Südafrika 2015: Rundreise ab / bis Johannesburg

Reisebericht 41 Antworten · 9'862 Aufrufe · gestartet 14. März 2018 von yanjep
Themenstarter1'014 Beiträge · seit 201618. März 2018 · #21
Als wir morgens aufgestanden sind, lief der Abfluß immer noch. Irgendwann kam ein Offizieller, hat sich das Elend beguckt, laut in sein Handy gebrüllt und ist wieder verschwunden. Die beiden Männer aus der Nachbarhütte kamen kurz darauf aus ihrer Hütte gestürmt, riefen was von Löwengebrüll, das sie gehört hätten, warfen sich in ihr Auto und verschwanden....
Ob da ein Zusammenhang besteht, wer weiß Als sie nach einer halben Stunde wieder gekommen sind, war jedenfalls von einer Löwensichtung keine Rede und der Abfluß lief immer noch (vermutlich verströmt er noch heute appetitanregende Gerüche)

Wir haben noch eine letzte Runde durch den Park gedreht und wieder viele Tiere gesehen. Affen, ein riesengroßes Nashorn, Giraffen, Vögel, Warzenschweine und diverse Antilopen. Leider wieder keine Katzen, schade eigentlich 🙁

Fotos hatten wir schon, deshalb an dieser Stelle keine weiteren Sichtungsbilder (auch weil mich das Forum im letzten Abschnitt zwei mal rausgehauen hat und das wieder hochladen irgendwann mal nervt).

Ein ganz persönliches Fazit zum KNP:
Der Park ist riesig, so groß wie Hessen, meine ich mal gelesen zu haben und landschaftlich wunderschön und abwechslungsreich. Es lohnt sich, so lange wie man irgend möglich im Park zu bleiben und von Camp zu Camp zu fahren. Die Fahrten zwischen den Camps lassen sich gut als Gamedrive nutzen. Tiere gibt es reichlich und gerade für Afrikaneulinge wie uns war es aufregend, all die Tiere, Büffelherden, Elefantengruppen und alle anderen großen und kleinen Tiere in Freiheit zu beobachten.

Die Unterkünfte könnten mal renoviert werden, aber es ist alles da und in Ordnung. Eine Hütte mit Küche und Bad empfiehlt sich natürlich, wenn die ausgebucht sind, kann man sich auch ohne behelfen. Swimmingpools Shops und Restaurants waren in Ordnung und brauchbar ausgestattet. Gourmetküche ist nicht zu erwarten, aber damit können wir leben. Die Hamburger sind jedenfalls sehr zu empfehlen 🙂

Das System der Wild Card finde ich etwas willkürlich. Das Leute aus Übersee deftig mehr zahlen als Einheimische ist vieleicht noch damit zu erklären, daß Einheimische schon Steuergelder für den Erhalt des Parks zahlen und Binnentourismus gefördert werden soll.
Schön wäre es aber, wenn alle von irgendwie öffentlicher Hand betriebene Parks mit der Wild Card zugänglich wären. Man also nicht bei einem drei Wochen Aufenthalt die ziemlich teure Wild Card kauft (die ein Jahr gilt, aber nur an wenigen Tagen genutzt wird) und in Parks anderer Organisationen noch mal extra Eintritt zahlen muß.

Jedenfalls ist der Park zum "nur mal eben reinfahren / durchfahren / mal gucken" zu groß und landschaftlich zu vielfältig (Also keine platte Salzpfanne wie der Etosha sondern Dämme, Flüsse, Erhebungen und so).

Aber weiter mit dem Reisebericht:

An der Grenze zu Swasiland dann wieder das volle bürokratische Programm. Nun gut, in Europa hat man ja schon verdrängt, wie Grenzübertritt anderswo funktioniert.

Also erst mal von Südafrika nach Swasiland ausreisen. Das sollte einfach sein, aber aus irgendeinem Grund haben wir uns bei der Ausreise am Schalter "Einreise" angestellt und unsere Päße mit einem weiteren hübschen Einreisestempel versehen lassen. Das ist dem äußerst netten Grenzbeamten auf der Swasilandseite bei der Einreise dort aufgefallen. Nach einigen hin und her haben wir kapiert, was falsch gelaufen ist und sind wieder rüber nach Südafrika. Da mußte dann der Einreisebeamte den Stempel ungültig machen und wir uns beim Ausreisebeamten einen Ausreisestempel holen. Der Einreisebeamte in Swasiland hat uns dann den Einreisestempel gegeben und wir wollten mit dem Auto vom Südafrika-Parkplatz nach Swasiland fahren. Natürlich hat man uns nicht reingelassen und an einem weiteren Schalter verwiesen, wo diverse Formulare zum Ausfüllen bereit lagen. In völliger Unkenntnis, welches wir ausfüllen sollten haben wir von der auch hier sehr freundlichen Grenzbeamtin erfahren, daß wir noch die Maut bezahlen müssen. Also das richtige Formular ausgefüllt, die Maut bezahlt und nach Swasiland eingereist.

Über unspektakuläre aber mit den üblichen Menschen, Kühen, Ziegen, Schweinen und Schlaglöchern gefüllte Straßen, vorbei an kleinen Siedlungen mit ziemlich ärmlichen Hütten sind wir zu unserer Unterkunft Simunye Country Club gefahren. Der Country Club ist in dem bettelarmen Land ganz offensichtlich der Oberschicht vorbehalten, es war allerdings kaum was los. Eine schöne Anlage, unser Cottage bestand aus einem recht komfortabel ausgestatteten Holzhaus auf Stelzen mit Veranda. Ich habe eine Runde in dem großen Pool direkt vor der Barterrasse gedreht und mir auf dem Rückweg im kalten Wind eine grandiose Erkältung geholt, die bis zum Ende der Reise mein treuer Begleiter war.
Eine etwas surreale Stimmung, die riesige gepflegte Anlage mit großem Zaun außenrum in der kaum jemand war, ein riesiger Pool ohne jeden Betrieb, ein Restaurant ohne nennenswerte Gäste mit Buffet und irgendwie traurig wirkenden Mitarbeitern 😕

Das Abendessen auf der zum Restaurant gehörenden Veranda war allerdings ein Reinfall. Der schlechteste Burger, der uns bislang untergekommen ist und lauwarmer Weißwein. Die sehr unsicher wirkende Bedienung hat den Weißwein nach Beschwerde wieder mitgenommen ist aber nicht auf die Idee gekommen, daß wir vielleicht was anderes trinken wollten. Vielmehr hat sich überhaupt niemand mehr blicken lassen, nicht mal zum bezahlen. Wir sind zum bezahlen dann reingegangen, wo sich alle Bedienungen im leeren Restaurant gelangweilt haben. Sorry, aber für die Leistung gibt es kein Trinkgeld...
Das versprochene WLAN ging auch nicht, nun ja. Vom Tisch habe ich noch einen Aschenbecher mitgehen lassen, weil es in dem Cottage keinen gab und wir haben den Abend bei Wein und Knabberzeugs ausklingen lassen. Den gezockten Aschenbecher habe ich natürlich wieder zurück gestellt.

