THEMA: Campingvorschläge im Kaokoveld
05 Jan 2022 11:20 #633836
  • Thomas11
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  • Thomas11 am 05 Jan 2022 11:20
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Hallo Liebes Forum

Zuerst mal allen ein tolles 2022 und hoffentlich habt Ihr die Möglichkeit, eure Traumreisen zu verwirklichen.

Wir reisen im Sommer 2022 bereits zum 5. mal nach Namibia. Nachdem wir bis anhin jeweils in verschiedenen Lodges übernachtet haben solle es diesmal ein Dachzeltaufenthalt werden. Unsere beiden Teenager sind jetzt im Alter, wo das klappen sollte. Und zudem schadet es auch nicht wenn die beiden mal ein paar Wochen auf Internet verzichten müssen...

Unsere Reise sieht so aus:
12. Juli Landung in Windhoek am Morgen. Fahrzeug abholen und einkaufen. Fahrt zur Spitzkoppe
12. + 13. Juli Aufenthalt bei Spitzkoppe
14. Juli Übernachtung beim Brandberg
15. + 16. Übernachtung bei Palmwag
17. Juli Übernachtung ?
18. Juli Übernachtung ?
19. Juli Übernachtung ?
20. Juli Übernachtung ?
21. Juli Übernachtung Hobatere Lodge
22. Juli Übernachtung Dolomite Camp
23. + 24. Juli Übernachtung Okaukuejo
25. + 26. Juli Übernachtung Halali
27. - 31. Juli Tsumeb bei verwandten
1. August Fahrt nach Windhoek
2. August Rückflug

Für die Übernachtungen vom 15. Juli bis zum 20. Juli bin ich euch dankbar, wenn ich auf eure gemachten Erfahrungen zurück greifen kann. Ist es notwendig, in dieser Hauptreisezeit die Unterkünfte vor zu reservieren oder können wir jeweils am Tag zuvor anrufen und uns nach der Verfügbarkeit erkundigen? Wie sieht es in dieser Region mit Wildcampen aus?

Ich freue mich jetzt schon auf eure Vorschläge und Unterstützung und danke hierfür herzlich.

Liebe Grüsse
Thomas
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05 Jan 2022 12:51 #633846
  • chrigu
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  • chrigu am 05 Jan 2022 12:51
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Hallo Thomas

Euch auch ein gutes neues Jahr!

Ich mache regelmäßig individuelle Beratungen zum Kaokoveld und zu Wildcamping in der Region. Ich nutze deine Anfrage nun mal um ein paar Tipps hier einzustellen.

15. + 16. Übernachtung bei Palmwag
Palmwag selber hat eine gute Campsite mit Pool, Bar, kleinem Restaurant und einem Wasserloch welches gerne von Elefanten besucht wird. Die Campsite wird gut von Gästen besucht. Manchmal ist es da etwas rummelig. Deshalb nutzen wir auch sehr gerne eine der Campsites in der Palmwag Konzession. Vielleicht ist ja auch eine Möglichkeit eine Nacht bei Palmwag zu verbringen und die nächste bereits in der Konzession auf dem Weg Richtung Hoanib.

4 Übernachtungen im Kaokoveld
Es gibt immer wieder Leute die denken, dass sie mit vier Übernachtungen im Kaokoveld bis an den Kunene kommen. Das macht keinen Sinn. In dieser Gegend sind die Pirschfahrten in den Flusstälern das Highlight. Da kommt man nicht weit. Bei vier Tagen ist deshalb meine Empfehlung:

1) Hoanib: Ihr kommt dazu aus der Palmwag Konzession über den Mudorib. Beim Mudorib Wasserloch habt ihr gute Chancen auf spannende Sichtungen. Von da würde ich im Hoanib Flussbett weiter Richtung Osten fahren. Z.B. bis De Poort oder sogar bis Elephant Song. Als Übernachtung bietet sich die Elephant Song Campsite oder eine wilde Campsite an.

2) Puros: Ihr fahrt im Hoanib Richtung Westen bis Amspoort. Unbedingt bei Amspoort von oben ins Flussbett schauen. Da sind oft Wüstenelefanten zu sehen.



Da dreht ihr Richtung Norden ab und fahrt nach Puros. Wenn Ihr mögt evtl. soggar durch den Puros Canyon. Bei Puros gibt es mehrere gute Campingplätze. Wir nutzen gerne eine Community Campsite im Hoarusib Flussbett (Richtung Norden).

