THEMA: Patagonien 2020: Zwischen Anden, Pampa und Eis
25 Mai 2020 22:33 #589385
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Und hier geht es weiter.....

Es wurde immer kälter, der Wind immer eisiger, und ich war froh, in meinem Rucksack eine warme Mütze und Wollhandschuhe zu haben. Ich hätte mich nicht gewundert, wenn es plötzlich angefangen wäre zu schneien. So war das also mit dem unberechenbaren patagonischen Wetter :ohmy: . Wir waren um eine Erfahrung reicher :dry: .
Schweren Herzens beschlossen wir, wieder umzudrehen, warum sich das Leben unnötig schwer machen. „Aktion Kaffeehaus“ konnte starten, eine gemütliche erste „blaue Stunde“ in diesem Urlaub hatte ich mir redlich verdient. Das braucht Frau auch einmal :evil: .

Beim Flussbett angekommen wurde es schlagartig wieder wärmer, es klarte langsam auf, und erste Sonnenstrahlen suchten sich ihren Weg. Patagonisches Wetter, planen kann man da gar nichts :S !









Ein kurzes Stück Weg noch über idyllische Gebirgsbäche, und wir waren an unserem Ausgangspunkt wieder angekommen.



Erst jetzt sahen wir die bunten Felsen, die sich auf der rechten Seite über dem Tal erhoben. Die hatten wir am Morgen gar nicht wahrgenommen, so dicht hing der Nebel im Tal.





Gegen 17.00 Uhr waren wir wieder zurück in El Chaltén, und endlich kam ich zu meiner wohlverdienten „blauen Stunde“ und zwar mit allem, was dazugehört. Junge Leute spielten lateinamerikanische Melodien auf ihrer Gitarre, ein paar Gäste begannen zu tanzen, und ich hätte auch sehr gerne mitgemacht, ich liebe nämlich Rumba und Cha Cha Cha, aber mit groben Wanderstiefeln, da hätte man keinen vernünftigen Schritt zustande gebracht! Schade :( !!

Zuhause wurde dann gepackt, schnell geduscht und gegen 21.00 Uhr gingen wir die paar Meter ins Restaurant „El Muro“, ein sehr nettes Lokal mit ordentlichem Essen. Mein Mann hatte Steak, ich ein Fischgericht, beides eine ganz klare Empfehlung.





Für Morgen planten wir zeitig in Richtung El Calafate zu starten. Unser Programm sah bereits am frühen Nachmittag einen Besuch des Perito-Moreno-Gletschers, eines der größten Natursehenswürdigkeiten im südlichen Patagonien vor.

Gute Nacht!
Beate
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26 Mai 2020 16:54 #589427
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Die Farben Patagoniens: Anreise nach El Calafate

16.2.2020

Vier ganze Tage nur an einem Ort, das war sehr erholsam gewesen. So ein Roadtrip, wo man mindestens alle zwei Tage den Ort wechselt, kann schon manchmal sehr anstrengend sein B) .
Aber jetzt hatte uns die Straße gen Süden wieder. Unser nächstes Ziel war die kleine Stadt El Calafate am Lago Argentino, dem größten See Argentiniens.
Unsere erste Etappe führte uns wieder fast 80 km am Nordufer des Lago Viedma entlang. Der Fitz Roy war leider heute in Wolken gehüllt, trotzdem ein atemberaubendes Bergpanorama. Wir waren begeistert.













Die nächsten drei Stunden fuhren wir durch ebene Steppenlandschaft, ab und zu standen Guanacos am Straßenrand. Schilder ermahnten den Autofahrer, die Geschwindigkeit anzupassen, und das war auch absolut notwendig, denn man erkannte sie kaum, so angepasst war ihre Fellfarbe an die Landschaft der argentinischen Pampa.













