Hallo-wach-Effekt
Wir können direkt ins Zimmer, fragen noch nach Getränken, weil die Supermärkte schon geschlossen haben, und gönnen uns dann eine ausgiebige Dusche. Danach kehren die Lebensgeister zurück. Der Strand ruft – also los zum ersten Spaziergang und zur ersten Fotopirsch. Paternoster wirkt ein bisschen verträumt. Überall Boote. Nicht nur im Wasser, sondern auch in den Gärten, wo sie offenbar ein zweites Leben führen. Wir genießen unseren ersten Strandspaziergang, während uns die typische Meeresbrise in die Nase steigt.
Feierabend
Unser Zimmer ist groß, hell und gemütlich eingerichtet, mit einem großzügigen Balkon und herrlicher Aussicht. Heute suchen wir allerdings nur noch eine Aussicht – und die führt direkt ins Land der Träume. Wohlig umarmt uns fast augenblicklich ein erholsamer, tiefer Schlaf.
Montag 2. Februar - Zurück aus dem Koma
Wir schlafen wie zwei Tote und erwachen um 6.30 Uhr frisch und ausgeruht für neue Abenteuer. Es ist herrlich ruhig, die Sonne blinzelt schon durchs Fenster und die Singvögel geben ihr Bestes. So darf gerne jeder Tag beginnen.
Schlachtfeld für Fortgeschrittene
Kurz nach acht sitzen wir am Frühstückstisch und quälen uns mit der Frage des Tages: Was essen wir zuerst – und wie viel passt rein, bevor es kritisch wird? Alles ist so reichlich und liebevoll angerichtet, obwohl wir die einzigen Gäste sind. Aber wir stellen uns dem Kampf mit Hingabe. Am Ende gehen wir als klare Sieger hervor.
Unterwegs im Marsmobil
Pünktlich um neun holt uns Deon ab. Sein Marsmobil steht startklar vor dem Haus. Türen hat das Wägelchen keine – man schwingt sich einfach so elegant wie möglich rein, in unserem Fall eher „wie möglich“ als „elegant“. Mit Marion können wir gepflegt auf Deutsch plaudern, aber Deon spricht überwiegend Afrikaans und unterhält uns auf Englisch. Ein bisschen was verstehe ich, aber oft muss Uwe dolmetschen – und das nervt mich irgendwann. Also greife ich zu meiner altbewährten Strategie: Uwe redet, ich knipse. So bleibt jeder in seinem Kompetenzbereich.
Postkartenidylle mit Farbpolizei
Deon zeigt uns Restaurants, hübsche Wohnviertel und alles, was man in Paternoster gesehen haben sollte. Dieser Ort ist ein wahres Idyll und ich versuche mir einige Fotomotive zu merken, die Uwe später nochmal für mich anfahren muss. Die Häuser sind gepflegt, Kap holländisch und allesamt weiß gestrichen. Dion erklärt uns: Ein Komitee achtet darauf, dass niemand auf die Idee kommt, kreativ zu werden und Farbe ins Spiel zu bringen – außer mit Booten und Blumen.
Fundsache: Vermisst die jemand von euch?
Dünenkräutergarten
Dann geht es raus auf die Dünen, entlang der Küste bis zur Austernfarm und wieder zurück zum Guest House. Deon erklärt uns, dass der Name „Farr Out“ auf Afrikaans „Ganz weit draußen“ bedeutet. Und tatsächlich liegt es immer noch angenehm abseits – aber leider nicht mehr ganz so einsam wie früher.
Der Baldrian - Effekt
An einem verlassenen Wohnhaus machen wir ein Päuschen mit Blick aufs Meer. Das Wellenrauschen wirkt wie Baldrian und sorgt für Tiefenentspannung. Wir beobachten, wie die Wellen brechen; überall sitzen Raubvögel auf Pfosten und Büschen, für die hier das All you can eat Buffet angerichtet ist.
Nach etwa 90 Minuten endet die sehr schöne Fahrt, und ich stelle einmal mehr fest: Gib mir ein bisschen Botanik, und die Begeisterung geht wie ein Gaul mit mir durch.