THEMA: Südafrika 2018 - Ohne Braai gibt es keine Katzen
01 Jan 2019 21:26 #543895
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6.Oktober 2018: Paternoster

Bei Arnold und seiner bezaubernden Frau Annaliese -diese sollten wir morgens beim Frühstück kennenlernen- konnte man nicht nur hervorragend schlafen sondern auch sehr lange, denn das Frühstück wurde erst um 9.00 Uhr serviert. Ich kann nicht sagen, ob das nur am Wochenende so ist oder generell, denn ich habe nicht nachgefragt. Vielleicht kann Gisela („Gila“) etwas dazu sagen, denn sie und ihr Mann Peter waren ja in der Woche dort Gäste.
Da ich als bekennende Eule ja immer in Afrika problemlos zur Lerche mutiere, war mir das eigentlich ein bisschen zu spät, jedoch der Morgen war Wetter technisch wieder einmal herrlich, und von daher beschlossen Göga und ich, einen ausgiebigen Strandspaziergang zu machen. Den nötigen Morgenkaffee bzw. Tee konnte man sich im Zimmer selbst zubereiten. Es stand alles bereit, inklusive Rusks.
Einige Spaziergänger waren schon unterwegs, und auch die Austernfischer (nicht der Vogel sondern menschliche Fischer :whistle: ) versuchten gute Beute zu machen. Gar nicht so einfach, denn die Tüten, die am Strand im kühlen Sand verbuddelt waren, schienen mir nicht sehr voll zu sein.







Gegen 9.00 Uhr waren wir zurück und waren sehr gespannt auf das Frühstück, welches mir die liebe Gisela von unterwegs aus schon per Mail als „sehr speziell“ beschrieben hatte. Alle Gäste nahmen am großen Tisch in der Küche Platz, und Arnold zauberte sein 3-Gänge Menü direkt vor unseren Augen.
Auf dem Tisch standen Toast, Marmelade, Honig, Tee, Kaffee, Saft, Joghurt, Cerealien, und der Rest wurde serviert. Ich weiß nicht mehr ganz genau, was es gab, aber es war an diesem Morgen irgendeine Eier-Pilz-Bacon-Kreation in Form eines Muffins, garniert mit Basilikumpesto und Tomaten. In dieser Form hatte ich das so noch nicht gegessen, sehr kreativ, und wer möchte, soll sich die Fotos (nicht meine, aber viele andere Gäste haben beim Frühstück Fotos gemacht) bei Tripadvisor anschauen, um zu verstehen, was ich meine. Zum Nachtisch, ja es gab tatsächlich Nachtisch :ohmy: , gab es selbstgemachtes Lakritzeis auf Biskuit. Komischerweise schmeckte mir das zum Frühstück (!) hervorragend. Es war eine sehr gesellige Runde, eigentlich ausschließlich Deutsche, und Arnold, der perfekt Deutsch spricht, hatte keine Probleme, sich beim Kochen über die Schulter schauen zu lassen. Es war richtig gemütlich, und wenn man vergaß, dass man dafür zahlen musste, eigentlich wie bei guten Freunden. Ich erinnere mich, dass Göga mich noch lobte, denn ich hatte im Vorfeld Arnold gefragt, ob er einmal für uns kochen könnte, denn seine Dinnerpartys sollen legendär sein, und dieser hatte zugestimmt. Heute Abend 19.00 Uhr Dinner bei Arnold und Annaliese :woohoo: . An dieser Stelle greife ich schon mal voraus und werde verraten, dass dieses Gästehaus (nur die Gästehäuser und nicht die Unterkünfte von SAN Parks) unser absoluter Favorit auf dieser Reise war und das, obwohl wir auch noch in der legendären „Cliff Lodge“ in De Kelders gewohnt hatten. Hier stimmte einfach alles: das Zimmer war prima, das Essen nicht zu toppen und die Gäste durch die Bank extrem entspannt. Preis-Leistung stimmte, die Lage topp, mehr geht nicht :P .
Gegen 10.00 Uhr starteten wir Richtung West Coast Nationalpark. Es gibt zwei Gates: das „Langebaan Gate“ im Norden und das „West Coast Gate“ im Süden. Wir wollten den Park von Süd nach Nord befahren und besorgten uns unser Permit am „West Coast Gate“. Der Park wurde 1985 gegründet, um die Lagune von Langebaan, die Küstenzone und die vorgelagerten Inseln als wertvolles Ökosystem zu schützen. Besonders die reichhaltigen Feuchtgebiete und Salzmarschen bieten im Sommer Heimat für etwa 750.000 Vögel, darunter viele Zugvögel aus Nordeuropa, die hier überwintern. Zur Vogelbeobachtung sind im ganzen Park verschiedene Birdhides angelegt. Um es gleich vorweg zu nehmen, bis auf einige Vögel, sollten wir leider keine weiteren Tiere sehen, nicht einmal Zebras, auf die ich mich schon so gefreut hatte, aber so ist das manchmal, aber dafür hatten wir ja im Mokala und im KTP mehr als genug Tiere gesehen :P . Mit Konnis Bestechungstrunk für die Sichtungsfee wäre uns das ganz bestimmt nicht passiert, aber den hatten wir ja damals bekanntermaßen noch nicht :angry: .
So könnt ihr leider nur mit uns überwiegend die schöne Landschaft genießen, die jedoch mit dem blauen Himmel eine Augenweide war. Ich war völlig hin und weg und konnte teilweise nicht aufhören, zu fotografieren. So eine bunte Landschaft, und damit meine ich nicht nur die Reste der Frühlingsblüte, hatte ich selten vor die Linse bekommen: etwas ganz Besonderes.
Als erstes steuerten wir den „Abrahamskraal Birdhide“ an. Ich liebe ja solche Unterstände und hoffte auch dort auf reiche Beute. Der Hide war toll angelegt und stand direkt an einem relativ großen Wasserloch. Außer ein paar kleinen Webervögeln gab es jedoch nichts Nennenswertes zu entdecken, und irgendwann fuhren wir dann auch weiter.









