Sadie1'835 Beiträge · seit 201525. Aug. 2022 · #41
Danke für die großartigen Fotos! Diese Spinne mit dem Totenkopf ist enorm interessant. Weißt du zufällig wir der “Stachelkopf” auf English heißt? In Tortuguero übernachteten wir im Dorf und durften mit deren Kanu auf dem Kanal und Seitenarmen herumeiern. Der wilde Strand hat uns auch überrascht aber wir hatten Glück und konnten eine Tamandua dort im Wald ein Klettern beobachten. Kleiner Ameisenbär glaub ich heißt der. Liebe Grüsse Von Katrin
Du schreibst hier einen tollen Bericht mit wunderschönen Fotos. Hab vielen Dank dafür und ich möchte Dich gerne virtuell begleiten.
Costa Ricca stand so manches mal auf meiner Liste. Warum nichts draus geworden ist, weiß ich selbst nicht, aber Dein Bericht macht schon wieder leicht "süchtig".
H.BadgerThemenstarter1'824 Beiträge · seit 201626. Aug. 2022 · #45
Guten Tag miteinander,
wie ist es doch schön, dass hier so viel Leben ist - auch wenn es hier viel grüner ist als in den meisten anderen Berichten. Das motiviert zum Weiterschreiben.
@ franzicke Liebe Ingrid, ich wusste gar nicht, dass ihr auch schon in Costa Rica wart! Und es freut mich sehr, dass dir unsere Sichtungen und die Fotos davon gefallen. Wir finden, dass es insgesamt eine unserer fotografisch ergiebigsten Touren bisher war - auch wenn die Bedingungen tatsächlich nicht immer einfach waren. Ich habe z.B. teilweise ISO-Werte nutzen müssen, die im südlichen Afrika niemals nötig wären. Jungtiere zu beobachten, ist auch für uns immer besonders schön. Ein paar davon haben wir noch auf Lager. 😉
@ jpk Danke für das Fotolob! Das satte Grün von Leguan und Blattwerk hat mich fasziniert. Schön, dass in dem Moment die Sonne den Beleuchter gespielt hat.
@ Waldelfe Hallo Conny, es freut mich, dass du dich durch den Bericht an deine Zeit in Costa Rica zurückerinnern kannst und dir unsere Bilder gefallen. Tortuguero ist ein schönes Stückchen Erde! Ich habe in deiner Signatur gesehen, dass du schon viele Teile Mittel- und Südamerikas bereist hast. Wir sind in der Region ja absolute Anfänger. Vor allem eine Tour ins Pantanal möchte ich unbedingt in näherer Zukunft einmal unternehmen... Deine Frage nach der Reisezeit hat sich ja erledigt. Vor allem waren wir im Juli unterwegs. Die Reise ging dann bis in die erste Augustwoche. Da wir an die Sommerferien gebunden sind, kommt eine Reise in der Trockenzeit leider kaum für uns in Betracht. Aber es ging ja auch so ganz gut. 🙂
@ Sadie Hallo Katrin, in deinen Bericht habe ich gerade auch schon reingeschaut. Was für schöne Leopardenbegegnungen! Und wenn der Park dann noch so leer ist - toll! Neuweltliche Baumstachler (tree porcupine) wollte ich schon lange einmal sehen - in Alaska vor vielen Jahren hats nur für ein totes Tier am Straßenrand gereicht... 🙁 Toll, dass ihr einen Tamandua in Tortuguero beobachten konntet. Auf einen solchen musste ich auf unserer Reise ziemliche lange warten - auch er stand recht weit oben auf meiner Sichtungsliste. Fototechnisch war das Tier am Ende dann leider sehr wenig kooperativ...
@ picco Hallo Picco, vielen Dank, dass du für mich geantwortet hast! Guter Service! 🙂
@ Annik Hallo Annik, willkommen an Bord! Viel hast du noch nicht verpasst - wir sind ja erst am Anfang der Tour und der Mietwagen steht erst ab dem nächsten Tag zur Verfügung. Und vielen Dank für das Fotolob - das freut uns.
@ bayern schorsch Hallo Schorsch, schön, dass auch du dabei bist und dich für das Land fernab von Afrika interessierst! Es ist tatsächlich eine Reise (oder bestimmt auch mehrere) wert. Schön, dass dir der Bericht und unsere Bilder gefallen! Das Lob freut uns sehr!