Am nächsten Morgen über die üblichen Straßen voll mit .... na ihr wißt schon, zum Grenzübergang. Die Ausreise ging einfach vonstatten, wenn auch gerade vor uns eine ganze Busladung anderer anderer Touristen angekommen ist und wir in einer langen Schlange ganz hinten gelandet sind.

Bei der Einreise nach Südafrika wurden die Bustouristen schnell abgefertigt, unser Auto aber auf links gedreht. Der Grenzpolizist hat in jede Schachtel und jede Tasche geguckt, ins Handschuhfach, unter die Autositze und wollte dann Zoll kassieren für den Wein, den wir noch in Südafrika gekauft und lediglich einen Tag lang durch Swasiland spazieren gefahren haben. Irgendwann bin ich ein bißchen (na ja eigentlich ziemlich) barsch geworden und er hat mit dem Thema Zoll Ruhe gegeben. Einigen Erklärungsbedarf hat allerdings meine E-Zigarette nebst Liquid ausgelöst, die ich im Handschuhfach liegen hatte. Mit der konnte er rein gar nichts anfangen. Ich hatte etwas Sorge, daß er die Fläschen mit Liquid für Drogen hält, auf die Idee ist er aber nicht gekommen. Zum Glück wußte er allerdings auch nicht, daß Nikotinliquid in Südafrika verboten ist. Ich habe ihm gezeigt, wie eine E-Zigarette genutzt wird, er hat verstanden, daß es weder eine Waffe noch Rauschgift ist, Europäer offensichtlich eine Meise haben und an komischen Dingern herumsaugen und wir konnten endlich wieder nach Südafrika einreisen und Richtung Küste weiterfahren.

Yanjep
zuletzt bearbeitet 18. März 2018
725 Beiträge · seit 201719. März 2018 · #22
Wenn ich das so lese mit Swaziland, bin ich froh, das wir "außen" herum fahren werden.

Wird zwar von St. Lucia bis Nelspruit eine lange Strecke werden, aber das muss auch mal sein 😉 .
Gruß Gabriele (Reisebericht 1. Namibia Reise 2022 / Süden) http://www.stenders-reisen.de/Namibia%202022/Namibia_2022.html
Themenstarter1'014 Beiträge · seit 201619. März 2018 · #23
Swaziland soll einige sehr schöne Nationalparks / Landschaften haben. Wir hätten länger bleiben sollen, nur für die Durchfahrt mit einer Übernachtung war es nervig mit der Ein- und Ausreise. In Europa ist man so was nicht mehr gewöhnt. Aber die Grenzbeamten waren ausgesucht freundlich, keine Muffelköppe von denen man sonst gelegentlich liest.

Yanjep
Themenstarter1'014 Beiträge · seit 201619. März 2018 · #24
Wir sind dann weitergefahren zum Hluluwe-Imfoloze Game Reserve, wo wir in der (außerhalb des Reserve gelegenen) sehr empfehlenswerten Bushbaby Lodge untergekommen sind. Nette Cottages mit Gemeinschaftsküche und einem Barbereich auf einem sehr weitläufigen Gelände mit Garten, Pool und Buschland drumherum (gehört zum Grundstück).


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Der Betreiber ist ein Niederländer, den die Liebe nach Südafrika verschlagen hat. Er spricht deutsch und war früher als selbstständiger Fotograf tätig. Sehr schön, ich konnte ihm ein Paar Tips und Tricks zum Thema "food-fotografie" entlocken. Das Örtchen, in dem wir uns vor der Ankunft an der Lodge noch verproviantiert haben, war das totale Chaos, alles wuselte und wimmelte durcheinander, durch den Spar-Markt und an den Marktständen vorbei. Sehr afrikanisches Flair, uns hat es gefallen. Wir wollten noch mal versuchen zu grillen und haben Bratwurst gekauft. Diesmal war das Grillen von Erfolg gekrönt und die Wurst war sehr eßbar.

Der Betreiber ist sehr tierlieb und hält sich zum Spaß einige Zebras, Antilopen und Gnus auf dem Gelände, die auch noch äußerst fotogen sind.

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Ein Zebra ist ein neugieriges Wesen und noch fotogener, wenn einer rumhopst und faxen macht und der andere fotografiert.

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Abends werden die Namensgeber, die Bushbabies gefüttert, die von ihrem Baum runterkommen und dann natürlich fotografiert werden.

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Die Insekten scheinen hier irgendwie mutiert zu sein und neigen zu Riesenwachstum. Ein riesiger Käfer ist orientierungslos durch die Gegend gebrummt und ein noch viel riesigeres Heupferd ist mit lautem Plumps vom Dach gefallen.

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Außerdem scheinen irgendwelche Insekten im Sand zu leben, irgendwann sind sie massenhaft ausgeschwärmt, planlos durch die Luft geflattert und wurden von den Meerkatzen eingefangen und aufgefressen. Ein paar Minuten später haben sich die Überlebenden wieder in ihre Sandlöcher verzogen. Außerdem gab es endlich wieder Internet, Mattes hat sich irgendwie für lau reingemogelt, ich habe 50 Rand bezahlt. Abends haben wir noch mit dem Host an der Bar gesessen und geklönt. Alle anderen Gäste nebst Ehefrau und Kindern des Host haben, ratet mal was geguckt: na klar, Rugby.

Am nächsten Tag sind wir in das Game Reserve mit dem unaussprechlichen Namen gefahren. Ehrlich gesagt war es ein ziemlicher Reinfall. Die Ausbeute an Tieren war außer ein paar Zebras, Wildschweinen und einer riesigen Büffelherde in einem Tal äußerst gering, allerdings war die Bergwelt sehenswert.