Oryxwebervogel



Immer wieder hatte man von verschiedenen Aussichtspunkten herrliche Blicke auf die Dünenlandschaft mit den lilafarbenen Wildblumen und den Atlantik.





Am Besucherzentrum „Geelbek“ fanden wir einen hübschen Picknickplatz und aßen erst einmal unsere Wurst,-Käse- und Brotreste aus der Zeit unserer Selbstverpflegung. Einige Vögel, die sicherlich wussten, welch eine Goldgrube so ein Picknickplatz ist, leisteten uns Gesellschaft, unter andrem diese hier. Vielleicht bestimmt sie jemand :unsure: ? Ja, "maddy" hat geholfen. Danke :kiss: : "Yellow Bishop", und der gehört auch zur Familie der Webervögel und ein "Southern Masked Weaver", non-breeding.





Was für ein schöner Schmetterling das wohl mal werden wird?



Anschließend wanderten wir zu den einzelnen Birdhides direkt an bzw. in der Lagune beim Besucherzentrum “Geelbek“. Ein Birdhide ist sogar komplett behindertengeeignet. Auf den Stegen sind Rollstuhlfahrer sehr unkompliziert unterwegs.
Dort gefiel es mir mit am besten. Warum? Ganz leicht erklärt: die Landschaft war bunt, wunderschön :) ! So etwas hatte ich so noch nicht gesehen.









Man konnte förmlich den Mikroorganismen bei der Arbeit zusehen :huh: .







Im Hide selbst war an diesem Tag leider nicht so viel zu sehen. Ein paar Wasservögel bekamen wir aber dennoch vor die Linse, und bis auf den Reiher (Bild 1 und 2) und den Stelzenläufer (Bild 3) kann ich mal wieder die Vögel nicht bestimmen :blush: .
















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01 Jan 2019 22:17 #543901
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Wir fuhren weiter Richtung Norden zum „Seeberg View Point“. Zur linken Hand bot sich uns dieses Bild: gelbe Wildblumen, soweit das Auge reichte. Nicht so wie bei uns, wenn der Raps blüht, sondern dunkelgelb. Wunderschön :woohoo: !







Und inmitten dieser gelben Wildblumen stand eine Bank. Wenn wir das vorher gewusst hätten, dann hätten wir unser Picknick dort gemacht, jetzt aber war unser Korb leider leer :( .