3) Puros: Heute könnt ihr eine schöne Tour Rund um Puros machen. Es gibt dafür mehrere Optionen.
  • Puros-Canyon
  • 4x4 Strecken Entlang des Skeleton Cost NP
  • Suche nach Wüstenelefanten
  • Khumib - Hoarusib Trail mit Mount Himba Sphinx

  • Die Punkte können auch kombiniert werden. So dass meine Variante wie folgt ist:
    Blick in den Canyon, Entlang des Skelettküsten Parks zum Gizzly Felsen, durch den Khumib Nach Nord-Osten bis zur Abzweigung vom Khumib-Hoarusib Trail, am Mount Himba Sphinx vorbei in den Hoarusib und zurück ins Camp. Unterwegs findet ihr mit etwas Glück auch ein paar Wüstenelefanten.
    Für die Strecke von ca. 150km braucht ihr den ganzen Tag.



    4) Khowarib Schlucht: Fahrt über die D3707 nach Sesfontein und weiter in die Khowarib Schlucht. In der Schlucht gibt es sehr schöne Halbwilde Campsites. D.h. es gibt keine Infrastruktur es kommt aber jemand von der Community vorbei um die Campinggebühr abzuholen.

    Von da seid ihr gemütlich in einem Tag bei der Hobatere Lodge.

    ACHTUNG: Wer in diesen Gebieten unterwegs ist braucht einen Plan B. Genügend Wasser, Lebensmittel und natürlich Treibstoff ist Pflicht. Wir haben ausserdem immer ein Satelliten Telefon dabei.

    Einen Einblick in das Gebiet erhaltet ihr über die Karte

    Ich persönlich würde das Dolomite Camp streichen und stattdessen Olifantrus nehmen. Beim Dolomite Camp stimmen Preis-Leistung nach meiner Ansicht überhaupt nicht.

    Herzliche Grüsse
    Chrigu
    Letzte Änderung: 05 Jan 2022 13:11 von chrigu.
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    05 Jan 2022 13:13 #633848
    • Thomas11
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    • Thomas11 am 05 Jan 2022 11:20
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    Herzlichen Dank Chrigu für deinen tollen Vorschlag

    Uns ist bewusst, dass wir in den wenigen Tagen nicht all zu weit in den Norden fahren können. Ich werde mich bei der weiteren Planung gerne an deine Tipps halten.

    Liebe Grüsse
    Thomas
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    05 Jan 2022 19:48 #633870
    • Olli
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    • Olli am 05 Jan 2022 19:48
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    Moin Thomas,

    ich stimme Chrigu in weiten Teilen zu. Palmwag paßt so gar nicht mehr in das Bild zur „1. Lodge am Eingang zum Kaokoland“. Die Campingplätze sind voll und laut, das Schwimmbad in Miniaturausführung dafür nun zu klein, …und das Restaurant ist überfordert. Mein letzter Besuch dort am 02. Januar 2022 war kein schönes Erlebnis. Aus diesem Grunde rate ich Dir ebenfalls dazu, nur eine Nacht bei Palmwag einzuplanen.

    Aus Deiner Planung erkenne ich, daß Du nur Campingplätze und Lodges anfahren möchtest. Ist das so bewußt geplant? Das Kaokoveld zeichnet sich ja als letzte zaunlose Wildnis aus. Du kannst das Kaokoveld meiner Meinung nach nur wirklich als Wildnis erleben … wenn Du Übernachtungen in der freien Wildnis erwägst. Mit einer entsprechend einfachen Vorbereitung der Ausrüstung könntest Du das tatsächlich umsetzen. Eine mentale Vorbereitung ist im Grunde genommen nicht nötig, …denn: Die Wildnis ist nicht gegen den Menschen. Man sollte nur einige Grundkenntnisse wissen und ein paar Präventivmaßnahmen im Wildniscamp treffen, dann kann tatsächlich jedermann die letzte zaunlose Wildnis mit ihrer Menschenleere und Stille in vollen Zügen genießen.

    Falls Du diese Wildnis genießen möchtest, dann rate ich Dir zu folgender Routenführung:

    15. Juli: Übernachtung in der Khowarib Lodge. Sie liegt nur 76 km nördlich der Palmwag Lodge und bietet ebenfalls Schwimmbad, ein gutes Restaurant und ist nicht so überlaufen. Zudem liegt sie schon etwas tiefer im „wahren“ Kaokoland.

