Montag 02. März, Mapugubwe / Leokwe Camp:
Der Mapungubwe Nationalpark liegt ganz weit oben im äußersten Norden Südafrikas, direkt an der Grenze zu Botswana. Es ist ein kleiner aber wunderschöner Nationalpark, der vor allem für seine dramatischen Felsformationen und die vielen großen Baobabs bekannt ist. Wir wollten diesen Park ja schon mal vor etlichen Jahren besuchen, damals aber hatten wir eine Autopanne, so dass wir diesen Park jetzt mit jahrelanger Verspätung in unsere Route einbauen durften.
Bevor man aber in Mapunbugwe einläuft, muss man zuerst mal im Tuli-Block auslaufen !!!
Und das war nun eine Herausforderung der Extraklasse. SK fragte uns noch am Abend, wie wir uns das vorstellen, am nächsten Tag aus dem Tuliblock auszureisen. Denn, so weit er das gesehen hat, haben wir ja nicht mal einen 4x4, und in der Nacht wird es
heftig regnen, was ein Fahren auf verschlammten und lehmigen Straßen, die sich zu wahren
Schmierseifepisten entwickeln, mehr oder weniger unmöglich macht. Zumindest mit unserer kleinen Kiste.
Na toll, so dachten wir, es wird schon nicht so schlimm werden. Aber es hat die ganze Nacht durch geregnet- und wie! Es hat aus allen Kübeln geschüttet, so was sieht man bei uns zu Hause alle paar Jahre mal und wenn, dann mal für ein paar Minuten. Der blanke Horror, aber zum Glück hat uns SK schon signalisiert, dass entweder er selbst oder sein Kollege uns
eskortieren wird.
Dachte ich mir noch, was redet denn der Mann für einen Unsinn, war ich im Nachhinein dankbar, dass ich das nur gedacht habe. Denn in der Tat, um 07.30h sind wir los, und hätte nicht der Kollege von SK uns bis weit hinter das Gate vom Tuli-Block eskortiert - wir wären wahrscheinlich heute noch nicht zu Hause. Und das ist jetzt keine Übertreibung! Wenn der gute Mann nicht Voraus gefahren wäre, wir hätten ja gar nicht gewusst, ob wir links oder rechts oder mittendurch durch die hohen Wasserlöcher hätten fahren sollen. Ganz abgesehen davon, dass es natürlich ein sehr beruhigendes Gefühl war, im Fall des Falles jemand dabeizuhaben, der uns hätte helfen bzw. schleppen können.
Der langen Rede kurzer und guter Sinn – wir sind relativ gut durchgekommen und nicht einmal stecken geblieben, aber bestimmt zehnmal „knapp davor“. Da steigt der Adrenalinspiegel und schießt regelrecht in die Höhe. Ich bilde mir ein, ein sehr guter Autofahrer zu sein, aber diesmal wär´s wirklich um ein Haar in die Hose gegangen. 15 km (!!!) hinter dem Tuli-Gate wurde die Straße dann endlich besser, und wir haben unseren Begleitservice ganz feste geknuddelt und gedrückt. Ohne dem Mann wäre das nicht gut ausgegangen und wir waren ihm sehr sehr dankbar.
Irgendwann mittags sind wir dann in
Alldays, dort füllen wir sowohl die Essens- als auch die Getränkevorräte auf. Hier geht doch alles sehr afrikanisch zu, und Sorge machen uns die vielen jungen Menschen, die entlang der Straße und vor dem Supermarkt herumlungern. Nicht, dass wir Angst hätten, aber wir machen uns da schon Gedanken, wo die Zukunftsperspektive für die jungen Leute dort liegt.
Von Alldays aus ist es dann nicht mehr all zu weit bis zum
Leokwe Camp. 90 Kilometer, eine Teerstraße, allerdings übersäht mit vielen kratergroßen Schlaglöchern. Also heißt es aufpassen, aber um ca. 14.00h checken wir ein.
Der erste Baobab wartet schon auf uns:
Die Nummer 15 haben wir reserviert, und die bekommen wir auch, denn Nummer 15 ist relativ nah am Pool. Von Bildern her wissen wir, dass es im Leokwe-Camp einen
Felsenpool gibt, recht hübsch angelegt, und wenn man das Glück hat, dann kommen Elefanten bis an den Pool, um dort ihren Durst zu stillen. Schau ma mal ….
Die Nummer 15 gefällt uns gut. Für San-Parks Verhältnisse ist die Bude sogar wirklich recht komfortabel. Dass das Bett kein kingsize-bed ist, das wussten wir schon vorher, da müssen wir jetzt einfach mal durch. Die Küche ist gut ausgestattet, der Grill im Freien passt super, die Klimaanlage tropft sehr stark, aber gut, das ist halt San-Parks. Wobei wir zur Ehrenrettung sagen müssen, dass nach Reklamation die Klimaanlage am nächsten Morgen anstandslos gerichtet wurde. Kein Tropfen mehr, das nenn ich mal Service.
Hier unsere Nummer 15, es tropft und tropft:
Terrasse abends - den Esstisch vom Wohnzimmer stellen wir raus auf die Terrasse
Schlafzimmer und Wohnzimmer:
Terrasse mit Grill
Bald haben wir uns eingerichtet. Meint man am Anfang immer, dass die ewige Umzieherei von Ort zu Ort ein bisschen stressig sein könnte, so sind wir auf diesem Gebiet ein eingespieltes Team. Wir genehmigen uns nach getaner "Arbeit" einen Gin-Tonic und sind wirklich froh, dass wir diese
Horrorfahrt vom Camp Serolo hierher so gut gemeistert haben. Eigentlich wäre jetzt Zeit, ein Mützchen Schlaf zu nehmen, aber das haben wir zum Glück nicht gemacht. Denn wie aus dem Nichts wimmelt es auf einen Schlag nur so von Elefanten.
Elefanten, wo das Auge hinblickt, eine Herde von ca. 20 Köpfen - und die Eli´s marschieren in aller Seelenruhe direkt an unserer Terrasse vorbei Richtung Felsenpool. Was für eine Freude.
Nachdem die Eli´s weitermarschieren, schauen wir schnell noch am Pool vorbei, denn ein Teil der Herde ist dorthin unterwegs. Und auch da, was für ein Spektakel, leider nur ein paar Handyaufnahmen, aber das war schon wirklich supertoll, was wir dort erlebt haben:
Was für ein Tag! Am Morgen noch diese unglaubliche Fahrt auf Schmierseife, raus aus dem Serolocamp unter
„Begleitschutz“, dann der Einkauf in Alldays, das Einchecken im Leokwe-Camp, und dann noch diese wunderbare Elefantenbegegnung. Wir sind sehr zufrieden und auch ein bisserl stolz, dass wir das mit der Fahrerei recht gut hinbekommen haben. Glücklich und zufrieden geht´s dann nach dem Abendessen ab in die Kiste, wo wir, kaum dass wir das Kopfkissen berührt haben, auch schon im Land der Elefantenträume sind.