Enilorac65770 Beiträge · seit 201726. Aug. 2022 · #46
Hallo Sascha, so schöne Fotos! Danke! Die Faultiermama mit dem Kleinen ist genial! Liebe Grüsse Caroline
2016: Südafrika mit Gardenroute
2018 : Vic Falls, Namibia, Botswana, Mauritius
2020: Kapstadt und Gardenroute
2022: Namibia
2024: Namibia und Südafrika
2026: Namibia und Botswana in Planung :-)
Sabine261'394 Beiträge · seit 200926. Aug. 2022 · #47
Hallo Sascha,
ich bin total geflasht von Deinen Bildern und Euren Sichtungen. CR steht derzeit bei uns auch hoch im Kurs, allerdings noch in Konkurrenz zu einem weiteren Ziel. Ich war schon einmal dort, ist aber schon fast 25 Jahre her und es war seinerzeit noch eher ein exotisches Ziel, leider haben wir jedoch kaum etwas von der Tierwelt mitbekommen, sondern eher etwas von den Vulkanen und der Schwerpunkt der Reise lag damals zudem auf Nicaragua (hat uns auch super gefallen).
Deine Aufnahmen sind einfach nur klasse, das Faultier mit Baby aktiviert sofort den Mädchenmodus „so süüüüß“ bei mir, auch der Leguan-Nachwuchs (diese grüne Farbe ist genial), die Gottesanbetterin, selbst die Spinne und, und, und … Ich bin leider nicht gut im Fotografieren und knipse eher, kannst Du mir trotzdem verraten, was eine gute ISO Einstellung für Dich im Dickicht war?
Ich finde es zudem sehr interessant, einen Bericht aus der Regenzeit zu lesen, eine Zeit, die ich jetzt eher nicht gewählt hätte.
Toll, dass es scheinbar mit den Schildkrötenbeobachtungen sehr geregelt zu geht, das habe ich leider im Oman ganz anders erlebt und mir seitdem vorgenommen, mir so etwas nicht mehr anzuschauen, aber Dein Bericht dazu könnte mich wieder umstimmen … wobei ich weiß, dazu ist die Regenzeit die optimale in CR.
Weißt Du, was mir zudem sehr gut gefällt? Dass Ihr Euch, auch wenn es keine schöne Stadt ist, einen Tag für San José genommen habt. Ich finde die Geschichte in Mittel- und Südamerika (meine Lieblingsregionen) immer sehr interessant und auch mich hätte das Goldmuseum und das Theater sehr interessiert. Letzteres erinnert mich ein wenig an meine beiden Führungen im Teatro Colón in Buenos Aires.
Da Du vom Pantanal geschrieben hast: Kennst Du meinen Bericht hierzu, den ich hier im Forum geschrieben habe (siehe Signatur) oder auch gerne auf meiner Seite, die sich zwar noch im Aufbau befindet, aber der Bericht ist von mehreren fertig und dort gibt es eine Menge mehr Bilder, auch wenn sie an die Qualität Deiner nicht heranreichen.
Ich freue mich sehr auf die Fortsetzung. Würdest Du mir noch verraten, über welche Agentur Du gebucht hast? Gerne auch per PN.
Ich halte es mit Yvy, Pura Vida!
Sabine
Beatnick1'715 Beiträge · seit 201626. Aug. 2022 · #48
Hallo Sascha,
bin zumindest für kurze Zeit wieder zurück in Hamburg und natürlich noch aufgesprungen. Wie schön, dass euch die Laguna Lagarto gefallen hat (ich würde auch jederzeit wieder hinfahren) und überhaupt eure Begeisterung - da bin ich sehr gerne dabei und lass mich nochmal zurückversetzen. 🙂
H.BadgerThemenstarter1'824 Beiträge · seit 201627. Aug. 2022 · #49
Guten Morgen!
@ Enilorac65 Hallo Caroline, vielen Dank für das Fotolob! Wir freuen uns.
