THEMA: Was man (angeblich) alles nicht braucht.
15 Jul 2016 14:08 #437866
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  • swisschees am 15 Jul 2016 14:08
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Mir fällt auf das wenn jemand ein Frage zu einem technischen Hilfsmittel wie z.B. GPS, Computer, Handy, SAT-Phone, Kühlschrank oder ähnliches ins Forum stellt, meistens eine Diskussion über Sinn oder Unsinn eines solches Gerät beginnt. Das hat dann mit der eigentlichen Frage nichts mehr zu tun, wird aber unendlich hin und her diskutiert. Leider artetet es manchmal auch noch in Beleidigungen aus.

Am besten finde ich wenn dann noch das Argument angeführt wird, dass David Livingstone kein solches Teil nicht dabei hatte. Es stört aber niemand, dass wir heute mit einem Motofahrzeug oder wenigstens mit einem Fahrrad unterwegs sind, was Livingstone bekanntlich beides nicht zur Verfügung stand.

Es verwundert mich, dass noch keiner bei Diskusionen um die Malaria Prophylaxe das selbe Argument gebracht hat.

Lange bevor es GPS, Computer, Handy und SAT-Phone gab, habe ich eine Transafrika gemacht. Mit drei Michelin Karten ging das damals auch schon. Aber wieso soll ich heute auf diese Hilfsmittel verzichten wenn es mir so gefällt. Das schränkt mich ja nicht ein aber gibt mir doch ein bisschen Sicherheit. Zudem bin ich heute 40 Jahre älter als damals und hoffentlich etwas weniger leichtsinnig.

Für mich ist es aber OK wenn jemand sich besser fühlt, wenn er auf all diese Dinge verzichtet. Aber wenn schon kein GPS dann bitte eine anständige Karte. Nicht so wie kürzlich das junge Paar mit zwei Kinder, die auf dem Strassenatlas des Autovermieters den Weg zur Mondlandschaft und den Welwitchias auf der falschen Seite des Swakops suchten.

Vielleicht ist mir im Alter auch nur der Lust für das Abenteuer vergangen!?

Gruss
Emanuel
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15 Jul 2016 14:27 #437869
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  • chrigu am 15 Jul 2016 14:27
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Hoi Emanuel

Danke für den Beitrag.
Als ich den Schwachsinn wegen Livingstone in einem anderen Thread gelesen habe, kam mir spontan in den Sinn, dass dieser die Reise schlussendlich auch nicht überlebt hat. Das wollen wir doch alle besser machen: :)

Herzliche Grüsse
Chrigu
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15 Jul 2016 15:02 #437875
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  • travelNAMIBIA am 15 Jul 2016 15:02
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Hi Emanuel,

Du hast Recht! (auch wenn ich zu denen gehöre, die auch darauf hinweisen, dass ein GPS nicht notwendig ist)
Aber wieso soll ich heute auf diese Hilfsmittel verzichten wenn es mir so gefällt.
Sollst Du nicht - Du sollst Dich nur nicht blauäugig auf z.B. ein GPS verlassen (manchmal hat man hier im Forum den Eindruck, dass einige Leute denken, wenn sie ein GPS haben um von Windhoek nach Rehoboth zu kommen, dass das Auto praktisch alleine fährt ;-)).
Zum Beispiel habe ich bei meinem Flugschein nur gelernt wie man auf Sichtflug mit Karte fliegt - GPS war verboten. Heute lernt man - je nach Land - nur noch GPS... und wenn dieses ausfällt, dann sind die Leute meist komplett aufgeschmissen.

Viele Grüße
Christian
Aktuelle Einreiseregelungen für Namibia bis 31. Juli 2021: (1) PCR-Test nicht älter als 7 Tage von Abstrich bis Einreise für alle Reisenden, (2) Ausfüllen von zwei medizinischen Einreiseformularen (meist wird nur "Surveillance Form" verlangt) (3) Ausfüllen des normalen Einreiseformulars, (4) Nachweis einer Versicherung zur Behandlung einer COVID19-Erkrankung (wird meist nicht verlangt), (5) Reiseplan (wird meist nicht verlangt)
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15 Jul 2016 15:03 #437876
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  • NamiBilly am 15 Jul 2016 15:03
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Hallo Emanuel,
und wir wollen mal nicht vergessen, dass die Expeditionen von Livingstone vor mehr als 150 Jahren zum größten Teil von Groß Britannien finanziert waren und mit einem großen Aufwand an Menschen (Sklaven?) und Material durchgeführt wurden. Der gute David ist nicht alleine, nur mit einem Rucksack auf dem Rücken durch den "Urwald" gelaufen. Im Zweifelsfall hat er sich auch tragen lassen.
Gruß NamiBilly

@ Chrigu: du sprichst mir aus der Seele!
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15 Jul 2016 15:13 #437877
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  • Topobär am 15 Jul 2016 15:13
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Ich bin auch der Ansicht, dass man sich das Leben nicht unnötig schwer machen sollte. Deshalb nehme ich die Errungenschaften die das moderne Camping- und Outdoor-Equipment bietet gerne in Anspruch. Problematisch wird es, wenn man ohne diese Ausrüstung gar nicht mehr zurecht kommt. Das kann gerade in Afrika fatal sein.

Aus diesem Grund halte ich auch nichts davon, über diejenigen zu lästern, die gerne gut ausgerüstet unterwegs sind. Allerdings ist es auch nicht verkehrt darauf hinzuweisen, dass es gerade in der afrikanischen Wildnis wichtig ist, einen Plan B zu haben, falls Ausrüstungsgegenstände den Dienst quittieren.

Ein Beispiel, um meine Meinung zu verdeutlichen: Schön dumm, wer ohne GPS ins Kaokovelt fährt. Genauso dumm, wer nicht trotzdem Karte und Kompass mitnimmt und damit auch umgehen kann.
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15 Jul 2016 15:24 #437878
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  • chrigu am 15 Jul 2016 14:27
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Hallo NamiBilly

Livingstone war in seiner Zeit der grösste Gegner der Sklaverei. Auch Grossbritanien hat nicht viel bezahlt. Er war als Missionar unterwegs und hat so einige Mittel erhalten um nach Kuruman zu kommen. Von da aus hat er dann seine Expeditionen unternommen die Grösstenteils über Sponsoring finanziert wurden. Lange Zeit war er in Namibia, in der Nähe des heutigen Nkasa Rupara NP (Mamili) am Linyanti.
Dazu gibt es gute Bücher und speziell das Museum von Linus und die Geschichten von Adolf vom Livingstone Camp sind echt interesannt.

Ein Bild aus dem Livingstone Museum bei Sangwali


Herzliche Grüsse
Chrigu
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