Einfach unfassbar. Das sind die eigenen Kinder denen das angetan wird und ich glaube, dass die meisten dieser Mütter oder Grosssmütter ihre KInder lieben. Ich werde auf alle Fälle meinen Freunden und Bekannten den Freundeskreis Umojo ans Herz legen.
MzeekenyaThemenstarter527 Beiträge · seit 201303. Aug. 2016 · #25
Leider ist FGM ein ganz anderes "Kaliber".
GOGoretta10 Beiträge · seit 201603. Aug. 2016 · #26
Es stimmt zwar, dass die Beschneidung von Mädchen ein anderes "Kaliber" darstellt, allerdings halte ich auch die Verstümmelung von kleinen Buben für eine grobe Menschenrechtsverletzung! Auch Jungs haben ein Recht auf einen unversehrten Körper und die Spätfolgen sind auch bei ihnen nicht immer harmlos - es gibt sehr wohl Männer die über mangelndes Lustempfinden und auch Schmerzen beim Geschlechtsverkehr klagen. Erwachsene Männer, die sich dieser Beschneidung unterziehen, entscheiden dies autonom (auch wenn mir die Gründe dafür schleierhaft sind, denn dass dies gegen HIV schützt halte ich für eine sehr gefährliche Mähr), kleine Jungs können sich nicht wehren und sind ihren Peinigern ausgeliefert.
Keinesfalls möchte ich durch dieses Post die Beschneidung von Mädchen und Jungen gegeneinander ausspielen oder gar die FGM verharmlosen, aber ich halte es für wichtig auch die Jungenbeschneidung zu thematisieren.
LG Goretta
MzeekenyaThemenstarter527 Beiträge · seit 201303. Aug. 2016 · #27GOGoretta10 Beiträge · seit 201603. Aug. 2016 · #28
Guten Abend Willi!
wie ich oben bereits geschrieben habe: autonome Entscheidungen von erwachsenen Männern sind natürlich zu respektieren. Zu deiner Frage bzgl der Spätfolgen: es gibt viele Betroffene, die unter erektilen Dysfunktionen, Schmerzen usw. leiden und aus Scham nicht öffentlich darüber sprechen. und ja - ich kenne Männer, die Probleme haben! Im übrigen liegen in der Vorhaut sehr wohl Nerven - und zwar bis zu 20.000!
PS: Du hast recht bzgl des Schutzes gegen HIV - hab mich nochmal schlau gemacht. Dennoch halte ich es nicht für ungefährlich - denkst du nicht, dass Männer (und Frauen) dadurch eher auf lebensrettende Kondome verzichten, weil sie denken sie können sich nicht anstecken? Denn 100%igen Schutz bietet die Beschneidung ja nicht.....
Butterblume3'700 Beiträge · seit 200903. Aug. 2016 · #29
Lieber Willi,
mit Interesse habe ich deine Zeilen zur Beschneidung von Männern gelesen und teile die von dir getätigte Behauptung, dass es feststeht, dass beschnittene Männer weniger anfällig für eine HIV-Infektion sind als unbeschnittene nicht.
Ärzteblatt: Zirkumzision schützt Partnerinnen nicht vor HIV-Infektion Entgegen den Erfahrungen aus früheren Beobachtungsstudien hat die Beschneidung HIV-infizierter Männer in einer randomisierten Studie im Lancet (2009; 374: 229-237) ihre Lebenspartnerinnen nicht vor einer HIV-Infektion geschützt. Editorialisten halten trotzdem an der Empfehlung zur Zirkumzision aller Männer fest.
Vor drei Jahren hatten Studien aus mehreren afrikanischen Ländern ergeben, dass die Zirkumzision bei Männern das Risiko, sich (bei ihren Frauen) mit HIV zu infizieren um 50 Prozent senkt. Seither empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Zirkumzision als präventive Maßnahme. Es war erwartet worden, dass eine Schutzwirkung auch in die andere Richtung vorhanden ist, dass also HIV-infizierte Männer ihre Frauen seltener infizieren, wenn sie beschnitten sind.
Ob dem so ist, wurde in Uganda in einer randomisierten Studie an 922 HIV-infizierten asymptomatischen Männern (350/µl oder mehr CD4-Zellen) untersucht, von denen die Hälfte aus Anlass der Studie beschnitten wurde – bei den anderen wurde der Termin auf das Ende der Studie verschoben. Auch 170 HIV-negative Lebenspartnerinnen wurden in die Studie einbezogen.
Wie Maria Wawer von der Bloomberg School of Public Health in Baltimore und Mitarbeiter jetzt mitteilen, wurde die Studie wegen eines nicht mehr zu erwartenden Nutzens vorzeitig abgebrochen. Dies scheint aber nur ein Teil der Wahrheit zu sein.