@ Sabine26 Hallo Sabine, schön, dass du sich so ausführlich und wertschätzend zu Wort meldest. Ich freue mich, dass auch dir unsere Fotos gut gefallen. Vielen Dank für das Lob! Als du in Costa Rica warst, ist wahrscheinlich noch Lava am Arenal geflossen, oder? Die ISO-Einstellung beim Fotografieren im Dickicht war ziemlich unterschiedlich, je nach Vegetationsdichte und Wetterlage. Ich fotografiere fast immer ohne Stativ (hatte es leider nach Costa Rica mitgeschleppt, aber seinen Einsatz als wenig praktikabel erlebt). Das Teleobjektiv, das zumeist zum Einsatz kam, ist ziemlich lichtstark (f4) - das war für die Bedingungen vor Ort gut. Die ISO-Werte im Regenwald haben in der Regel im vierstelligen Bereich gelegen: Zwischen 1600 und 6400. - Das schaffen unsere Kameras mit ihren Vollformatsensoren gut. In Ausnahmefällen - also wenn das Motiv an ganz schattigen Plätzen saß oder es im Regenwald gerade in Strömen geregnet hat - musste ich sogar in den fünfstelligen Bereich gehen, um ein scharfes Bild zu bekommen. Das letzte Bild im letzten Kapitel ist mit ISO 32000 ausgenommen. Höher musste ich zum Glück nie gehen... Deinen Bericht zum Pantanal kenne ich noch nicht und bin sehr interessiert daran. Ich habe gestern Abend schonmal kurz auf deine Seite geschaut und werde ihn mir in den nächsten Tagen mit Muße durchlesen. Vielen Dank im Voraus! Gebucht haben wir übrigens über die Agentur Bella Aventura - alles sehr persönlich, kompetent und überaus professionell. Und in deutscher Sprache.
@ Beatnick Hallo Betti, schön, dass du in Hamburg "Zwischenstation" machen kannst, bevor es für euch ja bald gen Namibia geht! 🤩 Ich wünsche euch auf diesem Wege schonmal eine ganz tolle Reise, von der ihr naturgemäß wieder wunderbare Aufnahmen mit uns teilen werdet. 😉 Laguna del Lagarto war - ohne zu sehr vorgreifen zu wollen - eine ganz wunderbare Station auf unserer Reise. Die Zimmer etwas rustikaler als wir dachten, aber das ganze Drumherum einfach schön.
Nun wünsche ich euch allen erstmal einen schönen Samstag-Morgen. Herzlich Sascha
Superfanti807 Beiträge · seit 201727. Aug. 2022 · #50
Hallo Sascha,
wow was für ein Einstieg mit tollen Bildern. Die Mama-Babyfaultiere und die Basiliken sind ein Traum. Schön auch, dass man den Schildkröten auf rücksichtsvolle Weise zu nahe kommt.
Auch wenn die Anreise nach Tortuguera unangenehm Kaffeeefahrtlastig ist, so hat sich das doch sehr gelohnt.
San Jose werden wir wohl auch nur für wenige Stunden am Abreisetag streifen. Aber das scheint ja laut deinem Bericht auch völlig ausreichend zu sein.
leo1962102 Beiträge · seit 201827. Aug. 2022 · #51
Hallo Sascha, Einfach nur toll eure Erlebnisse und die Fotoausbeute ist spitze. Das letzte Foto vom Faultier hast du tatsächlich mit ISO 32000 gemacht? Wahnsinn… das würde meine APSC nicht so gut schaffen. Ich schließe mich deiner Feststellung an, dass Costa Rica fototechnisch von den Ergebnissen ganz oben ist. Auf unserer Reise im März sind mir auch sehr viele tolle Fotos gelungen… Da ich nur in RAW fotografiere hängt dann natürlich hinterher sehr viel Arbeit dran. Bin immer noch nicht ganz durch… zwischendurch muss man ja noch arbeiten… hoffe ich schaffe es auch mal, einen Bericht einzustellen… Jetzt freue ich mich besonders auf deine Fortsetzung…. Wir waren in der Nachbarlodge… das war auch für uns ein besonderes Highlight. Schönes Wochenende Birgit
H.BadgerThemenstarter1'824 Beiträge · seit 201627. Aug. 2022 · #52
@ Superfanti
Hallo Silke, der Besuch in Tortuguero hat sich unbedingt gelohnt. Es war an den ersten Tagen in einem gänzlich neuen Land auch gar nicht so verkehrt, etwas an die Hand genommen zu werden. Einzig die Anfahrt war uns etwas zu viel Gruppenrummel. Aber das ist schnell vergessen, wenn man vor Ort ist. San Josés Goldmuseum ist schon einen (touristischen) Besuch wert, die Stadt vom Stadtbild meines Erachtens eher weniger. Wir finden es trotzdem gut, auch etwas vom "Alltags-Costa Rica" gesehen zu haben. Schön, dass du uns weiter begleitest. Es dauert auch gar nicht mehr sooo lange, bis wir zu Zielen kommen, die ggf. auch auf eurer Route liegen werden.
