THEMA: Kruger im März – grüner Busch, kaum Strassen offen
02 Apr 2026 23:48 #723317
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  • JP K am 02 Apr 2026 23:48
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Wir sind vor wenigen Tagen zurück von unserer ersten Südafrika-Reise. Wir hatten ausschliesslich Kruger und Panorama-Route im Programm, für alles andere hatte ich zu grosse Vorbehalte aufgrund der vergleichsweise sehr hohen Kriminalitätsrate im Lande. Ja ich weiss, ich bin ein Schisshase, denn viele Forumsmitglieder sind regelmässig dort unterwegs und nie ist etwas passiert, die haun sich doch nur selber untereinander die Köppe ein, die Touristen bekommen davon nichts mit, usw usw. Mag so sein, aber trotzdem hatte ich Vorbehalte. Letztendlich sind wir unversehrt wieder zu Hause angekommen.

Falls Ihr nichts dagegen habt, würde ich hier einen kurzen Reisebericht schreiben über die letzten 3 1/2 Wochen und dabei der Einfachheit halber die Photos verwenden, die ich in meinem täglichen WhatsApp-Status auf der Reise verwendet hatte. Die Photos sind also zumeist im 16:9 Format beschnitten quer wie längs und enthalten zumeist extreme Close-Up-Porträts der gesichteten Tiere ohne viel Context-Gedöns.
Letzte Änderung: 02 Apr 2026 23:48 von JP K.
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03 Apr 2026 02:06 #723318
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  • Sanne am 03 Apr 2026 02:06
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Ich freue mich auf Euren Bericht. Ich liebe Kruger. Ein sehr lieber Südafrikaner sagte mir mal : lieber fünf Minuten ein Feigling als ein Leben lang tot 😵 ich gehöre auch zu denen, die schon lange nach Südafrika fahren, war immer vorsichtig und an diesem einen Tag war ich es an der Panorama Route nicht. Graskop hat rd 4.000 Einwohner, da erwarteten wir wenig Risiko. Das war ein Irrtum. Man ist kein Schisshase, wenn man versteht, dass im südlichen Afrika Kriminalität in touristischen hotspots stattfindet, auch wenn es Kleinstädte, Dörfer und Gemeinden betrifft.
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
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03 Apr 2026 08:12 #723321
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  • Nacho am 03 Apr 2026 08:12
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Guten Morgen JP K
Auf deinen Bericht und die Fotos freue ich mich auch.
Wir waren schon mehrmals in Namibia und Südafrika, haben uns überall sicher gefühlt. Aber die Aufforderung zur Vorsicht immer mal wieder zu hören, schadet sicher niemandem.

Wir buchen auch gerade unsere Nord- Südafrika Reise, aber ohne Kruger, weil mich die Wetterlage dieses Jahr und ich meine letztes Jahr auch schon, echt schockiert hat.

Eigentlich war schon Botswana und Caprivi gebucht. Die Reise haben wir letzte Woche storniert, weil es dieses Jahr auch dort wettertechnisch eine Katastrophe war. Das Risiko nächstes Jahr direkt selbst von solchen Wassermassen betroffen zu sein, ist eine Horrorvorstellung.

Du schreibst, es waren viele Straßen gesperrt. Das kann ich mir gut vorstellen.
Ich hoffe, ihr hattet trotzdem eine gute Zeit und bin gespannt was du zu erzählen hast

Liebe Grüße,
Silvia
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03 Apr 2026 08:44 #723322
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Hallo,
Ich war Mitte Februar 14 Tage im südlichen Teil des Krüger.
Bin gespannt auf deine Eindrücke.
VG
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03 Apr 2026 11:26 #723335
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  • casimodo am 03 Apr 2026 11:26
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Hallo JP K,
Ja ich weiss, ich bin ein Schisshase, denn viele Forumsmitglieder sind regelmässig dort unterwegs und nie ist etwas passiert, die haun sich doch nur selber untereinander die Köppe ein, die Touristen bekommen davon nichts mit, usw usw. Mag so sein, aber trotzdem hatte ich Vorbehalte. Letztendlich sind wir unversehrt wieder zu Hause angekommen.

Sanne hat es ja schön beschrieben. Ich finde, man darf ruhig ein Schisshase sein. Wir waren jetzt auch schon sehr oft in Südafrika und hatten bisher Glück. Das muss aber nicht immer so sein :unsure:

Ich freue mich auf Deinen Bericht!

