La Leona schrieb: Warum hat es einen Hals wie eine Elenantilope?
Das ist rassetypisch für Bergzebras. Der "Airbag" gehört zur Grundausstattung dieses Equidenmodells. 😎
LG Logi
CarstenSThemenstarter388 Beiträge · seit 201724. Feb. 2024 · #22
Mittwoch 31. Januar Endlich mal wieder Frühsport! Um 5:30 aufgestanden und eine halbe Stunde Sport gemacht mit ner Fitness App. In den Campsites mit den vielen Nachbarn war das ja nicht möglich. Nachts hatte es anfangs etwas genieselt, dann kurz stark geregnet, dann aufgehört. Wir waren etwas unsicher, wie sich das auf die Trockenflüsse auswirken würde, ob es irgendwo in den Bergen stark geregnet hatte und nun womöglich die Revier abgingen. Bei uns war das Flußbett, in welches wir reinfuhren, ohne Wasser. Und dank des Regens war der Sand deutlich fester als gestern, so dass wir gut fahren konnten. Nach einigen Kilometern mündete aber ein anderer Fluß in unseren Flußarm, und der brachte Wasser! Vor uns war alles, so weit das Auge reichte, unter Wasser! Schlimm sah es nicht aus, aber wie war der Boden, wie ging es weiter? Also aussteigen und untersuchen. Es stellte sich schnell heraus dass (i) der Sand unter dem Wasser überall fest war, (ii) das Wasser nicht viel höher als knöcheltief war, und (iii) es vorne wieder trockene Stellen gab, es auch nicht tiefer wurde. Auch schien das ankommende Wasser nicht mehr zu werden, eher weniger.Es war keinen wilden Strom, sondern ein breites langsam fließendes Bächlein. Also zurück ins Auto und in Ruhe weiterfahren. Dabei stellte sich dummer Weise stellte heraus, dass ich am einzigen Ort stehen geblieben war, wo statt Sand Schlamm war. Zwar kein Problem für das Auto, aber die verschlammten Schuhe kamen in einen Plastiksack und ich zog andere an. Immerhin war im Gegensatz zu gestern Abend der Himmel nun frei, es war sonnig, und wir fuhren durch eine herrliche Landschaft. Anfangs waren wir noch etwas nervös, im Wasser zu fahren, doch das lies bald nach; da wussten wir noch nicht, dass noch viel mehr auf uns warten würde. An Tieren gab es nicht viel zu sehen. Aber an einer Kurve kamen Schwärme von Rosenpapageien zum Fluß geflogen, um Wasser zu trinken, und wie hielten an zum Fotografieren. Dann kamen wir in die herrliche Khowarib Schlucht. Ab hier war der Flußlauf dann auch trocken. Wir bestaunten die Schlucht und hielten an zum Frühstück: Kaffee, Tee, und Nutellabrot (Nutella aus Deutschland mitgebracht, deutsches Brot vom Bäcker in Mariental). Nun wurde es immer sandiger, und die App warnte uns vor Poweder Dust. Aber dank des Regens war dieser weniger schlimm, als in der Trockenzeit. Dann blieb ich beim Ausstieg aus dem Flußbett stecken, als ich die Böschung hochfuhr, wo auch durch den Pulversand tiefe Löcher waren. Ein Rad hing in der freien Luft. Also Diff rein und Auto raus, die Böschung hoch. So hatte uns der Morgen doch einiges an echtem 4x4 Feeling gegeben! Am Community Campsite und ein paar anderen Campsites vorbei. Dann hielten wir an, umd die Reifen aufzupumpen; wir hatten sie angesichts des Wassers und evtl. Schlamms auf 1 Bar runtergelassen. Denn bald waren wir auf der Schotterstraße Richtung Sesfontein unterwegs. Wir waren früh dran und ich dachte daran, den Umweg über Purros zum Hoanib zu fahren. Zwar mag ich persönlich Purros nicht so, aber Lindelani war noch nie in der Gegend gewesen und hatte noch nie Himbas getroffen. Da sahen wir plötzlich ca. 15k vor Sesfontein ein Himba Dorf neben der Straße, ein Living Museum (keines der offiziellen, aber dasselbe Prinzip). Wir hielten also an und besuchten das Dorf eine Stunde lang (150 NAM/Person). Es waren nur Frauen da, die Männer waren in Opuwo. Alle waren sehr freundlich und nett, und es war wirklich eine angenehme Atmosphäre. Die Frauen zeigten uns einen Begrüßungstanz, dann erklärte der Führer uns die traditionelle Kleidung, woran man verheiratete Frauen erkennt, wieviele Kinder sie haben, etc. Anschließend gab es eine Art gegenseitige Befragung. Wir holten eine Packung Smarties aus dem Auto und verteilten diese an die Kinder, wodurch das Eis ganz brach. Dann schauten wir gemeinsam die Bilder an, die ich von den Himbas gemacht hatte. Auch zeigten wir Bilder der Forschungssttation, wo wir leben, und von unserer Heimat in Baden-Württemberg bzw. Venda. Dann ging es in eine Hütte, wo uns erklärt und gezeigt wurde, wie sich die Himba Frauen mit Okker einreiben. Alles in allem ein schöner Abstecher, zumal wir die einzigen Touristen waren (und heute auch noch keine anderen gesehen hatten). Wir erzählten, dass wir den Hoanib fahren wollen, aber unsicher waren, wegen des Regens. Der Führer meinte, wenn der Fluß, der kurz nach dem Dorf die Straße überquert, noch fließen würde, dann wäre das eine schlechte Idee, ansonsten aber machbar. Nun, der Fluß lief nicht und es war kein Wasser mehr zu sehen, auch wenn klar war, dass er am Morgen geflossen war. Kurz danach waren wir in Sesfontein. Dort haben wir drei Eisblöcke gekauft (einer direkt für die Kühltasche, zwei kamen in den Engel) und Feuerholz. Besichtigung des Forts und dort an der Bar eine Cola getrunken, um das gute Wifi zu benutzen. Denn wegen des Regens funktionierte das MTC Netz nicht. Dann ging es weiter zum Hoanib. Die Fahrt zum Hoanib durch die Sandfelder war problemlos, nachdem wir wieder die Reifen auf 1,5 Bar reduziert hatten. Der Pulversand war auch hier kein Problem, durch den Regen war er viel fester, als in der Trockenzeit. Das Tor zur Conservancy war nicht besetzt, wir hupten und warteten 5 Minuten, aber es kam keiner. Egal, mir ist es eh lieber, an der Lodge zu zahlen. Das Elephant Song Camp sah von weitem gut aus, auch sahen wir jemanden dort rumlaufen, aber da es nicht unser Ziel war, fuhren wir einfach daran vorbei. Es war nun um 13:00 Uhr und wir waren nun dort, was ich als den „Anfang“ des Hoanib bezeichnen würde. Hier ist es selbst in der Trockenzeit grün und feucht, und dementsprechend grüner und feuchter war es nun. Nochmals zur Sicherheit aus dem Auto: Der Sand unter dem Wasser war fest, das Wasser höher als beim Khowarib, aber nicht sehr hoch. Auch sahen wir keinen weiteren Zufluß. Also los! Und durchs Wasser. Es war dann doch sehr viel Wasser. An einer Stelle, wo es tief aussah und ich den Verlauf nicht sehen konnte, stieg ich nochmals aus. Aber der Sand war fest und nach 50 Metern sah ich dann auch, wo es weiterging. Das war das letzte Mal, dass ich die Strecke kontrollierte. Teilweise war das Wasser, das ganz ganz langsam floß, doch etwas tiefer, bis übers Knie. Und so fuhren wir lustig den Hoanib hinunter. Während ich begeistert war, den Hoanib mal mit Wasser zu sehen (war meine vierte Fahrt hier), war es für Lindelani doch etwas stressiger, ständig durchs Wasser zu cruisen. Aber wir fanden überall nur festen Sand, niemals Schlamm. Nach einigen Kilometern wurde das Wasser dann wieder seichter, etwas über den Knöchel. Nun waren wir im eigentlichen Flußbett des Hoanbis, wie man ihn von Fotos kennt. Viel an Wildtieren hatten wir nicht gesehen, als wir zur Abzweigung nach Rechts kamen zum Waypoint in T4A, der mit „Shaded Picknick Spot“ bezeichnet