@ leo1962 Hallo Birgit, bei hohen ISO-Werten hilft der große Sensor durchaus. Ich habe mich mal auf deiner Instagram-Seite umgeschaut, was ja ohne eigenen Account immer etwas lästig ist. Aber deine Fotoübersicht hat den Klickaufwand gelohnt. Großartige Aufnahmen aus Afrika und auch aus Costa Rica zeigst du da! Über einen Costa Rica RB von dir würde ich mich freuen, wenn es für dich zeitlich klappt.
So - heute haben wir nach zwei Jahren Corona-Pause endlich wieder unser schönes Straßenfest. 🙂 Das nächste Kapitel des Reiseberichts gibt es daher erst morgen.
leo1962102 Beiträge · seit 201827. Aug. 2022 · #53
Hallo Sascha, Danke für dein Fotolob für die Instagram Posts … Überwiegend Costa Rica und Malaika Camp im letzten August…. Viel Spaß beim Straßenfest! Lg Birgit
H.BadgerThemenstarter1'824 Beiträge · seit 201628. Aug. 2022 · #54
Kapitel 4: Von Booten, Bussen und Mietautos
Mit dem Aufgang der Sonne beginnt für uns ein neuer Tag in Costa Rica. Noch ist es ein wenig Zeit, bis unser Aufenthalt in der Laguna Lodge am heutigen Morgen enden wird und so streife ich bereits vor dem Frühstück ein bisschen über das Gelände. Hin und wieder konnte ich am Vortag schon Kolibris bei ihrer Nahrungsaufnahme beobachten. Wenn plötzlich und unerwartet ein solcher Vogel direkt vor der eigenen Nase in der Luft zum Stehen kommt, ist das ein ganz toller Moment. Allein mit scharfen Fotos wollte es gestern nicht wirklich klappen. 😵
Heute Morgen ist das zum Glück schon etwas anders: Auch hier wird viel Verwackeltes auf die Speicherkarte gebannt und die Kolibri-Dichte im Garten ist auch nicht wirklich hoch, was das Üben erschwert – aber immerhin gelingen ein paar Kolibri-Aufnahmen, mit denen ich für den Anfang zufrieden bin.
Auch kann ich einen kleinen Common Tody-Flycatcher entdecken. Es gelingt kein wirklich überzeugendes Foto, das beste findet trotzdem seinen Weg in den Bericht, denn es ist das einzige Mal, dass ich diese Vogelart in Costa Rica bewusst wahrnehme.
Beim gemeinsamen Frühstück haben wir einen wunderbaren Blick auf den Hauptkanal. Schönes Wetter und Landschaftsfotos vertragen sich doch ganz gut.
Wir spazieren etwas später noch einmal gemeinsam zum Strand, den wir bisher noch nicht bei so schönem Wetter sehen konnten. Vorbei geht es an einem fotogenen männlichen Streifenbasilisken.
Gestern hatten uns Faultier und Baumstachler hier so sehr in ihren Bann gezogen, dass wir auf die Umgebung kaum geachtet haben. Heute früh sehen wir uns den Strand aber im Hinblick auf die Spuren der Meeresschildkröten genauer an. Und wir werden schnell fündig. An einigen Stellen sieht man die zugescharrten Nester, von denen gut sichtbare Spuren zurück ins Meer führen. Auch „unser“ Nest ist natürlich dabei.
Dann heißt es leider Koffer zusammenraffen und zum Bootssteg gehen, wo unsere Transferboote bereits auf uns warten. Unsere Zeit im Tortuguero Nationalpark geht ihrem Ende entgegen.
Kaum haben wir abgelegt, präsentiert der Park unser Abschiedsgeschenk. Direkt vor unseren Nasen ziehen einige große Tümmler durch das ruhige Wasser des Kanals. Die Kinder sind verzückt und ein paar Erinnerungsfotos gelingen trotz des Wackelboots dann auch.
Ein letztes Mal lassen wir die dichte Ufervegetation an uns vorbeiziehen. Irgendwann kommen wir dabei an einem enorm großen Spitzkrokodil vorbei, das nach den Sichtungen der Kaimane an den Vortagen wirklich gigantisch auf uns wirkt.
