THEMA: Island mit dem Camper im September 2019
29 Mär 2020 12:54 #584754
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Ja, es gibt aktuell schon zwei Reiseberichte zum Thema Island und Sadie war ebenfalls im September unterwegs. Warum noch ein Island-Bericht im Namibia-Forum?
Zum Einen ist mir im Moment etwas langweilig und zum Anderen waren wir wohl die meiste Zeit in einer ganz anderen Ecke unterwegs wie Sadie und mit dem Camper. Ja, Island geht auch im September mit einem Camper :woohoo:
Und wen es nicht interessiert, der braucht ja auch gar nicht mitlesen :silly: .



















Letzte Änderung: 29 Mär 2020 13:11 von LolaKatze.
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29 Mär 2020 13:20 #584759
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Island steht schon lange ganz oben auf unserer Urlaubs-To-do-Liste. Aber irgendwie hat Island nie in unseren Reisezeitraum (Frühjahr oder Herbst) gepasst – dachten wir. Die erste Planung ging von einer 3-wöchigen Rundreise im Sommer mit einem Allradcamper aus – Landschaft, die lustig anzusehenden Puffins/Papageientaucher und das Hochland sollte es werden. Aber über 8000 Euro :S für den Camper? Das war uns dann doch zu viel. Damit kommen wir vier Wochen nach Botswana – mit allem.

Also wurde Island wieder „gestrichen“. Doch immer wieder sind wir über die tollen Bilder, die tollen Berichte gestolpert.

Wo kann man den Rotstift ansetzen?

An der Reisedauer? Aber dann wird es mit dem Hochland eng.

Am Reisezeitpunkt? Dann wird es gar nichts mehr mit dem Hochland und auch nicht mit den Puffins.

Am Reisefahrzeug? Was wir dann am Camper sparen, müssten wir dann in eine Unterkunft investieren und wären dann auch nicht mehr so flexibel.

Ratlosigkeitfrown. Und immer wieder die tollen Bilder……. . Was, wenn wir einfach mal eine „Schnuppertour“ machen? 10 Tage im September, da sind die Camper nicht mehr ganz so teuer, das Wetter könnte noch halbwegs mitmachen und statt Hochland und Puffins hätten wir da die Chance auf Nordlichter…….Hmmmmmmmmmm. Also nochmals losgeplant, den Rotstift angesetzt und heraus kam dann diese Tour.

Letzte Änderung: 29 Mär 2020 13:22 von LolaKatze.
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29 Mär 2020 15:02 #584775
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Für uns war es das erste Mal, dass wir unsere Campingplätze nicht vorbuchen konnten. Wir gehören ganz klar zur Buchungsfraktion. Wir möchten im Vorfeld gerne wissen, wo wir abends unterkommen und wir möchten – wenn möglich – auch einen schönen Stellplatz haben.

In Island gibt es jede Menge Campgingplätze (auch wenn viele ab Anfang/Mitte September schon geschlossen sind), die alle nicht buchbar sind. Es gibt immer irgendwo noch einen Platz.


Das hat uns etwas beruhigt, aber wie sehen die Plätze dann aus? Und wie kommen wir mit dieser – für uns ungewohnten – Flexibilität klar? Jeden Tag aufgrund der Wettersituation neu entscheiden, wo es heute hingeht? Das kennen wir so nicht.

Klar haben wir bei unseren bisherigen Urlauben auch immer wieder Situationen gehabt, wo wir flexibel sein mussten und dann auch waren. Aber wir haben immer so eine Art roten Faden gehabt.

Und auch für Island gab es diesen „roten Faden“, der dann in verschiedenen Varianten zum Ziel geführt hätte.

Und schon einmal vorweg: Wir haben uns schnell an diese Flexibilität gewohnt, sie ist aber auch nötig in Island und waren letztendlich froh, dass wir nichts vorgebucht hatten.