Zur rechten Hand ging es dann zum Viewpoint hoch. Und von dort hatte man einen guten Blick auf die Saldanha Bay.











Der Blick auf die Uhr verhieß nichts Gutes. Es war schon 16.00 Uhr, und wir hatten noch lange nicht alles gesehen. Um 18.30 Uhr mussten wir zuhause sein, schnell duschen, umziehen und dann auf zu Arnolds Dinnerparty.
Wir fuhren den Berg wieder herunter bis zum „Seeberg Bird Hide“. Wir sahen schon von weitem, dass es dort Flamingos zu sehen gab. Wie schön, denn die hatte ich bislang nur in Walwis Bay und im Etosha gesehen.
Der Hide war bequem über Stege zu erreichen, und die Landschaft animierte mich wieder durch ihre Farbigkeit den Boden zu fotografieren.











Im Hide selbst saß eine etwas größere Gruppe Franzosen, und eigentlich waren alle Plätze belegt :( , aber da Franzosen in der Regel recht unkompliziert sind, rückte man schnell zusammen, und alle konnten den Flamingos zuschauen.







Als wir wieder in Paternoster angekommen waren, mussten wir noch unbedingt einmal kurz zum Strand. Das Licht war einfach zu schön.



So schafften wir es nur mit Mühe, halbwegs pünktlich zum Dinner zu erscheinen. Die Aperitifs wurden schon im Wohnzimmer gereicht.



Die Gäste hatten erst einmal Gelegenheit, sich in zwangloser Atmosphäre kennenzulernen. So etwas kann gründlich in die Hose gehen, wenn die Chemie zwischen den Gästen nicht stimmt, bei uns jedoch war die Zusammensetzung perfekt: 8 Gäste, altersmäßig von Mitte 30 bis 60. Die Tischsprache war deutsch, nur mit Annaliese, die servierte, wurde englisch gesprochen. Arnold servierte 5 Gänge, der Hauptgang war Fisch. Alles war sehr kreativ angerichtet, die einzelnen Komponenten passten geschmacklich hervorragend zusammen. Ich habe keine Fotos gemacht, denn das hätte nicht gepasst, als wir jedoch gegen 23.00 Uhr ins Bett gingen waren wir mehr wie zufrieden. Zur Nachahmung absolut empfohlen :laugh: . Im übrigen: Arnolds Weinkarte war ganz hervorragend :whistle: .
Am nächsten Tag sollte es in die Winelands nach Paarl gehen, und die Strecke dorthin sollte uns über Tulbagh und den Franschhoek Pass führen.

Gute Nacht!
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05 Jan 2019 22:01 #544280
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7. Oktober 2018: Paarl

Die heutige Übernachtung hatte ich ausschließlich für Göga mit eingebaut, denn ihr müsst wissen, dass mein Mann im Urlaub auch hin und wieder sehr gerne in den Genuss von „Haute Cuisine“ kommen möchte :whistle: . In Südafrika kann man das in den Winelands hervorragend, in Franschhoek hatten wir im letzten Jahr wirklich sehr gut gegessen.
Ich entschied mich für eine Zwischenübernachtung im „Grand Roche Hotel“ in Paarl, denn das angeschlossene Restaurant „Bosmans“ hatte auch hier im Forum hervorragende Kritiken bekommen.
Meine Begeisterung hielt sich im Vorfeld eigentlich in Grenzen, denn irgendwie passte dieses Nobeletablissement so gar nicht zu unserer vorhergehenden Runde :dry: , aber da der Dresscode „smart casual“ war, also noch relativ entspannt, sah ich dem Ganzen gelassen entgegen, denn ich lasse mich auch gelegentlich sehr gerne verwöhnen B) .
Nach einem wieder einmal sehr extravaganten, jedoch sehr leckeren Frühstück bei Arnold und Annaliese, starteten wir gegen 10.00 Uhr in Richtung Paarl. Wir hatten beschlossen, über Tulbagh, welches als eines der schönsten Dörfer in den Winelands gilt, zu fahren.
Bereits am frühen Mittag erreichten wir das kleine Städtchen, und in der Nähe der Kirche fanden wir einen Parkplatz, den wir für sicher hielten. Oh, du meine Güte, war das heiß, als wir aus dem Auto stiegen. Die Luft stand förmlich, und unser Autothermometer zeigte 35 Grad im Schatten an :sick: .
Unser Reiseführer hatte nicht gelogen, das Städtchen mit seinen Häusern in kapholländischer Bauweise war wirklich wunderschön. Allein in der „Church Street“ stehen 32 dieser prächtigen Bauten. Eine Schautafel erinnerte jedoch daran, dass diese Häuser leider nicht mehr in originalem Zustand waren. Ein schweres Erdbeben (Richterskala 6.5) hatte 1969 viele Gebäude in Tulbagh schwer beschädigt, und in den folgenden Jahren hatte man diese wieder aufgebaut bzw. restauriert. Die „Church Street“ in Tulbagh ist die einzige Straße Südafrikas, in der alle Häuser unter Denkmalschutz stehen. Da das Wetter mal wieder passte, sind, so glaube ich, ganz hübsche Fotos entstanden, denn weiße getünchte Häuser, dazu dieser blitzeblanke blaue Himmel und die Frühlingsvegetation, da kommt alles immer wirklich sehr gut zur Geltung.























