THEMA: Der kürzeste Weg vom Kilimanjaro nach Tortola
21 Apr 2020 20:21 #586978
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@Malbec: auch dir, danke für die Blumen.....war aber in 2005/2006.....ich müsste mich schon heftig vorbereiten um das Heute noch zu schaffen!
Danke auch für den Büchertip.....ich denke die Tips die bereits in diesem Thread gegeben wurden, werden mir (und hiffentlich auch anderen) zumindest durch die Seuche bringen!

@BMW: Ich denke du hast Recht mit dem Fisch.....ich hatte das wohl vertauscht.
Mittlerweile können wir einigermassen segeln.....wir haben seit 2007 einige törns, auch die nötigen Segel- und Funkscheine gemacht.
In 2007 waren wir allerdings blutige Amateure; die Reise ist tatsächlich so verlaufen wie geschildert.....wir hatten absolut keine Ahnung von nichts! Ohne Kili wäre diese Reise sicherlich nicht zustande gekommen; will sagen, die verknüpfung die ich hier zwischen Kili und BVI mache ist absolut nicht an den Haaren herbei gezogen.

Liebe Grüsse,
busko
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22 Apr 2020 17:26 #587063
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Irgendwann werden die Schatten dann länger und wir haben uns von der Sonne ordentlich durchgrillen lassen – Nachteil des klitzekleinen Inselchens ist nämlich, dass es kaum Schatten gibt! Weil es so nahe liegt, werfen wir den Motor an und fahren die kurze Strecke zu Sydneys in der Garner Bucht, ganz am Südostende von JvD. Wir finden eine Boje, fahren mit dem Beiboot an Land, erkunden die Umgebung des Restaurants (viel mehr ist auch nicht!), nehmen einen schönen Sundowner am Strand vor dem Restaurant und essen ein wenig. Wir geniessen die urige Atmosphäre des Restaurants – von der Decke des Restaurants hängen hunderte T-shirts und BHs, die von irgendwelchen ausgeflippten touris hinterlassen worden sind! Man könnte sich stundenlang hier durch die Weltgeschichte hangeln!
[Wie wir mittlerweile wissen, wurde die ganze „Sammlung“ im letzten Hurricane davongespült!]


Der kleine Sandstrand vor Sydneys in der Garner Bay


Spektakulärer Sonnen.....


…..untergang!


Sydneys bei Nacht


Gängige Praxis in manchen BVI Bars.....man mischt die Drinks selbst, schreibt sie auf und zahlt dann später die Zeche!



Am nächsten Tag segeln wir die relativ kurze Strecke rüber zur Cane Garden Bay die an der Nordwestseite von Tortola liegt. Cane Garden Bay ist ein grösserer Ort in einer grossen Bucht mit Hafen. Es gibt ein grosses Bojenfeld und das Aufnehmen einer Boje ist für uns mittlerweile Routine. Die Wolken ziehen herein, es gibt einen kurzen Platzregen und das wars denn auch schon wieder! Wir erkunden den Ort, der durchaus pittoresk daher kommt, geniessen einen Sundowner an Deck und machen uns dann auf den Weg in das Restaurant, Banana Keet, welches uns von anderen Seglern wärmstens empfohlen worden ist. Wir fahren mit dem Beiboot zum Landesteg, denken, dass wir zu Fuss ins Restaurant kommen. Die Locals lachen herzlich und meinen, dass man eine Dusche bräuchte wenn man dort zu Fuss angekommen ist – wir sollten eine Taxi nehmen. Wir sind zunächst skeptisch. Dann fährt die Taxi eine unglaublich steile, schlecht asphaltierte Piste hinauf, weiter und weiter. Als wir ankommen sind wir uns absolut einig; das war eine GUTE Idee!
Das Restaurant entpuppt sich als eines der Besten die wir während der ganzen Reise besucht haben, es ist ein klarer Fall von „Lage, lage und abermals Lage“ – das Haus liegt auf einem steilen Grat der einige hundert Meter unten direkt ins Meer geht. Man hat von der Terasse eine 270 Grad Sicht, die Bedienung und das Essen sind super!
[Wir haben dieses Restaurant bei jedem Törn in den BVIs besucht!]
Auf dem Weg zurück zum Boot sehen wir wie die „Jet-set“ so lebt und wir sind uns sofort einig…..wir würden niemals tauschen wollen!


Ankunft in Cane Garden Bay


Wir dümpeln sanft an einer Boje


Ein Gewitter zieht auf, ist aber nur von kurzer Dauer


Lokal Couleur in Cane Garden Bay






Die Sicht vom Restaurant Banana Keet nach Westen, entlang der Nordküste von Tortola


Die Terasse von Banana Keet!


Banana Keet - Abendstimmung mit "Regengüsschen"


So lebt der Jet-set!
Letzte Änderung: 22 Apr 2020 19:53 von busko.
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23 Apr 2020 11:32 #587120
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Ein Besuch in Cane Garden Bay ist ganz nett, man kann dort gut die Vorräte aufstocken und allein wegen des Restaurants, Banana Keet, sind eine, vielleicht sogar 2 Nächte empfehlenswert.

