THEMA: KFZ-Versicherung in Namibia
31 Mai 2010 12:22 #141454
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Liebe Reisefreunde!

Zum Thema KFZ-Versicherung hier unsere Erfahrungen vom April dieses Jahres:

Grundsätzliches zur KFZ-Versicherung in Namibia: (Stand: April 2010)

Das Wichtigste ist, das es in Namibia keine Versicherungspflicht gibt, d. h., dass ein sicher nicht unbeträchtlicher Teil der Fahrzeuge unversichert herumfährt.
Dabei muss man allerdings unterscheiden zwischen Personen- und Sachschäden. Die Personenschäden im Straßenverkehr sind durch einen staatlichen Fond abgedeckt, der sich u. a. durch den Treibstoffpreis finanziert. Bei Sachschäden ist jeder für sich selbst verantwortlich.
Der überwiegende Teil der Touristen wird sich beim Besuch in Namibia für einen Leihwagen entscheiden. Bei seriösen Anbietern werden diese ausreichend versichert sein. Normalerweise wird allerdings ein Selbstbehalt im Schadensfall von ca. 2000 EUR vereinbart.

KFZ - Versicherung für z. B. in Deutschland zugelassene Fahrzeuge (Stand: April 2010)

Eine immer größer werden Schar von Touristen, die planen, öfters oder längerfristig in Namibia zu bleiben, wird sich die Mitnahme des eigenen Fahrzeuges überlegen. Da die deutsche KFZ-Versicherung in Namibia natürlich nicht gilt, wird man diese entweder ruhen lassen oder (bei längerem Aufenthalt) gleich ganz kündigen, sobald das Fahrzeug den Geltungsbereich verlassen hat.
Wie oben erwähnt, wird man in Namibia nicht zum Abschluss einer Versicherung gezwungen.
Wer trotzdem - vernünftigerweise - eine namibische Versicherung abschließen will, sollte Folgendes beachten:

Zunächst ist die ganze Versicherungsphilosophie in Namibia genau entgegengesetzt zu der in Deutschland.
Hier bei uns ist ja bekanntlich die Haftpflichtversicherung der wichtigste Bestandteil, durch die Schäden, die man anderen zufügt („Third Party“), abgedeckt sind.
Diese spielt in Namibia jedoch keine so große Rolle, sondern es geht hier mehr um Kaskoversicherungen, vor allem gegen Diebstahl, Feuer, usw.
Ein weiterer großer Unterschied ist, dass in Namibia die Versicherungen meist nur bis zu einem vereinbarten Höchstbetrag haften, für den (wohl oft wesentlich größeren) Rest ist der Versicherungsnehmer verantwortlich.
Also auch wieder das Gegenteil zu dem Modus in Deutschland.
Die Versicherungen haben unserer Erfahrung nach auch kein Interesse, reine Haftpflichtversicherungen abzuschließen. Eine Agentur bot uns gar keine Police an, eine andere nur gegen den Höchsterstattungsbetrag von 10.000 N$ (ca. 1000 €), das ist natürlich völlig unrealistisch im Falle eines schweren Unfalls.
Am liebsten ist der Versicherung natürlich – wen wundert es – ein Komplettangebot mit Vollkasko, aber das geht auch in Namibia sicher gut ins Geld.

Was kann man also tun?

Wir haben uns auf einen Kompromiss einigen können, in dem wir die gewünschte Haftpflichtversicherung um die Kaskobestandteile Feuer und Diebstahl aufstockten, und konnten so den möglichen Erstattungsbetrag auf 50.000 N$ (ca. 5000 €) erhöhen.
Diese Variante kostete in unserem Fall ca. 300 N$, also ca. 30 € für einen Monat (das ist die Mindestlaufzeit, natürlich sind auch Halbjahres- oder Jahresabschlüsse möglich.)
Der Betrag hört sich zunächst gering an, wenn man ihn aber auf das Jahr umrechnet und die geringe mögliche Gegenleistung in Betracht zieht, ist es auch wiederum kein Schnäppchen.
Trotzdem fährt man nach einem Abschluss vielleicht wohl etwas beruhigter.
Die Versicherung gilt in allen Ländern der südafrikanischen Zollunion.
Wir haben unseren Abschluss bei der Agentur FNB getätigt (Thorer Straße, gegenüber der Maerua Mall).
Unsere (ausgesprochen geduldige) Ansprechpartnerin war Annie Vries (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! )

Alles weitere unter www.offroad-reisen.com
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31 Mai 2010 12:34 #141456
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Hallo Offroad-Reisen.com,

guter "Bericht", der sicherlich einigen weiterhilft. Ich persönlich, als in Namibia lebender, habe noch nichts von einem Höchtversicherungsbetrag bei Autoversicherungen mitbekommen (im Gegensatz zu z.B. Krankenversicherungen). Unsere Versicherungen haben immer komplett bis zum Aktualwert abgesichert (€5000 hilft z.B. bei einem Diebstahl gar nicht). Möglicherweise liegt es daran, dass Euer Auto nicht in Namibia zugelassen ist?!

Mit Abstand am günstigsten, weil eine reine "Online-/Telefonversicherung" ist OUTsurance und dort sind die fahrzeuge grundsätzlich "zum handelswert" (www.outsurance.com.na/default.asp?ID=158) versichert.