Göga fotografierte und fotografierte, ich natürlich auch, nur eben wesentlich disziplinierter als mein Mann B) , denn die Zeit saß uns mal wieder im Nacken. Ganz klar: Planungsfehler Nr. 1, denn wir hätten schon ganz früh losfahren sollen, dann hätte es mit der Zeit wesentlich besser geklappt. Das hätte jedoch den Verzicht auf das leckere Frühstück in geselliger Runde bei Arnold bedeutet, und das ging natürlich unter keinen Umständen :ohmy: . Irgendwann blies ich zum Abmarsch, denn wir wollten nicht den direkten Weg nach Paarl über die R 46 und R 44 fahren, sondern den Weg über die R 301. Diese Route würde uns über den Bains-Kloof Pass führen, und uns war ein gigantisches Panorama versprochen worden. Für mich würde das auch einmal wieder eine Gelegenheit zur Bekämpfung meiner Höhenangst sein, denn man soll sich ja seinen Ängsten stellen, weglaufen hilft nicht weiter :whistle: . Und es war eine sehr gute Entscheidung, denn die Route war wirklich wunderschön. In den Bergen gab es einige Wanderparkplätze und einfache Unterkünfte zur Selbstversorgung. Wenn wir noch einmal in diese Gegend kommen sollten, wäre das auch mal eine Option.















Auf der rechten Seite sieht man dann im Tal ganz hinten schon die Stadt Wellington.




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05 Jan 2019 23:39 #544293
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Gegen 16.00 Uhr erreichten wir Paarl. Das “Grand Roche“ granderoche.com/ liegt abseits am Ortsende inmitten der Weinberge, und ich freute mich schon sehr, den Swimmingpool benutzen zu können, denn es war immer noch sehr heiß. Der Check-in geht in diesen Hotels ja wie von selbst, man nimmt nur das Handgepäck, der Rest wird aufs Zimmer gebracht. Die Hausdame, die uns am Parkplatz abholte, brachte uns in die auf Gefriertemperatur herunter gekühlte Rezeption, drückte uns ein Glas Champagner in die Hand und erklärte uns erst einmal, dass unsere gebuchte Kategorie leider nicht zur Verfügung stehen würde. Daher würden wir selbstverständlich ein Upgrade bekommen. Na, mir sollte es recht sein, Upgrade klingt immer gut. Sie führte uns zu unserem Zimmer, und spätestens da war ich mir sicher, dass das „Grand Roche“ und ich niemals wahre Freunde werden würden. Warum? Seht selbst, das waren die Zimmer (!): wir hatten ein riesiges Schlafzimmer, ein riesiges Wohnzimmer und ein ebenso riesiges Badezimmer, aber es fehlte die Atmosphäre. Die Zimmer waren recht dunkel, boten zwar jeglichen Komfort, den man sich nur denken kann, die Möblierung war mir jedoch zu „clean“, zu schwarz, zu „kalt“. Ich hoffe, man versteht, was ich meine. So ein Zimmer braucht warme Farben. Genau aus diesem Grunde hatte ich mich bei der Buchung gegen diese Kategorie entschieden und jetzt..... :dry:









Die Terrasse war wirklich sehr schön, und wir beschlossen, dort heute Abend vor dem Dinner unseren Sundowner zu nehmen.







