THEMA: Biltong for Breakfast - 10 Tage im KTP
06 Nov 2018 15:59 #538141
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Liebes Forum!

Wahrscheinlich können wir mit unserer recht knackigen Wildlife-Puristen-Tour, die ausschließlich von Upington einmal durch den KTP und zurück führte, nicht so viele neue, wertvolle Infos beitragen. Trotzdem setze ich mich nun auch an die Tastatur. Eure Reiseberichte haben mir die lange Afrika-Abstinenz erträglich gemacht, und ich will versuchen, etwas an diese Gemeinschaft zurück zu geben. Und wenn’s nur ein Update zur Funktionstüchtigkeit der Pumpe am Lijersdraai Wasserloch ist! ;) (PS: funzt nicht.)

Ein paar Highlights vorab:











Wir – das sind Mike (Journalist, 39 Jahre alt) und ich, Katja (TV-Redakteurin, 37 Jahre).








Kleiner Disclaimer vorab: Deutsch ist nicht meine Muttersprache, ich bin in den USA aufgewachsen. Und obwohl ich schon seit 14 Jahren in München wohne, stehe ich immer noch mit der deutschen Grammatik auf Kriegsfuß. :whistle: Das färbt nicht nur meinen Schreibstil, sondern ein wenig, denke ich, auch meine Wahrnehmung der Erlebnisse in Afrika. Und die Benennung sämtlicher Tiere und Pflanzen sowieso, für die mir die deutschen Nachschlagewerke fehlen (und zum Googlen der deutschen Namen fehlt mir die Geduld :lol: ). Wir haben eine fast dreijährige Tochter namens Sophie, sowie einen zehnjährigen Labrador namens Oskar. Die beiden sind zuhause geblieben, in der Obhut meiner Eltern. Oma und Opa wussten, wie wichtig diese Reise für mich war, und sind deshalb extra 12 Tage in unsere Wohnung gezogen, damit die Sophie in ihrer gewohnten Umgebung bleiben kann. Und ich vor lauter Sorge um das seelische Wohl der Kleinen nicht den Verstand verliere. Dafür haben sie meinen immerwährenden Dank. Ein halbes Kilo Kudu-Biltong als Mitbringsel gab’s oben drauf.

Es war im März 2015 auf dem Satara-Campingplatz im Kruger, als ich das erste Mal vom KTP hörte. Ich war mit einer Holländerin ins Gespräch gekommen, die beim Abspülen am Becken neben mir stand. Sie reiste schon seit 30 Jahren durch das südliche Afrika (immer im Wohnmobil) und sagte mir – „Ja, es ist schon sehr schön hier, aber mein Herz habe ich an den KTP verloren. Da müsst Ihr hin. Glaub es mir einfach.“ Das hat sie mit einer solchen Überzeugung gesagt... das hat mich berührt. Somit stand unser nächstes Ziel fest.

Lange, lange haben wir uns auf diese Reise gefreut. Es sollte nach einer dreijährigen Pause das erste Wiedersehen mit Afrika sein. Eine turbulente Zeit lang hinter uns, mit vielen persönlichen, gesundheitlichen und beruflichen Rückschlägen. In Afrika konnten wir zum ersten mal seit Langem wieder richtig durchschnaufen. Es war also mehr als „nur“ ein Urlaub.

Hoch motiviert habe ich mich vor genau einem Jahr an die Buchungen gemacht. Ihr kennt den Kampf um die Wilderness Camps im KTP. Es war nicht leicht, aber mit ein bisschen Hartnäckigkeit ist es mir gelungen, folgende Route zu buchen:

SO, 14.10. – Abflug aus MUC
MO, 15.10. – Ankunft mittags in Upington, Auto abholen & Einkauf, Fahrt zum KTP, Twee Rivieren Campsite
DI, 16.10. – Nossob Premium Campsite
MI, 17.10. – Polentswa Campsite
DO, 18.10. – Polentswa Campsite
FR, 19.10. – Bitterpan
SA, 20.10. – Kalahari Tented Camp
SO, 21.10. – Kalahari Tented Camp
MO, 22.10. – Rooiputs Campsite
DI, 23.10. – Urikaruus Honeymoon Chalet
MI, 24.10. – Urikaruus Honeymoon Chalet
DO, 25.10. – Fahrt nach Upington & Abgabe Auto, Abflug nach MUC am Abend
FR, 26.10. – Ankunft MUC

Auto und Flug waren dagegen ein Klacks. :lol: Und dann begann das Warten...
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Reisebericht KTP 2018 - Biltong for Breakfast
Letzte Änderung: 29 Apr 2019 12:14 von Rangu.
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07 Nov 2018 20:55 #538302
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Sonntag, 14.10. – Abflug München

... und plötzlich war das Warten vorbei.

