SkotchThemenstarter120 Beiträge · seit 201908. Jan. 2023 · #21
Champagner schrieb: Meine Pulas haben sich übrigens sehr über den Ausflug in ihre Heimat gefreut 🙂 - inzwischen müssen sie ihr Dasein wieder in meiner Sammelreisetasche "Camping NAM/BOT" fristen.
Hallo Bele, so lange müssen sich deine Pulas ja gar nicht mehr gedulden, bis sie wieder in ein paar Monaten zum Einsatz kommen und mit Dir auf Reise gehen 😉
Champagner schrieb: Als ich eben dieses Foto hier "zitiert" habe, bin ich vor Lachen fast von der Couch gefallen, die Bezeichnung ist äußert originell (und könnte von mir sein, wenn ich genervt bin vom Fotosortieren und Hochladen, mache ich manchmal auch solche Sachen 😉 ).
Danke, dass du mich da drauf aufmerksam gemacht hast 😄 Das war mir nicht bewusst, dass man meine bekloppten Bildunterschriften sichtbar machen kann 🤩 Da muss ich ja jetzt aufpassen, wie ich die Bilder benenne 😗
Champagner schrieb: Jetzt aber mal ernsthaft: findest du es nicht ein bisschen.....wie soll ich sagen.... frech 🙄 , als Botswana-Frischling gleich einen vogelvogel....ääähhh.......Paradise Flycatcher im schönsten Outfit hier rauszuballern, und dann auch noch am Stück 🤩 ??? Da fehlt ja nicht das kleinste Stückchen der Schwanzfedern.... 🙄 Andere versuchen das seit Jahren vergeblich.... 😣 Ein schlichter Bee-Eater hätte es für den Anfang doch auch getan... 😐 .
Ich fand den Flycatcher ehrlich gesagt gar nicht so besonders 🤪 Auf dem Gelände vom Discovery B&B gab es ziemlich viele von denen 😄 Aber freut mich natürlich, dass ich unbewusst schon so eine tolle Sichtung dokumentieren konnte 😎
Viele Grüße, Marcel
SkotchThemenstarter120 Beiträge · seit 201908. Jan. 2023 · #22
Tag 4: South Gate 26.10.2022
Natürlich waren wir schon vor dem Weckerklingeln wach 😉 Die Aufregung und Vorfreude war einfach zu groß. Wir haben die letzten Sachen gepackt und uns zum Frühstück begeben. Da mir doch etwas mulmig war, ob ich alles richtig geplant habe und unsere Route nicht doch etwas zu anspruchsvoll für Ersttäter ist, habe ich mich noch bei Marije erkundigt, ob wir im Fall der Fälle einfach zurückkommen könnten. Ja, irgendwo wird sich schon ein Plätzchen für uns finden lassen, sollte wir ganz verzweifelt wieder am Tor stehen, sagte Marije beruhigend 😗
Das Wetter war an dem Morgen ganz schön bescheiden. Bewölkt, etwas windig und in den frühen Morgenstunden hatte es auch etwas geregnet. Auch wenn es für Fotos nicht ganz perfekte Voraussetzungen waren, haben wir uns im Endeffekt dann doch über die etwas kühleren Temperaturen gefreut. Die letzten Tage waren es im Durchschnitt zur Mittagszeit um die 38 °C.
Wir rollten gegen 8 Uhr vom Gelände des Discovery B&B in Richtung Shorobe. Dort haben wir noch 6 Bündel Feuerholz gekauft und diese in die letzten verbliebenen Lücken im Kofferraum gestopft. Als die Teerstraße in Gravel überging, haben wir dann natürlich auch vorschriftsmäßig den Reifendruck von 2.00 Bar auf 1.80 Bar reduziert.
Keine hundert Meter auf der Gravel Piste unterwegs haben wir auch gleich das erste Wilde Tier gesehen: unsere erste Giraffe!
Von nun an sind wir eigentlich nur noch im Schneckentempo vorangekommen. Alle paar hundert Meter standen entweder Giraffen, Elefanten, Antilopen oder hübsche Vögel am Straßenrand. Den Abzweig zum South Gate konnte man zum Glück kaum Verfehlen.
Nach ca. 3,5 Stunden haben wir es dann endlich zum South Gate geschafft. Unsere Campsite Nr. 4 lag für uns recht ideal in der Nähe der Ablutions und wir haben uns erstmal mit all den Gepflogenheiten vor Ort vertraut gemacht und eine Mittagspause gemacht, bevor wir zu unserem ersten großen Gamedrive in die Black Pools Region aufbrechen wollten.
