THEMA: Kinder und Katzen im Kruger - Reloaded
12 Nov 2018 21:24 #538900
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Um 20 Uhr beginnt die Nachtfahrt. Wie immer auf einem großen Truck, der recht gut besetzt ist. Eine junge Frau wird den Wagen heute lenken und höchst kompetent die verschiedenen Sichtungen dieser anbrechenden Nacht erläutern.

Wir fahren am Sabie entlang gen Westen und biegen alsbald auf eine für den Normalverkehr gesperrte Dirtroad ein, die tiefer im Busch parallel zum Flussufer entlangführt. Dieser folgen wir nach Osten. Alsbald taucht ein Civet auf, das jedoch schnell das Weite sucht.

Nach einer Begegnung mit einem fressenden Schakal tauchen plötzlich die Silhouetten von zwei Löwen im Scheinwerferlicht auf. Ein stattlicher Kater und eine Löwin lagern nahe der Straße. Wahrscheinlich ein Honeymoon-Pärchen, das gegenwärtig aber keine Kraft für weitere Paarungsakte besitzt. Es wird sich geputzt und ausdauernd gegähnt.





Nach einer Weile geht die Fahrt weiter. Es zeigen sich zwei Ginsterkatzen, die im hohen Gras und dichtem Buschwerk zwar gut zu sehen, aber nicht sinnvoll zu fotografieren sind. Auch eine Weißschwanzmanguste lässt sich lange bei der Nahrungssuche beobachten. Ich bin immer wieder erstaunt, wie groß diese Manguste im Vergleich zu ihren Verwandten ist. Vorzeigbare Fotos entstehen jedoch auch hier nicht, was ich sehr bedauere, denn von dieser Spezies habe ich bisher noch keine annehmbare Aufnahme im Archiv.
Irgendwann treffen wir wieder auf die Teerstraße und kommen alsbald am Leopardenbaum vorbei. Die Leopardin hält sich am Fuß des Baumes im dichten Busch auf. Im Licht der Scheinwerfer kann man sie eher erahnen als tatsächlich erkennen, aber das macht mir im Spiegel der vergangenen Begegnung mit ihr nichts aus.
Ein wenig weiter die Teerstraße in Richtung Lower Sabie hinauf kommt es zu einer weiteren Löwensichtung. :cheer: Zwei stolze Kater liegen auf und neben dem Teer und genießen die Restwärme des Straßenbelags (ein typisches Verhalten der Löwenpopulation des Krugers…). Wir legen hier einen weiteren längeren Stopp ein und beobachten die beiden Prachtexemplare beim frühnächtlichen Erholungsprogramm.







Bald ist es 22 Uhr und damit Zeit zurück ins Camp zu fahren. Ich bin total müde und am Ende ganz froh, als das Tor des Rastlagers sich hinter dem Truck schließt. Erschöpft und glücklich wandere ich im Schein der Taschenlampe durch die Dunkelheit und Stille der Nacht zu unserer Hütte.

Gute Nacht Afrika.
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13 Nov 2018 21:35 #539070
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Kapitel 4: Ein recht raubtierreicher Tag am Sabie (16.10.2018)

Vor Sonnenaufgang beginnt der neue Tag. Das fällt mir nur hier so leicht. Nach einer kurzen Katzenwäsche besteigen wir zu viert unseren Bus, um zu Toresöffnung auf der Piste zu sein. Wir machen uns Hoffnungen, dass die Leopardin von gestern zu so früher Stunde vielleicht noch aktiv im Baum ist.
Wir biegen also gen Osten aus dem Camp auf die Teerstraße und sind gespannt, was uns erwarten wird.
Als erstes werden wir nach kurzer Zeit von einer Tüpfelhyäne begrüßt, die am Straßenrand ihrer Wege zieht. Ein schöner Start in den Safaritag. :)



Kurz darauf – die Sonne ist noch nicht richtig aufgegangen – treffen wir auf zwei Löwen. Eine Löwin liegt direkt am Fahrbahnrand, der sie begleitende Kater ruht etwas besser versteckt im hohen Gras. An weiterer Aktivität mangelt es löwentypisch. ;)





Irgendwann steht die Löwin auf und verschwindet im Busch. Der Löwenkater schaut ihr nach, ist aber augenscheinlich zu faul, um ihr zu folgen. Nach kurzer Zeit fängt er an zu brüllen, wohl, um nach ihr zu rufen. Sie kehrt aber nicht zurück, da kann er noch so sehnsuchtsvoll sein „Oooompf“ anstimmen. Uns aber hat er mit seiner Vokalperformance sehr beeindruckt und unterhalten. :cheer:







Nachdem der Löwe das Rufen aufgegeben hat, verharrt er wieder müde im Gras und wir setzen unseren Weg zum Rissbaum fort. Als wir den Ort der gestrigen Leopardensichtung erreichen, können wir feststellen, dass der Riss noch immer im Baum hängt. Das ist gut. Von der Leopardin fehlt aber jede Spur. Das ist weniger gut. Schade. Aber wie auch gestern: Wir werden wiederkommen!

Da wir keine Lust haben, die Teerstraße schon wieder zurück in Richtung Lower Sabie zu fahren, beschließen wir die S28 zu nehmen, um noch einmal das südöstliche Grasland des Parks zu genießen.
Neben den üblichen Steppentieren begegnen uns einmal mehr zwei Tüpfelhyänen, die schnurstracks an uns vorbeiziehen und dabei die anwesenden Impalas in Aufruhr bringen.













Die übrige Fahrt gestaltet sich eher ruhig und wir kehren am späten Vormittag - vorbei an einigen im tiefen Busch zu beobachtenden Hyänen (heute ist Hyänentag…) - nach Lower Sabie zurück.

Natürlich fahren wir vorher noch den kleinen Umweg zum Sunset Dam. An diesem ist gerade außer dem immer präsenten Flusspferden, Krokodilen und Nimmersatten nicht viel los.





Jedoch können wir im versandeten Flussbett des Sabie vier Löwen ausmachen, die in der warmen Sonne faulenzen. Ein schöner Abschluss des Vormittags! :cheer:









Die heißeste Zeit des Tages verbringen wir im Rastlager. Wir gehen im Schatten der Bäume auf der Wiese am Flussufer spazieren und verbringen Zeit auf der jahreszeitlich bedingten Sandfläche vor unserer Hütte; die Kinder sind fröhlich und toben sich ein wenig aus. Das können sie im Anschluss auch noch im Pool ausgiebig tun. Während die frühen Morgen- und die späten Nachmittagsstunden auf unseren Reisen definitiv der Wildbeobachtung gehören, gehören die übrigen Stunden des Tages unseren Kindern. So kommt hoffentlich keiner wirklich zu kurz.

Wir nehmen uns vor, gegen 15 Uhr erneut das Camp zu verlassen, um eine Nachmittagsausfahrt zu unternehmen. Wie wären wir während der Mittagsrast ungeduldig gewesen, wenn wir gewusst hätten, was der Nachmittag noch für uns bereithalten wird... ;)

:evil: Cliffhanger :evil:
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14 Nov 2018 18:32 #539189
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Fortsetzung Kapitel 4

Um 15 Uhr fahren wir schließlich erneut gemeinsam los. Zuerst zieht es uns in den Westen. Die Landschaft am Sabie entzückt uns dabei immer wieder aufs Neue. Es eröffnen sich wunderschöne Blicke auf Elefanten- und Büffelherden, die sich am Fluss zum Trinken einfinden.
Plötzlich treffen wir auf eine kleinere Autoansammlung – keine Seltenheit auf dieser Straße, daher messen wir dem Ganzen keine zu große Bedeutung zu (… manchmal lösen bereits Kudus eine solche kleine Ansammlung aus…). Auch können wir auf Anhieb den Anlass des kleinen Auflaufs nicht ausmachen. Geduldig erklärt uns ein südafrikanisches Paar, dass am gegenüberliegenden Flussufer ein großer männlicher Leopard unter einem Felsvorsprung ruhe. Sie beschreiben uns den Felsen genau und bald können wir den Kater selbst ausmachen.
Dadurch, dass er im Schatten liegt und die Distanz schon recht groß ist, hätten wir ihn ohne Hilfe wohl nicht entdeckt, obwohl der Blick weitgehend unverstellt ist. Wir beobachten ihn beim Putzen und Ruhen und freuen uns sehr über unsere zweite Leopardensichtung dieser Reise. Was Leoparden angeht, ist der Kruger für uns mit Abstand der zuverlässigste Ort in unserem Afrikaportfolio.