Und dann setzt der Regen ein. Nach kurzer Zeit schüttet es wie aus Eimern. Und da der Fahrtwind das Wasser auch unter das Dach des Bootes drückt, werden alsbald Planen an den Seiten heruntergelassen, die theoretisch Plastiksichtfenster haben. Diese sind aber leider völlig blind und so ist der Abschied von Tortugueros Kanallandschaft plötzlicher als gedacht. 😣 Die letzten Kilometer fahren wir in einem bootsförmigen Treibhaus zurück zum Flusshafen. Hier hat der Regen bereits ganze Arbeit geleistet: Die Anlegestelle gleicht einer Ebene aus Matsch. Der Anstieg zum Parkplatz gerät einigen Mitfahrenden zur ungewollten Rutschpartie. Merke: Trage keine blütenweißen Sneaker und Hosen, wenn du zur Regenzeit durch Costa Rica reist. 😉 Wir erreichen unbeschadet unseren Bus, der bereits auf dem Parkplatz wartet.
Der Rest des Tages ist dann vor allem eines: Anstrengend.
Wir werden mit dem Bus zu dem gleichen Restaurant gefahren, an dem wir auf der Hinreise bereits Halt gemacht haben. Hier gibt es ein Mittagessen, das nicht der Rede wert ist und auf das ich gar keine recht Lust habe, weil ich das gefahren-werden ohne Blick aus der Windschutzscheibe immer schlechter vertrage. 🤢 Danach folgt ein kurzer Transfer zur Guarumo Lodge, die recht schön am Rio Costa Rica liegt. Hier übernehmen wir unseren Mietwagen. Alles ist top organisiert: Mitarbeiter der Firma Adobe sitzen an mehreren Tischen, auf denen jeweils die Namen ihrer Kunden vermerkt sind. So ist gleich klar, an welchem Tisch wir versorgt werden. Trotzdem zieht sich das Prozedere, bis wir endlich drankommen, ziemlich in die Länge. Und dazu ist es hier unter dem Wellblechdach wahnsinnig heiß und schwül. Zum Glück finden wir einen Balkon mit Blick auf dem Fluss, auf dem ein kleines Lüftchen weht. Dort treffen wir auf den Besitzer der Lodge, der unsere Kameras sieht und sich als begeisterter Fotograf zu erkennen gibt. Er zeigt uns fantastische Bilder, die er im nahen Wald aufgenommen hat und bietet an, uns bei einer potenziellen weiteren Reise gern zu seinen Fotospots zu führen. Das klingt im Angesicht seines Portfolios nur allzu verlockend. Irgendwann sind wir die nächsten am Mietwagen-Tisch und die Übernahme erfolgt dann recht zügig. Wir erhalten eine kurze Einweisung in unser Trio – ein Smartphone, das uns als lokales Telefon, als Navi und als mobiler Hotspot dienen wird. Es war eine der besten Ideen unseres Reiselebens, dass wir dieses Gerät gebucht haben. Denn in Costa Rica sind Straßenwegweiser noch immer absolute Mangelware. Keine Ahnung, ob wir ohne das Navi jemals an unseren Zielen angekommen oder überhaupt noch verheiratet wären. 😈
Ein ziemlich neuer Hyundai Creta wartet an der Einfahrt der Lodge auf uns. Dieser SUV wird uns in den nächsten Wochen sicher durch Costa Rica fahren. Der erhöhte Straßenabstand stellt sich im Angesicht von Schlaglöchern und Wasserlachen als sinnvoll heraus. Allradantrieb vermissen wir trotz Regenzeit aber in keinem Moment der Reise. Nachdem wir das Gepäck verstaut haben – wie soll das nur gehen, wenn die Kinder jemals mehr Gepäck benötigen? 😏 – geht es los in Richtung südliche Karibik.
Auf großer Straße mit potenziell mehreren Fahrspuren geht es gen Osten. Die Straße ist leider eine einzige Baustelle und so kommen wir nur langsam voran. Durchgehend ist die Gegenfahrbahn gesperrt und so wird aus dem eigentlichen Highway ein gefühlter Byway. Dazu kommen langsame Bananen-Trucks in großer Zahl. Überholen wird zum Abenteuer und ist (eigentlich) sowieso meist verboten. Das ist alles ziemlich anstrengend und wird erst besser, als wir Limón umfahren haben.