ist, kurz nach dem Hoanib Tenten Camp. Hier wollten wir heute Nacht campen, aber da es noch früh war, fuhren wir weiter im Flußbett. Dann sahen wir immerhin einige Gemsböcke, Springbböcke, Paviana, und schließlich endlich auch einen Wüstenelefanten, einen Bullen, an den wir recht nah herankamen, langsam fahrend. Ziel erreicht, also umkehren, und zum Waypoint. Inzwischen war das Flußbett übrigens total trocken. Auf dem Rückweg sahen wir dann, wie der Fluß ganzlangsam runterkam. Wir stiegen aus, um zu filmen. Da der Sand heiß war, lief vor dem Fluß eine kleine Dampfwolke. Und das Wasser vorne war auch verdammt heiß, fast verbrannte man seine Füße! Wobei es nur wenige Zentimeter tief war. Der Waypoint in T4A war schön geschützt hinter einem großen Felsen, aber mit wenig Schatten. Also campten wir statt dessen an einer großen Akazie, die wir auf dem Weg dorthin gesehen hatten. Es war nun 16:00. Um 17:30 nochmals auf Pirschfahrt den Hoanib hinunten. Diesmal deutlich weiter, mehrer km hinter der Abzweigung nach Palmwag, Richtung Sceleton Coast. Auf dieser Pirschafahrt sahen wir zwei einsame Elefantenbullen (nicht zusammen), sollten aber keine Herde sehen. Dazu einen Baum voller Geier (warum, konnten wir nicht herausfinden), sowie einen Baum, unter dem eine große Herde Springböcke Schutz vor der Sonne suchte. Am Ende der Pirsch sahen wir dann auch eine einsame Giraffe; sollte die einzige sein, die wir dieses Jahr im Hoanbib sahen. Gegen 19:45 waren wir zurück im Camp und grillten gemütlich. Ein Auto des Tented Camps fuhr bei uns vorbei, und mitten in der Nacht um 3:00 nochmals zwei. War zwar kein Problem, aber der Platz hinter dem Felsen wäre vielleicht doch einsamer gewesen.
Enilorac65768 Beiträge · seit 201724. Feb. 2024 · #23
Ich bin auch noch zugestiegen und freue mich auf die Reise! Liebe Grüsse Caroline
2016: Südafrika mit Gardenroute
2018 : Vic Falls, Namibia, Botswana, Mauritius
2020: Kapstadt und Gardenroute
2022: Namibia
2024: Namibia und Südafrika
2026: Namibia und Botswana in Planung :-)
CarstenSThemenstarter388 Beiträge · seit 201725. Feb. 2024 · #24
Donnerstag 1. Februar Heute ging es nach Palmwag. Da wir den Hoanib nochmals bei Sonnenschein fahren wollten, ging es relativ spät los um 7:30. Auf dem Weg entlang des nun wieder fast überall trockenen Flusses sahen wir nochmals beide Elefantenbullen. Einer stand so malerisch neben einer Akazie, dass es wie auf einer Postkarte aussah. Außerderm sahen wir einen Augurbussard, ein neuer Tick auf unserer Vogelliste! Der Hoanib war viel zu schnell vorbei, als wir links in das Schottertal zur Palmwag abbogen, den sogenannten Crowthers Trail. In diesem Tal sahen wir viele Giraffen. Dann ging es hoch auf die Basaltebenen der Palmwag, ein rotes Geröllfeld. Gerade aus geht der Crowthers Trail, mit ein paar Abstechern links und rechts, die man machen kann. Wir fuhren zu den Kharakhaob Plains. Hier sahen wir ein herrliches Namaquad Chamäleon auf einem Quarzstein direkt neben der Straße stehen. Ansonsten gab es auf dem Trail viele, wirklich sehr viele Welwitschias zu sehen! Diese waren gerade in frischer Blüte, wobei die alten Blütenstände auch noch zu sehen waren. Erstaunlicher Weise sahen wir so gut wie keine Sechspunktwanzen („Welwitschia bug“), lediglich auf einer weiblichen Welwitschia ein einzelnes Pärchen. Auch sahen wir viele Anzeichen von Wüstennashörnern: Latrinen, Pfade und Fußspuren. Die Tiere blieben uns aber verborgen. Lediglich ein paar Springböcke, Gemsböcke, Strauße, und eine Giraffe gab es zu sehen. Die meisten Campsite auf dem Trail sind sehr offen und ohne Schatten. Zudem kamen wir gut voran. So fuhren wir weiter bis zum Xai Ais Campsite (Campsite C3), wo wir gegen 16:30 ankamen und die Nacht verbrachten. Hier gab es einige Bäume, die Schatten spendeten.
CarstenSThemenstarter388 Beiträge · seit 201726. Feb. 2024 · #25
Freitag 2. Februar Früh aufgestanden um 5:30, Frühsport gemacht, und die paar Kilometer zurück gefahren zur Kaias Quelle. Und tatsächlich hatten wir das große Glück, hier ein Wüstennashorn zu sehen. Ein kapitaler Bulle, der aber bei Ansicht des Autos schnell über die rote Geröllwüste wegrannt. Leider war der Aku meiner Kamera leer, so dass ich ihn nicht fotografieren konnte. Wir sind dann noch einen Loop gefahren, haben aber nichts Besonderes gesehen. Dann aus den Ebenen in die bergige Tourist Area von Palmwag. Außer Aussicht auch hier nichts. Bei der Lodge konnten wir dann immerhin unser Wasser auffüllen und den Land Cruiser etwas abwaschen. Durch das Fahren im braunen Wasser des Hoanibs, dass meterhoch um das Auto gespritzt war, war der Wagen doch von unten bis oben verdreckt. (In Springbok brauchten sie zwei Wochen später fast drei Stunden, um das Auto zu waschen, aber es hängt immer noch ein bisschen Hoanib daran). Nun ging es das letzte Mal auf diesem Trip durch den Veterinary Fence und auf guter Schotterstraße Richtung Süden. Aber es war immer noch das wilde Damaraland, und direkt nebend er Straße sahen wir Springböcke und Giraffen. Durch den kleinen Ort Bersig (kein Laden, wo man Brot bekommen könnte), links runter Richtung Sceleton Coast. Aber dahin wollten wir nicht. Statt dessen bogen wir nach ca. 30km kurz nach dem „Örtchen“ Wereldsend ein auf den Damaraland 4x4 Trail. (In Wereldsend = Weltenede hatte der berühmte Naturschützet Garth Owen-Smith gewohnt, Bruder meines Kollegens Norman Owen-Smith, Professor von Wits. Ich kann allen sein sehr lesenswerte Buch „An arid Eden“ über seine Arbeit im Kaokoveld und Damaraland empfehlen.) Der Trail, den wir nun fuhren, ist der 104km lange Trail „durch da Herz des Damaralandes“ des Buches der Linkes. Allerdings fuhren wir ihn in entgegengesetzer Richtung wie im Buch beschrieben. Die ersten 30km waren nicht besonders, ähnlich wie Palmwag, rote Basaltebene und Granit. Auch hier sahen wir Latrinen und Pfade von Spitzmaulnashörnern. Dabei muss man bedenken, dass es sich wegen des Veterinary Fences im Prinzip um zwei Populationen handelt, eine nördlich und eine südlich des Zaunes. Aber beiden Populationen scheint es inzwischen zum Glück recht gut zu gehen. Und das wird wohl auch in Zukunft so bleiben: Der WWF und die von Garth Owen-Smith (vor ein paar Jahren verstorben) und seiner (immer noch aktiven) Frau Margaret Jacobson gegründete NGO Integrated Rural Development and Nature Conservation (IRDNC), welche sich um den Nashornschutz kümmert, haben gerade erst einen Grant bekommen: 1 millionen US$ jedes Jahr, für die nächsten 50 Jahre! Bezahlt vom Legacy Landscapes Fund (LLF), der von der Bundesrepublik 2021 ins Leben gerufen wurde. Zurück zum Trail: Er zog sich etwas hin, die Landschaft war ok, aber nichts Neues. Etwas langweilig. Das änderte sich grandios, als wir in die Nähe des Huabs kamen: Die Berge, Täler, und das Flußtal boten eine atemberaubende Landschaft. Alle paar Minuten hielten wir an, um Fotos zu machen. Die Fotos zeigen aber in keinerlei Weise die unglaubliche Aussicht, die sich uns bot. Vor dem Huab fuhren wir einen Hügel hoch („Viepoint“ in T4A), der eine weitere atemberaubende Aussicht bot. Wir waren wirklich überwältigt.
