YOYoshikawaThemenstarterGast24. Juni 2005 · Vorwort
Im Jahr 1992 zogen die Halbschwester meiner Frau und ihr Mann nach Namibia. Er war schon zu DDR–Zeiten in Libyen und Ghana als Straßenbau–Ingenieur tätig gewesen und nun von einer Consulting–Firma des Bundes nach Namibia vermittelt worden.
Sie luden meine Frau, mich und unsere zwei Kinder ein, sie in Namibia zu besuchen. Bis zur Zusage meiner Schwiegermutter, uns den Flug zu bezahlen, lehnten wir die Einladung als zu teuer für uns ab, danach sagten wir zu und...
...wir wurden 1993 nach einem dreiwöchigen Urlaub süchtig nach dem Süden Afrikas!
Es war nämlich ein traumhafter Urlaub! Die Namib, Etoscha, VicFalls: Einfach genial! Allerdings lernten wir auch Bekannte unserer Verwandten kennen –deutsch–stämmige Farmer in der Nähe von Grootfontein-, die ihre schwarzen Angestellten durchgehend als „Kohlensäcke“ bezeichneten. Ich war dadurch in meinem Gerechtigkeitsempfinden verstört und las nach meiner Rückkehr alles, was ich in den Bibliotheken Hannovers zur Kolonialisierung Afrikas finden konnte.
In den darauf folgenden Jahren boten die zunehmenden Web–Angebote der Publikationen in den Ländern des Südens Afrikas weitere Möglichkeiten, zu lernen. Ich verstehe meinen Aufsatz in der heutigen Zeit als eine Ergänzung zu den aktuellen politischen (Blair) und gesellschaftlichen (Geldof) Bestrebungen, Afrika zu helfen.
To be continued
Dekolonialisierung in Afrika und Asien
Zimbabwe
Namibia & Südafrika
Botswana
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GAGastThemenstarterGast24. Juni 2005 · ....und dazwischen: GEGENWART:
Auch wenn sich der Zusammenhang zu Deinem Thema nicht sofort,
und schon gar nicht Jedem sofort erschliesst, empfehle ich den nach-
stehenden Klick, als Spotlight auf die Verhältnisse der Gegenwart in
Namibia. Aber es handelt sich(nur) um einen Kommentar!!!! und er ist
"flüchtig", weil in ein paar Tagen nicht mehr auf der Titelseite
Gruss Charly
Namibian.com.na und dort die "Political Perspective" von Gwen Lister
YOYoshikawaThemenstarterGast24. Juni 2005 · Vorwort
Im Jahr 1992 zogen die Halbschwester meiner Frau und ihr Mann nach Namibia. Er war schon zu DDR–Zeiten in Libyen und Ghana als Straßenbau–Ingenieur tätig gewesen und nun von einer Consulting–Firma des Bundes nach Namibia vermittelt worden.
Sie luden meine Frau, mich und unsere zwei Kinder ein, sie in Namibia zu besuchen. Bis zur Zusage meiner Schwiegermutter, uns den Flug zu bezahlen, lehnten wir die Einladung als zu teuer für uns ab, danach sagten wir zu und...
...wir wurden 1993 nach einem dreiwöchigen Urlaub süchtig nach dem Süden Afrikas!
Es war nämlich ein traumhafter Urlaub! Die Namib, Etoscha, VicFalls: Einfach genial! Allerdings lernten wir auch Bekannte unserer Verwandten kennen –deutsch–stämmige Farmer in der Nähe von Grootfontein-., die ihre schwarzen Angestellten durchgehend als „Kohlensäcke“ bezeichneten. Ich war dadurch in meinem Gerechtigkeitsempfinden verstört und las nach meiner Rückkehr alles, was ich in den Bibliotheken Hannovers zur Kolonialisierung Afrikas finden konnte.
In den darauf folgenden Jahren boten die zunehmenden Web–Angebote der Publikationen in den Ländern des Südens Afrikas weitere Möglichkeiten, zu lernen. Ich verstehe meinen Aufsatz in der heutigen Zeit als eine Ergänzung zu den aktuellen politischen (Blair) und gesellschaftlichen (Geldof) Bestrebungen, Afrika zu helfen.
Dekolonialisierung in Afrika und Asien
1945 und danach
Wenn man sich eine politische Karte des Jahres 1945 anschaut, dann erkennt man, dass nicht nur Afrika, sondern auch Asien dem Kolonialismus Preis gegeben sind: Der Indische Subkontinent ist britisch (Indien, Pakistan, Bangla Desh), Indochina französisch (Vietnam, Laos, Kambodscha), Indonesien ist holländisch und Malaysia und Singapur britisch. Südkorea wurde im gleichnamigen Krieg in die Steinzeit gebomt!
Zur gleichen Zeit waren in Afrika Ägypten, Libyen und Äthiopien unabhängig. Wenn man nunmehr in Rechnung stellt, dass
Südkorea im gleichnamigen Krieg nahezu in die Steinzeit gebombt wurde,
Japan „nur“ die „Marschall–Plan–Mittel“ erhielt und im Vergleich dazu Afrika –je nach Quelle!– zwischen 600 Milliarden und 2 Billionen US bekam, dann muss man m. E. fragen. WARUM gibt es die Unterschiede?