Wir nabeln uns von der Boje ab, hissen die Segel und segeln wieder Richtung JvD, diesmal zum Great Harbour, etwa mittig an der Südseite gelegen. Es ist eine relativ kurze Strecke, daher kommen wir schon früh an, nehmen eine Boje auf und machen uns dann mit dem Beiboot in Richtung White Bay auf, der direkt westlich benachbarten Bucht. Diese Bucht beherbergt den schönsten Strand der BVI, nach Loblolly und Cow Wreck Bay auf Anegada. Wir entspannen in der sogenannten „Soggy Dollar Bar“, so benannt weil ein Anlanden in dieser Bucht immer nur über den „Wasserweg“ geht….soll heissen, man wird nass! Somit waren die Geldscheine auch oft nass und einige hängen noch bis Heute (eher dekorativ) mit Wäscheklammern befestigt an einer Wäscheleine hinter der Theke.
Die Bar ist aber vor allem dafür berühmt, dass hier der Painkiller erfunden wurde! Hier (mindestens) einen Painkiller trinken ist also Pflicht! Die schmecken aber so teuflisch lecker, dass es selten bei einem bleibt!

So, hier jetzt das Rezept für dieses köstliche, an sehr warmen Tagen äusserst erfrischende Getränk:

130 ml Pussers dark Rum,
250 ml Ananas Saft,
60 ml Orangen Saft,
60 ml Kokosmilch.

Alles gut durchmischen und in ein grosses Glas (immerhin 500 ml!) über viel Eis füllen und mit etwas geriebene Muskatnuss leicht überstreuen. An einen schattigen Ort setzen, zurücklehnen, mit einem Strohhalm trinken, die Augen schliessen und sich in die Karibik träumen.....oder trinken!

Den Painkiller gibt es in Abstufungen von Nummer 1 bis 5 (aufsteigende „Umdrehungen“).
Man muss wissen, dass in den BVI Rum oftmals billiger ist als Fruchtsaft! Daher muss man schon aufpassen, dass die Bars nicht ihre Kosten verdünnen indem sie den Painkiller mit Rum verdünnen!.....welch erfrischender Unterschied zu mancherorts in anderen Gefilden!

Wir verbringen einen herrlichen Tag und fahren Abends müde aber zufrieden in die Great Bay zurück, wo wir das (für manche) Hightlight der BVI schlechthin, nämlich Foxys, besuchen. Es ist, entsprechend der Berühmtheit, sehr touristisch, sollen wir mal sagen, erschlossen!


Wir liegen, fachmännisch mit der Boje vertaut, im Great Harbour


Der Strand von White Bay


Wegen der Nähe zu Tortola und den US Jungferninseln ist hier viel mehr Betrieb als auf z.B. Anegada


Der Strand geht direkt in einen offenen, einladenden Palmenhain über, der Schatten spendet und zum Verweilen einlädt


Voller, aber noch lange nicht italienische Riviera!




Typische Dareichungsform des Painkiller



Wir finden es Abends im "Foxys" heruntergekommen und schummerig, überall lungern Leute herum die man nicht unbedingt im Dunkeln an einer abgelegenen Ecke begegnen möchte! Das Essen ist OK, aber etwas lieblos, der Duft „verbotener Substanzen“ ist klar und deutlich in der Luft. Wir sind etwas enttäuscht, kommen aber am nächsten Tag wieder und finden es im freundlichen Tageslicht durchaus angenehm!
Wir sehen dabei an einer Toilettentür ein Spruch den wir oft in den BVI gesehen haben und der geht so:

„In these Isles of sun and fun,
we don‘t flush for Number one!“

Ja, frisches Wasser ist, zumindest auf den kleineren Inseln ein Luxusgut!




Sonnenuntergang im Great Harbour



Am nächsten Tag Segeln wir eine lange Strecke, um die Westspitze von Tortola, durch die schmale Meeresenge zwischen Tortola und Little Thatch Island, machen einen Zwischenstop in Sopers Hole, eine kleine aber sehr sichere Bucht (schmaler Eingang im Westen, daher bei Sturm, also Ost- oder Südostwind, sehr gut geschützt). Wir geniessen ein leichtes Mittagessen in der schönen Marina und segeln anschliessend die lange aber segeltechnisch sehr anspruchsvolle und daher interessante Strecke nach „The Bight“, eine sehr schöne und ebenfalls sturmgeschützte Bucht auf Norman Island.
Wir nehmen eine Boje auf und geniessen unseren letzten Abend in der Karibik…..mindestens für diese Reise!


Zum Abschied aufgereiht.....!




Vulkanausbruch!.....oder vielleicht doch nur Sonnenuntergang?


Wir sind uns einig.....das war ein super Urlaub und wir kommen definitiv wieder!
Letzte Änderung: 23 Apr 2020 11:44 von busko.
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23 Apr 2020 12:28 #587123
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Unser letzter (Halb)Tag führt dann von Norman Island quer über die „Drake Channel“ nach Roadtown wo wir das Boot abgeben, richtig duschen und „grundreinigen“ und den Rückflug antreten über sint Maarten und Amsterdam nach Düsseldorf.