Gegen 14 Uhr ging es dann los: große Rundfahrt durch die Black Pools! Endlich konnten wir auch Bekanntschaft mit streckenweise ganz schön tiefsandigen Passagen machen. Wir haben dann auch herausgefunden, dass sich dieser schlüpfrige Tiefsand mit 4x4 doch besser fährt, als nur mit 2x4 😄 Den 4x4 hatten wir bis dahin nämlich ganz vergessen einzuschalten 🤩 Die Wege waren teilweise sehr dicht mit furchtbar stacheligen Akazien zu gewuchert und man musste sehr aufpassen, dass das Auto nicht gleich am ersten Tag schon die ersten Kratzer erhält. Auf Grund des „schlechten“ Wetters haben wir nicht sonderlich viele Tiere gesehen, aber die Sichtungen, die wir hatten, haben uns schon sehr begeistert und wir sind erst gegen 18 Uhr wieder zurück auf der Campsite gewesen.
Etwas später als geplant haben wir dann mit dem Abendessen begonnen. Es gab gegrillte Boerewors mit Röstkartoffeln aus dem Feuer und griechischem Salat. Als wir grad unsere Sichtungen des Tages resümierten, hörte ich hinter uns leichte knackende Geräusche. Ein Blick durch das Nachtsichtgerät enttarnte den Verursacher: ein Elefant bahnte sich seinen Weg zu irgendeiner ekligen Abwasserpfütze, um dort Wasser zu schöpfen. Vor lauter Schreck saß Schwiegermutter schon im Auto und mein Freund spachtelte das restliche Essen nur noch so in sich hinein, damit der Elefant bloß keinen Geruch in die Nase bekommt und mal gucken kommt 😄
Im Endeffekt fand der Elefant das Kloakenwasser doch appetitlicher als unser Abendessen und wir konnten unbehelligt nach dem Abwasch und der Dusche schlafen gehen. Müde waren wir von den ganzen Eindrücken auf jeden Fall.
Viele Grüße, Marcel
SkotchThemenstarter120 Beiträge · seit 201928. Jan. 2023 · #23
Tag 5 und 6: Third Bridge 27.10.-28.10.2022
Unsere erste Nacht im Dachzelt in der Wildnis war entspannt und gemütlich. Bis zum Einschlafen hörten wir noch die Elefanten das Wasser schöpfen und hin und wieder haben sie leise vor sich hin gebrummelt. Nachts ist es im Dachzelt ganz schön frisch geworden und wir waren froh, dass wir das dicke Bettzeug doch nicht gegen dünne Hüttenschlafsäcke eingetauscht haben. Pünktlich zum Sonnenaufgang gegen 5 Uhr waren wir alle wach, haben gefrühstückt und uns dann auf den Weg nach Third Bridge gemacht.
Unterwegs haben wir noch einen Abstecher in das Xini-Gebiet gemacht. Eine landschaftlich wirklich schöne Gegend und wir haben viele Giraffen, Elefanten und allerhand Antilopen beobachten können.
Bei der Navigation und Orientierung haben wir uns aber als Anfänger ziemlich schwergetan und viele Wege, die bei maps.me und Tinker eingezeichnet waren, schien es nicht zu geben. Dafür sind wir dann anderen Wegen gefolgt, die nicht eingezeichnet waren und sind schlussendlich wieder auf der Hauptpiste in Richtung Third Bridge gelandet.
Die Strecke zur Third Bridge hat sich dann doch mehr gezogen, als wir gedacht hatten und der Sand war stellenweise sehr tief. Am frühen Vormittag erreichten wir dann auch schon die First Bridge, welche für uns schon ziemlich baufällig aussah, aber noch in besserem Zustand war als die Second Bridge, wie sich später rausgestellt hat 😄 😕 Gut, dass wir erst nach unserer Reise von dem desaströsen Zustand der Second Bridge gelesen haben 😗
Hinter der Second Bridge hat sich landschaftlich einiges geändert und wir haben hier auch wieder mehr Tiere beobachten können.
Direkt an der Piste war ein kleines Wasserloch, was proppenvoll mit allerhand Vögeln gefüllt war. Wir kamen gar nicht hinterher, in der Tinker´s Map die gesichteten Vögel abzuhaken.