Die Straße, die sich von dort an gen Süden an der Küste entlang zieht, ist viel kleiner und weniger befahren. Hier kommen wir entspannt mit Tempo 60 voran.
Trotzdem ist es bereits dunkel, als wir Cahuita schließlich erreichen. Unser Navi lotst uns von der Hauptstraße weg durch eine unbeleuchtete und enge Nebenstraße. Kann das hier richtig sein? Bald trifft der Weg jedoch auf eine weitere unbefestigte Straße, die direkt am Strand entlang und uns bald zu unserer Unterkunft führt, die nur durch die Straße getrennt, an der Playa Negra und damit etwas außerhalb Cahuitas gelegen ist: Das Playa Negra Guesthouse. Wir haben im Netz viel Gutes über diese kleine Unterkunft gelesen und sind sehr gespannt – die nächsten Tage werden zeigen, dass das Guesthouse in ganz vielen Belangen ein absoluter Traum ist. 🙂
Total herzlich werden wir – erschöpft von der langen Fahrt – von Marise, der Besitzerin des Gästehauses, empfangen. Sie zeigt uns auf dem Weg durch den Garten zu unserem Häuschen bereits Stellen, an denen man regelmäßig Pfeilgiftfrösche sehen kann und erzählt von den hier zahlreich ansässigen Faultieren, während eines von ihnen bereits als ein sich langsam bewegender Schatten durch das nahe Gehölz klettert. Das Häuschen selbst bietet alles, was wir benötigen: Zwei Zimmer, Küche, Bad und eine große Veranda mit Gartenblick als Wohnzimmer. Zum Fotografieren sind wir heute zu müde. Außerdem ist es dunkel. In einem Restaurant in der direkten Nachbarschaft – es mag die Atlantida Lodge gewesen sein, aber ich bin mir nicht sicher – essen wir schnell und ziemlich lecker zu Abend und genießen auch hier die frischen Säfte. Dann fallen wir todmüde in die Betten. In Cahuita ist es wahnsinnig schwül – auch nachts. Gut, dass es hier Ventilatoren gibt.
H.BadgerThemenstarter1'824 Beiträge · seit 201629. Aug. 2022 · #55
@ leo1962 Hallo Birgit, deine Fotos rund um das Malaika Camp sind wirklich äußerst schön! In diversen Berichten habe ich bereits sehr Gutes von diesem Camp und seinen Safarimöglichkeiten gelesen (und gesehen). Irgendwann müssen wir auch mal wieder zurück nach Ostafrika - das ist jetzt schon 12 Jahre her bei uns. Aber nach Costa Rica reizen mich gerade irgendwie eher südamerikanische Destinationen... 😛
H.BadgerThemenstarter1'824 Beiträge · seit 201629. Aug. 2022 · #56
Kapitel 5: Cahuita zum Ersten: Playa Negra und südlicher Nationalpark
Ich werde vor den anderen wach und schleiche mich aus dem Haus, um ein wenig im Garten herumzustromern, an dessen Ende unsere Casita liegt. Das Playa Negra Guest House ist eine kleine Unterkunft. Im schönen Garten verteilt liegen drei Häuschen, die jeweils einem unterschiedlichen Farbmuster folgen. Unser blaues Domizil bietet dabei Platz für fünf bis sechs Menschen (vier Betten und eine Ausziehcouch verteilt auf zwei Schlafzimmer). Im Haupthaus, in dem auch das Besitzerpaar lebt, gibt es einige weitere Gästezimmer. Im Playa Negra Guesthouse ist es also niemals rummelig. Der Garten bietet außerdem einen kleinen Pool (sogar Wasserspielzeug ist in großem Umfang vorhanden) und einen Grillplatz. Es handelt sich um eine Selbstversorger-Unterkunft. Da jedoch Restaurants in direkter Umgebung sind und Cahuita ein paar Supermärkte bietet, ist das kein Problem. Die Küche unseres blauen Häuschens ist sehr gut ausgestattet und auf der Terrasse kann man wunderbar gemeinsam speisen.
Auf meinem ersten Streifzug lässt sich das Faultier des gestrigen Abends leider nirgends mehr entdecken. Dafür kommt jedoch bald ein Aguti vorbei, das ich lange beim Frühstück beobachten kann.
An einem kleinen Bachlauf auf dem Grundstück leben außerdem Krabben jeglicher Größe. Und auch spannende Käfer lassen sich entdecken.