Denn die Zahlen zeigen, dass sich die Partnerinnen der beschnittenen Männer häufiger mit HIV infizierten als die Partnerinnen der nicht beschnittenen Männer: 18 vs. 12 Prozent. Die kumulative HIV-Ansteckungsrate nach 24 Monaten war ebenfalls höher: 22 vs. 13 Prozent.
beschneidung-von-jungen.de Medizinische Experten auf der ganzen Welt bezweifeln die Weisheit der Kampagne und manche Studien legen nahe, dass sie kontraproduktiv ist. Im Mai 2011 hat die Panos Eastern Africa NGO ermittelt, dass falsche Annahmen über den Vorgang – insbesondere die weitverbreitete Vorstellung, dass Beschneidung allein, ohne andere Vorsichtsmaßnahmen die Menschen deutlich vor HIV/AIDS beschütze – in Wirklichkeit die Ausbreitung in Uganda förderte. Im Dezember 2011, führte ein Artikel im australischen Journal of Law and Medicine schwere Fehler in drei Studien auf, die glaubten die Vorteile männlicher Beschneidung bei der Verringerung der HIV/AIDS-Ausbreitung in Afrika zu beweisen:
„Die Untersuchungen waren durch mangelhafte Ausgewogenheit, verzerrte Auswahl, unangemessene Ausblendungen, problematische Herstellung einer Zufallsordnung beeinträchtigt; Untersuchungen wurden frühzeitig mit übertriebenen Behandlungsergebnissen abgebrochen; es gab keine Untersuchung nicht-sexueller Übertragungen.“
Des Weiteren haben die Autoren entdeckt, dass...
„In der Untersuchung der ugandischen Übertragung von Mann zu Frau scheint es eine relative Zunahme um 61% bei weiblichen Partnern von beschnittenen, HIV-positiven Männern zu geben. So lange männliche Beschneidung (Geld)mittel von bekannten Vorbeugemaßnahmen abzieht und die Risikobereitschaft wächst, bleibt jeder langfristige Erfolg bei der Verringerung der HIV-Übertragung unsicher.“
Es besteht auch die Sorge, dass das Verfahren selbst die Seuche unter den Teilnehmern und ihren Sexualpartnern ausbreiten kann, wenn es nicht unter vollständig sterilen Bedingungen, mit einer qualifizierten Nachsorge einhergeht.
Afrikanische nationale Bevölkerungsbeobachtungen haben eine höhere HIV-Infektionsrate unter den beschnittenen, im Vergleich zu den unbeschnittenen Männern, gefunden. Es gibt mindestens 17 Beobachtungsstudien, die keinerlei Gewinn durch die männliche Beschneidung, bei der Verringerung von HIV-Übertragungen gefunden haben. Darum erwarte ich keine Verringerung der HIV-Übertragung. Es ist sogar möglich, dass die Fälle von HIV-Infektionen ansteigen, weil der irrtümliche Glaube an den Schutz durch Beschneidung zu einem riskanteren Sexualverhalten führt.
gib-aids-keine-chance.de Von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurde die Beschneidung der Vorhaut 2007 in den Katalog der Präventionsmaßnahmen aufgenommen. Hintergrund dieser Entscheidung waren die Ergebnisse von in Afrika durchgeführten Studien, denen zufolge das HIV-Infektionsrisiko für den beschnittenen Mann beim ungeschützten Vaginalverkehr um etwa 60 Prozent geringer ausfällt. In einigen Ländern des südlichen Afrikas gilt die männliche Beschneidung daher als Element der bevölkerungsbezogenen Prävention. Allerdings ist sie auch hier nur in Verbindung mit dem Angebot weiterer Maßnahmen hinreichend wirksam. Es wird befürchtet, dass beschnittene Männer aufgrund zu hoher Erwartungen an die Schutzwirkung häufiger Risikokontakte eingehen könnten. Hierdurch könnte die durch eine Beschneidung erzielte Schutzwirkung letztlich aufgehoben oder sogar in ihr Gegenteil verkehrt werden.
Hinsichtlich der Lustempfindung vor und nach Beschneidung gibt es übrigens keine seriöse, wissenschaftlich abgesicherte Studienlage.
Herzliche Grüße Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheitwww.butterblume-in-afrika.de
MzeekenyaThemenstarter527 Beiträge · seit 201303. Aug. 2016 · #30
NACHTRAG: Eigentlich müssten sowohl die WHO wie auch humanrights darauf hingewiesen werden, dass ihre Aussage falsch ist und nicht weiter verbreitet werden sollte.
Butterblume3'700 Beiträge · seit 200903. Aug. 2016 · #31
Lieber Willi,
du schreibst: NACHTRAG: Eigentlich müssten sowohl die WHO wie auch humanrights darauf hingewiesen werden, dass ihre Aussage falsch ist und nicht weiter verbreitet werden sollte.