So, jetzt geht es aber los.
Liebe Grüsse und bleibt gesund
Nina
Letzte Änderung: 29 Mär 2020 15:04 von LolaKatze.
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29 Mär 2020 15:11 #584777
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Tag 1: Donnerstag, 19. September 2019

Das wird heute ein langer Tag. Um 3:30 Uhr kommt das Taxi. Wir sind kurz vor 4 Uhr am Flughafen und sind erstaunt, wie voll es bereits ist. Vor allem am TUI-Schalter bilden sich schon lange Schlangen (das waren noch Zeiten…..). Bei SAS sind wir aber - zum Glück - bei den erstenlaugh. Kurz nach 4 Uhr kommt Bewegung in den Schalter und wir können problemlos einchecken. Auch durch die Security kommen wir schnell und problemlos. Dann besorgen wir uns etwas zum Frühstücken bevor das Boarding beginnt. Nach 1,5 Stunden landen wir pünktlich in Kopenhagen. Bis zum Anschlussgate sind es nur wenige Minuten Fussmarsch. Auch der Flug nach Reykjavik ist ausgebucht.

Schliesslich landen wir mit etwas Verspätung gegen 10:15 Uhr in Reykjavik - die Zeitverschiebung beträgt zwei Stunden. Wir kaufen schnell noch etwas Wein - eine Flasche mittelmässiger Wein kostet schon mal 15 - 20 Euro - und ein paar kleine Fläschchen AMARULA, die so geschickt im Duty-Free-Shop an der Kasse stehen, wir holen noch etwas Geld am ATM und dann sind auch schon unsere Koffer da.

Auch der Shuttle von der Autovermietung kommt kurz darauf angefahren. Klappt doch alles! Die Vermietstation ist keine 5 Minuten vom Flughafen entfernt, Trinkgeld scheint man hier weder zu kennen noch zu erwarten. Unser Camper steht schon abholbereit da und nachdem das Vertragliche erledigt ist, bekommen wir eine Einweisung in den Camper. Wir buchen noch Wifi und die Rund-um-Sorglos-Versicherung dazu und dann kann es auch schon losgehen.

Aber: Die Tür zur Camperkabine lässt sich von aussen nicht abschliessen - was aber kein Problem sein soll, weil wir ja in Island sind....

Dann glauben wir das also mal - ändern können wir es eh nicht. Wir sind dann tatsächlich die ganze Zeit mit einer unverschlossenen Kabinentür rumgefahren. Klar haben wir unsere „Wertsachen“ tagsüber immer vorne im Auto gehabt. Passiert ist übrigens nichts.

Ich werde als Vorlage für den Bericht unser Fotobuch verwenden. Und weil für viele Island doch eher ein etwas unbekannteres Reiseziel ist, habe ich dort oftmals ein paar „Detailinformationen“ eingefügt. Und die werde ich jetzt auch verwenden (kursiv), sofern ich denke, dass es interessant sein könnte. Nein, ich will nicht "klugscheissern"enlightened und wen es nicht interessiert, der soll es einfach überlesen.

Island hat eine der niedrigsten Kriminalitätsraten der Welt und gilt als das friedlichste Land der Erde. Gewöhnliche Polizisten in Reykjavik führen nur Pfefferspray und Gummiknüppel mit sich. Sie müssen sich ohnehin fast nur mit Autounfällen, Geschwindigkeitsüberschreitungen und Alkohol am Steuer beschäftigen. So werden weder die Haustüren noch die Autos abgeschlossen. Gerade in den kleinen Orten werden die Wagen selbst dann nicht abgeschlossen, wenn darin Kreditkarten herumliegen…

Unser Camper macht einen sehr guten Eindruck.






Wir können das Dach hochklappen, so dass ein komfortabler Schlafplatz entsteht, eine richtige Kuschelbox. Darunter befindet sich eine kleine Sitzecke. Wenn es zu arg windet und wir das Dach nicht aufklappen können, dann kann die Sitzecke mit wenigen Handgriffen in ein Bett umfunktioniert werden.




Gleich daneben dann ein Minispülbecken (das Wasser geht dann directement auf die Campgroundwiese – da haben wir ein déjà vu – „Elend“ lässt grüssen) und ein Gaskocher. Unter dem Kocher dann noch ein kleiner Kühlschrank. Damit kommen wir die nächsten Tage gut zurecht.





Gegenüber vom Kühlschrank hat es dann noch einen kleinen Schrank für Lebensmittel und Kleinkruscht. Und unter dem Bett hat es eine Möglichkeit, die wichtigsten Klamotten griffbereit zu verstauen. Während der Fahrt kommt da dann auch vieles rein, was rüttelsicher untergebracht werden muss. Die restlichen Lebensmittel und unsere Klamotten liegen immer griffbereit auf dem Rücksitz.