Dann ging es runter und vor dem Huab bogen wir links ab, Richtung Huab Sümpfe. Diese hatten es mir sehr angetan, hörte sich das doch sehr abenteuerlich an. Im Netz hatte ich nicht wirklich viel dazu gefunden. Aber als Biologe stellte ich mir unter diesen Sümpfen so etwas wie im Okavango oder Zentralafrika vor, ein Biodiversitätshotspot voller Vögel und Getier, die im Wüstensumpf gedeien. Aber die Wirklichkeit war dann doch enttäuschen: Es handelt sich lediglich um ein sehr, sehr großes Riedfeld, also Schilfrohr. Das haben wir an einer feuchten Stelle in der Nähe der Forschungsstation auch, wenn auch ganz klein. Sicher gab es irgendwo auch Wasser oder feuchte Stellen. Aber um einen von Leben quirrlenden Sumpf handelt es sich bei den Huab Sümpfen nicht! 15:45 waren wir dann da, am Höhepunkt und Endpunkt des heutigen Tages: Dem Desolation Valley Viewpoint! Von hier hatten wir einen herrlichen Blick auf das durch den Huab geformt Desolation Valley und die Huab Sümpfe. Wir öffneten unser Schattensegel und saßen zufrieden da, die Aussicht genießend, und in Ruhe lesend. Es hätte nur noch ein Nashorn oder eine Herde Wüstenelefanten gefehlt! Immer wieder gingen wir vom Lesen die paar Meter zum atemberaubenden Aussichtspunkt. Und dann waren sie tatsächlich da: Unten in den Huabsümpfen graste eine kleine Herde Wüstenelefanten! Den ganzen Nachmittag lang konnten wir sie beobachten. Um 19:00 gingen wir noch auf eine kurze Wanderung an der Abrißkante entlang. Wir sahen deutliche Tracks am anderen Ufer und von uns aus zum Huab hinunter. Gerne würde ich die Gegend mal länger inspizieren. Es heißt aber, von hier aus könne man den Huab nicht entlang durch das Desolation Valley fahren.
CarstenSThemenstarter388 Beiträge · seit 201728. Feb. 2024 · #26
Samstag 3. Februar Um 5:30 aufgestanden, Frühsport, und im Morgengrauen losgefahren. Wir hofften, so früh vielleicht ein Wüstennashorn zu sehen, was aber leider nicht passierte. Heute wollten wir den Damaraland Trail fertig fahren und dann links in den Doros Crater Trail abbiegen. Dieser ist nur 70km lang, soll aber schwieriger sein, und man braucht angeblich mindestens einen Tag. Da inzwischen die Tracks ab dem Doros Crater von der dortigen Conservancy erneuert wurden, geht es tatsächlich sehr viel schneller! Nun, wir fuhren durch den Huab, was problemlos aber auch langweilig war, den Damaraland Trail entlang. Die Landschaft war geprägt von roten Bergen, die sicher normaler Weise eine tolle Kulisse bieten. Aber der Himmel war bedeckt, alles war irgendwie grau, und die Aussicht nicht berauschend. Nach einiger Zeit kamen wir zur Gai-Ais Quelle, ein grüner Punkt in der Wüste, wo wir Frühstückten. Eine Kamerafalle am Wasserloch zeigte, dass die Wildtiere hier beobachtet werden. Oberhalb des Wasserloches ist eine Ruine, in den Mauern versteckt ein Gästebuch, in welches wir uns eintrugen. Und weiter gings. Nach einiger Zeit machten wir eine Abstecher nach links, denn die T4A App zeigte uns an, dass hier versteinerte Bäume zu finden seien. Und tatsächlich fanden wir diese, erst nur einen, dann sahen unsere Augen mehr und mehr. Ein tolles Erlebnis, einsam in der Wüste diesen versteinerten Wald zu finden. Zwar nicht so viele und nicht so groß wie beim offiziellen Musem neben der C39, aber daür ist man eben nicht im Museum, sondern in der Wildnis. Und auch hier sieht man ganze Baumstämme und kann die Jahresringe zählen. Die Bäume sind ca. 280 Millionen Jahre alt, stammen also aus dem Perm, noch vor den Dinosauriern. Weiter gings. Wann wir von dem Damaraland Trail auf den Doros Crater Trail abbogen, wurde uns gar nicht bewusst, aber recht bald war ein großes Felsmassiv rechts von uns, welches wir als den Doros Crater vermuteten. Tatsächlich kam dann bald ein Informationsschild der dortigen Doros Conservancy, dann ging es rechts um den Crater herum. Es gab in der T4A zwei eingetragene Punkte, einer als Startpunkt für die Kraterbesteigung, einer als Aussichtspunkt. Wir fuhren am ersten Punkt erst einmal vorbei, weiter zum Aussichtspunkt. Bis dort war es aber doch ein rechte weiter Weg von gut 20 Minuten. Und ein Aussichtspunkt ist dort auch nicht wirklich, eine Art Parkplatz neben dem Berg. Allerdings waren wir der Meinung, auch hier den Krater besteigen zu können, und uns dann den Rückweg zum offiziellen Startpunkt der Kraterbesteigung sparen zu können. Es war 12:00 Uhr, schrecklich heiß, und es ging sehr steil nach oben, ohne Weg, durch das Geröll und Felsen. Solche wilden Wanderungen sind wir aber vom Goegap Nature Reserve gewöhnt, wo wir das jedes Wochenende machen. Trotzdem raste das Herz bei der Anstrengung und der Hitze wie verrückt. Nach 30 Minuten, die sich wie drei Stunden anfühlten, waren wir oben. Unser Stolz darüber war beeindruckender als die Aussicht in den Krater. Tatsächlich war die Aussicht vom Krater weg auf die Berglandschaft schöner. Aber immerhin hatten wir hier oben Netz und konnten ein paar Nachrichten schicken. Gegen 13:20 waren wir wieder unten und fuhren weiter. Die Straße ab hier war sehr gut und einfach zu fahren, und so waren wir bald am verbrannten Berg, und gegen 15:00 in Twyfelfontein. Wir besichtigten die beeindruckenden Felsbilder, eingrafiert vor hunderten bis tausenden vor Jahren. Manche Grafuren sollen über 10 000 Jahre alt sein, aber es ist schwierig, das genaue Alter zu schätzen. Gemacht wurden sie wohl von Buschmännern, auch wenn die lokalen Damaras behaupten, es waren ihre Vorfahren. Aber die Vorfahren der Damaras kamen hier erst viel später an. Auch die Eiszeitkünstler, welche in Europe vor 24 000 Jahren Hölenmalerei betrieben haben, oder gar vor 40 000 den Löwenmenschen bei Ulm geschnitzt haben, sind ja nicht die Vorfahren der heutigen Europäer. Besonder schön für uns Biologen waren noch die zahlreichen Taggeckos, die man hier beobachten konnte. Um 16:00 ging es dann weiter zum nahe gelegenen Damara Living Museum. Dieses macht offiziell um 17:00 Uhr zu, denn im Gegensatz zum Living Museum der Buschmänner bei Tsumkwe, das wir vor zwei Jahren besucht hatten, und dem