THEMA: Kinder und Katzen im Kruger - Reloaded
14 Dez 2018 18:07 #542631
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Pause machen ist im Biyamiti Bushveld Camp eine wunderbare Sache. Zum einen hat man viel Platz und wenige Mitbewohner und dazu noch den schönen Ausblick auf das Trockenflussbett. Zum anderen sind auch innerhalb der Campbegrenzung viele Tiere unterwegs und so wird es mit diversen Vögeln, Nyalas und Buschböcken nicht langweilig. Vor allem, weil auch einige niedliche Jungtiere dabei sind.







Wir machen es uns vor unserer Terrasse gemütlich, die Kinder spielen fröhlich vor sich hin und die Erwachsenen spazieren auf der Wiese umher und lassen ihre Blicke über den Biyamiti schweifen.



Eine Büffelherde kommt vorbei, grast und trinkt. Auch Elefanten sind wieder zu sehen. Hier ist es wirklich schön.









Leider habe ich irgendwann doch immer wieder Hummeln im Hintern und so fahre ich allein auf eine kleine Nachmittagsausfahrt – der Rest der Familie hat keine rechte Lust und eigentlich haben sie auch recht…. Allein, ich kann nicht anders…

Und so geht es erneut zum Biyamiti Wehr. Auf dem Hinweg ist wenig zu entdecken. In weiter Entfernung stehen Elefanten und auch ein B.N. lässt sich sehen. Alles aber sehr verbuscht.
Am Wehr ist es ebenfalls ruhig. Ein paar Wasserböcke liegen faul herum und ich will schon wieder abfahren, da entdecke ich ein stattliches B.N., das gerade seinen Durst gestillt hat und jetzt wieder seines Weges zieht.





Auf dem Rückweg lege ich einen Stopp bei einigen Zwergmangusten ein und beobachte ihr quirliges Treiben.



Schließlich kreuze ich noch den Weg einer kleinen Elefantenherde. Bei dieser Begegnung entsteht eines meiner Lieblingsdickhäuterbilder der Reise, als einer der Elefanten genüsslich sein Hinterteil an einem Baum schubbert.



Zurück im Camp treffe ich meine Familie am Zaun an. Sie beobachten Baumhopfe und vor allem ein B.N., das sich zu der Büffelherde gesellt hat. Gemeinsam lassen wir den Tag mit dieser Beobachtung ausklingen.







Als es bereits ganz finster ist, kommen vier weitere B.N. dazu. Von unserer Terrasse aus hören wir sie immer wieder brüllen und schnaufen – sie scheinen sich nicht sehr gut zu verstehen. Im Schein unseres Spotlights beobachten wir die Kolosse, wie sie sich ausdauernd im Flussbett hin und her schieben. Von der Masse der Tiere, die manchmal ganz nah an den Zaun kommen, sind wir einmal mehr beeindruckt.

Müde gehen wir irgendwann ins Bett. Schade, dass wir morgen schon weiter müssen – im Biyamiti Bushveld Camp wären wir gern noch länger geblieben.
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16 Dez 2018 13:21 #542728
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Kapitel 11: Ruhe am Morgen, Dickhäuter am (Nach-)Mittag (23.10.2018)

So langsam neigt sich unser diesjähriger Kruger-Aufenthalt unaufhaltsam seinem Ende zu. Nur noch zwei Stationen haben wir vor uns. Heute verlassen wir Biyamiti und steuern das gar nicht so weit entfernte Rastlager Berg en Dal an.

Einmal mehr fahre ich am ganz frühen Morgen ein wenig allein aus dem Camp. Die Morgenstimmung ist wieder wunderschön. Alles erstrahlt im warmen Licht der Sonne und es ist herrlich ruhig – das ist ein echter Vorteil des Bushveld Camps und seiner Privatstraße, man ist quasi allein in der Natur.
Viele Tiere lassen sich aber nicht erblicken. Einmal mehr flüchten Kronenducker zügig vor mir, bis ich an einem Turnout zum Fluss mehr Glück habe.
Hier halte ich an, um Grünmeerkatzen zu beobachten. Und kurz darauf wagt sich eine Duckerdame aus der Deckung und lässt sich in aller Ruhe ablichten. Darüber freue ich mich.