OUT OF AMRICA, KEITH B. RICHBURG: Verkürzt gibt es hier den folgenden, bitterbösen Witz:
Ein schwarzafrikanischer und ein asiatischer Student werden jeweils nach ihre Studienzeit in ihren Staaten Wirtschaftsminister. Der Schwarze besucht den Siaten und bewundert dessen Reichtum. „Siehst Du da die Autobahn?“ „Ja!“ „10% für mich!“
Fünf Jahre später erfolgt der Gegenbesuch. „Siehst Du da die Autobahn?“ „Welche Autobahn?“ „Scheißegal, 100% für mich!!!!!!!!“
1945 und davor
Kolonialismus bedeutete nichts Neues mehr! Auch in den vorher gehenden Jahrhunderten gab es Kolonialismus in dem Sinne, dass die Starken die Schwachen in jeder Hinsicht ausbeuteten, auch uin Schwarzafrika. Das einzig Neue am sog. „Koloninialismus“ war, dass die Unterdrückung von einem Volk ausging, welches weit entfernt lebte.
Conclusio
Es gibt kein schwarzafrikanisches Land –mit Ausnahme Botswanas–, dem es jetzt bessser geht, als zur Zeit seiner Unabhängigkeit.
Zimbabwe
Namibia & Südafrika
Botswana
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YOYoshikawaThemenstarterGast24. Juni 2005 · Hallo zusammen,
nur zur Klarstellung:
die gesetzlichen Maßnahmen der Republik Südafrika nach dem Sieg der National Party im Jahre 1948 halte ich für eines der großen Menschheitsverbrechen!
Gruß, Michael
GAGastThemenstarterGast25. Juni 2005 · @Yhoshikawa:
Was soll das alles? Hast du versucht Links einzubauen? Für mich sieht das nach einem unvollständigen Text mit vollständgem Inhaltsverzeichnis aus und ist insofern etwas ärgerlich...
YOYoshikawaThemenstarterGast26. Juni 2005 · @Gast
Der Text ist in der Tat zunächst unvollständig, da noch im Werden. Ich werde die anderen Gliederungspunkte in nächster Zeit nachliefern.
Gerne liefere ich auch die von mir benutzten Quellen per PN oder Mail. Zur besseren Lesbarkeit habe ich darauf verzichtet.
Zimbabwe
Am Anfang der 70er-Jahre ist die Dekolonialisierung Afrikas weit fortgeschritten. Ausgenommen hiervon sind die portugiesischen Kolonien Angola und Mozambique. In Rhodesien hat sich die weiße Minderheit einseitig von Großbritannien losgesagt. Die Welt erkennt den Staat nicht an, dieser wird aber von Südafrika tatkräftig unterstützt. Genauso wie Südafrika auch Portugal in seinem für das kleine Land ruinösen Kolonialkrieg unterstützt. Portugal und Spanien sind in jener Zeit Diktaturen und in Griechenland herrscht Militärdiktatur.
Befreiungsbewegungen konnten sich zu jener Zeit nur an den Ostblock wenden, da der Westen im kalten Krieg mehr oder weniger offen mit Südafrika paktierte. Ihre Führer, die in nach der Unabhängigkeit in Regierungsfunktionen kommen, sind in Moskau oder Peking ausgebildet worden. In Zimbawe gibt es eines der letzten Politbüros dieser Erde.
In einem brutalen Krieg kann sich Ian Smith solange an der Macht halten, wie Südafrika ihn unterstützt. Als der politische Preis Ende der 70er für Südafrika zu hoch wird, zwingt dessen Premier Vorster Smith mit der Drohung an den Verhandlungstisch, ansonsten die Grenzen zu schließen. Zu jener Zeit war Rhodesien zu mehr als 90% auf die Handelswege Südafrikas angewiesen.
EINSCHUB: Heute ist zwar die Abhängigkeit nicht mehr ganz so hoch, jedoch könnte auch heutzutage ein Schließen der Grenzen Mugabes Herrschaft binnen Monatsfrist beenden. Südafrika schließt jedoch nicht nur seine Grenzen nicht, sondern liefert darüber hinaus noch Strom, obwohl die ESKOM jetzt schon riesige Außenstände hat. Armscor hat im März Hubschrauberersatzteile geliefert, damit Mugabe rechtzeitig vor den Vertreibungen seine Alouettes wieder in die Luft bekommt und es nimmt hin, dass mehr als eine Million Flüchtlinge aus Zimbawe auf den eigenen nicht sehr rosigen Arbeitsmarkt strömen. ENDE DES EINSCHUBS
Wie in Angola auch, gibt es in Zimbabwe zwei nabhängigkeitsbewegungen, die ethnisch definiert sind nach Shona, dem Mehrheitsvolk, und Matabele, dem Minderheitsvolk. Überraschend gewinnt Mugabes ZANU die ersten freien Wahlen. 1985 marschiert die Armee wegen angeblicher Umsturzpläne in das Matabeleland ein und ermordet zwischen 20.000 und 30.000 Menschen. Kein Thema für die Medien hier. Am Ende des Jahrzehnts ist Zimbabwe unter der ZANU–PF gleichgeschaltet.
Anfang der Neunziger unterwirft sich Zimbabwe den rigiden Regeln des IWF mit den üblichen Folgen für die Bevölkerung. Zum ersten Mal stellt sich die Machtfrage. Verschärft wird die Situation noch dadurch, dass Zimbabwe gemeinsam unter anderem mit Namibia im Kongo interveniert. Die immernsen Kosten trägt der Staat, die illegalen Profite aus Minenausbeutung und Holzhandel werden für hohe Militärs und ZANU–Funktionäre privatisiert. ZANU ist schon zu der Zeit mit zwei Firmenholdings in weiten Bereichen der Wirtschaft federführend.
Als Sündenböcke werden die kommerziellen Farmer mit den bekannten Folgen ausgesucht. Hierbei muss man wissen, dass Zimbabwe zwar der Brotkorb Afrikas war, jedoch nur um die 20% des Landes tatsächlich zur Landwirtschaft gut geeignet waren. Genau wie in Europa, wo nur noch ein Bruchteil der Bevölkerung sein Leben mit der Landwirtschaft fristet, ist auch der zahlenmäßige Anteil der Farmer, verglichen mit dem Rest der Bevölkerung sehr gering. Landwirtschaft ist in diesem Stil jedoch ein Geschäft, welches Wissen, Erfahrung und Kapital erfordert. Kein Wunder, dass Zimbabwe nun am Tropf der Welt hängt.