Nach einer Weile steht er auf und zieht sich zurück. In der Hoffnung, dass er zum Trinken an den Fluss kommt, fahren wir extrem langsam weiter und scannen die Umgebung sorgfältig. Leider lässt er sich aber nicht mehr sehen.

Trotzdem zufrieden drehen wir um und steuern erneut den Rissbaum an. Und wir haben wieder Glück: Die Leopardin ist zurück an ihrer Beute und stillt ihren Hunger. Und das im besten Sonnenlicht des Spätnachmittags. Das Fotografenherz geht auf. :cheer:



Über eine Stunde können wir sie beim Fressen und Umlagern des Impalas beobachten. Es ist faszinierend, sie dabei zu beobachten, wie sie das Gewicht der Restantilope immer wieder geschickt austariert, um sie auf dem Baum zu halten. Denn unter ihr warten bereits drei Tüpfelhyänen gut im Busch versteckt auf herunterfallende Happen. Nach einiger Zeit plumpsen die Gedärme der Antilope zu Boden und das Warten der Hyänen wird belohnt.
Die Leopardin aber beschäftigt sich unermüdlich mit dem Rest des Impalas – die Antilope wird förmlich gerupft, um an das Muskelfleisch heranzukommen. Die Fellteile werden von der Raubkatze mit augenscheinlichem Ekel ausgespuckt. Wir beobachten total begeistert. :)
(Bitte entschuldigt die folgende Fotoflut, ich konnte mich nicht wirklich entscheiden...)























Als der Hunger gestillt ist, legt bzw. setzt sich die Leopardin zur Ruhe. Ein durchaus ungewohnter Anblick.





Langsam geht die Sonne unter und wir müssen uns auf den Weg ins Camp machen, um nicht den Toresschluss zu verpassen. Wow, was für ein Erlebnis wurde uns da geschenkt! :cheer:
Die heutige Sichtung der Leopardin war noch einmal intensiver als die gestrige. Was sind wir froh, gerade diese zwei Tage in Lower Sabie verbracht zu haben. Und dann hat auch noch das Wetter wunderbar mitgespielt. Der Faktor Glück/Zufall bei Selfdrive-Safaris wird in solchen Fällen wieder einmal überdeutlich.
Unterwegs schließt eine weitere Tüpfelhyäne den Rahmen dieses wunderbaren Safaritages, der uns wieder so schöne Beobachtungen ermöglicht hat.



In der Dunkelheit spazieren wir gemeinsam zum Camprestaurant und essen auf der Terrasse zu Abend. Schön ist, dass man hier den ganzen Tag über ein englisches Frühstück bestellen kann, das auch noch gut schmeckt.
Während ich im Anschluss mit den Kindern in der Hütte bleibe, bricht meine Frau zu einem Nightdrive auf, der auch sie nicht enttäuschen wird. Auch sie begegnet einer gar nicht so fotoscheuen Zibetkatze. Die weitere Fahrt zeigt ihr einige Ginsterkatzen, einen einzelnen Honigdachs und im Anschluss ein Duo derselben :cheer: (leider alle sehr fotoscheu, aber trotzdem klasse Sichtungen!) und außerdem noch eine einzelne blutverschmierte Löwin am Sunset Dam. Daneben sieht sie noch jede Menge Flusspferde auf Landgang und einige Elefanten.







Ein sichtungsreicher Abschluss eines sichtungsreichen Tages. Wir sind glücklich.
Gute Nacht.
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16 Nov 2018 14:22 #539390
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Kapitel 5: Wetterglück geht, Sichtungsglück bleibt (17.10.2018)

Heute wache ich frühmorgens um kurz nach vier Uhr auf und fühle mich munter. Ich mache mich leise ausgehfertig und schleiche aus der Hütte, ohne den Rest der Familie zu wecken. Draußen empfangen mich Nässe und Kälte. Der Wind der Nacht hat eine neue Wolkendecke über den Kruger gelegt, aus der es beständig nieselt. Das freut mich einerseits für die Natur, andererseits muss ich zugeben, dass es mir schon ein wenig die Laune drückt. So macht jedenfalls ein Spaziergang im Camp wenig Spaß.
Ich vertreibe mir also die Zeit wartend in unserer Hütte, bis ich gegen 5.15 Uhr in unseren Bus steige, um allein eine kurze frühmorgendliche Runde zu drehen.