Himba Dorf vor wenigen Tagen, wohnen die Damaras nicht dort, sonder kommen nur zum Arbeiten von ihrem ein paar Kilometer entfernten Dorf zum Museum. Das Museum ist aber sehr sehenswert, die Leute sehr freundlich, ja fröhlich. Allerdings hatten wir nach dem Besuch mehr Fragen als Antworten über die Kultur der Damaras. Diese scheinen wie die Buschmänner als Sammler und Jäger gelebt zu haben, aber auch schon früh Haustiere wie Schafe und Rinder von den Hererors übernommen zu haben, und betrieben teilweise auch Anbau von Gemüse, wodurch die Gruppen größer und seßhafter wurden. Auch waren die Damaras Eisen- und Kupferschmiede. Sie kamen wohl vor 1000 bis 2000 Jahren nach Namibia. Das passt auch mit neueren genetischen Studien zusammen, dass die Damaras zu den Bantus gehören, nicht zu den Buschmännern. (Anmerkung: Die Buschmänner bei Tsumkwe haben mir gesagt, dass sie sich als Buschmänner fühlen und nicht als San bezeichnet werden wollen. Sie als San zu bezeichnen wäre so, als würde man alle Europäer als Griechen bezeichnen). Nun war es 17:00 Uhr. Wir hatten die Wahlt, beim Aub-Huab zu campen und dort nochmals nach Wüstenelefanten zu suchen, von denen gestern eine große Herde gesehen wurde, oder zur White Lady weiterzufahren. Da es anfing zu rieseln und wir keine Lust hatten, den Reifendruck zur Fahrt im Flußbett abzulassen, fuhren wir weiter. Es waren dann aber noch fast 2 Stunden, bis wir müde am Campsite bei der White Lady Lodge ankamen.
vielen Dank für Euren Bericht und die schönen Fotos. Wir waren im Dezember auch u.a. im Hoanib, Huab und Doros Krater... 🙂 Am Huab haben wir leider nicht so viel Glück wie Ihr gehabt....WIr hatten am Huab Viewpoint übernachtet, waren am nächsten Morgen am Desolation Viewpoint und haben keinerlei Ellis im Flussbett gesehen (obwohl wir dann sogar noch die Runde über die andere Seite des Huab gedreht haben). Am Doros Krater sind wir auch bei glühender Hitze aufgestiegen (konnten Euch deshalb auch gut nachfühlen 😉 ) und fanden den Blick zurück in die Ebene fantastisch....Allein deshalb hatte sich für uns der Aufstieg gelohnt.
Schreibt schnell weiter...sind gespannt ....
Grüße Schnuppe
CarstenSThemenstarter388 Beiträge · seit 201729. Feb. 2024 · #28
sternschnuppe schrieb:Liebe Lindelani, lieber Carsten, , waren am nächsten Morgen am Desolation Viewpoint und haben keinerlei Ellis im Flussbett gesehen (obwohl wir dann sogar noch die Runde über die andere Seite des Huab gedreht haben). .
Wo und wie lange seid ihr denn da langgefahren? Eine Runde, oder den normalen Flußübergang genommen und am anderen Ufer langgefahren (wir hatten dort eine guten Track gesehen, aber nicht, wie weit der reicht).
CarstenSThemenstarter388 Beiträge · seit 201729. Feb. 2024 · #29
Sonntag 4. Februar Da die White Lady erst um 8:00 aufmachte, konnten wir heute richtig ausschlafen. Aber länger als bis 7:00 Uhr war es uns nicht möglich zu schlafen. Also gemütlich Kaffee getrunken und zusammengepackt, dann zur White Lady. Wir waren um 8:00 da, aber ansonsten nur die Frau vom Kiosk, die wir unterwegs aufgelesen hatten. Gegen 8:30 kamen dann die Guides. Aber die warteten noch auf weitere Touristen. Um 9:00 ging es dann los, neben Lindelani und mir noch eine kleine Gruppe von 5 Leuten aus Deutschland. Es war eine schöne Wanderung das Flussbett entlang zu den Felsmalereien, die 2000 bis 4000 Jahre alt sein sollen. Bei der White Lady handelt es sich um eine menschliche Figur, wahrscheinlich einen Schamanen. Über deren Entdeckung 1918 und falsche Interpretation (Frau, nicht Mann, zu schön, um von Buschmännern zu sein etc) wurde viel gesagt, was ich hier nicht wiederholen will. Neben dem Schamanen sind noch zahlreiche Jäger mit Speeren und Bögen zu sehen, sowie Gemsböcke und Zebras. Der Brandberg besteht aus hartem Granit, was erklären kann, warum es hier Felsmalereien gibt und nicht Grafuren, wie im Sandstein bei Twyfelfontein. Dann ging es zurück, insgesamt hatte die Tour zwei Stunden gedauert. Auf dem Rückweg hörten wir vom Tod von Hage Geingob, dem Präsidenten von Namibia, der zum Volk der Damara gehört hatte. Dann fuhre wir auf schöner Dirt Road am Brandberg entlang, Richtung Küste. Nach vielleicht 45 Minuten kamen wir auf die Gravel Road D2342, bogen aber bald auf eine Track Richtung Messum Crater ab. Dies sollte bei weitem die schlimmste und schlechtest Straße unserer Reise werden! Ca. 30km übelstes Wellblech, der katastrophale Trail often so breit wie das gesamte Flußtal, schrecklich anzusehen und schrecklich zu fahren. Die Schäden am Auto, die in Springbok repariert wurden wie leckende Stoßdämpfer, sind sicher von hier. Der ca. 130 Millione Jahre alte Messum Krater war dann auch die am wenigsten sehenswerte Sehenswürdigkeit des ganzen Trips. Entlohnt wurden wir Biologen dann aber bei der Fahrt vom Messum runter zum Atlanktik, als es teilweise durch riesige Flechtenfelder ging, die hier dank des Morgennebels existieren können. Kurz vor 14:00 kamen wir dann bei der Robbenkolonie von Cape Cross an. Und man glaubt es kaum, wir waren die einzigen Touristen, die ganz in Ruhe die Robben bestaunen konnten. Es lohnt sich halt doch, in der absoluten Nebensaison zu reisen! Die Kolonie war nicht so voll, wie ich es schon gesehen hatte, aber es gab schon einige Jungtiere. Die Replikate der 1484 von dem Portgugiesen Diogo Cao hier aufgestellten Kreuze schauten wir natürlich auch an. Zudem sahen wir zwischen Robbenkolonie und Gate eine riesige schwarze Masse am Strand, die sich dank Fernglas als abertausende von Komoranen herausstellte. Aber zu weit weg für scharfe Fotos. Dann ging es weiter nach Swakopmund, auf dem Weg noch ein Schiffwrack besichtigt. Dort um 17:00 angekommen stellten wir leider fest, dass das Brauhaus geschlossen war. Also zum Campingplatz Tiger Reef. Immerhin sahen wir auf dem Weg dorthin noch Pelikane am Strand, was uns sehr freute. Aber alles in allem fühlte es sich komisch an, nach über einer Woche Wildnis wieder in einer Stadt mit so vielen Menschen zu sein. Aber die Einsamkeit der Namib Wüste lag ja noch vor uns.