Die Bilanz:
- von ehemals 14,5 Millionen Einwohnern ist die Bevölkerung auf 11 – 12 Mio gesunken
- 2,5 Mio Flüchtlinge belasten Botswana und Südafrika
- die Arbeitslosigkeit beträgt mehr als 80%
- ca. 25% der sexuell aktiven Bevölkerung ist HIV–positiv, wöchentlich sterb en mehr als 3.000 Menschen an AIDS
- die Lebenserwartung ist von Mitte 50 auf 38 Jahre gesunken
- mindestens sechs Mio Menschen droht in den nächsten Monaten der Hungertod
- durch die Vertreibungen haben mehr als 300.000 Kinder keine Möglichkeit mehr, zur Schule zu gehen
- nach Schätzungen von Naturschützern ist der Wildbestand auf den Game Farms zu 100%, der in den kleinen Nationalparks zu 70% und der in den großen Nationalparks zu 40% zu Ernährungszwecken der Menschen benutzt worden.
YOYoshikawaThemenstarterGast26. Juni 2005 · @Charly
Ich würde mich freuen, wenn ich mit Dir diskutieren könnte, da mein Wissen und meine Einschätzungen "nur" angelesen sind und meine Erfahrungen nur aus der Ausnahmesituation "Urlaub" stammen.
Yoshikawa@lycos.de
Gruß, Michael
GAGastThemenstarterGast26. Juni 2005 · ...zuviel der Ehre, Yoshi!
Als geistiger Sparringspartner bin ich nicht (mehr) geeignet:
ich bin ein "Closed Shop", allerdings mit "open mind..."
Aber da findet doch in 4 Wochen ein SA/Namibia-Fan-Treffen statt!
Wenn Du die Geschichte Afrikas bis dahin "fertig" evaluiert hast..., das
wäre doch eine Gelegenheit zum Meinungsaustausch mit anderen?
Einzelheiten stehen an vielen Stellen, u.a. in www.southafrica.infoweb.com
dort unter "Chat-und Forikertreffen"....
Gruss Charly
PS: welche Ziele Du mit Deiner Fortsetzungsgeschichte verfolgst, ist auch mir nicht klar: schreibst Du Deine Diplomarbeit als "Collegium Publicum"?
YOYoshikawaThemenstarterGast26. Juni 2005 · Nein Charly,
mein Ansinnen ist eine Mixtur aus verschiedenen Gründen. Zum Einen macht man sich als Urlauber -so wie wir 1993 auch- in der Regel keinerlei tiefere Gedanken über das Ziel. Ich möchte durch diese Beiträge ein Bewusstsein dafür schaffen, dass diese wunderschöne Weltengegend ein schweres Erbe hat, welches die Menschen jetzt und in der Zukunft beeinflusst. Auch ist es für mich immer wieder erschreckend, wie wenig Menschen aus der Geschichte lernen! Zum Anderen bin ich fassungslos über die Bewunderung, die einem Diktator wie Mugabe von einem der Großteil der Bevölkerung in Namibia und Südafrika -außer den zimbabwischen Flüchtlingen natürlich!- entgegen gebracht wird. Ich schreibe mir also sozusagen meinen Frust von der Seele 😉
Mit den anderen Abschnitten wird es wohl bis zum nächsten Wochenende dauern. Mit Zimbabwe habe ich angefangen, weil sowohl SWAPO als auch der ANC enge Verbindungen mit der ZANU haben. Die namibische Regierungszeitung New Era bringt gemeinsam mit Zimbawe Papers eine Zeitung auf den südafrikanischen Markt. Die Zeichen stehen auch für Namibia und Südafrika schon an der Wand.
Gruß, Michael
GAGastThemenstarterGast26. Juni 2005 · Ich weiß nicht, wie tiefgründig du dich in die Situation in ZIm eingelesen hast yoshi, doch ein politscher Sturz durch die Schließung der Grenzen ist nicht wirklich einfach und ich kenne keine Quelle, die nicht gleichzeitig auf die unermeßlichen Risiken hinweist, die sich mit dem wohl wahrscheinlich folgenden politischen Chaos in Zim ergeben werden.
YOYoshikawaThemenstarterGast28. Juni 2005 · Namibia & Südafrika
Das heutige Namibia wurde vom Völkerbund nach dem ersten Weltkrieg, in dem Deutschland sein Kolonialreich verlor, Südafrika als einziges sog. C–Mandat zur Verwaltung übergeben. C–Mandat bedeutet, dass Südafrika sein Rechts– und Sozialsystem auf das Mandatsgebiet ausweiten darf. Eine jahrzehntelange Anbindung an den großen Nachbarn im Süden beginnt.
Um die Jahrhundertwende herrscht Krieg zwischen dem Britischen Empire und den Burenstaaten. Der organisierte Widerstand ist zwar längst erloschen, doch unabhängige Burenkommandos führen immer noch einen Guerillakrieg gegen die Briten. Letzendlich beginnen am 23. März 1902 doch Friedensverhandlungen, und im Mai unterzeichnen die 31 Burenführer den Vertrag von Vereeniging. Der Friedensvertrag gewährt dem Transvaal und dem Oranje-Freistaat als britischen Kolonien die Selbstverwaltung und lässt Afrikaans als Amtssprache zu; Großbritannien erklärt sich bereit, als Wiedergutmachung drei Millionen Pfund Sterling zu zahlen.
