes Snæfellsness, Teil II

Skardsvik Beach:
Kleine, traumhafte Bucht mit goldenem Sand, eine Rarität auf der Insel. Weiter auf der zusehends ruppiger werdenden Schotterpiste geht's zum Öndverdarnes-Leuchtturm an den Steilklippen. Bis dahin haben wir es 2019 mit dem PkW - obwohl erlaubt - aber nicht geschafft (oder auch nicht mehr schaffen wollen).

Bis zu deinem Bericht wusste ich gar nicht, dass es auf Island normale Sandstrände hat. :blush: :whistle:

Aber sag' mal, hast du von hinten angefangen den letzten Part zu schreiben?
Ich hatte den schon einmal kurz überflogen, aber ohne ihn schon zu lesen aus Zeitmangel und irgendwie sind am Anfang ganz viele tolle Sachen dazu gekommen, die ich vorher nicht gesehen habe. :huh:

Auf jeden Fall wieder sehr schön, auch diese Lavazunge mit der Wanderung zwischen Aussichtspunkt und Station. Das Bild dazu erinnert mich sofort an Irlands Bloody Foreland. Mit dem Unterschied, dass in Irlands Norden viele solche Spots völlig vereinsamt sind. Sehr schön für uns, wie wir zumeist völlig alleine dort im bissigen Wind und Regenschauern standen.

Vorgemerkt. ;)

Gruß,
Robin
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18 Jan 2021 16:07 #604216
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Liebe Betti,
im Moment bin ich noch sooo aufgefüllt mit den Eindrücke aus Namibia (und der Schreibtisch ist auch schon wieder voll), dass ich mich nur ganz schwer auf was anderes/neues einlassen kann. Aber natürlich bin ich trotzdem schon mal im Schnelldurchlauf über eure letzten Etappen in Island gehuscht. Ein durch und durch grandioser Bericht - man müsste eigentlich nur noch buchen und die Route direkt nachfahren. Das wird bei uns eher nicht der Fall sein, aber ich nehm das mal als Inspiration für das andere Ziel im hohen Norden, das wir dann im Frühsommer ansteuern (und das so langsam auch mal geplant werden müsste).
In diesem Sinne, vielste Grüße
Ingrid
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