Dieses Perlhuhn ist nur für dich, Sascha, denn du bist ja "faunafixiert", und es soll deine Leiden ein wenig lindern B) .



Nun aber erst ab in den Pool, der wirklich sehr schön in einem kleinen Garten, umgeben von hohen Mauern, lag. Bequeme Liegen luden zum Ausruhen ein, und das WLAN war auch ganz passabel. Herrlich erfrischend bei der Hitze, und ich hätte durchaus auch wieder Gefallen an dieser Stätte finden können, wenn nicht eine Amerikanerin mir ein Gespräch förmlich aufgedrängt hätte. Ihr Mann hielt gerade ein Schläfchen, und ihr war wohl langweilig, und sie sprach mich an.





Normalerweise bin ich sehr gesellig und tausche mich gerne aus, diese Dame jedoch war ein glühender Verehrer von Donald Trump und erzählte mir mehr als ausführlich von seinen “Glanztaten“. Zum einen Ohr rein, zum anderen wieder raus, so dachte ich, wird es wohl gehen, als sie dann aber anfing mich als Deutsche zu „bedauern“, da reichte es mir. Ganz Deutschland wäre ja mittlerweile durch die Einwanderer ein einziges „no go area“, fast so wie in Südafrika, wo ja Gott sei Dank die Weißen noch das Sagen hätten. Täglich würde in den US-Medien von terroristischen Anschlägen in Deutschland berichtet. Amerika wäre stolz, einen Präsidenten zu haben, der zum Schutz vor solchen Eindringlingen eine Mauer bauen würde. So etwas bräuchte Deutschland auch, jemanden, der mal kräftig „aufräumt“, dann würde es uns besser gehen, da wäre sie sicher. Ich antwortete ihr, dass wir schon jemanden gehabt hätten, der kräftig „aufgeräumt“ hätte, und eine Mauer hätten wir ebenfalls gehabt, aber beides hätte uns nicht gerade zur Zierde gereicht und ich könnte es auch nicht zur Nachahmung weiter empfehlen. Wie, wo, wann wäre das denn gewesen? Davon hätte sie noch nicht gehört, denn dann hätten wir unsere „Probleme“ ja im Griff. Eine weitere Diskussion mit solchen Leuten führt meiner Erfahrung nach zu nichts, denn die verstehen es einfach nicht, und so verabschiedete ich mich mit den Worten, ich müsste jetzt erst einmal unsere Kinder anrufen, denn man wollte doch schließlich wissen, ob bei den vielen täglichen Terroranschlagen in Deutschland alles zuhause in Ordnung wäre. Die Dame schaute mich bedauernd an und wünschte mir doch tatsächlich „good luck“. Ich habe hier bewusst auf die Setzung von Smileys verzichtet, denn die gehören hier nicht hin, dafür war das Gespräch einfach viel zu „traurig“!
Gegen 18.00 Uhr ging ich zurück. Göga saß schon auf unserer Terrasse mit einem Sundowner :laugh: . Was für ein Lichtblick :kiss: !
Die Aussicht war wirklich sehr schön, und die Berge färbten sich langsam rötlich. Also: erst mit einem Gläschen Weißwein den Sonnenuntergang genießen und dann aufbrezeln für das Dinner.



Das Dinner war hervorragend, da stimmte wirklich alles. Göga entschied sich für das 7 Gänge „Tasting Menu“, und ich wählte 3 Gänge à la carte, da ich unbedingt Springbock wollte und das gab es an diesem Abend beim „Tasting Menu“ nicht Der Sommelier verstand sein Handwerk. Aus der sehr gut sortierten Weinkarte schlug er 3 Weine vor, die gut zu unseren Speisen passen würden. Zuhause hätten wir sicherlich ein kleines Vermögen für Dinner und Getränke bezahlt, in Südafrika hielt sich das Ganze wie immer im Rahmen.
Hier eine "kleine" Auswahl der Leckereien, leider nur mit dem Handy festgehalten.