    16. Juli: Fahrt über Sesfontein über die Giribes Ebene, vorbei am markanten „Signal Hill“ hinab in den Hoanib Trockenfluß. Die Karten von T4A geben vor der Einfahrt in den Hoanib bereits einige gute Übernachtungspunkte an. Bei Interesse kann ich Dir auch gerne einige meioner Übernachtungsplätze per PN übermitteln.

    17. Juli: Den ganzen Tag kannst Du Dich im Hoanib auf Wildpirsch begeben. Es gibt mehrere künstliche Wasserstellen neben dem Flußbett. Von den Guides der Tagesausflügler der Lodges kannst Du Dir Tipps geben lassen wo die Tiere gesichtet wurden. Der Hoanib ist berüchtigt ob seiner reichen Population an Wüstenelefanten. Ich empfehle Dir zur Übernachtung einen Platz westlich der Enge Amspoort zu suchen. Dort hat es ein Steilufer, von dem aus kann man wundervoll Tiere beobachten.

    18. Juli: Heute solltest Du Dich nach Norden zum Hoarusib aufmachen. Der Track führt von Amspoort direkt über eine Hochebene in den Fluß. Der Hoarusib selber ist nicht so tierreich wie der Hoanib. Dafür bietet die Fahrt durch seine Schlucht ein in Namibia einmaliges Landschaftserlebnis, zumal auch einige einfache Wasserdurchfahrten zu bewältigen sind. Sie sind völlig ungefährlich solange man den gespurten Track nicht verläßt. Sollte nach einer eventuellen guten Regenzeit dieses Flußbett nicht befahrbar sein, so gibt es eine gute Nebenpad südlich des Flusses nach Purros. (siehe T4A!)Hier gibt es mittlerweile mehrere Camps mit heißen Duschen und WC. Nach drei Tagen in der Wildnis ist eine warme Dusche ein tolles Erlebnis! ;-)

    19. Juli: Wie Chrigu ebenfalls empfiehlt, solltest Du den Hoarusib weiter nach Norden folgen und ihn nach ca. 30 km nach Norden verlassen um in den Khumib zu gelangen. Am Khumib entlang erreichst Du bald die Piste D3707 nach Opuwo. Hier gibt es ebenfalls tolle Übernachtungsplätze an und in verschiedenen kleineren Flußbetten.

    20. Juli: Heute wirst Du im Laufe des Tages via die Siedlung Kaoko-Otavi fahrend, in Opuwo eintreffen. Im Laufe des Tages fahrt Ihr in das dichter besiedelte Gebiet der Ovahimba ein. In Opuwo bietet sich erneut eine Übernachtung auf einem „zivilisierten“ Campingplatz ein. Die Opuwo Country Lodge ist dafür prädestiniert. In Opuwo gibt es dann neben dem besonderen Kulturerlebnis auch Tankstellen und Supermärkte.

    21. Juli: Ihr schwebt heute 195 km über Teerstraße bis an den Westeingang des Etoscha Nationalparks. Es sind dann nur noch weitere 63 Km bis zum Camp Olifantsrus. Letzteres solltest Du rechtzeitig buchen, …es ist heiß begehrt und immer stark gebucht!



    Viel Spaß bei Deiner weiteren Planung und herzliche Grüße aus Windhuk,

    Olli
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    06 Jan 2022 10:08 #633895
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    • Thomas11 am 05 Jan 2022 11:20
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    Hallo Olli

    Auch dir ein herzliches Dankeschön für deine Bemühungen und die ausführliche Beschreibung. Wenn ich das richtig verstehe, deckt sich dein Vorschlag in weiten Teilen mit der Empfehlung von Chrigu.

    Sehr gerne werde ich mich bei dir per PN melden.

    Gruss aus der Schweiz
    Thomas
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    06 Jan 2022 10:22 #633896
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    • MatzeHH am 06 Jan 2022 10:22
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    Moin

    da wir gerade so nett beisammen sind und wir auch in 6,5 Wochen im Kaokoveld sein werden (Wenn es die Regenzeit zulässt), frage ich doch mal ganz nett an für eine Erweiterung der Tour auf netto 2 Wochen im Kaokoveld.
    Wir waren schon 2 mal dort, aber eigentlich immer nur viel zu kurz. Wenn es möglich ist möchten wir auch gern die D3700 fahren.
    Danke und Gruß


    Matze
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