Das Tor ist bereits um 5.20 Uhr geöffnet und so fahre ich ohne die Begleitung anderer Fahrzeuge in den Park. Langsam wird es heller – die Sonne wird aber bei der derart dichten Bewölkung erstmal keine Chance haben… Aber: Was solls – Tierbeobachtungen sind trotzdem möglich, die Fotos werden zwar etwas weniger farbenfroh, aber das kennen wir ja bereits von den ersten Tagen dieser Reise…
Also frisch ans Werk: Der frühe Vogel fängt die Katze…

Und tatsächlich: Ich steuere den nahen Sunset Dam an und siehe da: Eine Löwin liegt am Straßenrand am Ufer des Sees und wirft mir müde Blicke zu. Ich leiste ihr in den nächsten Minuten Gesellschaft und bin weitaus mehr an ihr interessiert, als sie an mir. Ich freue mich: Noch bevor die Sonne wirklich aufgegangen ist, die erste Löwin. So kann ein Tag im Kruger beginnen! :cheer:







Bald bekommt sie Gesellschaft von einem stattlichen Löwenkater, der plötzlich lautlos aus meinem toten Winkel heraustritt und direkt neben meinem geöffneten Fenster steht. :S Das unerwartete Auftauchen und der Umstand, dass das enorme Tier quasi in Griffweite steht, lassen mich durchaus erschrecken – die Fensterscheibe fährt nach oben.
Er hat aber nur Augen für sie. Alsbald steht sie auf und macht sich daran, am Ufer des Sees entlangzuspazieren. Er folgt ihr auf dem Fuße und lässt nur von ihr ab, um seinen Löwendurst zu stillen. Unglaublich, wie ausdauernd ein solches Tier trinken kann.





Dann beeilt er sich, der Löwin zu folgen und beide verschwinden am jenseitigen Seeufer im dichten Busch. Was für ein schöner Tagesauftakt – auch ohne Sonnenschein.
Mein eigentliches Ziel für den heutigen Morgen ist aber unser Rissbaum. Auf dem Weg dorthin begegnet mir eine Tüpfelhyäne. So langsam macht sich der Eindruck breit, dass Hyänen auf dieser Reise zum allmorgendlichen Empfangskomitee gehören. Das hatten wir in dieser Weise auch noch nie.



Den Leopardenbaum finde ich dann aber verwaist vor. Es sind zwar noch Rissreste vorhanden, aber viel Fleisch lässt sich da nicht mehr finden. Fraglich, ob die Leopardin noch einmal zurückkehren wird. Wir jedenfalls werden sie nicht wiedersehen.

Ich fahre zurück ins Camp und treffe meine Familie bereits wach an. Wir frühstücken gemeinsam und werfen unser gesamtes Geraffel zusammen, denn heute werden wir Lower Sabie verlassen und uns auf den Weg nach Satara machen. Darauf freuen wir uns besonders, denn Satara haben wir seit 2014 nicht mehr besucht und bei unserem letzten Besuch hat uns die offene Gegend, in der das Camp liegt, sehr gut gefallen.
Unseren Aufenthalt in Lower Sabie haben wir auch dieses Mal wieder genossen. Das lag natürlich einerseits an den schönen Sichtungen der letzten Tage, aber auch daran, dass die Kinder hier viel Auslauf hatten und der Pool in Fußnähe war. Die Aussichtsterrasse finden wir – trotz des Rummels – auch immer wieder schön und „Mugg and Bean“ ist für uns unter den Restaurantbetreibern im Nationalpark von der Auswahl (und meist auch von der Qualität gesehen) der beste. Dass wir in Lower Sabie keine eigene Dusche und kein eigenes WC hatten, hat uns überhaupt nicht gestört. Das Sanitärhaus liegt schließlich in unmittelbarer Nähe der „Huts“ und war durchgehend gut sauber gehalten. Will man also im Bereich der Unterkünfte Geld sparen, so ist diese Unterbringungskategorie meines Erachtens gut weiterzuempfehlen.

Aber weiter geht’s…

Auch bei der zweiten Abfahrt des Tages ist das Wetter noch nicht besser geworden. Bevor wir den Sabie gen Norden queren, fahren wir noch einmal zum Sunset Dam. Im gegenüberliegenden Flussbett ruhen jetzt drei Löwinnen auf der Sandbank im Nieselregen. Wir beobachten sie kurz, aber da alles so grau in grau ist und wir auch keine große Aktivität erwarten, fahren wir bald weiter.



Auf der Brücke halten wir kurz für einen Pied Kingfisher.