Nach ca. drei Stunden Fahrt durch eigentlich öde Landschaft tauchte plötzlich wie eine Art Fata Morgana in der Ferne der Lago Argentino auf. Fast surreal hob sich sein knalliger Blauton von den Braun- und Gelbtönen der Pampa ab. Wir waren begeistert von den Farben, die sich je nach Sonneneinstrahlung von einem auf den anderen Moment veränderten. Unglaublich einsam war es nach wie vor, und man konnte sich eigentlich gar nicht vorstellen, dass in dieser Gegend Menschen leben würden. Der Wind blies heftig, und wieder mussten wir aufpassen, beim Fotostop nicht voller Begeisterung gleichzeitig aus dem Auto zu stürmen. Die Autotüren hätten das nicht ausgehalten :ohmy: . Und nur dieser Wind veranlasste uns, weiterzufahren, wir hätten hier sonst Stunden zugebracht und diesen Ausblick genossen :woohoo: .











Um 11.30 Uhr erreichten wir El Calafate, Ausgangspunkt für einen Besuch des berühmtesten aller Gletscher im „Parque Nacional Los Glaciares“, dem „Perito Moreno“, einem der dynamischsten und am leichtesten zugänglichen Gletscher der Welt, einem der wenigen Gletscher, die noch wachsen.
Der Nationalpark „Los Glaciares“ liegt im südlichen patagonischen Eisfeld „Campo de Hielo Sur“, dem größten Gletschergebiet auf der Südhalbkugel außerhalb der Antarktis. Das Eisfeld speist alleine 47 Gletscher und gilt als größtes Süßwasserreservoir Südamerikas.

Auf die Touristenmassen, die jährlich diese Region besuchen, ist man „bestens“ vorbereitet, die Straße dorthin, mitten in der Pampa, in einem Top-Zustand.



Im Süden der Stadt gibt es einen internationalen Flughafen, so dass man bequem eingeflogen werden kann, wenn man sich auf ein paar Highlights Patagonien beschränken möchte. Die Stadt selbst ist quirlig, entlang einer großzügig angelegten Hauptstraße reihen sich zu beiden Seiten jede Menge Geschäfte von Ausstattern mit Outdoor-Bekleidung, Souvenirshops, Mietwagenfirmen, Restaurants, Cafés und immer wieder Reisebüros und Tourveranstalter. Unterkünfte gibt es für jeden Geschmack und für fast jeden Geldbeutel. Wer das mag, ist hier mit Sicherheit gut aufgehoben, man kann abends bummeln gehen und sogar mit ein bisschen Glück seine Geldbörse im städtischen Casino wieder auffüllen.

Tip:
Es gibt 2 Tankstellen, und wenn man in den Nationalpark „Torres del Paine“, der keine Tankstelle hat, weiterfährt, muss man hier tanken, denn danach gibt es meines Wissens nur noch eine Tankstelle in Tapi Aike. Beide Tankstellen befinden sich an der Hauptstraße, und um längere Wartezeiten zu vermeiden, tankt man dort am besten vor 7.00 Uhr oder nach 22.00 Uhr.

Wir hatten in diesem Urlaub so gar keine keine Lust auf diesen künstlichen Touristenrummel, wir suchten die Einsamkeit und Ruhe, und so hatte ich bei der Planung dieser Reise nach einer Unterkunft außerhalb der Stadt gesucht. Meine Wahl fiel auf das kleine B&B „La Soberana“. Ich habe leider keine Fotos gemacht, aber auf der Homepage der Unterkunft la-soberana-hosteria...gonia.business.site/ ist alles 1:1 korrekt abgebildet. Die abendliche Aussicht auf das hellerleuchtete El Calafate ist wunderschön. Für den Hunger nach einem erlebnisreichen Urlaubstag hält Susanna, die sympathische Besitzerin, eine kleine Speisekarte bereit. Nichts Besonderes, aber sehr reichhaltig und vor allem super lecker, und so muss derjenige, der nicht möchte, abends nicht mehr in die trubelige Stadt fahren.
Das folgende Foto ist kurz vor der Einfahrt zu unserer Unterkunft entstanden. Sehr einsam gelegen und ohne eigenes Auto nicht zu empfehlen, dafür ist die Aussicht auf den See aber einfach nur fantastisch.



Im nächsten Kapitel wird es eine Flut von Fotos vom "Perito Moreno", den wir noch am selben Tag besucht haben, geben, aber dafür müssen erst Hunderte von Fotos gesichtet werden :whistle: , denn das war ein Erlebnis der ganz besonderen Art :woohoo: .

