02.08.2025 Anreise
Nun geht es endlich los - leider noch mal mit wenig Bildern im Vergleich zum Text - das wird sich aber zeitnah ändern, versprochen.
Der Vorteil einer für Afrika-Reisen verhältnismäßig kurzen Vorbuchungszeit von wenigen Monaten ist, dass die Wartezeit nicht so lange ist. Umgekehrt wird es manchmal dann natürlich auch etwas stressiger und man kann manches nicht in der gleichen Tiefe vorbereiten/planen (sofern das überhaupt nötig ist). Da wir erstmals im europäischen Sommer ins winterliche Afrika wollten, wollten wir natürlich eigentlich auch noch den einheimischen Sommer möglichst umfangreich ausnutzen - da machte uns nur leider das Wetter ein wenig einen Strich durch die Rechnung.
In der Woche vor Abflug waren die Temperaturen und das Wetter in Deutschland und Südafrika nahezu identisch - also wenigstens kein Sprung von >30°C in Deutschland zu 10-15°C in Südafrika.
Natürlich blieben auch kurzfristige Komplikationen nicht aus. Mit Erschrecken mussten wir zudem feststellen, dass wir uns für den Abflug ausgerechnet den ersten Tag der bayerischen Sommerferien ausgesucht hatten. Nach den Bildern von ewig langen Schlangen am Flughafen im letzten Herbst schwante uns Böses.
Das Packen verlief hingegen routiniert, wie bereits geschildert hatten wir am Ende insgesamt 4 mittelgroße Reisetaschen, eine Kraxe, zwei Handgepäckrucksäcke und einen Kinderkoffer fürs Flugzeug dabei. Auf Kindersitze haben wir diesmal verzichtet, da die Vermieteten in der Vergangenheit in Südafrika bisher immer in Ordnung waren. Wenn nötig, hätten wir uns wohl auch auf 3 Taschen beschränken können, aber wir hatten ja Platz und das Gepäck ohnehin bereits gebucht.
In leichter Panik aufgrund eines möglicherweise übervollen Flughafens buchte ich vorab einen Parkplatz in Terminalnähe (meine Eltern sollten das Auto dann später von dort einsammeln und heimbringen). Alle Taschen ins Auto zu bringen, war wieder einmal eine kleine Herausforderung. Da natürlich auch überall Stau angesagt war, starteten wir extra früh. Nieselregen und 15°C vereinfachten uns den emotionalen Abschied vom Sommer.
Tatsächlich war zwar viel Verkehr, wir kamen jedoch gut durch und waren somit deutlich zu früh am Flughafen. Die Parkplatzreservierung zeigte sich als sinnvoll, da wir ohne Reservierung nicht reingekommen wären und auf einen der externen Parkplätze hätten ausweichen müssen. Der Checkin war noch nicht geöffnet. Eine anwesende Mitarbeiterin hatte jedoch mit Blick auf unseren Gepäck-Berg und die Kinder Mitleid, verschob ihre Brotzeitpause um 5 Minuten und nahm unser Gepäck vorab entgegen. Auch wenn wir keine Fans von Extra-Würsten für Familien mit Kindern auf Reisen sind, so ist doch so viel Service-Bereitschaft lobend zu erwähnen. Auch lobend zu erwähnen ist in Bezug auf Condor, dass sie hinsichtlich des Gepäcks deutlich flexibler sind als andere Airlines. Es gibt zwar nur 20kg statt 23kg pro Person, das Gepäck kann jedoch höchst offiziell auf verschiedene Gepäckstücke und Personen verteilt werden, solange das gebuchte Gesamtgewicht nicht überschritten wird.
Insgesamt war es jedoch nirgendwo voll, trotz angeblichen Rekord-Wochenende. Vielleicht spielte hier das Terminal/Gate eine Rolle. Die Zeit bis zum Abflug vertrieben wir uns Bingo-Spielen, Flugzeugen beobachten und einem kleinen Abendessen.
Nach Frankfurt ging es mit einem Flugzeug der kroatischen Linie Flyair41. Bis auf eine leichte Verspätung verlief alles nach Standard. In Frankfurt hatten wir ebenfalls Glück und mussten, entgegen bisheriger Erfahrungen, nur einen kurzen Weg zum neuen Gate und zur Passkontrolle zurücklegen. Auch eine erneute Sicherheitskontrolle fand nicht statt. Ein wenig überrascht waren wir schon, wie viel einfacher und besser manches beim vermeintlichen Billigflieger im Vergleich zur Lufthansa funktionierte..
Das Boarding begann bereits über eine Stunde vor Abflug. Über die Frage, wie sinnvoll es ist, mit kleinen Kindern die Möglichkeit des bevorzugten Boardings in Anspruch zu nehmen, kann man sicher geteilter Ansicht sein - wir haben diesen Vorteil bisher immer genossen, auch wenn man dafür deutlich länger im Flugzeug sitzt. Leider zog sich alles erheblich. Erst mussten wir ca. 30min im Bus vor dem Flieger warten, dann im Flieger nochmals über eine Stunde, da noch auf Anschlussreisende gewartet wurde.