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Man hört aber von anderen, daß sich der Park großer Beliebtheit erfreut und viele Tiere gesehen wurden. Vermutlich hatten wir einfach nur Pech. Und wie heißt es so schön: Es ist schließlich kein Zoo.

Die Straßen waren allerdings unter aller Sau. Mattes, der wirklich nicht zimperlich ist, hatte bald die Nase voll. Man mußte buchstäblich zwischen Schlaglöchern, die ihresgleichen suchen, einen befahrbaren Untergrund finden, um die Schlaglöcher rumfahren und ist immer wieder voll in eines reingeknallt. Für den Fahrer äußerst anstengend und vom Park und der Landschaft hatte Mattes leider gar nichts, weil er sich die ganze Zeit auf die "Straße" konzentrieren mußte. Daß das Auto nicht in Gänze in ein Loch geplumst und verschwunden ist, hat mich ziemlich gewundert 🤪
Im Game Reserve könnte es jedenfalls nichts schaden, nicht nur Eintritt zu verlangen sondern auch mal die Straße instand zu setzen. Obwohl, ich will nicht ungerecht sein, einen Bautrupp haben wir gesehen. Insgesamt, glaube ich, sechs Mann. Je einer hat mit einem Schild die Baustelle vorn und hinten abgesichert, drei Mann haben über irgendwas wichtiges nachgedacht und einer hat die Schaufel vorm Umfallen bewahrt 😗
Allerdings war das im Jahr 2015, gut möglich, daß in der Zwischenzeit die Schlaglöcher, besser gesagt Krater, beseitigt wurden.

Wir hatten bald keine Lust mehr, noch länger auf diesen unglaublich miesen Straßen herumzufahren, also sind wir zur Lodge zurückgefahren und haben relaxt. Warum auch nicht, schließlich hatten wir Urlaub. Abends haben wir noch mal Bratwurst gegrillt, an der Bar war es rappelvoll, es war nämlich immer noch Rugby-WM.

Uns hat es in dieser Lodge sehr gut gefallen. Ich kann sie, schon wegen des netten Betreibers und der Infrastruktur (allerdings kein Luxus) nur empfehlen.
zuletzt bearbeitet 20. März 2018
Themenstarter1'014 Beiträge · seit 201619. März 2018 · #25
Am nächsten Morgen sind wir über die wie üblich mit Menschen, Tieren und Schlaglöchern bevölkerten Straßen und vorbei an Siedlungen mit Häuschen und Hütten an die Küste nach St. Lucia zur Lake St. Lucia Lodge gefahren. Die Landschaft ist in der Gegend heftig zersiedelt mit Baummonokulturen zwischen den recht ärmlich anmutenden Siedlungen. Der Holzwirtschaft ist es offenbar gelungen, Baumspargel mit einer mickerigen Krone hoch oben zu züchten. Für die spätere Verwertung des Holzes bestimmt ideal, fürs Auge etwas weniger...

St. Lucia hat was und ist, etwas außergewöhnlich für unsere bisherigen Erfahrungen, nicht nur eine Aneinanderreihung von Einkaufszentren mit ein paar Wohnhäusern außenrum, sondern eine fast europäisch anmutende Kleinstadt mit sowas wie einer Fußgängerzone, Geschäften, Gastronomiebetrieben und so weiter. Es gab sogar ein Fotofachgeschäft, das ich natürlich gleich mal aufgesucht habe. Die Preise für Fotoequipment waren auf dem gleichen Niveau wie in Deutschland, also für südafrikanische Verhältnisse ziemlich teurer.
Apropos Fotoausrüstung: Ich hatte eine nette Begegnung an einem mir nicht näher erinnerlichen Fluß. Dort wollte ich ein Krokodil fotografieren, während eine Gruppe einheimischer Damen am Ufer einen ausgewachsenen Kaffeeklatsch abgehalten hat. Eine der Damen interessierte sich sehr für meine Kamera, hat sie genau inspeziert und ist nur beim erfragten Preis zusammengezuckt. Ich wurde gebeten, mit meiner Kamera ein Foto der Gruppe zu machen. Auf meinen Einwand, dann hätte ich ein Foto, aber sie nicht, wurde eine Speicherkarte herbeitelefoniert, die auch zügig von einem Verwandten gebracht wurde. Speicherkarte in die Kamera, Fotos der Kaffeegesellschaft gemacht, Karte zurück an die Dame. Das Posieren hat offenbar Spaß gemacht. Leider habe ich vergessen, mit meiner Karte auch noch ein Foto zu machen 🙁

St. Lucia ist ganz offensichtlich "hippo-county", denn auf den Straßen wurde vor freilaufenden Flußpferden gewarnt 🤪 . Was die Warnung nützt, wenn einem so ein "Tierchen" auf der Straße entgegen kommt, das weiß der Himmel.

Die Lake St. Lucia Lodge liegt am Ende der Hauptstraße und hat einen wunderschönen Garten mit Palmen, Mangos, Blumen und Pflanzen aller Art. Der Betreiber ist so pflanzenlieb wie der Betreiber der Bushbaby Lodge tierlieb. Offenbar kennt er jeden Baum und jeden Busch in seinem Garten mit Namen und hegt und pflegt jede Pflanze persönlich und liebevoll 🙂 . Hinter dem Garten kommt Rasen und dahinter dann der Fluß.