Mein Weg führt mich ein letztes Mal zum Biyamiti-Wehr und auch heute ist dort nicht viel los. Einige junge Buschböcke sind anwesend und so müssen diese mitsamt ihrer Madenhacker-Reiterschar als Fotomotiv herhalten.





Zurück im Camp frühstücken wir gemeinsam und genießen noch einige Zeit die Ruhe und Abgeschiedenheit des Areals. Wir stromern auf der Wiese umher und beobachten Nyalas und Buschböcke. Vor allem aber stellen wir einem Goldschwanzspecht nach, der sich gar nicht so leicht auf unsere Speicherkarte bannen lassen möchte. Wir sind froh, dass es irgendwann doch gelingt.





Nachdem wir irgendwann die Taschen gepackt haben, machen wir uns auf den Weg gen Berg en Dal. Die Fahrt verläuft denkbar unspektakulär. Außer einigen schönen Ausblicken auf den Crocodile River und vier B.N., die aber so von dichtem Busch verdeckt sind, dass ich euch die Fotos erspare, habe ich keine Erinnerungen an diese auch recht kurze Fahrt.



Am späten Vormittag erreichen wir unser neues Rastlager und meine Frau und die Kinder beschließen, hier erstmal zu bleiben, zu spazieren, Eis zu essen… Dabei entdecken sie einige Regenbogenskinke.



Ich fahre noch eine kleine Runde, die dann etwas länger als geplant ausfallen wird.
Gleich hinter dem Camp kreuzt ein stattliches B.N. meinen Weg. Nur wenige Meter vor mir quert es die Straße – ein Wahnsinnstier.





Kurz darauf wechselt der Fokus von groß nach klein: Eine Pantherschildkröte zieht ihres Weges.



Nach der Begegnung mit einigen Büffeln drehe ich wieder um und fahre die Teerstraße zum Camp zurück – es sollte ja nur eine kurze Runde sein.





Leider hat in der Zwischenzeit ein stattlicher Elefantenbulle sein Mittagessen ausgewählt und einen kleinen Baum am Straßenrand in Richtung Fahrbahn umgeknickt. Und jetzt steht der Riese seelenruhig da und frisst. An ein Vorbeikommen ist (als vorsichtiger oder vernünftiger Mensch) erstmal nicht zu denken. Und so stelle ich den Motor aus und warte… und beobachte… und warte.



Erst nach etwa einer halben Stunde gibt der Bulle den Weg frei, sodass ich ins Camp zurückfahren kann. Zum Glück gibt es hier Handyempfang, sodass ich meine Familie ins Bild setzen konnte und sich keiner Sorgen machen musste.

Im Rastlager beziehen wir einen wie immer etwas zu düsteren Bungalow und machen unsere traditionellen Hüpf-Fotos im „Amphitheater“ neben der Rezeption. 2014 haben wir hier mit unserer ersten Tochter gespielt und sie ist an unserer Hand von Bank zu Bank gehüpft. Immer, wenn wir jetzt hier sind, stellen wir diese Situation (jetzt mit beiden Kindern) nach und so ergibt sich eine schöne Bilderfolge, die das Heranwachsen unserer Töchter im Kruger dokumentiert: 2014 – 2016 – 2018 – wird fortgesetzt.
Wir spazieren durch das Camp und entdecken Blauschwanzskinke und den Pool- und Spielplatzbereich.



Die Kinder sind froh, sich mal wieder austoben zu können und lernen als willkommene Zugabe noch ein Mädchen vom Bodensee kennen, das mit seinen Eltern (der Vater ist Südafrikaner) regelmäßig in der Region unterwegs ist. Die drei verstehen sich auf Anhieb gut und so wird ein lebhafter Nachmittag verbracht und die Kinder haben keine rechte Lust, um 15 Uhr wieder ins Auto zu steigen. Meine liebe Frau erlaubt es mir zu fahren, sie bleibt bei den Kindern auf dem Spielplatz. Wir vereinbaren, dass ich sie gegen 17 Uhr zu einem kleinen Vorabenddrive abholen werde.