Viele Grüße
Casimodo
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03 Apr 2026 12:26 #723339
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Ich gehe davon aus, dass schon sehr viele Forummitglieder im Kruger waren, für die wird es wohl nichts neues geben. Einzig die Auswirkungen der Unwetter im Januar diesen Jahres sind hier noch nicht so häufig beschrieben. Die Kenner unter Euch werden wissen, ob die Januar-Unwetter aussergewöhnlich stark waren oder ob es jedes Jahr so etwas gibt. Im Shingwedzi Camp gibt es eine Markierung an einem Baum beim Restaurant, wie hoch das Wasser in 2013 stand, so hoch kam es wohl dieses Jahr bei weitem nicht.
Da wir keine Camper und keine Selbstversorger sind, haben wir im Kruger Park die Camps ausgesucht, die ein Restaurant haben. Gebucht habe ich etwa 1 Monat vor Reiseantritt, was ausreichend war, allerdings war das Lower Sabie Camp ausgebucht. Shingwedzi und Olifants waren zum Buchungszeitpunkt wegen der Unwetter im Januar geschlossen, es gab aber dazu keinen Hinweis bei der Buchungsprozedur online, ich bin erst ein paar Tage später darauf aufmerksam geworden. Letztendlich ging alles gut, die beiden Camps wurden für Übernachtungsgäste rechtzeitig jeweils einen Tag vor unserer Ankunft wieder geöffnet. Nervös war ich deswegen allerdings schon! Die Brücke hinter dem Letaba Camp blieb gesperrt, so dass wir von Olifants aus aus dem Park rausfahren und über Punda Maria wieder einfahren mussten, um zum Shingwedzi Camp zu kommen. Hier erst einmal unsere Stationen:
Skukuza Camp 4 Nächte
Olifants Camp 4 Nächte
Shingwedzi Camp 4 Nächte
Punda Maria Camp 3 Nächte
Kambaku River Lodge 4 Nächte
Blyde River Canyon Lodge 3 Nächte
Langa Langa Tented Camp 3 Nächte



Es ergab sich dann gegenüber meinem kalkulierten Reisebudget noch eine Einsparung, denn beim Zahlen der Park-Eintrittsgebühr im Skukuza Camp (wir sind mit dem Flieger bis Skukuza geflogen und waren damit schon am Flughafen im Park) hatte man uns gesagt, eine Wild Card sei allemal günstiger in unserem Fall. Damit hatten wir mehr als die Hälfte meiner kalkulierten Kosten gespart und wir können theoretisch noch elf Monate in alle Nationalparks des Landes einfahren.



Die Preise für die Unterkünfte kann man als echt billig bezeichnen im Vergleich zu den Luxusunterkünften in den Private Reserves, es ist ein sehr günstiger Safari-Urlaub hier möglich. Allerdings: you get what you paid for – man sollte sich auf sehr einfache Einrichtung gefasst machen. Wenn man aber bedenkt, dass die hohen Preise der Private Reserve Lodges All-inclusive abdecken, dann relativieren sich die Preise wieder bei deutlich angenehmerer Unterbringung.

Die Hütte im Skukuza Camp war die abgerockteste der vier gebuchten Unterkünfte im Park, gefolgt von Punda Maria. Im Shingwedzi Camp hatten wir andererseits das größte und best-gepflegte Haus (Doppelhaushälfte). Alle Hütten bzw. Häuser hatten eine Aussenküche (bis auf Punda Maria), die wir aber nicht genutzt haben.



Ausserdem haben wir einen Klein-Pkw gebucht. Die Strassen im Park, sofern sie denn geöffnet sind, sind alle problemlos ohne 4WD zu befahren. Die niedrigere Sitzposition gegenüber einem SUV oder einem Safari-Fahrzeug hat natürlich Nachteile, das sehr hohe Gras verhindert die Weitsicht bei der Tiersuche. So schlimm war es allerdings auch nicht, denn Katzen und Hunde entdeckt man auch ohne Weitsicht, man muss nur dorthin fahren, wo schon viele Autos stehen, und Elefanten und Antilopen gibt’s so viele am Fahrbahnrand, dass man aufpassen muss sie nicht anzurempeln. Andererseits hat ein Klein-Pkw unbestritten den fotografischen Vorteil, dass die Linse sich eher auf Augenhöhe der Tiere befindet (Stichwort walking lions), was nicht zu so unschönen von-oben-herab-Fotos führt.



Der Park führte zu unserer Besuchszeit ein unfassbar üppiges Grün, das Gras wuchs hoch, die Büsche waren blickdicht beblättert. Die Vegetation war kein Vergleich zum Süden Namibias zur gleichen Zeit. Die Tiersuche führte natürlich zu sehr frustrierend ernüchternden Ergebnissen, aber wie schon erwähnt, die Lösung lag dann doch jeweils so nahe.


ich kann mir immer nicht merken, welche Augen zu welchem Geschlecht beim Sattelstorch gehören... Weibchen gelb, Männlein braun.
Letzte Änderung: 03 Apr 2026 12:53 von JP K.
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