Und dann bleibt es lange Zeit ruhig. Unter tiefhängenden Wolken und durch leichten Sprühregen geht unsere Fahrt über die H-10 in Richtung des Rastplatzes Tshokwane. Auf dem Weg dorthin zeigen sich nur sehr wenige Tiere und die Landschaft kann ihren Reiz wetterbedingt kaum entfalten.
Irgendwann stoßen wir dann aber auf einen Rietbock, der nahe an der Straße frisst. Über die Sichtung dieser im Kruger seltenen Antilopenart freuen wir uns sehr, denn bisher sahen wir Rietböcke (wenn überhaupt) immer im hohen Ufergras und damit weitgehend verdeckt. Dieses Exemplar präsentiert sich uns trotz des trüben Wetters aber durchaus fotogen.





Wir sehen auf der weiteren Fahrt einige Hornraben und begegnen zum ersten (und einzigen) Mal auf dieser Reise einem Klippspringerpaar.



Nördlich von Tshokwane führt die Straße dann nah am Flussbett des N’waswitsontso entlang. In diesem werden wir in den nächsten Stunden eine der spannendsten Sichtungen dieser Reise erleben dürfen, die sich am besten als im weitesten Sinne fünfaktiges Drama mit pyramidaler Struktur in Anlehnung an G. Freytag beschreiben lässt.

Also: Vorhang auf.

Am Straßenrand eines kleinen Turnouts sehen wir einige Autos stehen. Hier muss es also etwas zu sehen geben, denken wir, denn ansonsten herrscht weit und breit Leere in der Landschaft. Und so beginnt der erste Akt, die Exposition. Den Zuschauenden werden die handelnden Figuren vorgestellt und ein Konflikt wird vorgezeichnet.
In unserem Fall sind die Handelnden:

Ein noch junger Löwenkater, der am Rand des Flussbettes sitzt und einen schon recht mitgenommen aussehenden Gnukadaver bewacht.


Einige Geier, die in den nahen Bäumen geduldig darauf warten, den Rissrest weiterverwerten zu können.


Und ein Clan von insgesamt elf Tüpfelhyänen, die nach kurzer Zeit die Bühne des Flussbetts betreten.


Der Löwe liegt wachsam auf seinem Riss. Von der ihm gegenüberliegenden Seite des Flussbettes her ziehen die Hyänen auf. Zuerst – in noch weiter Entfernung zum Löwen – trotten die Hyänen locker neben- und hintereinander her, schnüffeln mal hier und mal dort.



Je näher sie dem Flussbett kommen, desto zielgerichteter werden aber die Bewegungen. Die Matriarchin bellt mit aufgerichtetem Schwanz „Befehle“, der Clan organisiert und verteilt sich, während er sich langsam dem Löwen nähert, strategisch geschickt in verschiedenen Winkeln zum Zielobjekt.



Der sich entspinnende Konflikt ist klar: Die elf Hyänen wollen das Gnu, der Löwe möchte es naturgemäß aber nicht herausgeben, schließlich ist es die Beute seines Rudels. Es steht elf zu eins. Dafür ist die eins beträchtlich größer und stärker als jedes einzelne Exemplar der elf. Wird der Vorteil der Masse die Kraft des Einzelnen aufwiegen können? Mit dieser Frage schließt der erste Akt.
Wir sind gespannt uns beobachten fasziniert. Was wird der zweite Akt, der nach Freytag die steigende Handlung enthält, wohl bereithalten?
Die Bühne ist bereitet. Und das zur Mittagszeit! ;)

Fortsetzung folgt.
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18 Nov 2018 10:15 #539509
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2. Akt: Die steigende Handlung

Die Hyänen haben im Flusstal Aufstellung genommen. Sie bilden drei kleine Untergruppen, einzelne Tiere verweilen dabei am Rand des Geschehens, um wohl zu den Seiten hin abzusichern. Der Löwe zieht derweil den Riss weiter in den Schutz der Büsche. Das Spiel beginnt Fahrt aufzunehmen.



Die drei Hauptgruppen verteilen sich nun im Abstand von etwa 10 bis 15 Metern um den Löwen und seinen Gnuriss. Der so entstehende Kreis wird ab jetzt regelmäßig von verschiedenen Seiten verengt und sofort wieder erweitert, wenn der Löwe zum Angriff ansetzt und mit Prankenhieben droht. Ständig hört man das aufgeregte Keckern der Hyänen. Alle vier sind wir ganz gebannt und starren aus den offenen Fenstern hinunter ins Flusstal. Immer wieder stoßen Hyänen vor, immer wieder setzt sich der Löwe zur Wehr. Dabei achten die Hyänen darauf, dem Widersacher bloß nicht zu nahe zu kommen. Jetzt und hier geht es darum zu ärgern, zu ermüden.