Der Host war sehr nett und hat uns gleich Fußspuren im Sand unter einer Palme gezeigt, die eine Flußpferdmutter mit ihrem Kalb in der Nacht zuvor zurückgelassen hat. Offenbar kommen die Flußpferde abends aus dem Wasser, latschen durch den Garten, quer über die Straße, grasen dort in der öffentlichen Grünanlage und dackeln in den Ort (vermutlich in den Pub, um ein Bier zu trinken). Wir wurden jedenfalls instruiert wie wir uns verhalten sollen, wenn Flußpferde durch den Garten wandern - "not very friendly animals", so der O-Ton, dürfte wohl die Untertreibung des Jahren sein. Jedenfalls nicht reden, nicht bewegen, auf keinen Fall anfassen, provozieren oder versuchen, darauf zu reiten 🤩 : und im Falle eins Angriffs hinter das Cottage quetschen (also sich selbst, nicht das Hippo). Er hat uns dann noch auf seinem Handy Fotos von einem Zusammenstoß Rhino - Auto auf der Straße des Orts gezeigt. Nicht so schön....
Das erklärt auch, warum die Grundstücke nicht wie sonst üblich mit massiven Zäunen gesichert sind. Offenbar mögen Hippos keine Zäune zwischen sich und dem Ort ihrer Begierde 😗

Wie schon so oft in kleinen inhabergeführten Unterkünften wurden wir mit Tips für Unternehmungen und Restaurants wohl versorgt. Das hat uns besonders gut gefallen, weil öfter der eine oder andere Geheimtip dabei war oder wem man Grüße bestellen sollte, um bessere Preise als den üblichen "Touritarif" zu bekommen.

Den ernst gemeinten Tip, bei einer Kontrolle durch eine (nach seiner Aussage immer korrupte) Polizeistreife einen 100 Rand Schein in den Paß zu legen, fand ich allerdings nicht so wirklich schlau. Ich meine, mit so einer Nummer kann man sich - zu Recht - richtig Ärger einhandeln, wenn man an den falschen gerät. Wir haben ohnehin gleich zu Beginn der Reise in einer Touristeninformation ein Kärtchen mit Instruktionen und Telefonnummern von Anti-Korruptionsdienstellen erhalten, die wir notfalls vorzeigen bzw. anrufen sollten.

Abends sind wir nach einem Tip des Host in einen etwas außerhalb gelegenen Grill gefahren, der auf dem Gelände eines Angelvereins betrieben wird. Hamburger, Wein und Blick von der Terrasse über die Wetlands konnten überzeugen 🙂 .

Am nächsten Tag sind wir durch den Isimangaliso Wet Park zum Strand gefahren, wo es nicht besonders spektakulär aber sehr schön war und haben die Füße ins Meer gehalten und uns ein bißchen durchpusten lassen. Abends haben wieder den Grill aufgesucht, wo wir, diesmal mit dutzenden kreischender Kleinkinder Wein, Hamburger und Aussicht genossen haben.

Ach ja, wir haben nicht ein einziges Flußpferd gesehen, weder im Garten noch im Ort noch in den Wetlands 😎

Aber das war sehr wahrscheinlich (in den Wetlands) unsere eigene Schuld, notorische Verweigerer organisierter Touren die wir sind. Von St. Lucia aus kann man diverse Ausflüge per Boot buchen, bei denen man bestimmt Hippos und diverse Wasservögel hätte beobachten können. Aber uns stand gerade nicht der Sinn nach Ausflugsboot, wir sind lieber auf eigener Achse zum Strand gefahren.

Yanjep
zuletzt bearbeitet 20. März 2018
385 Beiträge · seit 201519. März 2018 · #26
Dein Reisebericht macht richtig Spaß, ich mag Deine Art zu schreiben

Und auch wir sind bekennende Verweigerer organisierter Touren 😉
Schöne Grüße Sandra
Themenstarter1'014 Beiträge · seit 201619. März 2018 · #27
Danke schön 🙂

Yanjep
4'382 Beiträge · seit 201520. März 2018 · #28
.
..einer hat die Schaufel vorm Umfallen bewahrt
Guten Abend, Ihr beiden - das nennt man "Arbeiterdenkmal"...
...zu den Hühnerfüßen und -köpfen: der sog. zivilisierte Mitteleuropäer und vermutlich auch sein südafrikanisches Pedant pflegt nur die edleren Teile eines Hähnchens zu verspeisen. Der Rest wird in Mengen in die sog. 3.Welt exportiert für die armen Negerkinder, aber auch nicht umsonst.
Danke für Euren unglaublich unterhaltsamen Bericht - ein Genuss!
Gruß von Friederike
https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/305239-2-froestelnde-senioren-cufs-in-botswana-august-24.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/299590-namibia-2008-cufscher-verbindungsstresstest.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/285307-cuf-in-botswana-2013.html https://www.namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/285473-cuf-im-ktp-und-moremi-juli-august-2014.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/287481-cuf-maeandern-durch-den-norden-namibias-v-o-nach.html?start=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/294392-cufs-8woechige-antiviruskur-erfolgreich-oder-nicht.html https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/300961-cufs-6-wo-haengemattenauszeit-v-covid19-in-bots-nam.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/298077-kurz-trocken-skelettenkueste-suedwaerts-april-mai-19.html?start=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/303543-62-tage-auf-der-entschleunigungsspur-nam-bots-nam.html
71 Beiträge · seit 201620. März 2018 · #29
yanjep schrieb:Apropos Fotoausrüstung: Ich hatte eine nette Begegnung an einem mir nicht näher erinnerlichen Fluß.
Nebenbei: Das war am Sabie River im Kruger National Park und dort am Nkuhle Picnic Spot. 🙂

Mir war die Sache ja bald ein wenig peinlich wie vorsichtig und ja, beinahe ehrfürchtig, die Dame die Kamera samt Objektiv begutachtete. Was müssen wir in ihren Augen für Geldsäcke gewesen sein. 😊

Gruß,
Mattes
zuletzt bearbeitet 20. März 2018
1'823 Beiträge · seit 201620. März 2018 · #30
Hallo yanjep,

vielen Dank für deinen Bericht! Da werden Erinnerungen an unsere erste Reise durch Südafrika im Jahr 2013 wach. Wir sind damals eine recht ähnliche Route gefahren und waren auch zu kurz in Swaziland.
Ich lese gern weiter mit und erfreue mich deines so unprätentiösen und lebendigen Stils.

LG
Sascha
Website: www.picturesgonewild.de SA, Namibia, Mauritius 2016 / Kruger NP 2016, 2018, 2021, 2023, 2025 / Namibia 2017 / Sri Lanka 2018 / Namibia und Botswana 2019 / Costa Rica 2022 / Namibia 2022 / Norwegen 2024 / Indien 2025 Alle Reiseberichte unter: https://www.namibia-forum.ch/forum/linksammlungen-signaturen/304512-h-badger-reiseberichte.html
Themenstarter1'014 Beiträge · seit 201620. März 2018 · #31
Danke für die Blumen. Beim Schreiben werden Erinnerungen wach, bald geht es "as the crow flies" in den Norden von Namibia und nächstes Jahr nach Kapstadt und die Gardenroute 🙂

Aber jetzt auf zur letzten Etappe:


Nach einem letzten ausführlichen Schwatz mit dem Host sind wir wieder aufgebrochen. Auch diese Lodge kann ich, wie eigentlich alle in denen wir waren, ausdrücklich empfehlen. Die Aussicht auf Rhinos im Garten hat was, der Garten ist wunderschön und der Host war sehr nett und hilfsbereit.