Der Vertrag von Vereeniging befriedet und vereinigt das weiße Südafrika zwar politisch, die Spannungen zwischen Buren und Briten waren jedoch nicht beseitigt. Auch nach der Gründung der Südafrikanischen Union 1910 blieben die Buren bis in die dreißiger Jahre weitgehend kulturell und sozial isoliert, und immer herrscht unter ihnen die Angst vor den Schwarzen.
Mit dem von Großbritannien gewährten Status als Dominion ist die Südafrikanische Union im Inneren souverän und die ersten gesetzgeberischen Maßnahmen zur dauerhaften Unterdrückung der schwarzen Mehrheit werden eingeleitet.
1911 Schwarze dürfen im Bergbau und bei den Eisenbahnen nur noch bestimmte Tätigkeiten wahrnehmen, sie werden auf Dauer in die Billigjobs abgedrängt.
1913 Der Landerwerb von Schwarzen außerhalb der Reservate wird verboten. Ihr Anteil am Land wird auf 7% fest geschrieben. Dieser wird 1936 auf die dann endgültigen 13% erhöht.
1923 wird die Grundlage gelegt, den Schwarzen spezielle Wohngebiete an den Rändern der weißen Städte zuzuweisen. Der Zuzug konnte begrenzt, nicht benötigte Arbeitskräfte in die Reservate zurück geschickt werden. Letzteres wird ab 1937 obligatorisch.
1945 Der Aufenthalt von Schwarzen in weißen Stadtgebieten außer zur Arbeit wird verboten.
1948 Daniel Francois Malans Nationale Partei besiegt in der Parlamentswahl mit einer Minderheit der Stimmen den Amtsinhaber Jan Smuts, und die eigentliche Ära der Apartheid beginnt.
1949 Wanderarbeiter verlieren ihre Arbeitslosenversicherung; Eheschließungen zwischen Angehörigen verschiedener Rassen werden verboten.
1950 Angehörige aller nichtweißen Bevölkerungsgruppen bekommen spezielle Wohngebiete zugewiesen; jeder Südafrikaner wird einer Rasse zugewiesen, wobei man durch die Behörden vom Weißen zum Mischling oder vom Mischling zum Schwarzen werden kann, jeweils mit den entsprechenden Folgen für Bildungs- und Berufsmöglichkeiten und den Wohnort; jeder sexuelle Verkehr zwischen Schwarz und Weiß wird zum Verbrechen; das Gesetz zur Unterdrückung des Kommunismus wird so weit gefasst, dass jeder Widerstand gegen die Regierung außerhalb der Gesetze Kommunismus und somit strafbar ist. Innerhalb der Gesetze ist er sowieso nicht mehr möglich.
1951 Die qualifizierte Arbeit von Schwarzen außerhalb ihrer eigenen Wohngebiete wird zum Verbrechen; die in der Kapprovinz wahlberechtigten Mischlinge werden aus den allgemeinen Wählerlisten gestrichen, Schwarze durften noch nie wählen; die Regierung darf Schwarze von öffentlichen und privatem Land vertreiben und bestimmen, wo sie sich stattdessen niederzulassen haben.
1952 Nur noch diejenigen Schwarzen, die länger als 15 Jahre ununterbrochen in einer Stadt gelebt haben oder entsprechend lange angestellt gewesen oder 10 Jahre ununterbrochen bei ein und demselben Arbeitgeber beschäftigt waren, dürfen noch in den Städten bleiben, für alle anderen ist der Aufenthalt dort auf 72 Stunden begrenzt; alle Schwarzen müssen jederzeit einen Pass vorzeigen können, der auch als Arbeitsnachweis und Nachweis begangener Straftaten dient.
1953 Die Bildungsinhalte für Schwarze werden definiert, sie orientieren sich „an der Natur und den Erfordernissen der schwarzen Menschen“; alle öffentlichen Einrichtungen (Krankenhäuser, Strände, Parkbänke, Verkehrsmittel) werden für Weiße und Nicht–Weiße getrennt eingerichtet, wobei deren Standards nicht gleich sein müssen und natürlich auch niemals sind.
1956 Die Schwarzen dürfen gegen Vertreibungen nicht mehr vor Gericht klagen. 1957 Schwarze haben nunmehr überhaupt kein Wohnrecht außerhalb der ihnen zugewiesenen Gebiete mehr, sie werden endgültig zu Wanderarbeitern.
1959 Die Grundlage zur Einrichtung zur Errichtung der Homelands wird gelegt: Die Schwarzen werden in acht Volksgruppen eingeteilt; Schwarze dürfen nicht mehr an gemischtrassigen Universitäten – nicht, dass es viele davon gegeben hätte!– studieren, es werden getrennte Bildungseinrichtungen für Weiße, Farbige, Schwarze und Asiaten eingerichtet.
1963 Schwarze dürfen dauerhaft nur noch in ihren Homelands wohnen.
1964 Schwarze können jederzeit aus einem weißen Gebiet ausgewiesen werden.
1967 Das Terrorismusgesetz erlaubt die Einkerkerung ohne Gerichtsverfahren oder Anwaltszugang bis zu 180 Tagen.
1970 Allen Schwarzen wird die südafrikanische Staatsbürgerschaft aberkannt und die ihres Homelands zugewiesen, unabhängig davon, ob sie dort jemals gelebt haben.
1976 Das Gesetz zur inneren Sicherheit erlaubt die Einkerkerung ohne Gerichtsverfahren oder Anwaltszugang jetzt bis zu einem Jahr, eine oft geübte Praxis führte zu „Viertelstundenfreilassungen“, nach denen ein neues Jahr begann.