Auch rund um das Wasserloch war einiges los. Warzenschweine, Antilopen, Gnus und Zebras wuselten hier von links nach rechts und jeder ging so seinem Tagesgeschäft nach. Ein wirklich schöner Anblick!
Gegen Mittag haben wir auf der Campsite eingecheckt. Zu unserer Überraschung gab es am Gate kostenloses Wifi und wir nutzten die Gelegenheit, um uns kurz bei Freunden und Familie in der Heimat zu melden. Unsere Campsite Nr. 1 lag sehr schön ruhig direkt am Wasser, war nicht zu weit vom Waschhaus entfernt und hatte einen schönen Ausblick. Nur Schatten gab es zur Mittagszeit keinen und wir haben uns etwas entfernt von der Campsite unter einen großen Leberwurstbaum gestellt in der Hoffnung, dass die riesen Früchte noch fest genug am Baum hängen und keiner von uns von so einem Knüppel erschlagen wird 😉
Nach der Mittagspause haben wir die Third Bridge überquert und dort das Gebiet nördlich der Hauptpiste (Motlaba Island) erkundet. Außer ein paar größeren Giraffenherden haben wir dort nichts gesehen und wir entschieden uns, am späten Nachmittag wieder zurück zur Campsite zu fahren und schon mal das Abendessen vorzubereiten. Heute gab es eine Art Kartoffelgulasch mit Resten vom Rinderfilet.
Der Abend verlief zuerst relativ ruhig. Gegen 8 Uhr stieg in der Nähe des Gates eine ganz schön laute Party. Um Mitternacht war dann endlich Ruhe und es machten sich einige Fahrzeuge auf den Weg und überquerten die Third Bridge. Es gab ein lautes Rumpsen und eins der Fahrzeuge rammte wohl die Brücke. Wir hörten noch eine Weile, wie lauthals diskutiert wurde und am Auto rumgefuhrwerkt wurde, bevor es dann auch weiterfahren konnte und endlich Ruhe einkehrte.
Am nächsten Tag entschieden wir uns, nochmal kurz zur Motlaba Island zu fahren. Das Licht war echt schön aber außer Giraffen und einem fotogenen Schakal gab es auch heute nichts zu entdecken.
Am Gate fragten wir nach, ob irgendwo Löwen gesichtet wurden und wir erhielten den Tipp, dass an der Second Bridge ein Löwenrudel mit seiner Beute zu finden sei. Ansonsten würden wir mit 70 % Wahrscheinlichkeit bei einer Fahrt um die Mboma Island Löwen und/oder Wildhunde sehen. Na das hört sich ja vielversprechend an!
Tatsächlich sahen wir schon von Weitem, dass in der Nähe der Second Bridge viele Geier kreisten und sich sammelten. Dort angekommen war von den Löwen aber nichts mehr zu sehen. Stattdessen haben sich diese in ein Gebüsch auf einer Anhöhe recht weit entfernt vom Weg verzogen.
Ein Safari-Fahrzeug hat sich seinen Weg querfeldein dorthin ins Unterholz gebahnt, um die Löwen zu sehen. Da wir uns aber an die Regeln halten wollten und den Weg nicht weiter als nötig verlassen wollten, sind wir wieder ohne Löwensichtung umgedreht und zur Mboma Island gefahren.
Anfangs war der Weg ziemlich mühselig und es ging durch tiefen Sand und dichtes Gebüsch. Zuerst gab es einige Warzenschweine, Meerkatzen und Paviane zu sehen, die in aller Ruhe hier und da rumwühlten und puhlten.
Hätten sie gewusst, dass nur knapp 50 m weiter mehrere Löwen rumliegen, wären sie sicher nicht ganz so entspannt gewesen 🤪 Wir hatten großes Glück und direkt am Weg lagen sie! Einige Löwinnen lagen faul im Schatten, während andere die Umgebung inspizierten. Eine Löwin hat sich ganz besonders schön von ihrer fotogenen Seite gezeigt und posierte im diffusen Licht unter dem Baum.
Irgendwann setzte sich das Rudel dann in Bewegung und lief parallel zum Weg einige Meter weiter, um sich dann wieder hinzulegen. Nachdem das Rudel sich erneut erhob, um weiterzuziehen, hatten wir das Gefühl, dass ihnen unsere Anwesenheit irgendwie nicht gefiel. Wir entschieden uns, ihnen Ruhe zu gönnen und sind dankbar für diese tolle Erstsichtung zurück zur Campsite gefahren. Kurz vor dem Gate haben wir noch an einem Wasserloch angehalten und haben etwas das Treiben beobachtet.
