THEMA: Patagonien 2020: Zwischen Anden, Pampa und Eis
03 Mai 2020 00:26 #587969
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Und hier geht es weiter.....

Weiter ging es nach Süden entlang des Flusses Murta. Der Himmel war leider inzwischen leicht bewölkt. Was können hier wohl für Fotos bei gutem Licht entstehen….. :) !











Hier kann man noch gut sehen, mit welcher Intensität der ca. 30 km entfernte Vulkan Cerro Hudson beim Ausbruch 1991 immense Mengen an Gesteinspartikeln in die Luft geschleudert hat. Auf der rechten Seite sieht man abgestorbene Wälder, man erkennt aber auch, wie sich die junge Vegetation langsam wieder erholt. Der damalige Ausbruch hat Tausende von Quadratkilometern patagonischen Waldes erstickt, und das Gewicht des Auswurfes hat noch Häuser im 100 km entfernten Chile Chico zusammenfallen lassen.

Tipp:
Chile liegt im Bereich des „Pazifischen Feuerringes“, einer Region mit vielen zum großen Teil bis heute aktiven Vulkanen und großer seismischer Aktivität. Aktuelle Informationen dazu gibt es immer auf der Seite des chilenischen Innenministerium: www.onemi.gov.cl/.
Darüber hinaus haben wir uns im Vorfeld auf der Seite des Auswärtigen Amtes informiert. Hier gibt es Merkblätter zum Thema „Erdbeben, Tsunami und Vulkane“: www.auswaertiges-amt...eit/201230#content_2.
Ob wir im Notfall damit etwas hätten anfangen können weiß ich nicht, aber ein gewisses Grundwissen kann ja nicht schaden :whistle: .

Und weiter ging es, eine Baustelle nach der anderen :angry: . Wir verloren einiges an Zeit, aber zumindest finden am Wochenende ja keine Sprengungen statt, die eine Sperrung der Straße erfordern.













Gegen 13.30 Uhr erreichten wir bei Bahía Murta den nördlichen Teil des Lago General Carrera. Hier machten wir Mittagspause.





Im nächsten Kapitel geht am Nachmittag die Reise auf der Carretera Austral entlang des Lago General Carrera weiter. Ziel ist Puerto Guadal, wo wir 2 Nächte bleiben werden. Der Tag wird noch eine Überraschung für uns bereit haben :dry: .

Gute Nacht!
Beate
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05 Mai 2020 11:35 #588176
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Am Lago General Carrera, Tag 1

Gut gestärkt ging es zügig weiter. Immer wieder herrliche Ausblicke auf den See, im Hintergrund die schneebedeckten Gipfel der südlichen Anden. Dieser See ist der größte See Chiles und nach dem Titicacasee der zweitgrößte See Südamerikas. Er besitzt zahlreiche Nebenarme, aber allein der Hauptarm des Sees ist 180 km lang. Er liegt direkt auf der Grenze zu Argentinien. Der argentinische Teil heißt Lago Buenos Aires.
Zweifelsohne ist er wohl einer der schönsten Seen der Welt. Diverse Gebirgsflüsse aus den nahgelegenen Anden versorgen ihn mit glasklarem Wasser, dessen Partikel den See in beeindruckenden türkis-blauen Farben leuchten lassen. So etwas hatten wir noch nie zuvor gesehen. Glückskinder waren wir, denn das Wetter spielte mit :woohoo: . Mit einem Wort: GRANDIOS!









Die Carretera Austral war hier leider nach wie vor in einem „bescheidenen“ Zustand :angry: . Unser Pickup schaukelte und ächzte, auf der verschlossenen Ablagefläche klirrte es bedrohlich, und ich fing an mir Sorgen zu machen, dass sich unsere Getränke mit den Sachen in unseren Koffern vermischen würden :huh: . Das hätte eine fürchterliche Sauerei gegeben, denn :whistle: der überwiegende Teil in den Kisten bestand aus Rotwein :dry: .
Wir überquerten die „Puente Lago General", auf der rechten Seite der Lago Bertrand,





auf der linken Seite der Lago General. Ein kurzer Fotostopp, es war so schön hier :) .



