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15.08.2025 eSwatini - Mantenga Cultural Village Teil 2
Nach dem Malelane Gate fuhren wir zur nächsten Tankstelle, machten voll und erstanden noch neues Trinkwasser und Doom. Dann ging es weiter geradeaus Richtung Grenze. Wie immer war es nach den Tagen im Park ein seltsames Gefühl, wieder in der “richtigen” Welt unterwegs zu sein. Je näher wir der Grenze bei Jeppes Reef kamen, desto lebhafter wurde es neben der Straße. Jede Menge Menschen, Kühe und andere Tiere waren - vor allem für K2 - plötzlich deutlich spannender als alle Elefanten, Impalas und Kudus die Tage davor. An der Grenze ist leider direkt vor uns eine deutsche Reisegruppe (mutmaßlich eine “Kleingruppenreise”) angekommen, wodurch sich vor allem auf eSwatini-Seite eine längere Schlange gebildet hat, wodurch sich alles etwas zieht. Die Mitarbeiter sind aber sehr nett und hilfsbereit (für Grenzbeamten eigentlich nicht der Standard) und uns wird genau erklärt, was wir wo machen müssen. Etwas baff bin ich, als ich sehe, wie der (deutsche) Guide der Reisegruppe in seinem Pass einen Hundert-Rand-Schein legt und ihn der Grenzbeamtin reicht. Diese entnimmt ihn und legt ihn unter einen Stapel Papiere.. Absolut nicht nachvollziehbar für mich, an einer doch normalerweise absolut unproblematischen Grenze mit einer Bestechungssumme, die geradezu lächerlich gering ist, vor den Augen der eigenen Gäste. Ob er tatsächlich davon ausgeht, dass die Bestechung den Prozess voranbringt, eine Bestechung erwartet wird oder er sich nur mit seinen Skills vor seinen Gästen profilieren will - who knows. Auf jeden Fall sind sowohl Außenwirkung als auch die Folgen für das von ihm besuchte Land katastrophal.. In eSwatini befanden wir uns bald in sehr ländlicher, von Forstwirtschaft geprägter hügeliger Landschaft. Die Straße war, von wenigen Abschnitten mit Pothole-Warnungen abgesehen, in gutem Zustand. Insgesamt sieht es hier sehr ähnlich wie weiter im Westen um Baberton aus (nur ohne die “High Crime Area” Warnschilder). Wir hatten im Vorfeld lange überlegt und geknobelt, wie viele Nächte wir in eSwatini verbringen möchten und wie wir die Zeit aufteilen. Wir dachten uns, dass wir, wenn wir nach so vielen Reisen ins südliche Afrika endlich mal hierher kommen, auch mehr Zeit hier verbringen müssen als nur eine Zwischenübernachtung. Auf den Hlane NP haben wir bewusst verzichtet, da wir direkt aus dem Kruger kamen und in den Hluhluwe weiter wollten und uns nicht sicher waren, ob der Park da einen Mehrwert bieten würde. Gerne hätten wir mehr im Nordwesten - z.B. Phophonyane Phalls NR oder Malolotja NP - 1-2 Nächte verbracht. Aber einerseits war die Unterkunftsauswahl sehr eingeschränkt und barg gewisse Preisleistungs- und Zustandsrisiken, andererseits hätten wir so mehrere kurze Stops machen müssen. Wir entschieden uns daher als Kompromiss dazu, den Malolotja NP auf der Durchreise zu besuchen und 3 Nächte im Ezulwini Valley zu bleiben. Gegen 12:00 Uhr waren wir am Eingang des Malolotja NP angekommen. Viel los ist hier definitiv nicht. Auch viele Informationen findet man nicht im Netz. Ich versuche mich daher an der Rezeption ein wenig schlauer zu machen, ob und wie wir hier vielleicht auch eine kleine Wanderung machen könnten oder wie es mit Essensmöglichkeiten aussieht. Die Informationsversorung ist leider auch vor Ort etwas dürftig. Ich muss der Mitarbeiterin leider jeden Informationsfetzen einzelnd aus der Nase ziehen und soll mir doch einfach Fotos von den Karten an der Wand machen. Die von uns angedachte Wanderung zu den Wasserfällen wird als zu weit im Rahmen eines Zwischenstopps eingestuft (wir müssen ja noch weiter), so dass wir uns entscheiden, eine Runde über den allgemein (ohne Allrad) befahrbaren Loop zu fahren. Der Weg besteht aus verlegten Betonplatten und ist bisweilen etwas knifflig zu fahren, weil Platten verrutscht sind und manche Steigungen recht steil sind. Mit unserem Fortuner natürlich kein Problem, mit einem kleineren Auto vielleicht an der ein oder anderen Stelle unnötig nervenaufreibend. Insgesamt macht vieles einen relativ vernachlässigten und verfallenen Eindruck. In die eine Richtung ist viel verbrannt, auch in der Ferne sind diverse Rauchsäulen zu sehen und es ist sehr diesig. Das dürfte wohl in weiten Teilen des südlichen Afrikas um diese Jahreszeit normal sein. Wir kurven also einfach etwas umher, machen eine Pipi-Pause, freuen uns über Buntböcke und sind relativ sicher, dass es eine gute Idee war, nicht hier in