Die Fahrt nach Salt Rock als Zwischenstop auf dem Weg in die Drakensberge bot mal wieder den viel zitierten Gegensatz von 1. und 3. Welt (3. Welt auf der Fahrt vorbei an Siedlungen aus Blechhütten und dem üblichen menschlichen und tierischen Leben neben und auf der Straße) und das recht wohlhabend anmutende Städtchen Salt Rock als Vertreter der 1. Welt.
Salt Rock ist eine hübsche kleine Stadt, unsere Unterkunft Zuider Zee Guest Houseten in einem Wohngebiet liegt am Rande eines Wohngebiets. Dort gibt es Holzbungalows wie unseren und Apartments im Haupthaus. Wir durften wählen und entschieden uns für den Bungalow mit Blick auf den auch hier wieder sehr schönen Garten.

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Blick von der Terrasse über die Gärten bis zum Meer.

Dankenswerter Weise hatten wir zwei Schlafzimmer, so daß ich meine Erkältung ausleben und in der Nacht nach Herzenslust herumhusten konnte, ohne dauernd einen Ellenbogen in die Rippen zu kriegen 🤪

Gerne wären wir einen Tag länger geblieben, aber leider war die Anlage für den nächsten Tag ausgebucht. Den Abends haben wir auf Anraten des Host in einer recht netten Kneipe, in der es Köstritzer Schwarzbier für Mattes, Wein für mich und natürlich die obligatorischen Hamburger für uns beide gab, verbracht.

Insgesamt muß ich sagen, daß die Tips der Gastgeber für geeignete Verpflegungsstätten immer ausgezeichnet waren. Nun ja, sie leben dort und wissen, wo es gut ist 🙂

Der letzte Teil der Reise führte uns nach einer recht langen und eintönigen Fahrt für fünf Nächte in die Drakensberge, wo wir im Berghaven Holiday Cottages im Champagne Valley untergekommen sind. Der Blick vom Bett und der Terrasse aus war wunderbar,



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Bei Tag schon wunderschön


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In der Dämmerung noch viel schöner

es gibt auch einen kleinen Angelteich, auf dem man mit einem Boot herumpaddeln kann, wenn man mag.

Womit auch bewiesen werden kann, wie Bilder lügen können. Tatsächlich habe ich bei den beiden Bildern gemogelt und den Angelteich fotografiert, während ich auf dem Bauch vor dem Teich gelegen habe,

Tatsächlich sah es so aus (aber auch sehr schön, wie ich finde)

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Das Gelände ist sehr weitläufig, die Hütten stehen weit genug auseinander, so daß man seine Ruhe hat.



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Blick von der anderen Seite.

Die Betreiberin ist auch wieder sehr nett und hilfsbereit, eine kleine Bibliothek wird im Haupthaus für die Gäste vorgehalten.

Tja, wir hatten eigentlich vor, in den Drakensbergen zu wandern und den einen oder anderen Geocache zu suchen. Soweit der Plan....
Leider ist es anders gekommen als gedacht. Da ist natürlich nicht den bezaubernd schönen Drakensbergen anzulasten sondern war der ins Uferlose wuchernden Bürokratie geschuldet. Die Drakensberge sind nicht ein einziger Nationalpark sondern es gibt mehrere kleine Nationalparks in den Drakensbergen. Warum auch immer solche Zaunkönigreiche geschaffen wurden statt einen Nationalpark aus den Bergen zu machen. Die Eintrittsgebühr von jeweils 35 Rand pro Person ist allerdings nicht wirklich teuer.

ABER: Vor der Wanderung steht die Bürokratie, die hier in einem Maß auf die Spitze getrieben wird, daß es uns, ehrlich gesagt, gelangt hat. Zuerst sind wir zum Royal Natal Park gefahren, haben brav unseren Obolus entrichtet und wollten einen simplen Spaziergang auf einem der Wanderwege machen. Bevor man uns auf die Piste lassen wollte, sollten wir uns durch einen wirklich ellenlangen Fragebogen arbeiten. Name, Adresse, Telefonnummer (Mobil und Festnetz???, wollten die uns in Dortmund anrufen?), Car-Registration, ob wir einen Schlafsack mithaben (ganz offensichtlich nicht), ob wir Wanderschuhe anhaben (offensichtlich ja) und so weiter und so fort. Gefühlt (oder tatsächlich?) 10 Seiten mit mehr oder weniger sinnvollen Fragen waren durchzuarbeiten. Man konnte noch nicht mal mogeln und "leck mich" in die Spalten schreiben sondern der Torwächter hat jede einzelne Frage vorgelesen und die Antwort eingetragen. Bei der Frage nach der Farbe unserer T-Shirts ist Mattes der Kragen geplatzt, er hat die Brocken hingeschmissen und wir sind unverrichteter Dinge wieder gefahren. Und wenn Mattes die Hutschnur platzt, wars das. Jeder Versuch ihn umzustimmen ist ähnlich erfolgversprechend wie ein Hippo zu überreden, ein Tütü anzuziehen und ein bißchen Spitzentanz vorzuführen oder eine Meerkatze, keine Lebensmittel mehr zu klauen sondern einen Job beim Straßenbau anzunehmen 😎 . Mir hat diese sinnentleerte Fragerei über Seiten allerdings auch gelangt, das war einfach nur nervig. Nun mag man anmerken oder sich denken "die sollen sich nicht so anstellen, das bißchen Fragebogen ausfüllen" aber es ist eben wie es ist 😎

Die Bratwurst, die wir fürs Abendessen vorgesehen haben, war dann auch noch ungenießbar... Aber um den Tagesabschluß doch noch annehmbar zu gestalten, haben wir aufgrund eines Tips der Unterkunftsbetreiberin eine sehr nette Kneipe mit Wifi, Wein und Hamburgern aufgetan, was die Laune deutlich gebessert hat.