So langsam hatten wir aber auch genug, der Tag war anstrengend und vor allem sehr staubig gewesen, und ich sehnte mich nach einer heißen Dusche und sauberer Bekleidung. Danach wollte ich dann auf unserer eigenen Terrasse mit direktem Seeblick in der Sonne mit einem Gläschen Wein sitzen und relaxen, denn genau das hatte der Internetauftritt der Lodge „El Mirador de Guadal“ versprochen. Also: auf ging es!



Gegen 16.00 Uhr erreichten wir die Unterkunft. Im Haupthaus wurden wir empfangen, es gab Kaffee und Gebäck und wir plauderten ein wenig mit dem freundlichen Besitzer Stefan, einem Holländer. Hier fühlte ich mich auf Anhieb wohl, genauso hatte ich mir das vorgestellt :laugh: .



Wir konnten mit dem Auto runter zu unserem Häuschen fahren. Wunderschön, hier konnte man es definitiv aushalten :woohoo: !









Schnell noch das Auto ausgeräumt, geduscht und dann die Zeit bis zum Dinner entspannt diesen grandiosen Blick auf den See genießen.

Das zumindest war der Plan, jedoch sollte es ganz anders kommen. So sehr wir uns auch bemühten, die verschließbare Hardcover-Laderaumabdeckung unseres Pickups ließ sich einfach nicht öffnen. Wir probierten und probierten, aber nichts führte zum Erfolg. Irgendetwas klemmte, hatte sich wohl verhakt :unsure: . Wir alleine würden da nichts ausrichten können. Beim Nachbarn holte ich mir eine derbe Abfuhr. Man saß bereits frisch geföhnt und onduliert bei einem Bier auf der Terrasse, bellte ein unfreundliches „nein, jetzt nicht!“ auf Deutsch und ließ mich stehen :S . Wir probierten es noch eine Weile, denn so schnell geben wir nicht auf, aber es ging einfach nicht. So fuhren wir zurück zum Haupthaus, in der Hoffnung, dass man uns dort helfen könnte. Einige ältere deutsche Ehepaare saßen auf der Gemeinschaftsterrasse und starrten auf ihre Handys. Auf meine vorsichtige Frage, ob vielleicht jemand mit anpacken könnte, erfolgte keine Reaktion. Denen musste wohl etwas ganz Schlimmes widerfahren sein, so apathisch wie die in den Sesseln hingen :dry: . Am Abend erfuhren wir dann, dass diese Leute eine begleitete Selbstfahrerreise von Puerto Montt nach Punta Arenas machten mit in etwa den gleichen Zielen wie wir nur eben in 18 Tagen. Kein Wunder, dass die schlechte Laune hatten :whistle: .
Mittlerweile waren wir mit unserem Latein am Ende. Es war Sonntag, und wenn es eine Werkstatt im Dorf geben würde, dann hätte sie bestimmt nicht offen. Reinhard ging also los, Stefan suchen, ich blieb beim Auto.
Dann plötzlich, wie aus dem Nichts, ein mit unverkennbar britischem Akzent: „can I help you?“ Auf mein hastiges „yes“ ergriffen 2 kräftige Hände das Problemteil, ein kurzer Ruck, einmal „shit“, noch ein kurzer Ruck, noch einmal „shit“, und die Abdeckung konnte wieder gehoben werden :woohoo: . Die Ursache des Ganzen war dann leider schnell gefunden: ein Scharnier der Laderaumabdeckung war wohl durch das ständige Geruckel auf der Straße gebrochen, das andere war angebrochen. So konnten wir nicht weiterfahren, die Abdeckhaube würde uns irgendwann entgegen kommen. All unser Gepäck hätte auch nicht in die Fahrgastzelle gepasst, und ungeschützt hinten drauf konnten wir es nicht liegen lassen, da hätten wir uns ja nie vom Auto entfernen können.
Wir kontaktierten unsere Mietwagenfirma Seelmann, die uns mitteilte, dass sie in frühestens 3 Tagen ein neues Auto bringen könnten. Wir sollten daher den Wagen auf ihre Kosten reparieren lassen. Ja, wir waren hier wirklich am A.... der Welt!
Da mussten wir wohl Morgen in eine Werkstatt fahren, und wir hofften, dass passende Ersatzteile vorrätig waren und wenn nicht, dass man entsprechend kreativ war, denn wir wollten ja weiter fahren. Ärgerlich, aber was sollten wir machen :( ?