Meine Nerven lagen schon ein bisschen blank. :blush: Wir waren noch nie so lange von unserer kleinen Tochter getrennt gewesen und wussten trotz der vielen Vorbereitungsarbeit und einigen Probeläufen nicht, wie sie darauf reagieren würde. Wir übergaben letzte Infos an meine Eltern, machten noch einen kleinen gemeinsamen Ausflug zum Burger-Schuppen um die Ecke, und dann hieß es schon „bye bye baby“.

Hat die Kleine übrigens gar nicht gejuckt, dass wir weg waren. :whistle: :laugh:

Abends um 21 Uhr ging unsere Maschine. Wir flogen mit SAA von München nach Johannesburg und dann weiter mit Airlink nach Upington.





Der erste Flieger war rammelvoll und die Nacht schlaflos. Wir hatten es verpasst, frühzeitig online einzuchecken (das kommt davon, wenn man so lange nicht reist, man vergisst die kleinen Kniffe) und bekamen deshalb zwei Sitze in der Mittelreihe. Für Mike konnte ich noch den allerletzten Gangplatz sichern, aber ich saß leider in der Mitte der Mitte. Dazu noch neben einer Dame, die ein wirklich gut riechendes Parfüm trug – womit sie sich aber leider wohl von Kopf bis Fuß benetzt hatte. Zehn Stunden lang hatte ich den Duft in der Nase. Selbst mein Abendessen schmeckte danach. :S

Montag, 15.10.
Ankunft in Upington, Auto & Einkauf, Fahrt in den Park, Twee Rivieren Campsite


Der Anschluss in JNB war chaotisch, die Wege im Flughafen ineffizient und nicht nachvollziehbar, die Immigration-Schlange endlos. Das kannten wir schon von JNB, und wir nahmen es locker. Dann hatte unser Airlink-Flieger noch eine Stunde Verspätung...





Völlig gerädert kamen wir gut eine Stunde später im hübschen, kleinen Flughafen in Upington an. Mike meinte, es würde wie ein Playmobil-Flughafen aussehen.





Von unserem Shuttle war keine Spur. War ja auch klar, warum sollte er eine Stunde rumwarten. Also Notfall-Info-Paket aus dem Rucksack gefischt, Handy angeschmissen und alle Nummern vom Autovermieter durchtelefoniert. Beim dritten Anruf ging der Eigentümer Pieter Nel endlich ran. Fünf Minuten später fuhr er schon vor.

Ein paar Sätze zum Auto: Unseren Hilux mit Dachzelt und Camping-Ausstattung mieteten wir bei Kalahari 4x4 Hire (nicht mit Kalahari Car Hire von Hubert Hester zu verwechseln). Pieter war sehr freundlich und kulant, die Kommunikation vorab lief schnell und reibungslos. Er empfahl, gleich nach unserer Ankunft einzukaufen und dann direkt ohne Pause in den 265 Kilometer entfernten Park zu fahren. Dementsprechend haben wir auch geplant und die Camps gebucht. Theoretisch ist das möglich – praktisch aber echt stressig. Das lag zum einen an unserer Verspätung, zum anderen an der unpraktischen Ausstattung des Wagens...