Bis dahin!
Beate
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31 Mai 2020 23:02 #589645
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Ein Nachmittag am Gletscher Perito Moreno

Aktivität des Tages:

Wanderung über Stege zu den Aussichtsplattformen des Perito Moreno
(Es gibt verschiedene Wanderungen unterschiedlicher Länge und Schwierigkeit)



Tip:
Vorab: dieser Abschnitt unserer Reise war nicht optimal geplant :( . 2 Nächte sind eigentlich zu wenig, 3 Nächte wären besser, um in Ruhe alles Sehenswerte dieser Region zu besichtigen.
In diesem Bereich des Nationalparks ist der Besuch kostenpflichtig. Auf der Homepage des Nationalparks habe ich daher, um nicht unnötig Zeit am Nachmittag zu vergeuden, mir bereits bequem von zu Hause aus Eintrittskarten gekauft. Online gibt es diese zum Vorzugspreis, und sie sind gültig für alle Bereiche des südlichen Teiles, also auch für unsere Tour zur "Estancia Cristina" am nächsten Tag, und zwar für 72 Stunden nach dem ersten Betreten des Nationalparks. Auch spart man sich das lästige Ausfüllen von Formularen und kann nach Vorlage der ausgedruckten Eintrittskarte gleich weiterfahren: www.argentina.gob.ar...ionales/losglaciares



Wir hatten uns ganz bewusst für den Besuch am frühen Nachmittag entschieden, denn die großen Reisebusse fahren dann bald schon wieder zurück, immerhin liegt El Calafate knapp 80 km vom Gletscher entfernt, auf einer gut ausgebauten Straße ca. 1.30 Std. Fahrzeit.

Auf der Hinfahrt zur „Hauptanlage“ bereits ein erster Blick auf den Gletscher. Das Wetter schwächelte leicht, es war stark diesig, aber trocken. Um einmal die Dimensionen dieses Giganten zu verstehen stelle ich mal eine Sequenz von 4 Fotos ein. Man beachte die „winzige Nussschale“ vor dem Gletscher. Das ist einer der Katamarane, mit denen die Touristen vor den Gletscher gefahren werden, und die sind keineswegs klein :whistle: .
Bei Kaiserwetter sieht das dann so aus :dry: ,



bei uns leider so :( .









Über die kilometerlangen Aussichtsstege ist der monumentale Gletscher von allen Blickwinkeln aus zu bestaunen, von der Südflanke bis zur Nordflanke mit einer Kalbungsfront von 5 Kilometern. Am Eingang verdeutlicht eine Schautafel das Ausmaß des südlichen patatgonischen Eisfeldes. Der Perito Moreno ist dabei noch einer der kleineren Gletscher (siehe Pfeil), eigentlich unvorstellbar, wenn man sich die folgenden Fotos anschaut.



Immer wieder boten die unterschiedlichen Aussichtspunkte einen neuen Blick, eine neue Perspektive auf die unendlich erscheinenden Eismassen. Das Wetter war inzwischen deutlich besser geworden :woohoo: , und ab und zu kam sogar die Sonne zum Vorschein. Die Farben des Gletschers, mal milchig-weiß, mal mit dunkelblauen Gletscherspalten durchzogen, je nach Sonneneinstrahlung wechselte die Farbe im Minutentakt, denn das Wetter war nicht einheitlich, Wolken und Sonne wechselten sich ab. Die Stunden, die wir am Gletscherrand verbrachten wurden durch ein ständiges Rumoren und Krachen untermalt, immer mal wieder lösten sich Teile des Gletschers ab. Wir waren begeistert und sind in den 4 Stunden, die natürlich viel zu wenig waren, so manchen Kilometer auf den Holzstegen gewandert.























Später geht es noch weiter.....
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31 Mai 2020 23:31 #589648
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Und hier geht es weiter.....

Fragile Gebilde, wunderschöne Formen aus Eis.