Bei zwei weiteren Versuchen, einen Wanderweg in zwei der andern Zaunkönig-Naturschutzgebieten unter die Füße zu nehmen, sollte jeweils der gleiche endlose Fragebogen ausgefüllt werden, was wir schon aus Rücksicht auf Mattes Bluthochdruck erst gar nicht angefangen haben sondern wieder umgedreht sind. Bekannte wußten zu berichten, daß die Fragerei relativ neu ist und sie bei ihrem Besuch wenige Jahre vorher vollkommen unbehelligt in die Parks konnten.

Nun ja, so sind wir halt so ein bißchen umhergefahren und haben uns die wunderbare Bergwelt von außerhalb der Nationalparks angeschaut,


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den Blick auf die Berge von der Terrasse aus genossen, relaxt und die Reise ausklingen lassen. Was ehrlich gesagt auch nicht das schlechteste war.

Die letzte Fahrt hat uns durch den sehr schönen und fragebogenfreien Golden Gate Park geführt. Fragebogenfrei, weil der Park zu SanPark gehört, die weniger datenhungrig sind und außerdem das Pförtnerhäuschen nicht besetzt war 😄

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Ziel war als letzte Nacht vor dem Rückflug der Ort Harrismith, wo wir im Mountain View Inn genächtigt haben. Das Motel liegt mitten in einem Einkaufszentrum und ist ok für eine Zwischenübernachtung. Für den Abend haben wir uns dort in eine Kneipe verzogen, die einen auf "American Diner" macht, aber guten Wein und gute Hamburger bietet (also so langsam können wir einen "Führer zu den besten Hamburgern" und "Kochen mit nur einem Topf" schreiben).

Wir haben auf der Terrasse gesessen, als ein weißer PKW beim Wenden den etwa kniehohen Plastikzaun vom Nachbargeschäft umgefahren hat und weggefahren ist. Anstatt das Plasteteil einfach wieder aufzurichten, wurden wir von der Ladeninhaberin als offensichtliche Zeugen dieses Frevels intensiv zu unseren Beobachtungen vernommen, konnten aber nichts Sachdienliches beitragen. Es wurde dann noch die Security herbeigerufen, die das naheliegenste getan hat, nämlich den Zaun einfach wieder aufgestellt 😛

Mattes ging es nicht gut und er hat sich irgendwann ins Bett verkrümelt, aber ich hatte noch keine Lust, mich an so einem schönen warmen Abend vor dem Rückflug in den Dortmunder Herbst ins Bett zu verziehen. Also habe ich mich auf eine Bank vor dem Zimmer gesetzt und einen meiner geliebten Schimanski-Tatorte, die ich mir bei youtube runtergeladen und gespeichert hatte, auf dem Tablet anzusehen. Es wurde recht spät und der arme Security-Mitarbeiter ist immer öfter um mich rumgeschlichen um zu sehen, ob ich als letztes zu bewachendes Objekt nicht endlich ins Bett gehen will. "Geh schlafen, weiße Frau" war überdeutlich in seinem Gesichtsausdruck zu lesen 😗 Nein, ich will noch nicht ins Bett, ich will meinen Tatort gucken. Gefahren irgendwelcher Art waren nicht ersichtlich und ich habe dem armen Mann gesagt, er könne ruhig Feierabend machen. Das konnte er mit seinem Gewissen und seiner Berufsehre nicht vereinbaren, also habe ich ihm eine "Überstundenzulage" in Form eines großzügig bemessenen Trinkgeldes überreicht. Das war offenbar in Ordnung, ich konnte meinen Tatort in Ruhe und Frieden zu Ende gucken.

Die Fahrt zum Flughafen war, je näher wir Johannesburg kamen, über die Autobahn recht anstrengend, aber zum Glück war alles gut ausgeschildert. Die Fahrzeugrückgabe war dann schnell erledigt, weil dem Mitarbeiter bei der Rückgabestation nur interessiert hat, ob der Tank voll war; das war er, also Klamotten raus aus der Karre, Schlüssel übergeben und fertig.

Wir sind dann nach einem letzten Castle Bier auf der Raucherterrasse noch ein bißchen durch den Flughafen gestromert und haben dann in der sehr gut ausgestatteten Emirates-Lounge bei leckerem Essen und Trinken (Amarula, Wein und Schampus) auf unseren Flug gewartet. Der Rückflug war mit einer 777ER, der Zwischenstopp mitten in der Nacht konnte zum Glück wieder in der Emirates Lounge im A 380 Terminal in bequemen Sesseln, WLAN , einer Dusche und einem Frühstück vom Buffet ganz gut überbrückt werden. Frühmorgens ging es mit dem A380 weiter, der Flug konnte mit Frühstück (wahlweise mit Saft oder Schampus), Lunch und einem abschließenden Besuch in der Bordbar ausgehalten werden .

Als Film gab es unter anderem den auf Video brandneuen Jurassic World, das übliche Gerenne, Gekreische und Gemampfe, aber ganz unterhaltsam anzuschauen.

Das Unterhaltungsprogramm bei Emirates ist ohnehin große Klasse, die Filme sind on demand, man kann also während des Essens als zivilisierter Mensch den Film anhalten und danach weitergucken. Es gibt aktuelle Spielfilme, Filmklassiker, alle mögliche Disney Filme, einen Sportkanal und die wunderbar kitschigen Filme aus Arabien und Bollywood (ich liebe diese Bollywoodfilme) nebst Musik und Spielen. Beim Angebot werden keine Unterschiede zwischen den Klassen gemacht, IFE ist für alle gleich.

