Wir reisten von Ende März bis Anfang Juni 2023 als Ehepaar zum vierten Mal mit einem bei Bushlore gemieteten Toyota-Landcruiser-Bushcamper durch Namibia und Botswana, ergänzt um den Kgalagadi-Grenzpark. Statt viele Stationen im Eiltempo abzufahren, blieben wir an den wichtigen Wildtiergebieten lange: über eine Woche in der Etosha, fünf Nächte in Savuti, sechs in Third Bridge im Moremi. Diese Ruhe zahlte sich aus. In Savuti sahen wir wir Elefanten, die Tag für Tag denselben Kameldornbaum plünderten, bis er sichtbar litt, und in Third Bridge gelangen uns gleich zwei seltene Erstsichtungen. Über die ganze Reise verteilt kamen so auch andere neue Vogelarten hinzu, insgesamt 165. Nachts kamen Löwen, Hyänen und Honigdachse bis an die Campsites heran, einmal querten drei Wildhunde direkt vor uns die Piste. Auch die knapp 8.000 gefahrenen Kilometer verteilten sich entsprechend ungleich: lange Standzeiten wechselten mit einzelnen zähen Pistenetappen, etwa der Tiefsandstrecke von Savuti nach Khwai. Die gewonnene Zeit gab uns auch Spielraum, umzuplanen: Als uns kurz vor der letzten Station eine Staubwolke aus einem rasenden Konvoi abschreckte, strichen wir sie kurzerhand und verbrachten die freien Tage stattdessen in Swakopmund. Nicht alles war entspannt – im Kgalagadi-Grenzpark froren wir in eiskalten Nächten, und gegen Ende der Reise war die Luft raus. Aber genau dieses Verweilen statt Weiterhetzens war unser Ziel.
Selbstfahrer im gemieteten Toyota Landcruiser Bushcamper (Bushlore); in der !Xaus-Lodge zwei Nächte mit geführten Ausflügen (Walk, Nightdrive)
Fahrzeug
Toyota Land Cruiser Bushcamper (Dachzelt, zwei Kühlschränke, Solarpaneel)
Veranstalter
Bushlore (Fahrzeugvermieter/Ausrüster)
Unterkunftsart
Campingplätze mit Dachzelt, dazwischen feste Unterkünfte (u.a. Mushara Bushcamp, Mutoya Luxury Tent, Third Bridge Tented Camp, !Xaus-Lodge, Hansa Hotel Swakopmund)
Abflug 29. März 2023 ab Frankfurt, Rückflug ab Windhoek am 1. Juni 2023
Besonderheit
Vierte gemeinsame Reise durch dieselbe Region; geplanter Abschluss an der Blutkuppe wegen eines staubaufwirbelnden Konvois kurzfristig gestrichen, letzte Tage stattdessen in Swakopmund
CuFThemenstarter4’385 Beiträge · seit 201521. Juni 2023 ·
Wir haben es wieder getan! Hier folgt nun der kurze Bericht über unsere lange 4. Abschiedstournee.