den staatlichen Unterkünften 1-2 Nächte gebucht zu haben. Ansonsten ist es landschaftlich durchaus attraktiv. Mit mehr Zeit und einem Allradfahrzeug könnte man in die noch bergigeren Ecken vorstoßen und wohl sehr gut wandern. Zudem ist es natürlich so trocken, verbrannt und in der Mittagshitze nicht sonderlich attraktiv. Das dürfte aber z.B. im Sommer und Herbst durchaus anders sein. Aufgrund des desolaten Zustands des Parks versuchen wir gar nicht erst, dass angeblich geöffnete Restaurant zu finden, sondern fahren weiter Richtung Mbabane in der Hoffnung, noch auf einen netten Mittagessens-Halt zu stoßen. Viel Auswahl gibt es nicht, manches ist falsch bei Google Maps hinterlegt, so dass wir vorbeifahren, anderes ist nicht mehr existent oder geschlossen. So sind wir schneller als erhofft auf der Autobahn durch das Ezulwini-Tal und in der dicht besiedelten Gegend um Mbabane. So wirklich viel Lust, nochmal anzuhalten, haben wir so kurz vor dem Ziel nicht mehr und fahren einfach durch (auch wenn die Kinder quengeln und mit Keksen ruhig gestellt werden müssen..). Rückblickend hätten wir diesen Tag wohl besser planen können/müssen. Von Mbabane geht es kurvenreich immer weiter bergab bis ins Ezulwini Valley, der wohl wohlhabendsten Ecke eSwatinis. Wir haben uns für die Übernachtung eine Hütte im Mantenga Cultural Village reserviert. Es fanden sich hierzu wenig Reviews, aber zumindest keine negativen, zudem war der Preis recht attraktiv. Gerne hätten wir auch “nebenan” im Mlilwane NR übernachtet - hier wurden uns aber durchgehend keine Verfügbarkeiten für uns 4 angezeigt. Leider leitet uns Waze falsch, so dass wir etwas unnötig herumkurven, ehe wir den Eingang zum Mantenga NR finden. Ein Stop hier gehört zu den absoluten Standard-Stops jeder Tour durch eSwatini, entsprechend ist immer ein bisschen was los. An der Rezeption ist man erstaunt, dass wir eine Buchung für eine Übernachtung haben sollen und teilt uns mit, wir sollen einfach ins Village fahren und dort jemandem Bescheid geben. Nach einer kurzen Strecke entlang eines schönen Flusses sind wir im Cultural Village, wo man jedoch ebenso zunächst überrascht ist, uns dann aber eine recht hübsche Hütte zeigt. Leider hat die Hütte (entgegen der Angaben im Netz) nur ein Doppelbett - ein weiteres Bett wird jedoch rasch von zwei Damen herbei geschafft. Auch gibt es hier keine Küche - da war ich wohl fälschlich davon ausgegangen (mal wieder ein Planungsfehler). Immerhin gibt es einen kleinen Kühlschrank, wo wir unsere verderblichen Vorräte aufbewahren können. Zudem ist, was wir ebenfalls nicht wussten, Frühstück inkludiert und es gibt im Umkreis von 10 Kilometern so viel Restaurant-Auswahl wie an wenigen anderen Ecken eSwatinis. Also alles halb so wild. Ansonsten sind die Hütten top und es gibt nichts an ihnen auszusetzen. Geräumig, sauber, tolles neues Bad, schöne Aussicht. Von den Besuchern des Cultural Villages kriegt man, außer die Trommeln und den Gesang während der zwei täglichen Vorführungen, nichts mit. Wir laden schnell aus und begeben uns dann zum örtlichen Restaurant für ein verspätetes Mittagsessen. Danach erkunden wir die Gegend ein wenig und spazieren - die Sonne beginnt bereits hinter den Bergen zu verschwinden - zum örtlichen Wasserfall. Die Reisegruppen verschwinden alle und wir haben das gesamte Dorf und Reserve mehr oder weniger für uns. Der Wasserfall kann sich mehr als nur sehen lassen. Ohne Sonne kühlt es sehr schnell ab, so dass wir uns zum Abendessen mit Müsli in unsere Hütte verziehen. Sobald es Dunkel ist, scheinen wir die einzigen Gäste hier oben zu sein. |
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16.08.2025 eSwatini - Mantenga Cultural Village
Die absolute Ruhe währte jedoch leider nicht ewig. Spätabends, als wir längst schlafen, kommt offenbar eine Reisegruppe an und wird auf sämtliche verbleibenden Hütten verteilt - wobei man sich natürlich lautstark erstmal über alles mögliche unterhalten muss. Nach der Ruhe und Einsamkeit zuvor, ein gewisser Schock. Zudem hört man aus den benachbarten Hütten recht gut sämtliche Gespräche.. Umso grandioser, dass die Reisegruppe bereits um 05:00 Uhr wieder aufbrechen muss mit identischer Geräuschkulisse.. Das ist dann wohl der Nachteil einer Unterkunft, die wohl ein Standard-Stop aller “Südafrika in 2 Wochen”-Bustouren ist. Glücklicherweise war es die einzige Nacht mit derartigen Besuchern. Die Temperaturen waren nachts in Ordnung. Leider sind die Kinder recht früh wach (wenn auch später als unsere Nachbarn). Wir