Den Abend haben wir dann mit Lagerfeuer und Savanna Cider ausklingen lassen, bevor es ganz erfreut über die tollen Löwenbilder ins Bett ging.
Viele Grüße, Marcel
SkotchThemenstarter120 Beiträge · seit 201905. März 2023 · #24
Tag 7: Xakanaxa 29.10.2022
Am nächsten Morgen sind wir früh aufgebrochen. Nachts haben wir aus Richtung der Motlaba Island Löwengebrüll vernommen und wollten dort unser Glück auf eine Löwensichtung im schönsten Morgenlicht versuchen. Leider ohne Erfolg 🙁 . Über die Fourth Bridge sind wir dann nach Xakanaxa gefahren. Unser Plan war eigentlich das Gebiet zwischen Hamerkop Pools und Dead Tree Island zu erkunden. Wir sind jedoch ständig in einer Sackgasse aus Matsch und Schlamm gelandet und so entschieden wir uns einen relativ direkten Weg nach Xakanaxa einzuschlagen. Unterwegs konnte man die üblichen Verdächtigen beobachten.
Auf der Campsite Nr. 4 angekommen haben wir erstmal das Camp erkundet. Auf unserer Campsite gab es einen großen Hügel, vermutlich ein ehemaliger Termitenhügel, von dem man einen schönen Blick über die Schilfebene genießen konnte.
Später bemerkten wir wie neben unserer Campsite ein Büffel am Grasen war. EIN Büffel 🤩 ? Im Reiseführer stand irgendwas, dass einsame Büffel sehr aggressiv sein sollten?! Uns war etwas mulmig, da der Büffel schon recht grimmig geguckt hat. Wir konnten nicht verstehen, wie unsere Nachbarn so seelenruhig nur 10m von dem Büffel entfernt einen Kaffeeklatsch abhalten konnten. Dann entdeckten wir noch 2 Büffel einige Meter weiter. Also war es doch kein einsamer Büffel und folglich war er bestimmt nicht ganz so böse drauf 😉
Nachmittags sind wir zu den Paradise Pools aufgebrochen. Eine wirklich wunderschöne Gegend aus kleinen Lagunen mit vielen Vögeln und einigen Elefanten und Giraffen. Es war etwas schwer die Orientierung zu behalten, da auch hier gefühlt kein Weg mit denen auf der Karte oder bei maps.me übereinstimmte. Verfahren konnte man sich dennoch nicht, da das Gebiet ziemlich abgegrenzt ist und man früher oder später wieder auf der Hauptpiste landete.
Ein Pärchen Hornraben war ganz emsig nach Futter am Suchen und wir konnten sie eine ganz Zeit lang beobachten, wie sie einen kleinen Frosch nach dem anderen aufstöberten und in den Rachen katapultierten 😄
Zurück auf der Campsite haben wir erstmal den Grill angeschmissen und alles fürs Abendessen vorbereitet. Aus der Ferne hörte man ein ziemlich starkes Gewitter und der Himmel fing an sich zuzuziehen. Innerhalb weniger Sekunden wurde aus dem lauen Abendlüftchen ein starker Sturm. Das ganze Camp war in Staub und Sand gehüllt. Unsere Sachen flogen durch die Gegend, die aufgebauten Dachzelte hat es ordentlich umgehauen und unser Abendessen lag irgendwo im Sand. Zum Glück gab es keine Schäden und so versuchten wir noch das Beste aus unserem sandigen Abendessen zu machen. So schnell der Sturm aufzog, so schnell war er auch wieder verschwunden und wir hatten eine ruhige Nacht. Fast. Kurz vor Mitternacht kam ein Flusspferd an Land und fing direkt neben unserem Auto an zu Grasen. Wenn man es nicht selber erlebt hat kann man sich gar nicht vorstellen, wie laut diese kleinen Dickerchen schmatzen und grunzen können 😄 .
Viele Grüße, Marcel
SkotchThemenstarter120 Beiträge · seit 201905. März 2023 · #25
Tag 8: Khwai North Gate 30.10.2022
Heute folgt eine Etappe, auf die ich mich besonders gefreut habe 🙂 . Es geht in das schöne Khwai-Gebiet! Wir haben den Morgen gemütlich angehen lassen und sind später als sonst aufgebrochen. Unterwegs haben wir beim Dombo Hippo Pool angehalten und dort etwas das Geschehen beobachtet. Sonderlich viele Hippos oder andere Tiere hat man aber nicht gesehen. Es war schon recht heiß am frühen Vormittag und so hat man allerhöchstens mal einen Kopf aus dem Wasser gucken sehen.