Zum großen Glück für das Land kommt es, trotz der Verschärfung des Konflikts über die Jahrzehnte nicht zu einem allumfassenden Bürgerkrieg. De Klerk und Mandela schaffen eine friedliche Übergabe der Macht, und es sieht aus, als könnte es im südlichen Afrika neben Botswana und Namibia einen weiteren Grund zum Optimismus geben.
Die Bertelsmann Stiftung meint hierzu: “Während die Chancen der Transformation anfangs als sehr gut, vereinzelt als ausgezeichnet eingeschätzt wurden, werden die Perspektiven Südafrikas mittlerweile vorsichtiger beziehungsweise weitaus realistischer betrachtet. Für die weitere Entwicklung des Landes sind interne Faktoren entscheidend. Von zentraler Bedeutung ist die zukünftige Entwicklung des ANC und der Koalition. Pessimistische Szenarien gehen davon aus, dass Südafrika zu einem de facto Einparteienstaat bzw. einem Prädominanzsystem und der ANC aufgrund mangelnder checks and balances zunehmend korrupt und autoritär wird. Andere weniger pessimistische Perspektiven betonen mögliche Spaltungen des ANC. Anlass geben die massiven Spannungen in der Tripartie-Allianz und Flügelkämpfe innerhalb der breiten ANC-Bewegung. Diese Erwartungen scheinen aber gegenwärtig wenig realistisch zu sein.“
Wie sieht es denn nun aus?
Land: Wie in Zimbabwe ist die Landfrage ein sehr großes Thema. Zunächst sollte die Landumverteilung auf der Basis „Willing buyer – willing seller“ erfolgen. Mittlerweile wurden jedoch auch in Südafrika Gesetze geschaffen, die es ermöglichen, Land zu einem Preis zu enteignen, den die Regierung selbst festsetzt. Bisherige Ergebnisse Landübertragung von zumeist hochprofitablen Betrieben lassen das Schlimmste befürchten. In der Regel sind die Betriebe nach längstens 5 Jahren in den Bankrott gewirtschaftet worden, was die Regierung manchmal jedoch nicht daran hinderte, die Übernehmenden nochmals mit Kapital auszustatten. Hier rächt sich die Annahme, dass mit der reinen Landübergabe automatisch auch das Wissen und die Erfahrung für eine hoch industrialisierte Landwirtschaft übertragen werden.
Im Zusammenhang mit der Landfrage darf man auch nicht außer Acht lassen, dass seit 1994 mehr als 1.600 südafrikanischen Farmer ermordet worden sind. In sehr vielen Fällen wurde nichts gestohlen. Genauso wie die USA ein Problem des „tiefen Südens“ haben, hat Südafrika ein Problem des tiefen Nordens. Die Parole des PAC „One settler, one bullet“ wird praktiziert.
Häufig haben sich lokale „Warlords“ heraus gebildet, die noch lange vor einer Entscheidung über den sog. Land claim, bereits Parzellen auf dem Land der Farmer verkaufen, die Infrastruktur zerstören und so den Farmer zum Aufgeben zwingen wollen.
Auch in Südafrika wird die industrialisierte Landwirtschaft nur von einem relativ kleinen Anteil der Gesamtbevölkerung (~46.000) betrieben. Diese kleine Gruppe versorgt Südafrika mit Lebensmitteln. Ihre Vertreibung wird, ohne dass für ausreichend qualifizierte Nachfolger gesorgt wird, dazu führen, dass die Infrastruktur, die für derartige Landwirtschaft in einem von zunehmender Dürre bedrohten Land unverzichtbar ist, verrottet. Südafrika droht in absehbarer Zeit die Fähigkeit zu verlieren, sich selbst zu ernähren. Subsistenzwirtschaft reicht hierfür in keinem Fall aus.
Kriminalität: In Südafrika geschehen Jahr für Jahr rund 22.000 Morde. Alle 60 Sekunden wird in Südafrika eine Frau oder ein Kind vergewaltigt. Der Polizei fehlt es an Mitteln, Ausrüstung und Ausbildung.
Wirtschaft, Öffentlicher Dienst und Bildungswesen: 10.000de Fachkräfte aus allen Bereichen haben Südafrika seit 1994 jährlich verlassen. Bei allen Einstellungen greift die „Affirmative Action“, die zum Ziel hat, dass die jeweiligen Beschäftigtenzahlen, die ethnischen Anteile an der Bevölkerung zeigen. Dies führt zur Einstellung unqualifizierter Bewerber.
Hier rächt sich die Tatsache, dass die Generationen nach den Township–Aufständen der 70er in der Regel keinerlei Schulbildung mehr genossen haben. Das Gegensteuern nach Ende der Apartheid konnte bisher keinen Erfolg bringen, da die bis jetzt vergangene Zeit zu kurz war. Für die Zukunft wird sie nach jetzigem Stand keinen Erfolg zeigen, da die Lehrer schneller an AIDS wegsterben –obwohl es das nach dem Verständnis des Staatspräsidenten und seiner Gesundheitsministerin ja gar nicht gibt!–, als sie ausgebildet werden können.
Staatshaushalt: Dieser ist von Anfang an negativ, gibt jedoch immer genug her, um die zunehmende Korruption zu befriedigen. Von über 42 Millionen Einwohnern zahlen ja immerhin 1,4 Millionen auch Steuern.
Zurück zu Namibia.