Mattes döst meist irgendwie vor sich hin und mir kommt auf Flügen die Aufgabe zu, die Mahlzeiten für ihn auszuwählen, die seinen Ernährungsvorschriften oder besser "Kenn ich nicht, mag ich nicht, ess ich nicht" entsprechen. Also kein Fisch oder was sonst im oder in der Nähe von Wasser lebt, Brokkoli, etc. etc.
Da fällt mir ein, irgendwann auf einem Flug Richtung Australien war die Business überbucht und wir wurden als Statuskunden kurzerhand in die First verfrachtet. Da war die Essensfrage nicht leicht zu lösen. Ein Zwischengang war wahlweise Kaviar, Hummer und noch irgendwas, das wir zwar noch nicht probiert haben aber bestimmt nicht mögen. Der arme Steward hat in seiner Verzweiflung sehr leckere Tomatensuppe aus der Eco für uns organisiert (weil nicht aufessen, das geht nicht, nicht in meiner First, so der O-Ton)

Nach der Landung in Düsseldorf wurden wir schon von dem bestellten Fahrer der Sixt-Limousine erwartet (kostenfrei in der Buchungsklasse bis 40 Kilometer, dann 1 Euro pro Mehrkilometer) und in das herbstlich kalte und regennasse Dortmund gefahren. Ich schätze diesen Service sehr, denn mit allem Gepäck nach dem langen Flug noch mit Bahn und Taxi nach Hause zu fahren, ist deutlich weniger angenehm.

Damit endet die Reise, im nächsten und letzten Teil schreibe ich noch was zu den (überwiegend sehr positiven) Eindrücken von Land und Leuten und was uns der Spaß unter dem Strich gekostet hat.

Yanjep
zuletzt bearbeitet 20. März 2018
Themenstarter1'014 Beiträge · seit 201620. März 2018 · #32
Ein kleines Fazit von unserer ersten Reise nach Afrika:

Wir waren noch nie auf dem afrikanischen Kontinent und wollten in Südafrika als "Africa for beginners" mal schauen, wie es uns dort überhaupt gefällt.

Überwältigend waren natürlich die Tiere. Nicht nur die Großen sondern auch die kleinen Tiere und die Vögel, z.B. diese metallisch schimmernden schwarzen Vögel. Besonders die Tiere, die hierzulande mehr schlecht als recht in Zoos gehalten werden, in freier Wildbahn zu sehen und ihr Sozialverhalten zu beobachten, war überwältigend. Unser erster Elefant, den wir während der Flußfahrt beobachten konnten, hat uns umgehauen. Im Kruger dann beim ersten gamedrive ein alter Elefantenbulle, der direkt neben der Straße im Schatten an einem Baum gelehnt hat; wir haben uns kaum getraut, vorbeizufahren (tut er was, will er spielen). Als wir im Unauffälligkeitsmodus vorbeigeschlichen sind, hat er uns nicht mal beachtet 😎

Die Leute waren sehr offen und freundlich, wir sind überall schnell ins Gespräch gekommen. Die Schulkinder im Botanischen Garten z.B. hatten überhaupt keine Berührungsängste und waren richtig niedliche Teenies. Wir haben uns zu keinem Zeitpunkt unsicher gefühlt, auch beim Einkaufen in ländlichen Supermärkten wurden wir nicht weiter beachtet. Wenn überhaupt, haben Mattes lange Haare die Aufmerksamkeit der Kinder auf sich gezogen.

Die Natur in den Nationalparks in den Bergen war ein Erlebnis besonderer Art.
Auch das unglaubliche Gewusel und Gewimmel auf den Straßen und Märkten war schon was Besonderes. Für erfahrene Afrikareisende mag das bestimmt lapidar klingen, aber für uns war es eine komplett neue Erfahrung.

Unseren Vorlieben ist auch entgegengekommen, dass wir meist in frei stehenden Cottages mit Selbstversorgung untergekommen sind. Wir stehen nicht so auf Hotel und Restaurant sondern bevorzugen selber kochen und eigene Terrasse zum abends draußen sitzen. Oder aber eine Gaststätte nach unserem Geschmack mit Hausmannskost.

Wir haben lange hin und her überlegt, ob wir auch mal in einer privaten game lodge Station machen sollen oder nicht. Wir haben uns dagegen entschieden, weil wir viel Geld für Leistungen hätten zahlen müssen, auf die wir keinen Wert legen. Wie z.B. Vollpension und zwei mal täglich organisierte gamedrives mit allen möglichen Leuten an Bord. Allein die Vorstellung, im Morgengrauen ohne eine ausreichende Menge an Kaffee im Bauch im "Sprich mich bloß nicht an-Modus" mit irgendwelchen potentiellen Nervbolzen in einem gamedrive-Fahrzeug durch die Gegend gefahren zu werden, läßt uns schaudern. Für andere mag das blöd klingen, aber unser Ding ist es nun mal nicht. Letztlich hat es uns in den Unterkünften mit Selbstversorgung oder den von den hosts empfohlenen Lokalen sehr gut gefallen.

Außerhalb der Nationalparks war allerdings die Landschaft auf unserer Reiseroute arg zersiedelt und mit Bäumen in Monokultur bewachsen. Immer abwechselnd Monokultur / Blechhütten / Monokultur / Blechhütten. Oder endlose Felder mit Zuckerrohr, Zuckerrohr und nochmal Zuckerrohr....
Allerdings verschafft die Agrarwirtschaft den Leuten Lohn und Brot, das ist uns völlig klar. Schön anzusehen ist es trotzdem nicht.

Ich fand ganz gut, dass wir die Unterkünfte vorgebucht haben, auch wenn das sonst nicht so unsere Gewohnheit ist. Das hat es uns erspart, abends erst noch lange zu suchen. Die bushbaby lodge z.B. war gar so ohne weiteres zu finden und lag im wahrsten Sinne des Wortes mitten im Busch. Andere Unterkünfte lagen mitten in einem Wohngebiet und wären gar nicht so einfach zu finden. Dank Internet und Google Street View ist es ja einfach, schon vorher zu sehen, was man sich da zusammenbucht.

Vier Wochen waren allerdings ein bißchen zu lang für die Strecke, drei Wochen hätten völlig gelangt.

Nervig fand ich die überbordende Bürokratie mit ihrem Formularwesen. Oder Mitarbeiter, die endlos und gefühlt getrübt von keiner Ahnung, Dienst nach Vorschrift schiebend, auf ihrem Terminal rumgehackt haben wie in bei der Autovermietung und beim Ausstellen der Wild Card .