Wir haben noch nie eine derart unsinnig und windig eingerichtete Ladefläche erlebt. Riesige Zubehörkisten, die höher waren als breit – zu hoch, um sie unter der Canopy zu stapeln – nahmen irrsinnig viel Platz weg. Hätten wir die Dinger voll gemacht, wären wichtige Artikel unter einem Berg von anderen, minimal wichtigeren Artikeln verschüttet gewesen. Der Kühlschrank war zwanzig Zentimeter ins Wageninnere versetzt und fixiert, um Platz für die Batterie zu machen. Das führte dazu, dass man die unteren zwei Drittel des Kühlschranks nicht sehen konnte. Nur ertasten. Um das Problem zu beheben, wurde eine Fußleiter lose ins Heck geworfen, auf die man sich stellen sollte, um den Blickwinkel zu verbessern. :huh: (Das Teil fixierten wir gleich zu Beginn mit mitgebrachten Kabelbindern auf dem Dach.) Mike schnitt sich beim Einräumen der Ladefläche zwei Mal die Hand blutig auf, weil irgendwo im Innenraum eine scharfe Kante blank lag. Wir konnten sie nicht finden und haben uns einfach angewöhnt, vorne rechts nur sehr bedacht ins Auto zu greifen. Eine der Monsterkisten war zu 80% mit Schaumpolster ausgekleidet, um vier Aluminiumteller und eine (?!) winzige Tasse zu beherbergen. Der Campingtisch war so wacklig, dass unsere Bierflaschen umgekippt sind, wenn man sein Steak darauf schnitt. Die Campingstühle derart verkeilt, dass man sie nur zu zweit mit vereinten Kräften zusammenklappen konnte. Das Dachzelt so verzogen, dass die Reißverschlüsse nicht ganz zugingen. Es wirkte alles so, als hätte der Pieter keine Ahnung, worauf es beim Camping eigentlich ankommt.



Ganz knapp haben wir es noch vor Gate Closing in den Park geschafft, um dann die ersten Stunden in Twee Rivieren – nach fast 24 Stunden Reisedauer völlig erschossen und immer noch ungeduscht – damit zu verbringen, das Auto ein- und umzusortieren. Und als wir dann den Reifendruck ablassen wollten, haben wir mit Schrecken festgestellt, dass wir die gesamte Teerstrecke von Upington nach Twee Rivieren mit nur 1,5 bar gefahren sind. Wären wir einigermaßen ausgeschlafen und stünden wir nicht so unter Zeitdruck, wäre uns das bei der Übergabe bestimmt aufgefallen. Also: Selbst wenn der Experte vor Ort etwas anderes behauptet, nehmt den weisen Rat des Forums an, nach Eurem Flug erst mal eine Nacht zu schlafen.

Davon abgesehen waren wir mit Kalahari 4x4 Hire aber einigermaßen zufrieden. Die Preise waren in Ordnung, und der Hilux hat einwandfrei funktioniert. Mit unserer zurecht-Macgyverten Ladefläche kamen wir schon klar. Und der Kühl-/Gefrierschrank hat trotz fehlender Stoffverkleidung auch bei 40 Grad unseren recht stattlichen Fleischvorrat nie antauen lassen.

Wir hatten eine Braai-Auswahl vorab per Email beim Upington Slaghuis bestellt. Metzger Eben – der übrigens der kleine Bruder unseres Autovermieters ist – vakuumiert und friert auf Wunsch seine Ware ein. Völlig unkompliziert. Das Fleisch war unschlagbar, besonders die Curry-Sosaties und Boerewors sind uns in Erinnerung geblieben. Auch das Skinless-Driedwors-Biltong war göttlich.

Der Einkauf in der Kalahari Mall war recht ereignislos. Es gibt dort alles, was man so braucht, inklusive eines scharfen Messers mit Klingenschutz für die Camping-Küche. Die Messer in der üblichen Camping-Ausstattung sind ja meist total stumpf... Normalerweise nehmen wir deshalb immer Mikes Laguiole mit. Diesmal sind wir aber nur mit Handgepäck angereist, also musste das gute Stück zuhause bleiben. Der Ersatz kostete aber nur ein paar Euro und wurde am Ende der Reise dem Wächter in Urikaruus geschenkt.

Der Shop in Twee Rivieren hat übrigens auch einen großen, tiefgekühlten Fleischvorrat vom Upington Slaghuis. Wir waren zwei Mal – jeweils an einem Montag – dort und konnten uns nicht vorstellen, dass denen jemals das Fleisch ausgehen könnte. Die Ablution Blocks waren quietschsauber. Wenn man große Camps nicht mag, sollte man dort aber eher wenig Zeit einplanen. Von „Rummel“ kann nicht wirklich die Rede sein, doch die Stimmung dort ist merklich anders als im Rest des Parks. Twee Rivieren gehört gefühlt mehr zur Zivilisation als zur einsamen Wildnis.

Als endlich alles sein Plätzchen gefunden hatte, wir frisch geduscht waren und per Satellitentelefon ein kurzes Lebenszeichen nach München geschickt hatten, waren wir viel zu müde, um noch zu kochen. Wir schlurften ins Restaurant, wo wir kurz vor Ladenschluss bei Neon-Licht ein Steak (Mike, der klug war; lecker) und ein Gemüse-Medley (Katja, die sich einbildete, noch ein paar Vitamine tanken zu müssen; so gar nicht lecker) verschlangen. Dann ab in die Federn.