Wenn wir am Campground am Strom sind, können wir über eine normale Steckdose, einen 12 Volt- und einen USB-Anschluss alle unsere elektrischen Geräte anschliessen und laden. Wir sind echt erstaunt, was der kleine Camper alles bietet.



Und es gibt - ganz wichtig - eine wirklich gut funktionierende Heizung, die den Camper richtig schön warm hält. Durch das Wifi sind wir ständig online und können SWR3 hören, mails abrufen und ins Internet gehen (was wir sonst eigentlich nie machen). Das ist auch deshalb wichtig, um die Wetter-Apps und die Polarlichtvorhersagen regelmässig abrufen zu können.

Und auch in der Fahrerkabine hat es insgesamt drei 12-Volt Anschlüsse, so dass wir für Navi, Smartphones, die Musik-Festplatte und was es sonst noch zum Anschliessen und Aufladen gibt, genügend Anschlüsse haben.

Der Netto-Markt ist um die Ecke, so dass wir dort gleich einmal einkaufen gehen. Der Einkaufswagen ist gerademal halb voll und mit nicht einmal 200 Euro haben wir noch nie so wenig und so günstig eingekauftlaugh.

Nun haben wir Hunger. Ausser einem KFC finden wir auf die Schnelle aber nichts. Also gibt es halt Chicken-Wings mit einer Coke Zero, bzw. Pepsi MAX.



Und weil die "Weinbude" Vínbúðin genannt, gleich um die Ecke ist, holen wir nochmals ein bisschen Wein und auch Bier.

Nun ist es etwa 13:30 Uhr und es kann nun wirklich losgehen.

Das Wetter? Es regnet, es windet und es ist nebelig. Also so richtiges Shitwetter. Das ändert sich die nächsten Tage auch nicht, weil das die Ausläufer vom Hurrican Dorrian sind, die selbst für isländische Verhältnisse das Wetter unvorhersehbar machen. Die Vorhersagen haben sich minütlich geändert.

Bis zum Campground ist es keine Stunde Fahrt, aber unterwegs wollen wir schon ein paar Dinge anschauen. Zum Beispiel die Brücke zwischen den Kontinenten. Hier kann man also mal kurz von Europa nach Amerika und wieder zurück gehen.








So sieht übrigens ein wirklich geländetaugliches Auto in Island aus.

Unser nächstes Ziel ist das Gebiet um die Geothermal Area Gunnuhver. In dem Gebiet gibt es drei Sehenswürdigkeiten: Die Klippe Valahnukur, den Leuchtturm und das Hochtemperaturgebiet Gunnuhver.

Unser erstes Ziel ist die Klippe Valahnukur, auch unter Wizards Hut bekannt. Trotz dem heftigen Regen und dem Nebel sieht es hier einfach spektakulär aus. Der Wind bläst einen fast über die Klippen.













Auch wenn wir unseren Camper erst vor ein paar Stunden übernommen haben, sind wir schon "beste Freunde" geworden. Mal schauen, wie er sich weiter entwickelt.



Zum Leuchtturm könnte man auch hochlaufen, aber wir waren nun schon ganz schön durchfroren und der Wind hat auch genervt. Also muss ein Bild vom Leuchtturm vom Auto aus reichen.



Dann fahren wir in das Hochtemperaturgebiet Gunnuhver weiter. Auf den ausgewiesenen Wegen kann man entlang den blubbernden, dampfenden und zischenden Erdlöchern spazieren gehen.















Hier wird es uns dann wieder warm. Hier erinnern wir uns gerne daran, wie wir 2013 im Yellowstone das erste Mal solche Geothermalgebiete gesehen haben.

Das Hochtemperaturgebiet Gunnuhver dehnt sich von Jahr zu Jahr mehr aus, immer neue Quellen erscheinen. Gunnuver ist einer der Zentralvulkane auf der Reykjanes-Halbinsel. Seit 2006 ist er wieder aktiver. Namensgebend ist die Quelle Gunnuhver, in die Anfang des 18. Jahrhunderts der Geist der Guðrún Önundardóttir, kurz: Gunna, hineingebannt worden sein soll.