Und so fahre ich allein auf eine Nachmittagsrunde.

Ich wünsche euch allen einen gesegneten dritten Advent!
LG
Sascha
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17 Dez 2018 20:37 #542803
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Und so fahre ich allein auf eine Nachmittagsrunde.

An der Teerstraße, die vom Camp wegführt, zeigt sich wenig Wild und so komme ich recht flott an der Hauptstraße an, die ich aber wieder schnell verlasse und auf den Timfeneni-Loop einbiege, eine kleine Dirtroadschleife, auf der erfahrungsgemäß recht wenig Verkehr herrscht.
Anfangs führt der Weg durch dichten Busch – Sichtungen sind nur direkt an und auf der Straße möglich und bleiben dann auch aus. Nach einiger Zeit und langsam einsetzender Ernüchterung treffe ich plötzlich auf einer Lichtung auf mein Nachmittagshighlight.
Eine B.N.-Kuh mit ihrem Kalb grast friedlich nur wenige Meter von der Straße entfernt. :)
Ich halte an, stelle den Motor aus und leiste den beiden ein wenig Gesellschaft. Es ist ganz ruhig hier, leise bewegen sich die beiden Tiere über die Wiese, das einzige Geräusch verursacht das stetige Grasrupfen der breiten Mäuler. Kein anderes Auto weit und breit. Langsam bewegen sich Mutter und Kind über die Ebene und kommen mir dabei ganz nah. Die Sonne des Nachmittags taucht die Szenerie in ein schönes warmes Licht und ich bin ganz Beobachtung.









Ein herrlicher Moment – einzig getrübt von dem Bewusstsein der Gefahr, in der die beiden Dickhäuter und ihre Artgenossen gegenwärtig schweben. :( Es macht mich traurig, mir auszumalen, dass Mutter und Kalb vielleicht in naher oder fernerer Zukunft der Schlächterei um ihrer Hörner Willen zum Opfer fallen könnten. So friedlich, so verletzlich. Ich hoffe inständig, dass unsere Töchter noch die Gelegenheit haben werden, ihren Kindern diese wundervollen Geschöpfe in ihrem natürlichen Lebensraum zeigen zu können und diese dann wiederum den nachfolgenden Generationen. Melancholisch flüstere ich den beiden Tieren gute Wünsche für ihre Zukunft zu und verabschiede mich von ihnen: Mögen sie noch lange in Frieden ihrer Wege ziehen dürfen.





Der weitere Weg bleibt dann einmal mehr recht sichtungsarm und bald bin ich zurück in Berg-en-Dal.
Meine Frau und die Kinder steigen nach einem schönen und entspannten Nachmittag auf dem Spielplatz zu mir in den Bus und wir drehen gemeinsam noch eine kleine Runde in Richtung des Matjulu Wasserlochs, eine Strecke, die uns im Rahmen von zwei vorhergegangenen Reisen schöne Leopardenbegegnungen beschert hat – 2016 war es das großartige Paarungsschauspiel dreier Leoparden, eines unserer Allzeit-Highlights.

Um es vorwegzunehmen: In diesem Jahr werden wir hier keinen Leoparden begegnen. Heute stehen Dickhäuter im Fokus. Und so treffen wir an der Wasserstelle auf eine kleine Elefantenherde, die ein putziges und sehr neugieriges Jungtier bei sich haben. Ein weiteres Elefantenlieblingsbild entsteht hier.





Auch einige B.N. lassen sich im nahen Busch ausmachen.