Endlich konnten wir den Fokus von der Logistik aufs Wesentliche lenken: den KTP.

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Letzte Änderung: 07 Nov 2018 21:08 von Rangu.
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08 Nov 2018 22:47 #538427
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Dienstag, 16.10.
Twee Rivieren – Nossob Premium Campsite


Die ganze Nacht habe ich gefroren, trotz langer Wollunterwäsche, Schal und Pulli. Nach der harten Nacht im Flieger rutschte die Schlafbilanz nun tief ins Minus... Völlig wurscht! Ich schälte mich gut gelaunt und voller Tatendrang um kurz vor fünf aus dem Schlafsack. Schnell den aus München mitgebrachten, in der Mokkakanne auf dem Gaskocher gezauberten Espresso reingestellt – unser einziger Luxus, wenn wir in Afrika sind (wobei ich das weniger als Luxus, sondern eher als lebensnotwendige Instandhaltungsmaßnahme bezeichnen würde :whistle: ). Zähne geputzt, Optik aufgeschraubt und los ging’s. Ich kann Euch gar nicht sagen, wie glücklich ich in diesem Moment war. Halleluja!

Unsere Route führte zuerst nach Auchterlonie und dann über die Short Dune Road ins Nossobtal. Den Abstecher kann man sich locker erlauben, wir sind sehr langsam gefahren und waren trotzdem am frühen Nachmittag in Nossob.

Der erste Eindruck vom Park, kurz vor Samevloeiing: Ist das etwa Nebel? Das kann doch nicht Staub sein?!





Doch, das ist Staub. Dementsprechend war ich froh, einige Vorsichtsmaßnahmen getroffen zu haben, um mein Kameraequipment zu schützen. Jede Optik steckte, wenn sie nicht in Gebrauch war, in einer eigenen Neopren-Socke. Mein Kamerarucksack war vollkommen staubdicht. Der Blasebalg war immer griffbereit und kam dauernd zum Einsatz. Optikwechsel fanden immer in Windeseile und mit verschlossener Autotür statt. Fazit nach zehn Tagen paranoider Anti-Staub-Maloche: Nur die 600mm-Linse, die dauernd an der Kamera hing, muss nun zur Reinigung geschickt werden. :woohoo:

Zwischen Samevloeiing und Monro gibt es eine kurze Dünenstrecke, bevor man ins Auobtal gelangt. Wir kurvten durch die wogende Landschaft und genossen das goldene Licht. Ich sinnierte laut: „Wenn ich einen einzigen Wunsch für die nächste Woche ans Universum abgeben darf, würde ich gerne einen Löwen aus der Nähe sehen.“ Das war uns nämlich bei den letzten beiden Reisen nicht gelungen. Nicht eine einzige Großkatze. Es sei denn, gerade noch so durch das Fernglas schemenhaft im Hitzeflimmern zu erkennen. Mike sagte nichts, lächelte nur. Wir fuhren um die nächste Kurve und:





Unsere allererste Sichtung. Schon witzig.

Kurz vor Auchterlonie gab’s nochmal eine Zugabe.





Jaja, schon verstanden. Die hiesige Sichtungsfee hat Sinn für Humor. :huh: :woohoo:

Es lohnt sich, das kleine Museum in Auchterlonie zu besuchen. Viel gibt es dort nicht zu sehen, aber gerade das passt ja zum KTP. Karg, geradlinig, aufs Wesentliche reduziert. Und dabei nicht nur völlig ausreichend, sondern geradezu großzügig – vorausgesetzt, man interessiert sich für das, was er zu bieten hat. Also nicht nur die großen, bombastischen Sichtungen, sondern auch die vielen kleinen, subtilen Dinge, die in der sandgestrahlten, kahlgeblasenen Halbwüste der Kalahari eher zum Vorschein treten, als im satten Bushveld.






Allgemeiner Tip für alle Picnic-Spots: Etwas Wasser und Seife im Auto griffbereit haben. Oft funktionieren in den Ablutions weder die Klospülung noch der Wasserhahn am Waschbecken, vor allem je weiter nördlich man im Nossobtal ist.

Übrigens: Wenn’s doch mal schnell gehen muss, kann man auf allen Strecken bequem und sicher 50 km/h fahren. Mussten wir zum Glück aber nicht so oft machen.