Bald werden auch die anderen Familienmitglieder wach und wir beschließen, es nach dem anstrengenden gestrigen Tag etwas ruhiger angehen zu wollen. Meine Frau spaziert in die Stadt, um Frühstück zu besorgen – der Weg bis zum nächsten geöffneten Laden zieht sich leider ziemlich… 😵 Die Kinder und ich genießen die Zeit in Häuschen und Garten. Irgendwann treffen wir auf Pierre, den Besitzer des Guesthouses. Er ist ein absoluter Naturliebhaber und begeistert von all dem, was ihn hier umgibt. Gerne zeigt er uns die zahlreichen Leguane, die hoch oben in den Ästen der Gartenbäume ruhen. Auch erzählt er uns, dass zwischen unserem Haus und dem Meer rund sieben (!) Faultiere leben würden – die Strecke bemisst sich auf vielleicht auf 200 Meter! 🤩
Zuerst entdecken wir aber unseren ersten Goldbaumsteiger und sind begeistert von dem kleinen bunten Frosch, dessen Giftsekret, das er durch den Genuss giftiger Ameisen entwickelt, tunlichst nicht in unsere Blutbahn oder auf unsere Schleimhäute gelangen sollte.
Ein Gang mit Pierre an den Strand, der direkt vor der Haustür liegt, zeigt uns zwei Zweifinger-Faultiere. Eines ganz oben im Wipfel in klassischer Fellkugelhaltung, das andere auch ruhend – aber dabei viel niedriger (auf etwa zweieinhalb Metern Höhe) und sein Gesicht zeigend.
Das Meer ist hier relativ ruhig und man kann schwimmen. Das heben wir uns aber für später auf.
Auf dem Rückweg zum Haus treffen wir erneut auf ein Aguti – dieses Mal in besserem Licht.
Wir essen ein spätes Frühstück und entdecken dabei unseren ersten Halsbandarassari – es ist einfach schön, was man hier alles direkt von der eigenen Terrasse aus beobachten kann.
Danach ist Pool-Zeit. Die Kinder lieben es! Und auch wir finden die Abkühlung schön.
Zum Abduschen geht es dann ins Bad – aber halt! Wir sind nicht allein. Neben der Toilette sitzt ein kleiner Pfeilgiftfrosch. Gut, dass die Kerlchen diese auffällige Warnfarbe haben. Nachdem wir das Makroobjektiv bemüht haben, setzen wir den Frosch mit Hilfe einer Suppenkelle vorsichtig an die frische Luft und lernen, dass es gut ist, unsere Räumlichkeiten vor Benutzen etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Das wird sich im weiteren Reiseverlauf noch bestätigen…
Wir verbringen den weiteren Vormittag damit, den Garten zu genießen. Immer wieder lassen sich dabei Tiere blicken – hier Anolis und da ein juveniler Common Black Hawk (Krabbenbussard).
Es ist schon erstaunlich, was man hier alles im Garten entdecken kann. Zuhause haben wir Amseln, Meisen und mal ein Eichhörnchen... 😉
Den heutigen Nachmittag wollen wir im südlichen Teil des Cahuita-Nationalparks verbringen. Dafür müssen wir ins Auto steigen und einige Kilometer gen Süden nach Puerto Vargas fahren. Über diesen Ausflug werde ich dann im nächsten Teil berichten.
leo1962102 Beiträge · seit 201829. Aug. 2022 · #57
Hallo Sascha,
nochmal vielen Dank fürs Fotolob 🙂. Das Malaika Camp ist tatsächlich ein echtes highlight ... was wir hier zu sehen bekommen haben, übersteigt alles bisher Gesehene. Unser Guide war Spitzenklasse .. er kannte die Mara wie seine Westentasche ... wenn wir gedacht haben, es geht nichts mehr, kam die nächste tolle Sichtung. Das Camp selbst ist kein Luxuscamp, bietet jedoch alles was man braucht: leckeres bodenständiges Essen, bequeme Betten und auch ansonsten ist im Zelt alles vorhanden, was man benötigt. Es gibt sogar Strom. Das Laden der Akkus ist also kein Problem. Die Betreuung ist sehr persönlich ... in unserem Fall hatten wir den Fotokurs mit Jo gemacht. Das ist natürlich nochmal etwas ganz Besonderes. Also insgesamt sehr empfehlenswert. Wir planen derzeit eine zweite Reise im März 2023 ..... Mittel- und Südamerika stehen definitiv auch auf unserer Wunschliste. Ich würde aber auch gerne mit etwas Abstand noch einmal nach Costa Rica. Dann jedoch mit anderen Schwerpunkten. Das Land bietet ja reichlich Möglichkeiten.