Abflug 29.März 2023 Frankfurt Main Ankunft 30.März 2023 Windhoek 30.März bis 1. April Casa Piccolo Windhoek 1.April bis 4. April Erongo Plateau Camp 4.April bis 7. April Etosha Trading Post Campsite 7.April bis 12. April Etosha Mushara Bushcamp 12.April bis 14. April Maori Campsite Grootfontein 14.April bis 15. April Hakusembe Campsite Rundu 15.April bis 18. April Shametu Campsite Divundu 18.April bis 22. April Namushasha Campsite 22.April bis 24.April Mutoja Luxury Tent 24.April bis 26.April Muchenje Campsite Chobe 26.April bis 1.Mai Savuti Campsite 1.Mai bis 5. Mai Khwai Campsite 5.Mai bis 11. Mai Third Bridge Tented Camp 11.Mai bis 13. Mai Maun The Waterfront 13.Mai bis 14. Mai Kang Kalahari Restcamp 14.Mai bis 15. Mai Tsabong Kamelpark Campsite 15. Mai bis 16. Mai Twee Rivieren Campsite 16.Mai bis 18. Mai !Xaus Logde 18.Mai bis 19. Mai Mata-Mata Chalet 19. Mai bis 20. Mai Twee Rivieren Campsite 20. Mai bis 22. Mai Mata-Mata Riverfrontchalet 22. Mai bis 23. Mai Farmhouse Nähe Mariental 23. Mai bis 25. Mai Duwisib Campsite 25. Mai bis 28. Mai Naukluft NWR Campsite ----wurde gekürzt auf 25. Mai bis 27. Mai 28. Mai bis 30. Mai Blutkuppe ----wurde vor Ort gestrichen – stattdessen 27. Mai bis 29. Mai Swakopmund Hansa-Hotel 29. Mai bis 31. Mai Windhoek Casa Piccolo Abflug 1.Juni 2023 Ankunft Frankfurt
In dieser Zeit haben wir knapp 8.000 km zurückgelegt. Zur großen Belustigung von C. führte F. über die gesichteten Vögel Buch – wenn auch ihre Fertigkeiten nicht für eine Exeltabelle reichen. Trotz der für Vogelsichtungen ungünstigen Jahreszeit haben wir 165 Vogelarten wiedererkannt bzw. einige entdeckt, die wir vorher noch nie gesehen hatten. Nicht alle haben es auf Fotos geschafft.
Wir werden hier in den nächsten Wochen Beschreibungen der Unterkünfte einstellen, einige Fotos und ein paar kleine Videosequenzen. Vielleicht kann der eine oder andere Anregungen bekommen oder sich mit uns bzw. über uns amüsieren. Bis denne Friederike
Champagner8’759 Beiträge · seit 201021. Juni 2023 ·
Nur ganz kurz (denn ich sollte eigentlich bisschen Haushalt machen.... 🙄 ): ich bin natürlich dabei 🙂 , auch wenn ich euch um euren quasi Daueraufenthalt in Botswana ziemlich beneide! 🤩
Liebe Friederike, dritter! Ich bin sehr gespannt und freue mich über Erlebtes in Wort und Bild. Was für ein toller Reisezeitraum - Rentner*in müsste man sein... 😛
Wir freuen uns, dass nun euer Reisebericht auch kommt. Ihr habt bestimmt wunderschöne Fotos! 🙂 Ich habe jetzt meinen alten Rechner aktiviert und werde dann zeitnah auch den Rest unserer Tour reinstellen.
Ich bin auch gerne mit von der Partie ~ denn Amüsieren kommt bei mir derzeit leider viel zu kurz 🙄 Voller Vorfreude warte ich deshalb gespannt auf Deinen/Euren Bericht 🤪
Liebe Grüße Simone
Historie meiner 16 bisherigen Reisen ins südliche/östliche Afrika => 11/2001: NAM die Erste * 12/2003 - 01/2004: NAMIBIA Südtour * 03/2005: NAMIBIA ein runder Geburtstag in Windhoek/Tour mit Witti + Landy * 12/2007 -01/2008: NAMIBIA Südtour zum 2. mit Familie * 10-11/2008: Kurztrip nach NAM/wieder ein runder Geburtstag * 03/2011: NAMIBIA ~ Hochzeit der Schwägerin in Windhoek und kleine Tour * 09-10/2013: TANZANIA ~ 4 Wochen Familienbesuch * 12/2014 - 01/2015: NAM zum ersten Mal mit Dachzelt unterwegs * 07-08/2016: SÜDAFRIKA ~ 4 Wochen Kap und Gardenroute/Familienbesuch * 05/2018: KTP und mal wieder der Süden von NAMIBIA * 01-02/2020: NAMIBIAS Norden, Caprivi und ein bißchen BOTSWANA * 08-09/2021: BOTSWANA ~ Private Campingtour mit Bushways * 09/2O22: 3 Wochen SÜDAFRIKA mit Fokus auf Familie und Drakensbergen * 08-09/2023: BOTSWANA ~ 2. Private Campingtour mit Bushways * 02-03/2024: NAMIBIA ~ KTP und Südtour * 01-02/2026: 3. Private Campingtour mit Bushways
Dann leg' mal los, liebe Friederike! Ich freue mich auf eure Reiselektüre mit vielen Fotos.