(Man kann hier nicht sehen, wo es gebrochen war, aber komplett durchgebrochen war das Scharnier hinten links, wo die Abdeckung aufliegt, rechts war sie angebrochen)

Mittlerweile war es 18.00 Uhr, das Wellness-Programm fiel nun leider etwas kürzer als geplant aus, aber immerhin konnten wir noch für 2 Stunden die Sonne auf unserer Terrasse genießen.
Das Abendlicht war wunderschön.







Beim Dinner saßen wir zusammen mit dem netten Engländer nebst frisch angetrauter Ehefrau und revanchierten uns für die Hilfe mit einem Fläschchen leckeren Rotwein.
Wir saßen noch lange draußen auf unserer Terrasse und schauten in den Sternenhimmel, der fast, aber eben nur fast, genau so schön war wie in Afrika.

Was wir an unserem zweiten Tag am Lago General Carrera erlebten, und ob unser Auto erfolgreich repariert werden konnte, das alles erfahrt ihr heute Abend im nächsten Kapitel!

Bis heute Abend!
Beate
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05 Mai 2020 22:47 #588241
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Am Lago General Carrera, Tag 2

10.2.2020

Und wieder lachte die Sonne von einem strahlend blauen Himmel.
Für heute hatte ich bei der örtlichen Agentur „Eplorasur“ www.explorasur.cl/ eine Bootstour zu den „Marmorhöhlen“, die Touristenattraktion hier schlechthin, gebucht. Um 12.00 Uhr sollte es losgehen.
Dafür braucht man relativ windstilles Wetter, und ich wusste, dass diese Touren deshalb sehr oft abgesagt werden.
Also, alles easy: Wetter gut, Laune gut, kein Wind :woohoo: , und bereits um 8.00 Uhr morgens standen wir mit unserem Pickup vor der einzigen Werkstatt in Puerto Guadal. Es herrschte bereits reger Betrieb.







Claudio, der Inhaber, schaute sich das Problem an, seine Miene verfinsterte sich :S , und dann zuckte er bedauernd mit den Achseln. Dafür bräuchte er Ersatzteile, und das würde eine Weile, also 2-3 Tage wenigstens :ohmy: , dauern. Ich fragte ihn dann, ob er denn gar nicht „basteln“ könnte, denn das könnten doch die Mechaniker alle irgendwie, und es wäre auch egal, was es kosten würde und schön müsste es auch nicht sein, nur halten. Wir würden auch mit Vergnügen den ganzen Tag drauf warten, aber dann müsste der Wagen fertig sein. Ein kurzer Blick in mein Gesicht und Claudio wusste, dass mir das völlig ernst war und dass ich mir nicht vorstellen konnte (wollte :whistle: ), dass ein Mann wie er das nicht irgendwie hinbekommen würde. Na, klar doch, so einer war er doch auch :whistle: , und ich hörte nur: „Sí, señora, a las 5 pm nos veremos“. Na, also, ging doch, warum nicht gleich so :P . Dass man Männer immer irgendwie überlisten muss :angry: . Okay, unser Ausflug fiel damit ins Wasser, aber egal, wir würden unser Auto wiederbekommen, denn Claudio hatte mir versichert, dass wir den Wagen gegen 17.00 Uhr abholen könnten.