Als die Sonne bereits hinter dem Horizont verschwunden ist, kehren wir zum Camp zurück.
Plötzlich entdecken wir in mittlerer Entfernung und teilweise von dichtem Bewuchs verdeckt zwei weitere N. Dieses Mal handelt es sich jedoch um zwei der im Kruger nur selten zu sehenden S.N. – Mutter und Kalb! :cheer:



Wir freuen uns über diese Entdeckung, auch wenn das Muttertier sich weitgehend unseren Blicken entzieht und das Licht für Fotos ob der späten Stunde denkbar schlecht ist. Trotzdem halten wir gut gelaunt das Jungtier auf unseren Speicherkarten fest und freuen uns darüber, gemeinsam mit den Kindern eine weitere Spezies auf ihrer „Checkliste“ abhaken zu können (übrigens ein sehr motivierendes Instrument und ein schönes Souvenir – es gibt mit dem „Guide to the wild“ eine sehr kindgerechte Broschüre im Kruger, wenn auch natürlich nicht in deutscher Sprache).

Jetzt geht es aber schnell heimwärts nach Berg-en-Dal, denn der Toresschluss droht: Ich freue mich derweil über einen Nachmittag mit Kälbern von dreierlei Dickhäuterspezies.

Zurück in unserer Hütte kochen wir ein kleines Abendessen und setzen uns gemütlich auf unsere ummauerte Terrasse. Den Grillplatz nutzen wir für ein kleines Lagerfeuer, auf den Tisch stellen wir (Anti-Moskito)Kerzen. In dieser gemütlichen Atmosphäre lässt es sich aushalten. :)

Anstelle eines Nightdrives gehen wir nach dem Essen gemeinsam mit unseren Stirnlampen und dem Spotlight bewaffnet am Campzaun entlang. Und dieser kleine Spaziergang wird total schön. Einerseits macht es Spaß, mit den Kindern eine Nachtwanderung zu unternehmen (jedenfalls solange sie nicht getragen werden wollen…) und andererseits haben wir tatsächlich einige schöne Sichtungen: Zwei Tüpfelhyänen lassen sich ganz nah am Zaun beobachten und als Höhepunkt entdecken wir in vielleicht zehn Metern Entfernung eine Zibetkatze, die wir recht lange mit unserem Lichtkegel verfolgen können. :) Dadurch, dass wir die Kameras in der Hütte gelassen haben, entsteht auch kein Fotostress und wir können diese schöne Sichtung einfach so genießen und auf unseren internen Speicherkarten verewigen.

Müde kehren wir zu unserer Hütte zurück und alsbald sind die Kinder auch eingeschlafen. Meine Frau und ich sitzen noch ein wenig im Freien und sehen in den schönen Sternenhimmel. Für den folgenden Tag habe ich einen frühmorgendlichen Drive gebucht: Um 4.30 Uhr wird es losgehen, also zieht es auch uns bald ins Bett.

Gute Nacht!
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18 Dez 2018 22:27 #542890
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Kapitel 12: Der frühe Vogel hat heut Pech (24.10.2018)

Zu nachtschlafender Zeit klingelt leise der Wecker. Was habe ich mir bloß dabei gedacht, diese Ausfahrt zu buchen? :blink: Sich um 4.15 Uhr am Parkplatz an der Rezeption einfinden zu müssen, ist schon hart. Irgendwie gelingt das Aufstehen in Afrika aber trotz der unchristlichen Zeit weitaus besser, als es je in heimischen Gefilden klappen möchte... Intrinsischer Motivation sei es gedankt.

Leise mache ich mich oberflächlich ausgehfertig und schleiche mich bald darauf aus der Hütte. In der Dunkelheit des frühen Morgens marschiere ich durch die Stille des Camps zum Treffpunkt und finde dort schon einige französische Reisende vor. Insgesamt werden wir etwa 15 Leute sein, die es sich auf dem typischen SANParks-Truck gemütlich machen dürfen. Das Gefährt ist für meinen Geschmack noch immer viel zu groß, dafür hat jeder von uns aber wirklich genug Platz, um sich richtig auszubreiten. Der Guide stellt sich uns vor und gibt eine kleine Einweisung in die Verhaltensregeln für die kommenden drei Stunden. Er spricht kein Französisch, die meisten der Franzosen kein Englisch. So bleiben viele Fragezeichen, die ich versuche radebrechend zu klären. Nun ja.