Und dann sind wir auch schon am Campground in Grindavik. Es regnet und windet immer noch. Da wir eh erst einmal ein bisschen Ordnung im Camper schaffen müssen, ist uns das ziemlich egal.



Gut eine Stunde lang räumen wir alles Hin und Her. Die Klamotten, die wir nicht benötigen, liegen in den IKEA-Taschen auf dem Rücksitz des Campers. Die Reisetaschen haben wir in der Vermietstation gelassen.

Für diese Nacht wird es nichts mit Polarlichtern - es regnet und es ist bewölkt.

Wir sind nun ziemlich müde und machen uns nur noch ein Nudelsüppchen. Der Mini-AMARULA aus dem Duty-Free-Shop wärmt uns innerlich ein bisschen auf und lässt uns an den schönen Urlaub in Botswana erinnern, wo es abends auch schon mal kalt war, wo uns aber immer ein schönes warmes Lagerfeuer wärmen konnte.
Letzte Änderung: 29 Mär 2020 15:34 von LolaKatze.
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29 Mär 2020 17:44 #584798
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Tag 2: Freitag, 20. September 2019

Es hat die ganze Nacht durchgeregnet, die Wiese, auf der wir stehen quietscht schon beim Laufen. Die Heizung hat so heftig geheizt, dass wir die Tür die ganze Nacht aufgelassen haben, um etwas Frischluft zu bekommen. Die Kabine ist dicht - nach innen durch Regen, aber auch nach aussen durch Schwitzwasser.

Da es für den ganzen Campground nur drei Duschen gibt, gehe ich gleich um 6 Uhr duschen. Dann geht Hansi, während ich das Frühstück vorbereite. Es ist schon alles ganz schön eng hier, aber irgendwie auch gemütlich. Wenn wir sehen, wie die anderen Camper in den Camper-Vans unterwegs sind, haben wir Luxus pur und eine Heizung.

Gegen 8:30 Uhr kommen wir los. Eigentlich wollten wir an der Blauen Lagune einen kleinen Spaziergang machen und noch ein Hochtemperaturgebiet besuchen, aber es regnet horizontal und es ist auch neblig. Da sieht man eh nichts.







Also beschliessen wir nach Reykjavik ins Perlan-Museum zu fahren - Genau das Richtige bei dem Wetter. Wie schon gesagt: In Island muss man flexibel sein.




Das Perlan, die „Perle“ ist seit vielen Jahren eine beliebte Touristenattraktion in Reykjavík. Schön auf dem bewaldeten Hügel Öskuhlíð gelegen, thronen die Heißwassertanks mit der futuristischen Kuppel über dem Zentrum. Von hier aus wird die Stadt mit Warmwasser, auch für die im Winter teilweise beheizten Gehwege und Straßen, versorgt.
Einer der Tanks wurde trockengelegt und beherbergt nun das Perlan Museum. Hier werden dem Besucher die Wunder der Natur Islands in vielen Einzelausstellungen nahe gebracht. Höhepunkt der Ausstellung ist eine künstlich angelegte Gletscherhöhle aus Eis, die dem Erlebnis der echten Gletscherhöhle auf dem Langjökull recht nahe kommt. Von der Aussichtsterrasse aus hat man einen tollen Blick auf Reykjavik und im Planetarium widmet sich der Film "Áróra" dem Phänomen der Polarlichter. begleitet von Geschichten und isländischer Musik.

Die Gletscherhöhle ist echt toll und kalt - auch wenn sie nur "künstlich" war. (Anmerkung: Die Höhle an sich ist schon echt - also echtes Eis und echtes Eishöhlenfeeling - aber eben in einem Museum angelegt.)













Das Museum ist schön gemacht und kurzweilig.



Hier sieht man Hansi in der interaktiven Gletscherausstellung, bei der man per Fingerzeig Informationen abrufen kann.



Wir haben Glück, dass es kurz zu regnen aufhört, als wir auf die Aussichtsplattform gehen.







Nun ist es etwa 12.30 Uhr und wir gehen in die Cafeteria, um einen Kaffee zu trinken und zu überlegen, was wir mit dem weiteren Tag anfangen wollen. Eigentlich steht noch Thingvellir auf dem Programm, doch dafür sollte das Wetter - inzwischen regnet es wieder - besser sein. Und mir ist mit Schrecken auf-/eingefallen, dass ich meine Camper-Unterlagen irgendwie verschlampt habe und dort stehen die Notfallnummern drauf - die sind wichtig. Man weiss ja nie.....