Den Wagen hat Claudio tiptop wieder hinbekommen. Er hat beide Scharniere ausgebaut, manuell abgefeilt, irgendwie daran rumgeschweißt :unsure: und dann beidseitig wieder eingebaut. Dafür berechnete er dann 40000 CLP (gut 40.00€) für 1/2 Tag Arbeit. Wir haben noch eine ganze Weile bei ihm in der Werkstatt gestanden und ein wenig geplaudert. Ein ganz feiner Kerl! Unsere deutschen Autos gefielen ihm besonders, und er fragte meinen Mann, was für ein Gefühl das wäre, mit einem deutschen Auto, also einem Porsche (er kannte sie alle), ohne Tempolimit über die Autobahn zu brettern. Tja, das konnten wir leider nicht beantworten, denn Porsche fahren wir z.Z. gerade nicht :whistle: .
Danke noch einmal, Claudio, für deine Hilfe!


Unser Programm für heute fiel ja leider ins Wasser, aber wir waren ja nicht gerade schlecht untergebracht, und so verbrachten wir den Tag auf unserer Terrasse am See, gingen ab und zu runter an den Strand, saßen auf dem Bootssteg, und wenn das glasklare Wasser nicht so kalt gewesen wäre, wären wir bestimmt auch noch hinein gesprungen.





















So schön kann das Leben sein, heute waren wir reich beschenkt worden :) .

Tip:
Wer Interesse an den „Marmorhöhlen“ hat, findet hier ganz gute Informationen nebst Fotos: franks-travelbox.com...las-de-marmol-chile/.

Im nächsten Kapitel werden wir uns vorerst von Chile verabschieden. Wir werden den „Parque Nacional Patagonia“ besuchen und dann am Paso Rodolfo Roballos die Grenze nach Argentinien überqueren.

Gute Nacht
Beate
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09 Mai 2020 23:00 #588474
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Fahrt durch den Parque Nacional Patagonia und Einreise nach Argentinien

11.2.2020

Schweren Herzens trennten wir uns von unserem kleinen Häuschen am Lago General Carrera. Schön war es hier gewesen, aber wir waren nicht 14.5 Stunden geflogen, um untätig auf der faulen Haut zu liegen, denn das können wir auch zu Hause in unserem Garten :P .
Unser heutiges Tagesziel war das kleine Örtchen Lago Posadas in Argentinien. Von dort aus sollte es weiter über die Ruta 40 zu den spektakulären Nationalparks im Süden Argentiniens und Chiles gehen.
Die meisten Touristen wählen den Weg über den Grenzübergang Chile Chico und fahren dann weiter via Perito Moreno über die Ruta 40 in Richtung Süden. Landschaftlich schön ist dabei wohl nur der Abschnitt, der am See entlang führt, der Rest ist wohl eher öde und langweilig.
Eine Alternative dazu ist die Route durch das Valle Chacabuco über die Nebenstraße X83. Dieses einst von Überweidung gezeichnete Land ist dank der Unterstützung von Kristin und Douglas Tompkins, die hier seit dem Jahre 2000 Tausende Quadratkilometer Farmland aufgekauft hatten, zu einem der, wie ich finde, landschaftlich schönsten Naturreservaten Chiles geworden. Mittlerweile ist auch dieses Gebiet an die chilenische Regierung übergeben worden und heißt „Parque Nacional Patagonia“.
Einen kleinen Vorgeschmack darauf, was den Besucher erwartet, findet man hier: www.patagoniapark.org/#

Von Puerto Guadal fuhren wir erst wieder ein Stückchen nach Westen, dann weiter über die Carretera Austral Richtung Süden. Dieser Straßenabschnitt war eine einzige Baustelle, eine ganz fürchterliche Schotterpiste, und wir waren froh, dass die Arbeit von Claudio so solide aussah. Hier konnte man sich wirklich noch sehr gut vorstellen, was für ein Abenteuer das Befahren der Carretera Austral gewesen sein muss, denn hier ist sie wohl noch im Originalzustand. Teilweise kamen wir nur im Schritttempo voran, immer wieder mussten wir großen Schlaglöchern oder größeren Felsbrocken ausweichen :huh: . Mittlerweile verstehe ich auch, warum die Vorgabe der Mietwagen-Agenturen ein 4x4-Fahrzeug ist. Auf diesem Streckenabschnitt ist das definitiv besser :whistle: .
Südlich von Puerto Bertrand auf der rechten Seite der unglaublich türkisfarbene Río Baker.