Wir sind auf Höhe der Sexugu Plain von der Hauptpiste abgebogen, um dort dem Khwai zum North Gate zu folgen. Von weitem haben wir schon eine ziemlich große Herde Elefanten gesehen, die dort im Khwai am Baden war. Wir haben uns dann vorsichtig der Herde genähert und zugeguckt, wie Groß und Klein im Wasser und Matsch rumtollten.
Kurz vor dem Gate haben wir dann noch eine Giraffe entdeckt 😗
Gegen Mittag sind wir dann auf der North Gate Campsite Nr.3 angekommen. Die Campsite bietet einen wunderschönen Blick auf den Khwai. Am Nachmittag hatte es sich etwas zugezogen, sodass hier die Hippos aus dem Wasser kamen und genüsslich grasten. Wir haben dann entschieden, heute keine größere Tour zu unternehmen, sondern etwas zu entspannen, den Hippos zuzugucken, Wäsche zu waschen und später noch kurz nach Khwai Village zum Einkaufen zu fahren. Beim kunterbunten „Supermarkt“ konnten wir auch direkt Diesel kaufen, was mich bezüglich unserer anstehenden Tour über Savuti nach Kasane ziemlich beruhigt hat 😉
Zum Abendessen gab es dann Nudeln mit Tomatensauce. Am Gate hat man uns vor aufdringlichen Hyänen gewarnt und so wollten wir kein Risiko eingehen und sie womöglich mit dem Grillgeruch anlocken. Als es dunkel war haben wir mit der Wärmebildkamera die Umgebung abgesucht aber konnten außer Hippos, Antilopen und Schakale nichts erkennen, was es womöglich auf unser Essen (oder uns) abgesehen hat 🤪 .
Sadie1'835 Beiträge · seit 201506. März 2023 · #29
Danke sehr für den unterhaltsamen Bericht! Richtig gut gemacht. Das mit dem Diesel in Khwai Village würde mich auch interessieren. Gibt es eine Pumpe oder wurde da mittels einem Kanister der Tank gefüllt? Kann man denen trauen dass nicht Wasser dabei ist? 🤩 Liebe Grüsse von Katrin
SkotchThemenstarter120 Beiträge · seit 201906. März 2023 · #31
Sadie schrieb:Danke sehr für den unterhaltsamen Bericht! Richtig gut gemacht. Das mit dem Diesel in Khwai Village würde mich auch interessieren. Gibt es eine Pumpe oder wurde da mittels einem Kanister der Tank gefüllt? Kann man denen trauen dass nicht Wasser dabei ist? Liebe Grüsse von Katrin
Hallo Katrin,
der Diesel wurde aus Kanistern in den Tank gefüllt. Ich denke schon, dass das vertrauenswürdig ist. Das würde sich sonst sehr schnell rumsprechen, wenn da gepanscht wird. Wir hatten jedenfalls danach keine Motorprobleme. Es gibt sonst in Khwai auch noch einen Mann namens Patrick, der ebenfalls Diesel aus Kanistern verkauft. In der DriveBots Gruppe auf FB wurde schon oft (positiv) über ihn berichtet.