haben keine Lust auf nochmal Müsli, daher trödeln wir ein wenig herum, bis das Restaurant fürs Frühstück aufmacht. Das Frühstück ist in Ordnung, nicht weltbewegend. Man kann frei wählen zwischen verschiedenen zu kochenden Platten. Leider gibt es keinen Kaffee. Heute wollen wir dem Mlilwane NP einen Besuch abstatten und ein wenig wandern. Die Fahrt dorthin dauert nur 10-15 Minuten. Die Landschaft ist wunderschön, man ahnt nicht, wie nah man der Zivilisation und der Hauptstadt ist. Wir kurven erst ein wenig durch den Park und sehen einige Tiere. Für die Trails muss man sich an der Rezeption des Restcamps registrieren. Dieses liegt sehr schön - hier hätte es uns definitiv auch gefallen. Ein Nyala begutachtet die Fahrräder vor der Rezeption. Da es hier keine gefährlichen Raubtiere gibt, kann man auf zahlreichen Trails im Park mit dem (Leih-)Mountain Bike oder wandernd Tiere suchen. Die meisten Gäste ziehen offensichtlich eine Mountain Bike Tour dem Wandern vor. Die Räder machen einen vernünftigen Eindruck, es gibt sogar Helme mit Haarnetz für jeden. Leider für uns mangels Kindersitz keine Option. Wir entscheiden uns nach längerem Studium der Karte für den Hippo Trail, der mit 6,5 Km und 2,5 Stunden angegeben ist und einmal um die beiden kleinen Seen in der Mitte des Parks führt (auf der Karte mit “H” beschriftet). Da es nun bereits später Vormittag ist, ist es stellenweise etwas heiß. Der Weg führt aber auch immer wieder durch schönen Wald. Auch hier ist einiges abgebrannt und es ist recht trocken. In einiger Entfernung sehen wir Zebras, an einem Tümpel einen Kormorant. Kurz darauf treffen wir auf hübsche Blüten sowie Gnus und Impalas, die von uns keine Notiz nehmen. Aufregend wird es kurzzeitig, als hinter einer Kuppe auf dem doch recht schmalen Pfad zwei Warzenschweine vor uns stehen. Glücklicherweise empfinden sie uns nicht als störend und verziehen sich nach kurzer Zeit. In einem kleinen Wäldchen machen wir Pause. Dann geht es durch sehr schönen Wald am Seeufer entlang. Hier kann man viele Vögel finden - manche sind zu flink, für andere fehlt mit zwei kleinen Kindern und Kraxe auf dem Rücken dann leider doch die Geduld. Direkt unter uns schwimmen einige Krokodile im Wasser. Hier sollte man also wohl mal wirklich nicht ins Wasser fallen.. Im Wald stoßen wir zudem noch auf einige Zebras. Das letzte Stück zurück - hauptsächlich bergauf direkt in der Sonne - ist etwas zäh. Dennoch ist K1 vom Wandern begeistert und möchte unbedingt am nächsten Tag auf den dominierenden Berg, der Mlilwane von Mantenga trennt - dem Execution Rock (hier wurden früher Verurteilte eine Felswand hinunter geworfen) Die Strecke sieht machbar aus, jedoch ist die Kartenlage bzgl. der Zufahrt zum Startpunkt uneindeutig. Wir fragen daher nach unserer Rückkehr nochmals an der Camp Rezeption nach, wo uns bestätigt wird, dass man für die Zufahrt ein Allrad-Fahrzeug braucht. So ganz wollen wir das anhand der Kartenlage nicht glauben. Wir cruisen daher noch etwas im - nun deutlich schöneren Nachmittagslicht - im Park umher und suchen die Zufahrt. Leider stoßen wir auch hier auf ein recht unmissverständliches Schild, dass die Weiterfahrt nur Allradfahrzeugen gestattet.. Es wird also leider nichts mit dem Execution Rock.. Auf dem Rückweg nach Mantenga halten wir im Mantenga Craft Center. Es gibt ein paar nette Lädchen, aber nicht wirklich etwas besonderes. Wir erstehen dennoch zur Erinnerung eine kleine Schale. Ebenfalls dort ist eine sehr gut beleumundete Pizzeria sowie ein portugiesisches Restaurant. Wir nehmen uns Pizza (die wohl teuerste Pizza die wir bisher in Afrika hatten) sowie Cupcakes vom Portugiesen mit und verspeisen diese bei einem leicht verfrühten Abendessen auf unserem Balkon. Hier ist es heute etwas frischer als am Tag davor, aber mit Fleecejacke dennoch gut auszuhalten. |
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17.08.2025 eSwatini - Mantenga Cultural Village