Zu den Wasserfällen des Río Baker gingen wir aus Zeitgründen nicht mehr. Dort soll man sehr schön sehen können, wie sich der türkisfarbene Rio Baker mit dem hellgrünen Rio Neff trifft. Bei Sonnenschein muss das gewaltig leuchten. Hier nur noch die "Ausläufer" (Foto 1) des Wasserfalls.





Wir überquerten den Rio Chacabuco und gelangten zum „Cruce Entrada Baker“, einer Kreuzung, an der die Flüsse Chacabuco und Baker zusammenfließen. Dahinter liegt links die Abzweigung zum „Parque Nacional Patagonia“. Der Eintritt in den Park ist frei.
Auf Wiedersehen, Carretera Austral, du bist wirklich eine der Traumstraßen dieser Welt!





Für passionierte Fotografen dürfte dieser Nationalpark ein absolutes Highlight sein, so fernab von jeglichem Rummel, den wir in den bekannteren Parks im Süden noch antreffen sollten.
Ich weiß nicht, wie ich diese Landschaft beschreiben soll :unsure: , hinter jeder Kurve war sie wieder anders, noch schöner, noch gigantischer, noch rauer, noch einsamer. Diese Landschaft muss man erst einmal in ihrer ganzen Schönheit „wahrnehmen“, „begreifen“ können, man muss in ihr wandern, man muss länger verweilen, damit man halbwegs passable Fotos hin bekommt. Wenn ich die Augen schließe, dann sehe ich das Tal vor mir, die kleine schmale Schotterstraße, die wir entlang fuhren. Wir waren völlig allein für Stunden, keine Menschenseele weit und breit, nur die Guanakos, die bereits nach 50 m auf uns warteten. Ich konnte mich nicht satt sehen an dieser Landschaft. Ich habe es geliebt, und bei der Durchsicht meiner Fotos habe ich nur wenige Fotos gefunden, die annähernd (im ganz weiten Sinne) die Realität widerspiegeln, der Rest ist Makulatur :( . Ich hatte im Vorfeld Fotos gesehen auf der Homepage des Parks, war aber trotzdem nicht auf die Wirklichkeit vorbereitet. Die Szenerie war unbeschreiblich, filmreife Landschaften :) . So hatte ich mir Patagonien vorgestellt, und ich habe diese Einsamkeit im weiteren Verlauf unserer Reise nirgends wieder so vorgefunden. Hier sollte man übernachten, und es gibt Möglichkeiten für jeden Geschmack und Geldbeutel :whistle: . www.parquepatagonia....buco.htm#prettyPhoto
Mein Mann sagte zu mir: „absolute Fehlplanung! Wieso übernachten wir hier nicht?“ Mir lag auf der Zunge: „die nächste Reise kannst du selber planen :angry: “, denn dann wäre diese zugleich seine letzte Reise gewesen :whistle: , aber er hatte ja völlig recht.





























Hier haben wir Mittagspause gemacht. In einer halben Stunde geht es weiter.....
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Und hier geht es weiter.....

Gestärkt ging es weiter durch die unglaublich schöne Landschaft dieses Nationalparks.










(Das Gürteltier war definitiv viel schneller als ich :angry: )

Wir passierten die Grenze nach Argentinien am Grenzübergang „Paso Rodolfo Roballos“. Die freundliche Grenzbeamtin freute sich über Kundschaft. Wir waren Nr. 4 und Nr. 5 des heutigen Tages. Ihre beiden Kinder spielten zu ihren Füssen, und ich fragte mich, wo man in dieser Einsamkeit wohl die Schule besuchen kann???



Auf argentinischer Seite wurde unser Auto sehr oberflächlich auf die Einfuhr von Obst, Gemüse und Fleisch untersucht. Der Grenzer war sehr freundlich und war deutlich mehr am deutschen Fußball als an dem Inhalt unseres Kofferraumes interessiert B) .





Die Landschaft war nicht minder spektakulär. Leider zogen immer mehr Wolken auf, und schöne Fotos wollten nicht so recht gelingen. Die nächsten 2 Stunden waren wir wieder völlig allein. Nicht ein einziges Auto kam uns entgegen, nur ein einsamer Gaucho auf seinem Pferd winkte uns fröhlich zu.