Pünktlich um 4.30 Uhr geht die Fahrt los. Wir bleiben auf der Teerstraße und da es noch vor Sonnenaufgang ist, wird die Gegend mit Spotlights abgesucht. Irgendwann ruft einer der Franzosen: „Stopp! Un animal!“ Der Guide bremst und fragt, wonach er schauen soll. Die Antwort: „un truc petit“ – leider werden wir nie erfahren, was es genau gewesen ist. :S

Immer wieder schallen dann Stopp-Befehle ins Dunkel des frühen Tages – stets sind Impalas der Anlass. Beim ersten und auch beim zweiten Mal finde ich das völlig okay, beim dritten Mal kann ich darüber lächeln, aber irgendwann beginnt es zu nerven… :pinch:

Als die Sonne aufgeht, kommt uns eine Tüpfelhyäne auf der Straße entgegen. Unser Guide fährt recht nah an das Tier heran, bevor er abbremst und stehen bleibt. Die Hyäne schlägt sich entsprechend schnell in die Büsche. Fotos kann ich so nicht machen. Schade.

Und weiter geht die Fahrt. Wir halten an weit entfernten Giraffen und werden dankenswerterweise durch unermüdliche Stopprufe auf diverse Impalas aufmerksam gemacht. Zum Glück scheint auch der Guide zu meinen, uns genügend Impalas gezeigt zu haben und so hält er wenigstens nicht mehr an.

Die Fahrt verläuft insgesamt recht sichtungsarm. Wir kommen noch an Kudus vorbei und erspähen ganz weit weg zwei B.N. Dann plötzlich stehen drei B.N. nah an der Fahrbahn. Aber auch hier fahren wir zu nah an die Tiere heran, sodass sie schnell die Flucht ergreifen… :(

Das nächste Highlight der Fahrt ist die Begegnung mit einigen Elefanten. Leider postiert sich unser Guide so, dass wir direkt gegen die noch niedrigstehende Sonne blicken müssen. So kann man natürlich kaum etwas erkennen, vom Fotografieren ganz zu schweigen.
Später halten wir noch für Warzenschweine, die mindestens fünfzig Meter von uns entfernt im recht dichten Busch stehen…

So sind die einzigen Fotos, die auf dieser Ausfahrt entstehen, die folgenden: zwei Graulärmvögel, einige Elefanten (glücklicherweise dieses Mal nicht im krassen Gegenlicht…) und ein Steppenbussard (?).







Nach gut drei Stunden kommen wir wieder in Berg-en-Dal an und ich kann ein Gefühl der Enttäuschung nicht verhehlen. Natürlich ist es völlig okay, auf einer Ausfahrt sichtungstechnisch mal nicht das große Los zu ziehen – das gehört zum Spiel dazu. Aber das recht unbedachte Fahrverhalten des Guides und auch die doch sehr unterschiedlichen Bedürfnisse der Ladepritschenbesatzung haben mir den Morgen ein wenig verleidet. Es ist natürlich schön, wenn man als Erstbesucher sich noch über jedes Impala freuen kann und manchmal wünsche ich mir, das alles auch noch einmal zum ersten Mal erleben zu dürfen. Teilweise gelingt mir während der Fahrt diese Perspektivübernahme auch und ich kann mich mitfreuen. Aber eben nur teilweise…
Ich lerne daraus, dass ich keine geführten Tagestouren im Kruger mehr machen sollte. Rumgefahren zu werden ist zwar an sich immer nett und entspannt, aber der enorm große Truck ist einfach nicht das beste Vehikel dafür. Nachts nehme ich das gern mal in Kauf, da man ansonsten nicht aus den Camps herauskommt, aber tagsüber geht für mich im Kruger nichts über das Selbstfahren. Da können wir in unserem eigenen Rhythmus fahren und halten. Und ich kann mich über meine eigenen Fahr- und Bremsfehler ärgern... ;)

Ich spaziere durch das Camp zu unserer Hütte zurück und berichte meiner Familie von der enttäuschenden Ausfahrt und werde getröstet. Wir essen gemeinsam einen Happen auf unserer von der Morgensonne schon gut beheizten Terrasse und gegen 8.30 Uhr fahren wir gemeinsam los. Das fühlt sich besser an und wird auch sichtungstechnisch etwas ergiebiger werden als die Ausfahrt am frühen Morgen… ;)
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20 Dez 2018 14:20 #543026
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Wir fahren auf der Teerstraße S110 ohne nennenswerte Sichtung und treffen dadurch bald auf die H3, der wir nach Norden folgen. Nach einigen Minuten auf dieser Straße treffen wir einmal mehr auf ein B.N., das in der entgegengesetzten Richtung durch den nahen Busch zieht. Wir freuen uns immer wieder, diese Tiere gesund und munter zu sehen.