Aufgefallen ist mir auch der Einkommensunterschied zwischen Schwarz und Weiß. Hier die schicken Einfamilienhäuser der Weißen mit schwarzem Hauspersonal, das offenbar für kleines Geld abwäscht und den Garten macht und da die Hütten auf dem Land, in denen die schwarze Bevölkerung lebt. Vorurteile gegenüber der schwarzen Bevölkerung scheinen auch recht weit verbreitet zu sein, wie ich aus so einigen Bemerkungen im Gespräch herausgehört habe. in Kneipen oder Restaurants, die von Weißen frequentiert wurden, habe ich Schwarze auch nur als Kellner oder Klofrau gesehen, nie als Gäste.
Das war jedenfalls in Namibia, wo wir im Mai 2017 waren, anders. Sogar im absoluten Tourischubs Joes Bierhaus saßen schwarze Gäste, ebenso wie in einigen Unterkünften morgens am Frühstückstisch. In einer Unterkunft war ein Trupp Monteure über das Wochenende untergebracht, deren Chefin eine schwarze Frau war. Auch Manager in den Unterkünften und Camps waren oft Schwarze, die ihren Job kompetent und selbstbewußt gemacht haben. Da fehlt es in Südafrika noch so ein bißchen.

Ausgegeben haben wir:

657 Euro für den Mietwagen

1.214 Euro für Unterkünfte

225 Euro für Benzin

709 Euro für Lebensmittel, Kneipe, Hamburger und Eintrittsgebühren incl. Wild Card

und natürlich die Flüge

Und jetzt habe ich fertig und trinke erst mal einen Amarula

Danke fürs Lesen

Yanjep
zuletzt bearbeitet 21. März 2018
897 Beiträge · seit 201720. März 2018 · #33
Danke für deinen schönen Bericht ! Wann seid ihr da gewesen ? Wir haben im Mai 17 eine ähnliche Tour gemacht und in den Drakensbergen im Thendele Camp gewohnt. Da musste man glücklicherweise noch nicht seine gesamte Persönlichkeit offen legen 😉
Liebe Grüße Makra
71 Beiträge · seit 201620. März 2018 · #34
Wir waren im September/Oktober 2015 dort.

Ich könnte mir vorstellen das man Leute die In den Camps übernachten doch etwas anders behandelt als simple Tagestouristen (die ja auch nicht soo viel Geld da lassen).

Gruß,
Mattes
897 Beiträge · seit 201720. März 2018 · #35
Mattes-do schrieb:

Ich könnte mir vorstellen das man Leute die In den Camps übernachten doch etwas anders behandelt als simple Tagestouristen (die ja auch nicht soo viel Geld da lassen).
Du meinst sozusagen zur Abschreckung .... 😛
Liebe Grüße Makra
Themenstarter1'014 Beiträge · seit 201620. März 2018 · #36
Oder es ist das Papier für die Fragebögen war ausgegangen, der Drucker war kaputt, der Mann, der Fragebögen nachliefern soll hat sich krank gemeldet 😈

Oder sie sind zu dem Schluß gekommen, daß man es mit der Fragebogenausfüllerei auch einfach bleiben lassen kann.


Yanjep
zuletzt bearbeitet 20. März 2018
1'543 Beiträge · seit 201321. März 2018 · #37
Hallo Dagmar,

so, so, 😗 Schimanski schaust du also, und Bollywood magst du auch. Eine sehr sympathische Kombination, fast ein wenig wie dein Schreibstil: lebhaft, kunterbunt, aber immer einen kleinen Touch von Ruhrpottschnauze. Nimm es mir nicht krumm, ich denke, du weißt wie ich das meine. 😄
Dein Bericht hat mir sehr gut gefallen, sehr kurzweilig, und häufig musste ich schallend lachen, so humorvoll waren einige Szenen beschrieben.
Afrika hat euch gefallen, das geht auch gar nicht anders 😎 . Unsere 1. Reise auf diesem Kontinent führte uns nach Namibia, und die Landschaft und die Tiere dort haben uns verzaubert, so dass wir gar nicht genug bekommen können.
Ich wünsche euch viel Freude in Namibia und dann auf der Gardenroute, beides landschaftlich einzigartige Fleckchen auf unserer Erde. Wir alle hier in diesem Forum können uns glücklich schätzen, dass wir dies alle genießen dürfen.
In Vorfreude auf weitere Berichte grüßt ganz herzlich

Beate
Reiseberichte: Patagonien 2020: Zwischen Anden, Pampa und Eis: https://namibia-forum.ch/forum/weiterelaender/299353-patagonien-2020-zwischen-anden-pampa-und-eis.html Das schönste Ende der Welt-Südafrika März 2017 https://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/292402-das-schoenste-ende-der-welt-suedafrika-maerz-2017.html Südafrika 2018-Ohne Braai gibt es keine Katzen https://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/296432-suedafrika-2018-ohne-braai-gibt-es-keine-katzen.html
zuletzt bearbeitet 21. März 2018
725 Beiträge · seit 201721. März 2018 · #38
Oh je, hoffentlich kommt das nicht mit den Formularen auf uns zu, allerdings übernachten wir ja auch im Thendele Camp und Didima Camp.

Danke für den Reisebericht und Gruß aus Husen nach Brackel.
Gruß Gabriele (Reisebericht 1. Namibia Reise 2022 / Süden) http://www.stenders-reisen.de/Namibia%202022/Namibia_2022.html
Themenstarter1'014 Beiträge · seit 201621. März 2018 · #39
Freut mich, daß der Bericht Gefallen gefunden hat.

Vielleicht haben sie diesen Formularirrsinn wieder abgeschafft nachdem sich die Erkenntnis durchgesetzt hat, daß einen die Erkenntnis, daß 67,5 Prozent der Besucher Wanderstiefel anhat und 15,3 ein beiges Shirt nicht weiterbringt

Yanjep
3'883 Beiträge · seit 201121. März 2018 · #40
Hallo Yanjep,
danke, dass du fürs Forum einen Bericht über eure Reise eingestellt hast. Ein Beispiel dafür, wie unterschiedlich Reisen ins südliche Afrika aussehen können. Auf die Idee, möglichst viele Hamburger (um Verwechslungen zu vermeiden: Ich meine Hämbörger! 😄 ) zu testen, würde ich nie und nimmer kommen 😉 . Es muss nicht unbedingt exotisch sein, nicht wahr? Habt ihr eigentlich Geo Caches gefunden? Wir müssen leider feststellen, dass viele im südlichen Afrika gar nicht (mehr) existieren. Man sucht sich einen Wolf, um letztendlich frustriert feststellen zu müssen, dass das Dösle entfernt wurde 😠 .
Herzlichen Gruß
freshy
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zuletzt bearbeitet 21. März 2018