Moin Marcel, herzlichen Dank für den tollen Bericht und die schönen Bilder bis hierher! Macht einfach großen Spaß zu lesen, vor allem, wenn man die Gegend kennt. Danke! Viele Grüße Martin
SkotchThemenstarter120 Beiträge · seit 201925. März 2023 · #33
Tag 9: Magotho 31.10.2022
Auch in der Nacht gab es keinen weiteren Tierbesuch, zumindest keinen, von dem wir etwas mitbekommen haben. Lediglich die Hippos im Khwai hörte man genüsslich grunzen und plantschen. Am nächsten Morgen gab es zum Frühstück noch einen tierischen Besucher, der ganz genau beobachtet hat, ob vielleicht doch mal ein kleiner Brotkrumen zu Boden fällt 😄
Mittlerweile waren wir Profis im Zusammenpacken und jeder Handgriff sitzte. Schnell war alles wieder eingeladen, die Dachzelte verstaut und wir haben uns auf den Weg gemacht. Ziel des Morgens war das Gebiet östlich der Campsite direkt am Khwai. Außer ein paar Antilopen gab es zuerst nicht viel zu sehen. Später haben wir in der Ferne auf dem Weg ein Safarifahrzeug stehen sehen. Durchs Fernglas konnten wir erkennen wie die Gäste auf dem Wagen am Fotografieren waren und so näherten wir uns vorsichtig und ganz gespannt, was es Tolles zu entdecken gab. Schnell erkannten wir worum es ging: ein paar Löwen lagen mitten auf dem Weg und rund um einen kleinen Hügel lagen weitere Löwen 🤩 . Inmitten des Rudels tollten sogar junge Löwen-Babys umher. Was ein Anblick! Wir haben uns eine schöne Position gesucht, den Motor abgestellt und alles beobachtet. Die Gäste auf dem Safarifahrzeug waren wohl schon länger dort und haben sich kurz nach unserer Ankunft wieder auf den Weg gemacht, sodass wir dort in aller Ruhe stehen konnten 😎 (Achtung, es folgen massenhaft Löwenbilder 😄 )
Irgendwann haben sich die kleinen Löwenbabys selbstständig auf den Weg zu einem Gebüsch weiter entfernt begeben, um sich dort im Schatten zu verkriechen. Das restliche Rudel folgte den Kleinen und schon lagen fast alle Tiere mitten im Gebüsch im Schatten. So „getarnt“ wären wir sicherlich an ihnen vorbeigefahren.
Wir haben das als Anlass genommen den Löwen ihre Ruhe zu gönnen und sind weitergefahren. Ein paar Minuten später folgte das nächste Highlight. Ein Rudel Wildhunde tauchte plötzlich vor uns auf und wuselte durch die Gegend. Die Tiere wirkten aber ziemlich nervös und waren nur auf der Durchreise, sodass sie nach kurzer Zeit schon wieder im Unterholz verschwunden sind. Für schöne Porträts hat es leider nicht gereicht, aber wir waren sehr froh diese seltenen Tiere überhaupt einmal zu Gesicht bekommen zu haben 🙂 .
Da es sowieso Zeit für den Rückweg war, versuchten wir die mögliche Route der Wildhunde abzuschätzen, aber konnten sie nicht mehr ausfindig machen. Schließlich haben wir uns auf den Weg zu unserer nächsten Campsite Magotho gemacht.
Dort auf der Campsite angekommen waren wir sofort begeistert. Unser Stellplatz Nr. 1 lag fast direkt am Khwai und man konnte wunderbar Alles beobachten. Wir entschieden uns heute nicht mehr weiter zu fahren und richteten unser Lager ein, um bei Kaffee und Kuchen die Elefanten in der Umgebung zu beobachten.
Ein Elefant hat uns erst längere Zeit aus der Ferne zugeguckt, bevor er schlussendlich entschied mit etwas Abstand runter zum Khwai zu gehen.
Nach dem Abendessen saßen wir noch längere Zeit am Lagerfeuer und zum ersten Mal konnten wir auch Hyänen beobachten, die um unser Lager herumschlichen und abgecheckt haben, ob es etwas zu holen gibt. Mit dem Nachtsichtgerät hatten wir sie aber gut im Blick und als sie gemerkt haben, dass es nichts gibt, sind sie auch schnell wieder verschwunden. Nachts hörte man aus der Ferne noch Löwengebrüll. Ob das von dem Rudel kam, welches wir am Vormittag beobachtet haben?
Viele Grüße, Marcel
Sadie1'835 Beiträge · seit 201526. März 2023 · #34
Sehr schön dass ihr an einem Tage gerade drei Highlights verbuchen konntet. Löwen aller Grösse, nervöse Wildhunde ( NB. Die sind immer nervös, auch wenn sie ausruhen!!!) und dann noch einen super Camping Platz. Wurde der euch zugeteilt oder kann man selber wählen?
SkotchThemenstarter120 Beiträge · seit 201928. März 2023 · #35
TinuHH schrieb:Moin Marcel, herzlichen Dank für den tollen Bericht und die schönen Bilder bis hierher! Macht einfach großen Spaß zu lesen, vor allem, wenn man die Gegend kennt. Danke! Viele Grüße Martin
Moin Martin, genau so geht es uns auch. Wenn wir jetzt hier im Forum Reiseberichte über den Moremi oder Savuti lesen, dann können wir die Route so richtig schön Revue passieren lassen 🙂 Wir freuen uns schon sehr auf den Herbst, wenn wir wieder losfahren...