Hallo Carsten, vielen Dank für den schönen Bericht und die Bilder. Ich nehme an, ab dem „Örtchen“ Wereldsend bis zum Doros Crater ist ein Sat-Phone empfehlenswert, oder? Diese Strecke in anderer Richtung steht als nächstes auf meiner Tour-List. Beste Grüße Oliver
CarstenSThemenstarter388 Beiträge · seit 201701. März 2024 · #31
Heyde schrieb:Hallo Carsten, vielen Dank für den schönen Bericht und die Bilder. Ich nehme an, ab dem „Örtchen“ Wereldsend bis zum Doros Crater ist ein Sat-Phone empfehlenswert, oder? Diese Strecke in anderer Richtung steht als nächstes auf meiner Tour-List. Beste Grüße Oliver
Hallo Oliver, ich bin immer mit nur einem Auto unterwegs und so weit weg in der Wildnis wie möglich, habe aber noch nie ein Satellitentelefon mitgenommen. Aber Wasser für mindestens eine Woche. Nun, in ein paar Jahren wird eh jeder Starlink im Auto verbaut haben.
anbei die grüne Route, die wir gefahren sind. Müsst Ihr beim nächsten Mal auf alle Fälle auch machen - absolut lohnenswert. Auch wenn die Route nicht groß IM Huab fährt - so ist sie landschaftlich traumhaft schön.
Das ist der Weg, der in den Huab führt und den man (glaube ich) von dem Desolation Viewpoint aus gegenüber sieht...
Hier fährt man dann ein kurzes Stückchen am Rande des Huab...
Danach zu den Spectacular Rocks...
Und weiter in der Nähe des Huab bevor es wieder Richtung Süden geht...
Bei weiteren Fragen kannst Du Dich gerne melden... 😎
Grüße Schnuppe
CarstenSThemenstarter388 Beiträge · seit 201703. März 2024 · #33
Montag 5. Februar Nun waren wir also engültig der Wildnis entkommen, und während wir die ersten 9 Tage fast jeden Tag 10 Stunden oder mehr gefahren waren, sollte es ab jetzt deutlich ruhiger werden; aber nicht lanweilig. Wir schliefen aus bis nach 7:00, packten zusammen, und fuhren gegen 8:00 nach Swakopmund rein. Als erstes gingen wir zum Raith Deli, für ein deutsches Frühstück. Das Croissant war aber nicht so toll, und die harten runden Bretzeln eine Zumutung. Immerhin das deutsche Bauernbrot schmeckte sehr gut, und wir sollten morgen noch eines kaufen. Danach schauten wir den Leuchtturm und das Hafengebiet an, bevor wir zum MET Office gingen, um unsere Permits für die nächsten Tage in der Namib zu holen. Dann ging es in die Kristall Galarie, deren Kristalle und Edelsteine uns wirklich sehr beeindruckten. Dabei wurde uns, wie wenig wir über die Geologie Namibias wussten, weshalbe wir noch am selben Tag das (wie sich herausstellte) sehr empfehlenswerte Buch der Geologin Nicole Grünert kauften (der deutsche Titel ist „Namibias faszinierende Geologie“). Inzwischen hatten wir eine Message von Magic Dune Tours, mit denen wir vor 2 Tagen eine Tour zu Sandwich Harbour für Dienstag gebucht hatten. Um zu zahlen, gingen wir in deren Büro, das direkt beim MET Office ist, so dass wir wieder alles zurück laufen mussten. Dabei machten wir einen kleinen Bogen und kamen noch bei der deutschen Buchhandlung vorbei, wo ich mich noch mit einigen weiteren Büchern ausstatette; Biografien Deutscher in Namibia (werde ich beim nächsten Namibia Trip lesen). Auf dem Rückweg schauten wir noch beim Swakopmundmuseum vorbei. Eigentlich hatten wir keine Lust auf ein weiteres Museum, aber da der Eintritt gering war und das Museum sehr einladend aussah, gingen wir trotzdem rein. Wir wollten es nicht im Detail anschauen, sondern einfach die Atmosphäre genießen. Es ist noch ein altmodisches Museum mit Austtellungen und Schaukästen. In Deutschland sind ja inzwischen fast alle Museen interaktive und man sieht deshalb weniger Ausstellungsstücke. Aber uns gefallen eben noch die Ausstellungen, die atemberaubend sind, weil sie eine riesige Vielfalt zeigen, die man kaum verarbeten kann! Und das Museum in Swakopmund ist wirklich sehenswert und wir verbrachten dann doch mehr Zeit dort, als geplant. Dann noch Einkaufen beim Spar, und gegen 13:30 Uhr verließen wir Swakopmund Richtung Walfish Bay. Die Fahrt entlang der Küste mit den weißen Sanddünen links und dem wilden Atlantik rechts war wie immer sehr schön. Dann fuhren wir zur Dune 7, weil sie eben so berühmt ist. Allerdings war es uns zu touristisch, viel zu viele Menschen, und wir drehten um. Kurz vor Walfish Bay waren dann links wie eigentlich immer Flamingos zu sehen, in einer kleinen Feuchtlandschaft. Wir fuhren die kleine Dirt Road rein und beobachteten die Wasservögel. Dann gab es noch einen einstündigen Stop bei Toyota Walfish Bay, um den Keilriemen einstellen zu lassen, da dieser etwas schleifte. Danach gingen wir zu den Lagoon Chalets, wo wir heute campten. Der Platz war schön und sauber, die Toiletten luxeriös, aber die Duschen zu klein. Auf jeden Fall war der Platz mehr als genügend für uns. Gegen 17:00 fuhren wir dann zur Lagune von Walfish Bay, in der Hoffnung, hier viele Wasservögel zu sehen. Es war aber enttäuschend, zumal der Himmel in der Zwischenzeit bewölkt war, und alles grau aussah. Die Flamingos und Konsorten konnte man weniger gut sehen, als bei unserer kleinen Feuchtlandschaft zwei Stunden vorher; wie waren einfach zu weit weg. Da wussten wir noch nicht, dass der Höhepunkt für heute noch kommen sollte. Aber so fuhren wir frustriert zurück, zur Water Front von Walfish Bay, wo wir im Restaurant Anchors zu Abend aßen: Seafood Plater für zwei mit 4 Crayfish, also Langusten! Schmeckte gut, aber die Crayfish waren zu trocken, der Rest zu kalt. Habe schon sehr viel bessere Seafood Platers gegessen, aber schlecht war es nicht. Da wir nicht so lange bei der Lagune geblieben waren, wie gedacht, waren wir früher mit Essen fertig als gedacht, und es war noch hell, als wir zurück fuhren. Wir fuhren an der Küste entlang. Da sahen wir plötzlich ein Gruppe („Schwarm?“) von über 10 Pelikanen die Uferpromenade langlaufen! Sofort parkten wir und stiegen aus, die Kameras im Anschlag. Zwei andere Touristen waren bereits da, doch von den Pelikanen etwas verängstigt: Tatsächlich jagten die Pelikane die Touristen, die schnell hinter meinem Land Cruiser Schutz suchten! Ich weiß nicht, ob die Pelikane die Leute tatsächlich gejagt haben, oder denen hinterhergelaufen waren, in der Hoffnung auf Futter, immer scheller werdend, wie die Touristen immer schneller wurden. Auf jeden Fall bin ich Zoologe und lasse mich nicht von Vögeln jagen, die zwar groß sind, im Vergleich zu mir aber nur ein Sechstel oder weniger wiegen! Selbstwewusst lief ich also zwischen den Vögeln umher und machte Fotos aus weniger als einen Meter Entfernung, und die Pelikane zeigten weder Anzeichen von Furcht noch von Aggression. Auf jeden Fall ein atemberaubendes Erlebnis zum Ende des Tages!