Das Auswärtige Amt schreibt: “Die Wirtschafts- und Finanzpolitik von Namibia ist marktwirtschaftlich ausgerichtet. Die Voraussetzungen für eine wirtschaftliche Entwicklung sind relativ günstig: Neben dem Reichtum an Bodenschätzen und Fischbeständen, verfügt das Land über eine moderne Infrastruktur und gut ausgebildete Arbeitskräfte im formellen Wirtschaftssektor. Zudem ist Namibia auch für den Tourismus interessant. Dagegen stehen jedoch die Spaltung der Wirtschaft in einen kleinen formellen und einen großen informellen Sektor mit niedrigem Ausbildungsstand. Vorherrschend sind daher geringe Produktivität der Arbeiterschaft, geringer Umfang der verarbeitenden Industrie (vor allem Nahrungsmittel), ein kleiner Binnenmarkt mit langen Transportwegen, hohe Arbeitslosigkeit und Neigung zu strukturellen Haushaltsdefiziten.“
Aus dem Land heraus Namibia kann sich nicht selbst ernähren, da hierfür die Voraussetzungen nahezu völlig fehlen. Auch hinsichtlich der Versorgung mit allen Gütern des täglichen Bedarfs ist Namibia auf Südafrika angewiesen. Ebenfalls sind die Verkehrsverbindungen auf Südafrika ausgerichtet. Für das Anlocken von verarbeitender Industrie ist dies sowie der schlechte Aus–/Bildungsstand der Bevölkerung und die abseitige Lage hinsichtlich der Verkehrsströme ein nahezu unüberwindliches Hindernis. Somit erscheint es auf Sicht ein aussichtsloses Unterfangen, die Arbeitslosenquote signifikant unter die 40%–Marke (wie auch in SA) drücken zu wollen.
Die vom AA angesprochene „Neigung zu strukturellen Haushaltsdefiziten“ erscheinen ihren Prozentzahlen nach zwar nicht gewaltig (2004: 7,5%), sagen jedoch nicht die ganze Wahrheit. Namibia erhielt und erhält immense Summen Entwicklungshilfe. Deutschland z.B. zahlt die höchste Pro–Kopf–Summe an Namibia. Diese Summen wären jedoch dem Defizit noch hinzuzurechnen, da sie staatliche Maßnahmen finanziert. Zudem muss man in Rechnung stellen, dass Namibia streng genommen kein Entwicklungsland ist.
Eigentlich nicht vorhandene Gelder werden für die Unterhaltung einer von Beginn an defizitären Luftlinie, den Bau von Prestigegebäuden oder die Alimentierung des ersten Staatspräsidenten eher ausgegeben als für Erhaltung oder Verbesserung der Polizei oder Justiz. Zwar werden Verschwendung und Korruption von der Presse öffentlich gemacht, jedoch führen wegen der Ausnahmestellung der SWAPO und der durch ihre Mitglieder erfolgten Durchdringung von Wirtschaft und Öffentlichem Dienst diese Veröffentlichungen in aller Regel zu nichts.
Es wäre interessant zu sehen, wie SWAPO (oder auch ANC) bei einer wirklichen Opposition, die die Machtfrage tatsächlich stellen kann, reagieren würde. Angesichts der Ausfälle namibischer SWAPO–Abgeordneter gegen die Opposition im Zuge der Stimmennachzählung, erschiene mir ein Zimbawe–artiges Szenario durchaus wahrscheinlich.
Auch in Namibia ist die Landfrage ein großes Thema. Auch in Namibia wurde Landumverteilung dadurch möglich gemacht, dass Farmen zunächst dem Staat angeboten werden mussten. Dies hat bisher nicht die gewünschten Erfolge gebracht. Ob die in der letzten Woche veränderten Finanzierungsbedingungen für Käufer ein Einstieg in weitere Veränderungen des „Willing buyer – willing seller“–Prinzips ist, bleibt abzuwarten.
YOYoshikawaThemenstarterGast28. Juni 2005 · @konno
Logischerweise würde das Schließen der Grenzen und das Beenden der Belieferung Zimbawes mit Strom zu diesem Ergebnis führen. Jedoch ist zu erwarten, dass auch ein Warten auf den Tod Mugabes zu demselben Ergebnis führen wird.
Zum Einen ist das Land jetzt so ruiniert, dass es für die Nomenklatura nach dem Sturz nichts mehr zu erben gibt. Auch erscheint der Kurs Mugabes selbst in der eigenen Regierung umstritten zu sein. Es hat zwar keiner protestiert, aber auffallend viele haben die Vertreibungen gerade nicht verteidigt.
Zum Anderen sind auch die Shona in der ZANU-PF nicht eine Einheit, sonderen in mindestens drei größere Gruppen geteilt. Da Diktatoren niemals einen Nachfolger heran wachsen lassen, wird es da sowieso ein Hauen und Stechen geben.
Aber wie man es auch nimmt, für die leidende Bevölkerung gibt es kaum Aussicht auf Rettung.
Gruß, Michael
SWswisscheesThemenstarterGast28. Juni 2005 · Hallo Michael
Mir kommen Zweifel, ob ein Forum die richtige Plattform für Deinen historischen Exkurs zum südlichen Afrika.
Mein Rat, bau Dir eine eigene Hompage, lege dort alles ab was Dir ein Bedürfnis ist niederzuschreiben und poste hier einen Link dazu.
swisschees
GAGastThemenstarterGast28. Juni 2005 · Auch ich finde es schwierig über politische Themen zu diskutieren, die ohne Zweifel hoch komplex sind, wenn man sich aber nur über Literatur Informationen verschafft hat.
Aus der Sicht eines Außenstehenden Forderungen zu nennen, wenn man betreffende Länder (oder Land) höchstens aus Büchern oder Urlauben kennt, ist äußertst riskant.
Es ist einfach billig zu schreiben die Rechtfertigung für einen Sturz Mugabes wäre die Tatsache, das hinterher auch nichts besser wird. Der beste Widerstand kommt immer noch von innen. Es bleibt nur zu hoffen, das ein Tod nicht bestialische Unruhen mit sich bringen würde. Man kann sich nicht ausmalen, was dies für Auswirkungen auf Sezessionsbewegungen, ethnische Konflikte, weiße Farmer die "ihr" Land zurückwollen und internationale Interventionen mit dem Ziel von Gewinnmaximierung und und und hätte.