Europäer halten sich ja eher etwas länger bei einem Dinner auf, und da einige Amerikaner anwesend waren, die auch sehr amerikanisch schnell fertig wurden, konnte ich sehen, dass man den Damen zum Abschluss einen Teller mit Pralinen und anderen Leckereien als Gruß aus der Küche reichte, und ich freute mich schon, denn das Ganze sah sehr lecker aus. Ich ging jedoch leer aus, denn wir waren die letzten, und die Küche hatte wohl schon geschlossen. Da war ich dann doch etwas enttäuscht, aber nur bis zum Frühstück am nächsten Morgen, denn da bekam ich folgendes als Gruß aus der Küche :woohoo: .



Hmm, lecker, und das zum Frühstück, und ich hatte gar nicht Geburtstag :whistle: . Trotzdem: sehr aufmerksam, und ich habe tatsächlich, mit Göga zusammen, versteht sich, alles aufgegessen :woohoo: .

Gute Nacht!
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8. Oktober 2018: Cape Agulhas

Im März 2017 hatten wir genau 3 Stunden Zeit für das zauberhafte Fleckchen Cape Agulhas gehabt :angry: . Jeder, der jemals Cape Agulhas bei gutem Wetter besucht hat, wird mir beipflichten, dass das definitiv zu wenig ist. Diesmal plante ich daher dort 2 Übernachtungen mit ein.

Nun saß ich also bei meinem opulenten Pralinen-Frühstück im „Grand Roche“, und wir beide, also das Hotel und ich, waren immer noch keine Freunde geworden. Mir fehlte einfach die echte Herzlichkeit der vorhergehenden Gastgeber, allen voran Willem und Erik aus dem KTP oder Arnold und seine reizende Frau in Paternoster. Es ist nicht so, dass ich dieses Hotel nicht weiterempfehlen kann, uns hat es an nichts gefehlt, aber der Funke ist einfach bei mir nicht übergesprungen, warum auch immer :unsure: . Für diejenigen unter euch, die gerne sehr gut dinnieren und frühstücken ist das ein perfekter Ort. Göga hat es geliebt, mir war es einfach zu viel „Schickimicki“, ich liebe es eher schnörkellos.
Der Wetterbericht sagte für heute für Cape Agulhas nicht gerade das beste Wetter voraus. Sogar ein wenig Regen wurde erwartet :( . Daher ließen wir uns beim Frühstück reichlich Zeit und trödelten auch sonst noch ein wenig herum, denn man hatte uns gesagt, dass wir auschecken könnten, wann wir wollten, das Zimmer würde nicht benötigt. So wurde es 11.00 Uhr, bis wir endlich los fuhren.
Auf unserer Südafrikarunde im März 2017 hatten wir ein paar Nächte in Franschhoek gewohnt, und auf meiner Aktivitätenliste stand damals „Fahrt über den Franschhoek Pass“ und „Wandern im „Mont Rochelle Nature Reserve“. Wer meinen Bericht gelesen hat, erinnert sich vielleicht, dass Göga und ich damals tagelang mit der Weintram „lediglich“ von Weingut zu Weingut gefahren sind :whistle: . Kein Wandern im Mont Rochelle, kein Überqueren des Franschhoek Passes B) . Unsere Freunde sind uns noch heute sehr dankbar dafür, denn unser Wein schmeckt seit damals wirklich immer hervorragend :whistle: .
Und genau über diesen Pass fuhren wir jetzt Richtung Cape Agulhas. Was für eine atemberaubende Berglandschaft. Ziemlich weit oben lud das „Mont Rochelle Nature Reserve“ zum Wandern ein. Wir stiegen aus und erkundeten ein wenig die Landschaft.