CarstenSThemenstarter388 Beiträge · seit 201705. März 2024 · #34
Dienstag 6. Februar Um 5:45 trafen wir unseren Guide von Magic Dune Tours auf einem Parkplatz in Walfish Bay. Dieser fuhr in einem niedrig liegenden Toyota Fortunner mit Benzinmotor vor uns nach Sandwich Harbour, wir hinterher im hoch stehenden Ladn Cruiser mit dem schwachen 4.2 Dieselmotor. Via Funkgerät waren wir in Kontakt, der Reifendruck war auf 0,5 Bar runtergelassen. Wußte gar nicht, dass man so tief gehen kann, ich dachte, bei 0,8 Bar ist die Grenze. Ich war erst nicht so glücklich, einen Guide für 3500 NAM nehmen zu müssen und nicht alleine fahren zu können. Zumal ja auch mit Guides genug passiert: Letztes Jahr war das Auto einer Gruppe mit Guide im Atlantik veschwunden, dieses Jahr ist ein Guide im sich überschlagenden Auto ums Leben gekomme. Die Gefahr, von der Flut überrascht zu werden, besteht ja nur, wenn man sich nicht informiert hat, wann die Flut ist. Und am Strang langzufahren ist ja nicht gefährlich, es sind die Dünen, die Gefahr des Umfallens bieten. Nun, für viele Touristen ist das Dünenfahren das Spannende, wir wollten aber das „Wüste trifft Meer“ Erlebnis. Allerdings stellte sich heraus, dass man (1) eben nicht alles am Strand fahren kann, sondern in die Dünen muss, weil Teile des Strandes zu eng und zu feucht sind (gesehen haben wir das nicht, aber ich glaube das dem Guide mal), und (2) dass sich die Tracks ständig wegen Wind und Wellen ändern, die Tracks in T4A also nicht zuverlässig sind. So gesehen ist ein Guide sicher doch empfehlenswert. Mein 4.2er tats sich im Sand wirklich schwer, teilweise sehr schwer. Mit viel Schwung über Dünen und durch Kurven zu jagen mit einem schwankenden, hohen Land Cruiser, ohne zu sehen, wie es weitergeht, ist nicht so meines. So blieb ich mehrmals stecken und mußte in der Spur langsam zurück runter, um nochmals Anlauf zu nehmen. An einer Stelle war es wirklich kritisch, als der Land Cruiser aus der Bahn gekommen war und etwas schief am Abhang stand und somit nicht in der Spur zurück konnte. Aber wir blieben ruhig und schafften es sowohl langsam runter, als dann auch schnell hoch. Nach dieser Erfahrung fuhr ich dann doch wie eine gesengte Sau mit viel Schwung, um nicht mehr stecken zu bleiben. Der Himmel war bedeckt und die Sonne kam nicht raus, was die Stimmung etwas störte. Dafür waren wir die Einzigen. In der Hauptsaison sollen bis zu 40 Autos am Tag unterwegs sein und am Parkplatz am Ende der Strecke stehen. Na, das wäre ein Albtraum für mich, solche Massen an Leuten. Immerhin hatten wir viel Zeit, die Landschaft zu genießen. Auf dem Rückweg durch die Dünen grub der Guide noch einen Schwimmfußgecko aus. Ich war etwas zerrissen zwischen „armer Gecko“ und „cooles Vieh“, aber doch froh, dass wir dieses Tier zu sehen bekamen. Alles in allem war der Ausflug nach Sandwich Harbour lohnenswert und für mich etwas Neues. Wiederholen werde ich es aber wahrscheinlich nicht, es sei denn, ich habe zu viel Zeit und Geld. Einmal reicht mir. Dementsprechend hat Lindelani diesen Ausflug auch als nicht so überwältigend gerankt: Für sie waren ja viele andere Sachen neu die ich schon konnte, und damit sehenswerter. Wir waren gegen 11:00 zurück in Walfish Bay, pumpten die Reifen auf, fuhren nach Swakomund zum Brot kaufen, und dann in die Namib: Moonlandscape und Welwitschia Drive, alte Bekannte für uns beide, und dann zur Blutkuppe, wo wir gegen 16:00 Uhr eintrafen. Wir campten diesmal am nördlichen Rand, weil man von hier aus die Blutkuppe hochsteigen kann. Als wir ankamen, waren wir die einzigen, aber später kam noch ein anderes Auto, das von den 12 freien Campingplätzen natürlich den neben uns wählen mußte, warum auch immer. Höhepunkt hier war eine sehr schön gefärbte gehörnte Puffotter (die kleine horned adder) in der Toilette. Um 18:40 beganen wir dann zu Wandern, so weit hoch wie wir halt kamen. Aber ganz hoch kamen wir hier nicht. Trotzdem gab es herrliche Aussichten und tolle Felsüberhänge und Höhlen zu sehen, sowie einen schönen Sonnenuntergang. Als wir kurz vor 20.00 am Camp zurück waren, war es fast dunkel, und die Kohlen vom vorher angemachten Feuer waren fertig für den Braai!