vielen Dank, dass Du einem mit Deinem Bericht und den tollen Fotos so viel Vorfreude auf Costa Rica machst. 🙂 Ich verfolge gespannt jedes Kapital mit. Ihr hattet aber wirklich geniale Tiersichtungen schon in den ersten paar Tagen. WOW! Ich wäre für einen Bruchteil schon dankbar. 😉 Die Fotos von den Kolobris im Flug finde ich auch sehr schön. Ins Playa Negra Guesthouse wollte ich ursprünglich übrigens auch, weil ich die guten Bewertungen gelesen hatte und das es dort viele Tiere zu sehen gibt. Daher nun besonders interessant für mich, das auch von Dir zu lesen. Wir haben uns dann aber gegen die Karibikküste und stattdessen für vier Tage Corcovado NP entschieden. Ich freue mich schon darauf, wie es weiter geht, da wir in einigen Gegenden davon auch im Januar sein werden. Vielleicht kann ich noch ein paar Tipps, was Aktivitäten angeht, abstauben. 😎
Sabine261'394 Beiträge · seit 200930. Aug. 2022 · #59
Hallo Sascha,
unglaublich, was Ihr bereits schon an den ersten Tagen gesehen habt! Einfach phantastisch, ebenso wie Deine Fotos.
Hach, ich hadere wieder stärker mit mir, ob CR oder doch die Alternative. Du bist nicht ganz unschuldig, aber es geht ohnehin erst um übernächstes Jahr, denke jedoch, dass es wieder Amerikas wird, ob Mittel- oder Süd-, wir werden sehen. Es gibt dort noch so viel zu sehen, obwohl wir schon recht viele Reisen dorthin unternommen haben und ich kann sehr gut verstehen, dass Deine Neugier geweckt wurde.
Ich bin gespannt, ob und wie sich die Regenzeit noch in Deinem Bericht niederschlagen wird und ob diese Zeit ggf. doch in Frage kommt, bin mir aber nicht sicher, da ich es mit der Hitze in Kombi mit hoher Luftfeuchtigkeit nicht so habe.
Ich freue mich auf die Fortsetzung.
Viele Grüße Sabine
H.BadgerThemenstarter1'824 Beiträge · seit 201631. Aug. 2022 · #60
Guten Morgen allerseits - endlich Regen... wenn auch noch nicht hier im RB 🙂
@ Leo1962 Hallo Brigit, vielen Dank für die Infos zum Malaika Camp - auf jeden Fall ist das ein Ort, den ich gern einmal besuchen würde! 🙂
@ tina76 Hallo Tina, schön, dass der Bericht deine Vorfreude stärkt! Und vielen Dank für das Fotolob! Über Tiersichtungen können wir uns auf dieser Tour wirklich nicht beschweren - hier wurden unsere Erwartungen um Längen übertroffen. Die Karibikküste war für uns die "Faultier-Küste". So viele Faultiere wie in Tortuguero und Cahuita haben wir auf der weiteren Reise nicht mehr gesehen. Aber keine Sorge: Auch ohne Karibikküste gibt es gute Faultierspots in CR: z.B. waren die Gegend um den Arenal und Manuel Antonio NP für uns weitere Sichtungsorte. 4 Nächte Corcovado NP wären für mich ein Traum. Besucht ihr den Park von Drake Bay aus im Rahmen von Tagestouren? Übernachtet ihr auch in der Sirena Station? Das würde ich beim nächsten Mal auf jeden Fall einbauen wollen. Die Gegend um Corcovado und der NP selbst sind wunderbar - landschaftlich und die Fauna betreffend.
@ Sabine26 Hallo Sabine, es tut mir leid, dass ich dich zum Hadern gebracht habe. 😉 Die Regenzeit wird in diesem Bericht noch ihre Rolle spielen. 😈 Der aktuelle Tag ist noch trocken, bis die Sonne untergeht. Am nächsten Tag gibt sich die Regenzeit dann die Ehre. Zum Glück nur stundenweise...
Danke auch an alle Button-Drückerinnen und -Drücker!