Ob ich die auf dem Campground weggeworfen habe? Ob ich die im Müll wieder finden würde? Ob der Müll überhaupt noch da ist?

Wir beschliessen erst einmal, am Hafen etwas essen zu gehen. Nach längerer Suche entdecken wir a) ein nett aussehendes Restaurant, das Kaffivagninn, das angeblich älteste Restaurant Islands und b) einen Parkplatz. Wir wählen Fish & Chips, die unsere Laune wieder etwas anheben. Und dann fahren wir noch zur Campervermietung, um uns neue Unterlagen zu holen. Bei dem Wetter ist es ja eh egal, was wir machen. Im Auto ist es wenigstens schön warm und besser wie im Müll zu wühlen.....

Der Campervermieter liegt ja auf dem Weg zum Flughafen und so ganz kurz kam der Gedanke auf, gleich wieder den nächsten Flieger zu nehmen…… Shitwetter!

Wir steigen nicht in den nächsten Flieger sondern fahren weiter zu unserem nächsten Campground in Selfoss, den wir am späten nachmittag bei strömendem Regen erreichen. Im Laufe des Abends werden sich noch ein paar Autos vor und neben uns stellen. Gegenüber steht ein kleines Auto (Pologrösse), in dem es sich ein Pärchen „gemütlich“ gemacht hat. Ja, sie wohnen und schlafen in dem Auto.



Die meisten Campingplätze in island bieten allen möglichen Service an, z. B. Duschen, Toiletten, einen Aufenthaltsraum mit Kochgelegenheit für Camper, Waschmaschinen und Trockner sowie Strom. Meistens steht man auf einer grossen Wiese, auf der wirklich jeder Camper einen Platz findet. Man stellt sich einfach vor, neben, oder zwischen bereits vorhandene Camper (ohne Rücksicht auf den Nebencamper – wie wir es sehr oft erlebt haben). Privatsphäre? Fehlanzeige! Ein nettes Hallo, wie man es aus den USA oder auch Afrika kennt? Scheint überflüssig zu sein. In Island kann man die Campingplätze wie ich ja schon geschrieben habe, nicht vorreservieren.

Irgendwie frustet das Wetter, uns nerven die Camper, die in unseren Augen sehr egoistisch und unfreundlich sind und der AMARULA ist auch zu Ende :( . Aber da habe ich eine Idee! Daheim ist es jetzt kurz nach 24 Uhr - also könnte ich doch jetzt schon mein Geburtstagsgeschenk von meiner Schwester aufmachen. Was da wohl drin ist? Gespannt öffne ich die äussere Verpackung. Und was kommt heraus? Unser ganz eigenes Memory - My memory - mit unseren Botswana-Urlaubsbildern.





Wie geil ist das denn? So endet der heutige Tag dann doch noch ganz gut und der "Frust" ist weg. Was für eine tolle Idee :kiss:
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30 Mär 2020 19:24 #584905
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Tag 3: Samstag, 21. September 2019

Auch heute stehe ich um 6 Uhr auf, gehe duschen, bereite das Frühstück vor während Hansi in der Dusche ist und lese dann meine Geburtstagsgrüsseheart :laugh: . Daheim ist es ja schon zwei Stunden später - das ist ganz praktisch.

Der Campground-Host hat mir gestern schönes Wetter - zumindest mal keinen Regen - für heute versprochen. Ob das das Wetter auch weiss? Als wir losfahren sieht es immer noch nach Weltuntergang aus......

Unser erstes Ziel ist der Wasserfall Seljalandsfoss. Wir sind gegen 9 Uhr am Parkplatz und die Anzahl Touris hält sich noch in Grenzen. Doch sobald ein paar Minuten später der erste Reisebus ankommt, ist es mit der Ruhe vorbei.....

Der Wasserfall Seljalandsfoss zählt zu den schönsten Wasserfällen Islands. Er stürzt über 66 Meter von einer hohen Klippe in einen kleinen See. Diese Klippe war früher einmal die Meeresküste. Die Landmasse Islands wurde jedoch langsam aber kontinuierlich über die Jahrtausende immer mehr angehoben und so ist die ehemalige Steilküste nun eine Abbruchkante im Land. Der Seljalandsfoss hat aber noch etwas ganz Besonderes zu bieten: Er ist weltweit einer der wenigen großen Wasserfälle, wo man sich hinter den Wasservorhang begeben kann.