SWswisscheesThemenstarterGast28. Juni 2005 · Hallo Konno
Die Lage in Zimbabwe kann aus der demokratischen und rationalen Denkweise von Europäer wahrscheinlich gar nicht nachvollzogen werden. Auf der einen Seite sind viele Leute Mugabe dankbar, dass er sie von der weissen Vorherrschaft befreite un zudem ist er ein alter Mann und der Häuptling des Landes, darum gebührt ihm Restpekt.
Wir sehen aber, dass er das Land seit Jahren ruiniert und sich und sein Clan bereichert. Aber das sehnen seinAnhänger nicht oder wollen es nicht sehen. Vielleicht weil sie davon profitieren.
swisschees
GAGastThemenstarterGast29. Juni 2005 · Bezugnehmend auf den Zustand der übernommenen Farmen in Namibia
muß ich leider einen katastrophalen Zustand bestätigen. ( Februar 05 )
Wasserstellen werden nicht repariert, Vieh wird ohne Auswahl geschlachtet und verzehrt, Zäune nicht instand gesetzt, Raubzeug nicht kurz gehalten, Farmgebäude verlottern oder werden abgebrochen.
Aus Blechen wird eine Hütte gezimmert von ca. 10 m² in der alle nächtigen.
Auf meine Nachfrage wurde geantwortet diese ließe sich schneller säubern. (von den Farmerinen - keine unter 150 kg)
7 Farmen habe ich besichtigt und leider überall ein trauriges Bild.
3 Farmen waren gar von den neuen Besi(sa)tzern verlassen, wie mir schwarze Landarbeiter berichteten, nachdem das Vieh verzehrt und die Farm am Ende war aufgrund nicht durchgeführter Reparaturen.
Da ich selber Burenziegen züchte weiß ich wovon ich zumindest beim Vieh spreche.
Einen tollen neuen Bock konnte ich trotzdem erstehen und erwarte ihn die nächsten Tage - von einem schwarzen Landarbeiter.
GAGastThemenstarterGast30. Juni 2005 · ➡️ Ich verstehe nicht, warum die Farmerinnen nicht so viel wiegen dürfen wie sie wollen, :!:
➡️ ich verstehe nicht, warum die Menschen nicht so leben dürfen wie sie wollen (warum denn in europäische Farmgebäude ziehen ? ich wollte hier auch nicht in ein Nordamerikanisches Tipi ziehen, nur weil es Besatzer hinterlassen haben) :!:
➡️ und ich verstehe auch nicht warum sie auf der Farm keine traditionelle Subsistenzwirschaft betreiben sollen, anstatt einer gewinnorientierten marktintegrierten Landwirtschaft. :!:
YOYoshikawaThemenstarterGast30. Juni 2005 · Botswana
Botswana habe ich in die Liste der von mir näher betrachteten Länder nur deshalb aufgenommen, weil es das genaue Gegenteil von Zimbabwe darstellt. Aufgrund seiner Geschichte geht es auch entspannter mit dem Schwarz–Weiß–Antagonismus um, welcher für ZANU; SWAPO und ANC zur Obsession geworden ist. Vielleicht liegt es daran,. dass Botswana in weiten Teilen eine unfruchtbare Sandschüssel ist, die unter den Bedingungen des 19. Jahrhunderts auch keine Rinderzucht erlaubte und somit von weißen Siedlern verschont blieb. Hinzu kam dann der Glücksfall der Diamantenfunde. Bis heute kann man von Botswana wahrlich als der Schweiz Afrikas sprechen.
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Mit Blairs Schuldenerlass und Geldofs Aktivitäten, die Hilfe für Afrika zu steigern habe ich begonnen und möchte jetzt darauf zurück kommen. Dem Schuldenerlass stimme ich zu, da der Großteil dieser Gelder mittlerweile in der Schweiz oder auf den Caymans liegen. Vieles ist auch in Form von Aufträgen in die Geberländer zurück geflossen und vielleicht sogar etwas davon den eigentlichen Adressaten zugeflossen. Auf Rückzahlung der Schulden hoffen zu wollen, ist Wunschdenken. Angesichts der Zustände in Afrika halte ich jeden Euro Hilfe, der im Rahmen der bestehenden Strukturen gespendet wird, für weggeworfenes Geld.
Ich denke da an den Chief aus Sataras Reisebericht, der das Geld, welches für Schule und Krankenhaus gedacht war, für seine Autos ausgab. Solange die Menschen dort solche Verhaltensweisen ohne Gegenwehr hinnehmen, ist Hilfe vergebliche Liebesmühe. Um eine friedliche Revolution, wie in der Ukraine aber hinzubekommen, braucht es zumindest die Abwesenheit von Hunger und ein Mindestmaß an Bildung in der Bevölkerung. Und genau da beißt sich der afrikanische Hund in den Schwanz.
Auch ist es ja offensichtlich völlig egal, wer herrscht und ob er demokratisch gewählt wurde oder nicht. Das Horrorbeispiel hierfür bietet Kenia. Vor wzei jahren wurde dort nach unsäglichen Moi–Jahren die „Opposition“ ins Amt gewählt. In diesen zwei Jahren hat sie nach Schätzungen des britischen Botschafters (High Commissioner) über 600.000.000 $ beiseite geschafft!