Der Tag startet leider wieder etwas verfrüht - die Kinder sind bereits vor 7 Uhr wach. Wir nutzten die Zeit bis zum Frühstück (definitiv ein Nachteil von Unterkünften mit festen Frühstückszeiten) für einen weiteren kleinen Spaziergang zum Wasserfall. Dieser präsentiert sich erwartungsgemäß leer und einsam. Ein sehr schönes Fleckchen Erde. Anhand der Hinterlassenschaften einiger Mitmenschen ist jedoch davon auszugehen, dass es am Wochenende hier auch mal hoch her gehen kann mit Grillfeiern. Irgendwann ist Zeit, wieder zurück zum Frühstück zu gehen. Anschließend wollen wir - nachdem wir ja nunmal hier sind und der Besuch hier für viele zum Highlight eines eSwatini-Besuchs zählen soll, auch endlich das Cultural Village selbst besuchen. Ich fahre daher wieder runter zur Rezeption - nur um dort die Information zu erhalten, dass wir der Besuch ebenfalls inklusive ist, wenn man vor Ort nächtigt. Im “Dorf” (genaugenommen ist es nur der Kraal einer Großfamilie) erhalten wir eine sehr nette Führung und Erläuterungen zu den verschiedenen Hütten, ihre Bedeutung und die soziale Struktur innerhalb einer Großfamilie. Auch die Kinder fanden das alles durchaus interessant. Schön anzusehen sind die Hütten natürlich obendrein. In Summe ist der Besuch daher durchaus empfehlenswert, auch weil man viel kulturelle Hintergründe erläutert bekommt. Anschließend besuchen wir die Tanzaufführung, die zweimal täglich angeboten wird. Fotos habe ich dabei keine gemacht, ich habe beim Fotografieren von fremden Personen - auch wenn sie das beruflich machen - immer etwas Vorbehalte. Es gibt diverse Gesänge und Tänze, teils recht laut und martialisch. Die Kinder sind gebannt dabei und versuchen später den ganzen Tag, die Tänze nachzumachen. Auch hier sind unsere Vorbehalte absolut unbegründet gewesen - man sieht deutlich, dass alle Beteiligten mit großem Spaß dabei sind und es dient nachvollziehbar dem Erhalt des kulturellen Erbes/Brauchtums. Nachdem dieser Programmpunkt erledigt ist, wollen wir noch für die nächsten Tage als Selbstversorger im Hluhluwe-Imfolozi einkaufen. Dabei erweist es sich als vorteilhaft, dass sich der dem Vernehmen nach bestsortierteste Supermarkt eSwatinis - der Pick N’ Pay im Gables Center - nur wenige Fahrminuten entfernt liegt. Hier bekommen wir tatsächlich alles, was wir suchen - nur partout keinen Bacon. Auch die Mitarbeiter halfen fleißig, aber vergeblich beim Suchen. Manches ist wohl einfach nicht immer logisch erklärbar (Wie einmal in Namibia, als es in einem eigentlich recht gut sortierten Supermarkt in Keetmanshoop keine einzige Flasche stilles Wasser zu kaufen gab..). Angesichts der vorgerückten Stunde und des wachsenden Lochs im Magen begeben wir uns anschließend zum Restaurant Bom Dia für ein überaus leckeres portugiesisches Mittagessen in einem netten Garten. Nachdem wir am Vortag bereits den süßen Teilen in der Theke nicht widerstehen konnten, wandert nun leckeres Brot noch in unsere Taschen (eigentlich wäre es mal an der Zeit, eine “Brot”-Karte für das südliche Afrika anzulegen - jedenfalls wir freuen uns über leckeres Brot (das nicht deutsches Vollkornbrot sein muss - nur etwas anderes als das labbrige Supermarkt-Toast..) als Selbstversorger immer sehr und haben mit der Zeit ein Gespür dafür entwickelt, wo man ein solches vielleicht finden kann - auch wenn es durchaus immer wieder in eigentlich unverhältnismäßigen zeitlichen Mehraufwand ausartet). Zurück im Camp, spazieren wir diesmal flussabwärts ein wenig am Fluss entlang. Auch hier wieder - absolut traumhaft. Da immer wieder Leute mit Eis aus dem kleinen Souvenirshop draußen rum laufen, können wir dem Drängen unserer Kinder irgendwann nicht mehr widerstehen und es gibt noch ein Eis. Den restlichen Tag verbringen wir mit Spiele spielen, eine Tanz-Aufführung der Kinder auf unserem Balkon sowie dem Abendessen mit leckerem Baguette und Pizzaresten. Morgen geht es dann auf eine unsere längsten Etappen - bis zum Mpila Camp im Hluhluwe-Infolozi. Fazit Mantenga Cultural Village: Es war im Vorfeld nicht so einfach, aktuelle Reviews für die Übernachtung zu finden. Wir waren in Summe sehr zufrieden, das Preis-Leistungsverhältnis stimmt definitiv. Man bekommt vom “Betrieb” des Dorfes bis auf das Trommeln zweimal täglich sehr wenig mit. Ab Abends und morgens hat man gefühlt das gesamte Tal für sich (außer es kommt noch spätabends eine Busreisegruppe..). Die Kommunikation ist ausbaufähig, aber alle sind sehr freundlich und bemüht. Alles war sehr sauber. Man ist zudem sehr zentral und kann von hier aus viele der üblichen Attraktionen in eSwatini besuchen (auch zum Malolotja NP wären es nur gute 30 Minuten). In der Gegend gibt es diverse vielgelobte Restaurants und Cafés und Craft Shops - man kann es hier also guten Gewissens für einige Tage aushalten. Gerade wenn man (typischerweise) auf dem Weg vom oder zum Kruger NP ist, tut etwas Abwechslung vom reinen Game Drive ja oft auch gut. Da kann man in der Gegend sehr viel verschiedenes unternehmen - wir hätten jedenfalls noch für ein paar Tage mehr Optionen auf unserer Liste gehabt. |