Je höher wir stiegen, desto besser war die Aussicht, und es waren sehr, sehr viele Treppenstufen :dry: . Mit Knie-Problemen könnte das Ganze schwierig werden :ohmy: . Barrierefrei ist nur der vorderste Bereich, aber da kann man sich auch schon ein ganz gutes Bild von der Größe des Gletschers machen.









Irgendwann mussten wir uns auf den Heimweg machen. Wir hatten völlig die Zeit vergessen und wurden von einem Ranger ermahnt, das Gelände umgehend zu verlassen :dry: . Zum Abschluss noch ein paar schöne Impressionen dieser einzigartigen Landschaft, ein letzter Blick auf den Gletscher, und zum ersten Mal nahmen wir auch die üppig blühenden patagonischen Feuerbüsche wahr, ein hübscher Kontrast zu den eisigen Gebilden.











Gegen 21.00 Uhr waren wir wieder zurück und waren froh, dass wir nicht mehr zum Essen in die Stadt fahren mussten. Bei einer guten Flasche Malbec saßen wir noch lange mit Susanna und einem sympathischen argentinischen Paar beim Essen zusammen und unterhielten uns über die desolate wirtschaftliche Situation des Landes. Der argentinische Peso ist im freien Fall, und Susanna freute sich sehr, als ich unsere Rechnung bar in harten Euro bezahlte. Die wollte sie gleich am nächsten Tag ihrem Tischler geben.

Es war schon fast Mitternacht, als wir endlich ins Bett gingen, eigentlich viel zu spät, denn am nächsten Tag mussten wir sehr früh aufstehen, aber der Abend war sehr gesellig gewesen, und dann soll man das auch nicht bereuen B) .

Gute Nacht!
Beate
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05 Jun 2020 23:26 #589913
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Ein Ganztagesausflug zur Estancia Cristina, Teil 1

17.2.2020

Wenn man einen ganzen Tag Zeit hat, sollte man unbedingt in dieser Region einen Ausflug zur „Estancia Cristina“ unternehmen.
Die Estancia, 1914 von der britischen Familie Masters ursprünglich als Schaffarm aufgebaut und später dem argentinischen Staat als Geschenk vermacht, ist eine einzigartige Wildnis-Lodge und befindet sich am nordwestlichen Ufer des Lago Argentino mitten im Nationalpark „Los Glaciares“. Den Namen hat die Estancia übrigens nach der früh verstorbenen Tochter Cristina, die dieses Fleckchen Erde besonders liebte, erhalten.
Man erreicht die Estancia in drei Stunden mit einem Katamaran vom Hafen Puerto Bandera, ca. 50 km westlich von El Calafate. Soweit ich weiß, ist sie aktuell der einzige Ort, der einen Blick auf den größten Gletscher Südamerikas, den Upsala-Gletscher gewährt, denn bis auf Weiteres dürfen auf Anweisung der Behörden des Nationalparks keine Touristenschiffe den Upsala Kanal befahren. Da die Estancia mitten im Nationalpark liegt, können nur die Übernachtungsgäste und Tagesausflügler der Estancia den Upsala-Gletscher besuchen, und das geht nur im Rahmen einer begleiteten Tour.

Wissenswertes am Rande:
Der Upsala-Gletscher speist den Lago Argentino, und so wie alle Seen, die von Gletschern gespeist werden, zeichnet er sich durch eine milchig-grüne bzw. milchig-blaue Farbe aus, die infolge der Vergletscherungsprozesse entsteht. Das bedeutet, wenn das Eis eines Gletschers in einen See kalbt wird dabei eine Art weißes Pulver produziert. Das entsteht, wenn Gletscher beim Voranschieben ihrer Eismassen den Boden unterhalb ausgraben und erodieren. Diese gelösten Partikel gelangen dann ins Wasser und verändern dessen Farbe.