Sonnige Grüße
Christian

Nachtrag: Sorry, wie ich gerade lese geht z.B. OUTsurance nur für in Namibia zugelassene Fahrzeuge.
Reiseplanungen 2022/23: Angola, Deutschland (2x), Katar, Kenia, Südafrika (2x), Sansibar, Sierra Leone
Letzte Änderung: 31 Mai 2010 12:59 von travelNAMIBIA. Begründung: Nachtrag
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31 Mai 2010 12:48 #141461
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Offroad-Reisen.com schrieb:
Da die deutsche KFZ-Versicherung in Namibia natürlich nicht gilt, wird man diese entweder ruhen lassen oder (bei längerem Aufenthalt) gleich ganz kündigen, sobald das Fahrzeug den Geltungsbereich verlassen hat.

Wow! Sehr gute Zusammenfassung!

Eine Anmerkung dazu habe ich allerdings: Sollte es sich bei dem eigenen Fahrzeug um eines handeln, daß aus Deutschland mitgebracht wird, dann sollte man es mit der Kündigung nicht allzu eilig haben. Für die Erstellung eines Carnets wird eine Anmeldung benötigt... und eigentlich ist dies auch für die Verlängerung des Carnets der Fall.
Letzte Änderung: 31 Mai 2010 12:48 von giraffenmog.
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31 Mai 2010 16:49 #141487
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  • Erika am 31 Mai 2010 16:49
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Guten Tag Giraffenmog

Du schreibst bezüglich einer Versicherung:

Für die Erstellung eines Carnets wird eine Anmeldung benötigt... und eigentlich ist dies auch für die Verlängerung des Carnets der Fall.

Ich weiss nicht ganz genau, wie es in Deutschland üblich ist, aber wahrscheinlich nicht anders als bei uns in der Schweiz. Unser Auto steht seit 1991 mit einem Carnet in Afrika. Wir haben noch nie einen Versicherungsnachweis vorweisen müssen, wenn wir das Carnet erneuerten. Wenn also jemand die normale Versicherung wegen des Carnets daheim brav weiter bezahlt, macht er das umsonst, da da ja auch im Schadensfall nichts bezahlt wird.

Grüessli Erika
Meine Reiseberichte:
1971: Mit dem VW-Bus von Kapstadt bis Mombasa
www.namibia-forum.ch...ahren.html?start=120
2013: Durch den wilden Westen Tansanias (Am Anfang war die Hülle)
www.namibia-forum.ch...g-war-die-huelle.htm
2013: Nordmosambik, mal schön - mal hässlich + ein Stück Südtansania
www.namibia-forum.ch...n-mal-haesslich.html
2014: Auf bekannten und unbekannten Pfaden durch Tansania
www.namibia-forum.ch...-durch-tansania.html
2015: Eine Reise wird zum Alptraum/Kenia
www.namibia-forum.ch...rd-zum-alptraum.html
Letzte Änderung: 31 Mai 2010 17:13 von Erika.
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01 Jun 2010 11:08 #141548
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Hallo Erika,

Wenn Du Dir meinen Beitrag noch einmal durchliest, dann wirst Du feststellen daß da steht, daß man "eigentlich" einen Versicherungsnachweis für die Verlängerung des Carnets braucht.

Ich weiß, die gängige Praxis entspricht nicht unbedingt der vorgeschriebenen Prozedur.

Wird für die Verlängerung des Carnets kein Versicherungsnachweis verlangt, dann hast Du Recht... die Versicherung wurde quasi "umsonst" bezahlt.

Aber: Wie sieht es aus, wenn für die Verlängerung des Carnets dieser Versicherungsnachweis dann doch verlangt wird. Ganz blöd wird es, wenn das Fahrzeug schon länger abgemeldet ist. Hier in Deutschland kann ich den Wagen dann nicht einfach wieder anmelden, die Versicherung bezahlen und gut iss... Bei einer längeren Abmeldung (ich meine, die Grenze liegt bei 2 Jahren - sicher bin ich mir jedoch nicht...) muß eine TÜV-Vollabnahme nachgewiesen werden. Der TÜV hat nur ein Mandat innerhalb von Deutschland. Kein TÜV-Mitarbeiter wird eine solche Abnahme im südliche Afrika durchführen - selbst wenn Du den Flug und Reisezeit bezahlst. Also heißt das dann, daß der Wagen zurück nach Europa muß - und zwar noch innerhalb der Jahresfrist des alten Carnets. Oder: Man bießt in den saueren Apfel und versucht den Wagen zu importieren, was allerdings bei einem Linkslenker schwierig und zeitaufwendig ist.... und Zeit ist in einem solchen Fall genau das, was Du nicht mehr hast.

Diese völlig unnötige Überraschung kann man sich ersparen, wenn man das Vorgehen bei der Verlänguerng des Carnets erst einmal testet - oder vorher abklärt, welche Dokumente wirklich für die Verlängerung überprüft werden. Ich würde mich für die zweite Methode entscheiden, da ich nur ungerne schlafende Hunde wecke. Aber das muß jeder für sich selber entscheiden.
Letzte Änderung: 01 Jun 2010 11:11 von giraffenmog.
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01 Jun 2010 11:22 #141550
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  • Ulli am 01 Jun 2010 11:22
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Hallo Giraffenmog,

wir brauchen zwar schon seit längerem kein Carnet mehr, haben aber dennoch auch viele Jahre 'Carnet-Erfahrung'. Deshalb bin ich etwas verwundert:

Seit wann hat denn ein CDP, ob bei der Ausstellung oder bei der Verlängerung, etwas mit der Fahrzeugversicherung zu tun? Es ist ein reines Zolldokument und es spielt absolut keine Rolle ob und wo das Fahrzeug versichert ist oder aber TÜV hat. Zumindest war das bei uns immer so, ich glaube auch nicht, dass sich daran etwas geändert hat.

Aber vielleicht bin ja nur nicht auf dem laufenden? Schreib doch mal woher du deine Infos hast.

Gruß

Ulli
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