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18.08.2025 Mpila Restcamp
Der heutige Tag ist leider verhältnismäßig unspektakulär und bilderarm. Für uns stand die nicht unerhebliche Fahrstrecke bis zum Mpila Restcamp auf dem Programm - je nach gewählter Route um die 350-390 Kilometer und 5,5 - 6 Stunden. Immerhin hatten wir, um diesen Tag zu entzerren, bereits in eSatini unseren Einkauf für die nächsten Tage erledigt, so dass wir wenigstens hierdurch etwas Zeit sparen konnten. Wir hatten zudem am Vorabend wieder Overnight Oats vorbereitet, damit wir in der Früh nicht auf das Frühstück warten mussten. Entsprechend ging es gegen 8:00 Uhr los. Diese Strecke hatte uns einiges an Gedankenschmalz gekostet. Eigentlich versuchen wir, solch lange Fahrten zu vermeiden. Ein Stop im Ithala Game Reserve hätte sich grundsätzlich angeboten, leider waren die jüngeren Berichte zum Zustand des Unterkünfte und vor allem der Straßen (ohne Allradfahrzeug) so desaströs, dass es für uns keine echte Option darstellte. Eine Zwischenübernachtung am Pongolapoort NR war uns für das Gebotene schlicht zu teuer - bereits Africamps hätte für eine Nacht ca. 150€ gekostet. Eine Übernachtung bei Kamsholo Bushveld Safaris in eSwatini wäre eine Option gewesen, aber hätte ebenfalls am Folgetag noch eine sportliche Strecke bedeutet. In eSwatini entschieden wir uns nach langem hin und her für die Route entlang der MR8 über Big Bend, und damit gegen die geringfügig längerer, aber wohl landschaftlich attraktivere Route über MR9 und MR11. Anfangs ging es viel durch immer wechselnde Dörfer, dann durch viel Zuckerrohranbau. Die Straßen waren alle mehr als nur in Ordnung, kurz vor der Grenze gab es sogar ein kurzes Stück, an dem 120 km/h gefahren werden durfte. Für die Kinder gab es immer etwas zu sehen und zu entdecken. An der Grenze wurden wir schnell abgefertigt, wurden dann aber als einzige zu einem weiteren Schalter geschickt, wo uns diverse Fragen gestellt wurden. Es stellte sich heraus, dass es sich um eine (wohl verpflichtende) Umfrage des Tourismusministeriums handelt. Lustig wurde es dann auf südafrikanischer Seite. Wir erhielten unsere Stempel, sollten dann aber noch zum “Health Check”. In einem kleinen Häuschen, das über und über mit vergilbten Corona-Warninformationen und Postern zu Safer Sex beklebt war, scannte eine Mitarbeiterin unsere Temperatur und sah unsere Pässe durch. Dabei fiel ihr ein Visum für Uganda aus dem Jahr 2018 (!) ins Auge und sie fragte nach unserer Gelbfieber-Impfung. Die hatten wir natürlich, aber unsere Impfpässe nicht dabei. Sie wollte uns dann allen Ernstes zunächst nicht einreisen lassen. Mein Verweis darauf, dass Südafrika wohl nur bei Einreise “aus” einem Gelbfieberland eine Impfung verlange, interessierte sie nicht. Glücklicherweise hatten wir in unseren digitalen Reiseunterlagen noch einen Scan des Impfpasses. Ein kurzer Blick darauf und das Argument, dass wir wohl kaum seit mehr als 7 Jahren mit einer Gelbfieber-Infektion rumlaufen würden, überzeugte sie letztendlich dann doch. Auch wenn es in 95% der Fälle reibungslos verläuft - für ungeahnte Probleme und Überraschungen sind innerafrikanische Grenzen dann doch immer wieder gut.. (Wie der namibische Beamte in Windhoek, der meiner Frau nicht glaubte, dass wir verheiratet sind, weil wir nicht gemeinsam zum Schalter gegangen waren und deshalb ewig diskutierte oder, ebenfalls in Windhoek, einen Stempel mit falschem Einreise-Datum..). In Südafrika war die N2 leider etwas nervig aufgrund der vielen LKW, allerdings weniger schlimm als in der Vergangenheit. Gegen 12:30 Uhr kamen wir in Hluhluwe an und fuhren für eine Mittagspause zu den Illala Weavers. Wir dachten uns, etwas Pause, Shopping und etwas zu Essen dürfte nicht schaden und sollten zeitlich drin sein. Der Stop ist in der Tat sehr schön - man sitzt schön und die gewebten Körbe und Teller sind wunderschön. Es gibt eine Schaukel und ein Jungle Gym. Leider warteten wir über 45 Minuten auf unser Essen, so dass wir mit Blick auf die noch vor uns liegende Strecke etwas nervöser wurden und das Essen insgesamt dann doch weniger entspannt war als erhofft. Hinzu kam, dass wir in Hluhluwe noch tanken mussten und eigentlich gerne noch etwas Alkoholika und/oder alkoholfreies Savanna gekauft hätten (in eSwatini waren wir leider einkaufen, als die Bottles Stores geschlossen hatten). Wir kurven also noch etwas die verkehrstechnisch etwas eigenwillig gestaltete Hauptstraße von Hluhluwe rauf und runter und bekommen Diesel, Bacon und Bier, aber