Im Nossobtal haben wir den ersten Pale Chanting Goshawk gesehen, der im Laufe der Reise immer wieder schöne und spannende Sichtungen geboten hat. Er soll ja auch ein Wahrzeichen des Parks sein.
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08 Nov 2018 22:50 #538430
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Freundliche Pad-Genossen bleiben öfter stehen und geben Tipps, wann sie wo was gesehen haben. Den Gefallen sollte man erwidern. Das hat uns oft zu unvergleichlichen Sichtungen verholfen, insbesondere bei den Eulen, die wir irgendwie nie aus eigener Kraft finden können.








Es lohnt sich, etwas Zeit an einem Sociable Weavers Nest zu verbringen. Es gibt einige in großen Kameldornbäumen, die direkt neben der Straße stehen. Die kleinen Vögelchen sind unentwegt am Ratschen und Basteln und Streiten. Sehr spannend.





In Nossob angekommen, machten uns mit unserer Premium Campsite vertraut. Ein bisschen Wäsche waschen, ein kurzer Mittagssnack, und schon ging es wieder los auf Game Drive.

Wir saßen länger bei Marie se draai beobachteten eine Black-backed Jackal Familie. Die scheinen dort unter einem umgefallenen Kameldornbaum ihren Bau zu haben.





Neben uns stand ein Mitglied der Facebook-Gruppe Kgalagadi Sightings, mit entsprechender 20.000-Euro-Optik. Schon erstaunlich, wie viele Menschen im KTP mit Kamerabesteck im Wert eines Kleinwagens herumfahren. Bin schon ein bisschen neidisch, zugegeben. :blush: Aber wer kann, der kann! Man bekommt mit einem Hobby-Kit auch vernünftige Fotos hin, das reicht mir allemal – das übriggebliebene Geld stecke ich lieber in die nächste Reise. :)

Auf der Rückfahrt ins Camp blieben wir beide bei Rooikop stehen, um noch einen Pale Chanting Goshawk mit Riss im allerletzten Licht einzufangen.





Zu den Premium Campsites in Nossob: Es ist schon ganz nett, eine eigene Dusche und Toilette zu haben – beim nächsten Mal würde ich aber eine normale Campsite buchen. Die gemeinschaftlichen Ablution Blocks sind derart sauber und großzügig, dass man sich dort genauso wohl fühlt. Unsere Campsite lag außerdem eingekeilt zwischen dem Zaun (an dem Abends nichts los war) und einer kleinen Müllhalde. Würde ich nicht nochmal buchen.

Nach dem Braai wollten wir noch kurz den Hide besuchen. Auf dem Weg dorthin ahnte ich, dass sich etwas am Zauntor bewegte, und schwenkte mit der Taschenlampe die Gegend ab. Tatsächlich. Ein Genet (Ginsterkatze)! Das kleine katzenähnliche Schleichtier mit dem geringelten Affenschwanz kraxelte gerade völlig ungeniert über das Tor, blickte uns kurz herausfordernd an und verschwand dann im Schatten der Büsche.

Am Hide saßen zwei Australier, die mit Baustrahlern die Gegend rund ums Wasserloch abgesucht haben. Wieder mit Profi-Ausrüstung. Wenigstens haben sie gefragt, ob es uns stört, wenn sie mit Blitz fotografieren – das fand ich schon zuvorkommend, haben wir schon anders erlebt.

Wir spazierten zurück zur Campsite und machten uns bettfertig. Plötzlich rumpelte es auf dem Dach der Ablutions – die Ginsterkatze war wieder zu Besuch. Sie kletterte über einen nahegelegenen Baum herunter und spazierte ganz lässig mit einem knappen Meter Abstand an mir vorbei. Es war zwar schön, sie zu sehen, machte uns aber trotzdem ein bisschen traurig. Offensichtlich verließ sie sich auf das Camp als Futterquelle... :dry:
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@Biggi
Willkommen an Bord! Ist ja witzig, Du hattest sie auch? Toll! Das lässt hoffen, dass wir von den kommenden KTP-Reisen anderer Fomis regelmäßige Updates bekommen. Scheinbar ist sie nicht besonders schüchtern. :)