Tip:
Unsere Tickets habe ich im Voraus unkompliziert direkt bei der Estancia gebucht: estanciacristina.com/en/home-2/#laestancia . Das sollte man in der Regel zeitig machen, denn die Tickets sind in der Hochsaison begehrt und auf Grund der Exklusivität limitiert. Es gibt verschiedene Varianten von Tagesausflügen, und wir haben uns für die Version „4x4 Discovery“ (ohne Lunch und ohne Nationalparkgebühren) entschieden.
Zugegeben, ein nicht ganz preiswertes Vergnügen, aber, so dachte ich, wenn die Fotos auf der Homepage der Estancia estanciacristina.com/en/photos/ nur ein kleines bisschen der Realität entsprechen würden, sollte das doch eigentlich jeden Dollar wert sein :) .


So, auf geht’s, die Estancia Cristina wartet….. :woohoo:


Obwohl es gestern recht spät geworden war, schafften wir es dank Susanna, doch noch zeitig aus den Betten zu kommen ;) . Der Frühstückstisch war schon eingedeckt, der Kaffee eingegossen, und ein Lunchpaket, um das wir gar nicht gebeten hatten :unsure: , stand zur Mitnahme bereit. Von unserer gestrigen Pizza, die die Größe eines Wagenrades gehabt hatte, war jeweils die Hälfte übrig geblieben, und das war laut Susanna zum Wegwerfen zu schade. Wie recht sie hatte :kiss: , und dazu packte sie noch frisch gebackene Muffins und Rosinenbrötchen. Das war ein toller und zudem kostenloser Service, und wir hatten den ganzen Tag genug zu essen.

Die Anreise zum Hafen machten wir in Eigenregie. So waren wir unabhängig, und wir fanden, dass 60$ für 2 Personen für knapp 100 km zu teuer war. Angst, dass Schiff nicht rechtzeitig zu erreichen, hatten wir nicht, denn auf den Straßen dort ist nichts los, und nach gut 35 Minuten hatten wir unser Ziel erreicht. Der Katamaran wartete bereits.



Meine Sorge, den Tag mit nervigen Mitreisenden verbringen zu müssen, war Gott sei Dank nicht berechtigt, denn unsere Gruppe bestand überwiegend aus sehr sympathischen Briten mit indischen Wurzeln, die wie wir schon weit gereist waren und sich als überaus gesellig entpuppten und ein paar Italienern, mit denen wir uns auch prima verstanden. Lediglich ein deutsches Ehepaar war ein bisschen anders gestrickt. Sie jammerte viel, eigentlich über alles :whistle: , und er war gänzlich desinteressiert.

Das Wetter war prima, nicht zu kalt und recht sonnig, und nach einer kurzen Einweisung durften wir auch schon ans Deck gehen.
Eine tolle Landschaft. Weit oben ins den Felsen entdeckten wir zwei Andenkondore, aber für mehr als für ein Beweisfoto reichte es leider nicht, denn mein Tele schlummerte noch selig in meinem Rucksack :angry: .







Nach knapp 45 Minuten Fahrt bereits die ersten Eisschollen und später dann haushohe Eisberge, die an uns vorbei schwammen. Obwohl wir gestern direkt an der imposanten Abbruchkante des Perito Moreno gestanden hatten, war dieses Erlebnis noch einmal eine ganz andere Hausnummer. Die Formen der eisigen Teile und vor allem die Farben, das übertraf an Schönheit wirklich alles, was wir bis jetzt auf unserem Road-Trip durch Patagonien gesehen hatten. Und wir hatten tatsächlich gedacht, dass es nach dem gestrigen Tag keine Steigerung mehr geben könnte.







Eine besonders große Eisscholle erinnerte mich an den Bug eines großen Kreuzfahrtschiffes.



Langsam fuhr der Katamaran um die riesige Eisscholle herum, immer wieder ganz andere Impressionen.





















Wir fahren gleich weiter.....
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Und hier geht es weiter.....

Wir näherten uns der Abbruchkante des Gletschers. Aus sicherer Distanz konnten wir den Giganten bewundern.





Mit fotogenen Eisbergen war das Ganze noch einmal schöner.





Hier sah es fast aus, als wenn Schornsteine rauchen würden.





Und wieder andere Impressionen, es war einfach unglaublich :woohoo: !













Der 2. Teil wird sich mit unseren Erlebnissen auf der Estancia beschäftigen, und den gibt es leider erst Morgen.

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