THEMA: Wasserlöcher im Kgalagadi Transfrontier Park
27 Jul 2024 12:14 #691338
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  • tacitus am 27 Jul 2024 12:14
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solitaire schrieb:
....Ich suche nach der Technik zur Zeit des ersten Weltkrieges. Ich finde zwar Infos, dass sie gegraben wurden, aber nicht wie. Mich interessiert, wie sie das bewerkstelligt haben.....
Guten Tag solitaire
Ich war jetzt selber neugierig über Darstellungen des Brunnengrabens von Hand.
Mit den einschlägigen Suchwörtern wie (water) well digging, hand-dug water wells und Africa udgl. wird man schon fündig, z.B.


der erste Teil hier ist afrikanisch-händisch, der zweite balkanesisch-mechanisch.

Das Brunnengraben ist uralte Kulturtechnik und wird vor 100 bis xxxx Jahren auch nicht anders gewesen sein. In meiner Kindheit waren am Land noch viele Haus- und Dorfbrunnen in Gebrauch.

Die Herausforderungen (und auch Gefahren) waren in der Kalahari wegen großer Tiefe und Mangel an Bauholz für Sicherungen und Schalungen sicher groß. Auskleiden konnte man wahrscheinlich auch nicht, das Loch musste einfach von selber „stehen“.

12:30 Und noch ein PS betr. Graben von Brunnen und Bohren von Bohrlöchern, weil Sprachgebrauch eben immer zeit- und ortsabhängig sind. Im Wortgebrauch des Eingangs verlinkten Artikels ist ein „well“ ein gegrabener Brunnen. Andererseits werden im amerikanischen Englisch auch gebohrte Brunnen „wells" genannt. Z. B. sind die Förderbohrlöcher für Erdöl und Erdgas oil und gas WELLS
Letzte Änderung: 27 Jul 2024 12:36 von tacitus.
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27 Jul 2024 18:32 #691362
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  • solitaire am 27 Jul 2024 18:32
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Vielen Dank für die vielen Infos. Auch zu den schottischen Namen.

Danke tacitus für die interessanten Videos. Ich kenne die gegrabenen Brunnen in meiner Region auch, der Boden ist hier allerdings lehmig und daher kompakter als Sand. Sand wird wahrscheinlich eine große Herausforderung gewesen sein.

Liebe Grüße
Solitaire.
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28 Jul 2024 13:54 #691390
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  • tacitus am 27 Jul 2024 12:14
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Hallo solitaire, weil wir schon dabei sind und ich wegen der Hitze auch schon am Sand bin ;)

Ich vermute mal, dass die tiefen Brunnen im KTP nur im „Calcrete“ oder Ähnlichem mit Festigkeit und Standvermögen möglich waren. Durch Sand könnte man keinen Brunnenschacht ohne Schalungen graben. Außerdem wird man dort auch kein Wasser finden, dieses kann nur darunter in tauglichen Gesteins- und Schotterschichten liegen.
Aber eigentlich ist das Problem nicht der Sand selber, sondern dass er in der Kalahari trocken ist. Ich habe das schon als kleiner Bub beim Sandburgenbau herausgefunden, dass das nur mit feuchtem Sand geht :laugh: . Später wollte ich das veröffentlichen, habe aber dann erfahren, dass das sowieso schon alle wissen. ;)

Dass man in feuchten Sand tiefe Löcher und große Hallen, ohne Stützelemente!!, graben kann, kann man sich z. B. in Retz im Weinviertel anschauen, das zwar buchstäblich "auf Sand gebaut“ ist, aber trotzdem schon seit vielen Jahrhunderten (be)steht. In die ca. 30 m mächtige Sandschicht eines alten Meeres wurden zig Kilometer von Treppen, Gängen und Kellerhallen in mehreren Etagen angelegt, die keine Schalungen, Stützgewölbe udgl. benötigen. Es hält durch die hohe Luftfeuchtigkeit von 87 %, die über ein ausgeklügeltes natürliches Belüftungssystem konstant gehalten wird.
Grüße
Letzte Änderung: 28 Jul 2024 17:14 von tacitus.
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