@Tanja
Gern geschehen und danke für das Kompliment!
Ich muss mal kurz einen kleinen Foto-Nerd-Exkurs machen... (Es brennt mir schon ein bisschen auf der Seele. Und wenn nicht in diesem Forum, wo dann?) Meine gesamtes Kit inklusive vier Optiken, Rucksack und diversem Kleinkram wie Akkus und CF-Karten hat "nur" rund 4.000 EUR gekostet. Das ist auch eine Menge Geld, die Ausrüstung wurde aber sorgsam ausgewählt und über einige Jahre langsam zusammengestellt. Von einer 800mm Festbrennweite, wie man sie im KTP an jeder Ecke sieht, kann ich nur träumen. :lol: Die leg ich mir auch sofort zu, wenn es mal möglich sein sollte. Ich komme mit meinem Kram aber eigentlich erst an meine Grenzen, wenn das Licht schwach wird oder es eine besonders anspruchsvolle Situation ist, wie ein Tier, das sich sehr schnell bewegt. Meine Optiken sind halt nicht so lichtstark, mei.
Dazu gab's auch später auf der Reise noch ein witziges Erlebnis (naja, eher ärgerlich - witzig war's erst im Nachhinein mit ausreichendem Abstand). Bin nämlich mit einem vermeintlichen Foto-Profi aneinander gerappelt. Der war der Meinung, dass mein Kit irgendwie traurig und für den KTP unzureichend sei. Und Ahnung könnte ich ja sowieso keine haben, da jung und dazu auch noch eine Frau. :huh: Ist aber eine längere Story, ich komme bald dazu.

AndreasG2523 schrieb:
Und die Spotted Eagle Owl, was habe ich gekämpft um so eine überhaupt eine zu fotografieren und dann waren immer Zweige im Weg. *NEID*

Lieber Andreas, wir hatten auf dieser Reise wirklich sehr großes Sichtungsglück bei den Eulen! Zweige waren bei mir aber auch fast immer im Weg. :lol: Es hat nie wieder so gut geklappt wie bei der Spotted Eagle Owl am allerersten Tag. Und wir haben keine - wirklich gar keine! - der Eulen selbst gefunden, sondern wurden immer von freundlichen Pad-Genossen darauf hingewiesen. Die Tarnung ist irre gut, da braucht man schon ein geschultes Auge.



Southern White-Faced Owl



Verreaux's Eagle-Owl



Spotted Eagle-Owl



Western Barn Owl
Dieses Exemplar schläft tagsüber unterm Urikaruus Honeymoon Chalet und beginnt im Flussbett zu jagen, sobald die Sonne unter geht. Die schaurig-schönen, geisterhaften Rufe habe ich immer noch im Ohr.



Juvenile Pearl-Spotted Owlet
Ein Eulenpaar hat schon seit Längerem ein Nest im gleichen Baum bei Craig Lockhart, der von unserer Leopardendame frequentiert wird. Das Nest befindet sich an der Unterseite des Asts, der in süd-westliche Richtung hängt (der Ast, der zur Pad zeigt). Ziemlich genau da, wo er nach unten knickt. Wir haben die winzige Eule nur entdeckt, weil sie ziemlich viel Lärm macht, wenn sie gefüttert wird. :) Obwohl Pearl-Spotted Owlets wohl öfter tagsüber gesehen werden, konnten wir sie nur am frühen Abend entdecken - daher die schlechte Bildqualität.
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Mittwoch, 17.10.
Nossob - Polentswa


Der zweite Tag im KTP brach an!





Um zehn vor sechs bildete sich schon eine große Schlange vor der Reception, alle wollten ihre Laufzettel holen und möglichst schnell auf die Pad. Einer nach dem anderen sprangen sie in ihre Autos und brachen Richtung Norden auf. Da wollten wir heute auch hin. :pinch:

Die Abfertigung ging recht schnell, und kurz nach sechs waren wir auch unterwegs. Im Gänsemarsch fuhren ein Dutzend Autos nach Cubitje Quap. Schnell stellte sich heraus, warum: Am Wasserloch lag ein prächtiges Löwenpaar, das sich in den letzten Tagen immer wieder gepaart hatte. Am Autoschwarm störten sie sich scheinbar nicht, auch wenn das ständige Rumrangieren die Stimmung komplett zerstörte. Das nahm fast Kruger-Hochsaison-Ausmaße an. :dry: Wir genossen die Sichtung nur kurz und zogen dann weiter, den Tieren zu liebe. Ein Auto weniger.











Etwas weiter nördlich begegneten wir wieder einem Pale Chanting Goshawk mit Taubenriss. Methodisch rupfte er seine Mahlzeit blank, es regnete Federn.





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