Weiter geht unsere Fahrt und bald kommen wir in eine Gegend, in der gerade ein kontrolliertes Buschfeuer um sich greift. Links und rechts von der Straße ist der Busch schwarz verkohlt, einige Momente später fahren wir durch Flammen und Rauch.



Die Straßen setzen dem Feuer klare Grenzen, trotzdem kommt ein mulmiges Gefühl auf und wir sind froh, die Flammen bald hinter uns lassen zu können.

Wir steuern die Wasserstelle Renosterpan an und diese wird ihrem Namen gerecht. Nachdem wir kurz für einige Gnus gehalten haben, begegnet uns ein weiteres stattliches B.N., das sich ausgiebig im Schlamm des Wasserlochs suhlt. Das haben wir so auch noch nicht aus der Nähe beobachten können und so freuen wir uns sehr über diese für uns sehr interessante Sichtung. :)











Für eine kleine Pause steuern wir mal wieder das rummelige Afsaal Trader’s Rest an. Dort werfen wir im Vorbeigehen einen Blick auf das Sightingboard und sehen einen Löwenmarker auf der nahen Voortrecker Road. Hier wollen wir noch einmal unser Glück versuchen.

Nachdem wir uns erfrischt haben, verlassen wir also die H3 und biegen auf die nach Westen führende Dirtroad ein. Den Löwenmarker werden wir jedoch nicht erreichen, denn nur wenige Kilometer nach der Abbiegung stehen zum Glück einige Autos. Zum Glück – denn allein wären wir an dieser Sichtung mit hoher Wahrscheinlichkeit vorbeigefahren.
Aber als wir anhalten und die Umgebung scannen, fällt uns im dichten Astwerk eines nahen Baumes ein geflecktes Tier auf: Ein Leopard hat seine Beute, ein Impala, hier verstaut und scheint gerade zu fressen.



Obwohl man nicht wirklich viel erkennen kann, beschließen wir, ein wenig hier zu bleiben und darauf zu setzen, dass der Leopard in der wachsenden Hitze des Tages nicht ewig in den dichten Zweigen des Baumes bleiben wird – zum Ausruhen lädt das dünne Geäst jedenfalls kaum ein. In dieser Situation wird uns unser Glück mit der Leopardin bei Lower Sabie noch einmal sehr deutlich: Leopardensichtung im Baum und Leopardensichtung im Baum können wirklich ganz unterschiedliche Dinge sein…

Nach einigen Minuten wird das Warten schon belohnt. Es kommt Bewegung in die Baumkrone und der Leopard, ein weibliches Tier, macht sich an den Abstieg. :cheer:





Leider wendet die Leopardin uns auf dem Boden angekommen sofort den Rücken zu und zieht sich schnurstracks in den Schatten der nahen Bäume zurück.



Hier bleibt sie erstmal liegen. Und wir bleiben auch noch ein wenig.



Nach einiger Zeit kommt Bewegung in die Katze und sie zieht sich zurück. Dafür zeigt sich aber ein zweiter Leopard – dieses Tier ein stattlicher Kater – der vorher unsichtbar im dichten Busch geruht hat. Leider bleibt er aber im Schatten und lagert sich nur hin und wieder um. Der krasse Kontrast zwischen grellem Sonnenlicht und Schatten macht wirklich schöne Aufnahmen unmöglich, es ist schließlich auch schon nach 11 Uhr. Aber allein zwei Leoparden beobachten zu können, ist ein neues Highlight, mit dem wir an dieser Stelle überhaupt nicht rechnen konnten.