(Die Kinder waren natürlich ganz heiß darauf, mit einem gestreiften Flugzeug zu fliegen)
Wir hatten uns für eine Mittelreihe entschieden. Da Condor mit 2-4-2 Bestuhlung fliegt, keine leichte Entscheidung, aber im Ergebnis wohl das bequemste und stressfreieste mit Kindern, da die beiden so auf den beiden mittleren Sitzen gut schlafen können.
Mit über einer Stunde Verspätung ging es schließlich um 21:50 Uhr los. K2 war zu diesem Zeitpunkt bereits im Sitzen eingeschlafen und ließ sich glücklicherweise auch durch den Start nicht wecken. K1 wollte partout nicht schlafen und bestand darauf, auf das Essen zu warten. Das zog sich natürlich nochmals bis ca. 23:15 Uhr.. Danach war dann jedoch schnell Schlafen angesagt. Beide Kinder schliefen gut bis ca. 6/7 Uhr. Wir Erwachsenen taten uns etwas schwerer, man dämmert halt immer mal wieder für einige Zeit weg.
Das Essen war ersichtlich “günstig”, aber erträglich, der Sitzabstand weniger schlimm als befürchtet, jedoch die Sitze doch eher von der härteren Sorte. Dafür ist das nagelneue Infotainment positiv zu erwähnen - HD-Auflösung, super responsiv und mit der Möglichkeit, die eigenen Kopfhörer per Bluetooth zu verbinden - endlich mal was Zeitgemäßes.
Zum Frühstück gab es eine okaye warme Apfeltasche.
Insgesamt ist der Gesamteindruck - im Vergleich zu Lufthansa - doch sehr positiv und es ist sicher gut, wenn es etwas mehr Konkurrenz gibt.
Die Ankunft in Johannesburg war direkt am Gate mit einer Stunde Verspätung. Der Weg zur Passkontrolle war wie immer weit. Dort war zwar keine Riesenschlange, es dauerte dennoch einige Zeit, bis wir durch waren (ca. 40 Minuten nach Landung). Dafür war unser Gepäck bereits vollständig auf dem Band.
Wir suchten zunächst etwas nach den Autovermietungen (wir hatten zuletzt 2018 direkt am Flughafen gemietet und wussten nur noch, dass wir irgendwo raus mussten). Ein freundlicher Mitarbeiter des Flughafens (von denen dort etliche mit offizieller Weste und Karte rumlaufen) bemerkte uns sofort und lotste uns auf den richtigen Weg.
Mit Hertz am Flughafen Johannesburg hatten wir in der Vergangenheit sehr durchwachsende Erfahrungen (Wartezeit von 1-2 Stunden, Dokumente nicht vollständig, falsche Sachen abgebucht..). Auch die aktuellen Google-Rezensionen ließen Schlimmes befürchten. Hinzu kam, dass wir - mutmaßlich aufgrund eines Datenbankfehlers - wie bereits geschildert einen extrem attraktiven Preis für Group R (Toyota Fortuner) hatten, so dass wir innerlich bereits auf jede Menge Diskussionen gefasst waren.
Tatsächlich war am Schalter jedoch überhaupt nichts los. Wir wurden nett und freundlich bedient und erhielten ohne jede Bemerkung zum Preis einen Fortuner mit unter 10.000 Kilometern auf der Uhr. Sogar die beantragten Cross-Border-Dokumente lagen bereits vorbereitet bereit. Etwas geschmälert wurde die positive Erfahrung durch offenbar suboptimale Prozessabläufe. Das System hatte sich für den Vertrag vor Ort nicht unsere aktuellen Daten, sondern die Daten unserer letzten Buchung aus 2018 gezogen, die somit erst einmal aktualisiert werden mussten. Zudem fehlten die Kindersitze in der Buchung, konnten jedoch ad hoc beschafft werden.
Auch in der Tiefgarage bei der Übergabe war man bemüht. Die Kindersitze waren in Ordnung, einzig der Einbau gestaltete sich wie immer beim ersten Mal mit unbekanntem Sitz und Auto bei spärlicher Beleuchtung etwas umständlich - Helfen wollte oder konnte aber kein Mitarbeiter (wir sollten einfach nach der Anleitung Googlen).
Insgesamt erwies sich das Fahrzeug als Top - wirklich ein nahezu perfektes Fahrzeug. Der bisherige Durchschnittsverbrauch war mit 6,7l erfasst. Wenn es solch ein Fahrzeug auch bei uns gäbe, könnte man fast schwach werden. Fährt sich super, riesiger Kofferraum und bei Bedarf können 7 Personen mitfahren..
(Unser Auto ein paar Tage später)
Mit Gepäck im Auto gehen wir nochmal zurück zum Flughafen und holen eine Sim-Karte bei MTN (hier haben wir uns preislich etwas übers Ohr hauen lassen, dafür ging alles schnell und einfach), etwas Bargeld (das uns bis zum Ende des Urlaubs reichen wird), Kekse und Wasser im Supermarkt. Gegen 11:30 Uhr, d.h. fast 3 Stunden nach Landung, geht es endlich los. Natürlich hätte man an der einen oder anderen Stelle vielleicht 15 Minuten einsparen können, aber insgesamt zieht es sich dann doch immer, bis alles erledigt ist, selbst wenn es nirgendswo außergewöhnlich lange Wartezeiten gibt.