Wir versuchen die vielen Menschen zu ignorieren und geniessen den tollen Wasserfall bei fast blauem Himmel. Nass werden wir aber trotzdem, so heftig ist die Gischt - vor allem später hinter dem Wasserfall. Es gibt einen Pfad, der einmal um den Wasserfall herumführt und den wir natürlich auch laufen.


Wir gehen nun hinter den Wasserfall. Das ist auf der einen Seite wirklich spannend und bringt ganz neue Perspektiven, aber es ist auch richtig nass. Ein klarer Fall für Regenhose und Regencape - Hansi hat aber versehentlich die Notfallapotheke anstelle des Regencapes eingepackt. Beide "Verpackungen" sind rot...... Damit kommt er aber nicht arg weit :whistle: .





Dann geht es noch weiter zu einem Viewpoint - von dort hat man einen schönen Blick auf den Wasserfall von oben.


Nun geht es - immer noch bei bestem Wetter - weiter zum nächsten Wasserfall, zum Skogafoss. Wenn es mal nicht regnet und/oder nebelig ist, sieht man auch was von der schönen Landschaft.



Der Skógafoss stürzt über mehr als 60 Meter in einem gewaltigen, 25 Meter breiten Wasservorhang hinab. Die Wassermassen rauschen frei fallend in einem einzigen Schwall herab, keine Kaskaden, keine Unterbrechungen, nur ein einziger vollkommener Vorhang.

Rechts neben dem Wasserfall geht eine Stahltreppe nach oben zur Abbruchkante und zu einem Viewpoint.


Hier sieht man, wie das Wasser mit viel Getöse in die Tiefe stürzt. Hammer.



Inzwischen sind noch mehr Busse mit Touris angekommen - die übliche Völkerwanderung an den Hotspots von Islandsurprise

Nun ist es aber Zeit fürs Mittagessen - da kommt das Restaurant gerade richtig und Hamburger gehen immer. Wir haben für die zwei Wasserfälle doch länger gebraucht, wie gedacht. Deshalb lassen wir das Skoga-Museum ausfallen und sind so wieder voll im „Zeitplan“. Zurück auf der Ringstrasse sehen wir einen Wegweiser zum Sólheimajökull. Wow, das ist einfach gigantisch hier.


Der Sólheimajökull ist eine Gletscherzunge des Mýrdalsjökulls. Die Gletscherzunge hat eine Länge von 8 km und eine Breite von 1 bis 2 km.
Nun fängt es wieder zu regnen und zu winden an. Ausgerechnet jetzt, wo wir zum Kap Dyrhólaey fahren wollen. Ein schmaler Weg führt zu den Klippen, wo uns der Wind ganz schön um die Nase und fast von den Klippen weht. Zum Glück haben wir unsere Mützen und die Handschuhe griffbereit. Das ist richtig frisch hier oben





Wir fahren nun weiter, hoch zum Leuchtturm. Im Reiseführer wird die Strasse/Piste dorthin als echte Herausforderung beschrieben - steil und voller Schlaglöcher. Wir sind gespannt - unser "neuer Freund" schafft die Piste aber problemlos.
Und hier oben weht der Wind nochmals eine Stufe heftiger - aber der Ausblick auf die schwarzen Lavastrände 120 m tiefer und das Hinterland sind einfach phantastisch.



Auf dem Kap Dyrhólaey steht auch ein fotogener Leuchtturm, der 1927 erbaut wurde.


Das eigentliche Highlight ist aber der das riesige Brandungstor, das Dyrhólaey.


Seinen Namen verdankt das Kap Dyrhólaey dem Felsen mit seiner markanten Form, die an ein gigantisches Tor mitten im Meer erinnert. Boote können hier problemlos durchfahren. Je nach Wetterlage und Lichtsituation bietet das Naturdenkmal mit seinem Brandungsloch und den Felsnadeln Reynisdrangar beeindruckende Anblicke. Die Form ist so markant, dass es sogar von den Westmännerinseln aus gesehen werden kann. Dyrhólaey ist zu DEM Wahrzeichen für die Südspitze Islands geworden.