leider weder Savanna noch ein, zwei andere Dinge von unserer Einkaufsliste. Schließlich kamen wir irgendwann weg und fuhren zügig Richtung Memorial Gate. Wir hatten im Vorfeld viel gerechnet und überlegt und kamen zum Schluss, dass eine Fahrt direkt durch den Park zeitlich nicht wesentlich länger sein dürfte als über Mtubatuba, aber zumindest mit der Chance auf nette Sichtungen. Die Straße zum Memorial Gate bestand zu 90% aus Schlaglöchern oder Kühen. Landschaftlich sehr reizvoll und alles auch spannend, aber nicht wenn man etwas Zeitdruck verspürt. Gegen 15:00 waren wir schließlich am Gate. Leider hatten wir dort die nächste Diskussion, diesmal wegen unserer Wild Card. Dort ist seit jeher mein Geburtsdatum falsch erfasst (30. statt 31.). Ich hatte in der Vergangenheit bereits mehrfach versucht, dies korrigieren zu lassen und sehe es auch korrekt bei meinen Daten bei Sanparks, auf der Wildcard (bzw. dem ausgedruckten Letter) ist es aber immer falsch. Dies war auch in 8 Jahren und einer mittleren zweistelligen Zahl an Nutzungen nie ein Problem - bis wir auf eine überaus gründliche Dame von KZN ezemvolo stießen.. Erst nach ewigen Diskussionen (auf die ich mit Zeitdruck natürlich noch weniger Lust hatte) und dem Verweis darauf, dass alle weiteren Mitreisenden korrekt erfasst waren, ich sehr sehr sicher weltweit die einzige Person mit diesem Namen bin und dem Versprechen, es zuhause sofort ändern zu lassen (als hätte ich das nicht bereits mehrfach versucht), ließ sie Gnade vor Recht walten. Die Fahrt durch den Park war zwar landschaftlich wie immer überaus unterhaltsam, in Bezug auf Sichtungen aber sehr verhalten. Ein Handy-Foto eines Zebras ist das einzige Tier, das es auf unsere Speicherkarten schaffte. Irgendwann kamen wir (noch mit ausreichend Puffer) in Mpila an und bezogen unser 5-Bett-Chalet. Hier hatten wir ewig hin und her überlegt, ob nicht auch eines der kleineren Häuser ausreichen würde. Kinder in unserem Alter hätte man auch in die kleineren Häuser mit unterbringen dürfen, allerdings erschienen sie uns auf den Bildern doch sehr beengt, erst recht mit weiterem Zustellbett. Daher bissen wir in den sauren Apfel und buchten die verhältnismäßig teure (2.640R), größere Unit. Die Häuser liegen schön, weit genug auseinander und sind sehr sauber. Sie sind aber - selbst wenn man den Standard, den man bei afrikanischen staatlichen Unterkünften erwarten würde, anlegt, extrem heruntergekommen. Fast alle Türen zu den Schränken und auch im Haus hingen schief in den Angeln, die Arbeitsplatte war an mehreren Stellen schief, wackelig und aufgequollen, die Netze an den Fenstern hingen teilweise in Fetzen herunter, die Fliesen am Boden waren locker oder hatten riesige Löcher. Für diesen Preis definitiv nur etwas für Leute, die Lage und Naturnähe höher gewichten als alles andere. Wir richteten uns ein und aßen Brot zum Abendessen - leider fehlte es auch an einem Toaster oder vergleichbarem.. Als Fazit des Tages: Kann man schon so machen, die Kinder machten auch alles gut mit, es darf halt nur nicht viel schief gehen. Wie entspannt man so reisen kann, ist vermutlich individuell verschieden. |
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19.08.2025 Mpila Restcamp Teil 1
Die Nacht war angenehm temperiert, man merkt doch sehr, dass man hier ein gutes Stück weiter südlich und nicht mehr so hoch ist. Nach den paar Tagen Abwechselung in eSwatini sollte es heute wieder auf Game Drive gehen. Da wir von unserem letzten Besuch 2022 vor allem den nördlichen Teil des Parks kannten, waren wir gespannt, was der oft als tierreicher beschriebene iMfolozi-Teil uns bieten würde. Wir hofften auf gute NH und vielleicht eine Wildhund-Sichtung - schließlich hatten wir unsere erste und bisher auch einzige Wildhundsichtung ausgerechnet hier im Park. Bereits beim Aufstehen erhielten wir Besuch von einem Impala. Gegen 06:30 Uhr starteten wir in Richtung des ebenfalls viel gerühmten Sontuli Loops. Neben Wiederhopf und Emerald Spotted Wood Dove erblickten wir als erstes Säugetier in weiter Ferne eine große Elefantenherde. Gerade die Kombination aus Landschaft und Tierwelt macht diesen Park für uns so einzigartig. Kurz darauf stoßen wir auf einen Black Kite und biegen anschließend auf den Loop ab. Wir fahren im schönsten Morgenlicht durch lichten Wald mit überraschend hohem Gras. Außer einigen Impalas zeigt sich jedoch kein Tier. Fast etwas zu früh sind wir am Sontuli Picknickplatz - da die Kinder unbedingt frühstücken wollen, machen wir gleichwohl Halt. Der