CarstenSThemenstarter388 Beiträge · seit 201706. März 2024 · #35
Mittwoch 7. Februar
Bis 6:00 Uhr ausgeschlafen und dann die wenigen Kilometer bis zum Beginn the Rock Sculpture Trails gefahren. Dieser Wanderweg wurde 1995 von einem Schüler aus Swakopmund als ein Schulprojekt gemacht. Wenn alle Schulprojekte so produktive wären! Die Wanderung war einfach und schön. Wie der Name schon sagt, kommt man an vielen interessanten Felsformationen vorbei, dann geht es einen Hügel hoch, und von dort im Bogen zurück zum Parplatz. Insgesamt 7,5km. Wenn man vom Hügel stattdessen weiter zu den Tinkas geht, kann man die Länge des Trails verdoppeln. Nach 2 ½ Stunden waren wir zurück beim Auto. Nun fuhren wir durch den Namib Park, an den Tinkas vorbei, zum Wasserloch Gemsbok Water. Wir sahen ein paar Strauße, ein paar Springböcke, und Erdmännchen. Im Vergleich zu vor zwei Jahren, als wir das letzte Mal hier waren, war aber kaum Wild zu sehen. Ein Auto des Geierprojektes hielt neben uns an und man erzählte uns, wegen der seit Jahren anhaltenden Dürre wäre das meiste Wild entweder gestorben oder in die Berge der Pre-Namibi gegangen. Später bei der Forschungsstatio in Gobabeb erzählte man uns dasselbe. Und tatsächlich sahen wir während des Restes des Tages nichts, zumindest kein Wild, nur trockene verdorrte Landschaft. Recht früh kamen wir beim Campingplatz Homeb an. Die Fahrt in das Tal des Kuiseb Rivers, in dem der Campingplatz liegt, zeigte uns eine beeindruckende Landschaft: Tiefe Schlucht mit grünem Galleriewald, dahinter die tiefroten Sanddünen der Namib! Homeb liegt neben einem Dort der Topnaar Namas - die gerade eine Kuh schlachteten - ein paar Häuser und Hütten. Der Campingplatz liegt direkt daneben unter großen schönen schattenspendenden Akazien. Das ist auch der einzige Campinglatz der Namib, wo es Wasser gibt, viel und gut! Wir waren recht früh angekommen, gegen 14:30, und richteten uns für einen gemütlichen Nachmittag zum Lesen ein. Ein paar Kühe liefen durchs Camp, und am späten Nachmittag eine riesige Ziegenherde mit einem Schäfer und zwei Hunden. Schäfer und Hunde waren in der Mitte der Herde, wohl überzeugt davon, dass schon alle Ziegen kommen würden. Und die Herde war wirklich groß, weit über 100 Tiere, die mindestens eine halbe Stunde brauchten, bis alle durchs Camp gelaufen waren. Dem einen Schäferhund, der etwas zutraulicher war, warf ich etwas altes Brot zu, dass er begierig fraß. Es war heute wieder recht heiß. Zwei Stunden vor Sonnenuntergang, um 17:30, machten wir uns auf für die zweite Wanderung des Tages. Wir wollten Richtung der roten Sanddünen auf der anderen Seite des Flußes. Das trockene Flußbett zu durchqueren war kein Problem, aber der extrem dichte und auch breite Galeriewald, der war ein Problem! Es war nicht schön, einen Durchgang zu suchen. Tasächlich war es extrem unangenehm. Endlich fanden wir eine breite Spur im Galeriewald, der wir folgten, und dann noch etwas durchs Unterholz, und endlich waren wir auf der anderen Seite. Nun wurde es richtig anstrengend: Den steilen Berg hinauf, eine Mischung aus weichem und festen Sand, sehr steil. Unsere Herzen pochten wie verrückt, und wir waren heilfroh, als wir endlich oben waren. Nun ging es auf Schotter einfacher weiter, bei geringer Steigung. Aber wir hatten schon fast eine Stunde verbraucht, und die Sanddünen waren noch weit. Wir stiegen noch eine weitere Böschung hoch und sahen dann eine weite Schotterebene vor uns, an deren Rand die Sanddünen. Aber es war zu spät und wir kehrten um. Der Rückweg war etwas einfacher, da wir nun den breiten Weg durch den Galariewald fanden. Nun, zumindest nach einiger Zeit des unglücklichen Umherirrens fanden wir ihn. Der Weg brachte uns schnell zum trockenen Flußbett, und von hier waren es nur wenige hundert Meter zum Camp. Dort duschten wir und grillten dann, es war inzwischen stockdunkel. Und trotzdem hatte ich das Gefühl, nicht alleine zu sein. Im Licht der Stirnlampe entdeckte ich 20 Meter entfernt den Hirtenhund von heute Nachmittag, der zurück gekommen war. Ich warf ihm den Rest des trockenen Brotes zu, dass er nun gemütlich verdrückte, bevor er zurück zum Dorft trottete.
CarstenSThemenstarter388 Beiträge · seit 201707. März 2024 · #36
Donnerstag 8. Februar Kurz nach 6:00 gingen wir los, in das trockene Flußbett des Kuisebs. Den breiten Weg durch den Galeriewald hatte ich markiert, so dass wir diesmal deutlich schneller und einfacher durch waren. Der steile Aufstieg war dann wieder extrem anstrengend, die Aussicht aber herrlich. Dann ging weniger steil weiter und bald waren wir am Anfang der Schotterebene. Von hier war es dann doch noch ein recht langer Weg, bis wir am Ende der Sanddünen waren. 1 ½ Stunden nach Beginn der Wanderung waren wir dort. Wir waren ans hintere Ende einer langgezogenen Sanddüne gewandert und kletterten diese nun hoch. Erfreulicher Weise war der Sand sehr hart, es war also nicht anstrengend. Dann wanderten wir am Kamm der Sanddünen entlang zurück Richtung Kuiseb. Die Aussicht und alles war atemberaubend. Nicht so hoch und nicht so viele Dünen wie in Soussusvlei, aber dafür waren wir hier ganz für uns alleine! Nach 3 ½ Stunden waren wir zurück beim Camp und frühstückten. Wir waren sehr froh, diese Morgenwanderung gemacht zu haben! Da wir heute nicht viel vorhatten, lasen wir noch eine Stunde, dann brachen wir auf. Unser nächstes Ziel war die Forschungsstation Gobabeb, die nicht weit enfernt war. Ich hatte schon mehrmals Kontakt mit Kollegen von dort. Wir stellten uns vor und dass wir Kollegen seien, und ein Masterstudent war so freundlich, uns umherzuführen und über aktuelle Themen zu unterrichten. Er arbeitet so wie wir auch mit Kleinsäugern (Ökologie dreier Wüstenrennmausarten), so dass wir genug zum Reden hatten. Die meisten Studenten in Gobabeb sind aus Namibia, aber interessanter Weise meist bei südafrikanischen Universitäten eingeschrieben. Die haben einfach mehr Resource als die Uni in Namibia, und auch bessere Studienprogramme. Interessant war zu erfahren, dass die meisten Geldmittel aus dem Ausland kommen, und zwar von Forschungsprogrammen zum Klima. NASA und einige europäische Programme lassen regelmässig Luftmessungen hier in der Namib durchführen bzw. Luftproben nehmen. Und das wird dann direkt von den Leuten in Gobabeb gemacht. So wurde z.B. die ökologische Arbeit unseres Führers so finanziert, dass er einmal im Monat Luftproben für die NASA sammelt. Es war nun kurz vor 14:00 Uhr. Eigentlich hatten wir vorgehabt, heute nochmals durch die Namib zu fahren und bei den Tinkas zu campen. Aber da die Namib tot war, machten wir es uns einfach, und campten stattdessen beim Campingplatz der Namib mit der besten Aussicht: Dem Felsen von Mirabib! Dieser war weniger als eine Stunde von uns entfernt. Hier hatten wir wieder Ruhe zum Lesen, auch wenn es recht windig war. So kauerten wir hinter dem Land Rover unter dem Canopy, vor Hitze und Wind geschützt. Lindelani las das Geologiebuch, ich das Buch „Big History“ von David Christian, das die Geschichte vom Urknall bis zu uns beschreibt. Als die Sonne weg war, wanderten wir noch etwas am Felsen entlang und bewunderten die Aussicht, und dann bald den Sternenhimmel.
anbei die grüne Route, die wir gefahren sind. Müsst Ihr beim nächsten Mal auf alle Fälle auch machen - absolut lohnenswert. Auch wenn die Route nicht groß IM Huab fährt - so ist sie landschaftlich traumhaft schön.
Das ist der Weg, der in den Huab führt und den man (glaube ich) von dem Desolation Viewpoint aus gegenüber sieht...
Hier fährt man dann ein kurzes Stückchen am Rande des Huab...
Danach zu den Spectacular Rocks...
Und weiter in der Nähe des Huab bevor es wieder Richtung Süden geht...
Bei weiteren Fragen kannst Du Dich gerne melden... 😎
Grüße Schnuppe
Guten Morgen,
eine Frage, braucht man für die Tour ein Permit?
Lg Alex
1 x Kenia, 2 x Tansania, 2 x Südafrika, 5 x Botswana, 6 x Namibia
CarstenSThemenstarter388 Beiträge · seit 201708. März 2024 · #38
Guten Morgen,
eine Frage, braucht man für die Tour ein Permit?
Lg Alex
Nein, für den Damaraland Trail braucht es kein Permit, noch für den Doros Trail, noch für Desolation Valley.