Und weil wir noch nicht genug haben von Regen, Kälte und Wind gehen wir noch zum Strand Reynisfjara.

Der Strand besticht gleich mit drei Besonderheiten: seinem schwarzen Sand aus Lava, seine Basaltsäulen sowie den Felsnadeln, die vor der Küste aus dem Meer ragen.


Der Strand Reynisfjara ist der berühmteste schwarze Sandstrand in Island und einer der bekanntesten in der ganzen Welt. Dies ist ein Ort wilder und dramatischer Schönheit, wo die donnernden Wellen des Atlantiks mit gewaltiger Kraft auf die Küste treffen. Im Jahre 1991 war Reynisfjara Teil der Liste der Top 10 nicht tropischen Strände auf der Erde.


Der Reynisfara verfügt auch über eine beeindruckende und hochgefährliche Brandung. Immer wieder erfassen Riesenwellen unachtsame Strandgänger und aufgrund der starken Strömung gibt es dann keine Hilfe mehr. Erst im Januar 2017 ist dort eine deutsche Touristin verunglückt. Insbesondere im Winter kann das Meer bis an die Basalthöhle und die Basaltsäulen heranzureichen. Dann ist besonders hohe Vorsicht geboten.

Am Anfang des Strandes befindet sich die Basalthöhle Hálsanefshellir. Auch wenn die Höhle selbst eher klein ist, bleibt sie durch ihre tiefschwarzen, 5 hexagonalen Bruchkanten der Basaltsteine in Erinnerung. Die markante Form der Steinsäulen hat ihren Ursprung in den verzögerten Abkühlungsprozessen der heißen Lava. Durch das Zusammenziehen der erkaltenden Masse entstehen dabei oft meterlange, sechseckige Basaltsäulen, die sich senkrecht zur Abkühlungsfläche bilden.


Jetzt reicht uns aber der Wind und die Kälte. Im Black Beach Restaurant wärmen wir uns auf und trinken einen richtigen Kaffee. Oh, tut das gutlaugh. :woohoo: So gewärmt fahren wir dann weiter zum Campground in Vik. Unterwegs kann ich mich noch zu einem Fotostopp an der malerischen Kirche aufraffen.


Der Campground ist sauber, aber ganz schön überfüllt - bis zum späten Abend stehen die Camper dicht an dicht. Da wird jede Lücke ausgenutzt. Als wir ankamen, war die Reihe noch leer. Dann ist der Camper mit dem Bild dazugekommen. Da waren wir schon etwas "sauer", weil da - aus unserer Sicht - wenig Abstand war. Doch es kam noch besser. Der VW-Bus hat sich noch dazwischengequetscht und links neben uns ist auch noch ein Camper gekommen. Typische Verhältnisse auf den grösseren Campgrounds in Island.


Und auch heute stellen wir wieder fest, dass ein freundliches Wort der Begrüssung, ein Hallo, wenn man aneinander vorbeiläuft und sich bei den Duschen trifft, auf den Campingplätzen eher unüblich zu sein scheint. Hier gibt es auch einen grossen Aufenthaltsraum mit Wasserkocher, Mikrowelle und Spülen. Während ich dort das Geschirr gespült habe, sass jede Partei für sich alleine am Tisch, hat dort das Essen zubereitet und dann mit starrem Blick auf das Smartphone schweigend gegessen. Klar, das Wetter war mehr wie besch……. aber wir kennen das so nicht. Weder aus den USA noch aus Namibia oder Botswana. Da wäre das Gesprächsthema auch schnell gefunden - das Mistwetter.

Zur Feier des Tages - und weil wir uns bei dem Shit-Wetter ja irgendwie beschäftigen müssen - gibt es Spaghetti Bolognese. Weil die hintere Flamme nicht tut, haben wir einen zweiten Gaskocher mitbekommen. Also wird auf dem Tisch gebrutzelt. In der "Weinbude" haben wir einen typischen Schnaps aus Island entdeckt - den gibt es jetzt zur Verdauung.



Und weil der Wind nun zum richtigen Sturm angewachsen ist, müssen wir heute Nacht das Dach einklappen und die Sitzecke zum Bett umbauen. Eigentlich ist das viel gemütlicher und kuscheliger wie der Schlafplatz oben, aber eben auch umständlicher. GUTE NACHT
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