Sadie schrieb:Sehr schön dass ihr an einem Tage gerade drei Highlights verbuchen konntet. Löwen aller Grösse, nervöse Wildhunde ( NB. Die sind immer nervös, auch wenn sie ausruhen!!!) und dann noch einen super Camping Platz. Wurde der euch zugeteilt oder kann man selber wählen?
Guten Morgen Sadie, wir haben damals bei der Reservierung über Botswana Footprints angefragt, ob es noch möglich wäre in Magotho die Campsite 1 zu reservieren. Vor Ort hat uns der Campstaff dann noch gesagt, dass wir abends so ziemlich jeden noch freien Stellplatz wählen könnten, wenn uns unsere Campsite nicht gefallen sollte 😄 ... Dieses Jahr im Oktober ist die Campsite 1 schon belegt und wir haben als Alternative die "Old 4" Campsite bekommen, welche wohl ebenfalls (oder vielleicht sogar noch dichter) am Khwai liegt.
SkotchThemenstarter120 Beiträge · seit 201929. März 2023 · #37
TinuHH schrieb: Moin Marcel, wann werdet Ihr unterwegs sein?
Viele Grüße Martin
Hey Martin, wir fahen am 5.10. in Windhoek los zuerst nach Kalahari Bush Breaks und dann weiter über Ghanzi ins CKGR, Boteti, Nxai Pan und Khwai/Moremi.
Skotch schrieb: Hey Martin, wir fahen am 5.10. in Windhoek los zuerst nach Kalahari Bush Breaks und dann weiter über Ghanzi ins CKGR, Boteti, Nxai Pan und Khwai/Moremi.
LG Marcel
Ach schade, da sind wir schon wieder @home. Wir fliegen am 27.08. und sind am 16.09. wieder zurück. Na, ich bin jedenfalls jetzt schon auf Eure Erlebnisse gespannt! 🤩
SkotchThemenstarter120 Beiträge · seit 201914. Juli 2023 · #39
Tag 10+11: Savuti 1.+2.11.2022
Nachdem wir uns jetzt schon ganz gut an die Gegebenheiten im Moremi und Khwai-Gebiet gewöhnt hatten und die ein oder andere Tiefsanderfahrung machen konnten stand heute eine neue Etappe an. Es geht nach Savuti! Da wir in Khwai ordentlich auftanken konnten war ich –zumindest was den Treibstoff angeht- recht entspannt und so rollten wir gegen 7 Uhr von unserer wunderschönen Campsite Nr. 1 los zum Mababe Gate. Wir nahmen noch ein paar Schlenker am Khwai entlang in der Hoffnung einen Leoparden zu finden. Nachts hörte man entsprechende Rufe aus der Gegend. Leider waren unsere Augen wohl zu müde, um im diffusen Morgenlicht eine dieser wunderschönen Katzen irgendwo dösend in den Bäumen zu finden.
Am Gate angekommen herrschte bereits reger Betrieb. Einige Selbstfahrer und Touranbieter aus Maun standen schon mit ihren Fahrzeugen am Gate und checkten in den Chobe Nationalpark ein. Wir nutzten die Zeit um noch mal eine kleine Toilettenrunde einzulegen. Die sanitären Einrichtungen waren jedoch ziemlich zuge******. Der Übeltäter hat sich dann mit einem Blick nach oben schnell gefunden 😉
Beim Einchecken in den Park habe ich dann die obligatorische Frage gestellt: Sandridge- oder Marshroute? Die Dame von der Rezeption hielt Rücksprache mit 2 Guides. Wir haben die letzten Tage keine nennenswerten Niederschläge bemerkt und umso mehr erstaunte mich ihre Aussage, dass wir auf jeden Fall auf der Sandridge Road fahren sollen… Andere Selbstfahrer haben das mitbekommen und so hielten wir draußen vor dem Gate nochmal alle zusammen Rücksprache. Einige hatten selber erst einen Tag zuvor die Info bekommen, dass die Marshroad in gutem Zustand ist und so entschieden wir uns, entgegen der Empfehlung der Guides, diese zu nehmen. Nach der Abzweigung Sandridge-/Marshroad waren wir dann plötzlich alleine auf der Strecke und wir überlegten, ob das tatsächlich eine gute Idee gewesen sei. Dann wurden wir aber von einem holländischen Pärchen überholt. Wir hielten kurz Rücksprache und sie versicherten uns, sollte es irgendwo doch nicht weitergehen, werden sie uns ja wieder entgegen kommen und wir drehen gemeinsam um 😄 Ein paar Minuten später kam dann aber auch noch Gegenverkehr aus Savuti und wir erhielten die entwarnende Nachricht: Strecke ist sehr gut befahrbar! Viel gab es auf der Strecke nicht zu sehen. Landschaftlich aber auf jeden Fall ein Augenschmaus und die ein oder andere Tiersichtung war auch gegeben.
