Ja, es ist schon von Übel. In solchen Gegenden lauern hinter jedem Busch oder Felsen die Missetäter mit blutunterlaufenden Augen und langen Messer zwischen den Zähne. Hier lauern sie auf arglose Touristen, manchmal jahrelang und ernähren sich in dieser Zeit nur von Morgentau und Steinläusen.
Nun 'mal im Ernst. Nik, du stellst dir doch die richtigen Fragen. Wo und wie sollen diese Kriminellen plötzlich herkommen. Sie fallen doch nicht vom Himmel. Dann müssen sie auch noch verschwinden. M.E. müssen für einen Übergriff mehrere Faktoren zusammen kommen:
1. Sie müssen das Ziel gut erreichen können oder schon da sein (z.B. Wanderarbeiter auf einer Lodge)
2. Sie müssen Gelegenheit haben, dich unauffällig auszuspionieren. Wo und wie steht das Opfer. Was ist vermutlich zu holen und was für und wie viele Personen sind vor Ort. Ein altes krummes Mütterchen oder ein durchtrainierter 2m-Mann, der möglicherweise plötzlich vor steht, weil er seine Prostata ausführt.
3. Sie müssen sich unauffällig vor Ort bewegen können, z.B. der Wanderarbeiter, der sein Handy sucht.
4. Sie müssen die Gelegenheit haben, zügig zu verschwinden oder in der Menge unterzutauchen können.
Das alles sehe ich an der Blutkoppe nicht. Ein Fahrzeug hörst du schon kilometerweit vorher. Die Missetäter werden wohl kaum Kilometer weit durch die Savanne stolpern. Da gibt es bessere Orte, die sich lohnen. Anders sieht es aus, wenn sich eine Ansiedlung in der Nähe befindet. Hier muß man damit rechnen, das möglicherweise Jugendliche eine Mutprobe machen wollen.
Schleicht um mein Zelt jemand herum, gehe ich immer freundlich auf ihn zu, schüttle ihm die Hand, frage nach seinem Namen und seine Aufgabe. Einem Bekannten schlägt man nicht so leicht den Schädel ein. An der Blutkoppe hätte ich mehr Angst, das ich im Dunklen stolpere und ins Feuer falle oder das der Gaskocher den Geist aufgibt und es morgens keinen Kaffee gibt.
Ein Restrisiko bleibt halt immer. Lass dich nicht durch Andere verrückt machen. Vertraue auf dich und deinen Verstand.
Peter