Zur Zeit sitze ich starr wie ein Kaninchen vor der Schlange und warte auf die angedrohten Gewitterszenen. Dabei wäre heute Kultur im Stadtraum Stuttgart angesagt.
freshy schrieb:Dann leg' mal los, liebe Friederike!
Sag ich auch 😁 , denn wir werden bald einmal einige eurer Destinationen anfahren 😗 und sind schon sehr gespannt auf euer Fazit 🙄 meint die Margitta, ohne drängeln zu wollen 😁
Grüessli von der Gromi
Reisebericht 2015: ZA, BW, NA, ZA
Reisebericht 2018: NA, BW, NA
CuFThemenstarter4’385 Beiträge · seit 201522. Juni 2023 ·
Guten Abend Ihr vielen interessierten Mitfahrer - wie schön, Euch hier (und einige auch demnächst persönlich) zu treffen. Es geht dann auch gleich weiter! Liebe Grüße Friederike
CuFThemenstarter4’385 Beiträge · seit 201522. Juni 2023 ·
Seit September fieberten wir dem 27.März 2023 entgegen, an dem es zum wiederholt letzten Male nach Namibia und Botswana gehen sollte. Der Toyota Landcruiser Bushcamper war bei Bushlore gebucht, mails über Ausstattungen und Sonderwünsche gingen hin und her. Beatnicks Auskünfte über dieses Gefährt halfen sehr bei der Entscheidungsfindung. Dann machte uns Eurowings einen Strich durch die Rechnung und verschob den Flug kurzerhand auf den 29. März. Glücklicherweise war es möglich, die Abholung des temporären Zuhauses zu verschieben und auch den Aufenthalt im Casa Piccolo. Endlich kam der Tag der Abreise– wir wuchteten unser Gepäck – drei Koffer, zwei Fotorücksäcke, 1 Handgepäckköfferchen - ins Auto und los ging’s gen Frankfurt. Da die Kosten für das Unterstellen des Autos nur unwesentlich höher waren als die Kosten einer Bahnfahrt 1. Klasse, hatten wir uns erneut für diese Lösung entschieden – auch in Anbetracht der Streik-und Verspätungsandrohungen. So kamen wir ohne Verzögerungen an, wurden mit einem Shuttlebus zum Terminal gefahren und ließen es uns in der Lounge bis zum Abflug gut gehen.
Den Flug verschliefen wir und kamen morgens relativ entspannt in Windhoek an. Die vorab ausgefüllten Einreiseformulare, die wir von Logi bekommen hatten (danke nochmals!), verhalfen uns zu einer raschen Abfertigung bei überraschend freundlichen Beamten und der Mitarbeiter von Bushlore stand schon bereit. Nach dem Kauf von Aufladungguthaben für die mtc card (danke Sphinx!) und Geldabheben waren wir im Nu beim Autovermieter, wo das temporäre Zuhause schon bereitstand.
Die Einführung war sehr ausführlich und gründlich. Es zeigten sich nämlich diverse Mängel, die uns erst unterwegs aufgefallen wären (da gab es aber auch noch welche), u.a. waren die ausziehbaren Stangenfüße des Schattendachs defekt. Das musste nachgebessert werden. Auf Porta Potti haben wir nach einigem Zögern verzichtet.... Schnell waren auch die Einkäufe erledigt, man hat ja mittlerweile Routine und eine vorbereitete Einkaufsliste. Trotzdem fanden sich im Einkaufswagen wieder Dinge, die nicht auf der Liste gestanden hatten.... Der LCBushcamper ist ein wahres Raumwunder! Als wir im Casa Piccolo angekommen waren und anfingen, unsere Koffer aus- und den Inhalt ins Auto zu packen, haben wir nicht schlecht gestaunt. Unsere gesamten Klamotten, alle Einkäufe, die wir mit im Supermarkt organisierten Kartons nach „Sachgebiet“ sortierten und das Fotoequipment ließen sich sehr gut unterbringen. Wir hatten zwei Kühlschränke zur Verfügung, deren Batterien durch das Solarpaneel auf dem Zeltdach gespeist wurden. Das Dachzelt auf-und zuzuklappen war ein Kinderspiel - zumindest bis zu dem Zeitpunkt, an dem eine schlecht eingeschraubte Teleskopstange sich losgerappelt hat. Aber davon später.... Casa Piccolo - eine sehr schöne Unterkunft.