(Vorerst ein letzter Blick auf die Anden)











Am späten Nachmittag erreichten wir Lago Posadas. Ein gottverlassenes Nest abseits der Ruta 40, irgendwo im patagonischen Hinterland. Kein Laden, keine Bar, kein Restaurant, aber eine Tankstelle, für uns erst einmal das Wichtigste. Dort trafen wir auch wieder auf ein Mitglied dieser „netten“ :dry: begleiteten Selbstfahrer-Reisegruppe aus Puerto Guadal, die uns nicht helfen wollte, als wir dringend Hilfe gebraucht hatten. Die hatten wohl einen nicht so guten Tag hinter sich, waren die langweilige Route über Chile Chico gefahren, bei 2 Fahrzeugen war der Reifen geplatzt :woohoo: , und die Tankstelle in Bajo Caracoles war leer gewesen :woohoo: . Unter anderen Umständen hätte ich meine Landleute bedauert, so fand das absolut in Ordnung :) .
Unsere Unterkunft „Río Tarde Casa Patagónica“ gefiel uns auf Anhieb. Der Besitzer Horacio entschuldigte sich gleich beim Check-in für die Unannehmlichkeiten, die uns durch den Aufenthalt einer deutschen Reisegruppe „muy especial“ entstehen würden. Was da genau bereits vorgefallen war, weiß ich nicht :unsure: . Wir hatten schon bemerkt, dass diese Reisegruppe in derselben Unterkunft abgestiegen war, denn vor dem Haus saß bereits breitbeinig, die Arme vor der Brust verschränkt, unser „netter“ Nachbar aus Puerto Guadal :huh: . Beim Dinner setzte man uns so weit entfernt von dieser Gruppe wie es nur eben ging, und trotzdem bekamen wir die sehr lauten Tischgespräche und den einen oder anderen abfälligen Spruch über die „unterentwickelten“ Chilenen und Argentinier mit. Ganz dumme Menschen (zumindest die überwiegende Mehrheit) waren das, ohne Manieren und jeglichen Respekt, denn unsere Gastgeber bemühten sich wirklich, es den Gästen in dieser Abgeschiedenheit so angenehm wie möglich zu machen. Es war eins der besten Dinner - obwohl es nichts Besonderes gab - , das wir auf unserer Reise hatten, vor unseren Augen liebevoll von den Frauen der Familie zubereitet und angerichtet. Am nächsten Morgen standen unsere Getränke und ein Abendessen nicht auf der Rechnung. Horacio hatte uns als Entschuldigung eingeladen, obwohl wir uns nicht mit einem einzigen Wort beschwert hatten.

Im nächsten Kapitel werden wir die Bekanntschaft mit der argentinischen Pampa machen, und ich verrate schon einmal so viel, dass ich lange darüber nachdenken musste, ob dieser Abschnitt unserer Reise nur ein notwendiges Übel oder doch eine wunderbare Erfahrung war :unsure: .

Gute Nacht!
Beate
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14 Mai 2020 22:12 #588797
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Durch die argentinische Pampa: der lange Weg nach El Chaltén