3. Akt: Der Höhepunkt

So geht es über einen längeren Zeitraum weiter. Die Hyänen foppen den Löwen, der sich bald aufmacht, weiter am Riss zu fressen. Es scheint uns so, dass er, bevor er in Gefahr kommt zu verlieren, die kläglichen Gnureste noch schnell selbst vertilgen will. Da er dabei weitestgehend von Buschwerk verdeckt ist, können wir sein Resteessen nur erahnen.
Die Hyänen lassen sich nicht beirren und führen ihre Scheinangriffe in rascher Folge fort. Seine Aufmerksamkeit muss der Löwe auf mehrere Seiten richten, mal kommen die Hyänen vom Uferhang, mal stoßen sie aus dem Flussbett vor.
Dann plötzlich: Ein Moment der Unaufmerksamkeit des Löwen! Der Ausfall der Hyänen vom Flussbett her wird um einen Sekundenbruchteil verlängert und eine der Angreiferinnen verbeißt sich im Riss und zerrt ihn die Uferböschung herunter. Sofort stürzen sich weitere Tiere auf das tote Gnu und zwei Hyänen stellen sich dem Löwen in den Weg.









Der Riss wird bis ins Flussbett geschleift und dann beginnt das große Fressen. Fantastisch, jetzt ist der Blick unverstellt und wir sind recht nah dabei. Der Hyänenclan kommt zusammen. Wir können klar beobachten, dass die rangniederen Tiere auf Abstand gehalten werden. Immer wieder kommt es in der Hektik des schnellen Mahls zu Droh- und Unterwerfungsgesten.
Der Löwe derweil beobachtet seine Niederlage aus den Büschen heraus, dreht aber alsbald ab und entfernt sich aus unserem Blickfeld. Die Schlacht scheint geschlagen.
Wir sind ganz begeistert davon, jetzt die Hyänen bei ihrem Siegesbankett zu beobachten. Auch unsere Kinder stehen noch immer gebannt an den Fenstern. Immer wieder versuchen nun auch Schakale ihr Glück am Riss, jedoch weitgehend vergebens.















Auf dem Höhepunkt der Handlung eines klassischen Dramas erfolgt modellhaft aber schließlich die Peripetie, also der Umschwung des Glücks, und dieser wird hier eingeläutet durch einen mächtigen Löwenkater, der von rechts durch das Flussbett seinen Auftritt hat.



4. und 5. Akt: Die fallende Handlung und die Lösung des Konflikts

Die Hyänen beäugen den ankommenden Kontrahenten mit wachsender Aufmerksamkeit, das Fressen wird hektischer, dieses Mal sehen sie sich einem ausgewachsenen Kater gegenüber.





Auf eine direkte Konfrontation lassen sie es nicht ankommen – kaum ist der Löwe auf etwa 200 Meter an den Riss herangekommen, lassen sie von ihm ab und suchen ihr Heil in der Flucht.
Jetzt folgt als zentraler Baustein des vierten Aktes das retardierende Moment, die Verlangsamung des Handlungsausgangs. Es schlägt die Minute der Geier. Kaum haben sich die Hyänen panisch entfernt, lassen sie sich von den nahen Bäumen auf den Boden gleiten und stürzen sich nun ihrerseits auf die Rissreste. Auch die Schakale haben jetzt Oberwasser und können sich einige Brocken sichern.



Aber dieses Glück soll nicht lange halten. Sobald der Löwe in die Nähe des Risses kommt – und auf den letzten Metern beschleunigt er sehr – flattern die Geier davon und auch die Schakale ziehen sich flott an den Rand des Geschehens zurück.
Es kehrt Ruhe ein. Seine Majestät inspiziert das Gnu und beäugt misstrauisch die Umgebung.





Nach einer kurzen Weile wird der Sieg der Löwen zementiert: Ein weiterer prächtiger Löwenkater erscheint über der Uferböschung und steigt zu seinem Artgenossen herunter. Wow!
Zu zweit fressen sie nun in aller Ruhe an den Resten des Gnus. Freche Schakale werden dabei souverän in ihre Grenzen gewiesen.