Sehr praktisch fanden wir die Möglichkeit, unsere Koffer dort die vollen zwei Monate abstellen zu können. Tags darauf gelang es uns, von der übellaunigen Dame im sehr versteckt liegenden Büro des NWR ein Permit für Naukluft und Blutkuppe zu ergattern. Wahrscheinlich fürchtete sie um ihre pinkfarbenen seeeehr langen Krallen beim Ausfüllen des Formulars... Beim Kalahari-Meat-und Biltong-Market in Klein Windhoek gab es leider weder Wildfleisch noch Bacon, so dass wir dort ein Rinderfilet kauften, das wir uns portionieren und vakuumieren ließen. In dem portugiesischen Restaurant daneben aßen wir recht gut zu Mittag, gingen dann nochmal in ein Einkaufszentrum, um Bacon zu kaufen und Wein und Gläser.... Wir können uns einfach nicht an die Metalltrinkgefäße gewöhnen..... Die letzte Nacht im Casa Piccolo wurde olfaktorisch etwas getrübt durch eine Gruppe Inder, die von Zimmer zu Zimmer schlenderten und ausgerechnet vor unserem Fenster ihre nach Nachkriegs-Marke-Eigenbau stinkenden Zigaretten rauchen mussten. Aber es gibt ja Schlimmeres!
Das erste Ziel, Erongo Plateau Camp, hatte schon vor ein paar Jahren auf unserer Übernachtungsliste gestanden. Damals hat uns dann der starke Wind davon abgehalten, dort zu nächtigen – d.h. wir sind gar nicht dorthin abgebogen, sondern gleich zu Omandumba weitergefahren. Dieses Mal hatten wir aber fest gebucht und fanden einen perfekt gefegten, sehr ordentlichen Campingplatz vor und ein vorbildlich sauberes und behindertengerecht angelegtes Sanitärhäuschen. Das dort ausliegende Gästebuch war auch voller Lobessprüche....
Der nette Angestellte – er hatte einen „biblischen“ Namen, an den ich mich blöderweise nicht mehr erinnere – war den ganzen Tag mit Platzpflege beschäftigt und versorgte uns auch mit Feuerholz. Nachtrag : Der Name des Mannes lautet Absalom!
Aber der Wind zerzauste uns ganz schön, es war schwierig zu grillen, so dass wir unser erstes Steak auf dem zweiflammigen Gasherd brieten. Da war auch die erste Reparatur fällig – mit Draht befestigte C. den wackeligen, abgebrochenen Gasring am Rahmen des gußeisernen Made-in-China-Gaskochers. Da war schon einmal sichtbar geschweißt worden, was aber nicht lange gehalten hat.
Auf dem Platz gab es Bülbüls, die ihre bettelnden Jungen fütterten, Longbilled Crombecs, Brubrus, Cardinal Woodpecker, Streifenskinks. Bei einer kleinen Wanderung fanden wir Zebra-und Steinböckchenköttel, sahen aber keine Tiere.
Am letzten Abend kamen abends drei Dik-Diks, eines davon ein Junges, vom Hügel herunter an der Campsite vorbei. Bei der Ausfahrt am letzten Morgen begegneten wir einem Kudupaar, sahen einen African Grey Hornbill und einige Gabelracken.
Das Erongo-Plateau-Camp war für uns der ideale Ort zum Akklimatisieren und Abstand gewinnen
Liebe Friederike , Auf die wiederholte Goodbye Tour bin ich auch gerne dabei. 🙂 Dank dir weiß ich jetzt auch wie ich mich am Schmarrnphone bedanken kann 😄
klar bin ich auch dabei - und sehr gespannt. Nicht nur, aber auch nicht zuletzt wegen der (beeindruckenden) Länge eures Trips. Davon träume ich auch. Irgendwann, wenn die berufliche Tretmühle ein Ende hat...