Picknickplatz ist bei Nyalas und Impalas offenbar sehr beliebt. Wir sind offenbar die ersten, die heute hier auftauchen. Auch sonst sind uns bisher, vor allem im Vergleich um Kruger, sehr wenig Fahrzeuge begegnet. Vor unserer Ankunft wurde der Zustand der Wege im Netz oft kritisiert und eine starke Vernachlässigung bis hin zur Unbefahrbahrkeit attestiert. Je nach Fahrzeug ist die Kritik sicher nicht ganz unberechtigt gewesen, ohne ein gewisses Maß an Bodenfreiheit hätte man hier wenig Spaß. Allerdings wurden während unseres Aufenthalts viele Wege frisch geschoben - es wurde also etwas am Zustand getan. Gemeinsam mit einem Zwergspint genießen wir die wärmenden Sonnenstrahlen und beobachten die Impalas und Nyalas bei ihrem Treiben. Schließlich fahren wir den Loop - ohne weitere nennenswerte Sichtungen - weiter. Am Ende des Loops beschließen wir, noch weiter zu fahren. Wir besuchen auch den nächsten Loop und finden einen weiteren Wiedehopf, Paviane, Gnus und Warzenschweine. Gerade die Vogelwelt zeigt sich hier sehr schön. Wir sehen einen Mäusebussard (den es eigentlich um die Jahreszeit dort gar nicht geben sollte??), Ohren- und Weißrückengeier. Einige Kilometer weiter erspähe ich etwas seltsames im Unterholz in einiger Entfernung. Nach längerem Betrachten entpuppt es sich als totes Impala. Wir fahren vor uns zurück, scannen alle Ecken und warten einige Zeit, jedoch zeigt sich ein möglicher Besitzer nicht. Am Uhbejane Hide nutzen wir die Gelegenheit, um uns die Beine zu vertreten. Das Wasserloch wird von Nyalas und Warzenschweinen fleißig besucht. Das Highlight für die Kinder sind aber mal wieder die Schildkröten. Wir bleiben nicht ewig - schließlich wollen wir ja eigentlich auch nicht immer so ewig unterwegs sein.. Wir wollen die Runde unten rum zuende fahren, nur der Schlenker zum Mphafa Hide ist uns dann doch zu lang. Wir finden eine Slender Mongoose und stoßen schließlich auf eine Art Stau von 4-5 Autos. Irgendwo in der Ferne ist der Kopf eine schlafenden Löwes in ca. 100 Meter Entfernung zu erspähen. Weshalb man dafür ständig hin und her rangieren und die gesamte Fahrbahn blockieren muss, entschließt sich uns nicht. Wir sind etwas genervt, weil es langsam recht heiß ist und wir eigentlich gern weiter würden. Die OSV-Fahrer machen aber trotz diverser dezenter Hinweise unsererseits keinerlei Anstalten, uns irgendwie passieren zu lassen. Man sieht - auch hier im Park kann es nervig zugehen. Irgendwann klappt es dann doch und wir können weiter Richtung Mpila fahren. Dabei stoßen wir noch auf unsere ersten Giraffen und Kudus im Park. Wenige Kilometer vor Mpila signalisieren uns zwei geparkte Fahrzeuge, dass es hier auch etwas zu sehen geben dürfte. Ein Gepardenmutter mit zwei jugendlichen Kindern liegt hier wohl geraume Zeit im hohen Gras. Sie ist mit dem Fernglas gut zu erkennen, für Fotos oder eine längere Beobachtung, vor allem für die Kinder, aufgrund des hohen Grases und Hitzeflimmerns leider weniger geeignet. Wir freuen uns natürlich dennoch sehr - vor allem weil es sich laut der Kinder nicht um Geparden, sondern um die viel selteneren Geoparden handeln soll. Dann sind wir nach einem doch recht spannenden und abwechslungsreichen, wenn auch langen Game Drive gegen 12:00 Uhr wieder zurück im Camp. |
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19.08.2025 Mpila Restcamp Teil 2
Nach einer ruhigen Mittagspause mit Eiern und Speck wollten wir natürlich noch einmal nachsehen, ob sich bei dem toten Impala etwas tat. Gegen 15:30 Uhr brachen wir daher nochmal zu einem Game Drive auf. An der Stelle mit der Gepardenfamilie stand ein Auto, die Geparden waren jedoch deutlich schlechter zu sehen als noch mittags, weshalb wir gleich weiter fuhren (auch weil es doch ein nicht vollkommen unerhebliches Stück war bis zum toten Impala). Grund anzuhalten, hatten wir dafür kurz darauf an der Bekaphanzi Pan, wo sich zwei NH aufhielten. Kurz darauf beobachteten wir Gnus und Zebras im schönsten Abendlicht. Man kann die Schönheit dieses Parks nicht oft genug loben. Auch ein Wiedehopf zeigte sich erneut. Im Wald auf Höhe des Sontuli Loops trafen wir auf eine größere Herde Büffel. Wir fuhren zügig, um unser geplantes Ziel zu erreichen, sahen dabei aber nichts weiter. Am Impala angekommen, fand sich weiterhin keine Spur eines Besitzers. Für einen natürlichen Tod lag es aber zu seltsam mit den Hufen nach oben. Die Position war aber mehr oder weniger identisch wie am Mittag. Leider konnten wir nicht länger bleiben, da uns die Zeit im Nacken