Abschließend ein Ausblick auf die potentielle Zukunft der oben betrachteten Staaten. Die Abwesenheit von Arbeitsplätzen oder deren Schwund, Korruption und Verschwendung sowie autokratische Regierungen sind in der Zukunft eine der minderen Bedrohung dieser Staaten. Auch der Klimawandel mit zunehmend spürbaren Auswirkungen ist da schon viel schwerwiegender. Statt kommerzielles Farming zu zerstören, müsste es starke Initiativen zum Asubau der hierfür erforderlichen Infrastruktur geben. In dieser Hinsicht ist es fünf Minuten vor Zwölf.
Aber alle diese Probleme sind nichts gegen das Problem, welches diese Staatswesen in den nächsten 15 bis 20 Jahren pulverisieren wird, nämlich AIDS. Die aktuelle Rangliste nach UNAIDS lautet:
Namibia 31,3 % Durchseuchung der Bevölkerung zwischen 15 und 49, 200.000 Aidskranke und 16.000 Aidstote (2003).
Swasiland 38,8 % Durchseuchung der Bevölkerung zwischen 15 und 49, 200.000 Aidskranke und 17.000 Aidstote (2003).
Lesotho 28,8 % Durchseuchung der Bevölkerung zwischen 15 und 49, 300.000 Aidskranke und 29.000 Aidstote (2003).
Botswana 37,3 % Durchseuchung der Bevölkerung zwischen 15 und 49, 330.000 Aidskranke und 33.000 Aidstote (2003).
Zimbabwe 24,6 % Durchseuchung der Bevölkerung zwischen 15 und 49, 1.600.000 Aidskranke und 170.000 Aidstote (2003).
Südafrika 21,5 % Durchseuchung der Bevölkerung zwischen 15 und 49, 5.100.000 Aidskranke und 370.000 Aidstote (2003).
Aids ist der große Gleichmacher. Aids trifft den aktiven und produktiven Teil der Bevölkerung. Aids wird buchstäblich alle Bereiche, die ein Staatswesen ausmachen stark beeinträchtigen:. Gesundheitswesen, Schulwesen, Produktionsbetriebe, Handel, Transportwesen, Landwirtschaft, Militär, Polizei und Justiz, öffentliche Versorgung...
Die Voraussetzungen, dies aufzuhalten, hat wohl nur Botswana.
YOYoshikawaThemenstarterGast30. Juni 2005 · @ swisschees
Warum hälst Du ein Forum, welches doch dem Austausch von Informationen, aber auch Meinungen, dient, nicht die richtige Plattform ist?
@konno:
Es ist einfach billig zu schreiben die Rechtfertigung für einen Sturz Mugabes wäre die Tatsache, das hinterher auch nichts besser wird.
Da drehst Du mir meine Worte aber ganz schön im Mund um! Ich habe der Vermutung Ausdruck gegeben, dass auch ein Tod Mugabes zu dem Chaos führen dürfte, welches die Grenzschließung und die Einstellung der Versorgungslieferungen hätte.
Deine Anmerkung hinsichtlich der Diskussionsgrundlage möchte ich mit einem Bild beantworten. Kennst Du das riesige Wandbild, gegenüber dem Parlament in Kapstadt, welches die erste frei Wahl zum Thema hat? Wenn Du einen Meter davor stehst, dann siehst Du nur einen winzigen Ausschnitt. Schaust Du aus der Entfernung nach oben, dann sieht Du eine verzerrte Darstellung. Erst aus der Entfernung erschließt sich der Zusammenhang. Will sagen: Über Literatur und Web sind soviele Informationen in sovielen Bewertungschablonen und individuellen Aussagen verfügbar, dass aus meiner Sicht durchaus eine fundierte und ernsthafte Diskussion möglich ist.
Subsistenzlandwirtschaft ist schlicht nicht in der Lage, alle Menschen des Landes zu ernähren. Auch in Afrika wollen nicht alle Menschen auf einem Stück Land selbst für ihre Ernährung sorgen, sondern vielleicht Lehrer, Polizist, Richter, Bankangestellter oder Unternehmer werden.
Gruß, Michael
GAGastThemenstarterGast01. Juli 2005 · Komplex.., zu komplex? Kann/darf man Politik nicht diskutieren, weil sie
"zu komplex" ist??? Wenn so, dann darf man auch nicht "wählen gehen"?
Ein Staatshaushalt, um nur eine Punkt herauszugreifen, kann, KANN nicht
negativ sein. Er kann "defizitär" sein, "desaströs..., er kann jeder
buchhalterischen Weisheit widersprechend aufgestellt sein. Aber negativ
kann er per se nicht sein... Soviel dazu..
Zimbabwe, ach Gott! Zim ist ein Forunkel auf der so gerne glatten Haut der
Geschichte. Zählten wir die Pickel auf ihr, wir gingen allesamt als
pubertierende Zeitgenossen durch!. Darfur, Iran, Irak, Afghanistan, Tschetschenien, Kongo.. alles blühende Pickel...
Armenien, Gulag, Guantanamo,.. eine endlose Geschichte, besonders für uns Deutsche...
Änderungen der Grosswetterlage kündigen sich durch kleine Wolkentürme(der Hoffnung) an!! Der neue Präsident Namibias ist so eine
Wolke: er fliegt unspektakulär mit Air Nam, er verzichtet auf Statussymbole..
man befürchtet:" bisher", aber er tut es!!!! Warum nicht hoffen, dass
auch im "Traumland" eine politische Wende zum Besseren bevorsteht?
Viele, sehr viele, sehen und sahen den neuen Präsidenten als Zieh-
sohn des alten/Alten..
Ich habe das Gefühl, die (steuerzahlenden) Bürger von Namibia halten den Atem an, hoffend, es möge keine "Eintagsfliege" sein und Seine
Excellenz, Präsident Pohamba werde einlösen, was er verspricht....
Das wäre gute Politik und so einfach könnte sie sein..
Ch