Noch immer beobachten selbst die Kinder mit allergrößter Aufmerksamkeit. Die Dramaturgie dieser Sichtung hält sie in ihrem Bann, denn hier wird eine richtige Geschichte erzählt und das fesselt sie noch weit mehr als die Beobachtung eines ruhenden oder äsenden Tiers. Wir fühlen uns wie in einer Live-Tierdokumentation. Toll!
Als kleines Intermezzo marschiert nach einiger Zeit ein alter Elefantenbulle durch das Flussbett.



Unsere Aufmerksamkeit bleibt aber bei den Löwen, die nun anfangen, kräftig am Riss zu zerren. Ein neues spannendes Schauspiel entfaltet sich vor unseren Augen.











Irgendwann wird die Handlung aufgelöst, indem die beiden Löwen den kläglichen Gnuriss zum Sichern in die Büsche und damit aus unserem Blickfeld ziehen.







Auch die beiden Kater legen sich nun verdeckt zu Ruhe. Der Vorhang schließt sich. Wir klatschen innerlich Beifall.

Nachdem wir uns in unserem Auto für die Weiterfahrt organisiert haben, müssen wir uns auf dem schmalen Turnout durch so einige in den letzten knapp zwei Stunden dazugekommene Autos manövrieren. Das stellt sich als ziemlich komplexe Sache heraus. Diese Blechansammlung haben wir durch unsere Konzentration auf das Flussbett gar nicht registriert. Zum Glück.

Mit einer solch spannenden Sichtung hatten wir zu dieser Tageszeit niemals rechnen können. Hier spielt uns das trübe Wetter in die Karten – wäre es ein sonniger Tag gewesen, hätten wir die Löwen – wenn überhaupt – nur ruhend im Schatten der Bäume gesehen und der Angriff der Hyänen hätte bei dreißig Grad wahrscheinlich auch nicht stattgefunden. Ich will mir also Mühe geben und mich nicht mehr über die Wetterverhältnisse auf dieser Reise beschweren.

Glücklich setzen wir unseren Weg in Richtung Satara fort. Der Tag ist im Kasten. Was soll jetzt auch noch kommen?

Wird fortgesetzt.
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Und weiter geht es nach Satara.
Tief zufrieden mit der vergangenen Sichtung biegen wir auf die Teerstraße gen Norden ein und fahren nur wenige Kilometer, bis die nächste schöne Sichtung des Tages sich ankündigt. Bereits aus einiger Entfernung können wir direkt am Straßenrand einen durchaus katzenhaften Umriss ausmachen. „Ach, bestimmt nur ein Impala“, scherzen wir.
Als wir näher kommen, lässt sich die Impalahypothese nicht mehr aufrecht erhalten. Am Straßenrand steht ein wunderschöner Gepard. :woohoo:
Wir nähern uns vorsichtig und schießen immer wieder einige Sicherheitsfotos – man weiß ja nie, wie lange das Tier an Ort und Stelle bleibt. Tatsächlich setzt sich der Gepard bald in Bewegung und verharrt nur noch für kurze Momente auf der Fahrbahn, bis er schnurstracks im hohen Gras verschwindet.





Wir versuchen ihn mit unseren Blicken und Objektiven zu verfolgen, aber hier ist es so verbuscht, dass die Katze bald unsichtbar für uns geworden ist.
Eine kurze, aber schöne Begegnung, die auch wieder deutlich macht, wie wichtig es ist, zufällig am richtigen Ort zur richtigen Zeit zu sein. Toll, dass dieser Zufall in so schöner Regelmäßigkeit eintritt und auch frustrierend, wenn er das mal über einen längeren Zeitraum nicht tut und man nur auf den vermaledeiten Sightingboards der Camps sieht, was man so alles nicht gesehen hat.

Die weitere Fahrt führt uns vorbei an einigen Hornraben auf der Nahrungssuche und an hier sehr zahlreich vorkommenden Wasserböcken.