12.2.2020

Dieser Teil unserer Reise hatte mir im Vorfeld sehr viel Kopfzerbrechen bereitet. Von Lago Posadas bis nach El Chaltén waren es ca. 530 km, und Google Maps veranschlagte dafür knapp 9 Stunden. Nun beträgt im Februar die Tageslänge ungefähr 14.5 Stunden, aber ob das reichen würde :unsure: ? Die Straße war nicht komplett geteert, am Anfang und in der Mitte Schotterpiste, das 1. Stück der geteerten Ruta 40 sollte sehr viele tiefe Schlaglöcher haben, so dass man sehr konzentriert Zickzack fahren musste, also keine besonders guten Voraussetzungen :dry: . Da durfte einfach nichts passieren, kein Reifenplatzer, kein Hilfe leisten bei anderen Fahrern etc. Zwischendurch würden wir essen und ausruhen müssen. Nur mit dem Tanken brauchten wir uns nicht aufzuhalten, denn unsere beiden 20 l-Kanister waren randvoll, und die Tankstelle in El Chaltén würde wohl an einem der 4 Tage, die wir dort verbringen wollten, Benzin vorrätig haben.
Wir überlegten hin und her, aber mit die einzige Möglichkeit, auf der Strecke zu übernachten, war die „Estancia la Angostura“ nördlich von Gobernador Gregores oder ein überteuertes Hotel oder B&B in der Stadt Gobernador Gregores. Mein Mann versprach mir hoch und heilig, nicht einen einzigen Fotostopp einzulegen :ohmy: , und wir entschieden uns, die Strecke „durchzutreten“. Im Nachhinein war es für uns die richtige Entscheidung, denn wir sind pünktlich gegen 9.00 Uhr (es gab erst um 8.00 Uhr Frühstück, und unser Gastgeber bestand darauf, da gab es kein Entrinnen :kiss: :) , denn unterwegs sind die Möglichkeiten beschränkt) losgefahren und kamen ca. um 18.00 Uhr in El Chaltén an.

Tip:
Man benötigt unterwegs ARS= argentinische Peso zum Tanken, für einen Snack und dergleichen. An den Tankstellen bekommt man keinen guten Kurs, also haben wir Horacio, den Inhaber des B&B in Lago Posadas gefragt, ob er uns ein paar US-Dollar in Peso tauschen könnte, und das ging sehr gut. Wir bekamen den amtlichen Tageskurs. In El Chaltén geht man am besten zur Touristeninformation, wo es eine Wechselstube gibt, und der Kurs dort ist fair. In den Restaurants in El Chaltén oder in El Calafate kann man mit einer Kreditkarte (meistens zumindest! :whistle: ) zahlen, an den Tankstellen nicht (zumindest nicht mit den herkömmlichen Kreditkarten mit Chip!).

Die Fahrt durch die argentinische Pampa (argentinische Grassteppe) war eine Erfahrung der besonderen Art :dry: . Stundenlang fuhren und fuhren und fuhren wir, gelegentlich mussten wir bei liegengebliebenen Autos oder Motorrädern anhalten um zu fragen, ob Hilfe benötigt wurde, aber eigentlich waren wir die meiste Zeit völlig alleine in dieser Landschaft. Es war trocken, jedoch extrem windig, man musste daher doppelt konzentriert fahren, aber es ging ganz gut. Die Wolkenformationen über uns waren grandios, eine unglaubliche Weite, und ich habe die Farben geliebt. Natürlich haben wir diverse Male angehalten :whistle: . Diese Eindrücke wollten wir unbedingt mit nach Hause nehmen. Die Landschaft war trotz ihrer Kargheit wunderschön und die Fahrt einem echten Roadtrip würdig.
Die erste Etappe am frühen Morgen war landschaftlich allerdings eine Katastrophe. Schroffe, kahle Bergrücken, eine wüstenähnliche Landschaft und eine sehr, sehr schlechte Schotterpiste :angry: . Ich mag Wüstenlandschaften eigentlich sehr, und ich habe es geliebt, stundenlang durch die Mojave Wüste, durch das Death Valley, durch die Namib oder durch die Karoo zu fahren, aber das hier war :whistle: …… eine andere Sache: mit einem Wort: fürchterlich :sick: !





Dann wurde es schlagartig landschaftlich deutlich besser :woohoo: , herrlich!











Marmeladenbrote auf der Ladefläche unseres Pickups, weit und breit kein Restaurant oder Imbiss.



Zwischendurch immer wieder Abschnitte mit Schotterbelag, auf denen man nur langsam vorwärts kam.



Wir näherten uns El Chaltén. Auf der linken Seite der Lago Viedma, ein 80 km langer Gletschersee. Leider war das Licht sehr schlecht, so dass der See auf meinen Fotos nichts her macht :( , aber zumindest sieht man hier in der Ferne einen der vielen Radfahrer, die gegen die Elemente ankämpften. Wahre Sportskanonen!





Hier machten wir noch eine kurze Rast!

Bis später.....
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