Auf der Paradise Campsite angekommen wühlte sich unser Auto erstmal durch den tiefen Sand. Der Platz war furchtbar tiefsandig und war bereits von etlichen anderen Fahrzeugen durchwühlt. Es war eine richtige Herausforderung das Auto in unsere gewünschte Position zu manövrieren ohne stecken zu bleiben. Einmal die richtige Position gefunden hatte man von der Campsite einen sehr schönen Ausblick über den trockenen Savuti Channel. Mit dem Spaten planierten wir dann noch unseren Platz, damit man nicht von einer Spurrille in die Nächste stolpert.
Der Nachmittag und Abend gestaltete sich sehr gemütlich. Ablutions erkunden, Getränke kaufen, kochen, Vögel beobachten und später dann am Lagerfeuer sitzen. Die Gemütlichkeit nahm dann im Verlauf des Abends ein jähes Ende. Pünktlich zum Beginn der Regenzeit zog sich der Himmel langsam zu. Zuerst sah man die Gewitter nur am Horizont und es tröpfelte etwas. Fasziniert haben wir das Schauspiel aus den Zelten heraus beobachtet bis wir eingeschlafen sind. Kurz vor Mitternacht war das Gewitter schließlich genau über der Savuti Campsite und es schüttete stundenlang wie aus Eimern. Ein Blitz jagte den nächsten. Gefolgt von Donner, der die Erde zum Beben gebracht hat. Die Zelte hielten zum Glück bis auf ein paar Tropfen dicht. Ein solches Gewitter habe ich noch nie erlebt. Wir waren ziemlich verängstigt und überlegten, aus Sicherheitsgründen ins Auto zu steigen. Dummerweise haben wir am Vorabend sämtliches Reisegepäck auf die Sitze gepackt. Ich redete mir ein, dass wir ja nicht der höchste Punkt auf der Campsite seien. Das Gewitter zog dann schnell weiter aber der Regen blieb. Es hat bis kurz vor Morgengrauen in Strömen geregnet und ich habe mir ausgemalt, welcher Anblick uns morgens wohl erwarten würde. Eine weggespülte Campsite? Ein gefüllter Savuti Channell? Zu meiner Verwunderung ist davon nichts eingetreten. Die Sonne lachte, die Luft war frisch und durch den sandigen Untergrund ist das ganze Regenwasser schnell abgeflossen. Außerhalb des Camps auf den üblichen Gamedrive Routen gab es hingegen unzählige mehr oder weniger tiefe Pfützen.
Nach dem Regen war es leider so, als wenn sich ein schwarzes Loch aufgetan und sämtliche Tiere verschluckt hätte. Bis auf ein paar Antilopen gab es keine Tiere mehr zu sehen. Guides erzählten uns, dass die Tiere nun mit Beginn der Regenzeit abwandern und sich im Busch verteilen. Außer einer schönen Landschaft hatten wir daher keine großartigen Sichtungen mehr.
LG Marcel
Sadie1'835 Beiträge · seit 201514. Juli 2023 · #40
Danke dir, Marcel, für deinen sehr schönen und unterhaltsamen RB. Ihr hattet ja gewiss sehr schöne Erstsichtungen und deine Fotos gefallen mir ausgesprochen gut. Gibt es einen guten Grund wieso ihr wieder Ende October Anfangs November in Botswana unterwegs seit? Wir bevorzugen den August und Anfangs September, da es sonst zu heiss wird. Wir fliegen in guten zwei Wochen und werden sogar 10 Nächte in Savuti und Moremi verbringen. Teilweise hattet ihr die gleichen campsites Nummern die uns zugeteilt wurden. Mich würde es auch beruhigen zu wissen dass man in Khwai Village Diesel füllen kann. Weißt du wo genau das war und ob diese Stelle noch existiert? Ich liebe es nicht mit einer vollen Jerry can unterwegs zu sein bei diesen Schaukel Strecken. Liebe Grüsse von Katrin