Am frühen Nachmittag erreichen wir dann schließlich Satara, ein großes Camp inmitten wunderbar offener Grasebenen und dadurch ein guter Ausgangspunkt für nicht zu sehr verbuschte Gamedrives. Ein weiterer Vorteil des Camps ist, dass es recht weit von den Außentoren des Parks entfernt ist und so kaum Tagesgäste oder geführte Touren in den frühen Morgen- oder späten Nachmittagsstunden hier zu finden sind. Und die Zahl der Satarabewohner verteilt sich ganz gut über die zahlreichen Wege, die von hier erreichbar sind.
Das Camp selbst ist durch seinen Aufbau aus verschiedenen miteinander verbundenen Kreisen recht verwirrend und ich (der ich keinen guten Orientierungssinn habe) werde mich hier mehrmals verlaufen…
Unsere Hütte aber ist wunderbar groß: Zwei Schlafzimmer mit je drei Betten und ein großes Wohnzimmer mit Küchenzeile und Theke. Hier ist viel Platz zum Spielen und auch die Wiese vor der Hütte lädt zum Austoben ein. Pool und Spielplatz sind leider geschlossen. Das ist schade für die Kinder. :(

Wir spazieren durch das Camp und finden in den tiefhängenden Ästen eines Baums hinter den Rezeptionsgebäuden eine große Ansammlung von Epauletten-Flughunden. Das ist für uns eine Erstsichtung und wir sind ganz begeistert, diese niedlichen Tiere aus so geringer Distanz beim Schlafen und Putzen beobachten zu können. :cheer:







Außerdem wird ein wenig „gebirdet“ und dabei der omnipräsente Gelbschnabeltoko, ein Wiedehopf bei der erfolgreichen Jagd und (als weitere Erstsichtung) ein Graukopfwürger abgelichtet. Das macht uns großen Spaß und gleichzeitig deutlich, dass die Vogelausbeute auf dieser Tour bisher recht mager war. Aber man will ja nicht klagen.







Wir beschließen außerdem für die nächsten zwei Tage jeweils getrennt einen Nightdrive zu machen. Da die Gegend hier so offen ist, versprechen wir uns hier ganz gute Beobachtungsmöglichkeiten und auch unsere Große möchte noch einmal mitfahren. Da das Wetter heute nicht so gut ist, wird sie aber erst morgen auf Tour gehen. Heute werde ich allein fahren.
Vorher fahren wir noch kurz gemeinsam auf einen kleinen Spätnachmittagsdrive. Wir versuchen unser Glück auf der nahen S100, der legendären Super-Katzen-Straße. Diese hat uns jedoch noch nie Glück gebracht und sie bleibt sich auch heute treu. Bis auf einige Wasserböcke bleibt die Fahrt ereignislos. Macht nichts.



Nach unserer Rückkehr essen wir gemütlich im Camprestaurant, das derzeit von Tindhlovu betrieben wird. Das Essen ist ganz gut, der Service auch.
Dann geht es für mich auf die Nachtfahrt. Eigentlich – denn im Dunklen finde ich ohne den Lageplan erstmal den Weg von unserer Hütte zum Treffpunkt nicht und irre immer im Kreis herum: Vermaledeite Campstruktur!
Irgendwann finde ich (mit telefonischer Hilfe meiner Frau… ;) ) die Rezeption und kann als letzter den Truck besteigen. Ich bekomme natürlich nur noch einen Innenplatz, was mich erst ärgert, sich aber später als Glücksfall herausstellen wird, denn es beginnt bald bei starkem und kaltem Wind zu regnen. Die Fahrt wird entsprechend ungemütlich und ich verbringe sie die meiste Zeit damit, mich hinter den Vordersitz zu kauern, um nicht komplett zu durchnässen. Den meisten Leuten an den Außenseiten gelingt das nicht so gut…
So ziehen sich die folgenden zwei Stunden ziemlich in der Länge und die meisten Tiere haben sich bei diesem Wetter auch tief in den Busch verzogen.
Trotzdem sehen wir einige interessante Vertreter der Nachtfauna: Eine Ginsterkatze, eine Weißgesichtseule, eine leider fotoscheue Wildkatze und als mein Highlight ein Stachelschwein, von dem immerhin Beweisfotos gelingen.





Nass und erschöpft kehre ich nach 22 Uhr in unsere Hütte zurück – zum Glück finde ich jetzt den Weg auf eigene Faust…
Die Kinder schlafen bereits und so lasse ich mit meiner Frau diesen schönen Tag in unserem kargen Wohnzimmer ausklingen.
In Vorfreude auf die Dinge, die da potentiell noch kommen sollen, schlafen aber auch wir bald ein.
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Letzte Änderung: 20 Nov 2018 17:12 von H.Badger.
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