Da wir unser vollgepacktes Auto nicht lange allein lassen wollten, ging es dann auch irgendwann weiter. In der Gegend um Villiersdorp waren wir dann aus den Bergen heraus. Sanfte grüne Hügel begleiteten uns fast bis Cape Agulhas. Was für ein Unterschied zu 2017! Von Dürre keine Spur mehr. Die Landschaft war saftig grün, bester Weidegrund für die großen Schafherden dieser Region. Getreidefelder, soweit das Auge reichte. Die Ernte fand wohl Platz in den vielen Silos, die die Landschaft nicht gerade schmückten.





In Bredasdorp stockten wir dann noch unsere Getränke auf, und dann ging es für knapp 40 km auf eine der wohl langweiligsten Strecken dieses Landes: schnurgerade ging sie durch relativ flaches Land, und es gab absolut nichts Spannendes zu entdecken. Am Ende dieser Piste dann endlich Cape Agulhas…………………., leider eingehüllt in dicken Nebel :huh: .
Gegen 14.00 Uhr erreichten wir unser Quartier in Cape Agulhas. Entgegen den allgemeinen Empfehlungen hier im Forum hatten wir uns gegen das staatliche Restcamp entschieden und stattdessen zwei Nächte in der „Agulhas Country Lodge“ www.agulhascountrylodge.com/ gebucht. Das war definitiv Planungsfehler Nr. 2! Warum? Das sollten wir erst am nächsten Tag erfahren. An dieser Unterkunft, soviel kann ich schon verraten, lag es nicht, denn daran gab es nichts auszusetzen. Wir wurden sehr herzlich von der neuen Besitzerin empfangen. Diese hatte die Lodge erst vor kurzem von ihren Eltern übernommen und gab sich wirklich Mühe, dass die Gäste zufrieden waren. Sie führte uns zu unserem sehr schönen Zimmer, fragte noch, ob wir zu Abend essen wollten, denn dann müssten wir noch die Tagesmenükarte studieren und aus den Gerichten dort vorab etwas auswählen (wir wollten!), und lies uns dann mit allerlei Karten und Prospektmaterial zu diversen Ausflügen allein. Wir wollten aber keine organisierten Ausflüge machen, sondern lieber wie gewohnt auf eigene Faust losziehen. Noch fast vier Stunden war es hell, und wir konnten in Ruhe zu meinem Lieblingsplatz in der Nähe des Leuchtturmes fahren.





Da wir ja auf dieser Reise in puncto Wetter Glückskinder waren, begann sich wie auf Bestellung der Nebel, zwar sehr langsam, zu lichten, die Sonne kam heraus, und weit in der Ferne konnte man bereits den ersten Wal sehen.










Vielleicht geht es später noch weiter..........
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10 Jan 2019 00:08 #544679
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Da war er also wieder, mein Lieblingsplatz vom letzten Jahr :laugh: . Anhand der markanten Felsen im Meer hatte ich ihn sofort wiedererkannt. Letztes Mal war Herbst gewesen, jetzt Frühling, und das sah man auch. Das Gras war saftig grün, und überall blühte es. Keine Busladungen von Touristen, die schnell die Holzstege herunter rannten, um das obligatorische Foto am südlichsten Punkt Afrikas, dort wo die offizielle Trennungslinie zwischen Atlantischem und Indischem Ozean verläuft, zu machen. Wir hatten wirklich Glück, ganz alleine für uns hatten wir dieses hübsche Fleckchen Erde.





Entspannt wanderten wir an der Küste entlang und machten hier und da Fotos von Pflanzen und Tieren, die ich bis auf den gelben Webervogel Bokmakierie (danke "maddy" für die Korrektur) mal wieder nicht bestimmen kann :angry: (Hilfe, bitte!!!!!) .







Common Ringed Plover/Sandregenpfeifer: danke "maddy" für die Bestimmung :kiss: .











Die Schatten wurden länger B) , ein untrügliches Zeichen, dass wir langsam zurückgehen sollten, denn die Dämmerung setzte bereits langsam ein.





Den Abend ließen wir ausklingen bei einem ganz vorzüglichen Dinner in angenehmer, gemütlicher Atmosphäre. Das Ambiente war vielleicht ein bisschen zu rustikal, aber irgendwie passte es zu der rauen Landschaft.



Trotz des starken Windes, der ums Haus fegte, schlief ich wohl sofort ein. Kein Wunder, das Bett war einfach zu kuschelig.

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