saß. Auf dem Rückweg trafen wir erst auf eine Gruppe Giraffen und konnten dann eine weiteres NH beim abendlichen Bad beobachten - leider nur von Hinten. Pünktlich zum Sonnenuntergang zeigte sich eine weitere Giraffe. Aus fotografischer Sicht hat man in so einer Situation natürlich das perfekte Bild vor Augen. In der Realität scheitert dies leider an sich bewegenden Motiven, dem eingeschränkten Aktionsradius in einem geschlossenen Fahrzeug auf einem schmalen Feldweg, zahlreichen Büschen und zwei Kleinkindern auf der Rückbank. Kurz darauf stoßen wir auf ein weiteres NH etwas versteckt im Busch - der Park wird seinem Ruf trotz all der Horrormeldungen zum Glück wieder einmal gerecht. Kurz vor Mpila halten wir wieder Ausschau nach den Geparden. Es sind außer uns nur zwei andere Autos vor Ort - kein Vergleich zu dem Auflauf heute Vormittag bei einem kaum zu erahnenden Löwen. Wir sehen die Mutter im Gras liegen, leicht entfernt die beiden Kinder. Da wir nun noch ca. 20 Minuten bis zum Gate-Schluss haben, beschließen wir zu warten - was sich schließlich auszahlte. Die Mutter erhob sich, kam in Richtung der Autos den Hang hinauf und rief nach ihren Kindern. Leider ließ das Licht der blauen “Stunde” keine guten Fotos mehr zu - ein Hoch auf die moderne Kameratechnik und Bildbearbeitungsmöglichkeiten. Auch die beiden Jungtiere erhoben sich schließlich, ehe sie leider allesamt in die falsche Richtung verschwanden. Hochzufrieden mit dem heutigen Tag kamen wir schließlich wieder im Camp an. Genau so sollte der ideale Game-Drive Tag verlaufen - ein paar nette Überraschungen, etwas Spannung, etwas Action, schönstes Licht.. Doch der Abend sollte noch ein weiteres Erlebnis für uns bereit halten, das auf der “Afrika-Erlebnis-Skala” recht weit oben einzusortieren sein dürfte. Eigentlich hatten wir ja schon sehr viel erlebt, gerade beim Campen in Botswana, so dass wir davon ausgingen, dass uns eigentlich nichts so wirklich schocken könnte. Da der heutige Abend relativ lau war, beschlossen wir, nachdem die Kinder im Bett waren, auf der Terasse noch ein Bier zu Trinken, ein paar Kekse zu knabbern und den Lauten der afrikanischen Nacht zu lauschen. Natürlich ist uns bekannt, dass in Mpila abends regelmäßig Hyänen herumstreunen und versuchen, sich am Braai zu bedienen. Da unsere Terasse zwar nicht umzäunt, jedoch verhältnismäßig groß und von einer ca. 50cm hohen Mauer umgeben war, hatten wir keine Bedenken, uns im Windschatten der Hauswand niederzulassen. Was dann aber kam, erschreckte uns so sehr, wie bisher wohl keine andere Wildlife-Erfahrung in Afrika. Wir hatten unser Sichtfeld immer wieder mit der Taschenlampe ausgeleuchtet und das Licht im übrigen aus, um besser sehen zu können. Plötzlich höre ich links von uns am Haus ein Schnauben und sehe ein riesiges, schwarz-weißes Ding im schnellen Schritt auf uns zukommen. Ein Buschschwein von kapitalen Ausmaßen hatte sich nicht von vorne der Terasse genähert, sondern war direkt an der Hausmauer entlang von hinten an uns herangeschlichen.. Wir hatten vorher noch nie ein Buschschwein zu Gesicht bekommen und ehrlicherweise sehen sie mit ihrem weiß-schwarzen Gesicht schon verdammt spooky aus.. (Screenshots aus einem Handy-Video) Wir sprangen auf, drückten uns durch die Schiebetür ins Haus und hatten nun, geschützt durch die Glasscheibe, beste Sicht auf das Tier. Dieses drängte sich recht rabiat durch die Bestuhlung und schnüffelte. Es schnüffelte auch an der Tür und damit keine 20 Zentimeter von unsren Füßen entfernt.. Mit einem Satz lag es halb auf dem Tisch und versuchte sich die Kekspackung zu schnappen, in der noch ein letzter Keks wartete, den ich mir für nach dem letzten Schluck Bier aufheben wollte.. Dies misslang, und es schob nun Stühle umher, um von der anderen Seite zur Packung zu kommen. Sämtliche Versuche meinerseits, es zu verjagen, wurden komplett ignoriert. Schließlich war es erfolgreich. Der Keks wurde nun genüsslich verspeist, alle Krümel abgeleckt, die Savanna-Flasche auf dem Boden beschnüffelt und dann verschwand es wieder in der Nacht.. Im Nachhinein kann man natürlich über so etwas natürlich lachen, aber im ersten Moment, wenn so ein weißes Gesicht von der Seite plötzlich auf einen zuläuft.. Zudem zeigte es keinerlei Scheu und ließ sich in keinster Weise beeinflussen. Tatsächlich scheint es offenbar in letzter Zeit seltener Hyänen-Besuch zu geben, dafür aber offenbar Probleme mit immer rabiater auftretenden Buschschweinen.. |
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