CarstenSThemenstarter388 Beiträge · seit 201708. März 2024 · #39
Freitag 9. Februar Die Fahrt heute war recht kurz. Um 7:00 losgefahren, um 11:00 waren wir in der Naukluft. Etwas lange Diskussionen an der Rezeption, wo die Dame uns ausreden wollte, heute noch den Oliver Trail zu gehen. Es wäre viel zu heiß, man müsse früh morgens losgehen. Etwas verdruckts musste sie dann zugegeben, dass sie selber den Olive Trail noch nie gewandert war. Nun, erst hatten wir mal wieder viel Zeit zum Lesen auf dem Zeltplatz. Es war wenig los, es waren nur vier weitere Plätze belegt. Wir nahmen einen unten am Flußbett. Hier waren sehr viele Schmetterlinge unterwegs! Der Olive Trail ist 10km lang und man soll dafür 4 Stunden brauchen. Nun, das ist viel Zeit für nur 10km, aber da es steil hochgeht und der Weg nicht gerade eben ist, akzeptierten wir das mal so. Gegen 19:30 wird es dunkel. Also gingen wir um 15:30 los, vom Parkplatz des Trails, der ca. 10 Minuten vom Campsite entfernt ist. Es war heute wirklich heiß, 33°C, und die ersten 3 km ging es steil nach oben, und das in der prallen Sonne. Aber: Es war sehr windig und die Luftfeuchtigkeit war gering, so dass Schwitzen half, wir dadurch abkühlten, ohne tropfnass zu werden. Trotzdem mussten wir viel trinken, und die 2 Liter, die wir mitgenommen hatten, waren gerade genug für die Tour. Nach einer Stunde waren wir oben auf dem Plateau. Auf dem Weg nach oben war die Aussicht fast besser als oben. Auf dem Plateau ging es etwas gerade aus, dann ging es lansgam wieder hinunten, ein trockenes Flußbett entlang. War der Weg nach oben sehr gut gewesen, wurde es nun sehr steinig, und damit das Vorankommen schwieriger, obwobl es bald bergab ging. D.h. obwohl es runter ging, wurden wir langsamer. Noch im hellen Tagsschein erblickten wir einen Skorpion, sehr groß, aber trotzdem einer der sehr giftigen Gattung Parabuthus, die sonst ja eher klein sind. Ich war wegen der Größe verblüfft und auch wegen der Tagaktivität. Ich vermutete schon, dass dieses Exemplar womöglich einen Parasiten hat, der sein Verhalten beeinflußt. Später bestimmten wir ihn aber als Parabuthus villosus, dem bei weitem größte Skorpion dieser Gattung im südlichen Afrika. Und extrem giftig! Und tagaktiv! Ich denke mal, wenn man so groß und so giftig ist, kann man halt auch tagsüber rumlaufen, ohne gefressen zu werden. Nun ging es immer weiter in das Flußtal hinein, dass sich nach unten wand. Der Weg war sehr schwierig und langsam. Wir kamen nun in den Schatten und hofften auf Kühlung, aber vergebens. Denn hier fehlte das kühle Lüftchen, die heiße Luft hing zwischen den Felsen. Die heißen Felsen wirkten wie ein Ofen. Aber es war zum Aushalten, nur wurde es eben nicht wie erhofft kühler. Die Aussicht im Canyon war schön. Dann kamen wir an die schwierigste Stelle, ein tiefer mit stinkendem grünen Wasser gefüllter Spalt. An den Wänden waren Eisenketten befestigt, an denen man sich entlanghangeln sollte, aber es sah gefährlich aus. Am Office hatte man uns gesagt, links wäre die Kette lose, wir sollten rechts gehen. Aber rechts war die Kette viel zu kurz, man kam nur unter Gefahr des Absturzes an den Start. Lindelani schaffte es zwar, sah dann aber, dass die Kette zu kurz ist. Also zurück und an die linke Kette. Lindelani war nun etwas verunsichert, wollte aber trotzdem als erste gehen. Dabei machte sie den Fehler, die Kette wie ein Geländer in Hüfthöhe zu halten, anstatt mit ausgestreckten Armen daran zu hängen. Zwar sah ich das, sie brauchte aber einige Zeit, den Mutz zu finden, kopfunter an der Kette zu hängen. Und weiter vorne war eine Ankerung lose, aber man konnte trotzdem weiter. So brauchte sie gestresst gut 10 Minuten, um die Stelle zu passieren. Ich hingegen hängelte mich an der Kette entlang und war nach weniger als einer Minute unten. Das Zuschauen hatte geholfen zu sehen, wie die Kette zu handhaben ist. Weiter ging es im Flußbett entlang. Nach einiger Zeit kamen wir zu einem Wasserloch, einen Tümpel. Lindelani ging voran und hatte das Glück, dort eine Schwarze Mamba zu sehen, die allerding im Schilf verschwand. Wir warteten 5 Minuten, aber sie kam nicht wieder raus. Wir liefen weiter und sahen zwei oder drei schon ältere Zebrakadaver, die in der Nähe des Wasserloches gestorben waren. Nach fast 4 Stunden waren wir zurück beim Auto. Als erstes ein kühles Getränk aus dem Kühlschrank, dann fuhren wir zurück. Es fing an zu dämmern und uns kam das Auto der Ranger entgegen. Diese wollten nach uns schauen, ob auch alles ok war, da es schon spät wurde. Dabei waren wir genau in unserem Zeitplan. Danach am Camp braaiten wir gemütlich. Unser Licht zog einige interessante Insekten an, Ameisenjungfern, Grillen, und eine große grüne Heuschreckenart, was dann das letzte Highlight des Tages war.
CarstenSThemenstarter388 Beiträge · seit 201710. März 2024 · #40
Samstag 10. Februar Um 6:30 gingen wir los, auf den 18km langen Waterkloof Trail gehen, für den wir fast 10 Stunden brauchen würden. Das Auto parkten wir an der Rezeption, da man uns gesagt hatte, die Gefahr wäre groß, die Paviane würden es ansonsten während des Tages demolieren, wenn wir es unbewacht am Cmapingplatz lassen. An Getränken hatten wir die volle 2 Liter Wasserflasche dabei und vier weitere Liter selbstgemachten Eistee. Das sollte tatsächlich gut reichen, weniger wäre aber schon problematisch geworden. Wir sind den Trail so gelaufen, wie es der Plan vorsieht, also gegen den Uhrezeigersinn. Vorteil hier: der Anstieg ist viel weniger steil. Nachteil: Man läuft morgens im Schatten des Flußbettes, wenn man noch gar keinen Schatten braucht, und passiert die schönsten Rockpools gefüllt mit klarem Wasser, wenn es noch kühl ist und man keine Abkühlung braucht. Denn die ersten ca. 2 ½ Stunden wandert man durch dieses Flußbett. Dann wird es offener, die Bäume verschwinden und die Rockpools auch, es geht aber weiter das Flußbett entlang, mit sanfter Steigung. Nach circa 4 Stunden ist man auf dem Plateau, auf dem man ca. 1 Stunde lang weiterläuft. Dann geht es steil nach unten, man folgt einem anderen Flußbett, dieses ohne Bäume und ohne Schatten. Nach einiger Zeit kommt man an einen großen grünen See, dessen schlammige Wasser nicht zum Baden einlädt. Nach ca. 7 ½ Stunden gibt es dann aber doch ein paar Rockpools mit kühlem klarem Wasser, wenn auch nicht so schön, wie am Anfang des Trails. Dann sind es noch gut zwei weitere Stunden in der Hitze, bis man endlich am Campingplatz ankommt. Der Waterkloof Trail hat weniger schöne Aussichten wie der Olive Trail. Und auch keine Adrenalin steigernde Stellen wie die Eisenketten des Olive Trails. Wer also weniger Zeit oder weniger Kondition hat, dem sei der Olive Trail empfohlen. Wir waren trotzdem froh, und auch stolz, den Waterkloof Trail in der Hitze des Hochsommers gelaufen zu sein. Wir waren gegen 16:00 zurück im Camp und verbrachten des Rest des Tages mit Lesen und dem Beobachten der Paviane, die inzwischen im Camp eingetroffen waren.