Wir lösen uns zum letzten Mal in diesem Törn von der Boje und segeln Richtung Roadtown

Wir schauen sehnsüchtig aus dem Fenster des kleinen Fliegers, sehen hunderte von Inseln, gross und klein, denken wieder einmal an Hemingway, diesmal allerdings an: „Islands in the stream“.


Die Insel Marina Cay in ihrer vollen Pracht, samt Saumriff - links oberhalb der Insel das Bojenfeld


Westlich der Westspitze von Virgin Gorda, rechts im Bild, die kleine Insel mit dem bewegend poetischen Namen,
"Fallen Jerusalem"


Unbewohnte Trauminsel "an Turboprop"


Fallen Jerusalem und Virgin Gorda mit dem Gorda Peak in den Wolken

Ich habe die Kopfhörer auf, es läuft auf meinem Ipod (Ja, ich hab noch sowas!) das geniale Album, „4-way Street“, von Crosby, Stills, Nash & Young, davon gerade der Song „The Lee shore“ wo es heisst:

„From here to Venezuela,
theres nothing more to see,
than a hundred thousand Islands,
thrown like jewels upon the sea!“

Welch genialer, wenn auch etwas melancholischer Abklang einer solchen Reise!


Südseite von Virgin Gorda mit dem North Sound im Mittelgrund links


Die Inseln verschwimmen, verschmelzen sanft mit Meer und Wolken


Anflug auf die Ostseite von Sint Maarten


Hotelklötze auf Sint Maarten


Anflug auf den Flughafen von Sint Maarten - unten DER Strand wo die Maschinen keine 20 m über den im Sand liegenden Badegäste rüberdüsen


Ein letzter Blick auf die Karibik.....und.....


…..wir fliegen, voller Erinnerungen von wunderbaren Erlebnissen Richtung Realität!

Zuhause angekommen geniessen wir Abends einen Painkiller, der ausgezeichnet mundet, aber uns fällt wieder einmal auf, dass die empfundene Qualität von Getränken, wie auch Speisen und anderen Dingen sehr orts-, umgebungs- und Situationsspezifisch sind! Wir sind total zufrieden, auch ein wenig stolz ob der gemeisterten „Challenges“ und sind uns absolut sicher! - das war die erste von weiteren Segeltörns! Wir machen in der Folgezeit die notwendigen Segelscheine und unternehmen noch einige weitere Touren, vor allem in der Karibik, aber auch auf La Gomera, Kanaren; Fetiye, Mittelmeer (Türkei) und Whitsunday Islands, Great Barrier Reef in Australien.

ENDE…..aber….

Ich werde noch ein Fazit einstellen, das vielleicht anderen ein wenig bei der Priorisierung der Route und die Planung einer ähnlichen Tour behilflich sein könnte!
Letzte Änderung: 24 Apr 2020 09:58 von busko.
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24 Apr 2020 09:53 #587201
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  • Topobär am 24 Apr 2020 09:53
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Moin,

ein wirklich sehr schöner Reisebericht. Während ich die Besteigung des Kilimanscharo aus eigener Erfahrung kenne, habe ich leider noch nie einen Segeltörn gemacht. Wäre sicher eine sehr schöne Erfahrung, die aber an den nicht vorhandenen Segelkenntnissen scheitert. Die größten Bedenken hätte ich bei solch einem Törn in der Karibik allerdings bezüglich meiner Leberwerte.

Alles Gute
Thomas
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24 Apr 2020 16:46 #587245
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@Topobär: Danke Dir Thomas, dass du es bis zuletzt "ausgehalten" hast!
Wo du Recht hast, hast du Recht!.....bei den Temperaturen und Verfügbarkeit von, vor allem alkoholischer Getränke, "bleibt keine Leber trocken"!
Zu deine Bedenken hinsichtlich fehlender Segelerfahrung kann ich dir nur beipflichten.....wir haben es zwar gemacht, aber ganz verantwortlich war es wohl nicht!
Wenn ihr sowas machen wolltet, würde ich euch raten zunächst einen Segelschein zu machen; das kannst du eigentlich überall an den deutschen Küsten. Wir haben einen RYA (Royal Yachting Association) Schein in San Sebastian (La Gomera) gemacht weil wir 1) absolut zweisprachig (D und GB) sind; 2) weil unsere englischen Freunde NICHT zweisprachig sind!; 3) weil der RYA Schein sehr gut weltweit einsetzbar ist.....ich weiss nicht wie es mit den Deutschen Scheinen ist, denke aber, dass die wahrscheinlich auch gut angenommen werden.
Wir haben den Schein bei Canary Sail gemacht und können diese Schule sehr empfehlen.....alle Lehrer sind RYA geprüft und zertifiziert und machten einen sehr souveränen Eindruck.

Liebe Grüsse,
busko
Letzte Änderung: 24 Apr 2020 16:49 von busko.
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