Irgendwann kommt die Leopardin wieder zum Vorschein und faucht den massigen Kater an. Dieser faucht zurück. Wir hoffen schon auf eine Paarungsszene, als die Leopardendame sich dem Leoparden nähert.



Dazu kommt es aber leider nicht vor unseren Augen, denn beide Katzen beschließen alsbald, in den tiefen Busch abzuwandern und sich damit endgültig unseren Blicken zu entziehen.

Zufrieden machen wir kehrt und fahren zurück nach Berg-en-Dal. Auf der Fahrt haben wir typisch für die Mittagszeit – außer der Begegnung mit einigen Hornraben, darunter ein juveniles Exemplar – keine nennenswerten Sichtungen mehr. Aber das macht nichts: Mit zwei B.N. und zwei Leoparden sind wir mehr als zufrieden. :)



Im Camp angekommen, machen wir eine lange Mittags- bzw. Nachmittagspause. Wir essen im Take-Away leckere Sandwiches, die Kinder machen den Spielplatz unsicher und wir stellen einigen Vögeln nach, hier stellvertretend ein Blauastrild.



Am späten Nachmittag wollen wir noch einmal herausfahren.
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Unsere kurze Nachmittagsfahrt beginnt um 16 Uhr und führt uns zum Timfeneni Loop.
Irgendwie haben wir an der Teerstraße, die aus Berg-en-Dal herausführt, in diesem Jahr dauerhaft Sichtungspech und so erreichen wir den kleinen Dirtroad-Loop wieder recht zügig.

Auch dort ist heute Nachmittag aber nicht viel los. Wir sehen einige Kudus und treffen dann auf eine riesige Büffelherde, deren Ausmaße man durch den dichten Busch nur erahnen kann. Überall stehen Büffel herum. Immer wieder halten wir freiwillig an und beobachten oder müssen anhalten, weil wieder einmal Büffel die Straße queren oder sie versperren. Diese Büffelbegegnung ist der Höhepunkt dieser recht kurzen Ausfahrt.







Auf dem Rückweg nach Berg-en-Dal begegnet uns dann noch ein weiteres B.N.



Noch vor Sonnenuntergang sind wir zurück im Camp und beschließen im letzten Tageslicht am Außenzaun entlang zu spazieren. Die Idee wird mit der Sichtung einer Tüpfelhyäne belohnt. Zu Fuß ist das trotz des Zauns ein intensives Erlebnis. Und so wird dieser Tag einmal mehr von Hyänensichtungen gerahmt.



Nach Einbruch der Dunkelheit kochen wir gemeinsam in unserer Hütte und entzünden erneut ein Feuer in der Braai-Stelle. Im flackernden Licht des Feuers lassen wir es uns unter dem Sternenhimmel Afrikas gutgehen. Trotz der recht engen Bebauung des Camps bekommt man von seinen Nachbarn gar nichts mit und so genießen wir die Ruhe und Beschaulichkeit des Moments.



Da die Kinder heute auf einen erneuten Spaziergang am Zaun keine Lust haben, gehen meine Frau und ich abwechselnd. Ich sehe noch einmal eine Hyäne. Als meine Frau geht, trifft sie auch auf die Hyäne und zusätzlich auf eine Zibetkatze, die sie in aller Ruhe beobachten kann. Ein schöner Tagesabschluss.

Als sie zurückkommt, legen wir uns bald zur Ruhe. Morgen werden wir Berg-en-Dal verlassen und gen Pretoriuskop weiterziehen. Unser letzter ganzer Tag im Kruger wird in wenigen Stunden anbrechen. Was er wohl für uns bereithält?



Liebe Mitlesende,
an dieser Stelle wünsche ich euch ganz wunderbare und besinnliche Festtage.
Der Bericht wird aus gegebenem Anlass – auch wenn nur noch eineinhalb Kruger-Tage offen sind – wahrscheinlich einige Tage pausieren müssen. Zu viel Schönes (und auch Stressiges :S ) steht nun vor der (nicht virtuellen) Tür.

Alles Gute wünschen euch von ganzem Herzen
die vier „Badgers“ :kiss:
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