Humanrights Watch sieht Beschneidung von Jungen/Männern im Hinblick auf ein geringeres HIV-Infektionsrisikio ebenso kritisch wie die von mir zitierten Quellen (siehe den von dir eingefügten Link): Allerdings zeigen jüngere Publikationen, dass diese Zusammenhänge sehr umstritten sind. So hat etwa die Zeitschrift GEO in einem Artikel vom Juli 2015 aufgezeigt, dass zahlreiche Wissenschaftler und Ärzte die Wirksamkeit der Beschneidungen ernsthaft bezweifeln.
Und über die Gründe, warum die WHO immer noch an dieser Empfehlung festhält, darf fleißig spekuliert werden. Die WHO ist nicht unfehlbar. Man erinnere sich an die Schweingegrippe-Hysterie und den Pharmaskandal bezüglich Tamiflu.
Mit herzlichen Grüßen aus dem feuchten Weserbergland Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheitwww.butterblume-in-afrika.de
MzeekenyaThemenstarter527 Beiträge · seit 201303. Aug. 2016 · #32
bleibt sie den Frauen überlassen.
MzeekenyaThemenstarter527 Beiträge · seit 201304. Aug. 2016 · #33
Butterblume3'700 Beiträge · seit 200902. März 2017 · #38
Hallo,
vielen Dank, Willi, dass du uns auf dem Laufenden hältst. Leider sind deine aktuellen Nachrichten keinen Guten! Zum wiederholten Male müssen die Frauen und Kinder entsetzliche Angst und hohe Verluste verkraften.
Eine Gelegenheit Rebecca persönlich kennen zu lernen und sich über ihr Projekt zu informieren wird es im September in Berlin geben. Und damit auch eine weitere Möglichkeit zu helfen.
2012 hatten wir das Vergnügen die beineindruckende Rebecca Lolosoli in Umoja kennen zu lernen.
Wer sich mit uns gemeinsam gegen Genitalverstümmelung und für die Rechte von Frauen einsetzen möchte kann Rebecca Lolosoli (Mama Mutig) und Angelika Wohlenberg-Kinsey (Mama Massai/Sister Angelika) auf einem von mir organisierten Symposium Zusammen gegen Genitalverstümmelung - KEINE Gewalt an Mädchen und Frauenam 30.09.2017 in der Freien Universität Berlin mit seinem Besuch unterstützen. Rund um das das Symposium wird es einen afrikanischen Markt geben, auf welchem die beteiligten Organisationen Kunsthandwerk anbieten, aber auch über FGM und die Lebensumstände in Samburu und der Massaisteppe informieren.
Der Eintritt kostet 25,00 €. Die Einnahmen aus dem Ticketverkauf für das FGM-Symposium kommen vollumfänglich den vier beteiligten Vereinen zugute.
11:00 - 11:15 Begrüßung und Moderation Birgit Virnich
11.15 - 12.00 Weibliche Genitalverstümmelung – ein weltweites Problem Evelyn Brenda, Dr. Cornelia Strunz
12:15 - 13:00 Female Genital Mutilation bei den Massai Angelika Wohlenberg-Kinsey
13:00 - 14:00 Mittagspause
14:00 - 14:45 Der mutige Schrei einer „von Gott Geschorenen“ und ihr Kampf gegen das Beschneidungsritual Rebecca Lolosoli
14:45 - 15:30 Tabus aufbrechen, Betroffene richtig behandeln, Mädchen schützen Tiranke Diallo, Dr. Sarah Lück
15:30 - 15:45 Ausblick und Verabschiedung
Änderungen vorbehalten!
Referentinnen
Evelyn Brenda Beraterin für beschnittene Frauen, Dolmetscherin, „Desert Flower Center“ Waldfriede, Berlin
Tiranke Diallo Mama Afrika e.V., Berlin
Rebecca Lolosoli FGM-Aktivistin, Gründerin des ersten Frauendorfs Afrikas, Freundeskreis Umoja e.V., Kenia
Dr. med. Sarah Lück Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin, St. Joseph-Krankenhaus Berlin Tempelhof
Dr. med. Cornelia Strunz Chirurgin, „Desert Flower Center“ Waldfriede, Berlin
Birgit Virnich Autorin Mama Mutig, Korrespondentin, ARD-Studio Moskau
Angelika Wohlenberg-Kinsey Hebamme, Krankenschwester, Hilfe für die Massai e.V., Tansania
Werdet aktiv: Gemeinsam können viele kleine Gesten Großes bewirken! Sensibilisierte Menschen schützen Mädchen vor Genitalverstümmelung – jederzeit und überall.
Ich würde mich sehr freuen, wenn das ein oder andere Fomi den Weg in die Freie Universität Berlin findet.
Herzliche Grüße Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheitwww.butterblume-in-afrika.de
MzeekenyaThemenstarter527 Beiträge · seit 201302. März 2017 · #39
Danke Marina
Butterblume3'700 Beiträge · seit 200902. März 2017 · #40
Hallo Willi,
große Schritte sind auch willkommen, wenn man sie machen kann!
Wir brainstormen einfach weiter. Grüße Rebecca herzlich von uns.
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheitwww.butterblume-in-afrika.de